Ausgabe 
12.8.1932 Frühausgabe
 
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des Preußischen Landtags, einen Ministerpräsi-' denten zu wählen, und in dem Augenblick, in dem diese Wahl erfolgt sei, sei die Verantwort­lichkeit des Reichskommissars für Preußen auto­matisch beendet.

Was das Reich angehe, so verlange die innerpolitische Lage gerade im Hinblick auf das Ergebnis der Reichstagswahlen gebieterisch die Führung durch eine von der verfassungsmäßigen Initiative des Reichspräsidenten eingesetzte Reichsregierung, und cs sei Sache der Parteien, ob sie im Reichstag mit dieser Regierung zu­sammenarbeiten wollen oder nicht.

Oie Bayerische Volkspartei gegen Experimente.

München, ll.Aug. ($11.) Sn derBayeri­schen Dolkspartcikorrespondenz" veröffentlicht Staatsrat Schäffer einen AufsatzAusgaben des neuen Reichstags und Aufgaben der Bayeri­schen Dolkspartei im neuen Reichstag", worin er u. a. erklärt, die Bayerische Volkspartei werde dafür eintreten, daß alle Staats- experi mente unterblieben und die ge­samte politische Kraft im Reich und in den Ländern zusammengefaßt würden, um gemeinsam den politischen Schwierigkeiten entgegenzutretcn und im Innern Finanzen und Wirtschaft in Ordnung zu bringen.

Die Bayrische Volksportei verlange auch heute noch, daß kein Schritt getan werde, der nach faschistischen Experimenten aussehe.

Solle nicht der Bolschewismus in Deutschland gedeihen, so müsse der Rechtsgedanke und der Glaube an den R e ch t s st a a t in Deutsch­land unerschüttert bleiben. Die Bayerische Volkspartei vertraue auch darauf, daß das Wort des Reichspräsidenten bleibe, er werde nie eine Reichsrcform auf dem Umweg über den Artikel 48 machen.

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Berlin, 11.Aug. (TU.) Die Besprechungen zwi­schen Vertretern der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und des Zen» trums über die Regierungsbildung in Preußen, für die ursprünglich der Samstag in Aussicht genommen war, soll erst am Montag- nachmittag stattfinden, da die Vertreter der Deutschnationalen Volkspartei am Samstag ver­hindert sind.

Botschafter von prittwih beim Reichspräsidenten.

Berlin, ll.Aug. (WTB.) Der Herr Reichs­präsident empfing heute nachmittag den deut­schen Botschafter in Washington Dr. von Pritt- w i tz und Gaffron.

Länder-Forderungen an daSÄeich.

AllgemeineArbeitsPflicht.Tchlutz mit der

Rentenkürzung.

Dessau, 11. Aug. (ERB.) Der anhaltische Ministerpräsident Freyberg und der braun­schweigische Staatsminister Klagges haben nach einer Aussprache über die politische Lage eine Erklärung an den Reichskanzler abge­sandt, die, wie verlautet, wahrscheinlich auch von den Ministerpräsidenten von Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin unterzeichnet wer­den wird.

Diese Erklärung betrifft die" Rotverord­nung vom 14. Juni. Es wird von ihr ge­sagt, sie und Regierungsmahnahmen solcher Art überhaupt hätten zur Folge, daß alle an den Rand der Verzweiflung gebracht würden, wäh­rend auf der anderen Seite die finanzielle Sa­nierung ausbliebe. In einer Reihe von Forderun­gen, die im Anschluß daran erhoben werden, ist die wichtigste die nach Ausbau des Frei­willigen Arbeitsdienstes zur all­gemeinen Arbeitspflicht, ferner die nach Beendigung der Kürzung der Leistungen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialrenten.

Liiilenken Hoovers in der KriegssWdensrage?

Washington, 12. Aug. (WTB. Funkspruch.) Präsident Hoover hat gestern in einer Ansprache an die Vertreter der Republikaner Bemerkungen zur Frage der Kriegsschulden gemacht, die, wenn auch in sehr vorsichtiger Form gegeben, ein ver­lassen seiner intransigenten Haltung vorzubereiten scheinen. Seine Stellungnahme, so erklärte er, gegen die Streichung der Kriegsschulden sei bekannt. Doch hoffe er einmal, daß eine prak­tische Verminderung der Rüstungen den Schuldnerstaaten die Abtragung ihrer Verpflichtungen wesentlich erleichtern werde. Darüber hinaus aber könnten die Schuldner viel­leicht eine Erleichterung erhalten, wenn eineg r e i f- bare Kompensation" ihrerseits den Ver­einigten Staaten ein Entgegenkom­men erleichtere. (Eine solche Kompensation erblicke er, so fährt Hoover fort, beispielsweise in

einer Vergrößerung der Märkte für die amerikanische Landwirtschaft und In - d u st r i e. Denn infolge eines gesteigerten Absatzes der amerikanischen Produk­tion die Wirtschaft wieder in Gang komme und der Wohlstand wieder geschaffen werde, dann könnte man wohl sicher sein, daß Amerika vor- schlüge der angedeuteten Art einer ernstesten Prüfung unterziehen werde. Allerdings könnten die Lasten nicht einfach durch eine Streichung der Schulden auf die amerika­nische Bevölkerung übertragen werden.

Präsident Hoover hielt diese Ansprache, die be- trächtliches Aufsehen erregte, als er sich zur An- nähme der P r ä s i d e n t s ch a f t s k a n d i d a - l u r vor den Vertretern der republikanischen Partei bereit erklärte.

preußischer Landtag vor Reichstagseröffnung.

Berlin, 11. Aug. (WTB.) Der Präsident des Preußischen Landtags hat, wie das Rach­richtenbüro des Bdz. hört, auf die Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten auf alsbal­digen Zusammentritt des Preußischen Landtags eine Antwort dahin erteilt, daß er zur Zeit den Termin des Zusammentritts mit Rücklicht auf die politische Lage noch nicht endgültig bestimmen könne Der Landtag werde aber noch vor Beginn der Reichstagstagung zusam­mentreten.

Oie Verfaffungsfeier in Darmstadt.

Staatspräsident Dr. Adelung über die Aufgaben der Polizei.

Darmstadt, ll.Aug. (WSN.) Bei der heuti­gen Parade der hessischen Schutz-, Derwaltungs- und Kriminalpolizei auf dem Marienvlatz hielt Staatspräsident Dr. Adelung eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Dem Verfassungstag komme angesichts der betlagensroerten Zerrissenheit im deutschen Volke gegenwärtig eine besondere Be­deutung zu. Wenn besonders die Polizei diesen Tag festlich begehe, so wolle sie damit zum Aus­druck bringen, daß sie als Organ zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sich auf das innigste mit dein Staat und seiner Verfassung ver­bunden fühle. Die Schutzpolizei habe noch zu keiner Zeit fo schwere Aufgaben zu bewältigen gehabt, wie in der gegenwärtigen. Politische Entartung und Ziic losigkeit hätten nicht nur die Achtung vor der Uebcrjeugung Andersdenkender beseitigt, sondern machten auch nicht mehr halt vor dem Leben und Eigentum des politischen Gegners. Politischer Mord, politische Gewalttaten und Terrorakte seien in Deutschland in so erschreckendem Maße an der Tagesordnung, wie sie selbst der Balkan in seinen schlimmsten Tagen nicht gekannt habe. Das Herz jedes wirklich national empfindenden Menschen er­fülle sich mit Scham und Trauer ob des Zustandes, auf den die Form des politischen Kampfes in Deutschland herabgesunken sei, und es müsse der heiße Wunsch jedes um sein Volkstum besorgten Deutschen sein, daß bald der Augenblick kommen möge, an dem auch wieder in Deutschland nicht mehr mit Revolver, Sprengstoff und Dolch, sondern mit geistigen Massen um politische Geltung und um politische Werte gerungen werde. Solange aber dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen sei, habe unsere Polizei ihre ungeheuer schwere Pflicht zu erfüllen. Es wäre wünschenswert, wenn sie dabei überall mehr Verständnis und Unter­stützung bei den Bürgern und auch bei den Behör­den fände. Die Polizei stehe außerhalb der politi­schen Parteien. Sie fühle sich als Organ der All­gemeinheit und sei zum Schutze jedes Bürgers da. Sie könne und dürfe nicht hörig und pflichtig fein

irgendeiner politischen Partei. Es hieße die Auf­gaben der Polizei verfälschen, wenn man ihr einseitig politisch orientierte s o - genannteH i l f s p a l i z e i" angliedern wollte, unter welchem Namen es auch immer fei. Die Polizei sei allein auch vollkommen ihrem Pflich­tenkreis gewachsen. Das habe sie bisher in Hessen noch stets bewiesen. Es sei deshalb auch nicht nötig, Warnungen an Uebelwollende zu erlassen. Unsere Polizei habe die Kraft und auch die Mittel, sich durchzusetzen.

Nach einem hoch des Staatspräsidenten auf das deutsche Volk und seine deutsche Verfassung folgte der Gesang des Deutschlandliedes und der Vorbei­marsch der Schutzpolizei in Gruppenkolonne hinter Fahnen des Reichs und Hessens.

Der anschließende Marsch der Polizei durch di« Landeshauptstadt fand überall regstes Interesse und Freude bei den Spalier bildenden Massen.

Oer Aufstand in Spanien gescheitert.

Madrid, ll.Aug. (WTB.) General San­jurjo, fein Sohn Hauptmann Sanjurjo, General herraiz und Oberstleutnant Estevan Infante sind bei Sevilla verhaftet worden.

Die Verhaftung Sanjurjos erfolgte auf feiner Flucht nach de r französischen Grenze.

Der spanische General Godet, der als einer der Führer des Monarchistenputfches gilt, wurde auf Befehl der Regierung verhaftet.

Am frühen Morgen hatten ihm die Obersten der Seoillaner Garnison mitgeteilt, daß diese beschlossen hatten, die Aufsiandsbewegung nicht mehr zu unter­stützen. Sanjurjo war daraufhin im Kraftwagen geflüchtet. Die Bevölkerung versammelte sich vor der Kaserne und befreite den Gouverneur. Die Gen­darmerieoffiziere, die sich der Bewegung angeschloffen hatten, sind verhaftet worden. Das Palais, in dem Sanjurjo sein Hauptquartier auf-

Georg-Büchner-Preis 1932.

Tie diesjährigen Slaaispreisiräger: 'Adolf Bode und Albert H. Rausch.

Die hessische Amtliche Prefsestelle in Darmstadt gibt bekannt:

Zu Preisträgern des Georg-Büchner-Preises find in diesem Jahre der Kunstmaler Adolf Bode von Offenbach a. M. und der Schriftsteller Albert h. Rausch von Friedberg bestimmt worden. Die Texte der Preisurkunden lauten:

Das hessische Volk verleiht dem Mater Adolf Bode zur Ermutigung seines aus frischen heimat­lichen Lebenskräften genährten Schaffens den Georg- Büchner-Preis des Jahres 1932.

Dem Schriftsteller Albert h. Rausch ist in Würdigung seines wahrhaft dichterischen, Heimat und Ferne lebendig vereinenden Werkes vom hessischen Volk der Georg-Büchner-Preis des Jahres 1932 zu­erkannt worden.

Adolf Bode.

Dieser heute erst achtundzwanzigjährige Offen­bacher Maler, der wohl bisher der Jüngste ist, dem der Düchnerpreis verliehen wurde, gehört zur Darm st ädter Gruppe, die sich ja jun­gen Talenten besonders aufgeschlossen geigt und namentlich in Offenbach Rachwuchs fand. In allen Darmstädter Ausstellungen, wo Adolf Bode seit seinem Beitritt zurGruppe" fast regelmäßig mit Arbeiten erschien, gab es überraschende Talent­proben seines von spontanen malerischen Impul­sen diktierten Schaffens. In der Pariser Luft emp­fing der jugendliche Elan dieses Malers jene Rote spritzigen Aebcrmuts, die in seiner reichen und jetzt auch sehr gekonnten Palette oft dominiert. Ein geradezu farbensprühendes Leben und eine erstaunliche Treffsicherheit des Kolorits im Er­fassen derAtmosphäre" sind Merkmale mancher Landschaftsbilder, besonders der Pariser Bilder Dodes.

Er stammt aus einer alteingesessenen Offen­bacher Malerfamilie. Großvater Bode war um 1830 in Hanau künstlerisch tätig, und ein Groß­onkel, Schüler Schwinds, Prof. Leopold Bode, wirkte am Staedel in Frankfurt. Adolf Bode, als Sohn eines Prüfungsmeisters am 8. Januar 1904 geboren, besuchte bis 1914 die Volksschule und dann ein Jahr lang, um nach dem Willen der Eltern Maschinenbauer oder Architekt zu werden, die Werkklasse der Kunstgewerbeschule in Offen­

bach. Länger reichten die Mittel der Eltern nicht, und nun erst auf der Wanderschaft in Baden, Bayern und der Pfalz regten sich die ersten künst­lerischen Reigungen Bodes. Aber er konnte ihnen noch nicht ungestört leben. Wenn er auch eine Freistelle für die Malklasse der Offenbacher Kunst- gewerbeschule erhielt, so mußte er die Tätigkeit dort doch ost durch Arbeiten im freien Handwerk unterbrechen. Erst als ihm die Stadt 1926 ein Atelier gab, fand er völlige künstlerische Freiheit, und Studienreisen, die ihn neben dem entscheiden­den Pariser Aufenthalt bald nach Holland und in die Schweiz führten, halfen zur Auflockerung seines Talents.

Wenn schließlich zu den starken ursprünglichen Anlagen dieses jungen Malers als ein Haupt­bestandteil seiner malerischen Handschrift eine kecke Unbekümmertheit hinzutrai, so nicht zuletzt darum, weil sein Entwicklungsweg mehr in autodidak­tischem als in irgendeinem akademischen Sinne verlief.

Albert H. Rausch.

Der Dichter Albert H. Rausch, ein geborener Friedberger dem das hessische Staatsministerium den diesjährigen Literaturpreis verliehen hat, ist schon deshalb heute eine der klarumrissensten Erscheinungen des deutschen Schrifttums, weil er sich niemals irgendeiner Ideologie verschrie­ben hat. Er ist ein Künstler strengsten Formats, ein unbeirrbarer Vertreter derpoesie pure. Schon als Fünfundzwanzigjähriger hat er seinem VersbuchVigilien" (erschienen 1911), das die großartige Tristan-Dichtung enthält, als ver­pflichtenden Auftakt zu einem rein schöpferischen Leben die apollinischen Worte vorausgeschickt, daß die Einheit dieses Werkes am leichtesten erfasse, wer in ihmdas Wachen des Geistes über den dunkelsten Brandungen des Herzens verspüre". Sein gesamtes Werk soweit es bis heute sichtbar ist ist das Sinnbild strengster Disziplin und schicksalhafter Gebundenheit an den Genius (Gott). Er ist nur der Diener seines Wer­kes, unbekümmert um Wirkung, unbedacht auf Ruhm.

Seine unerschöpfliche Stoffquelle ist die Mit­telmeerwelt im allerweitesten Sinn. Er ist einer der europäischsten Geister und Gestalter, die es heute gibt, Erbe und Vorläufer zugleich. Seine großen ProsadichtungenSüdliche Reise",Vorspiel und Fuge" und Eros Anadhomenvs" bezeugen es unzwei­felhaft. Sein angekündigtes VersbuchStoa" zeigt, wohin der Weg führt, führen mußte. Die

Weite feiner Schau ist mitbedingt durch fein Verhaftetfein in feiner Wetterauer Heimaterde. Rur wer fo fest steht, kann an fo großen Amkreis reichen. Er ist der Vertreter des universalen Deutschland. Atopisches oder messianisches Den­ken ist ihm fremd. Hier wird ersichtlich seine tiefe Hellcnität. Seine Kraft ist in steter Stei­gerung, die große Ernte in sicherem Reifen, das er nie durch Angeduld oder Opportunismus be­schleunigt hat.Ich habe Zeit zu meinem Schick­sal"' sein schönstes Wort. Der ganze Mensch und der ganze Künstler ist darin Fr. U.

Als Mitarbeiter amGießener Anzeiger" ist Albert H. Raujch unserem Leserkreise seit langem bekannt. Wir erinnern nur an seine im Feuilleton erschienenen literargeschichtlichen Aufsätze über Ste­fan George, Karl Wolsskehl, Friedrich Gundolf und Alfred Bock, ferner an die dichterischen Serien Zweites Vaterland",Herbst in Apulien",Hauch von Paris" undUnterwegs".

Geist und Nation.

Eine Rede des Slaatspräf'denten

Die Vergebung des Georg-Büchner-Preises fand, wie alljährlich, am Verfassungstag im Staatsmini­sterium statt. Staatspräsident Dr. Adelung hielt eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte:

Wiederum jährt sich der Tag, an dem das hes­sische Volk zwei Künstler, die ihm entsprossen sind, mit dem Georg-Büchner-Preis auszeichnet. Die feierliche Verbindung dieses Preises mit dem Ver­fassungstag will zum Ausdruck bringen, daß die Würdigung künstlerischen Schaffens nicht eine Geste der Anerkennung im Geschäftsbereich eines Kultusministeriums darstellt, sondern daß sie eine nationale Pflicht ist, ja mehr noch, ein Akt natio­naler Selbstbehauptung. Es ist keine schönredne­rische Phrase, wenn die Satzung des Georg-Büch- nerpreises seine Stiftung als vom Volke ausgehend bezeichnet und wenn die Diplome das hessische Volk als den Geber des Preises anführen. Nicht ein rationaler Zweck des Staates äußert sich in der Vergebung des Preises. Der Staat vollzieht hier den verpflichtenden Auftrag, dem Bekenntnis des Volkes zu feinem geistigen Leben Gel- tun zu verschaffen.

Das geistige Leben des Volkes ist in unserem analytischen Zeitalter kein eindeutiger Begriff. Die gegenwärtige Zeit ist wenig dazu angetan, das Volk durch geistige Bewegungen zu erschüttern, die Menschen in großer Zahl durch die Sprache des Geistes zu erfassen und weiterzutragen. Ja, es will

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Ms. v- -

Das Beinhaus auf dem Schlachtfelde von Verdun ;ol[ das Andenken wachhalten an die 400 000 deutsche» und französischen Soldaten, die hier den Tod für ihr Vaterland starben.

geschlagen hat7e, wurde von der Menge in Brand gesteckt.

Sämtliche Städte in der Provinz Sevilla und ihrs Behörden stehen zur Madrider Regierung, die Herr der Lage ist. Die Zivilgouverneur« der angrenzenden Provinzen unterstützen die Br- mühungen um die Niederwerfung des Aufstandes,

Haussuchung bei der Reichsbanner- Bundesleitung.

Berlin, 11. August. (ERB.) Wie dasBer. liner Tageblatt" meldet, fand heute nachmittag in dem Büro der Reichsbannerbundes. le i tun g eine polizeiliche Durchsu - cf> u n g nach Waffen statt. Dem Blatt 5tu folge wurden drei Revolver und fünf Gummi, knüppel gefunden. Die Revolver sollen Mitglie, dem des Reichsbanners gehören, die Waffen, scheine besitzen, zur Zeit aber verreist sind.

Aus aller Welt.

Schiffsunglück bei Vigo. 20 Personen ertrunken.

Einer Dlattermeldung aus Madrid zufolge fl an der atlantischen Küste auf der Höhe von Bigv ein Motorkutter beim Sardinenfischen g e f u n < k e n. Don der 22 Mann starken Besatzung konnten nut zwei gerettet werden.

Ueberschwemmungskalaslrophe in der Ostmandschurei.

Eine schwere Aeberschwemmungskata- st r 0 p h e hat, wie aus Charbin gemeldet wird, die Ostmandschurei betroffen. Der Sungartf.ich sowie mehrere andere Flüsse sind über die Aier getreten und haben weite Gebiete der Man­dschurei überflutet. Eine japanische Truppen« abteilung ist vollkommen von der Amweli abgeschnitten und muß durch Flugzeuge verproviantiert werden. Bei einem ebenfalls v)n der Außenwelt abgeschnittenen Trupp mandschuri­scher Aufrührer sowie bei Tausenden von Zivil« Personen droht Hungersnot auszubrechcn. Man befürchtet, daß die Zahl der Todes­opfer, die von der Hungersnot und von der Flut gefordert wird, eine beträchtliche Höhe an» nehmen wird. Die Ernte großer Gebiete i'l vollkommen vernichtet. Der Verkehr auf der ostchinesischen Eisenbahn ist unterbrochen. Der Sachschaden läßt sich noch nicht überblicken.

Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumlchein.

fast scheinen, als sei diese Sprache überhaupt Der- ftummt, als sei das geistige Selbstbewußtsein D<r Deutschen untergegangen unter dem Ueberschwonz materieller Gesinnung.

Aus dem langen Leidensweg der deutsche« Geschichte ist die unabweisbare Lehre zu ziehen, daß man die Grenzen der besonderen historische« Ausgabe klar sieht, die der deutschen Raticn in der Entwicklung der gesamten Menschheil zugewiesen ist. And hier befinden wir uns ail rein geistigem Gebiet, auf dem der praktische« Politik eine dienende Rolle zukommt. Rieman) kann eine deutsche Politik betreiben, der nidty weiß, was wirklich deutsch ist.

Es ist heute eine historische Aufgabe de/ deutschen Westens, seinen von jeher geschichtS» bildenden Einfluß zu behaupten, darum darf vom Rhein aus nicht versäumt werden, mit Rachdruk auf die Vielfalt der geistige« Ausgaben hinzuweifen, an die eine jahr­hundertealte Kulturüberlieferung zu mahnen nie aufgehört hat.

Wenn wir uns heute der zeitgenössi­schen K u n st verehrend zuwenden, so tun ti»it das in dem Bewußtsein, zu unserem Teil dir Kräfte zu beschwören, aus denen das deutsch! Volk in Wahrheit lebt und wächst. Wir tu« dies nicht aus Schwärmerei, sondern gerade weil wir aus den Sorgen und Röten der (Stunt heraus die letzte und wichtigste Realität in da Gesundheit und Reinheit der deut' scheu Geisteshaltung sehen, so, wie wir fn ZU deuten gelernt haben: nicht als ifolicrtd Phantom, als unbeständige Begeisterung, sondeir als ein gewachsenes Produkt Der Geschichte ut> als eine immerwährende Aufgabe, die nur ori Treue zum deutschen Wesen bewältigt werdc: kann.

Rach einem warmherzigen Rachrus für dc« verstorbenen Preisträger Dr. Alfred Bo^ aus Gießen gab Staatspräsident Dr. Adelurg die Ramen der Preisträger bekannt.

Hochschulnachnchten.

Der außerordentliche Professor Hans Bökel m Freiburg i. Br. erhielt einen Ruf auf dt> Lehrstuhl für Anatomie an der Aniversität I eiia als Rachfolger von Professor Friedrich Maure-

Der Münchner Privatdozent Dr. Kurt W a l chel hat den Rus auf den Lehrstuhl der gerichtlichen W' dizin an der Universität Halle als Nachfolger dck verstorbenen Professors W. Vorkastner angenommen-

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Schwerer M tödlichem Ausgan Nachmittag; ummglwt l e n f e 15 aus Schatten Georg Wallenfels in Motorrad tödlich. Der' ®öns und stürzte mit

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