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Warben, in denen 9 nachgelassen hat, i unb gewannen nach » totere 0,75 Tro» 'S-erholt. Am Moi> ’. 1,25 Pwz. fest. MN Holzmann um nrrvmarkt war die 1 bezeichnen Chade. lterdrückung des spa- ewannen 3,50 Mart. AW aus einigen bhafter. Hiervon <1 gehandelten 3n* 1 von den übrigen ^Pfandbriefe zur nten nach unoerän* t, auch AeWchuld« ),5 bis 0,75 Prozent n wiesen Türken go Am Geldmarkt i völlig unverändert. )zent an der unteren Ichäst in Privatdistagen, ziemlich ruhig, sneigung sestzustellen : per 10. Aovember, en die Umsätze hier 'Jungen per 15. Äo-
kviehmarkt.
lug. QUfttieb: Haie, tzbb Schweine.
beite Mast- und mittlere Mast- und e Kälber 25 bis 33. und jüngere Mast- , 30, mittlere Mast- l und gut genährte Schasvieh 16 bis 19. e Schweine von etwa dgewicht 48 bis 52, 5 45 bis 51, fleischige i 160 Pfund 41 bis
Mber und Schale schleppend.
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182. Jahrgang
Zreitag, 12. August 1952
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Randnoten.
Si ist leider nicht mehr daran zu zweifeln: lt haben auf der diesjährigen Olympiade . Los Angeles eine schlechte Rolle geteilt. Rur in einer der vielen Konkurrenzen hat ■r, deutscher Vertreter den ©icg sicherstellen fr men, der Münchener Jsmayr. Die vor De- [rm der Spiele favorisierten Deutschen wurden tft unter der Rubrik „Ferner liefen" regi- inert. Zwar hatten wir beim Zehnkampf noch h: Chance, aber auch die erwies sich als illu- :fh, als Sievert sich beim Stabhochsprung <i letzte und beim 1500-Meterlauf nur eine mastige 11 herauslief, weil er unter den gröstten tnr.erzen zu leiden hatte. Seltsam mutet das (ringen der ebenfalls Heist favorisierten Fecht- ’ Pterin Helene Mayer an. Die blonde konnte gerade noch den fünften Platz be-
W-
IÄeses auherordentlich ungünstige Abschneiden Deutschen must doch seine Gründe ha- Die Entschuldigung, dast unsere Vertreter in
>J Angeles unter den klimatischen crhältnissen besonders zu leiden gehabt :it<n, kann wohl nur zum Teil die Miherfolge 1 ären. Denn schliestlich leiden die Vertreter ter mitteleuropäischen Staaten, die Dertre- : eilet Länder, die in einer gemäßigten Zone gen, gleichmästig unter der irrsinnigen Hitze r: Los Angeles. Schliestlich ist auch das kali- nnlche Klima ein Handicap gewesen für die tiDorkr, sür die Kanadier, für die Japaner r ib für die Finnen. Also das alleine kann es iil sein.
Als eine der Hauptursachen der Riederlagen i deutschen Vertreter wird man wohl d i e iganisation der Expedition, für die Herr ::L S i e m zeichnete, ansprechen müssen. Wenn ri schon neunzig Athleten nach Los Angeles if !e, so war es ein Unding, besonders für so • armes Land wie Deutschland, ihnen noch nHig Offizielle mit auf den Weg zu geben, i »nders bann, wenn die Haltung dieser Reise- pleiter so beschaffen ist, wie die des Sport- ri:ei Dr. Heist, der es mit seiner Berufs- h! vereinbaren und zulassen konnte, dast die lAsHen Olympiakämpfer auf dem Ueberfahrt- riiler zu stark den kulinarischen Genüssen zu- tiactzen. Herrn Dr. Heist, der als Dozent an i Hoch-chule für Leibesübungen wirkt, wer- - vch noch andere sehr schwerwiegende Vor- kfe gemacht, deren Richtigkeit geprüft wer- 7 NUst.
ühxf). sonst lüften sich jetzt die Schleier, die v) über manchen unverständlichen Vorgang auf Gebiete des deutschen Sports liegen. Wenn nt alles trügt, wird sich um die blonde Fecht- : Wer in Helene Mayer ein kleines niedliches 1 möälchen entwickeln. Die Siegerin im Florett- rkn in Los Angeles, die Oesterreicherin Ellen »ist, ist nämlich Berlinerin und Deutsche.
- wird erzählt, sie hätte die österreichische ntsangehörigkeit nur erworben, um in Los l.g-;(les kämpfen zu dürfen, weil man ihr in VaN'chland keine Chance gab. Systematisch seren fri Konkurrentinnen der „He", darunter auch die Liichfalls aus Offenbach stammende Hauptgeg- »ein, Frau Olga Oelkers, ferngehalten wor- B>cl Die letztere soll sogar auf dem Umweg über flciiiliäre Einflüsse zu einem Verzicht auf eine Hiausforderung an Fräulein Mayer veranlaßt fctikn sein.
Z.L sind Dinge, die nichts mehr mit spott- Fairneß zu tun haben, die auch nicht mehr tn: der „Förderung des deutschen Sports" in XfiSang zu bringen sind. Gerade weil wir toün- Idn, daß aus den Riederlagen von Los An- gi?e Lehren gezogen werden, und weil wir yf*n, daß auf der nächsten Olympiade, die tiramssichtlich 1936 in Berlin stattfindet, die SDiirten von den deutschen Vertretern wieder Dsgeweht werden, geben wir unserer Erwar- ltr.A Ausdruck, daß die mit den Geldern der ftjt'djen Steuerzahler zum größten Teil erhallt«« deutsche Sportbehörde restlos den erhobenen IHrwürfen nachgeht und sie klärt.
Nh-ts kann wohl die augenblickliche Wirtschasts- Tr t treffender kennzeichnen als der Entschluß des 7fn.'ösischen Kriegsministeriums, die Aufnahme- g:no 5 der Fremdenlegion auf nicht ab» ilbitre Zeit zu schließen, weil die Fremden- I,:i2i — überfüllt ist. Ja, es ist kein Hirn- gip inst, obwohl es phantastisch klingt, daß die mimersatte Legion, in der sich Söldner aller Herren Luller für ein paar Sous in afrikanischer Hitze von ll.Wndifchen Eingeborenen erschießen lassen müs- jf letzt endlich ihren Hunger gestillt hat, nachdem L sichlige Opfer in dieser schrecklichsten aller Armeen Bplii’ben sind. Es verlautet weiter, daß man viel- wieder einmal den Weg zur Fremdenlegion Ai geben werde, doch käme dann nur b e st e s Äe ischenmaterial, gesunde stämmige, ker° m;e und nicht zu empfindliche Leute in Frage. Man iuch in der Fremdenlegion den allgemeinen Ä Mchenüberfluß, der hauptsächlich durch die Welt» M'e tslosigkeit zustande kam, empfunden, man hat IJk »gar soweit mit Arbeitskräften eingedeckt, daß |||l auch der Sahara-Arbeitsdienst D l st ä n d i g a u f g e f ü l l t ist. Das dürfte wohl ix? beste Zeichen für das Überangebot an Men» ft.'ir fein, denn gerade dieser Arbeitsdienst war das Zylimmste vom Schlimmen. Im Grunde genom- im.il bedeutet dieser Sahara-Arbeitsdienst nichts i»:l<r als einen langsamen Selbstmord, gefährlicher im) menschenentwürdigender noch als der Dienst i in der französischen Todesarmee, aus der kaum m einfacher Poilu lebend, saft keiner gesund zurück» llilrte.
Präsidialkabmett papen oder Mehrheilsregierung Wer?
Bon unserer Berliner Redaktion.
Die letzten 24 Stunden haben die politische Situation völlig geklärt. Es gibt nur noch zwei Möglichkeiten der Regierungsbildung:
entweder bleibt Popen Reichskanzler eines durch nationalsozialistische Fachminister erweiterten Präsidialkabinells, oder aber Adolf hit- ler wird vom Reichspräsidenten beauftragt, sich eine parlamentarische Mehrheit für ein aus Rationalsozialisten, Deutschnationalen und dem Zentrum gebildetes Kabinett zu schassen.
Jede andere Möglichkeit schaltet aus. Es wäre immerhin auch selbst dem wohlwollenden Beurteiler der nationalsozialistischen Bewegung absurd erschienen, wenn der diktatorische Führer einer Partei, der seither kaum einen andern Willen als den (einigen duldete, die „überparteiliche" Führung eine Präsidialkabinetts übernommen hätte. Damit wäre der staatspolitische Gedanke des Präsidialkabinetts, dem in seiner Mittwochabendnummer selbst der „Vorwärts" in politischen Notzeiten als berechtigt anerkannt hat, hoffnungslos entwertet worden.
Reichskanzler von Papen denkt jedenfalls nicht daran, kampflos seinen Platz zu räumen. Er hat in Lausanne eine immerhin annehmbare Lösung gefunden, er hat gegenüber den unhaltbaren Regierungsverhältnissen in Preußen, wie auch gegenüber der illegalen Terrorwelle eine starke Hand gezeigt, und es dürfte ihm und seinen Vertrauensleuten gelungen sein, den Reichspräsidenten davon zu überzeugen, daß ein erneuter Wechsel des Kanzlerpostens gerade von den traditionsbewußten und konseroaUven Kreisen des Reiches als Mangel an klarem Willen und aus politischer Treue empfunden werden würde. Hindenburg ist gewissermaßen „am Portepee gefaßt worden", um einen Ausspruch Bismarcks zu zitieren. Der Reichspräsident wird den Parteiführern, die er empfängt, zum Ausdruck bringen, daß er
eine neue parfeiregierung nur dann gut zu- heißen in der Lage ist, wenn diese eine wirklich überwältigende Mehrheit im Parlament hinter sich zu bringen vermag.
Dies aber ist nur möglich, wenn neben den beiden Rechtsparteien auch das Zentrum sich unmittelbar an der Regierung beteiligt. Selbst wenn dem Zentrum eine solche Beteiligung tragbar erscheinen sollte, kommt sie den Rationalsozialisten einer Ausgabe ihres eigentlichen Zieles gleich. Hitler, der ursprünglich auf den Kanzlerposten keinen Mert legte und sich nur unter dem Druck seiner Unterführer zur ilebernatyme der Kanzlerschaft bereit erklärt hat, tann in einem Koa- litionöf abinett mit dem Zentrum auf keinen Fall die Ziele verwirklichen, die weite Kreise der Partei von ihm erwarten. Ueberhaupt hat sich Hitler in eine politisch sehr ungünstige Lage hineinmanövrieren lassen. Denn nach den gesteigerten Ansprüchen der letzten Tage ist es für ihn kaum noch möglich, sich unter der Kanzlerschaft Pa Pens mit einigen Fachministerposten im Prä- fibialfabinett zu begnügen.
verlaufen die Regierungsverhandlungen, die erst in der nächsten Woche abgeschlossen werden dürften, ergebnislos, so wird sich das jetzige Präsidialkabinett Papen unter Vorlegung seines „konstruktiven Aufbauplanes" dem Reichstag stellen.
Der Reichskanzler vertraut daraus, daß weder das Zentrum, noch die Rationalsozialisten im Augenblick den Mut aufbringen werden, eine Reichstagsauflösung und .Reuwahl hinzu- nehmen. Als eine letzte Kompromißlösung taucht im Hintergrund neuerdings der Gedanke aus, den
Reichswehrminister von Schleicher mit der ilebemabmc eines Kabinettes zu beauftragen, dem der seitherige Reichskanzler von Papen als Vizekanzler und preußischer Ministerpräsident angehört. Auf jeden Fall aber ist die Präsidialkandidatur Hitler ein für allemal erledigt.
Oie Oeutschnaiionalen fordern Wahrung derGtaatsautorität
Berlin, ll.Aug. (Täl.) Zur Frage der Kabinettsumbildung bringt der deutsch- nationale „T a g" H u g e n b e r g s in besonderer Aufmachung folgende Stellungnahme:
Die eherne Grundlage aller Ordnung und alles Seins ist die S t a a t i a u t o r i t ä t. Ihren Zusammenbruch nennt man Revolution.
Das Kabinett v. P a p e n - v. S ch l e i ch e r ist mit dem Ansprüche aufgetreten, unabhängig vom Parlament das Bedürfnis der Staatsautorität zu vertreten. Das Kabinett beruht auf dem Gedanken, daß es neben der Macht der Gewählten, neben der Zahl noch einen anderen Machtfaktor in Deutschland gäbe.
wenn das gegenwärtige Kabinett — oder die Mächte, die cs gebildet haben — diese seine scharf betonte Grundlage jetzt fallen lassen sollte, so ist die Slaatsautorität in Deutschland abermals gebrochen, d. h. es vollzieht sich eine Revolution. Es dankt jemand ab.
Ist dies der Staat von Weimar, der selbst eigentlich nie eine wirkliche Staatsautorität erlangen konnte? Oder ist es nicht vielmehr der Rest der wirklichen Staatsautorität, der sozusagen
Berlin, 11. Aug. (TU.) Reichskanzler von Papen empfing gestern nachmittag als Vertreter des Zentrums den stellvertretenden Par- teioorsihenden Sooft und den württembergischen Staatspräsidenten B o l z in der Reichskanzlei zu einer etwa einftünbigen Aussprache.
Heber die Stellungnahme der Vertreter des Zentrums wird uns mitgeteilt: „Die Zentrumsabgeordneten knüpften in der Darstellung ihrer Auffassung über die gegenwärtige Lage an die Forderung an, die seinerzeit nach dem Sturz des Kabinetts Brüning oer Vorsitzende der Zentrumspartei, Prälat K a a s , beim Reichspräsidenten erhoben hat:
Die sog. Totallösung, d. h. die volle verantwortliche Einbeziehung der damaligen Opposition in die Rcichsregierung. Rach Ansicht des Zentrums ergebe sich die Rotwendigkeil eines solchen Einbaues in Konsequenz des Ergebnisses der letzten Reichstagswahl von selbst.
Das Zentrum müsse absolut klare Verantwortlichkeit verlangen. Dazu gehöre die offene und volle Mitverantwortung der Rational s oz i a l i st i s ch e n Partei. Es sei selbstverständlich, daß dabei die strikte Einhaltung v e r f a s s u n g s m ä ß i g er W e g e u n d Methoden gewährtet st et und die neue Reichsregierung die loyale Zusammenarbeit mit der Volksvertretung wollen und pflegen müsse. Alles andere führe notwendigerweise auf Abwege und zu Experimenten, die mit der Verfassung nicht mehr zu vereinbaren seien. Sn solchem Zusammenhang sehe die Zentrumspartei auch die gegen die frühere preußische Regierung ergriffenen Maßnahmen der Reichs- regierung, und sie müsse es ablehnen, für die'
immanent noch in den deutschen Herzen und in dem verbliebenen Knochengerüst deutscher Ordnung lebte? Das ist dann eine Frage unsicherster Zukunft. Aber jede ruhige volkspsychologische Berechnung spricht für die letztere Wahrscheinlichkeit. Richts ist in gewissen Zeiten gefährlicher, als das Beschwören des Geistes der Staatsautorität, wenn nicht der entsprechende Willen dahinter steht, der für die Durchführung des eingeleiteten Spiels sorgt.
Ungeheuerste nationale Möglichkeiten sind unter Brüning durch Fernhalten der nationalen Kräfte von der Macht verpaßt morden. Jetzt hat man einen Zustand entstehen lassen, in dem die Begriffe Slaatsautorität und nationaler Parteigeist sich gegenüberstehen.
Es ist sehr schwer, noch einen Weg zu sinden, der nicht entweder den Rest des Slaatsgesiiges, oder die nationale Bewegung und damit gleichfalls den Kern deutscher Zukunft gefährdet. Es ist wieder einmal ein Augenblick der Weltgeschichte gekommen, in dem schwerste Entscheidungen in der Hand weniger Menschen liegen. Zweideutigkeit oder Leichtsinn wäre in solchen Augenblicken Verbrechen. Darum muß deutlich gesagt werden:
wer den Begriff Slaalsaulorilät verpfändet und damit aufs Spiel gefetzt hat, muh den weg sinden, ihn zu wahren, auch wenn es schwer ist.
Die Ratschläge des Zentrums, da die Hauptschuld an der gegenwärtigen Lage trägt, entspringen sicherlich weder dem Bedürfnisse, bemjStaate, noch der nationalen Bewegung zu helfen. Sie weisen im allgemeinen heute den Weg, den man nicht gehen darf.
Folge auch nur nachträglich die Verantwortung zu übernehmen.
Allein aus dieser Betrachtung ergäbe sich bereits die LInmöglichkeit einer weiteren Existenz des gegenwärtigen Reichs- k a b i n e 11 s, da «hm die Grundlagen und Voraussetzungen zu einer vertrauensvollen, gesicherten und erfolgversprechenden Arbeit durchaus fehlten.
Die Zentrumspartei werde sich positiv verhalten, jeder Lösung gegenüber, die unter Ausschluß jeder Parteidiktatur den beiden Grundgedanken der klaren Verantwortlichkeit und des verfassungsmäßigen Weges entspreche.
Widerstreben
des Kabinetts Papen.
Von zuständiger Stelle lehnte man eine Stellungnahme zu der Qluälaffung von Zentrumsseite über den Verlauf der Unterredung des Reichskanzlers mit den Zentrumssühcern ab. Sn unterrichteten Kreisen erklärt man jedoch — falls es einer solchen erneuten Erklärung überhaupt noch bedürfe —, daß der hier zum Ausdruck kommende Standpunkt der tatsächlichen inner- politischen Lage in keiner Weise gerecht w e r d e. Sie laufe demzufolge auch der einzig möglichen Folgerung
einer von den Parteien unabhängigen Regierung, die der Reichspräsident aus dieser Situation gezogen habe, stracks zuwider.
Was Preußen angeht, so sei es nicht nur das Recht, sondern die verfassungsmäßige Pflicht
Zentrum fordert Marbeit der ASDAp.
Wir Deutsche nehmen wohl in erster Linie von dem Schluß der Werbung für die Fremdenlegion mit Freude Kenntnis, waren doch gerade die Stammtruppen — oft bis zu siebzig Prozent — deutsche Männer, die in letzter Verzweiflung ihr Heil in dem Elend in Algier und Oran suchten, zum größten Teil allerdings auch ungewollt, denn die Methoden der Werber für die Fremdenlegion sind noch in frischester Erinnerung und wohlbekannt. Leider besteht aber immer noch d, e Legion der spanischen Republik, in der nach Möglichkeit die französischen Legionsmethoden nachgeahmt werden und in der sich ebenfalls ,zahlreiche deutsche Menschen befinden. Don dieser Söldnerarmee hat man noch nichts über eine eventuelle Schließung der Werbebüros gehört, und es ist bedauerlich, daß durch diese Legion noch immer ein Ventil offen ist, das abenteuerlustigen Männern aller Länder einen leichten Weg zum Tode verschafft. Grenzten schon die Behandlungsmethoden in der französischen Fremdenlegion an Quälerei, galt schon dort der ein- fache Legionär als ein Stück Vieh, als eine oache über die man freihändig verfugen konnte, so stellt dis Söldnerarmee Spaniens eine noch größere Hölle dar, wenn man den Berichten von Mannern, die aus dieser Legion entkommen konnte^ Glauben schenken darf. Nachdem in Spanien die Demokratie ihren Einzug gehalten hat, wäre es nicht mehr als richtig wenn die neuen Männer m Spanien ihre Grundsätze von allgemeinen Menschenrechten auch einmal in ihrem Lande wahr machen, oder — falls sie das nicht vermögen — sich d>e «o.dner aus ihrem eigenen Lande suchen und nicht anderswo.
Als in diesen Tagen ein Denkmal, das die Vereinigung der Bretagne mit Frankreich verhenrUcht, einem Attentat zum Opfer fiel, brachte cs der „Matin" in Paris fertig, Deutschland für die autonvmistische Bewegung in der Bretagne im allgemeinen und für das Attentat im besonderen verantwortlich zu machen. Man könnte diese Anschuldigung mit einer Handbewegung ab tun, wenn nicht bei dem Versuch ihrer Begründung das Minderheitenproblem im allgemeinen wieder einmal in ein falsches Licht gestellt worden wäre.
Der „Matin" behauptet nämlich, Deutschland habe ganz allgemein das Sntercffe, bei feinen Rachbarvölkern Zwietracht zu säen und separatistische Bewegungen jeder Art zu fördern. D i e Ration, die den „deutschen" Separatismus am Rhein einst unter ihre Fittiche nahm, hat gewiß das g e r i n g st e R e ch t, sich über Separatismus zu ^klagen. Vor allem über bretonischen Separatismus! Die Bretagne, die seit vierhundert Sahren politisch mit Frankreich vereinigt ist, hat sich in diesen Sahrhunderten ein gewisses kulturelles Eigendasein erhalten, ja die bretonische Sprache wird noch von einer vollen Million Menschen gesprochen, von der nur die Hülste daneben auch Französisch versteht. Aber Separatismus im politischen Sinne war tn der Bretagne immer nur dann festzustellen, wenn tn Frankreich selbst irgendetwas nicht stimmte. So stand die Bretagne wahrend der großen Revolution in Opposition und so hat sich auch nach dem Kriege in Gegnerschaft zu vielen Pariser Maßnahmen so etwas wie ein politischer Sonderwille gebildet, der sogar die ersten
Keime eines Autonomiegedankens her- vorgrbracht hat.
Aber es ist falsch, diese noch in den Anfängen stehende bretonische Autonomiebewegung ursächlich in Zusammenhang zu bringen mit dem Kongreß der nationalen Minderheiten, gegen den die französische Presse aus Anlaß des Attentates Sturm läuft. Es hat sich ja langfam in der Welt herumgefprochen, daß die Rationen, die angeblich zur Befreiung der unterdrückten Völler in den Weltkrieg zogen, selbst eine ganze Reihe von Fremdvölkern „unter ihre Fittiche genommen haben. Zu dieser Feststellung war der Kongreß der europäischen Minderheiten nicht mehr nötig. Das haben im Falle Frankreichs die Basken und vor allem die Kat a l a n en selbst besorgt. Dos katalanische Selbstandigke'ts- gesühl hat der Pariser Zentrale schon seit Sahren Kopfschmerzen verursacht, ilnb man sagt wohl nicht ohne Grund, daß die Furcht vor einem Zusammenschluß der in Spanien und der in Frankreich lebenden Katalanen mit em Anlaß ttxir, zu der Unterstützung der spanischen Revolution durch Frankreich. Es ist sicher nicht Deutschlands Schuld, wenn diese Pariser Rechnung sich nachträglich als falsch her- ausstellte und wenn das katalanische Rationalgefühl unter der spanischen Republik noch stärker emporflammte, als unter dem Königtum.
Man sieht, daß auch die elsässische Autonomie- bewegung. die ebenfalls für die bretonischen Dinge haftbar gemacht wird, nicht erst _ nötig war. um zu beweisen, daß es Fremdvölker in F rankreich gibt.


