Wirtschaft.
Oer gesunde Kern im Bausparwesen.
Es kann einem guten Gedanken nichts Schlimmeres passieren, als das; er in einer Zeit zur Verwirklichung gelangt. in der das Krisengespenst umhergeht und sucht, was es zerstören könnte. Der Vauspargedanke, der in England so segensreiche soziale Werke geschaffen hat, droht in Deutschland diskreditiert zu werden, teils, weil er in falscher, oft in höchst leichtsinniger Weise in Anwendung gebracht worden ist, teils weil die Zeitvcrhältuisfe für seine Durchführung sehr ungünstig waren. Aber das alles beweist doch nur. dah man Fehler begangen hat, nicht dah der G r u n d g c d a n k e s e l b st abwegig oder undurchführbar ist.
Die Grundidee des Vausparwescns besteht bekanntlich darin, das) ein Kollektiv von Sparern die Gelder zur Beschaffung von Eigenheimen gemeinsam zusammenspart, und das) der Bau der Eigenheime allmählich, je nach dem Fortschreiten der Spartätigkeit erfolgt. Dabei läßt es sich wohl nicht vermeiden, dah die später Eintretenden zunächst für die zuerst Gekommenen mitsparen. Sie werden dadurch entschädigt,, dah später wieder andere kommen, deren Spargelder dann ihnen zugute kommen. Wie aber, wenn nun plötzlich der Zustrom neuer 'Bausparer ausbleibt und dadurch das ganze Sporsystem mehr und mehr lahmgelegt wird. Wenn schließlich auch die alten Mitglieder der Bausparkassen und selbst diejenigen, die bereits Eigenheime zugeteilt erhalten haben, ihren Verpflichtungen infolge der Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage nicht mehr nachkommen können und mit ihren Einzahlungen im Rückstände bleiben? Das aber ist die Lage, in die das junge deutsche Bausparwesen teils mit, teils ohne Verschulden hineingeraten ist. Vicht etwa nur die Bausparkassen, sondern das ganze Sparwesen durchlebt gegenwärtig eine schwere Krise , die teils auf die Erschütterung des Vertrauens, teils auf das Sinken aller Einkommen zurückzuführen ist. Die alten, wohlfundierten öffentlichen Sparkassen wissen von den Auswirkungen dieser Krise ein Lied zu singen. Hin wieviel härter mußten sie die junge, eben erst in der Entwicklung begriffene deutsche Dausparkassenbewegung treffen.
Tatsächlich sind bis jetzt etwa 93 Prozent aller Bausparkassen der Krise zum Opfer gefallen, und auch die übriggcbliebenen haben infolge des Rückgangs der Einzahlungen und des Ausbleibens neuen Mitgliedcrzuzugs mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Trotzdem wird man fest stellen müssen, dah cs sich hier um einen Auslcseprozch handelt, der die faulen und schwachen Gebilde in Massen dahinrafft, die wenigen starken aber in ihrem Lebensnerv nicht treffen wird. Das Eingreifen des Staates, der die Bausparkassen dem Reichsaufsichtsamt für Privatversichcrung unterstellte. hat zwar die Zahl der zusammengcbrochc- nen 'Bausparkassen verinehrt und die Katastrophe beschleunigt, aber auch eine neue Vertrauensbasis für die gesunden und lebenskräftigen Kassen geschaffen. Man kann daher heute feststellen, daß der intakt gebliebene Kern des deutschen Dauspar- wqscns die Krise überstehen wird.
Allerdings läßt sich nicht verschweigen, daß der Zusammenbruch so vieler Bausparkassen und die Liquidierung von ein paar hunderttausend Bausparverträgen in den Reihen der Gesamtheit der Dausparer große Beunruhigung hcrvorgerufcn und dadurch auch die lebensfähig gebliebenen Kassen geschädigt haben. Auch diese haben daher das allergrößte Interesse daran, daß zwar nicht die zusammengebrochcncn Bausparkassen, wohl aber die von ihnen abgeschlossenen Bausparverträge in irgendeiner Weise saniert und dadurch in Wirksamkeit erhalten werden. Man müßte zu diesem Zweck die Dausparer der aufgelösten Kassen in die gesunden überführen, natürlich unter entsprechender Acnderung unerfüllbar gewordener Verträge. Sicherlich würden die meisten Bausparer hierdurch, wenn auch unter größeren Opfern und in längerer Zeit, dennoch das Ziel ihres Bausparvertrags, nämlich die Gründung des eigenen Heims erreichen. Dem Bauspargedanken würden hierdurch Zehntausend« erhalten werden können, die ihm andernfalls, wenn ihre Bausparverträge jetzt gegenstandslos werden, für immer verloren gehen werden. Gelingt es dagegen. diese Bausparer unter Sanierung ihrer Verträge den anderen Bausparkassen zuzuführen, so kann sich die Konzentration des Bausparwesens sogar als sehr nützlich erweisen. Das Reichsaufsichtsamt sollte sich nicht länger darauf beschränken, den Abbau des Bausparwesens zu beschleunigen, sondern auch an seinem Wiederaufbau positiv mitarbeiten, damit seine gesunden Bestandteile über die gegenwärtige Katastrophe in bessere Zeiten hinübergerettet werden können. Denn dieser Gedanke hat trotz
seiner Vicderlage auch in Deutschland noch eine Zukunft.
*
'DieIndexzifferderGrohhandels- preise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 6. Juli berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 95,9 gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 92,5 (plus 0,5 Prozent), Kolonialwaren 84,9 (plus 0,1 Prozent), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 86,7 (minus 0,2 Prozent), industrielle Fertigwaren 117,0 (minus 0,2 Prozent). Der Großhandelsindex für Produktionsmittel stellt sich auf 118,1 (minus 0,1 Prozent), der für Konsumgüter auf 116,2 (minus 0,2 Prozent).
• D i e Hessische Landcshypotheken- bank, D a r m st a d t. schließt ihr Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 0,19 (0,22) Mill. Mk. ab. Davon werden 0,06 (0,08) für Rückstellungen verwandt, 0,08 (0,08) werden als Dividende von 5 Prozent ausgeschüttet und 0,05 (0,05) vorgetragen.
* Besprechungen zwischen Junkers und Henschel in Kassel. Professor Junkers stattete mit einigen Herren der Dessauer Unternehmungen den Henschel-Werken einen Besuch ob. Bei diesem Besuch handelte es sich um eine persönliche Fühlungnahme und um eine Aussprache über prin- zipieUe Fragen. Die Verhandlungen über ein etwaiges Zusammengehen von Henschel und Junkers anläßlich der Reorganisation der Junkers-Betriebe befinden sich noch im ersten Stadium, so daß über deren Ausgang noch nichts mitgeteilt werden könne.
1900 (Liga) — Universität
Am Samstagabend war den Gießener Studenten gegen die Liga des VfB. kein Sieg be- schieden. Einen Sieg ihrerseits hatte man wohl auch kaum erwartet. Immerhin fiel die Vicder- lage mit 7:3 etwas hoch aus. Am morgigen Mittwoch treten nun die Studenten gegen die Liga der Spielvereinigung 1900 an. Auch hier dürste der Hniversitätsmannschaft kaum ein Sieg beschieden sein, denn in technischer Hinsicht sind die Blauweißen den Studenten bedeutend überlegen. Ein Ausgleich zu diesem Plus der 1900er könnte bestenfalls erhöhter Eifer sein. Das Ergebnis gegen die Mannschaft der 1900er dürfte den tatsächlichen Kraftverhältnissen nach nicht viel anders lauten, als das Ergebnis des Samstags.
Oie Ergebnffie der Zrauen-Bezirksmeisterschasten.
Frauen.
100 Meter: 1. Hadler, Hessen-Preußen, Kassel, 12,9: 2. Hablitz, 1900, 14,6; 3. Vickel. 1900, 15.0.
200 Meter: 1. Hadler , H.-Pr., 27,1; 2. Crede, H.-Pr., 29,9; 3. Hublitz, 1900 (gestürzt).
8 0 0 Meter: 1. ©tret), H.-Pr., 2,42; 2. Etzelmüller, 1900, 2,46.
Kugelstoßen: 1. E. Wolf, H.-Pr., 8,29; 2. Luh. 1900, 8,18; 3. Loschen, H.-Pr., 7,30 Met.
Weitsprung: 1. Hadler, H.-Pr., 4,72; 2. Leschen. H.-Pr., 4,37; 3. Streß, H.-Pr., 4,26 Met.
Diskuswerfen: 1. E. Wolf, H.-P., 25,66; 2. Luh. 1900, 23,93; 3. Vickel, 1900, 22,28.
Hochsprung: 1. Leschin, H.-Pr., 1,30; 2. E. Richtberg. 1900, 1,25; 3. Wegfarth. H.-Pr., 1,25 Meter, durch Stechen entschieden.
Speerwerfen: 1. Schilling, H.-Pr, 25,70; 2. Loschen, H.°Pr., 21,04; 3. Vickel, 1900, 19,65 Meter.
4 X 100 - Meter - Staffel: 1. Hessen- Preußen, Kassel I., 55,2; 2. H.-Pr. 11. 57,6; 3. 1900 Gießen i. 59,5; 4. 1900 Gießen II 60.
Mädchen Klasse A (Jahrgang 1915/1916).
Dreikampf: 1. Wegfahrt, H.-Pr., 79; 2. Lösch 1900 59; 3. Guth 1900 44; 4. Döckenhauer, H -Pr., 44 Punkte.
4x100 -Meter-Staffel: Hessen-Preußen, Kassel, 1900 Gießen 59,9. Totes Rennen.
100 Meter: 1. Guth, 1900, 15,1; 2. Lösch, 1900, 15,6 ; 3. Leinlos, H.-Pr., 16,2.
Mädchenklasse B (1917/1918).
Dreikampf: 1. Göbel, H.-Pr., 81; 2. Lippert, 1900, 66; 3. Wilhelm, H.-Pr., 59; 4. Stic- gel, H.°Pr.. 49 Punkto.
100 Meter: 1. Göbel, H.-Pr., 14,8; 2. Lippert, 1900, 15,1; 3. Ruppel, H.-Pr., 15,1.
4 X 1 0 0 - Meter - Staffel: 1. Hessen- Preußen, Kassel, 58,1; 2. 1900 Gießen 60.
Allen bisher erschienenen anderslautenden Mitteilungen stehen sowohl die Junkers-Werke, als auch die Henschel-Werke fern. Die Aussprache hat ergeben, daß eine beschleunigte Weiterführung der Verhandlungen beiderseits als zweckmäßig erachtet wird. Für weitere Aussprachen u. a. über gemeinsam interessierende technische Fragen, ist ein Gegenbesuch in Dessau in Aussicht genommen.
frankfurter Abendbörse sehr still.
Frankfurt a. M., 11. Juli. Das Fehlen jeglicher Anregungen ließ die Abendbörse in äußerst st i l l e r Haltung verkehren. Nach wie vor wird der Ordermangel als sehr geschäftshemmend emp- sunden, wozu noch die starke Zurückhaltung der Kulisse im Hinblick auf die innerpolitischen Verhältnisse beiträgt. Boi sehr geringen Umsätzen eröffneten I. G. Farben und Reichsbank gegen den Berliner Schluß bis zu 0,75 v. H. niedriger. Im übrigen waren die Kurse knapp behauptet. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, doch zeigten die Kurse keine Veränderungen, mit Ausnahme von Reichsbank, die weiter abbröckelten. Am Ren - tenmarkt eröffneten Reubesitzanleihe gut behauptet, gingen aber später um 0,30 v. H. zurück. Goldpfandbriefe waren weiter gesucht und nochmals 0,25 v. H. höher. Reichsschuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten blieben mit 57—57,25 v. H. behauptet. Altbesitz 44,38, Neubesjtz 5,80—5,50, Schutzgebietsanleche 3 v. H., 6proz. Franks. Hyp. Bank Gold Reihe 1—15, 73, 54proz. do. Liquidation 79,9, 6proz. Rhein. Hyp. Bank Gold Reihe 26—30, 72,75, Reichsbank 127,75—127,39, Gelsen- kirchen 32, Westeregeln 104, Phönix 17, AEG. 26, Schebdeanstalt 136, I. G. Farben 91, Gesfürel 59, Lahmeyer 79, Zellstoff Waldhof 30,5, Nordd. Lloyd 13,90.
Mädchenklasse C (1919 und jünger).
Dreikampf: 1. Diehl, 1900, 97; 2. Gagel- mann, H.-Pr., 89; 3. Hentze, H.-Pr., 88; 4. Hage- mann, H.-Pr., 86 Punkte.
7 5 Meter: 1. Hagemann, H.-Pr., 11,5; 2. Diehl, 1900, 11,6; 3. Mehlis, H.-Pr., 12.
4 X 75 - Meter - Staffel: 1. H.-Pr., Kassel, 31,5; 2. 1900 Gießen, 32.
Dreikampf: 1. Schilling, H.-Pr., 121; 2. Leschen, H.-Pr., 103; 3. Luh, 1900, 62 Punkte.
Die Ausreise unserer Olympiakämpfer.
Telegramm von Bord der „Europa".
Bei strahlendem Sonnenschein und wohl behütet von Commodore Johnson haben die Olhmpia- fahrer am Sonntag ihre Reise nach Los Angeles angetreten. 105 Deutsche, 11 Oesterreicher, 11 Tschechen und 2 Letten machen die Lleberfahrt nach Amerika mit. Roch ist der Abschied in aller Erinnerung. Gleich nach dem Einbooten wurde die Feier mit Ansprachen von Exzellenz Dr. Le- wald, Commodore Johnson und Geheimrat Albert vom Lloyd eröffnet. Eine riesige Menschenmenge hatte sich am Pier eingefundcn. Unter den Anwesenden bemerkte man den früheren deutschen Kronprinzen, der am Sonntagfrüh eingetroffen war, um dem Abschied beizuwohnen. Rachdem sich das Schiff schon in Bewegung gesetzt hatte und die offene See erreicht hatte, machte man es sich in den geräumigen Kabinen bequem. So mancher hatte mit Bangen auf die ersten Anzeichen der Seekrankheit gewartet, aber bei ruhiger See bewegte sich die „Europa" kaum, man fühlte sich wie zu Hause und gab sich mit wonnigen Gefühlen der frischen Seeluft hin. In Southampton gibt es dann eine zweite Begrüßung, wenn die Ruderer des Berliner RC., die in der Vorwoche einen Abstecher nach Henley machten, dort zusteigen.
Bei der Abfahrt der ..Europa" hatten sich am Pier Tausende von Zuschauern eingefunden, die dem Schiff begeistert zuwinkten und sich auch noch nicht beruhigten, als das Schiff längst den Augen entschwunden war.
OieBerlinerirudereraufder^Europa^
Die deutsche Olympia-Expedition ist jetzt vollständig. In Southampton stiegen als letzte Deutsche die Berliner Ruderer Buhtz, Bötzelen, Sprem- berg, Hoeck, Meyer und Eller mit ihrem Trainer Sullivan an Bord des Olympiadampfers.
Europa-Schlußrunde im Daviscup.
Deutschland — Italien.
Vach dem Sieg gegen England trifft Deutschland in der Schlußrunde der Curopazone im Daviscup vorn 15. bis 17. Juli auf Italien.
SJi.-^pont
Die deutsche Mannschaft spielt mit Prenn, b. ©ramm, 2 aenecke und Frenz. Von den beiden letzteren kommt Iaenecke als Ersah für die Einzelspiele in Betracht, während Frenz im Votfall im Doppel einspringen soll. Italien hat de Stefani, Palmieri, del Dono und Sertorio nominiert.
Kreß nicht mehr bei Rot-Weiß.
Der internationale Torhüter Willi Kreß hat seinen schon längst beabsichtigten Austritt beim SC. Rot-Weiß jetzt nun endgültig vollzogen. Wohin Kreß gehen wird, ist zur Zeit noch unbekannt. Man vermutet, daß Kreß einem Klub in Dresden oder Berlin beitreten wird. Bei einem anderen Frankfurter Klub als Rot-Weiß dürfte Kreß nicht bleiben, da diese Vereine wohl kaum durch eine Uebernahme von Kreß das gute Einvernehmen mit Rot-Weiß beeinträchtigen wollen.
Oie vierte Etappe der „Tour".
Die Tour de France wurde am Montag nach einem Ruhetag in Bordeaux mit der Etappe Bordeaux—Pau, die über 206 Kilometer führte, fortgesetzt. Nach anfangs ruhiger Fahrt glückte dem Belgier Ronße zusammen mit dem französischen Touristen Le Drogo ein Ausreißversuch.. Beide dehnten ihren Vorsprung auf eine Minute aus und erreichten in 6:23:20 das Etappenziel. Im Endspurt siegte der Belgier in vier Längen vor Le Drogo. Die Deutschen Stöpel, Thierbach, Geyer, Um- benhauer und die Touristen Hermann Müller und Olböter wurden mit weiteren 40 Fahrern auf den 12. Platz gesetzt. In der Einzelwertung führt der Franzose L e d u c q weiterhin vor dem Deutschen Stöpel.
Kurze Sportnotizen.
Ivckeh Rastenberger wurde vom Stall Graditz als Stalljockeh fest verpflichtet. Damit wird eine alte erfolgreiche Verbindung wieder neu ausgenommen.
Dr. B a r a n a h, der ungarische Meisterschwimmer, schlug in Veuyork über 100°Meter-Crawl die bekannten Amerikaner Kojacs und Spence.
♦
Einen Riesen - Fußballskandal gab es auch beim Rückspiel zwischen Juventus Turin und Slavia Prag am Sonntag in Turin. Bereits während ihres ganzen Aufenthaltes mußten sich die Tschechen unter polizeilichen Schutz begeben. In der zweiten Halbzeit des Spieles wurde der Slavia-Torwart Planicha von einem Steinwurf getroffen, worauf das Spiel abgebrochen wurde.
*
Der D FC. Prag errang erneut die Meisterschaft des Deutschen Fußballverbandes in Der Tschechoslowakei.
Buntes Allerlei.
Oer erste fliegende Schornsteinfeger.
Es ist doch etwas Herrliches um Wetten, nament- lich bei 30 Grad im Schatten. Seltsame Ideen kom- men da ans Licht der Hochsommersonne. In London stolziert ein Unterhausmitglied mit der Herzogskrone auf der Glatze durch die Bondstreet. Um einer Wette willen. In Deutschland hatte ein junger Schornstein- fegergehilfe in Dessau am Stammtisch behauptet, daß er der erste fliegende Schornsteinfeger fein werde. Seine Freunde stritten dagegen und behaupteten, man würde ihn in das Flugzeug gar nicht einsteigen lassen, wenn er daherkommt ohne Strümpfe, nur mit Pantoffeln, im schwarzen ruhigen Anzug und Zylinder, das Eisen und den gerollten Besen über der Schulter. Das käme auf den Versuch an, meinte der junge Dachreiter, löste sich ein Flugbillett und begab sich auf den Flugplatz. Der Luftdienft ist ein der Allgemeinheit dienen- des Verkehrsmittel, jedem zugänglich. Die Beamten haben ihre Vorschriften. Darin steht nicht, daß der Flugreisende entsprechende Kleidung anzulegen hat und derjenige von der Beförderung ayszu- schließen ist, dessen Anzug den Vorschriften nicht entspricht. Das Flugzeug dient jedem, der es besonders eilig hat. Generaldirektoren benutzen es, um an wichtigen Konferenzen teilnehmen zu können, Aerzte, um einem Patienten zu helfen. Warum sollte das Flugzeug sich dem Schornsteinfeger versagen, der vielleicht dringend gerufen wurde, um eine verstopfte Esse zu fegen. Der Flugzeugführer hat ein A^nt und keine Meinung. Er hat das 21 m^ den Reifenden schnell und sicher ans Ziel zu bringen, seine Meinung, ob die Reise des einen wichtig, des anderen spleenia ist, muß er für sich behalten. DerSchom- fteinfeger flog und hatte seine Wette gewonnen. Die Leitung des Flugplatzes sowie die Presse wurden rechtzeitig über die Ankunft des schwarzen Gastes unterrichtet. Daher klappte alles. Der erste fliegende Schornsteinfeger wurde freundlich begrüßt, bestaunt und photographiert. Was fehlt ihm noch zu seinem Glück?
Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzlnsfuß 6 v. H.
Jranirut. u. jii.
Derhn
Schluß- htrd
Schluß! Abend- bSrfc
Schluß- kurs
Schlußk. Illtiag- börse
Datum
97.
11.7.
9.7.
117
6% Deutsche iHctdieanieihe d. 192'.
—
—
60,5
64,75
7% Deutsche Reichsanlethe 6.1929 5)'s% Doung-Anleihe von 1930 .
—
—
69
—
66,75
65
66
Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten.......
44,5
44.4
44.75
44.9
Desgl. ohne Auslos.-Rechle . . .
8% He>>. Kolli float von 1929 (rückzahlb. 102%)......
6.1
5,5
57
6,2
_
52
49
52
Cberheiien Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .......
37
37
Deutsche Komm. Sammdabl.
Sin leihe Serie 1.......
40.5
41
41
41,5
8% tfronff. Hnp.-Bank Goldpse
15 unkündbar bis 1935 ....
71
73
7% frranlf. Hnp.-Bank Goldpse. unkündbar 6US 1936 Serie 16 .
4!j% Krankt. Hyp.»Bank CiqiL- Pfandbriefe.........
79.65
79,75
4)■■% Rheinische Hyp.-Banl-Liau
Goldpse...........
80
81
8% Pr. LandeSpsandbriesanstali, Pfandbriefe R. 19......
67
69,5
67.5
68,5
7% Pr. Landeepsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10
67
4% Oesierreichlsche Goldrenie . .
_
10.13
4,20% Oeslerreichische Silberrente
_
1,1
1.15
_
4% Ungarische Goldrcnte ....
5.95
6,05
6,05
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
6.75
6,5
6,6
6,75
4';% bctgl. uon 1918.....
5,6
f>% abgeft. Goldmexikaner von 99
5
4,75
5,1
5
4‘.. Türkische Zollanleihe von 1911
3.4
3,4
3,45
3,4
4% Türkische Äagdadbahn-Anleihe l
4% 6eogl Serie 11.......
5% Rumün. vereint,. Rente v. 1903
4H%Rumün.verelnh.Rentev.l913
3,4 3 d
3,45
4.13
3,4
4,1
7.25
3,8
16
4,1
<% Rumänische vereint). Rente .
8)4% 1. Sinaioliet.......
3,8
3.9
16
3,8
16
Frankfun a.M.
Berlin
Schluß« fünf
Schlußt. Abcnd- bflrfc
Schluß« kurs
Schlußk. Dliilag» bärfc
Datum
9.7.
11.7.
9-7.
11.7.
Hamburg-Amerika Pate, . .
. L
14,25
14,25
13,5
pamburg-Südam. Tampsschif
. 0
Hansa Dampfschiff ....
. 0
—
—
—
Norddeutscher Lloyd ....
. 6
15,5
13,9
15,9
13,9
A.G. für Verkehrswesen Akt.
28
-
29,5
28,5
Berliner Handelsgesellschaft .
8
88
88,5
89
89
Commerz, und Pnvat-Bank. 7
16
16
16
Darmstädter und Nationalbank 8
18.25
18,25
18,5
18,5
Deutsche Bank und
DiSconto-Gesellschast. . .
6
30,5
30,75
30,5
30,75
Dresdner Bank......
6
18 25
18.25
18.5
18,5
Reichsbank........
12
128.25
127,4
129.5
128,5
A.E.G...........
. 7
26
26
26.5
26,5
Bergmann........
. 9
Sicht. LieserungSgesellschasi.
10
——
_
65
63.5
Licht und Straft......
10
77
75
75.5
75
Felten & Guilleaume....
6';-
40,5
42.5
41
Gesellschaft für Elektrische
Unternehmungen ....
9
60.5
59
60,9
59,75
Rheinische Elcktüzllüt . . .
. 9
69
Schuckert & Co..... ,
11
64.25
—
63.75
63.75
Siemens 8 Halske . . . . .
14
123
-
123,5
121,75
Lahmeyer L Lo.. .....
12
80,75
79
79
78
Buderus........
. 4
28,75
27.75
28
27,75
Deutsche ErdSI......
. 6
69,75
69,9
68
Gelsenkirchener......
. 8
33,5
32
33,5
33,5
Harvener.........
. 0
53
50.5
52 65
50,25
Hoesch Eisen........
. 6
28
27.75
Ilse Bergbau .......
Klöcknerwerke.......
10
. 6
24,75
_
129
25
129,5
25,4
Köln-Neuessen.......
• K
—
ManneSmann-Röhre« . . .
. 6
41
—
41,13
40.13
ManSselder Bergbau ....
. 0
14
—
13,13
Oberschlei. Kokswerke . . .
. 8
—
34
33.65
Phönix Bergbau . ....
4Vr
—
17
16.75
17,5
Rheinische Braunkohlen. . .
10
174
174
173,5
Rheinstahl ........
. c
—
49,5
49,4
Jramiuri a. M.
Derlin
Schluß» kurs
Schlußk. Abend- börse
Schluß- furt
Schlußk
Mittag« bSrse
Datum
9.7.
11.7.
9.7.
11.7.
Rtebeck Montan......
7,2
—
—
_
—
Bereinigte Stahlwerke . . .
. <
14.9
—
14,65
14,5
Otavi Minen......1
6'/,
10
—
—
10
Kaliwerke Aschersleben . . .
IC
95.5
94
97
93,5
Kaliwerke Westeregeln . . .
IC
105,5
104
107
104
Kaliwerke Salzdetfurth . . .
16
162,5
165
162.5
I. ®. Färben-Industrie . . .
12
93,75
91
94
91,4
Beretn. chem. Industrie Frank-
fort a. M.........
—
—
—
—
Scheideanstalt..... .
10
136
136
—
—
Goldschmidt........
. O
17,75
18
18,65
19
RütgerSwerke ......
. 6
33.5
32
33
32,25
Metällgesellschaft......
. 6
26.5
25,5
25
25,65
Philipp Holzmann . . . . . Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . .
. 8
_
35,5
35
. 7
38.5
_
. 7
—
—
Waytz & Freytag.....
. 0
3,25
—
—
—
Schultheis Patzenhofer . . . Akn (Allgemeine Shmflfeibe)
15
_
_
59
58
O
34
345
34,5
34.75
Bemberg.........
O
33.5
31,5
32,25
30.4
Zellstoff Waldhof.....
12
29,5
30,5
30,5
Zellstoff Aschaffenburg . . .
6
—
23
25
Dessauer Gas.......
. 9
—
—
90
82,25
Daimler Motoren.....
. O
12.75
12,25
12,25
12,75
Deutsche Linoleum ....
. 6
33,25
33
33.9
34
Orenstein & Koppel ....
. O
24.5
24,9
Leonhard Tietz......
. 8
55
—
57.5
56,13
SvenSka.........
15
—
—
—
Cbade..........
182
—
180
178,5
Frankfurter Maschinen . . .
. O
_
_
Gripner.........
. O
17
__
19,25
20
Mainkraftwerke Höchst a. M..
. 6
51
—
Süddeutscher Zucker ....
10
104
—
—
—
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl.
9 Juli
11.3nfi
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
1. Ärief
Geld
Ariel
Helslngsor« .
6.354
6.366
6.364
6.376
Wien. . . .
51,91
52,05
51 .95
52.05
Prag . . .
12.465
12.485
12.465
12,485
Budapest . .
—
—
—
—-
Sofia . . .
3.057
3.063
3 057
3,063
Holland . .
170,13
170,47
170,08
170,42
OSlo. . . .
Kopenhagen.
74.38
74,52
74,33
74,47
81.62
81 78
81.37
81,53
Stockholm .
77,07
77.23
76.97
77,13
London. . .
15.06
15.10
15.02
15 06
Buenos Aires
0,938
0.942
0.938
0.942
Neunork . .
4.209
4,217
4,209
4,217
örftlicl . . .
58,50
58,62
58,47
58,59
Italien. . .
21 .48
21.52
21.46
21,50
Pari« . . .
16.525
16.565
16,525
16.565
Schweiz . .
82,02
82,18
81 ,98
82.14
Spanien . .
34.12
34,18
34.07
34,14
Danzig. . .
82.20
82.36
82.17
82,32
Japan . . . Rio de Jan..
1 .139
1 141
1,139
1,141
0,325
0.327
0.325
0,327
Jugoslawien.
Lissabon . .
6.693
6,707
6 693
6,707
13.71
13.73
13.69
13,71
Bantnoten.
Berlin, 11. Juli
Geld
Ärles
Amerikanische Noten.......
4.20
4 22
Belgische Noten.........
58,31
58,55
Dänische Noten.........
81,19
81.51
Englische Noten.........
14.98
15.04
Französische Noten........
16 485
16 545
Holländische Noten........
169,71
170.39
Italienische Noten........
21 .43
21,51
Norwegische Noten........
74,15
74,45
Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling
—
Rumänische Noten........
2.49
2,51
Schwedische Noten........
76.80
77,10
Schweizer Noten.........
81,80
82,12
Spanische Noten.........
33,93
34,07


