Ausgabe 
12.7.1932 Frühausgabe
 
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Wirtschaft.

Oer gesunde Kern im Bausparwesen.

Es kann einem guten Gedanken nichts Schlim­meres passieren, als das; er in einer Zeit zur Ver­wirklichung gelangt. in der das Krisengespenst um­hergeht und sucht, was es zerstören könnte. Der Vauspargedanke, der in England so se­gensreiche soziale Werke geschaffen hat, droht in Deutschland diskreditiert zu werden, teils, weil er in falscher, oft in höchst leichtsinniger Weise in Anwendung gebracht worden ist, teils weil die Zeitvcrhältuisfe für seine Durchführung sehr un­günstig waren. Aber das alles beweist doch nur. dah man Fehler begangen hat, nicht dah der G r u n d g c d a n k e s e l b st abwegig oder un­durchführbar ist.

Die Grundidee des Vausparwescns besteht be­kanntlich darin, das) ein Kollektiv von Sparern die Gelder zur Beschaffung von Eigenheimen ge­meinsam zusammenspart, und das) der Bau der Eigenheime allmählich, je nach dem Fortschreiten der Spartätigkeit erfolgt. Dabei läßt es sich wohl nicht vermeiden, dah die später Eintretenden zu­nächst für die zuerst Gekommenen mitsparen. Sie werden dadurch entschädigt,, dah später wieder andere kommen, deren Spargelder dann ihnen zu­gute kommen. Wie aber, wenn nun plötzlich der Zustrom neuer 'Bausparer ausbleibt und dadurch das ganze Sporsystem mehr und mehr lahmgelegt wird. Wenn schließlich auch die alten Mitglieder der Bausparkassen und selbst diejenigen, die be­reits Eigenheime zugeteilt erhalten haben, ihren Verpflichtungen infolge der Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage nicht mehr nachkommen kön­nen und mit ihren Einzahlungen im Rückstände bleiben? Das aber ist die Lage, in die das junge deutsche Bausparwesen teils mit, teils ohne Ver­schulden hineingeraten ist. Vicht etwa nur die Bau­sparkassen, sondern das ganze Sparwesen durchlebt gegenwärtig eine schwere Krise , die teils auf die Erschütterung des Vertrauens, teils auf das Sinken aller Einkommen zurückzuführen ist. Die alten, wohlfundierten öffentlichen Spar­kassen wissen von den Auswirkungen dieser Krise ein Lied zu singen. Hin wieviel härter mußten sie die junge, eben erst in der Entwicklung begrif­fene deutsche Dausparkassenbewegung treffen.

Tatsächlich sind bis jetzt etwa 93 Prozent aller Bausparkassen der Krise zum Opfer gefallen, und auch die übriggcbliebenen haben infolge des Rück­gangs der Einzahlungen und des Ausbleibens neuen Mitgliedcrzuzugs mit großen Schwierig­keiten zu kämpfen. Trotzdem wird man fest stellen müssen, dah cs sich hier um einen Auslcseprozch handelt, der die faulen und schwachen Gebilde in Massen dahinrafft, die wenigen starken aber in ihrem Lebensnerv nicht treffen wird. Das Ein­greifen des Staates, der die Bausparkassen dem Reichsaufsichtsamt für Privatversichcrung unter­stellte. hat zwar die Zahl der zusammengcbrochc- nen 'Bausparkassen verinehrt und die Katastrophe beschleunigt, aber auch eine neue Vertrauensbasis für die gesunden und lebenskräftigen Kassen ge­schaffen. Man kann daher heute feststellen, daß der intakt gebliebene Kern des deutschen Dauspar- wqscns die Krise überstehen wird.

Allerdings läßt sich nicht verschweigen, daß der Zusammenbruch so vieler Bausparkassen und die Liquidierung von ein paar hunderttausend Bau­sparverträgen in den Reihen der Gesamtheit der Dausparer große Beunruhigung hcrvorgerufcn und dadurch auch die lebensfähig gebliebenen Kassen geschädigt haben. Auch diese haben daher das allergrößte Interesse daran, daß zwar nicht die zusammengebrochcncn Bausparkassen, wohl aber die von ihnen abgeschlossenen Bauspar­verträge in irgendeiner Weise saniert und dadurch in Wirksamkeit erhalten werden. Man müßte zu diesem Zweck die Dausparer der aufgelösten Kassen in die gesunden überführen, natürlich unter entsprechender Acnderung unerfüllbar ge­wordener Verträge. Sicherlich würden die meisten Bausparer hierdurch, wenn auch unter größeren Opfern und in längerer Zeit, dennoch das Ziel ihres Bausparvertrags, nämlich die Gründung des eigenen Heims erreichen. Dem Bauspar­gedanken würden hierdurch Zehntausend« erhalten werden können, die ihm andernfalls, wenn ihre Bausparverträge jetzt gegenstandslos werden, für immer verloren gehen werden. Gelingt es da­gegen. diese Bausparer unter Sanierung ihrer Verträge den anderen Bausparkassen zuzuführen, so kann sich die Konzentration des Bauspar­wesens sogar als sehr nützlich erweisen. Das Reichsaufsichtsamt sollte sich nicht länger darauf beschränken, den Abbau des Bausparwesens zu beschleunigen, sondern auch an seinem Wie­deraufbau positiv mitarbeiten, damit seine gesunden Bestandteile über die gegenwärtige Katastrophe in bessere Zeiten hinübergerettet werden können. Denn dieser Gedanke hat trotz

seiner Vicderlage auch in Deutschland noch eine Zukunft.

*

'DieIndexzifferderGrohhandels- preise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 6. Juli berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 95,9 gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 92,5 (plus 0,5 Prozent), Kolonial­waren 84,9 (plus 0,1 Prozent), industrielle Roh­stoffe und Halbwaren 86,7 (minus 0,2 Prozent), industrielle Fertigwaren 117,0 (minus 0,2 Prozent). Der Großhandelsindex für Produktionsmittel stellt sich auf 118,1 (minus 0,1 Prozent), der für Konsumgüter auf 116,2 (minus 0,2 Prozent).

D i e Hessische Landcshypotheken- bank, D a r m st a d t. schließt ihr Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 0,19 (0,22) Mill. Mk. ab. Davon werden 0,06 (0,08) für Rückstellungen ver­wandt, 0,08 (0,08) werden als Dividende von 5 Prozent ausgeschüttet und 0,05 (0,05) vorge­tragen.

* Besprechungen zwischen Junkers und Henschel in Kassel. Professor Junkers stattete mit einigen Herren der Dessauer Unterneh­mungen den Henschel-Werken einen Besuch ob. Bei diesem Besuch handelte es sich um eine persönliche Fühlungnahme und um eine Aussprache über prin- zipieUe Fragen. Die Verhandlungen über ein etwaiges Zusammengehen von Henschel und Junkers anläßlich der Reorganisation der Junkers-Betriebe befinden sich noch im ersten Stadium, so daß über deren Ausgang noch nichts mitgeteilt werden könne.

1900 (Liga) Universität

Am Samstagabend war den Gießener Stu­denten gegen die Liga des VfB. kein Sieg be- schieden. Einen Sieg ihrerseits hatte man wohl auch kaum erwartet. Immerhin fiel die Vicder- lage mit 7:3 etwas hoch aus. Am morgigen Mittwoch treten nun die Studenten gegen die Liga der Spielvereinigung 1900 an. Auch hier dürste der Hniversitätsmannschaft kaum ein Sieg beschieden sein, denn in technischer Hinsicht sind die Blauweißen den Studenten bedeutend über­legen. Ein Ausgleich zu diesem Plus der 1900er könnte bestenfalls erhöhter Eifer sein. Das Er­gebnis gegen die Mannschaft der 1900er dürfte den tatsächlichen Kraftverhältnissen nach nicht viel anders lauten, als das Ergebnis des Sams­tags.

Oie Ergebnffie der Zrauen-Bezirksmeisterschasten.

Frauen.

100 Meter: 1. Hadler, Hessen-Preußen, Kassel, 12,9: 2. Hablitz, 1900, 14,6; 3. Vickel. 1900, 15.0.

200 Meter: 1. Hadler , H.-Pr., 27,1; 2. Crede, H.-Pr., 29,9; 3. Hublitz, 1900 (gestürzt).

8 0 0 Meter: 1. ©tret), H.-Pr., 2,42; 2. Etzel­müller, 1900, 2,46.

Kugelstoßen: 1. E. Wolf, H.-Pr., 8,29; 2. Luh. 1900, 8,18; 3. Loschen, H.-Pr., 7,30 Met.

Weitsprung: 1. Hadler, H.-Pr., 4,72; 2. Leschen. H.-Pr., 4,37; 3. Streß, H.-Pr., 4,26 Met.

Diskuswerfen: 1. E. Wolf, H.-P., 25,66; 2. Luh. 1900, 23,93; 3. Vickel, 1900, 22,28.

Hochsprung: 1. Leschin, H.-Pr., 1,30; 2. E. Richtberg. 1900, 1,25; 3. Wegfarth. H.-Pr., 1,25 Meter, durch Stechen entschieden.

Speerwerfen: 1. Schilling, H.-Pr, 25,70; 2. Loschen, H.°Pr., 21,04; 3. Vickel, 1900, 19,65 Meter.

4 X 100 - Meter - Staffel: 1. Hessen- Preußen, Kassel I., 55,2; 2. H.-Pr. 11. 57,6; 3. 1900 Gießen i. 59,5; 4. 1900 Gießen II 60.

Mädchen Klasse A (Jahrgang 1915/1916).

Dreikampf: 1. Wegfahrt, H.-Pr., 79; 2. Lösch 1900 59; 3. Guth 1900 44; 4. Döckenhauer, H -Pr., 44 Punkte.

4x100 -Meter-Staffel: Hessen-Preu­ßen, Kassel, 1900 Gießen 59,9. Totes Rennen.

100 Meter: 1. Guth, 1900, 15,1; 2. Lösch, 1900, 15,6 ; 3. Leinlos, H.-Pr., 16,2.

Mädchenklasse B (1917/1918).

Dreikampf: 1. Göbel, H.-Pr., 81; 2. Lip­pert, 1900, 66; 3. Wilhelm, H.-Pr., 59; 4. Stic- gel, H.°Pr.. 49 Punkto.

100 Meter: 1. Göbel, H.-Pr., 14,8; 2. Lip­pert, 1900, 15,1; 3. Ruppel, H.-Pr., 15,1.

4 X 1 0 0 - Meter - Staffel: 1. Hessen- Preußen, Kassel, 58,1; 2. 1900 Gießen 60.

Allen bisher erschienenen anderslautenden Mittei­lungen stehen sowohl die Junkers-Werke, als auch die Henschel-Werke fern. Die Aussprache hat ergeben, daß eine beschleunigte Weiterführung der Verhand­lungen beiderseits als zweckmäßig erachtet wird. Für weitere Aussprachen u. a. über gemeinsam inter­essierende technische Fragen, ist ein Gegenbesuch in Dessau in Aussicht genommen.

frankfurter Abendbörse sehr still.

Frankfurt a. M., 11. Juli. Das Fehlen jeg­licher Anregungen ließ die Abendbörse in äußerst st i l l e r Haltung verkehren. Nach wie vor wird der Ordermangel als sehr geschäftshemmend emp- sunden, wozu noch die starke Zurückhaltung der Kulisse im Hinblick auf die innerpolitischen Ver­hältnisse beiträgt. Boi sehr geringen Umsätzen er­öffneten I. G. Farben und Reichsbank gegen den Berliner Schluß bis zu 0,75 v. H. niedriger. Im übrigen waren die Kurse knapp behauptet. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, doch zeigten die Kurse keine Veränderungen, mit Ausnahme von Reichsbank, die weiter abbröckelten. Am Ren - tenmarkt eröffneten Reubesitzanleihe gut be­hauptet, gingen aber später um 0,30 v. H. zurück. Goldpfandbriefe waren weiter gesucht und noch­mals 0,25 v. H. höher. Reichsschuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten blieben mit 5757,25 v. H. behauptet. Altbesitz 44,38, Neubesjtz 5,805,50, Schutzgebietsanleche 3 v. H., 6proz. Franks. Hyp. Bank Gold Reihe 115, 73, 54proz. do. Liquida­tion 79,9, 6proz. Rhein. Hyp. Bank Gold Reihe 2630, 72,75, Reichsbank 127,75127,39, Gelsen- kirchen 32, Westeregeln 104, Phönix 17, AEG. 26, Schebdeanstalt 136, I. G. Farben 91, Gesfürel 59, Lahmeyer 79, Zellstoff Waldhof 30,5, Nordd. Lloyd 13,90.

Mädchenklasse C (1919 und jünger).

Dreikampf: 1. Diehl, 1900, 97; 2. Gagel- mann, H.-Pr., 89; 3. Hentze, H.-Pr., 88; 4. Hage- mann, H.-Pr., 86 Punkte.

7 5 Meter: 1. Hagemann, H.-Pr., 11,5; 2. Diehl, 1900, 11,6; 3. Mehlis, H.-Pr., 12.

4 X 75 - Meter - Staffel: 1. H.-Pr., Kassel, 31,5; 2. 1900 Gießen, 32.

Dreikampf: 1. Schilling, H.-Pr., 121; 2. Leschen, H.-Pr., 103; 3. Luh, 1900, 62 Punkte.

Die Ausreise unserer Olympiakämpfer.

Telegramm von Bord derEuropa".

Bei strahlendem Sonnenschein und wohl be­hütet von Commodore Johnson haben die Olhmpia- fahrer am Sonntag ihre Reise nach Los Angeles angetreten. 105 Deutsche, 11 Oesterreicher, 11 Tschechen und 2 Letten machen die Lleberfahrt nach Amerika mit. Roch ist der Abschied in aller Erinnerung. Gleich nach dem Einbooten wurde die Feier mit Ansprachen von Exzellenz Dr. Le- wald, Commodore Johnson und Geheimrat Albert vom Lloyd eröffnet. Eine riesige Menschenmenge hatte sich am Pier eingefundcn. Unter den An­wesenden bemerkte man den früheren deutschen Kronprinzen, der am Sonntagfrüh eingetroffen war, um dem Abschied beizuwohnen. Rachdem sich das Schiff schon in Bewegung gesetzt hatte und die offene See erreicht hatte, machte man es sich in den geräumigen Kabinen bequem. So mancher hatte mit Bangen auf die ersten Anzeichen der Seekrankheit gewartet, aber bei ruhiger See bewegte sich dieEuropa" kaum, man fühlte sich wie zu Hause und gab sich mit wonnigen Gefühlen der frischen Seeluft hin. In Southampton gibt es dann eine zweite Be­grüßung, wenn die Ruderer des Berliner RC., die in der Vorwoche einen Abstecher nach Henley machten, dort zusteigen.

Bei der Abfahrt der ..Europa" hatten sich am Pier Tausende von Zuschauern eingefunden, die dem Schiff begeistert zuwinkten und sich auch noch nicht beruhigten, als das Schiff längst den Augen entschwunden war.

OieBerlinerirudereraufder^Europa^

Die deutsche Olympia-Expedition ist jetzt vollstän­dig. In Southampton stiegen als letzte Deutsche die Berliner Ruderer Buhtz, Bötzelen, Sprem- berg, Hoeck, Meyer und Eller mit ihrem Trainer Sullivan an Bord des Olympiadamp­fers.

Europa-Schlußrunde im Daviscup.

Deutschland Italien.

Vach dem Sieg gegen England trifft Deutsch­land in der Schlußrunde der Curopazone im Daviscup vorn 15. bis 17. Juli auf Italien.

SJi.-^pont

Die deutsche Mannschaft spielt mit Prenn, b. ©ramm, 2 aenecke und Frenz. Von den beiden letzteren kommt Iaenecke als Ersah für die Einzelspiele in Betracht, während Frenz im Votfall im Doppel einspringen soll. Italien hat de Stefani, Palmieri, del Dono und Sertorio nominiert.

Kreß nicht mehr bei Rot-Weiß.

Der internationale Torhüter Willi Kreß hat seinen schon längst beabsichtigten Austritt beim SC. Rot-Weiß jetzt nun endgültig vollzogen. Wohin Kreß gehen wird, ist zur Zeit noch unbekannt. Man ver­mutet, daß Kreß einem Klub in Dresden oder Ber­lin beitreten wird. Bei einem anderen Frankfurter Klub als Rot-Weiß dürfte Kreß nicht bleiben, da diese Vereine wohl kaum durch eine Uebernahme von Kreß das gute Einvernehmen mit Rot-Weiß beeinträchtigen wollen.

Oie vierte Etappe derTour".

Die Tour de France wurde am Montag nach einem Ruhetag in Bordeaux mit der Etappe Bor­deauxPau, die über 206 Kilometer führte, fortge­setzt. Nach anfangs ruhiger Fahrt glückte dem Bel­gier Ronße zusammen mit dem französischen Tou­risten Le Drogo ein Ausreißversuch.. Beide dehnten ihren Vorsprung auf eine Minute aus und erreich­ten in 6:23:20 das Etappenziel. Im Endspurt siegte der Belgier in vier Längen vor Le Drogo. Die Deutschen Stöpel, Thierbach, Geyer, Um- benhauer und die Touristen Hermann Müller und Olböter wurden mit weiteren 40 Fahrern auf den 12. Platz gesetzt. In der Einzelwertung führt der Franzose L e d u c q weiterhin vor dem Deut­schen Stöpel.

Kurze Sportnotizen.

Ivckeh Rastenberger wurde vom Stall Graditz als Stalljockeh fest verpflichtet. Damit wird eine alte erfolgreiche Verbindung wieder neu aus­genommen.

Dr. B a r a n a h, der ungarische Meisterschwim­mer, schlug in Veuyork über 100°Meter-Crawl die bekannten Amerikaner Kojacs und Spence.

Einen Riesen - Fußballskandal gab es auch beim Rückspiel zwischen Juventus Turin und Slavia Prag am Sonntag in Turin. Bereits während ihres ganzen Aufenthaltes mußten sich die Tschechen unter polizeilichen Schutz begeben. In der zweiten Halbzeit des Spieles wurde der Slavia-Torwart Planicha von einem Steinwurf getroffen, worauf das Spiel abgebrochen wurde.

*

Der D FC. Prag errang erneut die Meister­schaft des Deutschen Fußballverbandes in Der Tschechoslowakei.

Buntes Allerlei.

Oer erste fliegende Schornsteinfeger.

Es ist doch etwas Herrliches um Wetten, nament- lich bei 30 Grad im Schatten. Seltsame Ideen kom- men da ans Licht der Hochsommersonne. In London stolziert ein Unterhausmitglied mit der Herzogskrone auf der Glatze durch die Bondstreet. Um einer Wette willen. In Deutschland hatte ein junger Schornstein- fegergehilfe in Dessau am Stammtisch behauptet, daß er der erste fliegende Schornsteinfeger fein werde. Seine Freunde stritten dagegen und be­haupteten, man würde ihn in das Flugzeug gar nicht einsteigen lassen, wenn er daherkommt ohne Strümpfe, nur mit Pantoffeln, im schwarzen ruhigen Anzug und Zylinder, das Eisen und den gerollten Besen über der Schulter. Das käme auf den Versuch an, meinte der junge Dachreiter, löste sich ein Flugbillett und begab sich auf den Flug­platz. Der Luftdienft ist ein der Allgemeinheit dienen- des Verkehrsmittel, jedem zugänglich. Die Be­amten haben ihre Vorschriften. Darin steht nicht, daß der Flugreisende entsprechende Kleidung anzulegen hat und derjenige von der Beförderung ayszu- schließen ist, dessen Anzug den Vorschriften nicht ent­spricht. Das Flugzeug dient jedem, der es besonders eilig hat. Generaldirektoren benutzen es, um an wich­tigen Konferenzen teilnehmen zu können, Aerzte, um einem Patienten zu helfen. Warum sollte das Flugzeug sich dem Schornsteinfeger versagen, der vielleicht dringend gerufen wurde, um eine verstopfte Esse zu fegen. Der Flugzeugführer hat ein A^nt und keine Meinung. Er hat das 21 m^ den Reifenden schnell und sicher ans Ziel zu bringen, seine Mei­nung, ob die Reise des einen wichtig, des anderen spleenia ist, muß er für sich behalten. DerSchom- fteinfeger flog und hatte seine Wette gewonnen. Die Leitung des Flugplatzes sowie die Presse wurden rechtzeitig über die Ankunft des schwarzen Gastes unterrichtet. Daher klappte alles. Der erste fliegende Schornsteinfeger wurde freundlich begrüßt, bestaunt und photographiert. Was fehlt ihm noch zu seinem Glück?

Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzlnsfuß 6 v. H.

Jranirut. u. jii.

Derhn

Schluß- htrd

Schluß! Abend- bSrfc

Schluß- kurs

Schlußk. Illtiag- börse

Datum

97.

11.7.

9.7.

117

6% Deutsche iHctdieanieihe d. 192'.

60,5

64,75

7% Deutsche Reichsanlethe 6.1929 5)'s% Doung-Anleihe von 1930 .

69

66,75

65

66

Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten.......

44,5

44.4

44.75

44.9

Desgl. ohne Auslos.-Rechle . . .

8% He>>. Kolli float von 1929 (rückzahlb. 102%)......

6.1

5,5

57

6,2

_

52

49

52

Cberheiien Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .......

37

37

Deutsche Komm. Sammdabl.

Sin leihe Serie 1.......

40.5

41

41

41,5

8% tfronff. Hnp.-Bank Goldpse

15 unkündbar bis 1935 ....

71

73

7% frranlf. Hnp.-Bank Goldpse. unkündbar 6US 1936 Serie 16 .

4!j% Krankt. Hyp.»Bank CiqiL- Pfandbriefe.........

79.65

79,75

4)% Rheinische Hyp.-Banl-Liau

Goldpse...........

80

81

8% Pr. LandeSpsandbriesanstali, Pfandbriefe R. 19......

67

69,5

67.5

68,5

7% Pr. Landeepsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10

67

4% Oesierreichlsche Goldrenie . .

_

10.13

4,20% Oeslerreichische Silberrente

_

1,1

1.15

_

4% Ungarische Goldrcnte ....

5.95

6,05

6,05

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

6.75

6,5

6,6

6,75

4';% bctgl. uon 1918.....

5,6

f>% abgeft. Goldmexikaner von 99

5

4,75

5,1

5

4.. Türkische Zollanleihe von 1911

3.4

3,4

3,45

3,4

4% Türkische Äagdadbahn-Anleihe l

4% 6eogl Serie 11.......

5% Rumün. vereint,. Rente v. 1903

4H%Rumün.verelnh.Rentev.l913

3,4 3 d

3,45

4.13

3,4

4,1

7.25

3,8

16

4,1

<% Rumänische vereint). Rente .

8)4% 1. Sinaioliet.......

3,8

3.9

16

3,8

16

Frankfun a.M.

Berlin

Schluß« fünf

Schlußt. Abcnd- bflrfc

Schluß« kurs

Schlußk. Dliilag» bärfc

Datum

9.7.

11.7.

9-7.

11.7.

Hamburg-Amerika Pate, . .

. L

14,25

14,25

13,5

pamburg-Südam. Tampsschif

. 0

Hansa Dampfschiff ....

. 0

Norddeutscher Lloyd ....

. 6

15,5

13,9

15,9

13,9

A.G. für Verkehrswesen Akt.

28

-

29,5

28,5

Berliner Handelsgesellschaft .

8

88

88,5

89

89

Commerz, und Pnvat-Bank. 7

16

16

16

Darmstädter und Nationalbank 8

18.25

18,25

18,5

18,5

Deutsche Bank und

DiSconto-Gesellschast. . .

6

30,5

30,75

30,5

30,75

Dresdner Bank......

6

18 25

18.25

18.5

18,5

Reichsbank........

12

128.25

127,4

129.5

128,5

A.E.G...........

. 7

26

26

26.5

26,5

Bergmann........

. 9

Sicht. LieserungSgesellschasi.

10

_

65

63.5

Licht und Straft......

10

77

75

75.5

75

Felten & Guilleaume....

6';-

40,5

42.5

41

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen ....

9

60.5

59

60,9

59,75

Rheinische Elcktüzllüt . . .

. 9

69

Schuckert & Co..... ,

11

64.25

63.75

63.75

Siemens 8 Halske . . . . .

14

123

-

123,5

121,75

Lahmeyer L Lo.. .....

12

80,75

79

79

78

Buderus........

. 4

28,75

27.75

28

27,75

Deutsche ErdSI......

. 6

69,75

69,9

68

Gelsenkirchener......

. 8

33,5

32

33,5

33,5

Harvener.........

. 0

53

50.5

52 65

50,25

Hoesch Eisen........

. 6

28

27.75

Ilse Bergbau .......

Klöcknerwerke.......

10

. 6

24,75

_

129

25

129,5

25,4

Köln-Neuessen.......

K

ManneSmann-Röhre« . . .

. 6

41

41,13

40.13

ManSselder Bergbau ....

. 0

14

13,13

Oberschlei. Kokswerke . . .

. 8

34

33.65

Phönix Bergbau . ....

4Vr

17

16.75

17,5

Rheinische Braunkohlen. . .

10

174

174

173,5

Rheinstahl ........

. c

49,5

49,4

Jramiuri a. M.

Derlin

Schluß» kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß- furt

Schlußk

Mittag« bSrse

Datum

9.7.

11.7.

9.7.

11.7.

Rtebeck Montan......

7,2

_

Bereinigte Stahlwerke . . .

. <

14.9

14,65

14,5

Otavi Minen......1

6'/,

10

10

Kaliwerke Aschersleben . . .

IC

95.5

94

97

93,5

Kaliwerke Westeregeln . . .

IC

105,5

104

107

104

Kaliwerke Salzdetfurth . . .

16

162,5

165

162.5

I. ®. Färben-Industrie . . .

12

93,75

91

94

91,4

Beretn. chem. Industrie Frank-

fort a. M.........

Scheideanstalt..... .

10

136

136

Goldschmidt........

. O

17,75

18

18,65

19

RütgerSwerke ......

. 6

33.5

32

33

32,25

Metällgesellschaft......

. 6

26.5

25,5

25

25,65

Philipp Holzmann . . . . . Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . .

. 8

_

35,5

35

. 7

38.5

_

. 7

Waytz & Freytag.....

. 0

3,25

Schultheis Patzenhofer . . . Akn (Allgemeine Shmflfeibe)

15

_

_

59

58

O

34

345

34,5

34.75

Bemberg.........

O

33.5

31,5

32,25

30.4

Zellstoff Waldhof.....

12

29,5

30,5

30,5

Zellstoff Aschaffenburg . . .

6

23

25

Dessauer Gas.......

. 9

90

82,25

Daimler Motoren.....

. O

12.75

12,25

12,25

12,75

Deutsche Linoleum ....

. 6

33,25

33

33.9

34

Orenstein & Koppel ....

. O

24.5

24,9

Leonhard Tietz......

. 8

55

57.5

56,13

SvenSka.........

15

Cbade..........

182

180

178,5

Frankfurter Maschinen . . .

. O

_

_

Gripner.........

. O

17

__

19,25

20

Mainkraftwerke Höchst a. M..

. 6

51

Süddeutscher Zucker ....

10

104

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. Bl.

9 Juli

11.3nfi

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

1. Ärief

Geld

Ariel

Helslngsor« .

6.354

6.366

6.364

6.376

Wien. . . .

51,91

52,05

51 .95

52.05

Prag . . .

12.465

12.485

12.465

12,485

Budapest . .

-

Sofia . . .

3.057

3.063

3 057

3,063

Holland . .

170,13

170,47

170,08

170,42

OSlo. . . .

Kopenhagen.

74.38

74,52

74,33

74,47

81.62

81 78

81.37

81,53

Stockholm .

77,07

77.23

76.97

77,13

London. . .

15.06

15.10

15.02

15 06

Buenos Aires

0,938

0.942

0.938

0.942

Neunork . .

4.209

4,217

4,209

4,217

örftlicl . . .

58,50

58,62

58,47

58,59

Italien. . .

21 .48

21.52

21.46

21,50

Pari« . . .

16.525

16.565

16,525

16.565

Schweiz . .

82,02

82,18

81 ,98

82.14

Spanien . .

34.12

34,18

34.07

34,14

Danzig. . .

82.20

82.36

82.17

82,32

Japan . . . Rio de Jan..

1 .139

1 141

1,139

1,141

0,325

0.327

0.325

0,327

Jugoslawien.

Lissabon . .

6.693

6,707

6 693

6,707

13.71

13.73

13.69

13,71

Bantnoten.

Berlin, 11. Juli

Geld

Ärles

Amerikanische Noten.......

4.20

4 22

Belgische Noten.........

58,31

58,55

Dänische Noten.........

81,19

81.51

Englische Noten.........

14.98

15.04

Französische Noten........

16 485

16 545

Holländische Noten........

169,71

170.39

Italienische Noten........

21 .43

21,51

Norwegische Noten........

74,15

74,45

Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling

Rumänische Noten........

2.49

2,51

Schwedische Noten........

76.80

77,10

Schweizer Noten.........

81,80

82,12

Spanische Noten.........

33,93

34,07