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kanntenkreiscn alsguter Zinanzberaler". Lr hat sich schriftstellerisch betätigt und hatte u. a. vor dem Kriege auch ein Drama versaht. Aus Lieb- haberei soll er auch für englische Zeitungen Feuil­letons versaht haben. Als seine Anschrift gab er bei seiner Vernehmung die Düsseldorfer Strafte 57 an, wo sein Sekretär, ein Hypothekenmakler namens IDaltet Hein, wohnt. Werner Kertscher, der den Schuh abgab, ist Nationalökonom und Mitarbeiter von Dr. Rosen. Er hat seinen Wohnsitz in Kosti; in Thüringen, veide haben eine Zeit lang der N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch en Deutschen Arbeiterpartei angehört, sind aber vor kurzer Zeit wegen politischer Meinungsverschieden­heiten aus der Partei ausgeschieden.

Was ist die Schwundgeld"-Theorie?

Die möglichen Hintergründe desAnschlagcs.

Berlin, 9. April. (CRB.) Gleich bei den ersten Dernehrnungen wurde bekannt, baft die beiden Täter, die den Anschlag aus Reichsbank- Präsident Dr. Luther verübt haben, Anhänger der sogenannten Schwundgeldtheorie sind, und in ihrem fanatischen Glauben an diese Lehre denWahrer der deutschenWährungs- Politik beseitigen zu müssen glaubten.

Die Schwundgeldtheorie geht auf den ver­storbenen volkswirtschaftlichen Schriftsteller Silvio Gesell zurück, der seinerzeit in der Mün­chener Räterepublik viel von sich reden gemacht hat. Er war damalsDolksbeauftragter des Finanzwesens", vertrat jedoch gegenüber dem Kommunismus den Standpunkt der von ihm' ge'chafsenenFreiwirtschasts-Theorie". Dieses System das nebenbei in Fachkreisen nicht ernst genommen wird will eine Art Agrarreform durchführest, um so durch Be­seitigung des P r i v a t b e s i tz e s an Grund und Boden bei Aufrechterhaltung des bäuerlichen Privatbetriebes zur Abschaf­fung der Grundrente zu gelangen. Ver­knüpft damit ist die sogenannte Freigeld-Theorie, eine Inflationistische Lehre, die zum Ziele die Beseitigung des Zinses durch allmähliche Entwertung der im Um­lauf befindlichen Banknoten hat. Da­mit soll die alte utopisch-sozialistische Forderung nach demRecht auf den vollen Ar­beitsertrag" durchgeführt werden können. Silvio Gesell selbst hatte sich nach dem Sturz der Münchener Räteregierung wegen Bei­hilfe zum Hochverrat zu verantworten. Er wurde freigesprochen.

Or. Luther in Basel.

Basel, 10. April. (WTB.) Reichsbankpräsi- deut Dr. Luther wurde bei seinem Eintreffen in Basel zu dem miftglückten Attentat b eglück- wünscht. Er zeigte sich außerordentlich auf­geräumt und hat die Fahrt gut überstanden. Dr Luther begab sich gleich nach der Ankunft in Basel zu einen Arzt, um die Wunde neu verbinden au lassen, worauf er fnit den Herren seiner Begleitung nach dem benachbarten Lör­rach zur Wahl gefahren ist.

Der Reichspräsident hat an den ReichS- bankpräsidcnten folgendes Telegramm gerichtet: Ich beglückwünsche Sie herzlich st, daß Sie dem verabscheuungswürdigen Anschläge heil entronnen sind. Freundlichen Gruft (gez.)

Zweieinhalb Jahre Festung gegen Scheringer beantragt.

L e i p z i g , 9. April. (WTB.) Im Hochverrats- Prozeß gegen den Rcichswehrleutnant a. D. Sche­ringer vor dem Vierten Strafsenat des Reichs­gerichts beantragte der Vertreter der Reichs- anwaltschast gegen den Angeklagten eine Fe­stungshaftstrafe von zwei Iahren sechs Monaten unter Anrechnung von sechs Monaten der Tlntersuchungshaft.

Aus aller Wett.

Vizeadmiral a. D. Michelsen f.

In Fallingbostel (Hannover) ist im 84. Lebens­jahr der Vizeadmiral Andreas Michelsen ge­storben. Er war im Jahre 1888 in die kaiserliche Marine eingetreten und hatte schon in jüngeren Iahren einen Rus als Torpedospezialist und Torpedobootsfuhrer. Während des ersten Teils des Weltkrieges war er Führer der Torpedoboote und nahm als solcher an der Skagerrakschlacht teil. Im 3uni 1917 wurde er dann Befehlshaber der U n - terseebvotstreitkräfte de r Hochsee­flotte. Bekanntlich hatte man damals die be­rechtigte Hoffnung, daft die U-Dootwaffe das Schicksal des Krieges entscheiden würde. 1919

,cn abgelegt. Er war en getommen, um sich verabschieden. Als er und abging, feuerte ster Äähe einen ! seines grau melierten achten Schulter durch- i auf die Seitentoand lt und ist dann wahr- vischen die Gleise ge- eine 6,Millimeter- i Laus sich noch zwei

Dr. Luther konnte mr wenig sagen. Sie it verübt haben, sind identen von 2ln- nt. Einen der Täter estgehalten. Wie klärte, trat der Alten- gegeben hat, auf M ten: I suppose... Wunde ist em un* ter langer Streit' s Oberarms. Sie >r. Luther begleitenden teichsbankprasident hat

Das Urteil an den Twardorvsli- Attentätern vollstreckt.

Moskau, 9.April. (WTB.) Das Urteil gegen Stern und W a s f i 1 j e w, das wegen des Sitten- tat« auf den deutschen Botschaftsrat v. Twardowski auf Tod durch Erschieften lautete, ist heute Dollftrcrfr worden, nachdem das Zentralexekutiv­komitee der Sowjetunion die Begnadigungs­gesuche abgelehnt hatte.

Ein Führer des memelländischen Deutschtums verhastet.

Memel, 9. April. (WTB.) Wie dasMe- meler Dampfboot" meldet, ist Schulrat Meyer, der bekannte Führer der Memelland r- schen Dolkspartei, der auch auf der Kan­didatenliste der Dolkspartei für den neuen Land­tag an dritter Stelle aufgestellt war, von der poli­tischen Polizei verhaftet worden. Die Verhaf­tung steht im Zusammenhang mit dem »all Decker Becker hatte Schulrat Meyer aufgesucht, um sich bei ihm über die politische L a g e im Memelgebiet zu informier en. Bei dieser Unterredung richtete Decker an Schulrat Meyer auch die Frage, ob das Memelgebret alle Handlungen der litauischen Regierung ruhig hin- nehmen würde. Schulrat Meyer antwortete dar» aus daft die Memclländer bei der Dnsechtung ihrer Rechte nur den Weg des Rechtes gehen würden und daft sie alle Gewaltta - ten ganz gleich, von welcher Seite sie kommen, aufs schärfste ablehnen.

Schulrat Meyer wurde zunächst von einem .Be­amten der politischen Polizei und später von einem litauischen Untersuchungsrichter für besondere An­gelegenheiten, der nach Memel gekommen war, in Memel vernommen. Heute wurde Schulrat Meyer für 10 Uhr vormittags nach dem Gebäude der po­litischen Polizei bestellt, um dort von dem "Uter- suchungsrichter erneut vernommen zu werden. Als er bis 13 Uhr nicht zurückgekehrt war, begab sich seine Frau zur politischen Polizei, und hier wurde

sind, sehr Wohl fühlen. .

Deshalb ist der Tag der Schulaufnahme em Tag der Freude und soll es auch bleiben. Otur eins hoffen und wünschen alle heute: Daft die Kinder, wenn sie dereinst nach acht oder mehr Iahren die Schule verlassen, um in das Leben einzutreten, dann nicht mehr die Sorgen und Lasten zu tragen haben, die uns Erwachsenen in der heutigen Zeit so schwer drücken.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag: Bap­tistengemeinde, 20.15 Uhr, Gartenstraße 13, Dortrag überUnsere letzte Reise". Cafs Leib, 20 Uhr, öffentlicher AufklärungsvortragUeber Nacht ge­sund?". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Mäd­chen in Uniform".

Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr geschlossene Vor­stellung der OperetteDie tolle Lola von Kabel- bürg und Redner. Spielleitung Heinrich Hub. Ende 22 Uhr. Dienstag, 12. April, 19.45 Uhr, die Dop­pelvorstellungLiebelei", Schauspiel von Arthur Schnitzler unter der Spielleitung von Karl Heyser undDer verwandelte Komödiant", ein Spiel aus dem deutschen Rokoko von Stefan Zweig unter der Spielleitung von Wolfgang Kühne. Beginn 19.45 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Die Vorstellung gilt als 26. Vorstellung im Dienstagabonnement. Mittwoch, 12. April, als 26. Vorstellung im JDlitt- wochabonnement, 19 Uhr,Romeo und Julia".

Der Goethe-Bund schreibt uns: Am 100. Geburtstage von Wilhelm Busch, am Freitag, 15. April, veranstaltet der Goethe-Bund eine Wil- hclm-Bujch-Feicr, zu der er den bekannten Busch- sprccher Hans Balzer gewonnen hat. Die Jubi­läumsfeier wird nicht nur die Erfüllung einer Pictätspflicht sein, sondern die Besucher sollen eine gegenwartsnahe Erfrischung und Erheiterung mit nach Hause nehmen. Der Ruf des Vortragenden bürgt für eine wertvolle und genußreiche Veran­staltung. Hans Balzer ist dafür bekannt, daß er gerade in dem weniger bekannten Schassen Bulchs Bescheid weiß. Auch dieses Mal dürfte der Goethe- Bund allen Vortragsbesuchern eine Stunde beson- deren Genusses bereiten. (Siehe heutige Anzeige.)

Dorträge von Prof. Sjorneffer. Man schreibt uns: Prof. H o r n e f f e r wird unter dem TitelSein oder Richtsein" drei Vortrage über die politische Lage halten, die er in diesem

ihr ein Dries ihres Gatten übergeben, in dem er mitteilt, daft er verhastet sei und nach dem Gefängnis in Dajoren ab- transportiert werden solle. Der Abtrans­port war inzwischen schon erfolgt. Schulrat Meyer hatte also keine Gelegenheit gehabt, sich von seiner Familie zu verabschieden.

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Winter in mehreren Groftstädten vor großer Zu­hörerschaft gehalten hat. Die Einzelthemata lau­ten: 1. WirtschaltSkrise und Sozialismus (Irmen- politiki: 2. Der Geist des neuen Staates (Kultur­politik ); 3. Europa und Deutschland (Außen- politik). Dia Vorträge finden im Cafe Leib statt am Donnerstag. 14., Montag, 18. und Donners­tag, 21. April. 20.15 ilftr. Die Veranstaltung geht von der WittelstandSvereinigung aus. die Vor­träge sind aber für alle Kreise der Bevölkerung bestimmt. An den dritten Vortrag schließt si<y eine Diskussion über den Zyklus an. (RähereS siehe Anzeige.)

* Wiederbeginn des Dolksschul » Unterrichts. An den Volksschulen beginnt der Schulunterricht am morgigen Dienstag 7.45 111) r, die Aufnahme der neuen Schüler erfolgt um 10 Uhr.

Beim politischen Redekamps die Rase angeschnitten. In der Rächt zum Sonntag befanden sich zwei Arbeiter von hier aus einem Fuhrwerk unterwegs von Braunfels nach Gießen. Während der Fuhrmann brav sein Röh- Icin lenkte, kamen die beiden Gicftencr in eine po­litische Debatte, in deren Verlaus schließlich einer dem anderen seine Lleberzeugung mit Hille der Zaust beizubringcn versuchte. Als dieses Mittel derllcberrcdungskunsf nicht mehr hals, griff der eine zum Messer, schnitt seinem Redepartner die Rase an und verletzte ihn außerdem noch durch Messerstiche am Dein. Der Gestochene war nicht faul, rift dem Fuhrmann die Peitsche weg und klopste mit dem Peitschenstiel den anderen nach Strich und Faden durch. Der letztere ging schlieft- lich flüchten und ward bis gestern mittag nicht mehr gesehen. Der Mann mit der angeschnittenen Rase wurde nach Wetzlar in das Krankenhaus gebracht, wo man ihm die Rase wieder fLieft«, dann aber machte er sich im Hemd auf und da­von in der Richtung zum Wetzlarer Bahnhof, um von dort aus mit dem Zuge nach Gießen fteim- zusahren. Llntcrwcgs wurde er aufgeschnappt und nach einer Gastwirtschaft gebracht, von wo auS die Gieftener Sanitätskolonne benachrichtigt wurde, die den Maim nach der Chirurgischen Klinik ver­brachte. Rachdern er hier weitere ärztliche Hilfe erhalten hatte, konnte er sich nach seiner Wohnung An der Kläranlage begeben. Don dem anderen hat man aber bisher noch immer nichts gehört.

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Aus der provinzialhaupistadt.

Tieften, den ll.A^ril 1932.

Oer Einzug der Abc-Gchühcn.

Ein neuer Abschnitt im Leben vieler Kinder beginnt morgen, am Tage der Schulaufnahme. Die Kleinen fühlen sich jetzt alsGroße". Mit Stolz werden fie den neuen Ranzen tragen und so ein bißchen von oben herab auf die kleinen Kameraden blicken, die noch nicht in die Schule kommen. Monatelang haben sie schon davon ge­sprochen, daß fie jetzt in die Schule müssen, daß ihnen der Weihnachtsmann die Drisselbüchfe, die Tafel und andere Sachen gebracht hätte.

Run stehen sie da und schauen mit großen Augen in die neue Umgebung. Don ihren Ge­schwistern und älteren Freunden wissen sie längst, daft es in der Schule gar nicht so schlimm ist. Wenn auch einmal der Dater oder die Mutter zu einem gar zu wild tollenden Buben sagte:Wart nur, wenn du in die Schule kommst, vergeht dir bad!", so wird das heute in den seltensten Fällen für Ernst genommen. Und es ist gut so. Die Kinder sollen wissen, daft die Schule nicht der Ort ist, an dem sie still mit gefalteten Händen sitzen müssen und wo der ßeftrer mit dem Stock herumgeht.

Aus demstrengen" Lehrer ist der Freund und Kamerad des Iungen geworden. Früher durften die Kinder nur reden, wenn sie vom Ceftrer ge­fragt wurden. Heute ist das anders. Man weiß, daß die einseitige Lehrerfrage jede persönliche Mittätigkeit der Kinder verhinderte und ihre Gedankengänge störte. Jetzt tritt der Lehrer mehr und mehr zurück, die Bedürfnisse der Kinder werden vorangestellt. Sie dürfen alles fragen. Was ihr kleines Herz bewogt .kann im Unter­richt zur Aussprache gestellt werden.

Es muß doch beruhigend für die Eltern sein, wenn sie wissen, daß ifjre Kinder nun, da sie auf sich selbst gestellt sind, nicht voll Angst auf die Frage des Lehrers zu warten brauchen, sondern daß sie nun ihr Herz ausschütten_ und von ihren Freuden und Leiden genau so erzählen können, wie zu Hause.

Schon beim Anblick der neuzeillichen Unter­richtshilfsmittel sind die Ellern überrascht. Wer gab ihnen seinerzeit solche schönen bunten Fibeln? Man denkt noch mit Grauen an die Seiten des früheren Abc-Buches, auf denen die Mitlaut- häufungen geübt wurden: rft, chst, ngt, nft, rzt usw. War da nicht ein Wort schwieriger als das andere? Und so trocken! Es aab damals viel Tränen beim Durchzug durch diese Duchstaben- toüften. Wie anders ist das heute! Schon aus dem ersten Bild begegnet man frohem, lebendigem Kinderglück. Aber ängstliche Gemüter blättern weiter und meinen, die schwierigen Wörter kom­men doch auch einmal. Sie suchen vergebens. Die Lehrer haben eingesehen, daß es auch ohne beson­dere Anhäufung von Schierigkeiten geht. Spielend lernen die Kinder lesen, besonders dann, wenn sie neben ihrer Fibel die kleinen Seherkasten mit den beweglichen Buchstaben in Händen haben. Und als Kaufmann und Käufer schließen sie kleine Ge­schäfte ab und üben sich im Rechnen.

So wachsen die Kinder heute allmählich in die Schule hinein. Sie lösen sich langsam von der Mutter Hand und werden sich schon bald m der neuen Gemeinschaft, in die sie nun ausgenommen

Zwei Todesopfer beim Absturz eines Kleinflugzeugs.

Ein kleines Flugzeug des Technikums Fran- kenhausen am Kysfhäuser, das von einem An­gehörigen des Instituts gesteuert wurde, stürzte auf dem Flugplatz Gera aus etwa 100 Meter Höhe ab. Der Führer und sein Begleiter waren sofort tot.

Mumien der Fürsten von Nassau.

In Kirchheimbolanden wurde die beim Umbau der Peterskirche gefundene Gruft geöff­net. Sie enthielt vier Holzsärge, einen mit der Leiche der Fürstin Karoline, geborene Prinzessin von Dra­men, Gemahlin des Fürsten Carl Christian von Nassau-Weilburg, welcher von 1753 bis 1788 hier residierte. Die Fürstin war reformiert, ebenso die Kinder, der Fürst war lutherisch, daher auch die verschiedene Beisetzung in der Peters- und in der Paulskirche. Die mumifizierte Leiche der Fürstin war noch gut erkennbar, mit seidenen Ge­wändern bekleidet, auf dem Kopfe trug sie ein gut erhaltenes Spitzenhäubchen, am Ringfinger einen schmalen goldenen Ehering, der als Inschrift den Buchstaben C trug. 3m nächsten Sarg war die die Leiche des neunjährigen Erbprinzen, in den beiden andern jüngere Geschwister von ihm. Der letzte Fürst von Nassau-Weilburg starb 1816, Nach­folger in direkter Linie waren dle Herzöge von Nassau und die Großherzogin von Luxemburg.

Wettervoraussage.

Rasch schreitet die Nordmeerstörung nach Skandi­navien weiter. Im Lause des gestrigen Tages ist durch sie eine Warmluftwelle über uns hinweg- gezogen, welche in den Abendstunden die Tempera­turen noch um 14 Grad hielt. Durch das Drehen der Winde nach Westen zu macht sich bereits der Zustrom wieder kühlerer Luft bemerkbar, der ozea­nische Luft aus nördlicheren Breiten folgen wird, so daß der beginnende Temperaturrückgang noch weiter fortschreitet. Anfänglich kommt es dabei zu unbe- ständigem Wetter mit Schauern, die auf den Bergen wieder als Schnee auftreten. Der gleichzeitig ein-

ihnen die Revolver und etwa 5000 Francs.

Gefährliche Pläne eine, Selbstmörders.

Eine sensationelle Selbstmordaffäre ist im Nor­den Berlins in der Schwarzkopf-Straße entdeckt worden. Dort hatte der 52 Jahre alte Ingenieur Wolzendorf, der exmittiert werden sollte, Selb st mord mitGas begangen. Als die Feuer- wehr in die im Hochparterre gelegene Wohnung ein- drang, entdeckte Jie eine Zündungsanlage, die zu großen Mengen von Explosivstoffen führte. Beim Funktionieren der Anlage wäre das ganze Haus bestehend aus Vorder-, Hinter- und Ouergcbäube in bie Luft gesprengt worben. Der Bewohner ber dortigen Gegend be­mächtigte sich über die Entdeckung der Feuerwehr eine begreifliche Erregung.

setzende Barometeranstieg dürfte später leichte Besse­rung und eine gewisse Beruhigung der Wetterlage bringen, deren Zeitdauer sich aber jetzt noch nicht übersehen läßt, zumal über dem Atlantik eine neue Störung zu erkennen ist.

Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, vorerst noch Schauer auf den Bergen als Schnee, Abkühlung, nordwestliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Etwas bestän- digeres Wetter, teils wolkig, teils aufheiternd. Nach­lassen ber Schauer, noch kühl.

admiral in den Ruhestand.

50 000 Dollar für das LindberghBaby bezahlt.

Oberst Lindbergh hat nunmehr bestätigt, daß er den Entführern feines Kindes 50000 Dollar gezahlt habe. Das Kind ist ihm jedoch wider Erwarten noch nicht zurückge­geben worden, obwohl er den Entführern mehrere Tage Zeit gelaßen und keine Strafverfolgung zu- aesichert hatte. Polizei verhaftete in Brooklyn einen Mann, der früher Adjutant Al Capones gewesen sein soll. Das Schatzamt hat alle Banken und Geschäfte aufgeforbert, bie Gelbscheinnummern bes Losegelbes zu verfolgen. Lindbergh hat den Entführern ein Ultimatum zugestellt, in dem er rücksichtslose Verfolgung mit allen Mit­teln androht.

verhinderte Zwangsversteigerung.

Unweit von Husum (Schleswig-Holstein) sollte ber Hof Bremsburg zwangsversteigert wer­ben. Als die Vollziehungsbeamten erschienen, fonben sie die Zugangswege durch gefällte Alleebäume, durch Erdaufhäufungen und Wallanlagen g e sperrt. Ungefähr 300 ßanbleute hatten sich ein- gefunden, um die Durchführung der Versteigerung zu verhindern. Es kam zu wiederholten Zu­sammenstößen zwischen herbeigerufener Polizei und den Landleuten. Auf Anweisung aus Kiel wurde schlieftlich, da ein Möbelwagen nicht an den Hof heranzubringen war, die Zwangsräumung aus- gefetzt.

Raubüberfall im v-Zug MarseilleGenf.

3m O-Zug MarseilleGenf zwangen zwei junge Burschen mit vorgehaltenen Revolvern kurz vor Dalence (Rhone) vier Reisende eines Abteils 1. Klasse, ihnen ihre Wertsachen auszuliefern. Die Opfer sind zwei Fran­zosen, ein Schweizer und der Direktor der öster­reichischen Bundesbahnen. Eeefehlner aus Wien. Seefehlner ist von den Räubern durch einen Schuft am Kopf verletzt und es ist ihm eine Kassette mit Geld und Wertsachen geraubt worden. Zwei Kilometer vor Dalence zogen die

Räuber die R o t b r e m s e und entkamen Ai nächst, wurden jedoch kurze Zeit später von Di Gendarmerie fe st genommen. Man fand bei

auch (üe Sie, dueck die litaswutotterie

Über 114 Millionen R M Gesamtgewinne

39. PREUSSISCH-SÜDDEUTSCHE KLASSENLOTTERIE

Buntes Allerlei.

Katzen als Weltreisende.

Man sagt den Katzen gewöhnlich nach, daft sie träge seien und das Heim lieben. Aber auch diese eigentlichenHaustiere" zeigen bisweilen einen seltsamen Wandertrieb. Das sind die sog.Schiffs­katzen", eine besonders wetterfeste und abgehär­tete Art des KatzcngcschlechteS, die sich auf dem Lande nicht wohl fühlen. Der englische Ingenieur Roy Dewar. der sich mit diesen Wanderkatzen eingehend beschäftigt hat, erzählt von einigen dieser vierfüftigen Weltreisenden erstaunliche Dinge. So fand er z. B. auf einem Schiff im Lonooner Hafen eine Katze, die er zuletzt zu Sydney in Australien auf einem ganz andern Schiff gesehen hatte. Er verfolgte die Reisen dieses Globetrotters und fand, daft die Katze von Syd­ney nach Iapan gefahren sei; dann hatte sie sich als blinder Passagier auf einem Schiff eingefun­den, das nach China und Singapore fuhr. In Singapore nahm sie den Dampfer, der sie dann nach London führte. Rach Sydney war die Katze auf einem Doot von Hongkong her gekommen, und Hongkong hatte sie in einem deutschen Darnpfer erreicht, der eine Ladung Dünger von Antofagasta in Chile dahin brachte. Richt alle Katzen beweisen so große Selbständigkeit bei der Ausführung ihrer Reisen. Manche werden auch unfreiwillig zu Seefahrern. Da war z. B. im Hafen von Hoboken in Amerika eine Katze na­mensBlitzen", die unter den Hafenarbeitern als tüchtige Rattcnsängerin beliebt war. Aber eines Tages war Blitzen verschwunden, und man fürchtete schon, daß sie ins Wasser gefallen sei und dort chren Tod gefunden habe. Da entdeckte der Koch des SchiffesHuron", daß sie einen Gast an Bord hatten: es war niemand anders als Blitzen, die sich an Deck mit der Rattenjagd ver­gnügt und dabei das Lichten der Anker übersehen hatte. Die Katze fuhr mit dem Schiff nach Süd- Amerika. Aber als die Rückreise angctreten wurde, war fie verschwunden. Als aber die Huron" nach Hoboken kam, war Blitzen schon da; sie mußte mit einem andern Schiff auf dem schnell­sten Wege nach ihrer Heimat zurückgekehrt sein. Ein alter Seebär, Kapitän William Manning. der große Seereisen mit der LustjachtShamrock" des verstorbenen Teekönigs Lipton ausführte, war stets von einer Katze begleitet, und nachdem sie ihm jahrelang ein treuer Gefährte gewesen war. wollte er sie mit an Land nehmen. Doch die Katze war verschwunden. Rachdem er einige Monate nicht mehr gefahren war, ging er wieder mit seinem Schiff nach Kapstadt in See. Wehmütige Gedanken beschlichen ihn darüber, daß er diesmal ohne seine Katze reisen müsse. Aber es war noch kein Tag vergangen, da entdeckte er den alten Kameraden an Bord, der sich heimlich auf daS Schiff geschlichen hatte. Die Freude war groß, und das Tier voNführte alle Kunststücke, die er ihm beigcbracht hatte. Aber die Kurze Trennung war der Katze nicht gut bekommen. Als er aus Kapstadt -urückfahren wollte, war sie wieder verschwunden: sie hatte augenscheinlich Freude an dem Abenteurerleben gefunden. Kapitän Man­ning traf feine Katze noch dreimal. Das letzte Mal, als sie sich auf einem norwegischen Walfisch­fänger häuslich eingerichtet hatte, und er sagte ihr bewegt für immer Lebewohl, als sie mit diesem Schiff nach den kalten Wüsten des Süd­polarkreises aufbrach.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Der neueste DKW-JronfanftlebIHcifterflaffc Mit diesem viersitzigen Frontanttieb-Cabriolet hat DKW eine Neufchopfung auf den Markt gebracht, bie ben verwöhntesten Ansprüchen gerecht wirb und sich babei in einer erstaunlich nieberen Preislage be­wegt. Der TypMeisterklasse" gleicht in seinem Aeußeren schon durch sein neues Gesicht (Spitz- kühlersorm!) ben schnittigen Wagen weit teuerer Klassen, mit denen er (ururiöfe Ausstattung gemein hat. 2842V