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Aus der proviuzialhaupisiadi.
GeihnachtS reudedurchdeutscheWaren!
Frieden, menschliche Güte. Nächstenliebe und Gemeinschaftsgefühl sind Begriffe, die dem Menschen unserer Lage bei feiner hetzenden Jahresarbeit nur selten begegnen. Ein Tag jagt den anderen, hinter erfüllten Aufgaben harren größere, Arbeit und Sorge türmen sich in fast endloser Folge. Wir finden in diesem grauen Alltag kaum Ruhe zu innerer Selbstbesinnung. Die anderen, die als Opfer der Zeit von der Arbeit verdrängt sind, quält die Sorge und Not Stunde um Stunde, Tag für Tag.
Nur einmal im Jahr kehrt Frieden in die Herzen ein: wenn die Tannenbäume aus der Stille des Waldes zur Stadt gefahren werben, wenn ihr ewiges Grün die winterlichen Märkte und Straßen schmückt. Weihnachtslieder rufen Kindheitserinnerungen wach und lassen mit ihren Melodien eine glückliche Jugend kurz wieder auf- leuchten. Da stehen wir Aelteren rückschauend noch einmal klopfenden Herzens vor dem verschlossenen Zimmer der Weihuachtsüberraschungen, sehen mit staunenden Augen den strahlenden Lichterbaum und all das Spielzeug, das im Kerzenlicht unter den Zweigen schimmert. Eltern und Geschwister sind wieder um uns. Wir fühlen die Geborgenheit des Vaterhauses einer fernen Vergangenheit. Wir haben den stillen Wunsch, das alles mit uns hinüber zu ziehen in eine nüchterne Gegenwart, die sonst nur Arbeit und Sorge kennt.
Weihnachten ist ein deutsches Fest. Es ist das Fest der Nächstenliebe. Aber die Nächstenliebe darf sich gerade in diesem Notwinter nicht nur auf die Nächsten und Liebsten beschränken, unsere Nächsten sind auch all die Volksgenossen, die das harte Schicksal am grausamsten ersaht hat. Ihnen allen zu helfen und ein Stück Weihnachtsfreude zu schaffen, ist Pflicht aller derer, die über den Materialismus unserer Zeit hinweg das Gefühl der Volksverbundenheit in sich erhalten haben. Nicht nur durch Gaben der Liebe an Notleidende. Wie froh werden viele Menschen sein, wenn sie in diesen Wochen endlich einmal wieder arbeiten dürfen! Da ist z. D. die Spielwaren- Heimindustrie im sächsischen Erzgebirge, deren 6este Arbeitszeit immer vor dem Weihnachtsfest lag. Diele von den Heimarbeitern sind brotlos geworden, weil ihre Erzeugnisse nicht zu den „lebensnotwendigen" Dingen gehören. Oder die Süßwarenindustrie, die den Kindern zum Weihnachtsfest die Pfefferkuchen, Marzipan. Schokolade und Zuckerwaren lieferte. Die Not hat vielfach auch unsere Kleinen auf diese Genüsse lange Zeit verzichten gelehrt. Aber nicht nur diese, nahezu alle Fabriken haben weite Hallen schließen müssen, weil der Absatz ihrer Erzeugnisse fehlte. Trotzdem rollen noch Millionen unseres Geldes über die Grenzen für Waren, die ebenso gut von deutschen Arbeitern auf deutschem Boden hergestellt werden könnten. Schuhe, Kleider, Anzüge, Spielwaren, Glaswaren. Lederwaren, Pap erwaren und vieles andere mehr sind Dinge, mit denen wir die Herzen unserer Lieben erfreuen wollen. Wir können noch mehr Freude geben, wenn wir das Dewußtsein haben, daß alle diese Geschenke Erzeugnisse deutscher Arbeit sind. Zeige jeder, daß er vor dem Weihnachtsfest auch an die denkt, denen Arbeit schon eine große Weihnachtsfreude bedeutet.
Vornotizen.
— Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Am 15. Dezember findet als 3. Abonnementskonzert der mit Spannung erwartete Duo-Abend
der Geschwister K o l e s s a statt. Frau Lubka Kolessa, wohl die anmutigste Erscheinung im Kranz der Pianistinnen, ist h er so gut bekannt und ha^ sich durch ihre große Künstlerschaft so die Herzen der musi.liebenden Kreise erobert, daß es sich erübrigt, hinzuzufügen, wie sehr man sich allgemein auf ihr Wiedererscheinen bei uns freut. Ihre jüngere Schwester Christja hat sich, erst löjährig. schon in vielen Großstädten als ausgezeichnete Cellistin einen Namen erworben. Frau Kolessa selbst wird sie beglei- ten und will es sich angelegen sein lassen sie auch bei uns einzuführen. Das Programm fiept folgendes vor: Lubka Kolessa spielt die Orgeltoccata und Fuge in O-Moll in der Bearbeitung von läufig, ferner später das hier noch nicht gehörte Allegro de Concert von Chopin Christja Kolessa spielt die V-Moll-Suite von Bach für Cellosolo, ferner, von ihrer Schwester begleitet, eine Sonate von Locatelli in D-Dur und Werke von Mendelssohn und Popper. Man darf auch diesem reichhaltigen und langen Programm große Erwartungen entgegenbringen. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß dieses Konzert ausnahmsweise am Donnerstagabend ftattfinbet (in der Neuen Aula) und nicht am Sonntag. Die Konzertreisen der beiden Geschwister machten einen anderen Termin unmöglich. Gleichzeitig kann einem oft geäußerten Wunsch des Publikums entsprochen werden, versuchsweise auch einmal am Donnerstagabend ein Sol stenkonzert zu veranstalten. Der Konzertverein hofft, daß reger Besuch die schweren Ausfälle der beiden ersten Konzerte wieder ausgleichen wird. Alles Nähere in den Anzeigen und bei Ernst Challier, Neuen Weg 10.
Spenden für die Gießener Winterhilfe.
Bon der Geschäftsstelle der Gießener Winter n o t h i l f e werden uns nachstehende weitere Spenden für das Hilfswerk mitgeteilt:
Firma Herbert Katz, Schillerstraße 19, 10 Ztr. Union-Brikests.
Kaufhaus Karzentra, Seltersweg, speist an drei Tagen in der Woche je zwölf Kinder.
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** Aufgehobene Straßensperre. Bom Oberhessischen Autornobil-Clrw E. V. (21. o. D.) Gießen wird uns mitgeteilt: Die Sperrung der Provin- zialstraße Ortenberg — Lißberg bis zum Abzweig nach Eckartsborn wird ab 12. Dezember aufgehoben.
** Besuchszeiten in den Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß, bas Völkermuseum sowie die Städtische Gemäldesammlung und das Kriegsmuseum im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
Schützt die Wasser - und Gasleitungen. Dem Schutz von Wasser- und Gasleitungen und -Einrichtungen gegen Beschädigungen durch Frost ist jetzt besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Alle Näume, in denen sich Gas- und Wasserleitungen, Gas- und WassermeTer, Kanalisationseinrichtungen, Aborte mit Wasserspülungen befinden, sind gegen das Eindringen der Kälte durch sorgfältiges Schließen der Türen und Fenster zu schützen. Gefährdete Leitungen und Einrichtungen, besonders Wassermes'er, sind durch Umhüllung mit Sirch, Holzwo.le oder Zeitungspapier zu verwahren. Bei anhaltendem starken Frost ist nach jeder Wasserentnahme die Absperrung des Wasferzusjlus'es und die Entleerung der Leitungen geboten. Hl'1- Vm Austauen von Leitungen, welche trotz cller Vorsicht eingefroren sind, und mit der Instar.. tzung beschädigter Einrichtungen sollten nur zuverlässige Personen beauftragt werden. Für alle Schäden, die an Meßeinrichtungen und" Leitungen durch
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 11. Dezember.
6.35 Uhr von Bremen: Hafenkonzert. 8.15: 'Choralblasen. 8.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Eo. Landeskirche Frankfurt a. M. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 11: Von der Armut und vom Geben: Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern von Hans Christian Andersen. 11.15: Gedichte von Friedrich-Karl Noederneyer, oorgeträgen vom Autor. 11.30 von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.10: Kaiserslautern: Mittagston- zert I des Konzertorchesters Kaiserslautern. 13: Mittagskonzert 11. 14 10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorch sters. 18: Weihnachtslegende vom Peitschchen von Rudolf G. Binding. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18 55: Zeitfunk. 19.15: Heitere Koloratur-Arien, gesungen von Martha Schulz-Körner. 20: Karlsruhe: Aus unserer Musik- ftube, erlauschte Heimatklänge. 21: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: Das klagende Lied von Gustav Mahler. 22: ..Abschied vom Lederstrumpf" von Paul Laven. 22.45 bis 24: Nachtmusik.
Montag, 12. Dezember.
7.20 llßr; Frühkonzert auf SHallplatten. 12: Mittagskonzert I des Württ. Tonkünstler-Or.Hefters. 13.30: Mittagskonzert ll auf Schallplatten. 15.20: „Ein rheinischer Webcrsunge erzählt", Improvisationen von Paul Laven. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Technik, Kultur, Nation und Recht im Rundfunk", Vortrag von Pros. Dr. Friedrich List, Darmstadt. 18.50: Englischer Sprachunterricht, erteilt von Oberstudienrat Paul Olbrich. 19.30: Volksmusik. 21.05: Großer Saal des Saalbaues. Frankfurt a. M.: V. Montagskonzert des Frankfurter Orchestervereins. 21: Tallgeslüster: Heitere Schallplattenplauderei von Carl Struve. 22: „Elli Beinhorn über den Kontinenten". 22.45 bis 24: Nachtmusik.
Dienstag, 13. Dezember.
7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmit- tag. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Die Form des deutschem Geistes", Vortrag von Dr. Fritz älsinger. 18.50: Vortrag von Gouverneur a. D. Dr. Seih. 19.20: „Weihnachtsratgcbcr für den Büchermarkt" — Don der Literarischen Abteilung. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 21: Maria Tudor. Don Victor Hugo. 22.45 bis 24: Nachtmusik.
Mittwoch, 14. Dezember.
7:20: Frühkonzert arf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Derkehrsunfall Enzler vor der Ortspolizei. Hörbild von Actua^s. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: Stunde der Arbeit: „Der freiwil
lige Arbeitsdienst", Vortrag von Dr. Fritz Pap- pcnheim. 18.50: „Was versteht man unter be° rufsständischer Wirtschaftsordnung?", Gespräch zwischen Handwerkskammershndikus Dr. Heinz Spitz, Wiesbaden, und Schreinermeister Jakob Schladt, St. Goarshausen a. Rh. 19.20: Von der Armut und vom Geben. Ein Brief Rainer Maria Rilkes. 19.30: „Wirtschaft und Aufbau: Arbeitslager", Hörbericht — Leitung: Dr. Paul Laven. 20.15: Aus dem Dolksbildungsheim, Frankfurt am Main: Orchesterkonzert. 20.50: Unterhaltungskonzert. 21.20: Die Jagd nach dem Gold des Kapitäns Kid. Eine abenteuerliche Geschichte. 22.45 bis 24: Nachtkonzert. Zugunsten der Bescherung der Kinder des Altstadtbundes im Römer.
Donnerstag, 15. Dezember.
7.20: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert 1 des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: Stunde des Films: „Die Entstehung und Urzeit des Films", von Dr. Karl Hagemann. 18.50: „Aus der ländlichen Siedlungsgeschichie des deutschen Ostens", Vortrag von Dr. Niels von Holst, Frankfurt a. M. 19.20: „Weihnachtsratgeber für den Büchermarkt". — Von der Literarischen Abteilung. 19.35: Opernhaus, Frankfurt a. M.: Don Carlos.
Freitag, 16. Dezember.
7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert. 13.30: Freiburg: Neue Unterhaltungsmusik. 17: . O^ern-Gestalten". 18.25: „Wirtschaftskrise und Währungsform", Vortrag. 18.50: Aerzte-Vcrtrag. — „Don gesunden Kindern, die nicht essen wollen." 19.30: Lichtstuben. Ein Kapitel vom Spinnen und Weben. 23:15: Dariete für Orchester. Te?t und Musik von Siegfried Scheffler. 21.10: Sensenleute ziehen durch Deutschland. Ein Hörbild von Wolfgang Weyrauch. 22.45 bis 24: Nachtmusik des Rundfunk-Orchesters.
Samstag, 17. Dezember.
7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10: Schulfunk. Die große Wunderschau. 12: Mittagskonzert I auf Schallvlatten. 13.33 bis 14.40: Mittagskonzert II des Rundfunk-Orchesters. 15.33 bis 16.33: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert d:sR ndfunk-Orchesters. 18 25: „Rcichsreform und Kirchenvereinigungsbestrebungen", Dortrag des Präsidenten Dr. Bähr, Kassel. 18.50: „Zum musikalischen Winterprogramm''. Don Hans Rosbaud. 19.20: Die große Wunderschau. (Szenen aus der Theatergeschichte.) 23: Don Berlin: Großes Funk-Potpourri. Berlin singt. 1. Teil: Oper. 22.30: Don Berlin: Tanzmusik der Kapelle Ring- Gathe. 23: Don Berlin: Großes Funk-Potpourri. Berlin singt.
ungenügenden Schuh gegen Frostgefahr, entstehen, haftet der Abnehmer. Die Erfahrung hat gelehrt, daß bei Frost Dohrbrüche an Gasleitungen häufiger auf relen, als in den Ecmmermonaten. Werden Gasausströmungen wahrgenommen, so öffne man Türen und Fenster, halte jedoch jedes offene Licht fern und benachrichtige umgehend das Gaswerk.
Schöffengericht Giehen.
e Giehen, 9. Dez. Ein Schlosser eines Nach- bavdorfes fing im Jahre 1929 einen Handel mit Oesen und ähnlichen Sachen an und suchte deshalb auch Geschäftsverbindung mit einer auswärtigen Firma. Da diese die Lieferung von Waren von der Bestellung einer Bürgschaft abhängig machte, fä.schte et eine solche Urkunde mit der Unterschrift seines Schwiegervaters und schickte sie der Firma. Als die nunmehr gelieferten Waren nicht bezahlt und der Schwiegervater deshalb als Bürge in Anspruch genommen wurde, kam die Fälschung heraus. Der Schlosser erhielt heute drei Monate Gefängnis.
Ein früher in Grünberg wohnhaftes Ehepaar schuldete der Stadtkasse aus Holzlieserung den Betrag von etwa 19 Mark, der sich anfangs September 1932 durch entsprechende Abzüge von dem Lohn des Mannes auf 7,60 Mark ermäßigt hatte. Zu dieser Zeit erschien die Ehefrau auf der Stadtkaffe, erklärte dem Rechner, sie hätten soviel Holzgeld nicht mehr zu zahlen, und legte zum Beweise dafür eine Reihe von Quittungen vor, von denen der Stadtrechner einige sofort als Fälschungen erkannte. Während er noch diese Quittungen mit seinen Büchern verglich, riß
ihm die Frau die Quittungen aus der Hand, steckte sie in den Mund, zerkaute und verschluckte sie. Wegen Urkundenfälschung und vursuchte» Betrugs erhielt sie drei Monate Gefängnis: der mitangekk.agt e Ehemann wurde mangels Beweises freigesprochen.
Im Oktober 1931 hatten einige Mitglieder XPD. in Lauterbach die Straßen mit Wahl« propagandaschristen beschmiert. Ein jugendliches Mitglied dieser Partei war von der Polizei hi'tbei erwischt worden und hatte die Namen der anderen angegeben. Als diese nunmehr Strafbefehle erhielten, legte einer Einspruch ein. In der Hauptverhandlung erklärte der Jugendliche, im Gegensatz zu seinen früheren Angaben, der Angeklagte habe nicht geschmiert, so daß dieser freigesprochen wurde. Alsbald hiernach zur Rede gestellt, gab der Jugendliche zu, einen Meineid geleistet zu haben, und zwar auf die Drohungen des Angeklagten und eines anderen Genossen hin. Diese hatten sich heute wegen versuchter Anstiftung zum Meineid (der Jugendliche war aus § 52 RGB., d. h. Nötigung durch Drohung mit Gefahr für Leib und Leben freigesprochen worden) und Nötigung zu verantworten. Nach eingehender Beweisaufnahme sprach sie das Gericht mangels ausreichenden Beweises frei, da es in Uebcreinstimmung mit der Staatsanwaltschaft die Angaben des Jugendlichen in Verbindung mit dem anderen Deweis- ergebnis zwar als die Angeklagten sehr belastend, aber nicht zweifelsfrei überführend erachtete.
Sprechstunden der Reduktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.
Geschichten aus aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Das unsichtbare Testament.
(r) Amfterda m.
Am Heiligen Wend dieses Jahres werden sich in einem Amsterdamer Hotel vierzehn Personen um einen brennenden Weihnackstsaum versammeln, um in seinem Lichterschein, ober vielmehr durch seinen Lichterschein zu erfahren, ob ihr persönliches Vermögen eine fühlbare Aufbesserung erfährt ober nicht. Diese vierzehn Personen sind Neffen und Nichten des im Frühjahr d. I. auf Sumatra verstorbenen holländischen Truppenarztes Grominghe, der im Laufe seines langen Junggesellendafeins angeblich ein schönes Vermögen angesammelt hat. Auf dem Totenbett hat er ein Testament verfaßt, das aus zwei Dokumenten besteht. Das eine davon ist mit einer sympathetischen Tinte geschrieben und daher vorläufig unsichtbar. Das andere fordert leine Erben — unter deinen sich auch die Gattin eines Kölner höheren Beamten befindet —, auf, sich am Heiligen Wend 1932 in einem bestimmten Amsterdamer Hotel unter dem Weihnachtsbaum zu versammeln, an dessen Kerzenlicht der zum Testamentsvollstrecker bestimmte Amsterdamer Notar das unsichtbare Testament, de>ssen Schrift erst bei Erwärmung hervortritt, sichtbar machen und befannt- geben wird. Wie Dr. Grominghe in dem ersten Dokument angibt, will er aus diese Weise noch aus dem Grabe heraus seinen vierzehn Neffen und Nichten eine kleine Weihnachtsfreude machen, — und das Weihnachtsfest hat er deshalb dazu erwählt, weil es für ihn immer bas höchste Fest im Jahre gewesen sei, bas er nun schon seit einem Menschenalter nicht mehr in der alten heimischen Traulichkeit und Gemütlichkeit unterm Christbaum gefeiert habe.
Napoleon wird billiger.
— Paris.
Wenn die Zeiten so sind, daß jeder sich mit seiner Gegenwart intensiv beschäftigen muß, kaum Zeit hat, im Kampf um das Dasein an die Zukunft zu denken, dann zählt die Vergangenheit immer weniger. Sie wird billiger, bescheidener im Preis, oft wertlos. Da haben sie jetzt in Paris Briefe versteigert von Johann II. bis ju Napoleon. Nie kaufte man solche Briese billiger als heute„ 5000 Franken gab man für ein Originalbrieflein, bas in der Zeit zwilchen 1350 und 1364 Johann der Gute an seinen Sohn Karl schrieb. Und den gleichen Preis erlegte man auch für einen echten Brief der Lätitia Bonaparte an ihren Sohn Napoleon. Vor ein paar Jahre hätte man für diese Briefe eif kleines Vermögen auf beh Tisch gelegt und die Museen hätten sich darum gerissen.
39000 Kilometer im Rollstuhl.
(A. D.) Rom.
Der 45jährige Neapolitaner Giuseppe Listahat diesen eigenartigen Rekord gewonnen. Nachdem er als Matrose die ganze Welt befahren hatte, wurde er im Jahre 1923 das Opfer eines älnglücksfalles: beim Fischen mit Dynamitpatronen wurde ihm durch eine unerwartet explodierende Patrone das Rückgrat so schwer verletzt, daß er den Gebrauch seiner Beine für immer einbüßte. Da aber feine Arme kräftig waren, und feine Wanderlust nicht erloschen war, machte er sich nach dreijährigem Krankenlager daran, sich eigenhändig ein einfaches Dreirad zu bauen, das er mit der rechten Hand durch einen Hebel in Bewegung sehen konnte. Mit diesem Gefährt begann er im Jahre 1925 feine erste Rundreise durch Italien. Er berührte Rom, Florenz, Bologna, Genua und viele andere Städte, und kehrte, nachdem er 4900 Kilometer zurückgelegt hatte, glücklich nach feiner Vaterstadt Neapel zurück.
Aehnllche Rundreisen hat Lista seitdem achtmal wiederholt: er legt täglich 55 bis 70 Kilometer zurück und verdient sich dabei seinen Lebensunter- yalt durch Spielen auf der Mandoline. Die Bevölkerung gibt ihm so viel Almosen, daß er sie mit den Bedürftigen teilen kann, denen er unterwegs begegnet. Wenn es Nacht wird, sucht er den Schuh eines Baumes oder einer Mauer auf und schläft fitzend, in eine Decke gewickelt. Er erkältet sich nie. denn, wie er sagt, ist er ein, Anhänger der Theorie des Schlafens bei offenen Fenstern. Mehrere Male ist er unterwegs fast verunglückt, doch noch immer mit einem blauen Auge davongekommen. Nun hofft er, daß der Erbprinz Umberto ihm einen richtigen Rollstuhl schenken wird, in dem er die Rundreise durch ganz Europa antreten farm.
Musik und Margarine.
(je) Wien.
Man sollte meinen: Margarine und Musik hät- ten nichts anderes gemeinsam, als baß bas eine Kunst und bas andere Kunstbutter sei. Es gibt aber in der Tat doch noch andere Berührungspunkte zwischen beiden, wenn auch negative — wie folgender kleiner Vorfall beweist:
In Wien leben bekanntlich die meisten Operettenkomponisten. So auch Maestro St. — seinen wahren Namen werden Sie niemals erfahren —, der die Welt schon um zahlreiche populäre und nachempfundene Weisen bereichert hatte. Was diesen Maestro trieb, eines Tages in ein Kino zu gehen, wissen wir nicht. Es ist auch nicht wesentlich für den Gang dieser Geschichte. Denn:
Da er zeitig gekommen war, lief weder der Hauptfilm, noch die Wochenschau, dagegen aber einige kleine Reklamefilme, wie man sie in jedem Kino jratis und franko bewundern kann. Der Meister treckte sich in seinem Fauteuil aus und beschloß, ich diese kleinen Zugaben nicht weiter anzusehen. Auf einmal jedoch spitzten sich seine Ohren — er horchte einmal — er horchte zweimal . . . war diese Musik, die man da spielte, nicht von ihm? War bas nicht ein kleines Stück, das er'vor Jahren, als er noch nicht so bekannt war, einmal komponiert hatte? Dem mußte er doch auf den Grund aehen! Er blickte also auf die Leinwand. Und was sahen feine Augen?
Da lief gerade ein kleiner Trickfilm, der in den höchsten Tönen den Wert einer gewissen Margarinesorte anpries. Und diese „höchsten Töne" waren von ihm! Die Begleitmusik war sein Werk. Er, der Altmeister des besten, solidesten Schmalzes, mußte entdecken, daß sein Stück zur Reklame von Margarine diente!
Noch am gleichen Abend schrieb er der Firma einen sacksiedegroben Brief. Die Margarine in (Eljrtn — aber man möchte ihn aus dem Spiel lassen. Die Firma erwiderte sehr kühl. Und nun wird es vermutlich zum Prozeß kommen. Vielleicht zahlt inan aber dem Autor auch ein Honorar für die schmalzige Begleitung des Margarine-Films; dann wäre ja alles „in Butter".
Der nördlichste Deutsche.
(n) Moskau.
Von einer langen Polarfahrt ist vor kurzem ein sowjetrussischer Eisbrecher zurückgekehrt. Aus No- waja Semi ja hat er eine Erpedition ausgesetzt und eine andere zurückgeholt. „Wachtablösung am Nordpol" könnte man bas nennen. Und unter den neuen Wachtmenschen auf Nowaja Semlja, die dort nun ein Jahr lang mit der übrigen Welt nur durch Radio verbunden fein und im übrigen allerlei Forschungen betreiben werden, unter den Erpedi- tionsmitgliebern befindet sich der deutsche Wissenschaftler Welken, also sage und schreibe der nördlichste Deutsche. Ueberhaupt sind Deutsche schon immer rege beteiligt gewesen an der Erschließung Rußlands und seiner Wege. Der Philosoph Leibniz beispielsweise hat Peter dem Großen den Wolga-Don-Kanal vorgefchlagen. der jetzt gebaut wird, ebenso die Umschvffung Sibiriens und den Durchstoß durch die Beringstraße. Und nicht uninteressant ist auch, daß die Verzweigung des Unterlaufes der Wolga in der nordkaspifchen Steppe, wie man sie jetzt durch Kanäle und Staudämme beginnt, ursprünglich von den deutschen Wolga- toioniften geplant und vorgefchlagen worden ist, und zwar schon vor 80 Jahren. Durch eine solche Verzweigung des Stromes wird die Dürrezeit für den Getreidebau erträglicher gemacht. Und hat nicht auch Dr. Eckener als Erster im Luftschiff Sibirien überflogen und Nowaja Semlja? Der Beispiele gibt es viele. Wer wir wollten nur vom nördlichsten Deutschen berichten.
Der Stcinzeit-Clnb.
(a) Neuyork.
Die Amerikaner haben aus dem „camping", dem Kampieren im Freien am Wochenende, eine wahre Wissenschaft gemacht. Das beweist der sogenannte „Steinzeit-Club". Er ist in Denver (Colorado» gegründet worden und zählt etwa sechzig Mitglieder beiderlei Geschlechts. Geschäftsleute, Beamte uiw., die während des Wochenendes in Gebirgshöhlen des Massivs am Mount Rosalie Haufen und dabei, wie der Name ihres Clubs verrät, die Gewandung der Steinzeitmenschen tragen, nämlich Felle. In allem, was sie während des Wochenendes tun, benehmen sie sich wie die echten Steinzeitmenschen, d. h. sie kochen auf Steinplatten, die ihren Herd darstellen, sind mit steinernen Beilen, Speeren mit steinernen Pfeilspitzen rvsw. ausgerüstet (mit denen sie allerdings keiner Fliege etwas zuleide tun), und unterstehen einem Häuptling, der im Zi- oilberuf Prokurist einer Knopsfabrik ist, und der Gewalt über Leben und Tod hat. Der „Tod" besteht darin, daß der Delinquent viermal hirtereinander zu Hause bleiben muß und der Wocheff- endposse nicht beiwohnen darf. Bet der Wiederaufnahme muß er der Gesellschaft zur Sühne ein ganzes Rinderviertel für den wochenendlichen Lebensunterhalt stiften usw. ufw. Daß die Mitglieder dieses leicht verrückten Clubs mit Autos zu ihren vorgeschichtlichen Höhlen fahren und dort durch die modernsten Lautsprecher mit der Außenwelt verbunden sind, dürste selbstverständlich sein.


