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Oberhessen.

Landkreis Gießen.

Bg. Großen - Buseck. 9. Febr. Bei den hiesigen Holzver st eigerungen wurden bis­her als Durchschnittspreise erzielt für Buchenscheit je zwei Raummeter 17 Mark, für Buchen knüppel je zwei Raummeter 13 Mark, für fünf Raum­meter Buchenreisig 6 Mark. infolge der Feld­bereinigung wird ein Teil des Gemeinde­waldes abgetrieben, um als Wiesen angelegt zu werden. 3n der Rähe derGanse­burg" wird durch Reuairpflanzung Ersatz geschaf­fen werden.

s. Inheiden, 8. Febr. Dieser Tage fand in dem benachbarten Feldheimer Wald die Der« steigerung einer großen Menge Brennholz statt. Buchenscheitholz kam auf 10 bis 11 Mart, Buchenastknüppel auf 6 bis 8 Mark, Buchenstockholz auf 4 bis 5 Mark )e Raummeter. Für Rstreiser wurde 1,00 bis 1,25 Mark je Raummeter bezahlt. Cichenscheitholz stellte sich auf 5 bis 6 Mark, Knüppel auf 4 bis 5 Mark.

Kreis Schotten.

Schotten, 8. Febr. Der Heuhandel, der früher gegen Frühjahr unsere Rebenbahn stark beschäftigte, setzt nur zögernd ein. Die Dlm- sätze sind trotz starken Angebotes äußerst gering. Es werden 1,70 Mark für saures und 2 Mk. für süßes Heu bezahlt. 'Die zahlreichen Hecken pnd Feldgehölze der Vogelsberger Gemar­kungen müssen in d.esem Winter großcBrenn- holzmengen liefern, da Geldknappheit und steigende Arbeitslosigkeit zu teilweiser Selbst­beschaffung des Holzbedorfes zwingen. Die Besei­tigung vieler Ristgelegenheit bedeutet eine große Gefahr für die heimische Bogelwelt. Der Ratur­freund sollte es bei einer Durchforstung seines Heckenwaldes bewenden lassen und das Abholzen vermeiden.

Laubach, 9. Febr. Am Sonntagabend fand imSchützenhof" die Iahreshauptversamm- lung des hiesigen Ländlichen Reit- und Fahrvereins statt. Der Vorsitzende, Se. Er­laucht GrafGeorg FriedrichzuSolms- L a u b a ch, gab zunächst einen Aeberblick über das abgelaufene erste Vereinsjahr, wobei er den Fortschritten und Leistungen der Reiter Aner­kennung zollte. Die Mitgliederzahl hat sich im Laufe des Jahres wesentlich vergrößert. Die Rechnungsablage zeigte ein günstiges Ergebnis. Rach Erledigung des geschäftlichen Teils berich­tete Graf Georg Friedrich eingehend über den Ritt der Oberhessischen Reitervereine nach Darmstadt, der zu Ehren des 70jährigen Landes­stallmeisters a. D. S ch ö r t e (Vorsitzender des Landesverbandes Hessen) stattfand. Der inter­essante Vortrag wurde durch eine Anzahl guter Lichtbilder, die anläßlich desSchörkerittes" wäh­rend der Festlichkeiten in Darmstadt ausgenom­men worden waren, verschönert. Der Redner ern­tete reichen Beifall. Das Mitglied des hiesigen

Geflügelzuchkverekns Fritz Wotf konnte im Laufe dieses Winters auf vielen Aus­stellungen recht gute Erfolge erringen. So erhielt er auf der am vorigen Sonntag in Berlin abge­haltenen Cypria-Schau auf eine gehämmerte Ma - tesertaube einen Ehrenpreis und auf einen blauen Florentinertäuber einen 1. Preis.

V Gedern, 8. Febr. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Bau- undSiedlungs- gemeinschaft hielt dieser Tage ihre Haupt­versammlung ab. Der Vorsitzende, Architekt Schröder, wies eingangs darauf hin, daß die Kasse in ihrer Gesamtheit eine günstige Auf­wärtsentwicklung zu verzeichnen habe. Die Mit­gliederzahl der hiesigen Ortsgruppe erhöhte sich von 18 auf 22. Von den Verteilungen fielen der Ortsgruppe drei im Werte von insgesamt 30 000 Mark zu. Abgeführt wurden von hier aus 15 000 Mark. Die Gesamtauszahlungen seit dem Be­stehen der hiesigen Gruppe betragen insgesamt 112 000 Mk., die der Einzahlungen 95 000 Mk. Die Rechnungen wurden geprüft und in Ordnung befunden, dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wieder­gewählt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, daß die Mitglieder ihre Zah­lungen selbständig an die Zentrale abführen sollen. Der GesangvereinLieder- frans kann in diesem Jahre auf sein 9 0 j ä h - riges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß soll eine einfache, würdige Feier statt­finden, mit der ein Preis-Wertungs- singen verbunden sein wird. Als Festtag wurde der 12. Juni bestimmt. Die Vorbereitungen sind im Gange.

Kirche und Schule.

Landkreis Gießen.

Reiskirchen, 8. Febr. Die kirchliche Statistik des Kirchspiels Reiskirchen enthält für das Jahr 1931 folgende Zahlen: Reiskirchen: Taufen 12, Beerdigungen 10, Konfirmanden 19, Trauungen 12; Besuch des Gottesdienstes: 3865 männliche und 4746 weibliche Personen (ohne Kinder) 24,55 Prozent, Teilnahme am hl. Abendmahl 1248 (129,05 Proz.), an Gaben christlicher Rächstenliebe gingen ein 534 'Mark. Burkhardsfelden: Taufen 10, Beerdigungen 3, Konfirmanden 7. Trauungen 6; Besuch des Gottesdienstes 3743 männliche und 3635 weibliche Personen (ohne Kin­der) = 28,82 Prozent, Abendmahlsteilnahme 1028 (156, 45 Proz.), Kollekten 651 Mark. Linden­struth : Laufen 5, Beerdigungen 4, Konfirman­den 2, Trauungen 2; Besuch des Gottesdienstes 647 männliche und 719 weibliche Personen (ohne Kin­der); Abendmahlsteilnahme 361, Kollekten 170 Mark. Zn den beiden ersteren Gemeinden fanden je 61 Gottesdienste statt.

s. Trais-Horloff, 8. Febr. Aus der kirchlichen Statistik unseres Kir ch - sPiels, einschließlich der beiden Filialen In­heiden und Utphe, ist bemerkenswert: Getraut wurden im abgelaufenen Jahre von hier 2, von

Inheiden 4 und von Utphe 2 Paare, getauft insgesamt 24 Kinder, darunter 15 Knaben und 9 Mädchen. Davon entfallen auf Trais 5, auf Inheiden 8, auf Utphe 11 Kinder. Die Zahl der Konfirmanden betrug insgesamt 11, und zwar in Trais 3, Inheiden 3, Utphe 5. Auf­fallend niedrig war die Sterblichkeit in allen drei Gemeinden. Es wurden von hier 5, von In­heiden 3 und von Utphe 5 Gemeindeglieder be­erdigt, insgesamt 13, darunter 5 männliche und 8 weibliche. Es fanden 59 Haupt- und 16 Reben­gottesdienste statt, am heiligen Abendmahl nah­men 945 Personen teil. Die Summe aller im Laufe des Jahres gespendeten Gaben betrug 503 Mark.

Kreis Friedberg.

* Dortelweil. 6. Febr. Die Dorfkir­chenvereinigung veranstaltete hier einen Kirchenvorstehertag. Die Festpredigt hielt Pfarrer Freundlieb (Vilbel), am Abend fand bei stärkster Beteiligung ein Gemeindeabend statt. Der Vorsitzende der Dorfkirchenvereinigung, De­kan S c r i b a (Ridda), sprach über Ziele und Aufgaben der Dorfkirche, Pfarrer Rühl (Rei­chelsheim) über die Frage:Was verlangt die Rot der Zeit von uns?" Gesanchrerein. Mädchen­chor und Musikverein stellten ihre Kunst in den Dienst der Sache. Der eigentliche Festtag wurde durch einen Festgottesdienst eingeleitet, in dem der Prälat der hessischen Landeskirche D. Dr. Diehl eine eindrucksvolle Predigt hielt. Die Tagung der Kirchenvorsteher und Gemeindever­treter war trotz der Rot der Zeit von rund 250 auswärtigen Teilnehmern aus 32 Ortschaften be­sucht; sie stand unter der Leitung des Vorsitzen­den der Dorfkjrchenvereinigung, Dekan S c r i b a. Rach Degrühungsworten des Mitgliedes oes Kirchenvorstandes, Oekonomierat Hensel, hielt auch hier Pfarrer Rühl (Reichelsheim) seinen Vortrag über die Frage:Was verlangt die Rot der Zeit von den Kirchenvorstehern?" Der Vortrag hinterließ bei den Zuhörern einen tiefen Eindruck. Eine Aussprache schloß sich an.

Kreis Alsfeld.

ll. Rieder-Ohmen, 2. Febr. In der Statistik des Kirchspiels Rieder- Ohmen für 19 31 sind insgesamt 22 Taufen, 21 Trauungen und 29 Beerdigungen verzeichnet. Auf die einzelnen Kirchspiel-Ortschaften entfallen in der gleichen Reihenfolge (Taufen, Trauungen, Beerdigungen) folgende Zahlen: Rieder-Ohmen 9:16:11; Atzenhain: 7:4:7; Bernsfeld: 2:1:10; Weltsaasen 4:0:1. Die Gottesdienste waren durch­schnittlich besucht in Rieder-Ohmen von 145, in Atzenhain von 130. in Bernsfeld von 82 und in Wettsaasen von 34 Personen. An Gaben christ­licher Rächstenliebe gingen insgesamt 1532 Mark ein.

Kleine Strafkammer Gießen.

Gießen, 5. Febr. Ein auswärtiger Kaufmann war des Vergehens gegen das Brannt­

weinmonopolgesetz beschuldigt; er foll tote derholt Trinkbranntwein mit einem Weingeistgehalt von weniger als 32 Raumhundertteilen in den Der« kehr gebracht haben. Er wurde in erster Instanz mangels Beweises freigesprochen. Die Staatsan- waltschaft verfolgte gegen dieses Urteil Berufung. In der heutigen Verhandlung benannte der Ange­klagte weitere Zeugen. Das Gericht beschloß Aus­setzung der Verhandlung und weitere Aufklärung; auch soll der Sachverständige sein früheres Gut­achten ergänzen.

Ein Kaufmann in Frankfurt a. M. war von einem auswärtigen Amtsgericht wegen. Nichtzahlung der Krankenkassenbeiträge für seine Ar­beiter Vergehen gegen § 533 Reichsversicherungs ordnung zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden, und zwar unter Gewährung bedingten Strafaufschubs auf 5 Jahre bei guter Führung und Zahlung von 2000 Mark an die Ortskrankenkasse binnen 3 Jahren. Nach Vernehmung des Angeklag­ten zog er mit Zustimmung des Staatsanwalts seine Berufung zurück, so daß das frühere Urteil rechtskräftig wurde.

Ein Fuhrmann war beschuldigt, einem Nachbarn mehrere Fensterscheiben eingeworfen zu haben. In erster Instanz wurde eine Strafe von 20 Mark trotz seines Leugnens ausgesprochen. Auch in der heutigen Berufu'ngsverhandlung stellte er seine Täterschaft entschieden in Abrede. Nach Ver­nehmung einer größeren Anzahl von Zeugen wurde seine Berufung dem Antrag des Staatsanwalts ge- i mäß verworfen. Als besonders Mlastend erachtete : das Berufungsgericht, daß der Angeklagte selbst : mehreren Zeugen gegenüber die Tat zugegeben und daß er versucht habe, sich ein Alibi zu verschaffen.

Briefkasten öcr Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Nr. 34. Bei Mietverhältnissen über Gebäude oder Gebäudeteile,- die nach dem 1. Juli 1918 be­zugsfertig geworden sind, ermäßigt sich vom 1. Januar 1932 an der Mietzins anteilig um den Betrag, um den die laufende Belastung des Grundstücks nach den Vorschriften über die Zins­senkung gesenkt wird. Wird ein Einvernehmen über die Ermäßigung des Mietzinses hiernach nicht erzielt, so entscheidet auf Antrag eines Ver­tragsteiles in den Landgemeinden das Kreisamt über den Betrag der Mietsenkung. 2. Der Haus­besitzer ist berechtigt, den bereits von ihm nach­gelassenen Betrag bei der Mietsenkung in An­rechnung zu bringen, da ihm ein gesteigerter Ver­lust nicht zugemutet werden kann. Wir können Ihnen nur empfehlen, den ungefähren Betrag der neuen Miete alsbald zu bezahlen und unver­züglich das Kreisamt^anzurufen, d. h. Antrag auf Miethöhefestsetzung zu stellen, wenn zwischen Ihnen und dem Vermieter eine Einigung nicht zustande kommt.

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Angebote sind getrennt nach Klassen __ Donnerstag, den 11. Februar, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei emzureichen, woselbst die Oeffnung der Angebote stattfindet und die Bedingungen bekanntgegeben werden.

Steinbach, den S.^ebruar 1932.

Fischereiverpachtung.

Dienstag, den 16. Februar 1932, vor- mittags 11 Uhr, werden auf unserem Amts­zimmer die Fischereipachtbezirke I u. IV öffentlich auf 12 Jahre (vom 1. Januar 1932 bis 31. Dezember 1943) verpachtet.

Nr. I. Gemarkung EhringshausenDie Mehlbach" beginnend am Mehl­bacherteich. 1119D

Nr. IV. Gemarkung Groß-Felda und Er­menrodDie Felda" beginnend bei der Molkerei Groß-Felda.

Nähere Auskunft über Bedingungen und Grenzen durch das unterzeichnete Amt.

Romrod, den 8. Februar 1932.

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Alle Fleischverkäufer in Gießen werden aufgefordert, die für Frischfleisch in Zah­lung genommenen Abschnitte 3 und 4 (für 25. Januar bis 6. Februar 1932) von Reichsbezugsscheinen bis spätestens 12. Fe­bruar 1932 mit zweifacher Rechnung beim Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, einzurei­chen. Verspätet eingehende Rechnungen bzw. Bezugsschein-Abschnitte dürfen nicht mehr vergütet werden.

Gießen, den 10. Februar 1932. Bürgermeisterei Gießen.

(Wohlfahrtsamt.)

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Mittwoch, den 18. Februar 1932, nach­mittags 3% Uhr, wird in dem Rathaus- saale die Wald- und Feldiagd der Ge­meinde Lang-Göns ab 1. Februar 1932 auf weitere 6 Jahre verpachtet. 1109V

Der gesamte Jagdbezirk umfaßt eine fläche von zirka 400 Hektar Wald und zirka 1150 Hektar Feld, und wird in drei Bezirken ausgeboten. Die Bedingungen werden vorher bekanntgegeben.

Lang-Göns, den 6. Februar 1932. Hessische Bürgermeisterei.

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Holzverkauf aus Revier Lumda.

Samstag, den 13. Februar, 9 Uhr, bei Gastwirt Schultheiß-Lumda, aus den Forstorten Bornberg, Dingerwald, Heg- busch, Steinberg, Tränkkopf und verschie­denen: Stämme: 7 Stück Kiefer 2a bis 3a Klasse 5 fm; Dcrbstangcn: 70 Stück Fichte; Nutzreiser: 18 rm Fichte (Schicht- Haufen). Ferner Brennholz, rm,Scheitholz: Buche 567, Hainbuche 6, Eiche 29, Kiefer 23, Fichte 7: Knüppelholz: Buche 51, Hain­buche 46, Eiche 28, Kirschbaum 3, Aspe 17, Kiefer 16, Fichte 15; Reiserholz: Saub470, Nadel 14: Ltockholz: Buche 12. In den Losholzschlägen ist das Versteigerungsholz mitVg." geschlagen. U07D

Hessisches Forstamt iSrünberg.

Lagt»-Verpachtung.

Mittwoch, den 17. d. M., nachmittags um 2 Uhr, kommt die der Gemeinde Rod^ heim zustehende Jagd, bestehend in 305 ha Feld und 97 ha Wald im Rathaus zur Ver­pachtung. 1122V

Rodheim, den 9. Februar 1932.

Bürgermeisterei Rodheim a. d. Horloff.