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ihcim 14:2 geschlagen! gegründete Tischtennis, einigung 1900 trug am ubkamps aus. Als Gegner plub.GrüN'Deih" Lad- §s wurden 11 Herren- chPel^Spiele auigetragen. ischung waren die 1900er legen. Dennoch gab ei

spannende ^änchse hn äs blieben die 1902er mit ie

dnisse.

n/Ost 17:21, 2220, 1721, 3:21, 21:17, 1721, 2224; 1:21, 1621; 'M Menet ischer/Jung 20:22. 23 21. al Günther 19:21, 21:18, H 18:21,1321,13:21; N* 23:21.21:15; Reichard!- 21:12,1721.24:22: Franz. 1:10,1621; Daldschmidt« 1, 16:21.

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Doppel: 3ef»(er 'Hammann gegen Jung Oft 16:21, 12:21. 13:21; 'IHolj ^eftler gegen Dietrich. Buhl 21.19, 18:21. 13.21. 17 21 Grass Heß gegen Günther Meyer 15:21. 23:22, 13:21; Reichardt- Mischer gegen Droh Meyerhofs 12:21, 16:21. 1721; Franz Daldschmidt gegen Petfch Topp 12:21. 14:21, 1021. kDad-Rauheim ist jetveil- zuerst ge­nannt)

Arbeiter-Turn- und (^portbund

Naunheim I. Egelsbach l. 5:2.

®twa 3000 Zuschauer harten sich zu dielen: Spiel eingefunden. Trotz lehr schlechter Dodcn- Verhältnisse entwickelte sich ein Hotter Xanwf Naunheim lieferte ein rationelles Spiel und ging auch bald in Führung. Aber Egelsbach lieh nicht nach und erzielte d-n Ausgleich Bis Halbzeit kam Naunheim abermals in Führung Halbzeit 2:1. Nach dem Wechsel lag Naun- peim wieder im Angriff und nach wenigen M.- nuten stand die Partie 4:1. Sgelebach, überrascht fam kurz aufoer Fassung, raffte sich jedoch bald auf, schloß Naunheim einige Zeit em. konnte je­doch bei der sicheren Abwehr der Platzbesiher nichts erreichen. Dann machte sich Naunheim wieder frei. Der Halbrechte schoß bald daraui rn feiner Manier das fünfte Tor. Wenige Mi­nuten vor Schluß erst kam Egelsbach zum zweiten Treffer. Naunheiin siegte verdient und steht nun mit Egelsbach wieder punktgleich an der Spitze der Tabelle. "Vorher: Naunheim II. Alein-Cin- den I. 7:1.

Marburg I. (Rieften I. 5:2.

Diehen I. war -u einem Freundschaftsspiel in Marburg zu Gast. QlTatburg erwies sich (durch Spielerzuwachs) als beachtlicher Gegner. Die eic­hener muhten alles bergeben, um dem Gastgeber einigermaßen die Waage zu halten Bei Halb- zeit führte Gießen 1:2. Nach der Pause ließen die Gäste merklich nach und Marburg erzielte den Ausgleich und die Führung; bald darauf da- vierte Tor. Marburg lag weiter im Angriff und erzielte bis Schluß ein fünftes Tor. dem die (Sie­bener trotz aller Anstrengungen nichts mehr ent- gegenzusetzen vermochten.

Anschließend hatte Marburg II. die I. Jugend von Wieseck zum Gegner. Die Jugendlichen Die- secks blieben mit 2:3 Toren Sieger.

ttcrätoWctttampf Weibenhausen Wieseck.

3n Weidenhausen fand am Sonntag ein Ge­rätewettkamps statt. Jeder der beiden Qkrcinc stellte fünf Turner, die an den drei Hauptgeräten je eine Kürübung zu zeigen hatten. Wieseck war dem Gastgeber bei weitem überlegen und er­rang schon am ersten Gerät einen merklichen Dorsprung. Dis zum Schluß konnte Wieseck mit 37 Punkten Dorsprung als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen. Anschließend wurde von beiden Gegnern noch Flachturnen gezeigt, das lebhaften Deisall sand.

Die Ergebnisse:

Neck: Weidenhausen 165 P.; Wieseck 181 P.; Darren: 170:181 P.; Pferd: 163:173 P.; Gesamt; Weidenhausen 498 P., Wieseck 535 P.

Kurze Sportnotizen.

2 71 Teilnehmer, darunter auch 15 Ver­treter der Tscheche!, haben sich in die Meldeliste der am Freitag beginnenden deutschen Skimeister- fchaften in Dchrciberhau eingeschrieben.

25 OOOQRart wurden aus den Nothilfespielen tnx Bezirk Württemberg Baden an die örtlichen Dinterhilf--Organisationen abgeführt.

Oesterreichifcher Ski-Staffel mei­st e r wurde der Skiclub Innsbruck in 2,59,36 Stunden vor der Mannschaft dcS HeereSsportver- dandes.

Wirischaff.

Lieber 6 Millionen Arbeitslose.

Berlin, S. Febr IDTB) Nach dem Berichi der Reichsanstalt für die Zeit oom 16. bis 31. Ja nuar hat die Arbeitslosigkeit in der zwei len Hälfte des Monats Januar erkcblichlang- ferner als im vorigen Derichtsabschnut zugenom­men, sie überschritt jedoch erstmals die 6 Mil- lionen-Grenze. Die 3abl der bei den Arbeits­ämtern gemeldeten 'flrbcitslolcn beite» sich am 31 Ja nuar auf r u n b 60 4 100 u cic ist gegenüber dem 15.Januar um runb 76000 gestiegen, mäb- renb die Zunahme in der ersten Januar-Hälfte runb 298 0U0 betragen batte. Nach den Meldungen der Arbeitsämter wurden Ende Januar in der Arbeits­losenversicherung rund 1 885 (HX), in der Rrticnfür- sorge runb 15% 000 Hauptunterstutzungsempsänger gezahlt. Die Zahl der W o h I s a h r t s erwerbs­losen betrug runb 1,7 Millionen Bon einer Zunahme um insgesamt 153U00 entfielen runb 1-6 000 auf die Arbeitslosenversicherung, runb 49 000 auf die Änienfürforge. Ende Januar standen somit runb 8,5 Millionen Hauptunterstüszungsemp- fängem runb 1,7 Millionen Wohlfahrts erwerbslose gegenüber.

OerReichsbanlstotus Anfang Februar.

Berlin, 9. Febr. (DTB.) Nach bem Aus weis ber Neichsbank vom 6. Februar hat sich in ber verfloßenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 210,2 Mill- auf 3 773,4 Mill. Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 170,1 Mill auf 3461,7 Mill. Mark, die Be­stände an Reichsschatzwechseln um 10,6 Mill auf 22,1 Mill Mark und die ßombarbbeftänbe um 29,3 Mill, auf 129,0 Mill. Mark abgenommen.

An Reichsbanknoten und R e n I e n b a n t scheinen .zusammen sind 138,8 Mill. Mark in die Kassen ber Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich ber Umlauf an Reichsbanknoten um 131,0 Mill, auf 4276,1 Mill. Mark, derjenige an Renten- bankscheinen um 7,8 Mill, auf 412,0 Mill, verrin­gert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 15,3 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 332,9 Millionen Mark eine Abnahme um 60,7 Mill. Mk.

Die Bestände an Gold und bedünge- fähigen Devisen haben sich um 17,8 Mill, auf 1075,1 Millionen Mark vermindert. Jm ein­zelnen haben die Goldbestände um 19,5 Mill, auf 928,3 Mill. Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 1,7 Mill, auf 146,8 Mill. Mark zugenommen.

Die Deckung der Noten durch Gold und deckunasfähige Deoifen beträgt 25,1 Prozent, gegen 24,8 Prozent in ber Borwoche.

OasZinSsenkungsabkommen indessen.

3n Hessen hat sich der im ZinSsen - kungsabkommen vorgesehene Kredit- ausschuß konstituiert. Folgende Gruppen sind darin vertreten: der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, der Neichsverband der Gruppe der deutschen landwirtschaftlichen Denos.enschaklen Raiffeisen, die Freie Bereinigung der Arbeit­nehmerbanken Deutschlands, der Verband deut­scher öffentlich - rechtlicher Kreditanstalten, der Deutsche Deamten - Genossenschaftsverband, der Centralverband des Deutschen Bank- und Ban­kiergewerbes (e. V), der Deutsche Genossen­schaftsverband. Zum Borfitzenden wurde Justiz­rat Dr. h. c. Reh in Darmstadt (Hessischer Spar­kassen- und Diroverband) gewählt. Die von diesem Kreditausschuß gefaßten Beschlüsse sind, wie man uns mitteilt, nicht nur für die Mitglieder der vorgenannten Berbände, sondern auch für alle anderen außenstehenden Geldinstitute, ferner auch für alle Werksparkassen und Konsumvereine,

bindend Heber den Inhalt dieser Defchlusie gibt auf Anfrage der Borfmcnde des Kredit- ausschusse- i Darmstadt, Hügelstrahe 39) Auskunft.

HolzversteigenmgS - Termine.

Donnerstag. 11. Februar.

Bürgermeisterei Beuern: Zusammenkunft an ber Kreisst raße Beuern Allertshausen, am Wald- cingang. 9.30 Uhr

Bürgermeisterei L.e.nbach Holzsubmission An­gebote muffen bis Donnerstag. 11. Februar, 14 Uhr, bei der Bürgermeisterei eingereicht sein.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Banknoten.

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81.34

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81.94

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Gpanltdf Noien.........

32 34

32.46

UngartidM Note» ......

Sronffurf weiter schwächer.

Frankfurt a. TL, 9. Febr. Der heutige tele­phonische Effektenfreiverkehr von Bureau zu Bu­reau zeigte weiterhin eine lustlose und e j c r schwächere Tendenz. Es machte sich bei Spe­kulation namentlich wegen der innerpolitischen Lage starke Zurückhaltung bemerkbar, doch schenkte man auch den außenpolitischen Dorgängen, besonders der Abrüstungskonferenz, mehr Beach- tuna. Die erneut schwächere Tendenz der Ausland- btiefen führte bei dem Publikum zu Abgaben, die ziemlich großes Ausmaß gehabt haben sollen, denen nur sehr kleine Siauforbers gegenüberstanden. Die Kursoeränderungen gegenüber gestern waren jedoch nicht aroh, da das herauskommende Mate­rial glatt aufgenommen wurde. Stärkeres Angebot bestand vor allem für einige Elektrowerte, wobei man auf den Abschluß des «iemens-Äonzerns ver­wies, der nicht ganz befriedigte. Besonders Gcsfürel standen unter Druck und büßten 2 Prozent ein, während die übrigen Papiere dieses Marktes un­gefähr 1 bis 1,5 Prozent verloren. Auch die sog. Tarifwerte, wie Dessauer Gas und Charlottenbur­ger Wasser, lagen etwas schwächer, ferner IG.» Farben und Reichsbank. Montanwerte bröckelten um Bruchteile eines Prozentes ab, während private Bankaktien, Kunstseiden- und Kalipapiere nur wenig verändert waren. Als recht widerstandsfähig erwiesen sich Reichsbahn-Vorzugsaktien und von internationalen Werten Chade

Berlin: schwache Grundftimmung.

Berlin. 10 Febr (DTB FunNpruch ' Sb« wohl die gestrige Kanzlerrede im Auslände einen verhältnismäßig guten Eindruck gemacht hat. und obwohl nadi neu vorliegenden Informationen bis tfnbc Juni nut der Neparatwnokonferenz zu rechnen ist. konnte sich im heutigen telepdoni- d):n Festverkehr an der schwachen Grund- s: i m m u n g der letzten Tage nichts ändern. cd)pn in den gestrigen Abendstunden batten die führenden Werte abermals mehrproientige Kurs- einbuhen erlitten, wobei Insolvenz-Gerüchte eine Nolle spielten, tue lieb aber inzwischen als stark aufgebauscht herausgeftellt haben. Es handelt sich lediglich um die Zahlungseinstellung einer mittleren Berliner Mehlfirma. die früher auch an der Effeklenbörle zugelalfen war. Der tiefere Grund für die Abfchwachung war wohl auch nicht diele Insolvenz, sondern Befürchtungen hin- sichtlich des AEG -Berlustabfchlusseo. der dem­nächst zur Veröffentlichung kommen wird- Heute kam dann noch das Ansteigen der Ar» bettslosenziffern hinzu, weiter verstimm­ten der wieder matte Derlaus der gestrigen Neunorker Börse und die schwächeren Meldungen für die deut ch.n Werte im Auslände Ferner bestanden wobt auch noch einige Befürchtungen wegen der Unterzeichnung des Stillhalteabkom­mens durch Frankreich

Nein technisch ist zu lagen, daß der Markt al* solcher sehr übersättigt ist. so daß die Spekulation auch auf gestriger Basis wenig Neigung zeigte, herauskommende Ware aufzunehmen Während allo die meisten Werte erneut Kurs­rückgänge aufwiesen, machten nur einige Spe­zia Iwerte eine Ausnahme. So erhielt sich für Rheinifche Braunkohlen Interesse, man sprach von Mengenkäufen und günstigen Dividendeaus­lichten. ferner waren Pdönir, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der geplanten Äktieneinkasfie- rung, recht widerstandsfähig. und schließlich waren noch Kaliwerte ziemlich gut behauptet. Am meisten litt der Slcftromarlt, aber auch die in den letzten Tagen savorisierten Balutapapiere waren heute stärker abgeschwächt. Am Danken-. Schissahrts- und Kunstseidemarkt hielten sich die Rückgänge dagegen in erträglicheren Grenzen (etwa 1 p. H).

Der Anlagemarkt blieb auch heute ver­nachlässigt. Deutsche Anleihen und Reich»- fchuldbücher waren weiter rückgängig. Reichs- bahnvorzugsaktien waren relativ gut gehalten. Farbcn-Bonds neigten dagegen eher zur Schwäche.

»Frankfurter (WctiTiDcbun'e.

Frankfurt a. M. 10. Febr. Es wurden no­tiert: Weizen 245244, Roggen 223,50, Sommer­gerste für Brauzwecke 180 185. Hafer, inländi­scher. 150 155, Weizenmehl, süddeutsche- Spe­zial 0 mit AuStauschweizen 36.75 37,90, Sonder- mahlung 35 -36.15. Roggenmehl 3132. Wci^en- flcic 8,60, Roggenkleie 9.00. Weizenmehl, nieder» rhcin mit AuStauschweizen 36,75 35,65, Sonder- mahlung 3535.90. Tendenz: ruhig.

Letzte Nachrichten.

Attentat auf Or. Schäfer, Offenbach.

Zwickau, 10. Febr. lWTB. Funkspruch.) Die Polizeidirektion Zwickau teilt mit. In der Nacht zum 10. Februar hat ein Unbekannter auf den aus den Vorgängen in Hessen bekannten frühe­ren natianalsozialistifkhcn Abgeordneten Dr. Schä­fer einen Mordanlchlag begangen. Dr. Schäfer befand sich auf dem Wege nach seinem Hotel, als auf dem Rathenauplatz plötzlich cm Schuß fiel, der ihn am rechten Oberarm verletzte Schäfer konnte nicht angeben, wer den «chuß ab­gegeben hat Er hat auch niemand in seiner '.»lohe gesehen 2hs bei -schuß siel, fuhr ein Krasl« wagen, der nickt erkannt worden ist, an ihm vorbei. Kurz darauf haben einige Personen einen jungen Mann im blauen Anzug ohne Kopfbedeckung davonrenen sehen. Dr. Schäfer mußte in das Zwickauer Krankenhaus übergesührt werden.

Bon Geld und Liebe.

Vornan von Greie von Saß.

Copyright by Markin Feuchtwanger, Halle

8 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Ich habe die Karte mitgebracht. Wenn Herr Geheimrat sic lesen will?"

Er streckte unwillkürlich die Hand nach ihr aus. Nahm die Karte und ging mit ihr in« Wohn­zimmer.

Wir verleben hier eine herrliche Zeit", schrieb Ida.jeden Tag ist irgend etwas loS. Morgeir ist Fastnacht. Herr Kommerzienrat hat mir_ er­laubt daß ich mitmachcn kann. Heute ist er mit Frau Geheimrat im Auto nach Drcslau gcsahren. um Kostüme zu holen. Frau Geheimrat war glück­selig!"

Er las nicht weiter, legte die Karte auf den 5ifch und setzte sich wieder in seinen Sessel. .Frau Geheimrat war glückselig!" Die Worte hallten in ihm nach. Ein Gefühl von D'.tterkeit und quälender Eifcrfucht stieg in ihm aus.

£t ilie un crnahm Ausfahrten mitMü.ichmeher! Sr schüttelte den Kops, als könnte er es nicht lassen. Er wühlte sich in Vorstellungen hinein, '*ie ihm Unruhe schufen und elend machten.

Huf einmal stand eS fest bei ihm, daß er Ottilie verloren batte.

Ach, daß er sie doch nicht fortgelafsen hätte!

Kein Tag war seit seinem Alleinsein ver­gangen. an dem er sich das nicht mit "Bebauern acsagt hatte. Nun empfand er anderes als "Be­dauern darüber: Haß glühenden Haß! Er war betrogen worden um fein Bestes. Sein Haß brachte ihn zu der Lieberzeugung, daß Ottilie lange vor der Reise mit Münchmeycr eins gc- toefen war.

Da stockten seine Gedanken:Nein, dafür hab ich keinen Beweis", sagte er sich.

Er ging in seinem Zimmer auf und ab. Nahm noch einmal die Karte zur Hand, die auf dem Tische lag, und las Wort für Wort.

Din Besinnen kam über ihn. War cs nicht ein Wahnsinn, aus diesen paar armseligen Wor­ten etwas "Besonderes herauszulelen? ^Daß ein Dienstmädchen dem anderen schreibt:Frau Ge­heimrat war glückselig!" Natürlich war es Wahnsinn. Er zwang sich ein Lächeln ab. Warf die Karte auf Den Tifch zurück. Sagte sich aber gleich danach: Daß Ottilie mit Münchmeycr nach Breslau gefahren ist. bleibt bestehen.

Lind nun hetzten seine Gedanken darum herum. Bis nichts in seinem überhitzten Hirn war als eine große, verzweifelte Hoffnungslosigkeit.

Die Sprechstunde war nun vorüber. Danach

mußte er wie jeden Tag seine Krankenvisitcn machen. Er hoffte, daß ihn diese ablenken würden.

Degen Mittag kam er heim. Lina Knorpe hatte während seiner Abwesenheit ein paar Telephon- gcspräche entgegengenommen. Sie übermittelte sie ihm. Es handelte sich um Krankenbesuche, um die er anderntags gebeten wurde.

Morgen, dachte er, und ein müde- Lächeln zuckte um seinen Mund.

Lina Knorpe. bereits im Begriff, zu gehen, fiel noch etwas ein:

Herr Doktor Fahrenkrug hat auch angeläutet. Er läßt Herrn Geheimrat für heute abend zum Tee bitten. Zwischen sieben und acht Llhr."

.Gut gut.

.Wünscht Herr Geheimrat noch etwa-?"

Nein - nein!"

Er konnte es nicht erwarten, allein zu sein. Sein Kops schmerzte zum Zerspringen.

Dann komm" ich also zur Nachmittagssprech­stunde wieder", sagte Lina, und dann war er wieder allein.

Er ging zu seinem Gessel, ließ sich darin nie­der, barg den Kops in seine ausgestützten Hände. Die Gedanken quälten ihn.

Ottilie statte sich lange nach Glück gesehnt er wußte eS. hatte eS lange gespürt und er konnte ihr keine- bieten.

Er stöhnte tief auf. Herrgott, sie ist noch so jung: Lind so schön! Sie kann noch glücklich machen und selbst noch glücklich sein. 3a, wenn ich nicht wäre dann. dieser Gedanke brach mit einem Stöhnen ab. Sein Kopf fchrnerzte. Er hob nun die Hände hoch, preßte sie fest um die Schläfe. Es war. als ob der Kopf ihm auScinanderfprin» gen wollte. Ich muh etwas dagegen tun, tagte er sich und stand auf. Aber er rührte fid) lange nicht vom Fleck. Starrte ins Leere. Wiederholte seinen Dorsatz: Ich muß etwas dagegen tun.

Dabei zogen sich seine Mundwinkel wie in Bitterkeit herab.

Nun aber war er entschlossen, in fein Schlaf­zimmer zu gehen. Dine Schwere war in feinen Deinen und in feinem Herzen ein Flackern.

ilm vier Llhr klingelte Lina Knorpe an des Geheimrats Wohnung-tür. ES wurde nicht ge­öffnet. Sie hörte draußen das Schritten der Klingel. Es klang merkwürdig unheimlich durch die Stille.

Der erste Patient kam und nach diesem bald der zweite und dritte Alle standen hinter Lina Knorpe erwartungsvoll vor der Tür.

Herr Dchcimrat wird auf einem Kranken­besuch sein", sagte Lina.Wer weih, wann 'er zurückkommt?"

Aber sic drückte wieder auf den Klingelknopf, lauschte auf da- Schritten der Klingel. AIS auch das vergeblich war, sagte eine von den Warten­den eine blasse Arbeiterfrau ungeduldig: DaS vasteh' ich nich ich bin herbestettt, das

kann er doch nich verjessen haben, 'n Arzt muh doch wissen, waS er zu tun hat."

Lina maß sie mit verweisendem Dlick. Dann fiel ihr plötzlich ein:

Herr Geheimrat hat, seit Hedwig verreist ist, einen zweiten Wohnungsschlüssel bei seinem Kol­legen Fahrenkrug deponiert. Lind ihr, der Lina, gesagt:Wenn sich einmal während meiner Ab­wesenheit die Notwendigkeit ergeben sollte, dah Sie in die Wohnung hinein müssen, so holen Die sich den Schlüssel von Doktor Fahrenkrug."

Na, warten Sie mal noch 'n paar Minuten, ich werde mal bei Doktor Fahrenkrug antcle- pstvnleren vielleicht, daß der Rat weiß."

Sic lief die Treppe hinunter. Kam nach etwa zehn Minuten mit dem "Bescheid zurück:Herr Doktor Fahrenkrug wird gleich hier sein."

Es war am Spätnachmittag.

Eva, die während des ganzen Tages das Haus nicht verlassen hatte, stand am Fenster ihres Zimmers und sah aus das bunte Fastnacht­treiben, das am Hause vorüberslutelc.

Sie war ganz allein im Hause, seit früh um neun Llhr waren alle draußen.

Nur sie trug lein Verlangen danach. Von ihrem Fenster aus bitte sie den Einzug des Prinzen Karneval gesehen, dessen Erscheinen der Austait zu ausgelassenster Fröhlichkeit war.

Bald darau» war Rose und Hans-Achim er­schienen, um sie zu holen; aber sie hatte abge- ircbrtLaßt mich, bitte, ich mag diesen Trubel nicht."

Rose, als Skihaserl, hatte allerhand Mätzchen vor ihr gemacht, um sie in Stimmung zu ver­setzen, und als daS erfolglos blieb, auf HanS- Achim gewiesen und gesagt:Aman-Llllah wird dir befehlen, mitzukommcn. Lind wenn du seinem Beschl nicht Folge leistest, schick ich dir August den Starten über den Hals. Der wird dein Kommen erzwingen

August der Starke war RoseS Vater.

Er hatte sich glücklicherweise nicht bemüht. Lind auch die anderen versuchten cs nicht mehr, sie in den Trubel hineinzuziehen. Es begann bereits dunkel zu werden. Eva wandte sich vom Fenster ab, lieh sich am Kamin nieder. Dos Holz- seuer prasselte. Las Zimmer versank allmählich in Dunkelheit. Draußen wurde es stiller.

Nun ist dieser Tag auch bald überstanden, dachte Dva. Lind dieser Gedanke hatte etwas Dcsreiendcs für sie. Ihr war heute so merkwürdig schwer ums Herz.

Din schon in Aschermittwochsstimmung, sagte sie sich, und ein müdes Lächeln zuckte um ihre Lippen...

Go oft sie Gchadow sah, war ein Ausruhr in ihr, der wohl imstande war, legte Dedenken zu vernichten. Es war ihr schon geschehen, dah alle Krast sie verlieh, wenn sie nur seine Stimme

hörte. Die Liebe war über sie gekommen wie eine Krankheit und muhte auch tote eine solche be­kämpft toerden.

Muhte fie das wirklich? Diese Frage stand plötzlich in ihr auf. Sie fand keine rechte Antwort. Der Derstand sagte: ja, und das Herz schrie dagegen - warum warum? Habe ich nicht auch ein Recht auf Gluck?

Eva sah in die lodernden Flammen. Linken ging die Haustür. Sie hörte eS nicht. Dald danach wurde an ihre Tür geklopft. Auch das überhörte fie. Erst als die Tür vorsichtig geöffnet wurde, wandte fie erschreckt den Dlick nach dorthin.

"Betreibung, gnädige- Fräulein ich klopstc, aber sie haben es wohl überhört."

Ach, Die sind eS!" sagte sie verwirrt. Sie konnte nur die Llmrisse von DchadvwS hoher Ge­stalt erkennen.

Bitte, treten Die doch näher."

Er schloh erst jetzt die Tür.

Gnädiges Fräulein, Herr Kommerzienrat fchickt mich zu Ihnen, um Ihnen zu sagen, dah die Herrschaften Sie zum Abendessen in der ,Heu- suderbaude' erwarten."

Ach nein, ich mag nicht! Lim welche Zeit sollte ich denn dort sein?"

Lim acht Llhr."

Lind wie spät ist es eben?"

Er trat zum Kamin, um beim Feuerschein auf seine Armbanduhr zu sehen.

Halb sieben Llhr ist es!"

Eva siel erst jetzt auf. daß im Zimmer schon völlige Dunkelheit herrschte Sie streckte den Arm nach der Stehlampe aus, die in ihrer Nähe fich betäub. Dchadoto kam ihr zu Hilse, dabei be­rührten sich zusällig ihre Hände. DaS Licht wurde nicht eingeschaltet. Denn plötzlich lag Evas Hand in der seinen. Sekundenlang hielt er fie in heißem Druck Dann neigte er sich über fie und prehte seine Lippen auf ihren Mund.

Eva hielt ganz still. Ihre Augen waren ge­schloffen, ihr Gesicht, vom Feuerschein erhellt, war ohne einen Tropfen Blut.

Friedrich SchadowS Dlick ruhte auf ihrem Ge­sicht: er fühlte ein Würgen in feinem Halse das Atmen wurde ihm schwer. Sine unerträgliche Qual war in ihm.

Eva fühlte, waS in ihm vorging - bis In ihre Fingerspitzen hinein fühlte sie feine Qual und war erschüttert von ihr.

Leise drückte sie seine Hand, zog sie zurück und erhob sich. Das Licht slarnmte auf. Hilflos ver­wirrt standen fie fich gegenüber. Don dec Diele her kam das leifc Anfchrillen des Telephons. Einen Moment lang laufchten beide darauf. Es wiederholte sich. Lind Friedrich ging, um zu hören, was los war.

(Fvrtfehung folgt.)