18. Juni mit der Begründung ab, daß die Firma in dem Vollstreckungstitel nicht richtig mit „M. K." (handelsgerichtliche Eintragung», sondern mit Martha K. bezeichnet sei. Erst auf Erinnerung der Klägerin wurde der Gerichtsvollzieher zur Pfändung angewiesen, die er am 6. Süll vor- nahm. Die Klägerin, die trotz zahlreicher Versteigerungen mit einem Teil ihrer Forderungen ausgefallen ist, wirft dem Gerichtsvollzieher T. vor, daß er trotz Identität der Firma „M. K." mit der im Vollstreckungstitel genannten Firma „Martha K." die Vollstreckung schuldhaft verzögert habe. Dadurch sei ihm, dem Inhaber, möglich gewesen, in der -Zwischenzeit wertvolle Dermögensstücke beiseite zu schaffen. Für den Ausfall nimmt die Klägerin den Preußischen Staat auf Grund der Vorschriften über die Veamtenhaftung in Anspruch. Interessant ist hierzu noch die Mitteilung, daß der gleiche Gerichtsvollzieher Waren im Schätzungswerte von 9000 Mark pfändete, die einen Versteigerungserlös von 1300 Mark brachten. Der beklagte Staat ist in allen Instanzen — Landgericht Glogau, Oberlandesgericht Breslau und Reichsgericht — zur Schadloshaltung der Klägerin verurteilt worden. Die reichsgerichtlichen Cntschcidungsgründe charakterisieren das Verschulden des Gerichtsvollziehers in den folgenden Ausführungen: Zweifellos ist es Sache der Auftraggeberin, Rainen, Beruf, Wohnort der Schuldnerin genau zu bezeichnen. Andererseits aber ist es Pflicht des Gerichtsvollziehers, von sich aus zu prüfen, ob bei nicht genauer Bezeichnung der Schuldnerin Personengleichheit mit einer anderen Person vorliegt. Im gegenwärtigen Falle brauchte der Gerichtsvollzieher nur den Schuldner selbst zu fragen, ob es in Sprottau noch eine Firma gleichen Rarnens gebe. Er hätte dann eine verneinende Antwort erhalten. Er hätte auch den Vollstreckungs- oder Registerrichter fragen können, ob überhaupt die Möglichkeit einer Schuldnerverschiedenheit vorliege. Außerdem hätte ein Blick ins Handelsregister gezeigt, daß die Mutter des Schuldners, Martha K., früher Inhaberin der schuldnerischen Firma gewesen war und daß sie die Firma M. K. auf ihren Sohn übertragen hatte. Es ist eine Verletzung der Amtspflicht, wenn der Gerichtsvollzieher derartige, bei Verhältnissen der Kleinstadt und seinen eigenen örtlichen Kenntnissen denkbar einfache Feststellungen unterläßt.
L. K.
Frankreich und die Frage -er Reparationen.
Von V ni.
Das große Rätselraten.
Es ist schon vor der Basler Sachverständigenkonferenz den Franzosen klar gewesen, daß Deutschland in absehbarer Zeit keine Reparationen zahlen könne. Es hat auch nicht an Leuten gefehlt, welche ganz offen die Frage aufwarfen, ob überhaupt noch mit einer Wiederaufnahme der Zahlungen zu rechnen sei. Der Boden für eine Reparationskonferenz war also fruchtbar, und die Stimmung war Deutschland keineswegs ungünstig, zumal England und Italien — und im Hintergründe auch Amerika — auf der Seite Deutschlands zu finden waren. Da schlug wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Brüningsche Erklärung ein, daß Deutschland überhaupt keine Reparationen mehr zahlen könne und der Voungplan also außer Kraft treten müsse. Wenn auch zwar sofort von deutscher Seite aus eine Aeuhe» rung Brünings in so kategorischer Form dementiert wurde, wenn man sie einer (polnischen?) Indiskretion zuschrieb: ihre Wirkung blieb. Die Konferenz von Lausanne wurde unter so veränderten Amstanden für überflüssig erklärt und verschoben. Die Rotwendigkeit, sich mit den früheren Verbündeten, vor allem mit England, angesichts der neugefchaffenen Situation
Winnetou
geht zum Sechstagerennen.
Von Harry Schreck.
„Zounds", bemerkte Winneton plötzlich, als er mit Old Shatterhand von der Savanne des Rollendorfplatzes zu den Settlements der Potsdamer Straße hinüberpirschte, „wenn das Bleichgesicht, das diese Botschaft auf die Plakatsäule geklebt hat, nicht mit der doppelten Zunge der Hinterlist spricht, so gibt es in diesem Talkessel ein Wigwam, in dem man ein Sechstagerennen reitet!" . hvb seinen Kopf und lauschte aufmerksam in die Rächt.
„Thunderstorm!“, äußerte Old Shatterhand, indem er seinen Bärentöter fester packte, „all devils, mein Bruder Winnetou hat die Wahrheit geredet —!"
Winnetou nickte ernsthaft und sah grübelnd vor sich hin.
„Die fremden Jäger, die hier vorbeigezogen sind", sagte er endlich, „haben sich so beeilt, daß sie nicht einmal ihre Fußspuren ausgelöscht haben!"
Old Shatterhand bückte sich und prüfte die Fährten nach.
„Caramba“, bestätigte er überrascht, „diese Spuren sind noch nicht einmal eine Stunde alt. Es sind die Sohlenabdrücke von einigen lausend Männern!"
Deistimmend, aber nachdenklich neigte Winnetou das Haupt.
„Weiß mein Bruder Scharlie, was ein Sechstagerennen ist?", fragte er zögernd, „das Bleichgesicht auf der Säule behauptet, daß es eine Jagd sei ..
Der Befragte brummte etwas Unverständliches in den Bart.
.„Wenn nicht einmal Old Shatterhand weiß, was seine eigenen Brüder unter einem Sechstagerennen verstehen", brach Winnetou das Schwei» gen, „dann wird es gut sein, in dieses Wigwam einzutreten und zu erfahren, was dort so viel Lärm erregt, daß es sogar den Kriegsruf eines ganzen Stamms tapferer Apachen ersticken könnte. Winnetou wird das betrachten. Er hat gesprochen. Howgh —"
„Hallo, old boys! Laßt die Macheten im Gürtel und greift nicht nach der Büchse!", lächelte Old Shatterhand beruhigend, als er sich mit Winne»
zu verständigen, wurde als die erste Pflicht der französischen Staatsmänner proklamiert und eine Zusammenkunft Macdonald-Laval unverzüglich ins Auge gefaßt.
In den politisch besonders interessierten Kreisen aber ging das große Rätselraten um die Brüningsche Erklärung los.
Was konnte, fragte man sich, den Kanzler bewegen, diesen kategorischen Ausspruch zu tun? Warum dem englischen Botschafter gegenüber? Ist der Kanzler das Opfer einer bewußten Indiskretion geworden? Hat der englische Botschafter die Kanzleräußerung mit Absicht einem polnischen Journalisten mitgeteilt, hat er sie unter dem Siegel der Verschwiegenheit weitergegeben, und hat der Journalist einen Vertrauensbruch begangen? Ist das Ganze nur ein diplomatischer Schachzug, und ist der englische Botschafter unter einer Decke mit dem Kanzler? Wollte man durch die Dorausnahme eines eventuellen Resultates der Reparationskonferenz von Lausanne diese selbst sabotieren, da sie England im Augenblick ungelegen kam? Wollte man, um der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland gerecht zu werden und einer im Augenblick gefährlichen Opposition keine neue Rahrung zu geben, um jeden Preis eine unzweideutige Geste gemacht haben und außerdem eine unwiderrufliche?
Wie dachte man sich die Wirkung des Ausspruchs auf die französische Regierung und die französische Öffentlichkeit? Erwartete man, daß Frankreich die Erklärung einfach hinnehmen und nicht durch ernsthafte Aktion auf sie reagieren werde? Ja, handelt es sich womöglich — fragten sich Leute, die sich für ganz schlau halten — nicht um eine geheime, ganz geheime Abmachung zwischen Laval und Brüning? Ist der Brüningsche Coup eine abgekartete Sache über die öffentliche Meinung in Frankreich hinweg — und sind alle Gegenerklärungen Lavals nur Spiegelfechterei vor dem Parlament, vor dem man sich keine Blöße geben darf? Wird es sich jetzt erst darum handeln, ganz allmählich die öffentliche Meinung Frankreichs und das Parlament für die Annahme der neuen Gegebenheit zu gewinnen? Hat sich die offiziöse französische Presse deshalb verhältnismäßig so ruhig verhalten, weil ihr bedeutet worden ist, daß ein allzugroßes Lärmschlagen keinen Sinn habe vor Tatsachen, an denen nichts zu ändern ist? Oder — werfen andere, gcriebenere Diskutierer ein — ist dies nur die Ruhe vor dem Sturm, der losbrechen wird gegen die deutsche Erklärung, sobald man sich erst mit England geeinigt haben wird? Welche Trümpfe wird man ausspielen? Welche Trümpfe sind überhaupt im Spiel, und wer hält sie in Händen? Wird man die Sanktionsklauseln des V.oungplanes in Wirkung treten lassen? Also: wird man an das Haager Schiedsgericht appellieren, und wird dieses die einseitige Verletzung des (durch die deutsche Unterschrift feierlich besiegelten) Poungplanes feststellen? Wird der Schi ds^erichtshof das „Vertragsbrüchige" Deutschland den Sanktionen der Vertragspartner ausliefern? And welches werden diese Sanktionen sein? Reue Besetzung, wie sie die Militärs wünschen? Wirtschaftliche Maßnahmen, wie sie manche Politiker fordern? Etwa Kündigung des französischen Anteils der Stillhaltekredite? Straf- taxe von 26 Prozent auf die deutsche Einfuhr? Kündigung des Handelsvertrages, der für Deutschland günstig ist? Kampf gegen die deutsche Reichsmark, welche den Franzosen gleichgültig sein kann, wenn nichts mehr gezahlt wird? Womöglich sogar Beschlagnahme der deutschen Guthaben?
Dies — und andere, nebensächlichere mehr — sind die Fragen, die hier gestellt werden und dem Deutschen Tag für Tag um die Ohren schwirren. Ganz gewiß keine sehr angenehmen Fragen. And ganz bestimmt solche, welche zu beantworten einfach unmöglich ist. Rur eines ist sicher: daß die Erfahrungen, die wir mit der deutsch-österreichischen Zollunionspolitik gemacht haben, uns vor jedem übertriebenen Optimismus bewahren und die vielbeschworene Isolierung Frankreichs nicht als unumstößliche Tatsache hinneh- men sollten. Alles wird zunächst davon ab» hängen, was jetzt bei der Besprechung von Mac-
tou durch den schwankenden Menschengürtel drängte, der den Zugang des Sportpalasts umsäumte, „denn die zwei Männer, die hier zu euch kommen, wollen nichts Böses an diesem Lagerfeuer. Sie wollen die Friedenspfeife mit euch rauchen und ...“
„Die Karte kostet zwanzig Mark", sagte eine fette Stimme.
„Die weißen Männer kennen die Gesetze der Gastlichkeit nicht", murmelte Winnetou verächtlich, „mein Bruder mag ihnen ein paar Ruggets zuwerfen ...!" Er schob sich gewandt durch die aufgestaute Menge voran.
„Aff, uff", sagte er verwundert, indem er seine doppelläufige Silberbüchse auf den Rand der Kurvenbrüstung legte,, „das dort ist ein Sechstagerennen?"
„Schätze, daß es eins sein wird", meinte Old Shatterhand.
„Es sind Männer, die auf stählernen Rossen reiten“, teilte Winnetou kopfschüttelnd mit, „find es Greenhorns, die keinen Mustang bändigen können — ?"
„Es sind Greenhorns", vermutete Old Shatterhand verlegen.
„And sie werden wirtlich sechs Tage auf diesen Stahlrossen reiten?", erkundigte sich Winnetou stirnrunzelnd, „und sogar noch sechs Rächte da- zu?l"
„By Jove, sie werden es tun", versicherte Old Shatterhand.
„Dann muß es ein großes und edles Ziel fein, bas diese Männer dort unten erreichen wollen", erklärte Winnetou gedankenvoll, ohne den Blick voii der Bohlenbahn zu wenden, auf der die Reifen knirschend und summend vorüberhehten, „bemn obwohl diese Reiter bereits bis zur Erschöpfung ermüdet sind, denken sie nicht daran eine Rast zu machen. Wir werden hierbleiben! Howgh —“
♦
„Kann mir mein Bruder Old Shatterhand sagen, warum diese Jäger stets die gleichen Kreise ziehn?", forschte Winnetou, nachdem er eine halbe Stunde auf die Fahrerschlange gestarrt hatte, die gefräßig eine Runde nach der anderen verspeiste, „hoffen sie etwa, daß sich ein Büffel in dieses Wigwam verläuft, den sie mit dem Lasso fangen oder mit der Flinte niederstrecken könnten?"
„Well", murmelte Old Shatterhand, „dann wären sie Starren!“
„Ober denken sie", fuhr Winnetou befremdet
donald und Laval herauskommt, und wie sich England, dessen Handlungsfreiheit bedingt ist, dann zu der Brüningschen Erklärung stellen wird. Auch dann erst wird ein Streiflicht auf die Rolle fallen, welche der englische Botschafter in Berlin in der Weitergabe der Brüningschen Aeutzerung gespielt hat und inwieweit sich Deutschland in seinem Verlangen nach Streichung des Voungplanes überhaupt auf England verlassen kann. Daß es ohne absolut unzweideutige Stützung durch England ein rasches und definitives Resultat erreichen könne, erscheint unmöglich. And das Schlimmste, was ihm geschehen könnte, wäre eine auf der Basis des französischen Standpunktes erfolgende neue Einigung zwischen Paris und London, Deren Kosten es bestreiten müßte.
Es ergibt sich aus allem bisher Gesagten, wie ungewöhnlich ernst auch die außenpolitische Lage geworden ist. Man soll sich darüber keiner Täuschung hingeben und keine Vogelstraußpolitik treiben. Es dreht sich ganz und gar nicht in erster Linie um eine Rechtsfrage: es dreht sich in allem, was augenblicklich in den Kulissen der Außenämter gespielt wird, um eine Macht- frage. And — notabene — es dreht sich, vom deutschen Standpunkt aus gesprochen, um eine Methoden frage. Alle Deutschen sind sich unbedingt darin einig, I. daß die außerordentliche Anzulänglichkeit des Versailler Vertrages die Hauptschuld an der heutigen Weltverwirrung trägt, die primäre Schuld (nicht die alleinige), und 2. daß die Vorbedingungen — die wirtschaftlichen —, auf denen der Poungplan aufgebaut ist, nicht mehr zu Recht bestehen, also auch die in ihm vorgesehenen Zahlungen nicht mehr geleistet werden können noch geleistet zu werden brauchen.
Die Kardinalfrage nun, die sich für jeden
politisch denkenden, von kühlen DernunftsgrÜnden geleiteten deutschen Menschen ecgiebt, ist diese: Sind England und Italien als Partner Deutschlands stark und zuverlässig genug, um gemeinsam mit Deutschland die von diesem geforderte definitive Lösung des Reparationsproblems durch endgültige Streichung aller Reparationen zu erzwingen — oder sind sie es nicht? Also, anders formuliert, läßt sich in der Reparationsfrage eine offene antifranzösische Politik mit Erfolg betreiben ober nicht? Wird man — auf die allereinfachste Formel gebracht — in biefem biplomatifchen unb wirtschaftlichen Krieg ben Sieg über Frankreich, d. h. den französischen Standpunkt davontragen?
Auf einer ganz anderen Ebene aber liegt die Tatsache — und dies sei hier ausdrücklich betont —, daß eine Volksbewegung, wie die nationalsozialistische, daraus hinzielt, mit gefühlsmäßigen Gründen gegen den Vertrag von Versailles anzustürmen, unb verlangt, daß bei Entscheidun- gen über Völkerschicksale mit gleichen Maßen gemessen werde. Es ist nicht nur gut, sondern diplomatisch notwendig, das auf solcher Basis ruhende allgemeine und ethisch berechtigte Revisionsverlangen völlig zu trennen von der Frage der Streichung der Reparationen. Je kühler, je sachlicher, je ziffernmäßiger hier die Argumentation ist, desto sicherer wird ein günstiges Ergebnis erzielt werden. Offen bleibt Die Frage, ob das Beschreiten -eines anderen Weges, nämlich die unmittelbare Verhandlung mit Frankreich wirklich außerhalb des Bereiches der Möglichkeiten lag. Die Meinungen schwanken, in Paris wie in Berlin. Es ist müßig, bei dem augenblicklichen Stand der Dinge, diejenige, welche man selbst hat, zu äußern. In der Politik zählt die Gegebenheit. Zählt und wiegt.
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Mmschasts-SeratekampsSeiboln-Sießen
Gießener Turner abermals siegreich.
Ain Sonntag sand in der Turnhalle zu Herborn der Rückkampf im Kunstturnen zwischen den Vereinen Herborn und Gießen statt. Auch diesmal konnte der Turnverein von 1846 Gießen seinen im Rovember 1931 zu Gießen errungenen Sieg bestätigen. Mit 895 zu 870 Punkten wurde Herborn auf den zweiten Platz verwiesen. Turnverein Bieber/Offenbach war diesmal nicht vertreten, sondern hatte seine Teilnahme zurückgezogen. Der Kampf nahm einen schönen und spannenden Verlauf. Die gebotenen Aebungev ernteten dankbaren Beifall. Die Gießener Mannschaft — Otto Kern, Hch. Herbert, Mathilde Koch, Ria Philipp, Elfriede Münnich, Friedrich B e 11 o f, Karl Müller, K. Schöndorf, Alois Burkart, Karl Schick unb Karl Reu ter — holte sich nach dem ersten Gerät die Führung und vergrößerte den Vorsprung von Gerät zu Gerät.
Bester Einzelturner war Karl Schick mit 107*/2 Punkten, ihm folgte Alois Burkart mit 105 und K. Reuter mit 103y2; alle Tv. Gießen. Von den Turnerinnen erwies sich Elsr. Münnich wiederum als die Beste und erzielte von 90 erreichbaren Punkten 8572, und die Iu- genöturner Herbert und Kern konnten ebenfalls die ersten Plätze behaupten.
VfB. Gießen.
DfB. III — Flensungen I 7:1.
Beide Mannschaften zeigten achtbare Leistungen. Die Gäste mußten sich allerdings dem technisch besseren Spiel der DfDer beugen, ohne daß jedoch der Kampf einseitig gewesen wäre. Der Flensunger Sturm war nicht durchschlagskräftig genug, um die Verteidigung der Platzbesiher zu überwinden. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Die VfBer verschossen zwei Elfmeter.
Die 1. Jugend trat zum ersten Male nach der Spielsperre gegen die spielstarke Mannschaft des Sportclubs Wetzlar - Riedergirmes auf. Beide
Mannschaften lieferten sich einen äußerst spannenden Kampf. Dem technisch beachtlichen Spiel der VfBer setzten die Gäste Kampf und Durchschlagskraft entgegen. Das Treffen endete Anentschieden 1:1 (1:0).
Handball im VfB.
VfB. I — To. Burkhardsfelden I 4:4 (2:3).
Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Es entwickelte sich aber trotzdem ein sehr lebhaftes Spiel, das die Hiesigen zum Teil felbüberlegen sah. Die VfBer ließen sich durch die borgelegten Tore der Gäste nicht entmutigen und konnten gegen Schluß das schmeichelhafte Anentschieden erzielen. Die Turner zeigten schönes Zusammenspiel; ihre Stärke war der Sturm. Die Gießener hatten im Tvrwurs manchmal Pech, auch mangelte es am Zusammenspiel.
Tisch-Tennis der Gp. Vg.^900.
Grun-Delß Bad-Rauheim 14:2 geschlagen!
Die vor kurzer Zeit gegründete Tisch-Tennis- Abteilung der Spielvereinigung 1900 trug am Samstag ihren ersten Clubkampf aus. Als Gegner war der Tisch-Tennis-Club „Grün-Weih" Bad- Rauheim verpflichtet. Es wurden 11 Herren- Einzel- und 5 Herren-Doppel-Spiele ausgetragen. Zur allgemeinen Aeberraschung waren die 1900er ihrem Gegner weit überlegen. Dennoch gab cs in den meisten Spielen spannende Kämpfe zu sehen. Im Gesamtergebnis blieben die 1900er mit 14:2 Punkten Sieger. Die
Ergebnisse.
Einzel: Hammann/Ost 17:21, 22:20, 17:21, 13:21; Molz-Dietrich 13:21, 21:17, 17:21, 22:24; Hehler/Duhl 12:21, 16:21, 16:21; Molz/Meyer 15:21, 4:21, 10:21; Fischer/Iung 20:22, 23:21, 12:21, 14:21; Rosenthal'Günther 19:21, 21:18, 11:21,13:21; Graff Petsch 18:21,13:21,13:21; Heß- Groh 15:21, 4:21, 21:13, 23:21, 21:15; Reichardt- Meyerhoff 24:22, 10:21, 21:12, 17:21, 24:22; Franz- Fleschhut 17:21, 14:21, 21:10, 16:21; Waldschmidt- Topp 7:21, 21:19, 19:21, 16:21.
fort, „daß sie auf ihrer Jagd einem Todfeind begegnen, dessen Skalp ihren Medizinbeutel schmücken soll?"
„Sie wollen eine Runde gewinnen!", sagte Old Shatterhand.
„Kann man eine Runde anziehen wie einen Mokassin?", fragte der Häuptling der Apachen erstaunt, „oder sie offen, wie man eine Grizzly- Icnbc verzehrt?"
„Kalkuliere — nein“, äußerte Old Shatterhand verdrossen.
„So raucht man also eine Runde wie ein Kalumet?", erkundigte sich Winntou starrköpfig, oder man muh sie trinken, tote man Feuerwasser schlürft?"
„Pshaw!“, stieß Old Shatterhand hervor, „auch das nicht!"
„Hat eine Runde bann etwa die Schärfe eines Bowiemessers oder die bunte Pracht des Federschmucks ?", ergründete Winnetou, „oder ist sie eine Squaw?"
„Eine Runde ist eine . .. Einbildung", sagte Old Shatterhand.
„So muß Manitou, der Große Geist, diese Reiter in seinem Zorne verblendet haben", versetzte Winnetou düster, „seine Großmut hat ihnen Rücken gegeben unb Schenkel, die stark sind wie die Pranken des Grizzlybären — aber sie dürfen sie nur dazu gebrauchen, um eine Runde zu gewinnen. Manitou, der Große Geist, läßt sonderbare Dinge geschehen. Ich habe gesprochen. Howgh —!"
♦
Das dichte Gewühl der Zuschauerreihen begann bebend aufzuzucken. Scharf und spitz flackerten wilde Schreie über die Schlagwellen des Lärms. Ein rasendes Johlen fegte heulend durch den Raum. Ein schweres, schwarz-rot gefledtcS Höllentier schien aus seinen Fesseln zu brechen — wie von einem Schlage gepeitscht schnellten die stählernen Lenkstangen der Rennfahrer vorwärts.
„Warum schreien unsere weihen Brüder?“, fragte Winnetou.
„Sie wollen, dah es noch schneller geht", entgegnete Old Shatterhand bekümmert, „die Männer dort unten sollen darum kämpfen, wer zuerst ankommt —“
„Wer im Kreise reitet, kann doch nicht.. sagte Winnetou.
„Es ist ein Sechstagerennen", meinte Old Shatterhand mürrisch, „mein Bruder Winnetou
ist ein tapferer kühner Krieger. Er kämpft nicht um Runden!"
Winnetou nickte und sah ernsthaft grübelnd vor sich hin.
„Mein Bruder Scharlie billigt es nicht, dah die roten Männer einen Marterpfahl haben", sagte er endlich, indem er sich erhob und seine Silberbüchse auf die Achsel warf, „aber er mag mir sagen, ob ein Marterpfahl schlimmer ist als ein Sechstagerennen. Uff, ein Apache weiß, daß man ihn am Pfahl martert — die weißen Männer aber halten ihr Sechstagerennen für ein Vergnügen!"
Zeitschriften.
— 2n der Februarnummer von Wester- manns Monatsheften (Verlag G. Wester- mann, Braunschweig) kommen namhafte Schriftsteller, Dichter und Gelehrte zu Worte. Meister der Farbe und Form gesellen sich zu chnen, um die bunte Schönheit malerischer, plastischer und graphischer Bilder den Lesern näherzubringen. Technik, Mode, Sport und Körperkultur werden ebenso wie Fragen der Kunst, Musik und Literatur, des Theaters, der häuslichen und gesellschaftlichen Kultur behandelt. Auch dem Februar- Heft liegt wieder eine Atlaskarte bei.
Hochschulnachrichten.
Der Stadtrat a. D. Dr. PH. Stein, Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbandes und Honorarprofessor für Sozialpolitik und Genossenschaftswesen in der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Aniversität Frankfurt ist im Alter von 63 Jahren in Berlin gestorben. Während dreier Jahrzehnte hat Prof. Stein seine Tätigkeit in den Dienst des Instituts für Gemeinwohl in Frankfurt a. M. gestellt. Hier war er zuerst Leiter der Rechtsauskunftsstelle, dann Leiter des Sozialen Museums und zuletzt Geschäftsführer des Instituts. Als Rachfolger Hans Crügers wurde Stein 1925 zum Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbandes gewählt. Inzwischen wurde er Dozent an der Frankfurter Akademie für soziale Handelswissenschaften, später Dozent an der dortigen Aniversität. Prof. Stein war auch Mitglied des ReichswirtschastS- rates. Seine Schriften betreffen Arbeiterfragen, Wohnungswesen, Volksbildungswesen, Genossenschaftswesen.


