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Hitler vor -en Berliner SA.

schieden, oder ob der französische Einfluß sich so stark geltend machen werde, um dem großen moralischen und sachlichen Erfolg Brünings irgendwelchen Abbruch zu tun. DerBer­liner Börsen-Courier" (liberal) nennt es bemerkenswert, daß der Kanzler auch diesmal auf die Notwendigkeit der Abschaffung der Reparationen und auf die Notwendigkeit großzügiger und entschlossener Liquidation der wirtschaftlichen und finanziellen Restbestände des Krieges hingewiesen hat.

Die auf dem äußersten rechten Flügel der Volks­partei stehenden LeipzigerNeuestenNach- richten schreiben u. a.: Nicht nur die Erwar­tungen Deutschlands, ersichtlich auch die aller Teilnehmer an der Konferenz, waren äußerst ge­spannt auf den vierten Hauptredner, den deutschen Reichskanzler Brüning. Das drückte sich unver­kennbar in dem Empfang aus, den die Versamm-

Paris, 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Rede des Reichskanzlers vor der Abrüstungskonfe­renz wird von der gesamten Presse in zurück­haltendem Ton besprochen. Im allgemei­nen wird jedoch die Tendenz für Gleichheit der Rechte und Gleichheit der Pflichten a b g e l e h n t, im übrigen aber wird festgestellt, daß der Reichs­kanzler, wenn auch verschleiert, den alten deutschen Standpunkt in der Abrüstungsfrage insgesamt a u f- rechterhalten habe.

Petit Journal" schreibt: Dr. Brüning hat, indem er fortwährend die Ungleichheit der Rechte betonte, nur feierlich Gedankengänge proklamiert, die bereits wiederholt zum Ausdruck gebracht worden find, aber er hat das verdienst gehabt, dies freimütig in einer geschickten und ab­sichtlich gemäßigten Form zu tun.

Der offiziösePetit P a r i s i e n" hält die Rede Dr. Brünings für völlig negativ, spricht ihr jede konstruktive Anregung ab und bezeichnet sie als eine Bekräftigung des moralischen und juristischen Rechtes, dos das bewaff­nete Deutschland angeblich habe, jetzt das Ab­rüstungsproblem auf der Grundlage gleicher Rechte und einer für alle Völker gleichen Sicherheit gelöst zu sehen.

DerCharme" (der nach Ansicht desPetit Pa- risien" durch den französischen Plan und die Rede Tardieus in Genf geschaffen worden sei) sei be­reits durchbrochen; man habe dem Beweis einer Zusammenarbeit eine Bresche geschlagen. DerMatin" weist auf die be­sonders freundliche Aufnahme hin, die Dr. Brünings Rede in Genf gefunden hat. Er schreibt, man dürfe die Augen nicht vor der Tat­sache verschließen, daß Deutschland in Genf Sym­pathien genieße. Zweifellos bestehe in Gens eine prodeutsche M y st i k, die der Kanz­ler bewunderungswürdig fördere.

w3ourna l* erklärt: Brünings Rede ist ebenso gemäßigt in der Form, wie radikal in ihrem Inhalt. Der Reichskanzler hat sich diesmal gehütet, auf die Verleugnung der Ver­träge anzuspiclen. Vielmehr hat er im Namen des Versailler Vertrages die Abrüstung und im Namen des Völkerbundes Gleichheit ge­fordert, aber Dr. Brüning hat die gleichfalls durch die Verträge geschaffene Ordnung ver- Igessen, die die erste Bedingung für die Ab­rüstung ist.

Genf, 9.Febr. (TU.) Staatssekretär von Bü­low hat am Dienstagabend bei Eröffnung der Völkerbundsratssißung anstelle der inündlichen Erklärung dem Generalsekretär des Völ- kerbundes ein Schreiben übermittelt, das tele­graphisch der litauischen Regierung übermittelt wurde. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:

Herr Generalsekretär! Den Mitgliedern des Ra­tes ist bekannt, daß der Herr Reichskanzler Brü­ning im Namen der deutschen Regierung eine ernste un d äußer st dringliche Angele­genheit des Memelgebietes vor dem Rate an­hängig gemacht und um eine sofortige Sitzung des Rates zu diesem Zwecke gebeten hat. Zu meinem großen Bedauern kann die Angele­genheit nicht in der heutigen Ratssitzung behandelt werden, weil kein bevollmächtigter Ver­treter der litauischen Regierung in Genf anwesend ist. Ich möchte heute zum Ausdruck bringen, daß meine Regierung die Angelegenheit für so wichtig und dringlich hält, daß diese keinerlei Aufschub mehr zu läßt. Sollte daher die Frage der Teilnahme eines bevoll­mächtigten Vertreters der litauischen Regierung nicht unverzüglich geklärt werden, so muß ich mir Vorbehalten, wegen der weiteren Be­handlung der Angelegenheit die notwendigen A n - träge zu stellen. Ich darf Sie bitten, diesen Brief sogleich zur .Kenntnis des Rates zu bringen."

Der neue deutsche Schritt in der Memelsrage ist darauf ^urückzuführen, daß die litauische Re­gierung auf die am Montag telegraphisch an sie gerichtete Aufforderung, unverzüglich einen Vertreter für die Verhandlungen im Dölker- bundsrat wegen Bruches der Memelkonvention zu ernennen, geantwortet hat, der Außenminister Zaunius sei erkrankt. Die litauische Regie­rung hat entgegen der Aufforderung des General­sekretärs des Völkerbundes keinen Vertreter für die Ratsverhandlungen ernannt. Es liegt so­mit ein offensichtlicher Versuch der litauischen Re­gierung vor, die Ratsverhandlung zu sabotie­ren.

Das Schreiben des Staatssekretärs von Bülow an den Generalsekretär des Völkerbundes wird nun dahin ausgelegt, daß die deutsche Regierung ent­schloßen ist, vom Völkerbundsrat die Eröffnung der Verhandlungen gegen die litauische Regierung auch in dem Fall zu verlangen, daß diese keinen Vertreter dazu entsendet. Der Führer der li­tauischen Abordnung auf der Abrüstungskonferenz, Klimas, erklärte, er sei nicht bevollmäch­tigt, seine Regierung im Dölkerbundsrat zu ver­treten. Unter diesen Umständen scheint es burdjaus möglich, daß der Dölkerbundsrat in Abwesen­heit eines litauischen Vertreters die Verhandlun­gen beginnt.

Zuspitzung der Lage.

Kowno, 9. Febr. ($11.) Aus Memel wird bestätigt, daß der widerrechtlich ernannte Landes­

hmg ihm bereitete. Llnd die hochgespann­ten Erwartungen wurden nicht ent­täuscht. Für uns Deutsche ganz gewiß nicht. Wir find mit Brünings innerer Politik, wie un­sere Leser wissen, in manchen Punkten nicht ein­verstanden. Das wird uns nicht obhalten, dem Vertreter des Deutschen Reiches vor dem Genfer versammelten Forum die Gerechtigkeit widerfah­ren zu lassen, die wir ihm schuldig zu sein glau­ben. Und die sich dahin zusammenfassen läßt: Besser, als «s an diesem ersten entscheidenden Tag vertreten war, hätteDeutschland gar nicht vertreten sein können. Brünings außenpolitische Art, diese ehrenfeste Sachlichkeit, der die Worte nicht dazu gegeben sind, um die Gedanken zu verbergen, sondern um ihnen zu mög­lichst klarem Ausdruck zu verhelfen, scheint uns hier mehr am Platze zu sein, als jede s o n st i g e denkbare Art des Auftretens.

Echo de Paris" will in Dr. Brünings Rede nichts anderes erblicken als das Revanche­ziel. Die Anspielung auf die Reparationen und die angebliche Ungleichheit der Rüstungen als Ursache der Wirtschaftskrise sei grotesk.

Das nationalistischeJournal des Debets erklärt, wenn Dr. Brüning einen Appell an das Vertrauen richte, so habe dieses für Frank­reich k e l n en wert. Die deutschen Wortführer glaubten nicht an den Frieden, sondern an die Vernichtung der F r i edensveriräge und die Wiederherstellung des Reiches von 1914. Deshalb dürfe sich die öffentliche Meinung nicht durch den gemäßigten Ton der Rede Brünings beirren lassen. Der Reichskanz­ler habe die bekannte deutsche Forderung auf Gleich­heit in seiner Rede klar zum Ausdruck gebracht.

Guter Eindruck in England.

London, 10. Febr. (WTD. Funkspruch.) Der Genfer Reuter-Korrespondent sagt:Abgesehen von einigen ironischen Bemerkungen, die in fran­zösischen Kreisen geäußert wurde, hat die Rede des deutschen Reichskanzlers allgemein Bil­ligung gefunden. Sie war eine klare, offene und feste Darstellung des deutschen Standpunktes, vermied aber jede llebertreibung und zeigte Zurückhaltung und Maß. Die Aufnahme der Rede unter der Zuhörerschaft war sehr günst ig. Die ganze Versammlung war auf Dr. Brünings Seite und bezeugte dies durch häufigen Beifall.Morning Post" sagt, die Kund­gebungen, die Dr. Brüning zuteil wurden, seien zum Teil auf den Glauben zurückzuführen, daß Deutschland heute der Hauptvorkämpfer für Ab­rüstung sei, sie seien aber auch eine Huldigung für die Versöhnlichkeit desReichskanzlers gewesen.

Daily H e r a l d" erklärt: Dr. Brüning habe der Konferenz gestern in höflicher Form den Fehdehandschuh hingeworfen, der in der Forderung nach Gleichberechtigung be­stehe. Er habe zwar die natürliche Schlußfolge­rung nicht ausgesprochen, daß Deutschland bei Nichterfüllung seiner Forderung das Recht zum Aufrüsten beanspruchen werde, aber diese Schlußfolgerung ergebe sich von selbst. Während andere Redner vorsich­tige Worte wieBeschränkung" oderVerminde­rung" der Rüstungen brauchen, habe Dr. Brüning an dem unzweideutigen WortAbrüstung" festgehalten.

Präsident Tolischus ein Landesdirekto­rium gebildet hat. Als Landesdirektoren hat er den Landessteuerrat T a l e i k i s und den Lan­desrat V o n g e h r ernannt. Don weiteren Per­sönlichkeiten spielten die Großlitauer T o l e i k i s als Landespolizeidirektor eine führende Rolle im Direktorium. In Kowno sieht man in der Neubildung des Direktoriums eine erhebliche Verschärfung der Lage. Als nächsten Schritt erwartet man in amtlichen Kownoer Kreisen die Auflösung des Landtages, da man sich darüber klar ist, daß das gewaltsam ge­bildete Direktorium unter keinen Ilmständen die Mehrheit im Parlament erhalten kann. Wie weiter verlautet, wird Landespräsident Bött­cher nach Kowno gebracht werden, wo die Untersuchung wegen Landesverrats vor einem militärischen Untersuchungsrichter zu Ende ge­führt werden wird. Ein solches Verfahren kann in Litauen auf Grund des Kriegszustandes nur vor einem Kriegsgericht verhandelt werden.

Der Reichskanzler verläßt Gens.

Empfang der internationalen Preise.

® cnf, 9. Febr. (WTD.) Reichskanzler Dr. Brüning empfing heute nachmittag vor seiner Abreise mehr als 200 Vertreter der intet« nationalen Presse. Der Kanzler teilte mit, daß er die Absicht habe, im Laufe der Verhandlungen der Abrüstungskonferenz noch einmal nach Genf zurückzukommen. Es sei ein Gebot des Rechtes, wenn Deutschland die Forderung erhebe, daß nach so vielen Jahren nunmehr auch die übrigen Länder dem deutschen Beispiel der Ab - rustungfolgen.Ich bitte nicht zu glauben", erklärte der Kanzler,daß in dieser Beziehung im deutschen Volke verschiedene Auffassungen be­stehen könnten. Ich bin der festen ileberzeugung, daß die Konferenz zu positiven Resultaten führen wird, vorausgesetzt, daß der gute Wille besteht und der Druck der öffentlichen Mei­nung ebenso stark bleibt, wie er sich in den Abrustungskundgebungen gezeigt hat. Ich halte den Zeitpunkt für gekommen, daß jetzt auf den Gebieten, auf denen die ganze Menschheit letzten Endes die gleichen Forderungen erhebt, ich meine die Abrüstung und die politi­schen Zahlungen, die verantwortlichen Staatsmänner mutig die Konsequenzen oug den jetzt gewonnenen Erkenntnissen ziehen müssen. Ich trage die Verantwortung für die Politik eines Volkes, das nach der Infla- t i o n seine Wirtschaft wieder aufge­baut hatte und das jetzt durch Vorgänge von außen her in eine fürchterliche L-age gekommen ist. Ich kann Ihnen nur das eine sagen: Wenn die Dinge so weitergehen, wie seit zwei Jahren, so kann man für die ganze

Berlin, 9. Febr. (CNB.) Zu einem Appell der Berliner und der Brandenburger SA., den der Oberste SA.-Führer Hitler heute abend im Sportpalast abhielt, waren etwa 14 000 SA.« Leute zur Stelle. Im Jnnenraum und auf den Rängen waren die Stürme aufmarschiert, an ihrer Spitze die sechs Standarten der Gruppe Berlin- Brandenburg. Außer den SA. wurden nur die Presse und geladene Gäste zugelassen. Anwesend waren u. a. Vertreter der Botschaften bzw. Gesandt­schaften von Amerika, Italien, Ungarn, Bulgarien, Türkei, Bolivien, Schweden, Lettland, Finnland und Norwegen. Kurz nach 9 Uhr erschien Hitler, be­gleitet von Stabschef Röhm, Gruppenführer Graf Helldorf usw. Auch Prinz August Wil­helm war anwesend. Graf Helldorf meldete die SA., worauf Hitler eine längere Ansprache an die SA. richtete, in der er u. a. erklärte:

Die SA. steht und wird durch nichts erschüttert und durch nichts gebrochen. Es bestehen keine Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Führer und den Gauleitern, zwischen dem Führer und dem Stabe, zwischen der SA. und ihren Füh­rern. Es gibt keine inneren Kämpfe in der nationalsozialistischen Bewegung. Unsere Grund­sätze sind: Nationalismus bis zum äußersten, Hin­gabe des Persönlichkeitswertes im Sinne einer un­erhörten Autorität des Führergedankens und Kampf­bereitschaft bis zur Selbstopferung. Wir sind heute die größte politische Bewegung, die es in Deutsch­land je gegeben hat. Wir haben heute nahezu 900 000 Mitglieder und werden Ende näch- st en Monats die erste Million erreicyt haben. Jeder Nationalsozialist aber zieht 20 an­dere zu unseren Ideen hin. Ob wir heute oder mor­gen die Mehrheit der deutschen Nation umfassen, spielt keine Rolle. Der Tag kommt, an dem das deutsche Volk in unseren Reihen stehen wird. Daß unsere Gegner die Bedeutung unserer Bewegung erkennen, sehen wir an dem erbitterten Kampf, den

Menschheit nur trübe in die Zukunft blicken. Ich bitte Sie deshalb, sich mutig dafür einzusehen, daß endlich klare Bahn geschaffen wird."

Die Ausführungen des Reichskanzlers machten auf die Zuhörerschaft einen nachhaltigen Eindruck und lösten spontane '-oeifallsbezeugungen aus. Der Reichskanzler verließ heute um 17.37 Uhr Genf in Begleitung von Ministerialdirektor Dr. Zechlin und Oberregierungsrat Planck. Staats­sekretär v.Bülow bleibt wegen der Rats­verhandlungen noch einige Tage in Genf.

3m 3uni Trrbuikonfrrenz.

Grundsätzliche Nebercinkunft in Genf?

Genf, 9. Febr. (TU.) Von gut unterrichteter englischer Seite wird dem Vertreter der Tele- graphen-Union mitgeteilt, daß in den Unter­redungen Dr. Brünings mit Simon, Tardieu und Grandi am Montag eingehend die Frage der Einberufung der Repara­tiv n s k o n f e r e n z für Mitte oder Ende Juni erörtert worden fei. Es soll eine grund­sätzliche Uebereinftlmmung über die­sen Zeitpunkt erzielt worden fein. Ferner fei erwogen worden, bafj während der A n - Wesenheit Macdonalds in Genf (in eini­gen Wochen) eine Vorbesprechung zur Vor­bereitung der Konferenz stattsinden solle, an der außer Brüning und Macdonald möglicherweise auch Laval und Grandi teilnehmen würden. In der Unterredung ist übereinstimmend der Wunsch zum Ausdruck gekommen, in einer Vorbesprechung der vier hauptsächlich an der Reparationsfrage in­teressierten Mächte eine Klärung aller in Frage kommenden Probleme zu erreichen. Diese eng­lische Mitteilung erscheint glaubhaft, da Dr. Brüning in seiner Erklärung vor der internatio­nalen Presse seine Rückkehr nach Genf in einigen Wochen in Aussicht gestellt hat. Die eng- lische Mitteilung wird übrigens auch von fran­zösischer Seite bestätigt.

Kleine politische Nachrichten.

Die dem Hindenburg - Ausschuß bisher mitgeteilten Einzeichnungen beliefen sich bis Dienstagabend auf insgesamt 1160 000.

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Die Einladungen zu der Tagung des Plenums des Hessischen Landtages für Dienstag, den 16. Februar, sind jetzt herausgegangen. Auf der Tagesordnung stehen fast nur Große Anfragen der Nationalsozialisten und der Sozialdemokraten. Außerdem die Anträge der Deutschnationalen und die kommunistischen Anträge auf Auflösung des Landtags.

*

In der Zeit vom 2. bis 8. Februar sind insge­samt 967 Kleinsiedlerstellen und 2355 Kleingarten st eilen bewilligt worden. Bei den bewilligten Kleinsiedlerstellen steht das Land Sachsen an der Spitze. Auch in Würt­temberg und Baden sind die Arbeiten für die vorstädtische Kleinsiedlung gut vorangeschritten. In der nächsten Zeit ist für das Ruhrgebiet mit einer größeren Zahl von Bewilligungsbeschei­den für Kleingärten zu rechnen.

*

Die Strafkammer des Berliner Landgerichtes III sprach GrafHelldorf, den Führer der Berliner SA., den Stabschef E r n ft und weitere 20 Ange­klagte im Prozeß wegen der Vorfälle am Kurfür­stendamm von der Anklage des Land­friedensbruches frei. Graf Helldorf sowie Ernst wurden wegen öffentlicher Belei­digung zu je 100 Mark Geldstrafe ver­urteilt. 18 Angeklagte wurden wegen einfachen Landfriedensbruches außer dem Jungstahlhelmfüh­rer Brandt, der zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde, zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Meede wurde wegen schweren Landfriedensbruches zu zehn Mona­ten Gefängnis verurteilt.

Aus aller Welt.

Ein Rathaus in Ostpreußen niedergebrannt.

Das erst vor wenigen Jahren, gelegentlich der 600-Jahr-Feier der Stadt renovierte, im Jahre 1731 erbaute Rathaus in Guttstadt (Reg.-Bez. Allenstein) ist bis auf das Erdgeschoß niederge­brannt. Die alten Akten sind mit vernich- t e t. Der strenge Frost (18 bis 20 Grad) erschwerte

sie gegen uns führen. Wir haben die ersten drei Stadien dieses Kampfes: Verschweigen, Lächerlich» machen und Verleumdung überwunden und werden auch das vierte Stadium, den Terror, überwinden. Der sogenannten .eisernen Front* stellen wir eine lebendige Front entgegen."

Die Reichspräsidentenwahl erwähnte Hitler mit folgenden Worten:Der Entschluß,' der getroffen wird, wird zur richtigen Seit ge» troffen und zur richtigen Zeit bekanntgegeben werden. Ich weiß, daß in ganz Deutschland eine Millianenpartei aufscyreien wird über unseren Entschluß und zwar aufschreien in B e - geisterung. Wenn irgendeine Bewegung mit eiserner Ruhe der Entscheidung entgegensehen kann, dann ist es die unsrige aUeirt."

Gregor Straffer zur Präsidentenwahl.

München, 9. Febr. (TA ) ImVölkischen Beobachter" beschäftigt sich Gregor Straf- s e r mit der Frage der Reichspräsidentenwahl, die er eine eminent politische Ange­legenheit nesnnt. Er schreibt, daß der Reichspräsident von Hindenburg in diesen vielen Jahren die Politik der Gegner der Nationalsozialisten und damit auch siriner Gegner bei der Wahl im Jahre 1925 gemacht "Habe. Die Nationalsozialisten seien schuldlos, daß eine Ver­längerung der Präsidentschaft des Feldmarschalls gleichbedeutend geworden sei mit einer Gal­vanisierung des von der Mehrheit deS deutschen Volkes als unheilvoll eingesehenen Re­gimes Brüning. Strasser wendet sich dann gegen die unparteiischen Ausschüsse, denen er das Recht abspricht, politische Aktionen anzukurbeln und erklärt schließlich über den neuen Präsidenten entscheide das deutsche werk­tätige aus dem Kriege heimgekehrte Volk selbst am Wahltag.

die Löscharbeiten außerordentlich. Die Motorspritze mußte aus getaut werden, fror aber immer wie­der ein. Die Schläuche platzten fortgesetzt. Die Alarmeinrichtungen versagten. Drei benachbarte Gebäude wurden mit eingeäschert. Das Feuer ist auf seinen Herd beschränkt.

Erfolge der Berliner Philharmoniker in Holland.

Das Berliner Philharmonische Orchester er­rang im Haag und Amsterdam unter Leitung Furtwünglers einen außervrdentlichen Erfolg. Trotz der Wirtschaftskrise waren beide Konzerte von einem erlesenen Publikum, unter dem sich die Spitzen der Gesellschaft, Mitglieder des Di­plomatischen und des Konsularkorps, sowie nam­hafte Vertreter des politischen und wirtschaft­lichen Lebens und der Kunst befanden, besucht. Eine besondere Ehrung wurde den Berliner Künstlern durch das Erscheinen der ge­samten königlichen Familie zuteil, wo­bei die Königi n dem deutschen Dirigenten in ihrer Loge persönlich ihre Bewunderung für seine hohe Kunst zum Ausdruck brachte.

Ein Aulo fährt ins Meer.

In C a d i x (Südspanien) fuhr ein geschlossenes Personenauto, das mit vier Personen besetzt war, gegen ein Geländer, das eine am Strand entlangführende Straße vorn Meeresufer trennt. Das Auto stürzte in das an dieser Stelle 20 Meter tiefe Meer. Nur einer der Insassen konnte sich ret­ten; die anderen drei Insassen ertranken.

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Wettervoraussage.

Der Kaltlufteinbruch hat sich jetzt über ganz Deutschland durchgeseht und eine rasche Zunahme des Frostes bewirkt. In unserem Gebiet sind die Temperaturen im Flachland bis über 10 Grad unter Null zurückgegangen, und im Vogelsberg werden vorn Hoherodskopf 20 Grad Kälte sowie 12 Zentimeter Schnee, der stärkt verweht ist, gemeldet. Durch die Kräf­tigung und mehr südlichere Verlagerung des hohen Drückes über Skandinavien bleibt die Kalt- luftzufuhr bestehen, so daß das Frostwetter an­hält und auch morgen strenge Kälte auftritt. Die lebhafte Luftbcwegung wird jedoch abflauen.

Aussichten für Donnerstag: Strenger Frost mit Temperaturen nachts bis über 10 Grad unter Null, leicht wolkig mit Aufheite­rung, meist trocken.

Aussichten für Freitag: Weiterhin Frostwetter,> teils wolkig, teils aufheiternd.

Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags 0,6 Grad Celsius, abends6,1 Grad; am 10. Fe­bruar: morgens11,7 Grad. Maximum 2,2 Grad, Minimum12,3 Grad. Niederschläge 0,1 Millimeter^ Grdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 9. Februar: abends 0,5 Grad; am 10. Februar, morgens 0,4 Grad Celsius.

Was sagt Pans zur Rede Brünings?

Litauen brüskiert den Völkerbundsrat.

Kein litauischer Vertreter in Genf zur Besprechung des Memelkonflikts.