Ausgabe 
9.8.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Graumüller, Bau und Hinferleifner beenden die schwerste Bergprüfung der Welf, die Inter-

Der Vorsitzende gab yum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß Oefscntlichkcit und Behörde durch Schaffung von Arbeitsmöglichkeit dem Schloffen» Handwerk zur Seite stehen möge.

einen eingehenden Bericht. Er betonte, daß sich der Landesverband als ein wertvoller Helfer für die Mitgliedsbetriebe erweisen konnte. Stad trat Echlossermeister Geher -Darmstadt erstattete den Kassenbericht. Dem Rechner wurde Entlastung er­teilt. Der Haushaltsplan für das kommende Ge­schäftsjahr wurde genehmigt. 3m weiteren Ver­lauf der Tagung hielt Echlossermeister Geher- Darmstadt einen aufschlußreichen Vortrag über die Bedeutung der Arbeitsmaschinen für die Zukunft des Handwerks. Er führte u. a. aus, daß jeder, der den Anschluß an die weitere wirt­schaftliche Entwicklung behalten wolle, nicht ver­gessen dürfe, fich maschinentechnisch zu wappnen. Es gelte den Werkzeugen, den Hilfsmaschinen der gesamten Wcrkstattanlage besonderes Augenmerk zuzuwenden, brauchbare Verbesserungen am vor­handenen Material durchzuführen, kurzum, sich anzupassen, wo es nur irgend möglich sei. Die Anschaffung von Hilfsmaschinen sei unumgäng­lich.

Der Vortrag löste eine rege Aussprache aus. 3m weiteren Verlauf der Versammlung wurde ein Antrag auf Einschränkung der Gewcrbe- freiheit einstimmig angenommen und außerdem noch eine Reihe interner Berufsangelegenheiten behandelt.

Obermeister-Tagung der hessischen Schlosser.

3m Chrensaal des Handwerkerhauses zu Worms fand am vergangenen Sonntag eine Obermeistertagung des hessischen Schlosserhand- wcrks statt, der an Stelle eines ordentlichen Ver­bandstages die Befugnisse eines solchen übertra­gen waren. Sämtliche angeschlossenen 3nnungen waren vertreten. Der Landesverbandsvorsihende, Obermeister Heinzerling, Darmstadt, be­grüßte die Teilnehmer. 3n kurzen Worten kenn­zeichnete der Vorsitzende die Rot des hessischen Schlosserhandwerks, sprach vom Riedergang der Dauwirtschaft und seinen Folgen insbesondere für das Schlosserhandwerk, er erörterte schließlich die mannigfachen Auswirkungen der Regiebetriebe der öffentlichen Hand zum Schaden -des Handwerks. Er mahnte, trotz aller Schwere des Kampfes um die Existenz, die Verven zu behalten.

Lieber die Verbandstätigkeit im verflossenen Geschäftsjahr gab H. Schwerer -Darmstadt

den Azoren.

nenininifler hat cinttt ufolgr Dom lhonvernnir rml einen Bericht übet bai Lirzssche Erdbe- Käufer finb ringe« igt. Ticke m

14 Personen Werder -tbit Der Sachschaden de Reis belaufen. 2a t Mguck gelitten, w nfvlge Einstürzens rc- worden finb. 3n Fa^

100 Mser, «m V und in Lomba do Cavi- fo dah dort die gefamh ßimmel fd)lafcn muf-

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag. I. 93. im Augustiner, Monatsversammlung. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Die Muller der Kompanie".

WAN D E R E R wieder Alpensieger

Tödlicher Motorradunfall.

chKlein-Linden, 9. Aug. In der vergangenen Nacht verunglückte der in Sportlerkreisen weit über unsre engere Heimat hinaus bekannte Motorradrenn- fahren Wilhelm Klein von hier in der Nähe von Oberndorf bei Braunfels. Klein fuhr mit großer Wucht gegen einen Telegraphenmast und erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß der Tod auf der Stelle eingetreten sein muß. Seine Kameraden fanden ihn bereits ohne jedes Lebenszeichen vor. lieber die Ursachen des Unfalls konnten bisher noch keine genauen Feststellungen ge­macht werden. Wilhelm Klein hatte sich als Mo- torradrennfahrer beim vorjährigen RennenRund um Schotten" einen Namen gemacht. Er konnte seinerzeit das Rennen in der Klasse der Ausweis­fahrer als erster Sieger für sich entscheiden. Er beteiligte sich auch an verschiedenen Rennen auf dem Nürburgring und galt als sehr geschickter Fahrer.

" Ein« Achtzigjährige. Frau Ernestine Kinzenbach, geb. Wagner, wohnhaft Schützen- strcrße 17, begeht heute in körperlicher und gei­stiger Frische ihren 80. Geburtstag.

* * Straßensperre. Wegen Abbruchsarbeiten wurde ab Montag, 8. August, die Katharinengasse von der Kaplansgasse bis zum Hause Katharinengasse Nr. 7 polizeilich gesperrt. Die ausgestellten Sperr­schilder sind zu beachten.

Die Mutter der Kompanie." 3m neuen Programm des Lichtspielhauses sieht man wieder einen der bekannten und beliebten Dor­kriegsmilitärfilme. Die Emelka Drehte unter der Regie von Franz Seitz die heitere Manöver­posse .Die Mutter der Kompanie" mit dem be­liebten Münchener Komiker Weiß - Ferdl in der Hauptrolle des Feldwebels Stops, ferner mit Paul Heidemann, Betty Bird und Grit Haid. Unter dem MottoSchön ist die Wa­noverzeit" entwickelt sich ein gemütlicher Einquar­tierungszauber mit volkstümlichem Gesang, mit viel Liebe und Trompetenblasen und allerlei drastischen Situationen, die zwar nicht besonders originell, aber von unsehlbarer Wirkung sind. Das Publikum unterhielt sich angeregt und er- beitert. 3m Beiprogramm findet man neben der teilweise bemerkenswert aktuellen Wochen­schau einen vielversprechenden Vorspann zu dem großen Afrika-FilmTrader Horn", den die Me­tro-Goldwyn-Mayer herausgebracht hat. Eine sehr hübsche und sehenswerte Bereicherung des Abends ist die Dühnenschau:Little M i m i", eine schlanke und sehr junge Dame, die eine aus­gewachsene Dariete-Rummer vorführt' Parterre- Akrobatik von verblüffender Eleganz, Leichtig­keit und Geschmeidigkeit des körperlichen Aus­drucks, wie man dergleichen, zumal bei uns in Gie­ßen, nicht häufig zu sehen bekommt.

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Nun, der arme Händler meint, hier wolle einer zu viel Geld im voraus haben, er zuckt die Schuller, besteigt fein Rad und kann grabe noch rechtzeitig ausbiegen, da kommt nämlich einer auf einem Klicker- pucker an, ein großer Kerl mit rotem Gesicht. Auch der bremst wahrhaftig vor Duhlemanns Haus und fragt gleich, ob die Karpfen noch zu haben feien, und wieviel sie denn kosten sollten.

Die Karpfen seien noch zu haben, knurrte Buhle- mann, aber er wisse gar nicht, wieso der Herr von feinen Karpfen wisse.

Was er für das Pfund haben wolle. Der andere ist kurz entschlossen, er hat einen bösen Sandweg fahren müssen und will sich nicht umsonst gemüht haben. Und er fügt hinzu: Bor dem, der da eben weggefahren sei. vor dem Sputter und Eckenputzer, solle der Herr sich nur in Acht nehmen, der habe ein großes Maul und wenig Bargeld. Nun. wie sei's, ober solle er im Herbst roieberfommen? Er blinzelt dabei zu Moor und Wald hinüber. Den rechten Boden habe der Herr ja hier, sagt er freundlich zu Buhlemann, aber unter tausend Pfund lohne sich die Zucht ja auch nicht.

Die Wunderlichkeiten wollen kein Ende nehmen. Als Buhlemann, der nun doch einen heißen Kopf kriegt, fich just zu näheren Erklärungen sammelt, rattert und poltert ein richtiger Wagen seinen müh­sam geschaufelten Weg bis zur Wende, dreht und holpert und hält steif vor der rosenumhangenen Ein- gangstür. Kaum sehen sich die beiden Fremden, ver­zieht sich ihr Gesicht wie von einem Biß in Holz­äpfel.Na", meint der Neue,bann hätten Sie mir ja nicht erst zu schreiben brauchen, Herr Buhlemann. Aber ich sag. was der Ihnen bietet, kann meine Firma dreimal leisten. Und wenn Sie noch nicht abgeschlossen haben wieviel wollen Sie?"

Wenn Sie vielleicht auch Karpfen kaufen wollen", endlich ist es an Buhlemann, seine Zweifel loszu­werden,wenn Sie auch Karpfen kaufen wollen, mein Herr, ja, zum Teufel, wie kommen Sie denn auf den Gedanken, ich verkaufe meine Karpfen ja gar nicht!"

Er verkauft feine Karpfen nicht", bestätigt die Frau.

Sie verkaufen Ihre Karpfen nicht?" brüllen da beide zugleich und versuchen recht zu verstehen.

Wer hat Sie denn überhaupt bestellt, ich habe Ihnen doch nicht geschrieben", trumpft Buhlemann auf und stampft mit dem rechten Fuß auf die ge­scheuerten Klinker.

Sie haben nicht geschrieben?"

Beim Himmel, ich hab' nicht geschrieben. Hat man Sie vielleicht zum Besten gehalten?"

Die Herren können sich solche Frechheit nicht vor­stellen. einer sieht den andern mißtrauisch an. Und roeils in der Welt keinen schlechteren Kerl gibt, als die Konkurrenz, dieser Buhlemann aber sehr ent­schlossen dreinschaut, vermutet jeder, der andere habe vielleicht doch eine heimliche Vorgabe.

Ja, zum Donnerwetter", schilt der Dicke ratlos, aber er vergißt, weiter über den Trick nachzudenken, bas beste ist, vor dem andern beim nächsten Fisch­teich zu fein.

Na. ja", seufzt auch der aus dem Wagen,mir scheint jedenfalls, da ist nichts zu machen." Aber er tut so freundlich wie möglich, er will sich gut bei dem neuen Teichwirt einführen, die ersten Eindrücke sind immer die dauerndsten. Sv tut er noch einige gewin­nende Fragen hin und her, aber er hört kaum auf die Antworten, er muß immer den andern, den Klicker und Betrüger, den Klopffechter, im Auge behalten. Vielleicht, daß der ihm im Herbst zuvorkommen will?

Also, lieber Buhlemann", sagt er,es ist doch nett, daß Sie mir geschrieben haben. Ich komme bei nächster Gelegenheit wieder vorbei, vielleicht haben

alten Widerlager werden auf mehrere Meter Tiefe abgebrochen und mit Eisenbeton verstärkt, wieder auf die zum Auflager der bedeutend schwereren Eisenträger nötige Höhe, gebracht. Die alten Säulen, auf welchen die Brückenträger zum Teil ruhten, werden beseitigt. Die neuen Träger werden von einer Firma in Reust geliefert, während die Eisenbetonarbeiten von einer Firma in Höchst a. M. ausgeführt werden- Außer den Facharbeitern der betreffenden Firmen finden zahlreiche Hilfsarbeiter der näheren Umgebung lohnende Arbeit. Die Zeit der Bauarbeiten ist auf mehrere Monate berechnet, mehrere große Krane sind zur Bewegung der schweren Eisen­teile ausgestellt.

Wicfjcner Wochciimarktpreisc.

Gießen, 9. Äug. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund 1,00; Süß­rahmbutter 1,30; Landbutter 1,20 bis 1,30; Matte 25 bis 30; Wirsing 6 bis 8; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 10 bis 12; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 18 bis 20; Römisch­kohl 8; Bohnen (grüne) 12 bis 15; Bohnen (gelbe) 12 bis 15; Llnterkohlrabi 5 bis 6; Erbsen 18 bis 20; Tomaten 20 bis 30; Zwiebeln 10 bis 12; Pilze 25; Kartoffeln 3.5; Frühäpfel 20 bis 25; Birnen 15 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Stachel­beeren 15 bis 20; 3ohannisbeeren 12 bis 15; Himbeeren 15 bis 20; Pfirsiche 35 bis 50; Pflau­men 15 bis 20; ZWetschen 30; Mirabellen 35; Reineclauden 25; Honig 40 bis 45; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 60 bis 80; Käse Stück 5 bis 10; Tauben 50 bis 60; Eier 8; Blumenkohl 30 bis 60; Salat 8 bis 10; Salatgurken 10 bis 30; Cinmachgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 15; Oberkohlrabi 8 bis 10; Rettich 10 bis 12; Ra­dieschen Bund 8 bis 10; Kartoffeln Zentner 3,00 Mk.

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SZK lN. brauner m* S®S.S!

Endlich, nach langen Jahren des Sparens, Dar­bens und Mühens, hat Buhlemann das Häuschen, das er sich seit seiner Kindheit erträumte, vier eigene Wände und einen Garten mit Ausblick auf den ungeheuren Zauberwald, an dem er als Knabe ein­mal entlang wanderte und der seitdem sein Wunsch geblieben war. Aber das schönste an seinem kleinen Hof ist der Karpfenteich.

Kein großer Teich, ihr müßt's euch recht vorstellen! Ein kleiner Himmelsteich ist es, mit sechzig Schritten ist man herum. Aber Buhlemann hat schon im letzten Herbst, als der Teich noch ein alles Sumpfloch war, Karpfen gekauft und die erfreuten Tiere hineingesetzt; er zählt sie jetzt an jedem warmen Tag. Er kann auch die Fischerei nicht lassen und hat die Karpfen schon im Sommer an Brot und Wurmangeln, an Wurf­netze und Reusen gewöhnt. Sehr kluge Tiere sind sie geworden, mißtrauisch möchte ich sagen, roenn's mir nicht peinlich wäre. Buhlemanns Eigenschaften auf seine Umgebung zu übertrage-,. Die Karpfen Haven jedenfalls gelernt, jedes Ungewöhnliche zu umwittern, haben Auge und Ueberlcgung für alles und denken nicht daran nicht ein einziger, der Schnur zu verfallen.

So daß, als Buhlemann endlich (eine Freunde Mönchmeyer und Petermeyer, alte Sportangler, zum Fischfang in seinem Teich einlädt, die Armen von früh um drei bis zum Spätnachmittag vergeblich einen Köder nach dem andern den spielenden Tieren vorlegen was sage idr vorlegen? Sie hängen die feistesten Würmer den Karpfen, die sich mitten im Teich ergehen, auf Fingernagelbreite vor die nach Sonnenlicht schmatzenden Mäuler. Sie flüstern, reden ihnen leise zu, und lassen die Würmer Hüpfen. Aber die Karpfen wissen Bescheid, was das für sonderbare Köder sind, die in der Sonne tanzen, sie lutschen einmal daran bann tun sie einen spöttischen Schlag mit dem Schwanz und wenden ihre andere Seite der Wärme zu.

Mönchmeyer und Petermeyer brachen knurrend noch vor Abendessen auf, obschon Frau Buhlemann, sehr erfreut über die ortsverbliebenen Karpfen, ihnen Butterbrote strich und versöhnlich Apfelwein anboL Nein, Mönchmeyer und Petermeyer waren bitter über den verlorenen Tag, sie sannen auf Rache. Und weil ihnen abends der Karpfenteich so närrisch er­schien, wie er sie noch morgens erfreut hatte und sie den armen Buhlemann auch von seiner Hochtraben- beit heilen wollten, schrieben sie noch am gleichen Abend mit schlechter Unterschrift an die Fischhändler der Nachbarstadt, was sie für das Abfifchen von Buhlemanns Karpfenteich zum Herbst anböten. Billig würde es fein, der Eigentümer hätte keine rechte Luft mehr an der Zucht.

Als Buhlemanns Frau andern Tages also mit dem Nähkorb vor der Haustür sitzt Fischhändler sind ein bewegtes Volk, und die Karpfen werden heuer knapp auf einmal kommt ein Fremder auf dem Rad und redet ohne Umschweife gradeswegs auf sie ein. Er wäre nur ein kleiner Mann, wie man so sage, erzählt er der Frau und dem neugierig her­beitrollenden Gatten, aber bis zu hundert Pfund Karpfen könnte er gleich anbezahlen, und ob er den Handel machen könne.

Buhlemann, der neben der Haustür feine Stiefel schabt, kommt errötend hinzu, er merkt, er hat irgend­wie einen Ruf als Fischzüchter. Aber er hat keine hundert Pfund Karpfen im Teich zehn höchstens, bis zum Herbst können's zwanzig fein. Und er will zudem feine Karpfen selbst essen. Er fragte darum nicht erst viel, um sich keine Blöße zu geben, und antwortet, die Hand auf der Schulter der nähenden Hausfrau gestützt: Leider könne er auf das Aner­bieten nicht eingehen. Und dann nickt er, der Mann kann gehen. Buhlemann will nicht erst, daß feine Frau sich verplappert.

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Gießen, den 9. August 1932.

Weshalb werden unsere Zähne schlecht?

DKGS. Ein« Frage, die leicht gestellt, aber desto lchwieriger beantwortet werden kann. 3n unserer Urväter Tagen kannte man natürlich auch schlechte 3äbne, wenn auch nicht im heutigen weitausge- _,..ten Sinne. Wenn auch römische ^H^fisteller cfjon über Behandlungsmethoden an den Zähnen

ichten, so unter anderem Ab töten des schmer- den Zahnnerven durch Ausglühen, so dürfte och dieses Verfahren heute allerdings wemig An- rlermung finden. Bedenkt man fernerhin, daß illein bei uns in Deutschland die Zahngesundheit n den verschiedensten Landesteilen und Berufen )anz andere statistische Ergebnisse zeitigt, so liegt

Gedanke nahe, daß die Zusammenwirkung vie- ei besonderer Faktoren nötig ist, um Aufklärung ,n schaffen.

Unter dem Sammelwort Konstitution (Anlage) erbirgt sich die Eigenart der Erbmasse, des Be- u|es, des Landes, der Rasse, der Ernährung usw. ?ei sonst gesunder Anlage hat die Ernährung eine geringe Bedeutung. Regervölker, Araber, Eskimos ettreuen sich bis ins hohe Alter eines lübcllofen Gebisses. Zum Teil noch wenig von Aul tu r beleckt, nehmen sie ihre Rahrung roh zu sich, die vielfach auch aus Erdfrüchten besteht. Die .Zähne sind dadurch gezwungen, ausgiebig zu ar­beiten und zu zerkleinern. Die breiartigen, oft süßen Speisen, die bei uns beliebt find, stellen die Wegbereiter für die Zahnsäule (Zahncaries) dar. Tie hervorragende Zahnpflege der Reger Ab- teiberx jedes einzelnen Zahnes mit fasersreienHolz- stäbchen, sog. Hickoryhvlz die mangels anderer Beschäftigung stundenlang ausgesichrt wird, hat eine erhebliche Bedeutung. Man hat durch Er­fahrung festgestellt, daß das Fortschreiten der Kul­tur im gleichen Verhältnis zum Fortschritt der Zahncaries steht.

Natürlich hat in Europa die Sportertüchtigung der 3ugend bereits ein Gegengewicht geschaffen. Tenn in dem gestählten gesunden Körper wird auch die Zahnfäule wenig Angriffspunkte finden. Der also aus gesunder Familie stammt, Fann durch geeignete Ernährung, unverweichlichte Kost, Roggenbrot, ausgiebiges Kauen und entsprechende geordnete Mund- und Zahnpflege sehr Wohl meine eingangs gestellte Fraae in günstigem Sinne be­antwortet finden. Uno wer aus irgendwelchen Gründen zunächst mit Erbgut belastet ist, kann durch entsprechendes Training, sachverständige Be­ratung und geeignete Lebensführung von 3ugend an gleichfalls zu einer einwandfreien Zahngesund- ' hcit gelangen.

Dr. mcd. dent. L. S.

Vom Kuliurverband

Hessen Hessen-Nassau.

3m Kurhaus zu Bad-Rauheim hielt am vergangenen Soniitag der im Oktober 1930 in Hießen als Landesverband der Gesellschaft für Volksbildung (Sitz Berlin) gegründete Kultur- verband Hessen-Heffen-Raffau, der einen großen Teil der in diesen Bezirken bestehenden Vereine tut Pflege von Wissenschaft, Kunst und Dolks- lultung umfaßt, eine Vereinsvertreter-Zusam- menfunft ab. Es waren u. a. Vertreter aus @ i e 6 c n , Dillenburg, Siegen, Wiesbaden, DormS, Frredburg und Bad-Rauheim anwe­send. Zur Verhandlung, die Dr. Kalischek- Diesbaden, der erste Vorsitzende des Kultur- verbands Hessen-Hessen-Rassau leitete, stand eine Reihe aktueller Fragen aus der praktischen Ver­einsarbeit. Wiederholt wurde dabei die im Mit­telpunkt aller Dolksbildungsarbeit stehende Pflege des Heimatgedankens unter- fcichen und die Gemeinschaftsarbeit aller im Sienfte der Volksbildung stehenden Vereine be­tont, die bemüht sind, auf überparteilicher und überkonfessioneller Grundlage der gegenwärtigen tirtschaftlichen und seelischen Rot weiterer Be- tMerungskreise durch kulturelle Kleinarbeit zu hgegnen. Besondere Bedeutung kommt in dieser himsicht auch dem Problem der geistigen kcwerbslosen-Betreuung zu. Der an­regende Gedankenaustausch über das Aufgaben­gebiet der Volksbildungsvereine soll auf einer ent 8. und 9. Oktober in Wiesbaden geplanten großen Dolksbildungstagung fortgesetzt werden.

Llmbau an der Unterführung bei Klein-Linden.

Umfangreiche Arbeiten bei der Reichsbahn.

Die Deutsche Reichsbahngesellschaft läßt zur 3eit größere Bauausführungen an der Unter- hrung der Main-Weser-Dahn, im .)itge der Frankfurter Straße, ausführen. Durch lie außergewöhnliche Belastung infolge schwerer gebauten Lokomotiven und Wagen, waren die Träger bei der großen Spannweite den an die Tragkraft gestellten technischen Anforderungen richt mehr gewachsen und werden jetzt über echt Gleise neue eiserne Träger mit größerem Querschnitt aufgebracht. Rach und nach werden {Bei Betriebsgleise außer Betrieb gesetzt. Die

Karpfenteich.

Gizählung von Hans Friedrich Blunck.

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nationale Alpenfahrt 1932,als einziges deutsches Team strafpunktfrei u. gewinnen erneut den

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