sich nicht restlos dem Gedankenaang einer Machtpolitik unterordncn lassen. Zur Zeit seien auch die französischen Guthaben im Südosten durch die dort herrschende Agrarkrise erheblich gefährdet. Verluste Frankreichs in größerem Ausmaße könnten innenpolitische Auswirkungen nach sich ziehen, denen Tardieu mit seinem Donaukonföderationsplan ent- aegenwirken wollte. In diesen Plan sollte auch Oesterreich.Ungarn mit eingeschlossen werden, das politische Ziel sei aber die dadurch heroorgerufene Isolierung Deutschlands von den Südoststaaten. Es sei zu erwarten, daß Frankreich bei den kommenden Reparationsverhandlungen für evtl. Erleichterungen der Reparationen Zugeständnisse Deutschlands hin- sichtlich der Donaukonföderation verlangen werde. Es werde für die Reichsregierung zu erwägen bleiben, ob dabei auf lebenswichtige Funktionen Angriffe geplant find und in welchem Verhältnis sie zu den Erleichterungen der Reparationen stehen würden. Die Rcichsregierung werde in dieser Angelegenheit vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt sein. (Lebhafter Beifall.)
Soldaten im Examen.
3n den ^lnterrichtsräumen der Heeresfach- schule für Verwaltung und Wirtschaft beim hiesigen Bataillon begannen gestern vormittag die mündlichen Abschlußprüfungen für Beamtenanwärter, die nach zwölfjähriger Dienstzeit den Militärdienst verlassen, um sich nunmehr einem bürgerlichen Berufe zu widmen. Die Prüfungen der Klasse II (Anwartschaft auf die gehobene mittlere Beamtenlaufbahn) wurden gestern durchgeführt. Eine Anzahl Vertreter der Anstellungsbehörden hatte sich als Zuhörer eingefunden. Die Prüfungsleitung lag in den Händen des Wehrkreis-Anterrichtsleiter Oberfachschulrat Prof. Schneider, Stuttgart. 3hm zur Seite stand das Lehrerkollegium. Die schriftlichen Prüfungen fanden bereits im April statt, so daß die Prüflinge gestern nur noch die mündliche Prüfung vor sich hatten.
Diese Prüflinge sind keine jungen Leute mehr, sie sind (drei hatten sich für die Prüfung ! ein- gefunden) Familienväter, reife Männer, die sich hier dem sonst so „hochnotpeinlichen Verhör" unterzogen. Sie haben eine intensive Schulung hinter sich. Das letzte ihrer zwölf Dienstjahre waren sie vom eigentlichen Militärdienst völlig befreit und widmeten sich nur noch dem Studium. Die Prüfung war ein Spiegel ihrer Arbeit. Es wurde sehr viel verlangt Es wurde geprüft in Deutsch, im Rechnen und in Mathematik, und es wurden Kenntnisse verlangt in Geschichte (Wirtschafts- und Kulturgeschichte), in Erdkunde (Wirtschaftsgeographie), Volkswirtschaftslehre, Staatsund Verwaltungskunde und in Ge^etzeskunde. Als einzige Fremdsprache wurde Englisch gelehrt und geprüft. Zum Abschluß der Prüfung im Mündlichen mußten im Physiksaol Experimente in Phy
sik und Chemie auSgeführt und Fragen von grundsätzlicher Bedeutung beantwortet werden. Alle drei Prüflinge haben die Prüfung mit „Gut" bestanden. , „ „ ,
Man darf mit Recht sagen, daß es erstaunlich war, zu sehen, mit welchem Fundus an Wissen die Prüflinge aufzuwarten hatten. Die Heeres- fachschule hat ihnen ein umfangreiches und gründliches Allgemeinwissen vermittelt, das eine geschlossene, lückenlose Grundlage für den weiteren Aufbau darstellen dürfte und außerdem Gewähr dafür sein wird, da.ß die zukünftigen Beamten ihren Posten voll auszufüllen vermögen. Man kann gleichzeitig die Beobachtung machen, daß die Prüflinge es auch an lebendiger eigener geistiger Arbeit nicht fehlen ließen und insbesondere große Zusammenhänge in Geschichte, in Literatur, in Wirtschaft usw. zu übersehen und in einwandfreier sprachlicher Form darzulegen wußten. Die Prüfung in ihrer Gesamtheit war ein Beweis dafür, daß an der Heeresfachschule ernsteste Arbeit geleistet wird. Der Prüfungsleiter schloß mit Worten des Dankes an die Gäste und an das Lehrerkollegium die Prüfung, nachdem er den Prüflingen (Unterfeldwebel Adam Decker, Unteroffizier Franz Brand und Feldwebel August Hüfner) das Ergebnis bekanntgegeben hatte.
25 Sobdaten, die in Kürze auch aus dem Militärdienst ausscheiden, haben sich heute morgen der mündlichen Prüfung in Klasse! unterzogen. Soldaten, die diese Prüfung bestehen, erwerben sich damit die Anwartschaft auf die mittlere Deamtenlaufbahn. Ueber das Ergebnis dieser Prüfung werden wir zu gegebener Zeit berichten. ,
** Wähleroersammlungen im hessischen Wahlkampf. Die NSDAP, hält heute, Donnerstag, 20.30 Uhr, im Cafä Leib eine Wähler- Versammlung ab, in der Reichstagsabg. Sprenger (Frankfurt a. M.) über „Beamtentum und National- fozialismus" sprechen wird. — Die Deutschnationale Volkspartei beruft auf nächsten Samstag, 20.15 Uhr, eine öffentliche Versammlung in das Cafs Leib ein. Die Landtagsabgeordneten Schmitthenner (Hei. delberg) und B o e h m (Friedberg) werden über das Thema „Wie wählen wir zum Hessischen Landtag?" sprechen.
** Borsicht, Detrügerl Seit einiger Zeit treibt sich in Frankfurt und in der Umgebung ein Schwindler herum, der angeblich für eine Firma reist, die einen Gesundheitstee änpreist. Dem Betrüger ist es gelungen, von zahlreichen Frauen Anzahlungen auf Teebestellungen zu erhalten, die natürlich verloren sind. 3n einem Falle sandte er einer Kundin gegen 20 Mk. Nachnahme ein Paket, das angeblich den „berühmten" Gesundheitstee enthalten sollte. Als es geöffnet wurde, enthielt es nur einen alten Puhlumpen. Also Vorsichtl
Wirtschaft.
HessischerGparkaffen-undGirover-and
Die diesjährige Hauptversammlung des Hessischen Sparkassen- und Girooerbandes, dem von 36 hessischen öffentlichen Sparkassen 35 als Mitglieder angehören, sand in Bensheim a. d.B. statt.
Den Geschäftsbericht erstattete der Vor- itzende des Verbandes, Justizrat Dr. Reh- Darm- tadt. An den hessischen Sparkassen ist selbstver- ländlich die Krise, welche im Juli v. I. zum offenen llusbruch kam, nicht spurlos vorübergegangen. In den Spargeldern, die sich seit der Stabilisierung ständig aufwärts bewegten, ist erstmals im Jahre 1931 ein Rückgang eingetreten. Daraus darf aber nicht gefolgert werden, daß die Sparkassen nicht nach wie vor das Vertrauen des Publikums besäßen. Wäre dies der Fall, dann würden die Ein- Zahlungen vollständig aufgehört haben. Bei den deutschen Sparkassen insgesamt betrugen aber die Einlagen im Jahre 1931 nicht weniger als 5,8 Milliarden RM.; bei den hessischen Sparkassen im ersten Halbjahr rund 60 Millionen, im zweiten Halbjahr rund 47 Millionen, zusammen in 1931 demnach 107 Millionen RM., allerdings einschließlich der Zinsgutschriften. Die Rückzahlungen sind über die neu eingelegten Beträge noch hinausgegangen: sie betrugen im ersten Halbjahr 55 Millionen, im zweiten Halbjahr 66 Millionen, zusammen also 121 Millionen RM., woraus sich eine Verminderung von rund 14 Millionen RM. auf den Sparkonten ergibt. Eine Abnahme haben auch die Depositen in Höhe von 3 Millionen RM., ferner die Guthaben auf Giro-, Scheck- und Kontokorrentkonten in Höhe von 1,7 Millionen RM. erfahren. Insgesamt ergibt sich sonach ein Rückgang von 18,7 Millionen RM., der sich allerdings durch übertragene Aufwertungsguthaben auf 17,2 Millionen RM. vermindert, wo- nach die Gesamtsumme der von den hessischen Sparkassen verwalteten fremden Gelder von 271 auf
253,8 Millionen RM. zurückging, während das Jahr 1930 noch einen Zuwachs von 40,7 Millionen RM. brachte. Die Zahl der Sparbücher hat sich er- freulicherweise auch in 1931 vermehrt, und zwar von 305 000 auf 318 000. Damit entfällt auf etwa 4 Einwohner Hessens ein Sparbuch. Das Durchschnittsguthaben je Sparbuch berechnet sich Ende 1931 auf 709 RM. An der Vorkriegs^ahl fehlen nunmehr nur noch etwa 10 000 Sparbücher.
Den Bericht über die Landeskommun a*l» bank-Girozentrale für Hessen in Darmstadt erstattete Direktor Seipp. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Not der Gemeinden, die unter den Wohlfahrtslasten zusammenzubrechen drohen, wenn ihnen nicht durch eine andere Verteilung des Lasten- und Finanzausgleichs baldigste finanzielle Hilfe zuteil wird.
Stadtrat Jur ich hielt einen Vortrag über das Thema „Urfaqjen und Lehren der Finanzkrise von 19 31". Es verdient, aus den ausführlichen Darlegungen hervoraehoben zu werden, daß die Sparkassen an den Ursachen und am Anlaß der Ereignisse des 13. Juli 1931 völlig unbeteiligt sind und darum auch keine Schuld an diesen Ereignissen und Auswirkungen tragen. Die unvermeidlichen Folgen der Zahlungskrise hätten sich leichter überwinden lassen, wenn die zunächst notwendigerweise angeordneten Beschränkungen im Zahlungsverkehr bei den Sparkassen schneller wieder abgebaut worden, also nur eine ganz kurze Episode geblieben wären.
Auf die großen volkswirtschaftlichen Nachteile der Geldhortung wurde auch in dieser Versamm- lung hingewiesen. Die bestehende Kapitalnot wird noch verschärft, wenn ein großer Teil der Bevölkerung daran festhält, Noten in den Strumpf zu stecken, anstatt sie zu den Geldinstituten zu bringen, von wo aus sie auf die allgemeine Wirtschaft befruchtend einwirken können.
3mmer noch 5,5 Millionen Arbeitslose.
Zunahme der Wohlfahrisertverbslosenzahl.
Keine Belebung in Hessen und Hessen- Nassau.
B e r 11 n , 8. Juni. (WTB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis 31. Mai hat die Erleichterung auf dem Arbeitsmarkt von Mitte bis Ende Mai sich mit etwas größerer Beschleunigung fortgesetzt. Während im vorigen Berichtsabschnitt die Zahl der Arbeitslosen nur um rund 64 000 abgenommen hatte, war sie Ende Mai um rund 92000 geringer, als am 15. d. M. Der damit erreichte Stand von rund 5 5 8 3 0 0 0 Arbeitslosen liegt jedoch um etwa 1 j Millionen über dem Stand zur gleichen Zeit des Vorjah- res. Seit dem winterlichen Höchststand (Mitte März) ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 546 000 zurückgeganaen. Träger der Entlastung sind weiterhin fast ausschließlich die S ai s o n a u ß ende r u f e , auf die 75 Prozent des Rückganges in der Berichtszeit entfallen, während in den übrigen Berichtsgruppen, bei lebhafter Bewegung im einzelnen, keine wesentliche Entlastung im ganzen eingetreten ist.
In der Versicherung war die Abnahme der Zahl der Hauptunterstühungsempfänger mit rund 64 000 geringer, als in der ersten Hälfte des Monats (rund 92 000). Die Abnahme in der Krisenfürsorge war mit rund 52 000 verhältnismäßig größer, als man annehmen konnte. In beiden Einrichtungen zusammen wurden am 31. Mai rund 2 658 000 Arbeitslose unterstützt, und zwar rund 1 076 000 in der Arbeitslosenversicherung, 1582 000 in der Krisenfürsorge. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen betrug Ende M a i rund 2086000 gegenüber rund 2 019 000 Ende April. Sie hat also entgegen der allgemeinen Bewegung zugenommen.
WSR. Frankfurt a. M., 8. 3uni. Heber die Arbeitsmarkt läge im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen in der Zeit vom 16. bis 31. Mai wird mitgeteilt: Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes hat in der zweiten Maihälfte keineBelebung erfahren. Die Zahl der Arbeitsuchenden ging insgesamt um 3039, oder 0,9 Prozent auf 323 579 zurück. Die Entwicklung in den verschiedenen Derufsgruppen ist nicht einheitlich, jedoch bewegen sich die Veränderungen in engen Grenzen. Der Abgang an Arbeitsuchenden erstreckt sich hauptsächlich auf die Gruppen Bergbau mit —178, Steine und Erden — 620, Metallindustrie — 793, Holzgewerbe — 309, Baugewerbe — 80Ü, häusliche Dienste — 356 und Lohnarbeit wechselnder Art — 399. In der Landwirtschaft ist nur eine ganz, geringe Abnahme (41) zu verzeichnen. Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit besonders in der Papierindustrie (+ 109), Lederindustrie (+ 439), im Bekleidungsgewerbe (+ 358) und im Reinigungsgewerbe (+ 110). Aehnlich ist es auch in den einzelnen Arbeitsomtsbezirken. von denen die Arbeitsämter Fulda, Gießen, Offenbach. Treysa, Wiesbaden und Worms schon wiederZugänge anAr- beitsuchenden hatten. Die Zahl der Hnter- stühten in der Arbeitslosenversicherung ist um 4458 auf 52 942 und in der Krisenfürforge um 2950 auf 86 744 zurückgegangen: die der Wohlfahrtserwerbslosen ist von 115 691 am 30. April auf 119 723 am 31. Mai gestiegen.
Frankfurt ruhig, aber freundlich.
Frankfurt a. M., 9. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) An der heutigen Börse herrschte trotz der erneut schwachen Haltung Wallstreets ein freundlicher Grundton vor. Anregend wirkte vor allem die Ausgleichung des Preußenetats: im Zusammenhang damit erwartet man auch besonders eine solche des Reichs. Ferner wurde die innerpolitische Lage etwas besser beurteilt, ebenso die außenpolitische Situation, wobei die einzelnen Blätterstimmen hinsichtlich der Reparationsfrage ein günstiges Echo hinterließen. Die weitere Entlastung des Arbeitsmarktes wurde gleichfalls mit Befriedigung aufgenommen. Das verschiedentlich von der Spekulation an den Markt gekommene Material wurde durch kleine Publikumsorders ausgeglichen, so daß bei allerdings weiter ruhigem Geschäftsgang gegen die Abendbörse überwiegend kleine Kursbesserungen eintraten, besonders am Elektromarkt, an dem durchweg Erholungen von etwa 1 v. H. zu verzeichnen waren. Von Chemiewerten eröffneten IG. mit 90 v. H. unverändert, ebenso Rütgerswerke mit 30,25 v. H. Dagegen gewannen Scheideanstalt und Deutsche Erdöl bis zu 1 v. H. Am Montanmarkt setzten Gelsenkirchen und Mannesmann bis zu 1 v. H. höher ein. Etwas freundlicher lagen ferner Reichsbank und Süddeutsche Zucker mit je plus 0,5 v. H. Daoegen lagen Kunstseideaktien im Angebot, Aku verloren 0,25 v. H., Hemberg 3,5 v. H. Holzmann bröckelten auf den ungünstigen Geschäftsbericht weiter etwas ab.
Der Rentenmarkt lag sehr still und überroie- gend etwas schwächer. Deutsche Anleihen blieben jedoch behauptet, ebenso auf dem erhöhten Abendbörsenniveau Reichsschuldbuchforderungen. Der Pfandbriefmarkt neigte meist leicht zur Schwäche, dagegen gewannen am Markte der Industrieobligationen Stahlverein-Bonds 1 v. H. Auslandrenten lagen still und unverändert.
Im Verlaufe war die Stimmung unficherund überwiegend abgeschwächt. In Elektrowerten kam starkes Angebot heraus, was ein Ab- gleiten der Kurse um durchweg 1 v. H. verursachte. Auch die übrigen Papiere bröckelten meist bis zu 1 v. H. ab. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert. Berlinwiderstandöfähig/dannfchwächer
Berlin, 9.Juni. (WTB. Drahtmeldung.) Im Gegensatz zu dem wieder recht schwachen Neuyork .eröffnete die heutige Berliner Börse in auffallend wider st andsfähiger Haltung. Noch kurz vorbörslich konnte man niedrigere Kurstaxen hören, die aber den ersten offiziellen Notierungen nicht mehr entsprachen, da bei den Banken kleine Kauforders von der Kundschaft eingetroffen waren, zu denen sich ein gewisses Deckungsbedürfnis der Kulisse gesellte. Ziemlich fest lagen Bahnaktien, von denen AEG. und Allgem. Lokal und Kraft je 1 v. H. ge- wannen. Ferner waren Montanwerte unter Führung von Rheinstahl wieder gebessert, und schließlich machte sich für Tarifwerte einiges Interesse geltend. Fester eröffneten Schubert 8- Salzer, in Reaktion auf die gestrige Steigerung 3 v. H., und Braun
kohlenwerte unter Vorangehen von Ilse, in denen das Angebot wieder nur klein war, bis zu 3,75 v. H. niedriger. Das Geschäft war sehr klein, da die sich aus der neuen preußischen Notverordnung ergebende Belastung auf der einen Seite zwar verstimmte, man anderseits von ihnen aber eine Entlastung des Etats erwartet. Ferner befriedigte, daß entgegen den gestrigen Gerüchten keine akuten Kassenschwierigkeiten beim Reiche bestehen, daß die Entlastung am Arbeitsmarkt weitere, wenn auch nicht allzu große Fortschritte gemacht hat, und daß der Reichsbank-ausweis für die Juniwoche trotz der um 4,7 Millionen verringerten Gold, und Devisenbestände im großen und ganzen als entspannt bezeichnet werden kann. Die Deckung hat allerdings nur eine geringe Besserung um 0,4 v. H. erfahren.
Auch im Verlaufe blieb das Geschäft ruhig. Es drückten sich aber meist Erholungen um Bruchteile eines Prozentes durch, da sich auf Grund vorliegender ausländischer Pressemeldungen die Hof f- nungen für Lausanne etwas gebessert haben.
Der Rentenmarkt lag freundlich. Deutsche Anleihen lagen kursmäßig zwar nur behauptet. Auch Jndustrieobligationen waren nicht ganz einheitlich, dagegen konnten Reichsbank i v. H. gewinnen. Neichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 1 v. H. an. Auch die Berliner Schätze schienen weiter gefragt 3U sein.
Gegen 12.45 Uhr machte sich an den Aktienmärkten ein Stimmungsumschwung bemerkbar. AEG. verloren auf starke Abgaben ) v. H., während Siemens um etwa 2 v. H. zurückgingen. Hiervon ausgehend wurde es auch an den übrioen Märkten schwächer, die Gewinne der ersten Börsenstunden gingen zumindest wieder verloren. Schubert 8- Salzer büßten erneut 2 v. H. ein.
Am Geldmarkt machte die Erleichterung weitere Fortschritte. Tagesgeld war in der unteren Grenze schon zu 5j v. H. erhältlich, während Monatsgeld mit 6 bis 8 v. H. nominell unverändert blieb. Die Nachfrage nach Privatdiskonten hielt an.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a.M., 9.Juni. Auftrieb: 242 Rinder, 1292 Kälber, 72 Schafe, 799 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 40 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 37, geringe Kälber 25 bis 32; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 30 bis 33, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 26 bis 29; Schweine: voll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 40 bis 41, von etwa 200 bis 240 Pfund 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 37 bis 40, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 35 bis 39 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine mittelmäßig, ausverkauft.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 0. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.
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Berlin
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN.
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Ansanq« Kurs
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Umfang» Kurs
8. Juni
9. Juni
Datum
8.6
96
8 6
96.
Datum
8 6
9 6
8 6
9.6.
Dalum
8 6
9.6.
8 6
96
Amtliche Notierung ßVio | 23riet
Amtliche Notierung
Geld | Sric
Helsingsor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . OSIo. . . . Kopenhage«. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuhork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . .
7,143 51,95
12.465
3,057
170.78
76.97 84,37
79,17
15.43 0.948
4.209
58.79
21.61
16.61
82.34
34,72
82.52
1.369 0,324
7,243
14.09
7,157
52.05
12,485
3,06.
171,12
77,13
84,53
79,33 15.47
0.952
4.217
58,91
21.65
16.65
82,50
34,78
82.68
1,371 0,326 7,257
14,11
Banknoten
7,143 51,95
12,465
3,057 170,73
77,12 84,57
79.17 15.46 0,948 4.209
58.77 21,61
16.605 82.34 34,70 82.52 1.359
0.324 7,193
14,09
7.157
52.05
12.485
3,063 171,07
77,28 84.73
79.33
15.50 0,952 4.217
58,89 21 65
16.645
82,50 34.76 82.68 1,361 0.326
7.207 14,11
6% Teuvche iHcid)»aiileihe v. 192.
7% Deutsche Reichoanleihe v. 1929 5 ■/.% ^)uimfl-21nlcil)c von 1930 .
Deutsche Ani.-Ablüs.-Schuld mH AuSioi.-Rechten.......
Dcsgt. ohne AuSlos.-Rcchte . .
8% Hch. Bolkesiaai von 1929 (rücizahlb. 102%)......
Oberhessen Provinz-Anleihe mH Auel Rechten ...
Deutsche Komm. Gnmmelabl.
Anleihe Serie 1.......
8% ßraulf. Hhp.-Bank Goldpse 16 unkündbar bl« 1935
7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bi» 1936 Serie 16
4%% ftiantf. Hhp.-Bank Clgu..
Psandbriesc.........
*yt% Rheinische Hyp-Bank-Ligu Goldpse...........
8% Br. LandeSpsandbriesanstall, Psandbriesc R. 19......
7% Pr. Landespsandbriesansta», Psandbriekr R. io
52,5 59,75 55,25
38,5 3,2
46
35
69,75
69,5
77,25
75,5
68,5
38,5
53 59,9 55,75
38,4 3,15
45,25
35,25
68,5
38,3
3,13
Hamburg-Amerika Pole. . . . t
Hambutg-Südam. Dampfschiss. 0
Hansa Dampsschiss .....0
Norddeutscher Llohd.....6
A.G. für Verkehrswesen Mi. . .
Berliner Handelsgesellschaft . 8
Commerz, und Privat-Bank. 7
Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und
Ttseonto-Gesellschast... 6
Dresdner Bank...... 6
Rcichsbank........12
A.E.K............7
Bergmann.........9
Elekir. LieserungSgesellschaft. 10
Licht und Straft......10
Helten S Guilleaume. ... 6^, Gesellschaft für Elektrische
Unternehmungen .... 9
Rheinische Elektrizität .... 9
Schurken S Co.......11
Siemens L HalSke ..... 14
Labnreuer & Eo....... 12
12,5
13
27
85,5
16
18
32,5
18 119,25
21,75
60
64,75
37
51,5
65
57,5
78.5
| I 1 1 1 | | 1 | l£ Kl 151 £ 155^
•— *- io 40
12
1
1
26,5
85,5
16
18,5
32,5
18,5
119,25
21,9
18,5
63
65
38
52
66
57,13
118,25
78.75
12,13
13
27,5
119,25
21,75
63,5
64.5
38,75
52,65
57,5 118,25
Rtcbcrk Montan......7,k
Bereinigte Stahlwerke .... 4
Otavi Minen......16'/,
Kaliwerke Aschersleben ... 10
Kaliwerke Westeregeln ... 10
Kaliwerke Salzdetfurth ... 16
I. G. Farben-Indnstrie ... IS
Verein, chem. Industrie Frank-
16,5
86
95 149,5
90,13
132
15,5 ' 30,5
28
33,5 ?
4,5
34,75
34
25
11,5
32,5
190
95,5
iiii 111111111 £5 i im» i s i Bi s i 11 11 i
16,75 10,75
86,5
95.5 150
89,9
16 30,25 28,25
33,25 ä
55,5 35,25
33,5 24,75 18,25 78.25
12 33 22
54
5,75 190.25
16,65
10.4
87,25
94,5
149,5
90,25
29,9
27,5
33
34,5
32,5
25
79,5
12
33
22
54,25
190
Scheideanstalt.......10
Goldschmidt.........0
Rütgcrüwerke........6
Metallgcfellschast.......6
Philipp Holzmann......8
Zementwerk Heidelberg. ... 7
Eemcniwcrk Karlstadt. . .... 7
Wayh & Frehtag......0
Schultheis Patzenhoscr ... 15
Aku (Allgemeine Kunstseide) 0
Bemberg......... 0
gellstoss Waldhos.....12
Zellstoff Aschaffenburg ... 6
Dessauer ®al........v
Daimler Motoren......0
Deutsche Linoleum.....5
Crcnftcin & Keppel.....0
Leonhard Tietz.......8
SvenSka . ........16
Ebade............
frankfurter Maschinen . . . . 0
Gritzner..........0
Mainkrastwcrke Höchst a.®L. . 6
Süddeutscher Zucker .... 10
Berlin, 8. Juni
Nrief
4% Ocsterrctchische Golbrente .
4,20% Oestrrreichische Eilbcrrente 4% Ungarische Goldrrnle ...
4% Ungarische Staaurcnle v. 1910 4V,% beegi. von 1913
6% abgcst. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahii-Anlcihe 1
4% deSgl. Serie II.......
6°„ Rn man. vereint,. Rente v. 1903 4^%Rumän.vercInh.Neniev.l913 4% Rumänische vcrcinh. Rente 2/4% I- Anatolier......
0,75 4,13 5,25
5,25 2
2
2,9 16,25
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
7,6
0.8
4,55 5,13
4,6 5,3
2
2
6,5
3
16,4
4,5
5,25
2
2
—
Buderus ........4
Deutsche Erdbl.......6
Gelsenkirchener.......k
Harvener 0
Harsch Eilen........6
5»e Bergbau ......IC
Klöcknerwerke .......6
Köln-Neucssen.......6%
ManneLmann-Röhren .... 6
ManSfelder Bergbau.....0
Lberfchles. Kaliwerke .... 8
Phönir Bergbau . . . 4%
Rheinische Braunkohle«. , . 10
Rheinltahl.........S
61,5 40,25 43,13
23
39
14
18,5 166
39,25
62,75
40,75
39,65
25,75
62,65
40,25
43,75
25
126
23,4
38,75
14,25
33
19
165,75 39
62,5 40,65
44,4
25
122,25
39,4
33
164,5 40,25
Amerikanische Noten.......
Belgische Noten.........
Dänische Noten.........
Englische Noten.........
Uranzösischc Noten........
Holländische Noten........
Italienische Noten........
Norwegische Noten........
Deutsch-Oesterreich, Ä 100 Schilling Rumänische Roten........
Schwedische Noten........
Schweizer Noten.........
Spanische Noten.........
4,20 58.63 84,18 15,39 16,57
170,41 21,59 76,80
2,495 78,99 82,16 34,58
4,22 58,87 84,52 15,45 16,63
171,09 21.67 77,10
2,515 79.31 82,48 34,72


