Ausgabe 
7.11.1932 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

El 262 «Zrttcs Blatt

182. Jahrgang

Montag, 1

Erscheint

ch, aufjer

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Orutf und Verlag: vrühl'fche Univerfitäl§-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

November 1932

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den An- zeigenteil i. D. Th.kümmel sämtlich in Biegen.

Sonnlogo und Feiertags Beilagen: D'c Illustrierte Biehener Farn.l'.enblalter Heimat :tn Äild Die Scholle Monatr-Be;ugrp?cir:

Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . ! .8O Zustellgebühr.. ,, -.25 Auch bei llNchterfcheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §rrysprecharischliijse unter 5am»iclmimmer 2251. Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Giehen. poftschrätonto:

Sronffnrt am Main 11686.

Erstes Echo der Reichstagswahl.

Erste presiestimmen aus Berlin.

Berlin 7. Nvo (IU.) Zu dem Ergebnis der Wahlen nehmen die am Montagfrüh erschienenen Blätter ausführlich Stellung. DerMontag" sScherl) fteUi fest, daß die schwarz-braune Koalition Die Mehrheit nicht habe. Das politische Ergebnis sei die Möglichkeit für die Regierung, bei der lammen­den Auseinandersetzung mit dem Reichstag das Gesetz in die Hand zu nehmen, um, wenn sie wolle, etwas Vernünftiges aus diesem Reichstag zu machen. DieM ontagspo ft" (Ullstein) hebt hervor, daß die Deutschnationalen, die unbedingt >u Dem Kabinett Popen hielten, einen erheblichen Er­folg zu verzeichnen haben. Die gleiche Feststellung iei für die DVP. zu machen. Es sei also eine R u d- vanderung der bürgerlichen Wähler ingetreten. Die Schwierigkeiten einer 'Mehrheils- bildung würden noch viel größer sein als im vori­gen Reichstag. Die von der KPD. herausgegeve- aenNa ch r i ch t e n" erklären zu dem Erfolg der KPD. u. a.: Die kühne Politik der KPD. im Kampfe gegen den Kapitalismus, gegen den Lohnabbau und gegen die faschistische Reaktion trage reiche Früchte Die Arbeiter strömten von der Hitlerpartei und von Der SPD. zur KPD. Die 2 A Z. (gemäßigte Rechte) hebt als hervorstechendstes Ergebnis des Wahlkampfes den Rückzug der NSDAP, hervor. Man müsse von der Führung des Reiches erwarten, Daß sie nun d i e Zügel fest in der Hand be­halten und den Gedanken des Präsidialkabinetts keineswegs preisgebe Eine wichtige Frage werde sein, ob Hitler auch diesmal wieder den Anspruch auf den Kanzlerposten erhebe. Jedenfalls sei Vie Zeit gekommen, um die Regierungsbeteili- jung der Nationalsozialisten nun end­gültig durchzuführen und ihnen, ihrer Stärke ent­sprechend, Einfluß zu gewähren. Das Kriegsbeil zwischen der nationalsozialistischen Bewegung einer­seits, der Regierung und den Deutschnationalen an­dererseits müsse auf alle Fälle alsbald begraben wer­den DerBorwärt s" (Soz.) hebt hervor, die Genugtuung über den Rückgang des Nationalsozia­lismus werde durch die Tatsache getrübt, daß die vPD eine gewisse Einbuße an Stimmen zu oer- zeichnen habe. In Berlin trete als Ursache der 23er» kehr<rstreik offen zutage

(Stimmen aus hem Reich.

DieKölnische Zeitung" schreibt u. a.: Wenn das Ausmaß der Kräfteverschiebung auf der Rechten auch nicht zu groß ist, so ist das Ergebnis doch unzweifelhaft ein Erfolg für Po­pen. Seine Absicht ging dahin, die schwarz- braune Mehrheit im Reichstag zu brechen. And das ist ihm in der Tat gelungen. Wenn es darauf ankommt, für bie Regierung eine einfache Mehr­heit im Reichstag zu finden, ist sie auch jetzt noch auf die Mitwirkung des Zentrums angewiesen.

Die Düsseldorfer Nachrichten schreiben: Da das Zentrum keine bindenden Verpflichtungen mit den Nationalsozialisten eingegangen ist, steht es ihnen jetzt in der gleichen Unabhängigkeit gegen­über, wie der Regierung Auch zu einem Kabinett Papen kann es das Wort wiederholen:Tolerare possumus" Schwieriger wird die Entscheidung für die Nationalsozialisten sein, die jetzt vor einer neuen Situation stehen, über die sie sich in den nächsten Wochen klar werden'sen. Wird sich eine Stunde, wie am 13. August, nochmals bieten? Unmöglich ist es nicht, aber die Personen und die Dinge werden dann eine andere Bedeutung haben.

DieFrankfurter Zeitung" ist der An­sicht, daß. wenn das Parlament überhaupt wieder in Erscheinung treten soll, es notwendig sein wird, jenen großen überparlamentarischen Zusammen­schluß zustandezubringen, den alle Einsichtigen schon seit Monaten fordern. Ob man innerlich schon so weit sei, hänge wesentlich davon ab, was der Rationalsozialismus aus diesem Jahr gelernt habe

DieMünchner 91 e u e ft e n Nachrichten" schreiben u. a., wenn es die Absicht der Reichsregie- rung war, durch die gestrigen Wahlen sich und Der Wett den Nachweis zu erbringen, daß die Kraft des Nationalsozialismus gebrochen sei, so könne sie zufrieden fein Wenn sie von den Wahlen eine parlamentarijche Unterbauung ihres politischen Kur­ses erhoffte, io müße sie enttäuscht sein.

DerVölkische Beobachter" sagt: Den Kommunisten in weniger Monaten zu 100 Reichs­tagsmandaten verhol' n zu haben, sei die hervor­stechendste Leistung der Regierung. Von der deut­schen Freiheitsbewegung seien dank der gemein­samen Anstrengung aller eine Anzahl nicht zur Wahl gegangen, am politischen Zustand sei trotz der großen Einheitsfront gegen Hitler nichts geändert worden. Die RSDAP. sei mit wei­tem Abstand die stärkste Partei Deutsch­lands geblieben. Der Rationalsozialismus sei stärker als seine Gegner zusammen, er stehe auf einer unerschütterlichen Grundlage, deshalb werde ihm die Macht auch notwendig zufallen müssen.

Das nationalsozialistische HamburgerTa- g e b l a t t erklärt, die Zunahme der Kommunisten sei insofern zu begrüßen, als dadurch allein dem Bürger, vor allem aber den Herren, die das hohe Spiel riskierten, klar werde, wohin Deutschland unentrinnbar treibe, wenn nicht der Rationalso­zialismus 'dem roten Dernichtungsdrang Ein­halt gebiete. Das Blatt fordert erneut die Macht­übernahme durch Hitler. - 3m sozialdemokrati­schen Hamburger* Echo heißt es, das wich­tigste Ergebnis sei, daß die neue Staatsführung keinen Boden im Volk habe. Die Niederlage der Nationalsozialisten werde nicht die letzte sein.

Das demokratische Hamburger Fremden­blatt schreibt, die Zunahme des Radikalismus auf der Linken nicht zu übersehen, sei Ausgabe sowohl der bürgerlichen wie auch der sozialderno- kratischen Führer und der Regierung. Haupter­gebnis scheint zu sein daß die Zweifel an der Möglichkeit, den Ravikalsimus des Bürgertums einzudämmcn, jetzt überwunden worden sei.

Der Eindruck in London.

London, 7. Nov. (WTB. Funkspruch.) In den Berliner Berichten der Presse werden besonders der Stimmenverlust der Nationalsozialisten und der starke Zuwachs der kommunistischen Stimmen her­vorgehoben. Ferner wird daraus hingewiesen, daß sich wieder die überwiegende Mehrheit der Wähler­schaft gegen die jetzige Regierung erklärt habe. Der Berliner Korrespondent derTimes" sagt: Der Wahlfeldzug hat gezeigt, daß das innerpolitiiche Le­ben Deutschlands immer verworrener wird. Die Kommunisten haben die patriotische Trommel ge­rührt, um den Nationalsozialisten Stimmen zu ent­ziehen und die Nationalsozialisten, die Hohen Prie­ster der Vaterlandsliebe, haben dieseinen" Leute

Darmstadt, 6. Nov. (TU.) Bei einer Wahl- bet e i 1 i g un g von 85,5 v. H. gegenüber 87,2 v. H. am 31. Juli der höchsten bisher überhaupt in Hessen erreichten Wahlbeteiligung ist an dem Er­gebnis der Wahlen vom 6. November der Stimmen­rückgang bei den Nationalsozialisten be­merkenswert. Sie sind von 364 736 auf 329 521 Stimmen zurückgegangen. Sie haben also in Hessen insgesamt 35 215 Stimmen eingebüßt. Fast ebenso schlecht haben die Sozialdemokraten abge­schnitten, die von 221 720 auf 190 807 Stimmen ge­sunken sind. Sie haben rund 31 000 Stimmen ver­loren, die zum größten Teil aus Wahlmüdigkeit bei SPD.-Anhängern zurückzuführen sind, während der geringere Teil dieser Stimmen sich bei den Kommu­nisten wiedersindet. Die Kommunisten sind von 86 183 auf 112 326 Stimmen angewachsen, sie haben also insgesamt einen Zuwachs von 26 143 Stimmen zu verzeichnen. Erwartungsgemäß hat auch das Zentrum verloren, das seinen Bestand vom Juli in Höhe von 125 667 Stimmen nicht hat halten kön­nen; es ist um 11301 auf 114 366 Stimmen zurück- gegangen, liegt aber immer noch mit 5 765 Stim­men über der Ziffer bei der Landtagswahl vom Juni dieses Jahres

Die Voraussagen, die man für die Deutsch- nationalen und die Deutsche Volks- Partei, aufstellte, haben sich im wesentlichen.er­füllt. Die Deutschnationalen, die bei der Land­tagswahl einen Tiefstand von 11 266 Stimmen zu verzeichnen hatten, hatten sich bereits ^bei der Reichstagswahl im Juli etwas erholt. Sie haben nunmehr neuen, erheblichen Stimmenzuwachs erhalten und sind auf 24 727 Stimmen gekommen. Gut abgeschnitten gegenüber der 3uliwahl hat auch die Deutsche Dolkspartei, die ihre Stimmenzahl fast verdoppeln konnte. Sie ist von 12 743 Stimmen auf 24 132 gestiegen. Auch die Staatspartei und die Christlich-So­zialen konnten geringe Stimmgewinne buchen, während die Wirtschaftspartei fast ganz gefallen ist. Das Bemerkenswerte dieser Wahl ist, daß die schon totgesagten bürgerlichen Splitter zu neuem Leben erwacht sind, während die Ra­tionalsozialisten zum ersten Male einen nicht un­beträchtlichen Verlust erlitten haben, der ihre Abneigung gegen eine Reuwahl zum hessischen Landtag gemeinsam mit der Reichstagswahl be­greiflich macht.

Die Neugewählten in Hessen und Hesien-Naffau.

3n Hessen sind gewählt worden: Rationab­sozialisten 5 (bisher 6), und zwar: Schriftsteller Karl Lenz-Darmstadt, Fabrikarbecter Fritz Kern- Cberstadt, Hauptschriftleiter Alfred Ro­senberg- München, Lehrer Friedrich Rings- Hausen- Offenbach, Major a. D. August SchneidHober- Ehrenbreitstein; Sozialdemo­kraten 3 (bisher 4), und zwar: Schriftsteller Dr. Karl Mierendorff - Darmstadt, Oberregie­rungsrat Heinrich Ritzel- Gießen, Gewerk­schaftsangestellter Wilhelm Weber» Offenbach; Kommunisten 1 und 1 durch Listenverbindung mit Hessen-Raffau (bisher 1), und zwar: Metall­arbeiter Hermann R e m m e l e - Berlin, Schrei­ner Otto B r e n z e l - Frankfurt a. M.; Zentrum 1 und 1 durch Listenverbindung mit Hessen-Rassau (bisher 2), und zwar: (Dr. Brüning), Rechts­anwalt Dr. Fritz B o ck i u s - Mainz, Oberregie­rungsrat Wilhelm Knoll-Darmstadt.

3n Hessen-Rassau sind gewählt worden: Ra­tionalsozialisten 9 Abgeordnete (bisher 10), und zwar: Oberpostinspektor 3akob Sprenger, Frank­furt a. M., Schlosser Fritz Weitzel, Frankfurt a. M., Landwirt Walter Seidler, Landershausen, Obersteuersekretär Karl Lindner, Frankfurt a. M., Oberstleutnant a. D. Curt von Ulrich, Kassel, Kaufmann Hans Oberlindober, Obermenzia. Büro­angestellter Fritz Lengemann, Kassel, Diplom­volkswirt Adolf-Heinz Deckerle, Frankfurt a. M., Schlosser Fritz Schmidt, Kassel) Sozialdemokraten

angegriffen, die fie in derRegierung der Barone" vertreten sahen. Hugenberg, der Führer der Deutsch- nationalen, d. h. der einzigen Partei, auf die die Regierung sich stützt, hat offen mit dem Gedanken eines Zahlungsverzuges hinsichtlich der Schulden an das Ausland gespielt und hat bei Moskau Ausdrücke entlehnt Wenn die Mitarbeit d^r Nationalsozialisten gesichert werden sollte, dann dürfte Straßer in erster Reihe für einen Posten in einer Koalitionsregie­rung in Betracht kommen. Die nationalsozialistischen Verluste sind ein schwerer Schlag für die Partei, da zum erstenmal seit 1928 ihre Stimmen zurückge­gangen sind.

Daily Expreß" hebt hervor, daß Hitlers Partei nach wie vor die stärkste sei und sagt, ihre Verluste seien nicht so groß gewesen, wie erwartet worden war. Der Berliner Korrespondent der Daily Mail" sagt: Wenn Hitler endlich begreift, daß seine Partei nicht allein in Deutschland herrschen kann, und daß er mit anderen Parteien Zusammenarbeiten muß, dann ist es mög­lich. daß eine Grundlage für eine Regierung gesun­den wird, die sich auf die Nationalsozialisten stützt und die aktive Hilfe oder wenigstens die wohlwol­lende Duldung der Deutschnationalen genießt.

4 und 1 durch Listenverbindung mit Hessen (bis­her 5), und zwar: Oberbürgermeister a. D. Phi­lipp Scheidemann, Berlin, Geschäftsführer Franz Metz, Berlin, Gewerkschaftssekretär Heinrich Becker, Herborn, Vertreter Michael Schnabrich, Hersfeld, Landesrat Otto Witte, Wiesbaden; Kommunisten 3 (bisher 2), und zwar Schriftsteller Willi Münzenberg, Berlin, Metallarbeiter Karl Barthel, Kassel, Verkäuferin Franziska Kessel, Frankfurt a.M.; Zentrum 3 (bisher 3), und

Von unserer Berliner Redaktion.

Ein grauer, regnerischer Rovembertag, ein Sonntag gleich allen anderen, voller Ruhe und Entspannung. Auf der Wanderung durch Ar­beiterviertel und das Zentrum der Reichshaupt­stadt fallen nur wenig« Anzeichen des historischen Wahl-Geschehens ins Auge. 3m Osten, Rorden und Süden der Stadt wetteifern rote Partei­fahnen, mit Hakenkreuz oder Sowjetstern ge­schmückt, im Westen jedoch und in den anderen

Neun Uhr. 3n der Kanonierstraße, ein paar Schritte von der Wilhelmstraße entfernt, patrouil­lieren ein paar Schupobeamte. Sie stehen plötz­lich stramm und machen die Ehrenbezeugung. Denn vor der kleinen Konditorei von Rudloff hält ein altmodischer hochgebauter Wagen, dem der Reichspräsident von Hindenburg, begleitet von seinem Sohn und vom Staatssekretär, entsteigt. Bald folgt der Reichskanzler vonPa - p e n, der ebenfalls hier sein Wahllokal hat. Ein paar Backfische haben sich Sahnenbaisers bestellt und versinken beinahe in Hofknicks. Freundlich lä­chelnd erwidert Hindenburg ihren Gruß. Er sieht besonders frisch und ausgeruht aus und hat doch, wie an jedem Wochentage, schon zwei Arbeits-

zwar: (Dr. Brüning), Universitätsprofessor Dr. Friedrich Dessauer, Frankfurt a. M., Dr. August Münzebrock, Berlin, Mittelfchullehrer Jean Albert Schwarz, Frankfurt a.M.; Deutschnationale 1 (bisher 1), und zwar: (Dr. Hugenberg), Staats­minister und Reichsminister a. D. Oskar Hergt, Göttingen; Deuistze Volkspartei 1 durch Listen- Verbindung mit Hessen (bisher 0), und zwar Kauf­mann Richard Merten, Frankfurt a. M.

General Litzmann Alterspräsident des neuen Reichstags.

Berlin, 7. Rov. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Wie sich bei Durchsicht der Listen der gewählten Abgeordneten ergibt, ist der im Wahl­kreis Frankfurt a. d. O. - Grenzmark als natio­nalsozialistischer Spitzenkandidat gewählte General Litzmann 82 Jahre alt, während die nächstälteste Abgeordnete, die Kom­munistin Frau Klara Zetkin, 75 3ahre alt ist. Ter neue Reichstag wird also voraussichtlich von GeneralLitzmann eröffnet werden.

Oer prozentuale Anteil der Parteien.

3n unserer Frühausgabe ist durch ein Versehen bei der Darstellung des prozentualen Anteils der Parteien im Vergleich zur 3uliwahl ein falsches Bild entstanden. Wir wiederholen deshalb ncxh-/ mals die prozentualen Berechnungen von pri­vater Seite.

private prozentuale Berechnungen stellen sich bei

einigen Parteien unter anderem wie

folgt:

Parteien:

6. Rov.

31. Juli

RSDAp.

33,1 v. h.

37,4 v. h.

SPD.

20,5

21,6 ,,

6PD.

16,8

14,5

Zentrum

11,9

12,5

DRVP.

8,6

5,9

Bayerische Volkspartei

3,1 ,,

3,2

Deutsche Volkspartei

1,2

1,9

In der zweiten Spalte wurden die Verhältniszah­len der Juliwahl zum Vergleich genannt.

bürgerlichen Wohnvierteln der Stadt bemerkt man sichtliche Zurückhaltung, der Flaggenkrieg ist hier fast überall in die Unsichtbarkeit partei­lichen Waffenstillstands übergegangen. Stän­den nicht vor den Lokalen und öffentlichen Ge­bäuden Männer mit großen Plakaten, dann wüßte man nicht, daß Wahlsonntag ist. Ein leich­ter Regen rinnt beständig durch den Rebel, die Plakatträger frösteln und haben den Kragen hochgeschlagen.

stunden hinter sich. Dasselbe Kuvert, das jeder deutsche Staatsbürger erhalt, wird dem Reichs­präsidenten in die Hand gedrückt, er muß einen Augenblick warten, weil ein unbekannter Mann aus dem Volke gerade in der Zelle ist, auch Papen muß sich gedulden, so ist auch im äußeren Bild von der Herrschaft einer Autokratie nichts zu spüren.

3n ganz Deutschland ist die Polizei alarmbe­reit. 3m Berliner Polizeipräsidium sind schon in den frühen Morgenstunden fast alle Amts­räume besetzt, alle Querverbindungen mit den Städten im Reich sind her gestellt, man harrt der kommenden Dinge. Bis zum Abend aber geschieht nichts. Sogar die Derkehrsstreikunruhen sind

DasErgebnisderReichslagswahlinHeffen

Rückgang der nationalsozialistischen und sozialdemokratischen Stimmen.

Gewinne bei der Dolkspartei und den Oeutschnationalen.

Ein gemütlicher Wahlsonntag....

Stimmungsbild aus der Reichshauptstadt.

Z-, A v A

/5