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Nr. 106 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften)Samstag, 7. Mai 1952

Sahn frei für die Wirtschaft.

Don Or. Hjalmar (Schacht, ehem. Deichsdankprasidenten.

Als dos Dawes-Komitee 1924 zusammen - trat, stellte es den ©runölaß auf, dah das Reparo tionsproblem aus der politischen Sphäre hcrausge- nommcn werden und in die geschäftliche Sphäre überführt werden muhe. Aus diesem Grunde bezeichnete man die Stabilisierung der durch den Krieg ruinierten Wahrungen Europas als eine erste Voraussetzung und sprach ferner aus, dah Deutlchland keine Reparationen zahlen könne, wenn nicht seine Exportmöglichkeiten entsprechend gesteigert würden.

Der Dawes-Plan erweckte eine grohe Menge von Hoffnungen. In der lat brachten die nächstfolgen­den Jahre eine Rückkehr des Vertrauens in die friedliche Entwicklung der Weltwirtschaft und eine Stabilisierung sämtlicher Wahrungen, io dah sich der internationale Zahlungsverkehr reibungslos ent­wickeln konnte. Indessen zeigte sich bald, dah die Ausdehnungdes internationalen Wa­renverkehrs in keinem richtigen Ser- haltnis stand z u der Höhe der politi­schen Zahlungsverpflichtungen. Im we- fentlichen konnten die politischen Zahlungen nur auf- rechterhaltcn werden durch, übermahige private Kre­dite, die an die .Zahlungspflichtigen Lander gegeben wurden. Die Zahlungen aus einem gesteigerten kom­merziellen Verkehr zu verdienen, war den Schuldner- ländern nicht möglich. Diese Diskrepanz zwischen kommerziellen Gewinnmöglichkeiten und der Hohe der politischen schulden war es, die das Poung Komitee veranlahtc, noch einmal festzustellen, genau wie es der Dawes-Plan getan hatte, dah Deutsch­land nur zahlen könne, wenn es das Geld aus einem größeren Warenumsatz verdie­nen könne.

5» kam der im Jahre 1929 ausgestellte Poung - Plan dazu, die Erweiterung des Welt­handels in den Mittelpunkt zu stellen und gleich­zeitig ein Jinanzinftruinent ins Leben zu rufen, welches der Finanzierung des Welthandels dienen sollte, nämlich die Bank für Internatio­nalen Zahlungsausgleich. Diese Bank ass systematische Förderin des internationalen Waren­verkehrs in Verbindung mit den hauptsächlichsten Notenbanken der Welt war eine großartige Kon­zeption, die dem Namen des Komitee-Vorsitzenden alle Ehre machte und zu einer friedlichen Lösung d^r Reparationssragen geführt hätte, wenn man die Durchführung dieser Konzeption nicht auf die bloßen Formalitäten beschrankt, sondern sic mit gutem Wil- len in Hvmeinsämer Arbeit praktisch voll­endet hätte.

Was ist heute aus dem Dawes Plan und dem Poung-Plau geworden? In rund 40 Staaten der ganzen Welt hat man entweder den Goldstandard verlassen und befindet sich infolgedessen auf einer schwankenden Wahrung oder man hat den Markt der sremden Valuten unter so strenge .Kontrolle genommen, daß von einem freien Geldverkehr mit diesen Landern nicht mehr die Rede ist. Das erste und wichtigste Bestreben des Dawes-Planes, näm­lich stabiles Geld überall, ist gescheitert. Und nicht besser ist es der großen Forderung des Poung- Planes nach einer Ausdehnung des Welthandels er­gangen. Der Handel der ganzen Welt liegt in Scher­ben. Die Ursache liegt klar zutage. Die Politik bat das Geschäft getötet. Kein Geringerer als Andrew Mellon bei seinen Verhandlungen über die Adjustierung der interalliierten Schulden in 1926 hat es ausgesprochen, daß das Einkommen und der Lebensstandard der Schuldnerländer berück­sichtigt werden müßten und daß das Bestehen auf einem Abkommen, das die Zahlungsfähigkeit eines Landes übersteigt, dieses Land berechtigen würde, jedes Abkolnmen zu verweigern. Nun gibt es zwei Wege, dieses Prinzip durchzuführen, entweder die Schuldforderungen herabzufetzen oder die Zah­lungsfähigkeit des Schuldners zu steigern. Da die Politik den ersten Weg nicht gehen wollte, so haben die Wirtschaftssachverständigen den zweiten Weg empfohlen. Die letzten Jahre aber haben erwiesen, daß die Politiker den zweiten Weg nicht mitgehen wollten. Ich habe in meinem BucheDas Ende der Reparationen" angeführt, daß dieses Verhalten der Politiker das Ende der Reparations- Zahlungen bedeutet. Zollerhöhungen, Einfuhr­beschränkungen und Valutaenlwertung sind die sicht barsten Maßnahmen, die den Rückgang des Welt­handels herbeigesührt und die Zahlungsfähigkeit der Schuldnerländer vermindert haben.

Ein Land, das schon im Frieden so eng mit dem Welthandel verflochten war wie Deutschland, mußte unter dieser Entwicklung ganz besonders leiden. Wenn auch die Finanz- und Wirtschaftskrise heute fast alle Länder der Welt ergriffen hat, so hat die Krisis

für Deutschland doch ganz besonders schwere Rück- Wirkungen, weil Deutschland unter dem außenpoli­tischen Druck der Reparationen steht und weil neben dieser Reparcttionssorderung die ganze private Schuldverpflichtung besteht, die Deutschland in den letzten Jahren im Auslande kontrahiert hat. Gibt es irgendeinen wirtschaftlich denkenden Menschen in der Welt, der annehmen konnte, daß auch nur ein Pfen­nig Reparationen gezahlt werden sollte, bevor nicht die 'Verzinsung und Tilgung der privaten Schulden sichergestellt ist? Man sollte meinen, daß diese Frage gar nicht aufgeworfen zu werden brauchte. Aber es gibt Politiker, die die Ansicht ver- treten, daß die Reparationen den privaten Schulden oerangehen, oder ihnen gleichstehen. Und diese Poli­tiker wundern sich dann noch, wenn das internatio­nale Geschäft zuruckgeht und von einer Krisis in die andere sühn. Diese Politiker haben nicht begriffen, daß kein Staat ohne steuerkräftige Geschäftsleute leben kann. Sie halten es für möglich, daß man das Publikum, welches fein Geld in fremden Anleihen oder Krediten angelegt hat, benachteiligen kann, ohne die Fundamente besjB>irtfd)aftslebcns, ja der mensch­lichen Gesellschaft zu zerstören. Das deutsche Volk ist demgegenüber der Ansicht, daß das inter­nationale Vertrauen in geschäftliche Abmachungen d i e wichtig st e Darbe- bingung für bie Wiebergesunbung ber Welt ist. Es Dcrtcibigt deshalb die These, daß alle privaten Schulden an das Ausland nicht nur be­zahlt werden müssen, sondern auch allen politischen Schulden oorgehen.

Ader auch in der deutschen innerpolitischen Führung gibt es eine große Diskrepanz. Wenn es hinsichtlich ber auswärtigen privaten Verpslich- tungen keinem Zweisel unterliegt, daß Verträge eingehalten werden müssen, so ist ber gleiche Grund- fatz leiber in ber beutschen inneren Politik nicht ein- gehalten worben. Unter bem Druck der Krisis hat die deutsche Regierung eine große Reihe von Notver­ordnungen erlassen, die den Grundsatz, daß pri­vate Verträge eingehalten werden müs­sen, völlig über den Haufen warfen. In der Frage der Höhe der Zinsabmachungen, des Rechts der Mietverträge, ber Freiheit ber Schulbeintreidung, ber freien Preisbildung unb in vielen anberen hat ber Staat bestehende Verträge zwischen Privatper­sonen willkürlich geändert. Darum ist innerhalb

Deutschlands heute genau das gleiche cingeirettn, was im internationalen Verkehr durch die politischen Eingriffe emgetreten ist, nämlich em völliges Auf- Horen desPertrauens und damit eine Läh­mung ieder Initiative. Der Geschäftsmann ift ausgefchaltet, ber Politiker regiert. Das bebrütet, baß bas Geichast aufhort, baß die Steuereinnahmen zurückgehen, daß das Defizit im Budget steigt, daß die Arbeitslosigkeit zunimmt, daß die Wahrung in­ternational nicht mehr frei funktioniert, daß Zah- lungftorfungen eintreten, baß bie .Konkurse sich häu­fen usw. Dabei hat man leider das Gefühl, baß bie politischen Führer noch nicht einmal klar sehen, was sie eigentlich angerichtet haben. Denn alle Augenblicke hören wir immer noch Versicherungen von ben mei­sten Regierungen im In- unb Auslanbe, baß alles in Drbnung sei.

Gibt es nirgends einen Lichtblick? Ich sehe den ersten Lichtblick darin, baß in einer Reihe von Landern einige politische Führer anfangen, von ber Verschleierung ber Dinge abzurücken unb bie Far­be r u n g nach Wahrheit unb klarer (fr- fen ntnis aufzustellen. Ich habe den Eindruck, daß bie Politik Englands in dieser Richtung einen Schritt vorwärts gemacht hat. Die Abwendung von dem sozialistischen Regime, welches die Finanz- und Wirtschaftslage nicht zu meistern verstand, hat England einen großen Schritt vorwärts gebracht. In der Abkehr vom sozialistischen unb bureautrati- fchen Regime, in ber Wieberherstellung ber Achtung vor geschäftlichen Kontrakten, sehe ich bie einzige Möglichkeit auch für Deutsch lanb, zur klaren Einsicht, zu gesicherten Geschäfts- grunblagen unb damit zur geschäftlichen Initiative zu kommen. Ich glaube, daß der Zeitpunkt nicht mehr fern ist, wo das englische Beispiel des parla­mentarischen Regimewechsels in Deutschland nachge- ahmt werden wird. Die Welt ift der internationalen Konferenzen müde. Sie ist müde des Bureaukratis- mus Alle verstehen zu reden, keiner zu handeln. An Stelle solcher kollektiven Verantwortungslosigkeit brauchen wir wieder die Verantwortung des einzelnen Geschäftsmannes und die Verantwortung jeder einzelnen Regierung, die aus der Verpflichtung zur Herbeiführung nutzbringenden Geschäftslebens f e I b ft t ä t i g handelt, ohne auf Konserenzergebnisfe zu warten.

lagen. Reichsfchuldduchfsrderungen gingen später leicht zurück

toicticncr Wochcnmarklprcisc.

* Gießen. 7. Mai. E-4 kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Süßrahmbutter 130 PI, Landbutter 130. Kvchbutter 100. Matte 25 bie 30, Wirsing (gelb) 15 bie 20 «pro Ztr 12 bis 15 Mk ), Wirsing igrun) 25 lpro Zentner 20 bie 22 Mk >, Weißkraut 10 pro Zentner 6 bie 6.50 Mk >. Rotkraut 12 dis 15 ipro Zentner 8 bie 9 Mk i, Kartoffeln 4.5 «pro Zentner 3.80 bis 4 Mk i, gelbe Rüben 10 bie 12. rote Rüben 10 bis 12. Spinat 10 bie 15. Spargel 65 bis 100, ilntcrfoblrabi 5 bie 8. Feldfalat 80 bis 100, Tomaten 50 bie 60 Zwiebeln 18 bis 20. Meerrettich 30 bis 60. Rhabarber 15 bis 18. Schwarzwurzeln 25 bis 35. Honig 40 bis 45. Qlcpfel 10 bis 15. Dörrobfl 25 bis 30. Rütte 35 bis 40. jg Hähne 80 bis 90. Suppenhühner 70 bis 80 Pf. pro Pfunde Tauben 50 bis 70. Eier 6 und 7. Blumenkohl 30 biS 70. Salatgurken 40 'bis 60, Salat 20 bis 25. Rettich (neue) 15 bie 20. Oberkvhlrabi 20 bis 25. Sellerie 10 bis 30. Lauch 5 bie 10. Käse 5 bis 10 Pf pro Stück.- Radieschen 10 bis 15 Ps. pro Bund

Rohköstler-Latein.

Sic meinen, ich hätte als Rohköstler kein Vergnügen hinsichtlich der Beschaffung des Materials unb so ... Ich genieße die Jagd auf Gemüse in vollen Zügen, mit allem Drum und Dran, mit Halali und

Horrido!

Ich schieß den Pilz im wilden Forst kann ich gleichfalls singen, die Jagd ist fchwer, weil der Kerl sich so schlau versteckt.

Was glauben Sie aber, mein Herr, wie vor allen e Dingen

ein selbstgeschossener Kürbis ausgezeichnet schmeckt!

Erbsen, Bohnen, Spinat, rote und gelbe Ruben schießt man in niederer Jagd ohne Leidenschast und

Poesie.

Wer aber des Jagers Kunst will weidgerecht üben, geht auf Morcheln, Artischoken und Sellerie!

Spargel werden selbstredend mit dem Lasso gefangen. Wasserkresfe wird geangelt an des Baches Lauf.

Wenn aber die Felder erst in Hcrbftfarben prangen, geht die Parforcejagd auf Sauerkraut auf!

Puck.

Epiclplan der frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 8 Mai, 1800 biß gegen 2230 Ufjr ..Die Walküre". Montag. 9.. Geschlossen. Dienstag. 10 : 12.00 bis gegen 1400: ..Zaust"-Szenen (öffentliche Hauptprobe). 20.00 bis 22.30: ..Rigoletto". Mittwoch. 11., 20.00 bis gegen 2200: Szenen aus Goethes Faust". Donnerstag. 12., 19.30 bis 22 30 Der Freischütz". Freitag, 13., 19.30 bis 22 30. Die Zauberflöte" Samstag, 14 , 19.30 biß nach 22.30:Die schöne Helena".

Schauspielhaus Sonntag. 8. Mai. 20.00 bis gegen 2300 AhrZero" (Uraufführung). Montag. 9., 19.00 bis nach 24 00:Zaust" (1 T ). Dienstag. 10., 2000 bis gegen 2300:Zero". Mittwoch, 11., 20 00 bis gegen 23.00Zero". Donnerstag, 12., 19.00 bis 2400:Fault" (1. Teil). Freitag. 13., 20.00 bis nach 22 30: ./Der Raub der Sabinerinnen. Samstag, 14., 19 30 bis gegen 21 30:Elavigo".

<5inaesanktt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

(Eine Bitte an das Polizeiomt.

Wenn ich nicht irre, war es. 1929, als dieDoll- gummibereifung für Lastkraftwagen ab 1. Juli 1930 verboten wurde. Dis zu diesem Tage sollte dieseBereifung durch luftgefüllte Reifen erseht werden. Der Termin wurde dann bis 1. 3uli 1931 verlängert, um den Uebergang zu erleichtern.

Das Verbot war dadurch unerläßlich notwendig geworden, daß die vollgummibereiften Lastautos die Häuser stark erschütterten (und zwar nicht nur, wie früher vorwiegend betont wurde, in der Mar­burger Straße, sondern auch in anderen Stadt­teilen mit noch höheren Steuerobjekten). Da er­staunlicherweise noch immer Lastautos mit Voll­reifen die Stadt durchsausen, sei es einem er­schütterten Hausbesitzer gestattet, Aufsichtsbehörde und Polizei auf diese aussichtsreiche Geldquelle aufmerksam zu machen. Der Verkehr wickelt sich allerdings teilweise in der Zeit vor 6 Uhr und nach 22 Uhr ab. Sollten sachdienliche Mitteilun­gen des Publikums notwendig erscheinen, fo wird es nut eines dahingehenden Wunsches bedürfen.

......r.

Wirtschaft.

Generalversammlung bei Buderus.

Die gestrige ordentliche Generalversammlung der Duderusschen Eisenwerke. Wetz­lar, in der ein Aktienkapital von 17 242 000 Mk. vertreten war, genehmigte einstimmig sämtliche Anträge der Verwaltung. Auf 300 000 Mk. Vor­zugsaktien gelangt satzungsgemäh eine Dividende von 5 v. H. zur Verteilung, während das Stamm- kapitak dividendenlos bleibt. Die auf Grund der Rotverordnung erforderliche Reuwahl des Auf­sichtsrates ergab einstimmig die Wiederwahl sämtlicher Mitglieder.

Berlin fest und freundlich.

Berlin, 7. Mai. (WTV. Funkspruch.) 3n der Hauptsache war heute das anhaltende Interesse des Publikums für Aktien und Pfandbriefe der Grund für eine vielleicht etwas überraschende F e st i g k e i t. Die Kulisse, die gestern gegen Schluß des Verkehrs Abgabeneigung gezeigt hatte, deckte wieder, das Geschäft war allerdings weiter sehr ruhig, und die bis zu 2 Proz. betragenden Kursbesserungen waren in der Haupt­sache eine Folge von Materialmangel. Auch das gestern mittag zu beobachtende Angebot am Far­benmarkt hat heute wieder vollkommen nachgelas­sen, so daß der Kurs um fast 2 Proz. anziehen konnte. Auch AEG.. Dekula, Siemens und Aku lagen 1,75 bis 2,50 Proz. höher. Rur Braun- kohlenwerte lagen ausfallend schwach und wurden bis zu 2.5 Proz. niedriger notiert. Contigummi wurden heute incl. Dividende mit 92.75 Prozent wieder notiert. Auch im Verlaufe blieb die Ten­denz an den Aktienmärkten trotz dauernder kleiner Schwankungen recht freundlich. Einiges Geschäft entwickelte sich angeblich auf Käufe des Rheinlandes in Montanpapieren, aber auch Elek- trotoerte blieben beachtet, allerdings konnten AEG. ihren Anfangsgewinn von 2,25 PrvzMnicht voll behaupten. Tendenzstühend toirfle auch heute die Festigkeit am Markte der Reichsschuldbuch, forbenmgen, die gegen gestern abend um etwa 1 Proz. anzogen. Späte Fälligkeiten gingen mit 55 Prozent um.

Am Pfandbriefmarkt waren die Kurse dagegen nur gut gehalten. Onöuftricobligationen

lagen nicht ganz einheitlich. Deutsche Anleihen neigten teilweise zur Schwäche. Reichsbahnvor­zugsaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Don Auslandwerten neigten Mexikaner und Tür­ken eher zur Schwäche, Ungarn notierten dagegen etwas fester.

Im Verlaufe entwickelten sich noch einige Son- derbewegungen in Rhein. Vraunkohlen, Salzdet­furth und Conti-Linoleum, wobei diese Papiere etwa 2 Proz. gewinnen konnten. Aber auch Sie­mens und die anderen anfangs schon erwähnten Spezialwerte blieben weiter fest veranlagt

Frankfurt fest

Frankfurt a. Ul.. 7. Mai. (WTV. Draht- Meldung.) Die Wochenschlußbörse eröffnete auf weitere Deckungen der Spekulation, in Verbin­dung mit vorliegenden kleinen Kauforders der Kundschaft, in fester Ha l tu n g. Rach dem es an der Abendbörse auf Grund des Attentats auf das Oberhaupt der französischen Republik etwas schwächer geworden war. war man be­ruhigt, da es die Tat eines Geisteskranken war und man daher keine politische Verwicklungen befürchtet.

Dei kleinern Geschäft ergaben sich auf fast allen Marktgebieten Befestigungen von 1 bis 2 v. H. Eine gewisse Anregung bot der feste Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse. 3m Vordergrund des Interesses standen 3G., Reichs­bank und einige Elektrowerte, die Erhöhungen von durchweg 1,5 bis 2 v. H. aufwiesen. Da es an Angebot fehlte, machte sich verschiedentlich Materialknappheit bemerkbar, die naturgemäß die Aufwärtsbewegung unterstützte. Durch recht feste Haltung zeichneten sich noch aus: Deutsche Linoleum, Kunstseideaktien, Phönix, Gelsenkirchen. Scheideanstalt und Reichsbahnvorzugsaktien mit Besserungen bis zu 2 v. H. Etwas niedriger lagen Aschafferchurger Zellstoff mit minus 0.5 v. H.

Am Rentenmarkt lagen Deutsche Anleihen wesentlich ruhiger, doch blieben die Kurse gut behauptet. Reichsschuldbuchforderungen, besonders späte Fälligkeiten, setzten dagegen ihre Auf­wärtsbewegung um weitere 0,5 v. H. fort. Gold­pfandbriefe neigten weiterhin etwas zur Schwäche, während Liguidationspfandbriefe meist höher

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H. Lombardzinsfuß 6 v. H-

iranMun a. Ul.

Berlin

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Dalum

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6.5.

7.5.

Datum

6.5.

7.5

6.5

7.S.

6% Deutsche Sietchranleibe o. 192", 7% Deutlet Rcichtanleihe v. 1929 6>4% SJounfl.ßtnlcibe von 1930 £eul|d)c «n(.-2lblös.-SchuN> mti

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$e<gL ohne Aiillos.Reckte

6% Hel> SSoUefiaal von 1929

(rWblb. 102%)......

Cberbeiicn Provinz Anleihe Autlos.-Rechten

Deutsche Romm. SammelahL ilnleibf Serie 1

6% Franks. Hnp.-Bank »oldpse 15 unkündbar bi£ lJ35

r% Tranks. Hvp.-Bank ttdörlc unkündbar btt 1936 Serie 16

4U% krankt. Hhp^Bank Liau.

Bsandbriese...

43',% Rde "Ische Htw.-Bant-Ltou

Goldpse. ... ,

S% Pr. fcanbeopfantoTtdanftall, Psandbricse R. 19

f% Pr. Lande4vsandbriesanskaU.

Psanddricse R- io

<% Leiierretckilcke Holdren:e

4,20% ceilerreickilcke Sitderrente

4% Ungarische Soldrenle

4% Ungarische Gtaatircntt v. 1910

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5% abgeN. ®olbmepfanei von 99

4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anleck

Serie 1

4% frtfll. Serie U

5% £Rum5n. vereint). Rente v. 1903

4^%Rumänpereinb.Reutrv.l91ll

4% RumLniscke vereint). Siente t%% 1 Anatolier

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Hamburg-Lüdam. Tampsschiss. ') Hansa Dampsjchiss . 0

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Dresdner Bant...... 6

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Unternebmunarn ... 9

Rbeiniscke Elektrizität .... 9 ednirfcn S Lo......U

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Gelsenkirchener..... . 8

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Ilse Bergbau ....... 10 Slöcknerwerte ......... 6 Säln-Reuessen ......flu

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London. . .

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15,45

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4,217

4,209

Brüssel. . .

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16,61

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82,22

82.38

Scarien . .

33,57

33,63

33,57

33.63

Taniig . .

82.77

82.93

82.77

82.93

Japan . .

Sick c-e Han..

1.389

1,391

1,369

1.371

0.294

0,296

0.299

0,301

Jugoslawin.

Htifabo»

7.423

7,437

7,423

7.437

14,14

14,16

14,09

14,11

Berlin, tz Mai

«eld

bH3

«merrlannche Kota.......

4.20

4,22

Belgische Solei ........

58,93

59,17

Dänische Stolen.........

84,43

84,77

Englische Roter, . ........

15,41

15,47

Französische Notei........

16,57

16,63

Holländische Noten........

170,56

171,24

Italientiche Note»...... .

21,68

21,76

Norwegisch« Note»........

reur^Ti terreick, t 100 kchlllckg

78,04

78,36

Rumänische Note»........

2.49

2.51

Schwedilche Note»........

77,64

77,96

Schweizer Noten. ........

81,99

82,31

panucc 9iote» ........

33.43

33.57

Lngaritcke Nore» ........