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abschließen wollen. Es ist, wie eine Untersuchung ergibt, aber nur vom deutschen Generalstab aufgesetzt worden, um Rußland irrezuführen ... Dumbadfe wird also einwandfrei als deutscher Spion entlarvt. Bekommt feine zwanzig Jahre Zuchthaus, Detter Goschkewitsch vier Jahre Zwangsarbeit. (Beide sind von Kerenski begnadigt worden. Dumbadfe wirbt jetzt in Amerika für die Unabhängigkeit Georgiens.)
Man hat jenen Goschkewitsch noch in anderen Spionageprozessen verwickelt gesehen. Er gehört in den Freundeskreis des österreichischen Vizekonsuls A l t s ch i l l c r in Petersburg.
Ja, ja, dieser Altschiller ist ein Kapitel für sich. Jedes Kind in Rußland wußte, daß er ein rücksichtsloser Spion für feine Heimat war. Nur der russische Kriegsminister will nichts ahnen. Er und seine Gattin sind mit dem sehr netten und begüterten Herrn leidenschaftlich befreundet. Altschiller bezahlt die kostspieligen Schneiderrechnungen der Frau Kriegsminister. Altschiller bezahlt die Reisen des Ehepaares. Altschiller nimmt Frau und Herrn Suchornlinoff in seinem Luxuslandhaus bei Wien monatelang als Gast auf. Altschiller bezahlt der Frau Kriegsminister ihre Autos. Altschiller verlockt sie zu den phantastischsten Ausgaben. Altschiller kommt für alles auf
Dafür darf Altschiller im Arbeitszimmer des Kriegsministers tun, was er will. Altschiller öffnet Briefe, Altschiller beschaut sich alle Dokumente. Altschiller entscheidet mit, was, bei wem und wieviel bestellt wird. Altschiller beherrscht den Minister.
Wir sind bei unseren Untersuchungen auf verwegene Dinge gestoßen. Frau Suchornlinoff trug Kleider, die sich die Zarin nicht leisten konnte. Be- stellte von jeder Fasson und Farbe stets mehrere Kleider in verschiedenen Schattierungen und hierzu die entsprechenden Garnituren Wäsche. Gehalt und Sonderzulagen des Ministers konnten nicht einmal ein Drittel der Ausgaben decken, die sie machte ...
Diese Frau ist mitschuldig an seinem Untergang. Als er auf Grund des peinlichen Materials 19 16 verhaftet und der Peter-Pauls-Festung über- wiesen wird, als er zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, 1918 vom Revolutions- tribunal begnadigt wird, über Finnland nach Berlin flüchtet um hier in einem windigen Zimmer bei einer Wirtin in Friedenau auf den Hungertod zu warten, da hat Katharina Suchornlinoff ihn längst vergessen. Sie flieht während der Revolution mit einem schicken Georgier, wird an der Wolga mit zwei Pfund Zucker von den Bolschewiken verhaftet und wegen verbotener Spekulation mit ihrem Freunde übern Haufen geknallt ...
Spione, Mörder und Betrüger.
Mein Kampf gegen Anarchie und Bolschewismus.
Von Slaaisrai a. O. Wladimir Orloff.
IV.
Eines Kriegsministers Glück und Ende.
Nur die wenigsten Berliner wissen es: Draußen in Tegel gibt es eine Witte-Straße. Dort hat einmal in für uns glücklicheren Stunden Alexander III. Land erworben. Drum haben die Berliner die angrenzende Straße nach Witte genannt. Und auf diesem Gelände ist ein Grab, ein unscheinbarer Hügel. Dort ruht ein vom Leden zermalmter Mann. Er starb in irgendeiner Klinik in Berlin unter gräßlichen Dualen. In häßlicher Armut. Vergessen. Gestrichen. Und war doch einmal so groß. So berühmt. So machtvoll. So glücklich. So reich. Wladimir Suchornlinoff. Kein Begriff mehr heute, nicht wahr? Dachte ich's doch gleich. Diese Zeit rast und verachtet jedes Gedächtnis. Wladimir Suchornlinoff. Rußlands Kriegsminister. —
Wann? Nein, nicht vor Jahrzehnten! Nein! Vor ein paar Jahren. Noch während des Krieges, der ihm den Hals brach. Ruht nun, noch heute von Zahllosen verdammt und verflucht von vielen geliebt und entschuldigt, draußen in Tegel. Seit höchstens fünf, sechs Jahren.
Ist ein fabelhafter Ostizier. Mit Hirn. Fallt so- gleich aus der Menge auf. Donnerwetter, toller Draufgänger! Temperament! Phantasie. Man hat nicht so viele seines Schlages. Herein mit ihm in den russischen Generalstab! Ich sehe ihn noch vor mir. Kräftiger Mann, nicht sehr groß. Der- anlagung zum Dickwerden. Gepflegtes graues Bärtchen. Offenes, sehr gemütliches Gesicht.
Ist Kriegsminister. Erklärt vor dem Kriege: Wir sind gerüstet. Wir können jederzeit losschlagen. Nach den ersten Schüssen stellt sich seine fahrlässige Luge heraus. Nichts ist vorbereitet. Uneinnehmbare Festungen fallen. Armeen weichen, weil ohne Kraft und zureichende Waffen. Keine Zufuhr, keine Gewehre, keine Munition. Alles veraltet. Keine Reserven. Skandal!
Verantwortlich ist der Kriegsminister. Scheint sich aus selbstsüchtigen Motiven verschiedene Verfehlungen zuschulden kommen zu lassen. Man drängt den Zaren, daß er streng untersucht. Eine Kommission wird in Petersburg eingesetzt. Die soll den Dingen auf den Grund gehen. Ich gehöre zu ihr. Habe spe- ziell seinen Bekanntenkreis und seine Beziehungen zu Leuten die ausländische Spione sind, zu durchforschen. In vier Monaten häuft sich das be- lastende Material. Ein 400 Bogen starkes Buch enthält alles, was Rußland gegen seinen ehemaligen Kriegsminister zu sagen hat. Das Verfahren beginnt. Der Untersuchungsrichter geht an bis Arbeit. Ich soll u. a. eine für ihn fatale Angelegenheit aufklären. Drei russische Militärgrößen haben vor dem Kriege einen Rauchwürfel erfunden. Wird er fortgeschleudert, so erzeugt er bei der Entladung einen dichten Rauchvorhang. Truppen können unter seiner Deckung ihre Stellungen unbemerkt ver- schieben.
Diese Erfindung wird jahrelang nicht beachtet. Suchomlinoff hat sich über den einen Erfinder geärgert, weil er in einem Artikel behauptet hat, daß die Wasserversorgung in einer Festung nicht aus- reiche. Da aber Suchornlinoff zuvor dem Zaren gerade das Gegenteil versichert hat, will er den Rauchwürfel nicht einmal prüfen, ja, sogar den Erfinder strafversetzen. Man läßt aber nicht nach. Dringt wegen dieser Würfel bis zum Zaren. Der Kriegsminister erklärt, daß man derlei Dinge ,m Auslande längst erprobt und als minderwertig wieder fortgetan habe. Der Zar läßt fich's aber zweimal vorführen, ist begeistert, ordnet die Massenherstellung dieser Waffe an. Suchomlinoff versteht es, zu unter» binden. .
Juli 1914 erscheint ein französischer Offizier m Petersburg. Bei einer Truppenschau werden dem Gast die Rauchwürfel gezeigt. Die Erfinder bitten aber ihre Vorführungen in einem entlegenen Lager ohne ausländische Militärattaches vornehmen zu dur- fen, weil sie mit Recht Spionage befürchten. Man verspricht es ihnen. Trotzdem bringt Suchomlinoff einen deutschen General in seinem Wagen mit. Die Erfinder wollen ihre Würfel nicht zeigen. Suchomlinoff verbittet sich das Mißtrauen. Der Deutsche sei ein harmloser Mensch und verstehe nichts von derlei Sachen. , ...
.Bitte, geben Sie mir doch zwei Rauchwurfei für mein Archiv mit!" bittet der Deutsche, Graf Dohna, den russischen Kriegsminister. Suchomlinoff über, reicht dem Deutschen die gewünschte Erfindung ferner Landsleute ... .
Und in der Tat schon nach den ersten Kämpfen übersenden die Franzosen den Russen einen deut- schen Rauchwürfel, den sie nach einer Schlacht gefunden haben. Er entspricht genau der chemischen Zusammensetzung der russischen Erfindung. Nur die Russen selbst haben nicht ein einziges Exemplar angefertigt.
Noch schlimmer ist ein anderer Fall, den ich zü untersuchen habe: Es ist ein paar Monate nach Kriegsausbruch. Beim Kriegsminister läßt sich ein
Vetter seiner Frau, der Ingenieur Nikolai Goschkewitsch, melden. „Detter!", sagt der Besucher. „Bald ist der Krieg siegreich beendet. Drum will ich schon heute in allen Sprachen ein Lebensbild deiner Persönlichkeit vorbereiten. Die Welt soll sehen, welch ein Verdienst du dir durch deine genial durchgeführte Mobilmachung unserer Streitkräfte erworben hast. Zeige mir alle hierfür notwendigen Papiere!"
„Wer soll denn dieses Buch schreiben?"
„Diskretion! Vertraue mir, deinem Vetter! Gib mir vor allem auch das geheime Memoran- d u m über eure Maßnahmen, über eure Stärke, eure Ausrüstung und eure Versorgung! Du weißt doch, es ist ein historisch wichtiges Dokument, weil's doch' nur in drei handschriftlichen Exemplaren beim Zaren und bei dir liegt!"
Suchornlinoff hat keine Bedenken, alle wichtigen Papiere feinem Vetter zu überlassen. Der kommt zwei Tage darauf wieder an. „Du, Vetter, du mußt mir zu einzelnen Punkten des Memorandums Erklärungen geben!" fordert ihn der Ingenieur auf. — „Das ist unmöglich! Das ist doch für euer Werk ohne Wert. Das kann nur einen Spion interessieren! Ich sage nichts!" erwidert ihm der Minister, verabschiedet sich von ihm, vergißt aber, das geheime Dokument zurückzufordern.
Bald kommt Goschkewitsch wieder. „Sil id) habe zwei hervorragende Spione. Die haben in Berlin fabelhafte Beziehungen. Die betommnn alles heraus, was du nur wünschest. Die können mit dem deutschen Kriegsminister mit dem Marineminister, dem Auswärtigen Amt und dem Innenminister' in Berlin über den künftigen Frieden ver- handeln und wichtige Informationen nach Petersburg zurückbringen." — Suchomlinoff trägt es dem Zaren vor. Der gibt seine Zustimmung. Die beiden Vertrauten des Ingenieurs, ein gewisser Wassily D. Dumbadfe und Fürst Matschiabelli, werden mit Geld ausgerüstet und nach Berlin geschickt. Matschiabelli hat nie mehr etwas von sich hören lassen.
Aber den zweiten erwischt man bei seiner Heim- kehr beim Überschreiten der finnischen Grenze und findet bei ihm das geheime Dokument und ein Referat in russischer Sprache, unter welchen Bedin- gungen die deutschen Minister einen Separatfrieden
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 8. Mai.
6.15 Ufcr: Don Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.15. Stunde des Chorgesangs. 10.00: Einführung in Wagners „Götterdämmerung", 3. Aufzug. Don Hans Rosbaud. 11.00: Stunde der Kammermusik. 11.30: Don Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.15: Aus dem neuen Rathaus in Schöneberg: Don der politischen Matinee des Berliner Derbandes der auswärtigen Presse, Ansprache des Reichskanzlers Dr. Brüning. 13.15: Zither-Konzert. 1410: Stunde des Landes. 15.00: Kinderstunde. 15-30: Dorarlberg und Bodensee, eine Fahrt in den Frühling. 18.30: „Die Frauenreiche des Altertums. Bilder von einer Reise." Don Erna Pinner. 18.55: „Frauenherrschaft und Mutterrccht." Don Georg Michael Waldeck. 19.30: Dreißig bunte Minuten. 20.00: Heidelberg: Goethe-Feier. 21.0b: Götterdämmerung. 3. Tag des Dühnenfestspiels, „Der Ring des Ribelungen". 3. Auszug.
Montag. 9. Mai.
7.05 ilfcr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.00: Konzert auf Schallplatten. 13.00: Freiburg: Unterhaltungskonzert. 15-20: „Gehört die Frau ins Haus?", Dortrag von Dr. Agnes von Zahn- Harnack. Berlin. 17.00: Don Köln: Konzert. 18.25: „Dom Kulturtheater zu — was?", Dortrag von Dr. Adam Kuckhoff, Berlin. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19 30: Konzert des Rundfunkorchesters. 20-15: Schiller-Feier, Deryctrius, Fragment von Friedrich Schiller. 21.00: Konzert des Rundfunkorchesters.
Dienstag. 10. Mai.
7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.00: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13-00: Don Köln: Konzert. 15-20 bis 15-50: Hausfrauen- nachmittag. 17.00: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Die Zuspitzung der Lage des Grundstücks- und Wohnungsmarktes nach dem 1. April 1932", Berichterstatter: Dr. Köbner, Syndikus der Industrie- und Handelskammer, Frankfurt a. M.-Hanau. 18.50: Das „Horoskop" unserer Zeit. Ünterhaltung mit einem Psychologen (Dr. G. A. Römer und 3of. Eberle). 19.30: „Musikalische Grundbegriffe — Ihr Wesen und ihre Bedeutung", Dortrag von Hans Rosbaud. 20.00: Mannheim: älnterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Mannheim. 20.45: Schwäbischer Frühling, Gedichte und Lieder aus anderthalb Jahrhunderten. 21.30: Freiburg:
Kompositionsstunde, Otto Wartisch. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik des Tanzenscmbles der Stuttgarter Philharmoniker.
Mittwoch, 11. Mai.
7.05 Ahr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Stadt und Land, ein Wettbewerb von Schulklassen, eingeleitet von Alfons Paquet. 12.00: Don München: Konzert. 13.00: Konzert auf Schallplatten. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Lebensstil der Großstädter", Vortrag von Stefan Großmann, Berlin. 18-50: Zeitfragen. 19.20: Reues aus aller Welt. 19.30: „Außer Dienst", eine Erzählung von Hermann Kesser, gelesen vom Autor. 20.00: Kurhaus Wiesbaden: Festkonzert anläßlich des 25jährigen Bestehens des neuen Kurhauses.
Donnerstag, 12. Mai.
7.05 älhr: Bad Bertrich: Frühkonzert des Kurorchesters. 12-00: Konzert des Rundfunkorchesters. 13.00: Don Köln: Konzert. 1530 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17.00: Don München: Konzert. 18.25: „Reue Forschungen über menschliche Erblehre und Eugenik", Dortrag von Professor Dr. Sy Muckermann. 18-50: „Staatsverfassung der Dölker: Oesterreich", Dortrag von Professor Dr. Karl Strupp, Frankfurt a. M. 19.30: Freiburg: „Die Pilger von Mekka", komische Oper von Ehr. W. v. Gluck. 20.50: Karlsruhe: Aus Kindermund, Gedichte in badischen Mundarten. Rezitiert von Elly Schwab - Schneider. 21.00: Orchesterkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart, Musik seit 1900.
Freitag, 13. Mai.
7.05 illjr: Bad Bertrich: Frühkonzert des Kur- orchesters- 11.00: Opernhaus Frankfurt a. M.: Goethe-Feier, veranstaltet von dem Comite permanent des Lettrcs et des Arts des Völkerbundes. 13.10: Don Köln: Konzert. 15-20: Erziehung und Bildung — „Was liest unsere Jugend?". Dortrag von Dr. Otto Wehen. 17.00: Don München: Konzert. 18 25: Mannheim: Aerztevortrag: „Bronchial-Asthma und andere allerc^sche Krankheiten". 18.50: „Don den Pflichten des Lesers", Dortrag von Dr. Werner Milch. 19.30: Die Melody Gents fingen! 20.00: Im Fluge um die Welt, „Rum. Pfeffer und Bananen", ein Trip durch Mittel- und das nördliche Südamerika. 21.00: „Immer wieder mal Liebe", drei Einakter, eine Operette und Drumherum von Erik-Ernst Schwabach. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik.
Oberbeffeo.
Landkreis Gießen.
'£ Wieseck, 7. Mai. Unser Mitbürger Theodor Speyer vollendet heute in körperlicher und geistiger Frische fein 8 0. Lebensjahr. Herr Speyer betrieb bis vor drei Jahren eine kleine Zigarrenfabrik und Kolonialwarenhandlung. Auch als Mu« fiter ist er weithin bekannt geworden. Dem Turn- verein gehört er weit über 50 Jahre an; er ist Ehrenmitglied dieses Vereins. Im Vorstand der Spar- und Darlehnskasse war er bis Dezember 1931.
00 Klein-Linden, 6. Mai. Unter starker Beteiligung der Gemeinde feierten die beiden evangelischen Jugendvereinigungen ihr Jahres- und Stiftungsfest. Unter den Marschklängen des hiesigen Posaunenchors bewegte sich ein stattlicher Zug zu den Festwiesen am Allendörfer Wäldchen. Der Vorsitzende der Vereinigungen, Pfarrer Bremmer, hielt eine Ansprache. Der Bundes» gauroart des Weltbundes^ Müller (Rüdesheim), grüßte die Jugend und zeigte ihr die Wege zur Erreichung ihrer Ziele. Gemeinsam gesungene Lieder und der Zapfenstreich, von 'dem Posaunenchor vor» getragen, beschlossen die Vorfeier. Zürn Festgottes« dienst hatte Bundesgauwart Müller die Festpredigt übernommen. Er ermahnte die Jugend, sich aufzuopfern im Dienst für unseren Glauben,"der in der Liebe tätig sein soll. Singekreis, Mädchenchor und Sprechchöre der beiden Vereinigungen verschönten die Feier. Am Nachmittag zog ein langer Festzug durch unser Dorf zu den Festwiesen. Von Lang- Göns, Butzbach, Vilbel, Gießen und Rockenberg waren Jugendgruppen erschienen, um am Fest teil- zunehmen. Der Ortsgeistliche begrüßte zunächst di» Festversammlung, alsdann hielt Pfarrer Wahl (Lang-Göns) die Festrede. Die Gießener Wartburgjugend führte ein Theaterstück „Der Wunderkrug* auf und erwarb sich damit den Beifall der Zuhörer. Spiel, Tanzreigen und Gesang hielten die Jugend noch lange in fröhlichster Stimmung beisammen. Pfarrer Knell (Gießen) beschloß das Fest mit einer kurzen Ansprache.
' Sich, 6. Mai. In der vergangenen Nacht gegen 3.30 Llhr ereignete sich auf der Straße Sich—Eberstadt in der Nähe des Hofgutes CoUn- hausen ein A u t o u n f a 11. Der von Herrn Georg D u t t e r o n aus Hungen geführte Personenkraftwagen geriet in der Höhe des Hofgutes vor einer plötzlich die Straße überquerenden H a f c n f a ni i I i c zu hart an den Straßenrand, dabei überschlug sich der Wagen, stürzte in den Straßengraben, kam dabei aber wieder auf die Rader zu stehen. Der Führer des Kraftwagens, Herr Dutteron, erlitt eine leichte Gehirnerschütterung, sein Mitfahrer hat anscheinend ebenfalls eine Gehirnerschütterung und außerdem einige Schnittwunden im Gesicht davongetragen. Die Verunglückten wurden in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Ihr Befinden gibt erfreulicherweise zu einer Beunruhigung keinen Anlaß. Der Kraftwagen wurde schwer beschädigt.
)( Lich, 6.Mai. Die evangelische 3u- gcndvereinigung (Posaunenchor, Jugend- ring, Jungschar) veranstaltete dieser Tage in der Turnhalle einen sehr gut besuchten „Frohen Abend". Ein Begrüßungsgedicht wies auf den Sinn des Abends und der Jugendarbeit hin. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen ein Spiel der Jungschar „König Winter", ein Hans- Sachs-Spiel „Der Krämerkorb" und ein Scherzspiel ,Zeter Squtznz". Die Ausführungen wurden von Mitgliedern des Jugendringes und des Posaunenchores sehr geschickt bestritten. Musika- lische Darbietungen einer kleinen Kapelle, in der auch die Herren Lehrer Stein und Hinkel und die Brüder Schmidt mitwirkten, unterhielten die Gäste sehr gut. Der Posaunenchor erfreute mit einigen Volksliedern. Pfarrer Draudt hielt als Leiter der Jugendvereinigung eine Ansprache und wies auf die Bedeutung rechter Jugendarbeit hin. Gedichtvortrag und Marsch beschlossen den prächtig verlaufenen Abend. Die Darbietungen fanden lebhaften Beifall.
KreiS Schotten.
§ Ulrichstein, 6. Mai. In der letzten Nacht entstand aus bis jetzt noch unbekannter Ursache in der Scheune des Landwirts I.Scheich Feuer, durch das die Scheune mit allen Vorräten und land- wirtichaftlichen Maschinen vollständig d ernt d) t e t wurde. Der rasch herbeigeeilten Feuer- wehr gelang es, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken.
§ Ober-Seibertenrod, 6. Mai. Der 30- jährige Landwirt Weber von hier wurde am Nach, mittag des Himmelfahrttages auf der Ohmftraße zwischen hier und Ulrichstein von einem Auto so unglücklich angefahren, daß er sehr schwere Verletzungen, u. a. zwei Bein- brüche, erlitt. Dr. Nicolai von Ulrichstein leistete dem Verunglückten die erste Hilfe und brachte ihn ins Laubacher Krankenhaus.
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Gerade beim Wechsel vom besseren zum billigeren Kaffee bringt „Webers" den notwendigen Geschmacks-Ausgleich - und
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