nr. 287 KeühauSsabe
182. Jahrgang
Dienstag. 6. Dezember 1952
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Siegen.
WiewirdsichderNeichstagzumneuenKabineiistellen?
Roch keine Entscheidung der Parteien -Oie Regierung wünscht Vertagung der parlaments- beschlüffe bis nach Weihnachten.
Berlin. 5. Dez. (TU.) wie die TU. erfährt, haben die Beratungen der Reichslagsfraktion der NSDAP„ der auch Hitler beiwohnte und in er zu ausführlichen Darlegungen das wort ergriff, eine endgültige Entscheidung noch nicht gebracht. Die Stellungnahme der Reichslagssraklion der NSDAP, gegenüber dem Wunsch der Regierung, die Entscheidungen des Reichstages bis nach Weihnachten zu vertagen, wird von gewissen Voraussetzungen abhängig gemacht. Bei diesen Voraussetzungen spielt, wie verlautet, auch die Frage der A m n e st l e eine Rolle.
3n Kreisen der Reichsregierung nimmt man an, datz es gelingen wird, die Mehrheit dafür zu gewinnen. datz sich der Reichstag nach feiner Konstituierung am morgigen Dienstag und nach der Wahl des Präsidiums am Dienstag oder Mittwoch b i s zum Dienstag kommender Woche vertagt, um dann die Erklärung der neuen Rcichsregierung entgegenzunehmen. Die Ausarbeitung der Regierungserklärung erfordere naturgemäß einige Zeit. Ls soll nach diesem plan dann gleich in die Aussprache eingetreten werden, wobei die erste Rebnergarnitur zur Bekanntgabe der Haltung der Parteien zu Worte kommen soll, bann solle ble weitere Aussprache unb die Beschlüsse bes Reichstages auf Anfang Januar vertagt werden.
Am Montag waren Gerüchte im Umlauf, die von erneuten Verhandlungen zwischen Nationalsozialisten und Zentrum über die Neugestaltung in p reutzen wissen wollten. Solche Verhandlungen werden jedoch zweifellos erst bann ernstlich in Frage kommen, wenn bie Haltung der Parteien gegenüber bem neuen Kabinett Schleicher fesisteht. Dabei ist anzunehmen, baß die von ben Parteiführern bem Reichspräsidenten gegebene Versicherung, ber durch bie Rotoerorbnung beseitigte Dualismus Preußen-Reich solle nicht wieber in Erscheinung treten, von ben Parteien inne- gehalten wirb, so baß bie Wahl eines Ministerpräsidenten in Preußen nicht den Charakter einer Aktion gegen bie Reichsregierung annehmen würbe. Ls wäre bann Sache einer Vereinbarung zwischen Reichvregierung unb Parteien, in welcherForm eine neue parlamentarische Preußenregierung unter Aufhebung bes Postens bes Reichskommissars personell in bas Reichskabinett einju- bauen wäre.
Die GPO. fordert sofortige Regierungserklärung.
Mißtrauensvotum gegen das ncueKabinctt
Berlin, 5. Dez. (DDZ.) lieber die Fraktions- sihung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wird von der Fraktion u. a. folgendes mitgeteilt:
Die sozialdemokratische Reichstagsfrakion be-- schloß, für die Wahl des Reichstagspräsidenten wieder Paul Lobe vorzuschlagen. Die sozialdemokratische Fraktion wird verlangen, daß der Reichstag sofort nach seiner Kon st i - tuierung die Erklärung der neuen Regierung entgegennimmt und daß sich daran eine Aussprache über die wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fragen anschließt. Die Fraktion wird sofort einen Mißtrauensantrag gegen die Regierung von Schleicher einbringen, da die Zusammensetzung des neuen Kabinetts keine Gewähr dafür biete, daß sich dessen Politik wesentlich von der des früheren Kabinetts unterscheiden wird. Als besonders vordringlich wird die Sozialdemokratie die schnellste Erledigung einer Reihe von ihr eingebrachte Anträge und Gesetzentwürfe fordern. Dazu gehören die Gewährung einer zusätzlichen Winterhilfe für alle Unterstützungsempfänger und Hilfsbedürf tigen, sowie der Erlaß einer Amnestie für politische Vergehen und Vergehen aus sozialer Rüt. Ferner verlangt die Fraktion die Aufhebung der Terror- Rotverordnung und der Sondergerichte, die Wiedererhöhung der sozialpolitischen Leistungen auf den Stand vor Erlaß der Rot- verordnung vom 14.3unt 1932, die Beschaffung von Arbeit und eine großzügige Durchführung des Siedlungswerks.
Oie Oeutschnaiionalen unb bas Kabinett Schleicher.
Berlin, 5. Dez. (TU.) 3n einem „Heber- gang oder Endlösung?" überschriebenen Artikel nimmt der Pressechef der DRDP., Brosius, in den Parteiamtlichen Mitteilungen zum Kabinett Schleicher u. a. wie folgt Stellung: Die nächsten Tage werden zeigen, wie sich das neue Kabinett einem Reichstag gegenüber verhalten wird, der ihm die Gefolgschaft versagt. Ist das Kabinett Schleicher, das sich aus fast den gleichen Persönlichkeiten — mit den gleichen Gegensätzen — zusammensetzt, wie das frühere Kabinett, stark genug, um eine Endlösung
darzustellen? Wenn nicht, wird es den Heber- gang bilden auf dem Wege rückwärts zum Parlamentarismus ober auf Wege zu Hitler oder au f dem Wege z u einer Staatsführung, die das vollendet, was die Regierung Papen nicht durchzusetzen vermochte? Von dem Weg, den das neue Kabinett geht, wird es abhängen, wie sich die DRVP. zu ihm stellt. Die drei sachlichen Forderungen der Deutschnationalen sind:
1. Der Weg vom Parlamentarismus von Wei
mar zum autoritären Staat muß entschlossen weitergegangen werden.
2. Der Dualismus zwischen Reich und Preußen darf nicht wiederkommen, auch nicht auf dem Wege einer Einigung zwischen Nationalsozialisten und Zentrum in Preußen.
3. Der Reubau der Wirtschaft muß nach neuheitlichern Plan und unter Ausschaltung aller sozialisti schen Experimente durchgeführt werden. In den Anfängen schon liegt Erfolg oder Mißerfolg des neuen Reichskanzlers begründet.
Silier vor der ReichMssrakiion der ASDAp.
Kein Kompromiß. —Das Wahlergebnis in Thüringen.
Berlin, 5. Dez. (TU.) Ueber die erste Sitzung der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion gibt die Reichspressestelle der NSDAP, nachstehenden Bericht aus:
„In Anwesenheit Adolf Hitlers t£at am Montag ab ent» die Reichstagsfraktion der NSDAP, zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Der Fraktions- vorfttzende Dr. Frick eröffnete die Sitzung mit einer Begrüßungsansprache, in der er feststellte, daß die Fraktion zusammengekommen sei, um zu bekunden, daß sie geschlossener und einiger denn je hinter ihrem Führer stehe und in den Kampf eintrete. Dann nahm Adolf Hitler das Wort und legte in mehr als einstündigen Ausführungen nach einem Rückblick auf die letzten politischen Ereignisse die Richtlinien fest, die für die Haltung der Reichstagsfraktion der NSDAP, i m kommenden Kampfe maßgebend sein werden. Ausgehend von den immer gleichbleibenden weltanschaulichen Zielen und der großen nationalen Aufgabe der Bewegung, von der Millionen Deutscher die Erfüllung ihres Sehnens nach einer besseren deutschen Zukunft erwarten, gab er seiner durch nichts zu erschütternden Ueberzeugung Ausdruck, daß Energie und eiserne Zähigkeit der nationalsoziali st i schen Idee den Sieg sichern werde. Niemals habe eine große Bewegung gesiegt, wenn sie d e n W e g d e s
Kompromisses eingeschlagen habe. Je mehr die Ereignisse zur Entscheidung drängten, umso mehr Opfer erfordere der Kampf. Entscheidend sei allein, wer in diesem Kampf das letzte Aufgebot und das letzte Bataillon auf die Walstatt bringe. Es fei nicht wahr, daß die NSDAP, in Thüringen eine Niederlage erlit - ten habe. Wenn man schon diese Gemeindewahl als politischen Maßstab nehmen wolle, dann stelle er fest, daß die NSDAP, insgesamt in Thüringen prozentual im Berhältnis zu den anderen Parteien nicht zurückge- gangen sei, sondern sogar gegenüber der letzten Reichstagswahl im Verhältnis etwas gewonnen habe. In zahlreichen Gemeinden fei sogar die Stimmenzahl der letzten Reichstagswahl überschritten worden. Keine Sekunde werde die nationallsozialistft'che Bewegung in ihrem Kampfeswillen und in ihrer Kamp'sesentschlofienheit e r» lahmen. Sie habe den längeren Atem und werde daher auch den letzten Sieg erringen.
Nachdem Adolf Hitler sodann die politischen Richtlinien für die Reichstagsfraktion im einzelnen bekannt gegeben hatte, schloß der Fraktionsvorsitzende Dr. Frick die Sitzung, indem er dem Führer namens der gesamten Fraktion das Gelöbnis unerschütterlicher und unverbrüchlicher Gefolgs- treue in die Hand ab legte.
Der Landgemeindetag hinter dem Arbeitsbeschaffungsplan Gerekes.
Leipzig, 5. Dez. (TH.) Der Vorstand des Deutschen Landgemeindetages trat in Leipzig zusammen, um wirtschaftliche und Politische Tagesfragen zu besprechen. Der Präsident Landrat a. D. Dr. Gereke war durch die Kabinettssihung in Berlin am Erscheinen verhindert. Die Versammelten brachten zum Ausdruck, daß es besonders erfreulich sei, daß dieser Mann, der seit zehn Iah- ren Führer des Verbandes preußischer Landgemeinden und Kämpfer für die Landgemeinden ge- wesen sei, nun das Amt des Reichskommissars erhalten habe mit Sitz und Stimme im Kabinett. Der Deutsche Landgemeindetag st ehe hinter diesem seinem Führer, wenn er die hauptsächlichsten Grundsätze seines Planes auch als Reichskommissar sesthalte.
Heber die Gerekeschen Grundsätze führte Ministerialrat Schellen aus: Im Gegensatz zu den Maßnahmen der Reichsregierung Papen soll die Arbeitsbeschaffung nicht von der Seite des Erzeugers, sondern von der des Verbrauchers her versucht werden. Es müssen öffentliche Aufträge an Privatunternehmen begeben werden. Unter allen Hmständen müssen die Finanzierungspläne, wie sie der Regierung Papen noch vorgeschwebt haben, verhindert werden. Auch die Gemeinden müssen
die Steuergutscheine „a Fonds perdu“ erhalten.
Heber die Einführung des Steuervereinheitlichungsgesetzes wurde eine Entschließung angenommen, die dahin geht: „Der Landgemeindetag fordert, daß die für den 1. April 1933 vorgesehene allgemeine Durchführung des Steuervereinheitlichungs - Gesetzes solange zurückgestellt wird, bis eine auf beständige wirtschaftliche Verhältnisse begründete neue Einheitsbewertung vorliegt. Die auf den 1. Ianuar 1931 festgestellten Einheitswerte weisen unter sich eine starke Hnterschied- lichkeit auf und sind durch die wirtschaftliche Entwicklung überholt. Ihre Verwendung als Be- steuerungsgrundlage würden dem Grundsatz einer gleichmäßigen und gerechten Besteuerung widersprechen und der Erhebung der Realsteuer große Schwierigkeiten bereiten.
Schließlich nahm die Versammlung noch scharf gegen das Gutachten der Reichsanftalt über die Mitwirkung der Gemeinden bei der Bedürftigkeitsprüfung in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge Stellung. Die vier kommunalen Spihenverbände werden ein gemeinsames Gegengutachten erstatten, das wahrscheinlich im Ianuar bekanntgegeben werden kann.
Sie letzten Wahlergebnisse ans Thüringen
Sondershausen (Kreisrat): RSDAP. 11511 (16 213), 5 (bisher 0 Mandate), Soz. 6751 (7090), 3 (5) Mandate, Komm. 7048 (7567), 3 (1) Mandate, Dn. 1911 (2258), 1 (1) Mandat, Landbund 5193 (3143), 2 (5) Mandate, Hapolitischer Mittelstand 1795 (—), 1 (2) Mandate, DVP. — (—), — (1) Mandat.
Gotha (Kreisrat): RSDAP. 17765 (Reichstagswahl am 6. Rovember 22 831), SPD. 3619 (3424), Kommunisten 15 935 (16 563), Deutschnationale 3123 (3942), Deutsche Volkspartei 1190 (885), Landbund 6697 (4290), Rationale Bürger!. 1105.
Saalfeld (Landkreis): RSDAP. 10 645 (14 739), 5 (0) Mandate, Soz. 9186 (11 084), 4 (6) Mandate, Komm. 6268 (8303), 3 (1) Mandate, Rationaler Block 1912 (—). 1 (bisher 5 bürgerliche) Mandate, Landbund 4241 (2690), 2 (3) Mandate.
Arnstadt (Kreisrat): Rationalsoz. 15 693 (18 821), 6 Mandate; Soz. 9891 (9892), 3 Mandate; Komm. 13 556 (14 081), 3 Mandate; Bürgerliche 6371 (—), 2 Mandate; Komm. Oppos. 2650 (—), 1 Mandat.
Meiningen (Kreisrat): Rationalsoz. 16 193 (22 180), 6 (1) Mandate; Soz. 8500 (8941), 3
(6) Mandate; Komm. 7618 (8557), 3 (1) Mandate; Landbund 4130 (2650), 3 (3) Mandate; Dürgerblock 311, 0 Mandate; Dn. 1178 (1987), 0 (5) Mandate; Landgemeindeverband 1117, 0 (1) Mandat; Bürgerliche Liste 564, kein Mandat; DVP. 1251 (919), kein Mandat; Staatspartei 390 (374). kein Mandat.
Altenburg (Kreisrat): Rationalsoz. 15 679 (16 902), 6 (0) Mandate; Soz. 20 369 (22 028), 6 (8) Mandate; Komm. 7387 (7894), 2 (1) Mandate; Staatspartei 1652 (494), 0 (1) Mandate; Bürger!. Einheitsliste 5024 (—), 1 (—) Mandat.
Eisenach, (Lankckreis): Larrdbund 8120 (5409). 4 (4) Mandate, Zentrum 3633 (4272), 1 (1) Mandat; Soz. 11 201 (12 016), 3 (5) Mandate« Komm. 7353 (9938), 2 (1) Mandate; Komm. Opp. 1053 (—), fein (lein) Mandat; Beamten- und Angestelltenvereinigung 891 (—), fein (kein) Mandat; Bürgerliche Liste 1100 (—). kein (fein) Mandat; Rat.-Soz. 9650 (15 601), 3 (3) Mandate; Wirtschaftspartei 389 (139). kein (kein) Mandat.
Hildburghausen, (Kreisrat): RSDAP. 12839 (16 616), 7 Mandate; SPD. 4712 (4631), 2 Mandate; KPD. 3651 (4289) 1 Mandat; Land
bund 4795 (3379), DRVP. 1447 (1606); zusammen 3 Mandate.
Rudolstadt, (Gemeindewahl): RSDAP. 8102 (11 381), 4 Mandate; SPD. 7670 (8839), 3 Mandate; KPD. 6872 (8344), 3 Mandate; Land-« bunt) 3408 (2772), 2 Mandate; Lifte Bethmann i (Stahlhelm) 2 073 (—). 2 Mandate; Liste Dr. Wiedeburg 1058 (—), 1 Mandat.
LmGpiegelderVerlinerpresse
Berlin, 5. Dez. (CNB.) Die Thüringer Gemeindewahlen werden in den meisten Blättern als ein politisches Stimmungsbarometer gewertet. Während in einer Reihe von Zeitungen von schweren Verlusten der Nationalsozialisten gesprochen wird, die auch durch den prozentmäßigen Rückgang der Wahlbeteiligung nicht zu erklären seien, bezeichnet der „A n g r i f f" (NSDAP.) die „Nazioerluste" als „Lügen". Die Wahlen hätten gezeigt, daß die NSDAP, nicht nur unerschütterlich dastehe, sondern ihr Stellung gegenüber den anderen Parteien seit der Reichstagswahl vom 6. November bereits wieder erheblich verbessert habe. Das Blatt bringt eine Reihe von Beispielen dafür, daß der prozentuale Rückgang der NSDAP, g e r i n g e r als der der anderen Parteien sei.
Die „Voss. Ztg." (dem.) nennt die Wahlen ein Gottesurteil über die Politik der NSDAP. Es zeige, daß die radikale Erregung, die bisweilen das Gefüge unseres Staates zu sprengen drohte, im Abklingen begriffen sei. Der Nimbus der unaufhörlichen Erfolge sei geschwunden. — Der „Germania" (Zentrum) spricht von eindringlichen Lehren dieser Wahl: Ob sie dazu hinreichen werden, die politischen Entscheidungen im Reiche, die mit dem Zusammentritt des Reichstags akut würden, maßgeblid) zu beeinflußen, werde die nächste Zukunft lehren. — Das „B e r l. T a g e b I." meint, die thüringischen Wähler hätten gestern nicht nur über die Verwaltung ihrer Städte und Kreise entschieden, sie hätten auch ein Urteil über die Politik ihrer nationalsozialistischen Landesregierung und über die Politik der NSDAP, im Reiche gefällt. Der Elan sei gebrochen, der nüchterne Alltag für Hitler habe begonnen.
Die Scherl-Blätter „Lokalanzeiger" unb „T a g" heben hervor, daß die Linksmehrheit in einer Reihe thüringischer Städte gebrochen worden sei. Für die Deutschnationalen sei zu berücksichtigen, daß sie bis auf Gotha überall bei den kommunalen Wahlen zum ersten Male mit Sonderlisten vorgegangen seien, so daß eine langjährige entgegengesetzte Gewohnheit der Wähler überwunden werden mußte, und daß weiter, wie stets bei lokalen Wahlen, berufliche Sonderlisten ihre altgewohnte Anziehungskraft geäußert hätten. Der Thüringische Landbund, dessen Vertreter im Reichstag sich bekanntlich den Deutsch- nationalen angeschlossen hat, haben ausfallend gut abgeschnitten.
Forderungen des GdA.
Berlin, 5. Dez. (CNB.) Der Gewerkschaftsbund der Angestellten verbreitet einen offenen Brief an bie Reichsregierung, in bem u. a. folgende Forderungen ausgestellt werden:
Wegfall ber Bebürftigkeitsprüfung in der A r - b e i t 5 l o f e n f ü r | o r g e Beseitigung ber Son - berbelaftung ber Angestellten in der Arbeitslosenhilfe, Ausgleichung ber Härten in ber Gewährung der W i n t e r z.u la ge, Zulassung gewerkschaftlicher Ersatzkassen auch in ber Arbeitslosenversicherung. Die Angestelltenoer- sicherung muß 'wieder das Recht zur selbstän- bigen Beitrags- und Leistungspolitik rediglich "aus ben Erfordernissen ber Versicherten erhalten. Mittel der Angestelltenversicherung dürfen nicht zugunsten anderer Versicherungszweige verwendet werben. Der Anspruch auf ein festes Monatsgehalt muß sicher gestellt werden.
Weiter wird gefordert: Aufrechterhaltung und Ausbau des Kündigungsschutzes unb aller Schutzbestimmungen im Betriebsräte- unb Schwerbeschädigtengesetz, wirksame Bekämpfung bes Dop- pelvevdienertums, Beseitigung des Provisionsvertreterunwesens, Verbot aller Angestellten- lleberarbeit, Aufhebung ber Lohnkürzungsverordnung, Aushebung aller diktatorischen Eingriffe in die soziale Gesetzgebung. Ueber diese aktuellen Forderungen hinaus spricht der GdA. die Erwartung aus, baß ein großzügiges öffentliches Arbeit^ beschaff ungspro- g r a m m ins Werk gesetzt, die generelle A r - b e i t s 5 e i t verkürzt und auf die handelspolitische Abriegelung endgültig Verzicht geleistet wird.
Ein Kreditausweitungs- programm des OHB.
Hamburg, 5. Dez. (CNB. Funkspruch.) Der Deutschnationale Handlungsgehilfenoerband hat ein Arbeitsbeschaffungsprogramm aufgestellt, das heute der neuen Reichsregierung überreicht wird. In diesem Programm heißt es u. a., daß eine Kredit- ausweitung imstande sei, die Wiederbelebung der Wirtschaft zu beschleunigen. Der DHV. schlägt zum Zwecke einer solchen Kreditausweitung folgende Maßnahmen vor:
1. Der Reichsbankdiskont ist so lange zu senken, bis wieder in größten Ausmaßen Handelswechsel an die Reichsbank herangebracht werben.
2. Die einmal geschaffenen oteuer gut« scheine sind zum Zwecke ihrer finanziellen Verwertung dauernd in der Nähe des Pari- Standes zu halten.
3. Es ist notwendig, bestimmte Wertpa - piergruppen als Deckung für einen


