Ausgabe 
6.12.1932 Erstes Blatt
 
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Dienstag, 6. Dezember 1952

Kr. 287 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

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Obecheffen

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Vor dem Länderkamp (?nolan^ - Cofterroirf

ein zweites Tor, nachdem Schlarb herausgelaufen war unb unbehindert eingeschossen werden konnte. Die Verteidigung war an diesem Tor nicht unschul­dig. Nach der Pause holten die 1900er auf eine

erscheinen darf, ist cs dsm Altbelgier, der zu der Zuständigkeit des gleichen Gerichts gehört, nicht gestattet. Vis jetzt hatten sich die Altbel^ier hierüber nicht beschwert, die einen gewissen Stolz darein legten, nicht mit den Bewohnern der annektierten Kantone verwechselt zu werden. Aber nun schlagen die Deutschen von Arlon und Aubel Lärm und mit den 50 000 Deutschen von Eupen und St. Beith werden sie eine politische Macht bilden kön­nen, denn dann sind ihrer rund 200 000, und in einem kleinen Lande wie Belgien rechnet eine solche Zahl ganz entschieden. Die belgische Zählung ergibt allerdings nicht diese Summe, aber man darf nicht vergessen, daß die belgische Statistik immer ungenau

die erste längeren

Unsere in den geben, d gewöhne! Snlläuid

nicht sehr rühmliche Art ein Tor auf, nachdem Gäste schon vorher auf 3:0 erhöht hatten.

Um die Gaumeisterschast der Jugendklasse OT.

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Stadtrat und Verkehrsverein in Bad-Nauheim.

WSW Bad -Nauheim, 5. Dez. Eine dringlich einberufene Stadtratssitzung be­schäftigte sich mit den dieser Tage bereits berich­teten Vorgängen imDad-Nau.heimerVer- kehrsverein. Eine aus der Rechten, dem Zentrum und der SPD. bestehende Mehrheit gab eine längere Erklärung ab, die die vom Verkehrs- Verein gegen den Stadtrat erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit als unberechtigt und un­begründet zurückweist, da sie jeglicher Grund­lage entbehrten und nicht geeignet seien, ein besse­res Verhältnis zum Stadtrat herbeizuführen. Einen Antrag, diese Erklärung zum Beschluß zu erheben, ließ der Bürgermeister nicht zu, weil die Erklärung nichts anderes sei als eine Vertrauens­kundgebung, die der Stadtrat sich selbst ausstelle. Für die Zukunft könnten sich daraus bei andern Gelegenheiten Konsequenzen ergeben, die bedenk­lich seien.

Landestreffen der BK.-Kreise Hessens in Friedberg.

Friedberg, 5. Dez. Am vergangenen Samstag und Sonntag fand in unserer Stadt ein Landestreffen der hessischen Bi­bel k r e t f e statt. 3m großen Saal des Ge­meindehauses sprach am Samstagabend Herr Albert Hamel aus Frankfurt a. M., der in feiner packenden Art ein fesselndes Bild aus früheren Zeiten des Bibelkreises zu zeichnen verstand. Anschließend hielt Professor Keller (Friedberg) eine kurze Schluhandacht. Der Sonn­tagmorgen brachte zunächst eine Besichtigung des Friedberger BK.-Heimes auf der Bergka^erne. Anschließend sand gemeinsam besuchter Gottes­dienst statt. Daran schloß sich im Gemeindehaus eine Aussprache, die nach dem Essen noch fort­dauerte. Ter Nachmittag brachte Wahlen in die Landesleitung und Vorschläge zur Neuwahl des Landesführers. Mit einem Bibelwort fand das Treffen gegen 17 Ahr sein Ende. Es waren Der- treten die Kreise Friedberg-Stadt, Friedberg- Burg, Butzbach, Gießen, Darmstadt, Mainz und Offenbach. Die auswärtigen Gäste fanden bei Friedberger DKlern Unterkunft und Verpfle­gung

soaenannte Volksbefragung über I ch der Bevölkerung, sich Belgien an­gliedern zu lassen, vorgenommen, aber diese Be- fragung ging unter dem Drucke der Bajo-

Kling gewählt. Schriftführer wurde Heinrich 3h m, Rechner Karl P a u s ch. 3n der Aus­sprache wurden noch verschiedene Dereinsan- gelegenheiten erledigt.

:/: Beuern, 5. Dez. Gestern fand hier die Gu­stav-Adolf-Feier statt. Den Mittelpunkt des Abends bildete ein Vortrag von Pfarrer Schmidt, der an Hand einiger Lichtbilder über die geschicht­lich.' Bedeutung Gustav Adolfs für die Entwicklung des Protestantismus sprach. Schüler der Oberklasse führten unter Leitung von Lehrer E d e l m a n n ein Gustav-Adolf-Spiel auf, das beifällig ausgenommen wurde. Ferner wirkten der Posaunenchor Bersrod und unser Kirchengesangverein mit. Einige Sprech­chöre wurden von Schülern der Oberklasse vorge­tragen. Die Veranstaltung war sehn gut besucht und fand allgemeinen Beifall.

00 Klein-Linden, 5. Dez. Die Kolonne Großen-Linden des Freiwilligen Arbeits - d i e n st e s vom Jungdeutschen Orden, dem auch eine Anzahl junger Leute aus unserer Gemeinde zu- geteilt ist, veranstaltete am Samstag im Gasthaus Zur deutschen Eiche" einen aus allen Kreisen der Einwohnerschaft besuchten G e m e i n s ch a f t s ° und F a m i l i e n a b e n d. Nach der Eröffnung durch flotte Marschmusik einer aus jungen Erwerbs- lofen zusammengestellten und von Lehrer Roth geleiteten Kapelle begrüßte Kolonnenführer Richard Jung (Großen-Linden) die Gäste, während Ko­lonnenmitglied Philipp Weller (Klein-Linden) Zweck und Sinn eines solchen Familienabends er­klärte. .f)err Seipp vom .Heimatwerk Oberhessen sprach über die Ziele des FAD. Er machte ferner auf die Notwendigkeit unb Möglichkeit der Neu- schaffung von Siediungsstellen in unserem Vater- land aufmerksam. Herr Seipp überbrachte die Grüße des Arbeitsamts Gießen, bas burch Regie- rungsrat Dr. B,u e s vertreten war, ferner die Grüße bes Heimatwerkes Oberhessen und des Jung- deutschen Ordens. Der Abend erfuhr eine besondere Bereicherung durch die Mitwirkung eines von Leh­rer Roth geleiteten Schülerchors, dessen Darbie­tungen dankbare Aufnahme fanden. Den Höhepunkt des Abends bildete ein Singspiel, bas die Zuhörer in bie Kriegszeit zurücksührte unb bas Schicksal unserer Kriegsgefangenen in Feindesland schilderte. Die Spielleitung lag in Händen von Kolonnenfüh. rer Richard Jung. Der Abend nahm einen sehr befriedigenden Verlauf.

Preußen.

Streik der Pflichtarbeiter in Marburg.

II Marburg, 5. Dez. Nachdem die Forderun­gen der Marburger W o h I f a h r t s e r - w e r b s l o s e n, die Ptlichtarbeit verrichten müs­sen auf Bewilligung von Kohlen, Kartoffeln, Schutzkleidung, 20 Mark Weihnachtsbeihilfe für jeden Hauptunterstützungsempfänger und 5 Mark für jedes weitere Familienmitglied von der Stadtverwaltung nicht restlos erfüllt werden konnten lKohlen, Kleidungsstücke und Lebens­mittel haben sie im Rahmen der Winterhilfe erhalten), haben heute 310 Pflichtarbeiter Ä!^rt' in den Streik zu treten und keine

OSE.-HandbaU.

J)oL-5pD. Butzbach I - OSC. I 7:2 (3:1).

Der Meister, Polizei Butzbach, trat mit drei Mann Ersatz an. Beim OSC. fehlten Mohl und Stang. Der OSC. überraschte zunächst durch ver­schiedene schnell voraetragene Angriffe. Aber der Torwart der Butzbacher konnte die wuchtig aewor: fenen Bälle des Halbrechten Luh (OSC.) mit Glück meistern. Nach etwa 10 Minuten Spielzeit kam Butzbach auf, und Schneider mußte im OSC.-Tor einen scharf geworfenen Ball passieren lassen. Kurz darauf gab der Schiedsrichter ein zweites Tor für Butzbach. Der OSC. holte bann auf 2:1 auf. Die Polizisten konnten aber bis zur Pause auf 3:1 er­höhen. Die 2. Halbzeit begann für bie OSCer viel- versprechenb. Luh stellt bas Resultat auf 3:2. Aber der Meister ging jetzt sehr aus sich heraus und führte balb mit 5:2 Toren. Die OSCer kämpften weiter, aber ohne Erfolg. Die Butzbacher kamen zu zwei weiteren Toren unb stellten bamit den Sieg endgültig sicher. Das Ergebnis ist, entsprechend dem Spielverlauf, etwas zu hoch ausgefallen.

Big BiU" Tilden begeistert in Frankfurt.

Der Wert der Einzelspiele des Samstag lag oorhiegend im Technischen begründet. Die lieber- legenheit des jungen Barnes über den Wiesbadener Senior Becker unb dieKlasse" Big Bills, gegenüber dem temperamentvollen aber noch zu wenig routi­nierten Spiel Messerschmidt drückte sich in den beiden Resultaten Barnes-Becker 6:3, 6:2 und Tilden- Messerschmidt 7:5, 6:1) deutlich genug aus. Die eigenartige Technik des jungen Amerikaners im Schmeckern und Big Bills gewaltige Schläge kamen im nachfolgenden Doppel besser zum Ausdruck. Die­ses Doppel, das Najuch-Nüßlein im ersten Satz überlegen, von 4:1 gegen sich aufholend, in zweiten erst nach härtestem Kampf, nach erbittertem Ringen um jeden Ball 6.4, 11:9 gewannen, spielten Tilden unb Barnes mehr ein Mixed als ein Doppel. Aber Tilben dirigierte das Spiel mit derartiger Meister­schaft, daß die Zuschauer immer wieder begeistert mitgerissen wurden. Es war ein seltener Genuß, dieses Spiel von vier ganz verschiedenen Tempera­menten und Stilvertretern zu verfolgen.

Mit besonderer Spannung sah man dem Einzel Tilden s gegen Nüßlein entgegen, daß den Mittel­punkt der Spiele des Sonntags bildete. Der Ameri­kaner zeigte in diesem Spiele eine solch großartige Leistung, daß die Zuschauer aus dem Applaudieren nicht herauskamen Gegen feine Kunst war Nüßlein machtlos. Tilden gewann fast sämtliche Spiele aus dem Aufschlag heraus und ließ den Nürnberger nicht ans Netz heran. Big Bill siegte am Ende in dr§i glatten Sätzen 6:3, 6:2, 6:4.

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Mlv. Gießen 1. Jugend Tgm. Friedberg 1. Jugend 6:2 (1.1).

Am Sonntag weilten die Friedberger zum fäl­ligen Endspiel um die Meisterschaft der Jugend­klasse in Gießen. Die Platzbesiher traten zu diesem Kampf mit gemischten Gefühlen an, denn die Gegner sind als schnell und durchschlagskräftig bekannt. Die zahlreichen Zuschauer, die sich ein- gefunden hatten, wurden aber angenehm über­rascht. Die MTV.er kämpften aufopfernd und konnten auch als Sieger den Platz verlassen. Be­reits nach zehn Minuten gingen die Friedberger in Führung und hatten während der ganzen ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel. Trotzdem mußten sie sich den Ausgleich gefallen lassen. Nach der Pause gingen die Platzbesitzer sehr aus sich heraus und kurze Zeit darauf stand das Spiel 3:1 für Gießen. Friedberg holte zwar ein Tor auf, konnte aber nicht verhindern, daß bis zum Schluß noch drei weitere Tore fielen. Das jederzeit fair geführte Spiel wurde von Wagner (Tv. Wetzlar) sicher geleitet.

Im allgemeinen denkt man, wenn man von den ^utfdjen in Belgien spricht, immer nur an die Bewohner der durch den Frieden von Versailles abgetrennten Kantone Eupen/Malmedy. Das zweifellose Unrecht, bas bieje Loslösung von der deutschen Heimat darstellte, ist nicht vergessen unb barf nicht vergessen werben, zumal es sich tatsächlich niajt nur um eine innerlich ungerechtfertigte An­nexion infolge des Versailler Vertrags handeck, sondern auch um eine Vergewaltigung bes Rechtes ber Minberheiten. Es wurde ba- mals eine r " '

Die deutschen Mnderheiten in Belgien

Bon Dr.L. von Äülow, Brüssel.

ist, baß sie die Kinber unter vier Jahren nicht mck- ersaßt unb baß biejenigen, die als ihre Sprache Französisch und Deutsch angegeben haben, nur un­ter französischsprechend gezählt werden.

Demnächst werben die Sprachbestimmungen in den belgischen Schulen einer Revision unterworfen werben. Die Deutschen rechnen dabei auf volle B e rücksichtigung unb werden in ihren Be­mühungen von ber Sozialistischen Partei, wie auch von den nationalen Flamen ge- förbert. In Deutschland kann man nichts weiter bazu tun, als ihren Bestrebungen freundliches Wohl­wollen entgegenzubringen. Es handelt sich um eine innerbelaifche Begebenheit, die wir aber mit größter Aufmerksamkeit verfolgen werden. Wenn das auch gar nichts mit den Minderheiten Belgiens zu tun hat, so sei doch im Zusammenhang erwähnt, daß sich in Belgien über 1 2000 deutsche Staats- angehörige aufhalten, eine Zahl, die in einem so kleinen Staate immerhin eine Bedeutung hat.

Landkreis Gictzen.

t Wieseck , 5. Dez. Am Samstagabend fand die Herbstverfammlung des Turnvereins 1 8 6 2 statt. Der erste Vorsitzende Karl Dau - pert erstattete den Jahresbericht, die einzelnen Abteilungsleiter die Berichte ihrer Abteilungen, dle ohne Aussprache entgegengenommen wurden. Besonders ist zu erwähnen, daß der Verein, der ln diesem Jahre auf 70 Jahre feines Bestehens zuruckb icken kann, aus diesem A laß mit de n <3 au» feft des Lahn--Dunsberg-Gaues betraut wurde, das in jeder Beziehung gut verlief, was nicht zu- letzt aus die intensive Mitarbeit der Vereinsmit- glieder zuruckzuführen war. Die Dorstandswahl ergab die Wiederwahl des 1. Vorsitzenden Karl Dauvert. 21(6 9 4.

nette bes für Eupen,Malmedy ernannten bel­gischen Diktators vor sich unb wirb in Belgien selbst nicht einmal anerkannt. Die Sozialisten hier haben bei jeder Gelegenheit bagegen protestiert unb eine Wiederholung her Volksbefragung auf einer gänz­lich einwandfreien Grundlage verlangt.

Die Flamen stehen auf demselben Standpunkt. Sie fühlen sich den Eupen-Malmedgern wesentlich näher als den Wallonen. Ja, einige flämische Partei­gänger haben den, von der Allgemeinheit allerdings als verkehrt zurückgewiesenen Gedanken geäußert, daß bie Deutschen Eupen-Malmebys ursprünglich überhaupt Flamen waren, und daß man sie in die flämische Bewegung mit einbeziehen müßte. Von diesem Gesichtspunkt könnte man bann aber bie flämische Bewegung auch auf ganz Westdeutschland ausdehnen, denn die Eupen-Malmedyer sind mit den Flamen unb Hollänbern in keiner größeren Ver­wandtschaft als bie anderen Niederdeutschen. Will man geschichtlich genau vorgehen, so waren aller­dings sprachlich zwischen den Holländern unb Fla­men auf der einen Seite unb den Niederdeutschen bis in bas 16. Jahrhundert hinein nur geringe Un­terschiede. Dann aber hat sich das Holländische und das Flämische zu einer selbständigen Sprache ent­wickelt unb demgemäß auch die sie sprechende Be­völkerung sich innerlich von ihren deutschen Brüdern getrennt, sodaß sie heute als völlig selbstän­dige Völker dastehen dürften.

Im belgischen Staatskörper hat man den Eupen« Malmebyern auf dem Papier völlige Gleich- berechtiguna ihrer Sprache mit den anderen zugesichert. Das Deutsche ist damit bie dritte Staatssprache in Belgien geworden. Die Eupen/Malmebyer Deutschen haben vollen Anspruch auf deutschen Schulunterricht, auf deutsche Ver w'a 11 ung, deutsche Gerichtsbarkeit, wenn auch hier infolge technischer Schwierigkeiten noch einige Hemmungen sind. Die höheren Instan­zen finden nicht so leicht deutsch-sprechende Richter. Aber die Belgier hoffen, daß bi es eine Frage ber Zeit sein wirb. Auch für den Heeresbienst ist den Eupen/Malmedyern das Recht auf die eigene Sprache und Ableistung des Heeresdienstes in ihrer Heimat gesichert. Sie haben also scheinbar keine Klagen vorzubringen, aber sie fühlen sich doch nicht so wohl unter Belgiens Herrschaft, wie die Belgier bas von ihnen so gern behaupten unb die Zeitun­gen ihren Lesern vorzutäuschen bemüht sind. Die Eupen Malmedyer sind nicht umsonst hun­dert Jahre bei Preußen gewesen, ihre ganze Kultur neigt nach Deutschland unb bie ersten Jahre nach dem Kriege haben sie sich von ben Bel­giern reichlich schikanieren lassen müssen. So etwas wirb nicht so schnell vergessen, anderseits aber geht es ihnen besser, als den Deutschen in ber Hei mat. Sie haben bie deutsche Inflation nicht mit- gemacht, ber gegenüber bie belgische Inflation ein Kinderspiel war. Sie haben nicht an ben Zahlungen für bie Reparationen teilnehmen müssen und die schwere Krise, die jetzt in Deutschland herrscht, ver­schont sie.

Wirtschaftlich haben die Kantone also von dem

Eupen-Malmedy wohnen, sind mit dem Tausch zu- frieden, sie haben geringe Vorliebe für Belgien unb wenn sie hätten wählen können, so hätten sie lieber Fühlung mit Frankreich gesucht

Die Stellung ber Eupen Malmedyer ist völlig klar. Nicht so sehr ist es d i e ber deutschen 2111 b e l g i e r. In ber Provinz Luxemburg ist die deutsche Sprache in ber Hauptsache Mutter­sprache der Bevölkerung. Bis zum Kriege war sie es ganz unangefochten, ohne daß deshalb die Deut­schen sich weniger als Belgier fühlten, wie die Wal­lonen und Flamen. Sie wurden auch von den Deut­schen als Belgier behandelt. Es kam hier ebenso verschiedentlich zu Erschießungen wegen Franktireur­verbachtes. Nach dem Kriege machte sich auch hier ber allgemeine Deutschenhaß bemerklich. Die deut- s ch e S> p r a d) e wurde aus der Schule ver­bannt. Mit bem Erfolg baß bie Erziehung der Kinder erheblich darunter litt, denn das Franzö­sische, das nid)t ihre Muttersprache war, lernten sie nicht ausreichend und im Deutschen wurde ihnen nicht mehr Gelegenheit geboten sich fort^ubilben. Jetzt, wo bie allgemeine Beruh gung auch in biefen nationalistischen Fragen eintritt, haben sich bie Deutschluxemburger auf sich selbst besonnen unb einen B u n d ber deutschsprachigen Bel­gier gegründet, der hauptsächlich die Förderung aller kulturellen Belange ber deutschsprechenben Belgier, bie Hebung unb Pflege ihrer Muttersprache unb bie gesetzliche Gleichberecht gung mit den beiden andern belgischen Sprachen, dem Flämischen und bem Französischen betreibt. Zunächst soll ber Grund- satzdie Sprache ber Gegend bie Leitsprache des Unterrichts" zur vollen Geltung gebracht werben.

Die Altbelgier deutscher Zunge sind in ihren Rech­ten auf die Benutzung der deutschen Sprache weit schlechter daran, als die Neubelgier in Eupen- M aImedy. Für sie besteht in rechtlicher Be­ziehung keine Berücksichtigung der Muttersprache. So kann der Deutsche aus dem altbelgifchen Tell von Moresnet nicht Richter deutscher Sprache finden. Während sein Nachbar aus dem früheren preußischen Moresnet vor der deutschen Kammer in Derviers

Oesterreichs Hoffnung, H i b e n, ber unerschütterliche Tormann, beim Training in London.

Oie Rückrunde der I. Bezirksklaffe

der Fußballspiele im Gau Gießen-Meßlar.

Mit dem Beginn des neuen Jahres nehmen auch die Spiele der ersten Vezirksklasse, die Derbands- spiele im Gau GießenWetzlar, ihren Fortgang. Die Termine stehen bereits fest und seien im Nach­folgenden wiedergegeben:

8. Januar Frohnhausen - 1900 Gießen. Wallau - Breidenbach, Ockershausen Botten- horn, VfB. Gießen - Wetzlar.

15. Januar. Dottenhorn 'Frohnhausen, 1900 Gießen - Wallau.

2 2. Januar: Frohnhausen - Ockershaufen, Breidenbach VfB. Gießen. Wallau Wetz­lar

2 9. Januar. Breidenbach - 1900Gießen, VfB. Gießen Bottenhorn. Wetzlar - Ockers­hausen.

5 Februar Frohnhausen Wallau, Bot­tenhorn Wetzlar.

12 Februar: Ockershausen Breidenbach, 1900 Gießen Bottenhorn Wetzlar Frohn­hausen.

19. Februar Ockershaulen V.B. Gießen. Wallau - Dotteichorn.

2 6. Februar: VfB. Gießen Wallau, Wetzlar 1900 Gießen Frohnhausen Brei­denbach.

5. März Ockershausen - 1900 Gießen, Breidenbach - Bottenhorn VfB. Gießen - Frohnhausen.

12. März 1900 Gießen - VfB. Gießen, Wallou - Ockershaufen, Wetzlar Breidenbach.

Spielverermqung 1900 (Hietzen

1900 i - Vad-Nauheim I 1:3 (0:2).

Das Spiel war kein besonderes sportliches Ereig­nis Daß die Blauweißen gegen die Gäste verloren, ist unverständlich. Das Spiel mußte auch nicht ver­loren werden wenn ber Sturm nur ein Weniges energischer gewesen wäre So aber sah man einen Fehlschuß nach bem anberen, und eine Chance nad) ber anberen würbe ausgelassen. Zwar waren bie Badestädter keine leicht zu nehmenden Gegner, denn sie spielten sehr wuchtig, aber auch ohne jede Sicherheit im Ausbau unb bas hätte ben 1900crn eigentlich bie Möglichkeit geben müssen, ihre Tech­nik einzusetzen, bie Gäste nach Regeln ber Kunst zu umspielen und aus diese Weise matt zu setzen. Es gelang aber nicht Die. 1900er spielten ebenso {erfahren und planlos, wie die Gäste, da sie sid) ehr idjnell deren Art aufdrängen ließen. Zu allem leberfluß kam es besonders während der zweiten Halbzeit zu einigen Härten, es wurde viel geredet unb weniger geleistet. So war bas Spiel, bas wohl einige ansprechende Einzelleistungen brachte, nicht sonberlich reizvoll, und etwas enttäuscht verließ man den Platz

Schon war man etwas erstaunt, als bFb Gäste in der 4 Minute in Führung gingen, ohne daß der ernsthafte Versuch gemacht wurde, sie daran zu hindern. Der Kampf ging ziemlich ausgeglichen hin und her Die Gäste waren sehr angriffsluftig und lagen von Zeit zu Zeit immer wieder einmal vor dem Tor der Platzbesitzer. Schlarb mußte oerschie- bentlid) eingreifen. Aber auch ber Tormann ber Bab-Nauheimer mußte sein Können zeigen Die 1900er bemühten sich um den Ausgleich, ber ihnen aber versagt blieb. Vielmehr erzielten bie Gäste

Herrschaftswechsel in ber Hauptsache Vorteile ge­habt, aber bas beeinflußt natürlich ihre politische Gesinnung nicht, sie fühlen sich nicht alsbefreite Brüder", wie das die 'Belgier_fo gern haben möch­

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Schöne weiße Zähne: Chlorodont

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