Ausgabe 
6.10.1932 Frühausgabe
 
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Resormwiinsche -er ianhoemeinoen in Preußen

men. Das betrifft insbesondere die unorganische und schematische Zusammenlegung der Landkreise, die ohne jede Anhörung der ländlichen Selbsloer- waltungskörperschaften, meist sogar im schärfsten Widerspruch zu diesen, erfolgt ist. Die Landgemein­den begrüßen nach wie vor jede Maßnahme, die geeignet ist, Verwaltungsausgaben zu vermindern und verschließen sich nicht der Notwendigkeit, in bestimmten Kreisen eine den ört­lichen Verhältnissen angepaßte neue Grenz­ziehung durchzuführen.

Die Verwaltung wird aber nicht dadurch ver­billigt, daß man die ländlichen Behörden sche­matisch und ohne jede Rücksicht auf historische und geographische Zusammenhänge zahlenmäßig vermindert. Dadurch tritt nur eine verhältnis­mäßig geringfügige Entlastung der Skaats- finanzen auf Kosten der Gemeinden und der ländlichen Steuerzahler ein. Echte Ersparnisse lassen sich nur durch eine Vereinfa­chung der Gesetzgebung und des Ver­waltungsaufbaues, durch Verminderung des Bürokratismus, durch Einschränkung des Leerlaufs und des heute übertriebenen Schrift­verkehrs und insbesondere durch Verringerung und Verkleinerung der Zentralinstanzen erreichen.

Berlin, 5. Oft (TU.) Der Gesamtvorstand des Derbandes der Preußischen Landgemeinden trat im Reichswirtschaftsrat in Berlin zu einer Tagung zusammen, in deren Mittelpunkt das Arbeitsbeschaffungsprogramm und die preußische Derwaltungsreform standen. Aach einem ausführlichen Referat des Präsidenten, Landrat a. D. Dr. G e r e k e (Pres- sel), und nach einer lebhaften Aussprache, in der von allen Seiten auf die durck die steigenden Wohlfahrtslasten unhaltbare finanzielle Lage der Gemeinden hingetviesen wurde, sagte der Vorstand einstimmig eine

Entschließung zur Arbeitsbeschaffung:

Eine fühlbare Entlastung des Arbeitsmarktes ist durch die bisherigen Maßnahmen der Reichs­regierung, deren Wirkung zur Auflockerung ein­gefrorener Kredite und zur Stärkung bestimmter Wirtschaftskreise nicht verkennbar ist, nicht zu er­warten. Angesichts dieser Tatsache muß erneut die Forderung erhoben werden, beschleunigt im Wege von öffentlichen Aufträgen einen erheblichen Teil der Arbeitslosen wieder in Lohn und Brot zu bringen und damit die ständig sinkende Steuerkraft der Gemeinden zu heben. Auch im Qnteresse der notleidenden

den Ausiprache mit d:m belgischen Ministerbrä- «identen den deutschen Standpunkt in oi«|t Frage nachdrücklich vertreten und insbeson- , AE^ck gebracht, daß die Frage Eupen-Malmedh für Deulschland mit der jetzigen Regelung, keine sinngemäße Ausführung des Ver.ailler Vertrages darstelle, in keiner Weise erledigt sei.

haben streikende Fischer die Wohnhäuser angezündet und greifen diese auf der Straße mit Pistolen an. ^n Ferrol haben unbekannte Täter eine Kirche erngeaschert.

Kunst und Wiffenschast.

Stefan George Anwärter auf den Nobelpreis?

»«ffemdbungen belicht di- Möglichkeit, daß der literarische Robel - ?,reJ6- über dessen Verteilung in Kürze ent- sch.eoen wird, zwischen dem Franzosen Paul . m offiziellen Kandidaten der sran- zofifchen Akademie, und dem Deutschen Stefan George geteilt wird. Außerdem werden als Anwärter genannt der Grieche Palmas und die Aussen Maxim Gorki und Iwan Bunin.

1. Deutscher Hochschultag in Danzig.

Or. von Hülsen kommissarischer Oberpräsident von Hessen-Nassau. Berlin, 5. Ott. (WTB. Amtlich.) Das preu- tz'.scye Staatsministerium hat eine Aeihe Per-

Veränderungen in leitenden Verwaltungs- stellen beschlossen. Unter anderen wird mit der kommissarischen Verwaltung des Oberpräsi- h? Qnfftr rovinz H e s s e n - N a s s a u m Kassel der Kurator der Universität Marburg

Eine Entschließung zu der preußischen VerwaltungSresorm

-besagt u. a.:Gegen die von der kommissarischen preußischen Staatsregierung eingeleiteten Maßnah. men einer VerwaltungSresorm müssen die Land- gemeinden erneut Verwahrung einlegen, da sie auf die Belange der ländlichen Selbstverwaltung und der Landbevölkerung keine Rücksicht neh-

/'Die elf Schill'schen Offizieren

Dieser Film, aus der Produktion der bisher kaum genannten Märkischen Film G. m. b. H., setzt die statt- rJnTr* öecn ^Vten Jahren gedrehten pa-

tttopschen Historien fort und schildert die bekannte Affäre des preußischen Majors Ferdinand v. Schill; |eme irreguläre Truppe wurde in einem unglücklich verlaufenen Straßenkampf in Stralsund von den jrando|en aufgerieben; Schill selber fiel; elf seiner llssiziere wurden gefangen genommen und nach dein «pruch eines Kriegsgerichts in der Zitadelle von Wesel erschossen. Es mag dahingestellt bleiben, ob oie|e dabei gerade für eine filmische Gestaltung her- rnJxfSm aengnet erscheint. Drehbuch und Regie:

^E'nert; ihm ist zum Bewußtsein ge- rammen, daß die Episode nicht übermäßig ergiebig .Cnx t,cr, bemüht, durch Ausschmückung und Einflechlungen die Handlung zu strecken. Die Inszenierung zeigt Gefühl für malerische Bilüaus- imnitte und volkstümlich-anekdotische Einzelzüge. or.e.r mil "'cht unerheblichem Aufwand an

i.rüt at unö Personal gedreht worden. In der n? »rnf?areh2!nf,Se?eöun9 steht Friedrich Kayßler ° M cr Abt in feiner männlichen und

dem Breiherrn von Trachenberg ein n»nrtr*Cx ?^?- Don den jungen Offizieren zeich- mj}. s'^ darstellerisch Hans B r a u s e w e t t e r und

1Z.arlQn (ein Sohn des verstorbenen Dichters) Vn""er ^ht man u. a. Theodor Loos, Carl rffc®Dft' und Ferdinand hart. Hertha Thiele fftj^'er seit denMädchen in Uniform" wohlbekannt.

luudliches Liebespaar: Eugen R e x und Si®Herr Curt Richter (Gießen) h»f-:ne9,nn£öer Aufführung im Lichtspielhaus einen beifällig aufgenommenen Prolog.r

Welt von oben.

Von Hanü Friedrich Blunck.

Seicrabcnb gemacht, möchte mich für Die Aibeck des Tages belohnen und mir einige Früh- birnen schütteln. Aber der «lamm des Baumes ist b0£l? ff!1' er läßt sich nicht bewegen.

-r ^.uull jedoch einige von den prachtvollen reifen suchten haben von denen die hälfte ohnehin über hnh«.^rCnhC aU . ^achbarfcld niederregnet, ich habe gerade in diesem Augenblick einen Bärenhunger öarauf. Bleibt nichts anders übrig als einzusteigen.

ds gebt mit dem Klettern noch immer viel besser als ich gedacht hatte. Erst komme ich vom Grenz- himnnft11 Wildapfel, der allerdings jämmerlich Ichwankt von da mit einem Schwung in den unterften dicken Zweig des Birnbaums. Dann steige ich über drei Aststümpfe, die wie eine Treppe da- und schon bin ich mitten im Äronenkorn bes ®aumes und fühle mich, geheimnisvoll von Welt ^er^hohe "^6eäcn, in einer befremdend neuen

Wie verändert sieht alles von hier oben aus, ich fenne meinen Garten kaum wieder. Das Birnen- pslucke'» habe ich vergessen ich staune durch einen großen hohlen Auslug auf Haus und Garten die ich noch niemals unter solchem Blickwinkel sah,' und x ra6rt»e dieser Birnbaum ist die Achse

311,6 Ä?.!? öic Iiefc firf> D=r (Stäben ist schauerlich schwarz, viele Gänse schwim­men im Gras statt zu stelzen, und die Spargelbeete tragen statt ihrer Früchte schillernde rote Tautropfen iün ?n n!1 *(!0Cn u e6vn trennen und glänzen. Der junge Nachbar aber, der Hinterm hecklor die Stop-

U,9 ' ^ucklich zu fein, und seine Pferde AnsthenrUrdbeini0 ubcrs ck-ld, es ist kaum noch zum

011 ?C "lte Birne gehe, kommt die ol^cherstochter ubers Feld; ich werde neugierig, Warum ff dUT. Sonntag bestellt hat?

S1 bQ5 dumme Ding nur quer über die - warum Schwesterchen bei sich hat

«ri?1 * junger Bogel nicht auf der Landstraße. Aber cm hübsches Ding ist es schon Krnb mifb9r. ^Ol)Iid,e Besicht und auch den großen Wenn ich nich" beginnen" mod,,c id> -in MenbAprbch

69 tzui, einmal unbemerkt zu bleiben Wie die beiden Äschen schon am Gatter sind, höre ich die Aellere der Jüngerm raten- Sieb M VÜxbCn £nlcrm Birnbaum liegt."

- c selbst sinkt auf der Feldweite in den blauen

Wursten heraussammelt. Und während ich wie eine Qrnle aus dem Laub hinterdrein schaue, trabt Marie durch den Garten, ihr Schwesterchen an der Hand. ~e 'ff-Lb,e ^eine auszufragen, schaut sich halb abergläubisch nach dem Birnbaum um und wiegt öen Kopf ob auch alles mit rechten Dingen zuge- gangen ist. 00

Sie sieht wieder recht kurzbeinig aus, das kommt von meinem Hirschstand hoch oben im Baum, ginge neben ihr, würde vieles anders sein.. Das heißt wahrscheinlich nicht vieles, aber ist es nicht fein so aus dem Baum einem hübschen Mädchen nachzu- gucken, stolz, daß man es wider Willen vor An- fechtung bewahrte?

Wie herrlich, einmal guter Geist aus dem Himmel 3U sein auch wenn er nur die höhe eines Birn­baums hat.

von Beamten auf bet Paclamentstribüne herab- zuwürdigen. Die hessische Regierung vertrete ganz klar den Standpunkt des Berufs- beamtentums.

Abg. Heinstadt (Zentr.) fragt die national» soziausten, ob fie ihren Antrag einmal selbst durchführen wollten. Das Zentrum lehne den Antrag ab, der das Derussbeamtentum untergraben muffe.

Abg. Dr B e st (Rat.-Soz.) bezeichnet es als System der letzten 13 Jlahre, den Staat als Deute der Partei anzusehen. Der Antrag wolle Richt- nationalfozialisten, die fachlich und charakterlich gnalifiziert find, nicht aus Staatsbeamtenstellen fernhalten, sondern lediglich Schiebungen vor dem Regierungswechsel vermeiden.

Abg. 3 u n g (Rat.-Soz.) nennt Hamen von ka­tholischen Rotoren, woraus er auf die Bevor- öuZuug von Zentrumsanhängern schließt.

Ministerialdirektor R e u r o t h erklärt, seit 1926 seien 20 Rotare sechs Katholiken, 14 Richt­katholiken anaeftellt worden. Unter den 63 Ro­toren Hessens befänden sich sechs jüdische. Das Justizministerium lasse sich bei Rotarernennungen lediglich von sachlichen Gesichtspunkten leiten.

Abg. Dr. Riepoth (D. Vp.) hält dem Zen­trum vor, es sei bei seiner Personalpolitik sicher nicht zu kurz gekommen. Bei den ©teilen- befetjungen im früheren konstitutionellen Staat waren keinerlei parteipolitische Gesichtspunkte maßgebend. Auch die alten nationalliberalen Führerfeien nichts geworden".

Bach Ausführungen der Abg. Heinstadt (Z.). Lorenz (Soz.), Hauck, Dr. Best (Rat.-Soz.) und Storck (Soz.) weist Staatsrat Schwa mb nach, daß die Angaben des nationalsozialistischen Abg. Claß gegen eine Beamtenanwärterin falsch sind und legt schärfste Verwahrung gegen den Versuch ein, di e Frauenehre von Beamtinnen herabzuwürdigen. (Beifall.)

Öae JRegierungsorgan.

Kommunistenterror in Spanien.

&rid 5.Olt. (TU.) An verschiedenen 0r- ten Spaniens haben die Kommunisten die Ar­beitslosen zu Gewalttätigkeiten ^5hetzt. So haben in Cuenca arbeite loje Kellner mehrere Restaurants und Kaffee­häuser mit Steinen beworfen. Auch eine Schule tour^ von einem Steinhagel getroffen, wodurch bte Kinder schwer gefährdet waren. Die Arbeits- lofen sind vor das Zivilgouvemement gezogen und belagern das R e g i er u n g s g e - bau de. Polizelverstarkung ist aus Madrid an- geforbert tooröen. 3n mehreren Dörfern der baben die Arbeitslosen die

R^^^fe überfallen und rauben die Schafherden und plündern die Mühlen. 3n D i g o

Abg. Dr. Best fordert Einstellung des Regie­rungsorgansDarmstädter Zeitung", das ein sozialdemokratisches Hetzblatt übelster Sorte sei. (Widerspruch.)

2TbÖ- Heinstadt (Z.) hält es für selbstver­ständlich, daß jede Regierung ein Organ benö­tigt, um ihrer Meinung Ausdruck geben zu können.

Staatspräsident Adelung erklärt, daß die Zeitung keine öffentlichen Mittel bean­sprucht. Auch eine nationalsozialistische Regierung, beten Auffassung ebenfalls manchmal von der ihrer Presse abweichen dürfte, könne auf eine eigene Zeitung nicht verzichten.

Rach weiterer Aussprache vertagt das Haus. Abstimmung und weitere Beratung auf Don­nerstag.

Die Abgeordneten Wesp und Stoll iZ.) haben folgenden Antrag gestellt: Die Rcichsregie- rung wird ersucht, einen gerechten Ausgleich für Die einseitige Belastung aller Handarbeiter, die sich aus der Rotverordnung vom 4. und 5. ©eb­bet ergibt, dadurch herbeizuführen, daß die Lohnabzüge, die ab 15. September 1932 ein­traten, denArbditern g u t g e schr ie b e n Avroen und vom Deutschen Reich als ^.^^hÜfchuldner übernommen werden. Die Auszahlung dieser Beträge hat in dem 3ahre nacp dem Fortfall der Zuwendungen an die Un­ternehmer zu erfolgen. Durch diese Maßnahmen' wurde ein Unrecht gut gemacht und das Durch­halten für die Arbeiter in der sehr schweren Zeit erleichtert. Diese Tat, welche auf dem Wege der Rotverordnung erfolgen kann, würde den ersten Posittven Schritt einer den christlichen Staat be- lahenden Reichsregierung auf dem Wege christ- licher Gerechtigkeit bedeuten. 1

$n wurde dieser Tage in Anweseyheit von Vertretern von 45 deutschen Hochschulen der ?.* ® ® u t^ch e Hochschultag von dessen Vor- sitzenden Pros. Dr. Tillmann .Bonn) eröff­net 3m Ramen der Technischen Hochschule Dan­zig begrüßte Rektor Prof. Dr. Heuser die Ta- und wies u. a. auf die gefährdete Lage hin. in Der sich Danzig befindet. Der Danziger Kultus­senator W i n d er l i ch sprach im Rainen der Dan- -^gierung. Er schilderte den deutschen Wis- ^enf<^iftlern die Rote der alten Hansastadt. Prof.

Tillmann dankte den Vorrednern und er- kein Gewaltspruch werde trennen. waS ^Hunden habe. 3n diesem Sinne ist auch die ^ochschultagung nach Danzig verlegt worden als x e .JVP is z u dem gemeinsamen ^CU1;tf(5ecn Daterlande. Ein besonderer Gruß Prof. Tillmanns galt den an den Hoch- I^hulen Deutschlands zur Zeit Studierenden. Wei- ter führte er u. a. aus: Schmerzlich empfinden der Ueberfüllung unserer Hochschulen. Dazu kommt die Rot, zusehen zu müssen, daß Ungezählte in den fruchtbarsten fahren ihres Lebens ohne Beruf und Brot da­stehen sollen. Das Programm der Hochschul­reform nimmt einen breiten Raum auf dieser Tagung ein. Es sei nicht verkannt, daß die For- mel, diese Reform müsse unter dem Primat des Polittschen stehen, einen gesunden Kem haben EL1*- %err bittere Erfahrungen haben die deutschen Wissenschaftler darüber belehrt, daß un­ter dem Polittschen zumeist das Parteipvlittsche verstanden wird, und dageaen werden wir uns wenden um der Hochschule und Wissenschaft willen ' mit unserer letzten Kraft. Wir sind stolz, daß es uns gelungen ist, einen Schlag abzuwehren, der bis an die Wurzeln der deutschen Hochschulen ging. Shr haben deshalb auf das äußerste gegen die ZefAttgung der Emeritterung der deutschen Hoch­schullehrer gekämpft, und das geschah wahrhaf- ttg nicht aus materiellen Gründen. Pros. Dr.

a«-9 r hielt dann einen Vortrag

überSinn und Grenzen einer Hochschulreform".

Aus aller Wett

Die Landgemeinden und ihre Bevölkerung er­warten, daß sie endlich als gleichberechtigt mit Den Städten anerkannt werden. Cs hat stärkstes Befremden erregt, daß beispielsweise bei der an NM notwendigen Ve r w a l t u n g s r e s o r m für Groß-Berlin die Selbstverwaltungs- korpenchaften weitgchendst eingeschaltet worden sind, während man bei der keineswegs ? Dringlichen Reugliederung der Landkreise die ländlichen Selbstverwaltungslörpeischäften nicht e i n m a l a n g e h o r t hat. Mit dieser landfeind- Iichen Einstellung muß unter allen Umständen gebrochen und dem Lande diejenige Stellung etngeraumt werden, die ihm bei dem Aufbau des deutichen Staates gerade im gegenwärtigen Augenblick zukommt."

Schließlich faßte der Vorstand noch folgenden Beschluß:Bedauerlicherweise ist durchweinen Urantrag im Preußischen Landtag der bereits 1927 von allen ländlichen Organisationen ein» mutig abgolehnte Plan der Heranziehung des platten Landes zu Gast schul beiträgen für die stadtischen höheren Schulen wieder aufgegriffen worden. Die An--ahme dieses Planes wurde eine neue ungerechtätigte De- laitung der Landgemeinden bedeuten. Es muß daher erwartet werden, daß der Preußische Land- tag dieien Urantrag ablehnt, sofern derselbe nicht zurückgezogen werden sollte."

Schlagschatten meines Baumes, und wie ich recht zuschaue fehlt auf einmal auch der Nachbar im StappelfelÖ hinter den Pferden. Und so sehr meine ff exU9*erLbem Fräulein zu folgen wünscht, ch ^be statt der schonen Fleischerstochter nur noch cm uenrrtes Schwesterchen zu Besuch.

J°U Jd) "S?1 einmaI Engel im Himmel fpielen? Ich recke mich so lang ich kann, da habe ich einen Zweig mit einigen goldgelben Birnen zu fassen nnnrbh$ dem Kindchen die erste Frucht

iS m einem Freudenruf danach

nh!?nhrS°* 'ch pflücke rasch noch einmal,

mff wx,d) rcd)t Ian9 auf die Zehen heben platfd), platsch, fallen wieder zwei Birnen und leuchten im grünen Gras

2Bas hätten wir als Jungens getan? Erft einmal ©lütf 9aSn 2Iber uiefe^ Schwesterchen ist soviel fi-h hJ ' , ruft und ruft:Marie, Marie,

sieb doch mal an!" ' '

,?larie nod) QUf der gelbfeite unter memem Baum. Und weil mich die Stille unheimlich aU<?-fue Pferde hinter der Hecke gelangweill do? n1 mdr gerade zur rechten Zeit ein, daß meine arme ^zrau vermutlich auf den Braten roartet, und daß ich eine Säumige erinnern muß.

AH versuche also auf jener Seite Birnen au unnfrkh^3<! benn man will niemanden

Cns QUf den Stopf fallen. Aber mit drei vorsichtigen, weitgespannten Schritten erreiche ich immer gut vom Laub verdeckt, doch einen prallen Zweig, der zu den Flüsternden am Gatter hinüber- ist dünner als ick dachte; kaum habe ich ibn zu packen, da rührt er sich wie von leibst, zwei oder dre. Birnen plumpsen dumpf ins Gras. Und weil ^rade eme Windsbraut kommt und ich miren falt sichern muß schüttelt er sich noch einmal recht 9eÜLme,nfn( Allen, und die Früchte beginnen dU f°Uex' 2)08 ^lchrickt mich, Hand und Fuß zittern von der ungewöhnlichen Anspannung un der Zweig schüttelt sich mit mir, immer stärker und starker, da bleibt kaum eine einzige Birne bangen. Ne^ die schönsten Früchte trommeln auf Jjedtor und Nachbarsfeld, sie erschrecken die Pferde wie ich am dumpfen Schlag der Hufe in der Lehm-' erDe und an besorgten Worten höre. Aber sie warnen auch. '

Dann auf einmal ist der Nachbar wieder beim klugen, und durch das Gitter tritt die hübsche Marie mit lautöm «chmälen über den verdrehten Wind na!ffa-r!cn .ein Und so rasch ich mich wieder £nrh'hfirf3irUdl®JnL9C' td) fann .ß"ade noch in den bucken und sehe, wie ein Arm zornig meine golögclben Fruchte zwischen den Fleischwaren und ,

Geheimer Oberregierungsrat Dr. Dr. Dr. von H u 1 s e n beauftraat. An Stelle des beurlaubten Vizepräsidenten des Präsidiums in Koblenz Guske, wird Oberregierungsrat Flach mit der Leitung der Geschäfte beauftragt. Zum kommissarischen R e g i e r u n g s Prä s 1- den ten m Münst er wird der frühere Staats­sekretär der Re.chskanzlei, Dr. Pünder er-

t. Zum Polizeipräsidenten 'von Kassel wird Regierun^srat v. K o t t w i tz er- nannt. Der Regierungspräsident im Einstweiligen Ruhestand Dr. v. Bahrseld wird zum Ku­rator der Universität Breslau er­nannt.

Deutschland verzichtet nicht auf eine Revision in Eupen-Matmedy,

Berlin, 5. Okt. (ERD.) Die belgische Re- gierung hat, wie schon gemeldet, bei dem öeut- lchen Gesandten in Brüssel gegen die ©hm- p a tj ie-JS r Jlä r un g deutscher Kabi- nett s mr t gl te de r für die Krefelder Kund­gebung der Landmannschaften von Eupen- M a-Ime dy E i n sp r u ch e r h o be n. Gesandter ®raf Lerchenfeld hat bei einer eingehen- |

Hochschulnacbnchten.

Bostroem an der Uni. versitat München tft vom 1. Oktober 1932 an auf fein Ansuchen unter Anerkennung seiner Dienst- eiftung aus dem bayerischen Hochschuldienst ent­lassen worden. Dr. Bostroem (gebürtig aus (3te- ° ' lru.f,er PnDatbozent in Leipzig, folgt jetzt emem ytufe nach Königsberg als Ordinarius Der Psychiatrie als Nachfolger des verstorbenen Geheimrats Ernst Meyer.

Zum ordentlichen Professor der Physiologie an Der Universität (Erlangen ist an Stelle des in ben Ruhestand getretenen Geheimrats Pros. E. Deinland Professor Dr. Richard Wagner, bis­her Ordinarius an der Universität Graz, ernannt worden.

Der Bonner Privatdozent Dr. Erich kn ®c Hut einen Ruf auf einen strafrecht­lichen Lehrstuhl an der Universität Halle er­halten. 3m Wintersemester 1930/31 war Dr. Schwinge mit der Berttetung einer strafrecht­lichen Professur in Kiel beauftragt

Landwirtschaft, dem Hauptsteuerträger in den Agrargemeinden, muß durch ein umfassendes und durchdachtes Arbeitsbeschaffungsprogramm die Kaufkraft wieder gesteigert wer­den. Die Reichswohlfahrtshilfe muß der fteigenben Zahl der Erwerbslosen angepaht werden. Entgegen dem Sinne der Vorschriften der Reichswohlfahrtshilfe vom 14. 3uni sind kreisangehörige Geme inden nicht an der Reichswohlfahrtshilfe unmittelbar beteiligt worden. Dieses Versäumnis ist beschleunigt nach­zuholen. Die Lage der Gemeinden verträgt keine weitere Hinauszögerung der notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Zum letzten Male richten die Ge­meinden daher die dringende Ditte an die Reichs- regierung, auf dem von ihnen vorgeschlagenen Wege ohne Rücksicht auf persönliche, unbegrün­dete Widerstände einzelner Stellen durch Ta- t e n z u h e l f e n, ehe durch den völligen Zusam­menbruch großer Teile der Gemeinden alle Hilfs­maßnahmen zu spät kommen.

Der erste Schnee in den bayerischen Bergen.

Die kühle Witterung hat, wie aus München ge­meldet wird, in den bayerischen Bergen die ersten Schneefalle gebracht. Zahlreiche Orte des Ober- tanbes und des Gebirges meldeten in den letzten Tagen zum Teil starke Schneefälle. So ist z. B in den Allgäuer Bergen bis hinab auf etwa 1300 Meter starker Schneefall zu verzeichnen. Auf den Tann- Heimer und Ammergauer Bergen wurde bis zu 30 cm Neuschnee gemeldet. Alle Berggipfel bis weit | tznad sind in glänzendes Weiß gebettet. Bei einem Anhalten der kühlen Witterung wird mit weiteren | Schneefällen gerechnet.

Cfjarlie Lhaplin erkrankt.

Der bekannte amerikanische Filmschauspieler Charlie Chaplin ist, wie aus Hollywood gemeldet wird, erkrankt; angeblich an einer Fleischvergiftung.

Aulobusungluck in Polen. vier Tote.

Bei Dieradz im westlichen Kongreßpolen geriet wie aus Warschau gemeldet wird, dieser Tage ein Autobus^ infolge Federbruchs beim Passieren einer Brücke ins Schleudern, durchbrach das Brücken­geländer und stürzte aus 15 Meter Höhe in die Rzeglina. Von den Insassen wurden vier getötet und sechs schwer verletzt.

Zeitschriften.

Die Oktobernummer von WestermannS Monatsheften zeigt wiederum einen viel­seitigen 3nhalt. 3n einem Artikel »Heraus aus der Mechanisierung" wendet sich Eugen Diesel der Sohn Les Dieselmotor-Erfinders, dagegen' daß durch Mechanisierung die Gebend ft röme Mensch und Arbeit nicht mehr finden, daß die Mechanisierung keine Lebensform bedeuten kann und mitschuldig ist an den Krisen der Gegenwart. Dann folgt ein Aufsatz von Richard Draungart über Georg Schrimpf, in dem die Reue Sachlich- teit ihren gesundesten Vertreter gefunden hat. Gräfin Rora von Deroldingen berichtet über ihre Erlebnisse in Moskau. Karl A. Petraschk plau­dert über .Fremdes Volk im Wasserglas", eine Al Handlung über exotische Zierfische, lebend- und eingeoärendc Warmwasserfische des Aquariums ihre Zucht und Brutpflege. Dann folgen Aufsätze von Pros. Dr. Karstädt über deutsche Landerzie- hungsHeime und von Landschaftsarchitekt Pe- Pinsk. .Heimatverbundenes Wohnen". Weiter er­scheint in dem Heft der Roman von Max Halbe Die Elixiere des Glücks" und eine Rovelle von Fritz Muller (Partenkirchen)Die Drücke", sowie eine ErzählungDie Frau in der 3akobinermühe" von Hans-Eberhard von Besser.