Donnerstag, 6. Oktober 1932
182. Jahrgang
Nr. 235 Erstes Statt
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
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n, 5. Oki. (111.) 3n politischen Kreisen Lon-
Londo
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mit seinen wünschen zu vereinen.
in allem eine, für einen tropischen Staat erstaunliche Energie entwickelt. Der Itare-Faixena, bei Quelz und an der Euleteriofront kam es zu erbitterten Kämpfen mit der Armee der Födera-
„Daily Telegraph" sagt: In einigen Kreisen werde es für möglich gehalten, das) die Abrüstungskonferenz durch Annahme gewisser Resolutionen, von denen die eine eine energische Rüstungsverminderung versprechen würde, die Deutschland zur Heber» Prüfung seiner Haltung veranlassen könnte. 2n anderen Kreisen werde ein solches Verfahren für hoffnungslos gehalten. Inzwischen frage es sich, ob es nicht unter den gegebenen Umständen angebracht wäre, daß Großbritannien und Italien als Garantiemächte des Locarnopaktes über die besten Mittel zur Behebung der deutsch-französischen Schwierig-
dons herrschte am Mittwochabend fast durchweg der Eindruck, daß die englische Regierung den Plan einer Londoner Konferenz, auf der zwischen den fünf Möchten Amerika, England, Deutsch- land, Frankreich und Italien die deutsche Gleichberechtigungsforderung bespro-
nettSmitg lieber für die Krefelder Kundgebung der Landmannschaften von Eu Pen- Ma lmedhEinsprucherhoben. Gesandter Graf Lerchenfeld hat bei einer eingehenden Aussprache mit dem belgischen Ministerpräsidenten den deutschen Standpunkt in dieser Frage nachdrücklich vertreten und insbesondere zum Ausdruck gebracht, baß die Frage Eupen-Malmedy für Deutschland mit der jetzigen Regelung, die keine sinngemäße Ausführung des Versailler Vertrages darstelle, in keiner Weise erledigt sei.
Kommumstenierror in Spanien.
Madrid, 5. Okt. (TU.) An verschiedenen Orten Spaniens haben die Kommunisten die Arbeitslosen zu Gewalttätigkeiten aufgehetzt. So haben in Cuenca arbeitslose Kellner mehrere Restaurants und Kaffeehäuser mit Steinen beworfen. Auch eine Schule wurde von einem Steinhagel getroffen, wodurch die Kinder schwer gefährdet waren. Die Arbeitslosen sind vor das Zivilgouvernement gezogen und belagern das Regierungsgebäude. Polizeiverstärkung ist aus Madrid angefordert worden. In mehreren Dörfern der Provinz Badajoz haben die Arbeitslosen d i e Gutshöfe überfallen und rauben die Schafherden und plündern die Mühlen. In D i g o haben streikende Fischer die Wohnhäuser der Schiffseigner angezündet und greifen diese auf der Straße mit Pistolen an. In Ferrol haben unbekannte Täter eine Kirche ein geäschert.
abgeschlossen. Die Eisenbahnverbindung ist unterbrochen, Militärposten hindern jeden Verkehr, Santos, der große Kaffeehafen von Sao Paulo in dem die deutschen lleberseedampfer anzulegen Pflegen, ist blockiert, und eine strenge Zensur wacht darüber, daß nicht die geringste Nachricht über die schweren Kämpfe m die Presse von Rio de Janeiro oder der anderen
Mr DeMiani) keine Aendemng der tage.
Die Auffassung in der Wilhelmstraße. - Die Abrüstungskonferenz ohne Deutschland ein Torso.
Berliner Echo.
Berlin, 6.Okt. (TU.) Die Berliner Blätter nehmen zum Scheitern des Londoner Konferenz- planes Stellung. Der „Lokalanzeiger" sagt, daß für die Reichsregierung eine sehr klare Lage entstanden sei. Sie könne abwarten, was ihr von Genf angeboten werde. Die englische Regierung habe im übrigen in ihrer sehr vorsichtigen und offiziösen Reuter-Erklärung durch die Hervorhebung der „ablehnenden Haltung der französischen Regierung" selbst festgestellt, daß die sog. „Schuld" am Scheitern der Londoner Konferenz nicht in Berlin, sondern in Paris zu suchen fei. Offenbar wolle die englische Regierung jetzt in Genf eine Art Kompromiß für die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung zustande bringen und dann Deutschland vor die Wahl stellen, ob es dieses Kompromiß annehme oder ablehne. Die „B o s s i s ch e Zeitung" meint, die englische Regierung wolle jetzt offenbar der Entwicklung Zeit lassen. Für Deutschland sei diese Wendung äußer st überraschend und wenig erwünscht. Offenbar habe die "Aussprache zwischen Simon und Herriot in Paris ergeben, daß Frankreich die deutsche Gleichberechtigung nicht zugestehen wolle und darauf dürfte es zurückgehen, daß England seinen Konfevenzplan aufgebe. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" hebt hervor, daß das «cheitern der Londoner Konferenz in Berlin nicht weniger bedauert werde, als in London, denn Deutschland sei bei den Vorbereitungen zu dieser Konferenz bis an die Grenze des Möglichen gegangen, um dem Kampf gegen die Abrüstung ein Ende zu bereiten. Durch die Schuld Frankreichs habe die europäische Politik wieder einmal eine große Chance versäumt. Wenn England jetzt die ganze Frage ohne deutsche Beteiligung weiter zu treiben versuche, so
noch primitiv mit der Natur verbunden sind und sich in ihren Handlungen nicht durch Heber- legungen hemmen lassen. Gana heißt auf Spanisch: Lust, Verlangen. Wan kann oft die Redensart hören Jo hago, porque me da la Gana“, d. h. „ich tu es, weil mich das Verlangen dazu treibt“. Dieser Satz ist eine ausreichende Begründung für manche, uns Europäern unverständliche oder übereilte Handlung. Hinzu kommt die Steigung der Kreolen für politische Verschwörungen. und unterstützt werden die Bürgerkriege und Revolutionen durch die riesigen Entfernungen, wo es keine Verkehrswege gibt, und durch oie dünn gesäte Bevölkerung in den kultivierten Gebieten. Die luxuriösen Großstädte sind wie Oasen, wie Fremdkörper, und die hochgebildete Oberschicht hat nur wenig Berührungspunkte mit den Ureinwohnern und Mischlingen. Brasilien, das größer als Europa ist, hat kaum 40 Millionen Einwohner, Paraguay, das im Kriege mit Bolivien liegt, nur eine knappe Million und Bolivien dreiundeinhalb Millionen. Im Bürgerkriege zwischen Rio de Janeiro und Sao Paulo können die Truppen nicht wie in Europa manövrieren. Schlachten werden geliefert, aber eine Verfolgung ist unmöglich, da sich die Frei- scharen in halb unbekanntes Land zuruckziehen und von neuem sammeln können.
Deutschland verzichtet nicht auf eine Revision in Eupen-Malmedy.
Berlin, 5. Oft. (CRB.) Die belgische Regierung hat, wie schon gemeldet, bei dem deutschen Gesandten in Brüssel gegen d i e Sympathie-Erklärung deutscher Kabi-
feiten beraten. , .v,.
Während „Daily Telegraph den britijchen Konferenz-Vorschlag als endgültig gescheitert an- sieht meint „Times", es sei „noch nicht iicher , und an anderer Stelle, es sei „nicht wahrscheinlich", daß die Konferenz zustande kommen werde. Das Blatt erklärt, bisher hätte nur Italien die Londoner Einladung angenommen. Das französische Kabinett habe gestern keine Entscheidung
England verzichtet auf seinen Konferenzplan
Herriots Widerstand Hai die englische Vermittlung scheitern taffen.
Krieg im Kaffeeparadies.
Von E. von tlngern-Sternberg.
Der Aufsatz schildert die Lage in Brasilien kurz vor Eintreffen derRachricht von der Unterwerfung der Aufständischen von Sao Paulo unter öie Zentralregierung in Rio de Janeiro.
Bdrlin, 5. Okt. (CRB.) Das Scheitern des englischen Vermittlungsversuches ist nach Auffassung deutscher Kreise das Ergebnis der Herriot- schen Politik, die sich der Londoner Konferenz gegenüber genau so eingestellt hat wie vorher zu der deutschen Forderung der Gleichberechtigung. Deutschland ist soweit entgegengekommen, daß es sogar bereit war, die Zuziehung anderer Mächte in Kauf zu nehmen, obgleich sich dadurch das Verhandlungsthema naturgemäß verschieben mußte. Wenn die Konferenz trotz dieser konzilianten Haltung Deutschlands scheitert, ehe sie überhaupt zustandegekommen ist, so also doch nur deshalb, weil Herriot es grundsätzlich ablehnt, auf die für Deutschland unerträglichen Diskriminierungen zu verzichten. ,
Natürlich würde es für die Reichsregierung feine ileberrafdjung bedeuten, wenn b i e Ab - rüstungskonferenznun ohne Deutschland weitergeführt wird, wie es nach dem Scheitern des Macdonaldschen Vermittlungsversuches die Absicht der englischen Regierung zu werden scheint. Die Reichsregierung hat damit von vornherein gerechnet. Eine neue Situation würde also bei der Fortführung der Abrüstungskonferenz gegenüber dem, was wir erwartet haben, nicht eingetreten sein. Dabei ist man sich auch auf der Gegenseite darüber im klaren, daß d i e Abrüstungskonferenz ohne Deutschland ein Torso ist und niemals zu wirklich entscheidenden Ergebnissen gelangen kann, die geeignet sind, eine Befriedung der Welt her- beizuführen. So ist ganz offensichtlich auch die englische Auffassung zu bewerten, die ausdrücklich die Hoffnung unterstreicht, Deutschland doch noch wenigstens zu einem späteren Termin zur weiteren Mitarbeit bewegen zu können.
tivtruppen des Präsidenten Vargas in Rio de Janeiro, in denen die modernsten, grausamem Kriegswaffen zur Verwendung kamen. Auf beiden Seiten wird mit Erbitterung weiter gekämpft, alle Vermittlungsaktionen scheitern, und es ist möglich, daß der Bürgerkrieg bcttd weitere Kreise ziehen und andere Staaten, von Para am Ama- zonenstrom bis ' im südlichen Rio Grande do Sul mit den zahlreichen deutschen Kolonien, in den blutigen Hexenkessel verwickeln wird, denn überall sind die Leidenschaften ins Brodeln geraten.
Rio de Janeiro ist von Sao Paulo vollständig
chenl-nd verseht. '____... .
buntschillernde Vögel umkreisen das Deck, Bamn- riefen, an denen wie züngelnde Schlangenleiber Lianen nach dem Schiff fassen, tauchen am Ufer auf, weiße Häuser, vor denen schwarze Negerkinder spielen, gleiten vorüber, und wenn die Dunkelheit hereinbricht, die schwarz und undurchdringlich ist, zaubert das elektrische Licht wunderliche Reflexe im Wasser, und die Bordmusik wird vom Heulen der Brüllaffen begleitet.
shington gesandt worden. Doch verlaute, daß ein amerikanischer Vertreter alsDe- o b ach te r eingeladen werde.
Frankreich hat einen neuenPtan
Paris, 6. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die französische Delegation soll einen präzisen und konkreten „konstruktiven" Plan fertig gestellt haben, der im Augenblick vom französischen Kabinett geprüft wird. Dieser Plan soll das A b r ü st u n g s - mit dem Sicherheitsproblem kombinieren. Seine Hauptpunkte sollen ein Vorschlag über den Kompensativpakt, ein Kontroll - und Sank-- tionssystem, die Internationalisierung der Zivilluftfahrt, die Beschränkung unp Herabsetzung gewisser spezifizierter Angriffswaffen entsprechend der Entschließung der Abrüstungskonferenz vom 22. Juli d. I. und schließlich die Aufrechterhaltung der. durch den Versailler Vertrag vorgesehenen militärischen Klauseln mit gewissen Abänderungen sein.
die Reise nach London aufgebe. Der- fd)iebene Blätter fahren schwerstes Geschütz gegen Macdonald auf und versteigen sich sogar zu der Behauptung, daß sich der englische Premier- Minister gegenüber Deutschland gebun- d e n habe und daher um jeden Preis seine Initiative durchdrücken wolle.
Heber die Stellungnahme der f r anz ö s i s ch en Regierung verlautet bisher Sicheres nicht. Der offiziöse „Petit P a r i f i e n" schreibt, die Entscheidung Frankreichs werde in erster Linie von der Einstellung Deutschlands, aber auch von dem Programm der Konferenz selbst abhängen. Gleichberechtigung fei ein Ausdruck, unter dem man sehr viel verstehen könne. Man möchte also, bevor man sich an den grünen Tisch sehe, sich genau über den Gegenstand und die Auswirkungen der fünftigen Debatte klar werden. Das Organ Herriots, Ere Rouvelle, erklärt: Wir haben keine grundsätzlichen Einwendungen gegen eine Konferenz, wie die in London geplante, aber das Problem muh klar gestellt werden. Da es sich um das Studium der Gleichberechtigungsfrage handelt, ist wesentlich daß daran alle diejenigen teilnehmen, die es angeh't. Also Polen, die Tschechoslowakei, Sud-
Die französische Presse versucht unter Hinweis darauf, daß die englische Initiative auf Einberufung einer Fünfer-Konferenz nach London namentlich bei den Delegationen der kleinen Staaten Beun- . - - - .
ruhigung ausgelöst habe, einen besonders st a r- slawien und Belgien.
Druck auf Herriot auszuüben, damit er |
Brasilien ist kein Land wie die anderen, es ist einWeltteilfürsich, ausgedehnter als Europa, ein Land der schroffsten Gegensätze. Im Norden, im Amazonasgebiet endlose Hrwälder, die keines Weihen Fuß betreten hat, in denen, überwuchert von giftigen Dschungeln und bewacht von I ro^en sollte nicht mehr weiter oer- Indianerstämmen die den Eindringling mit ihren , [ wird Die von herriot vorgebrachten Ein- auf £ Ein Paradies der Anacondas und Klapperschlan- französische Z n st i m m u n a. Wenn der 21 gen, eine fieberschwangere, furchtbare Wildnis. An fang der Aussprache von vornherein beschrankt der' Bolivianischen Grenze liegt die Provinz werde, so würde, wie „Daily Telegraph" sagt, der Mcttto Grosso, deren nördlicher Teil auf dem At- Meinungsaustausch seinen praktischen wert las als weiher Flecken bezeichnet sein mühte, verlieren. 3n London sei man jedenfalls der Denn auch dort steht der Forscher vor unergrün- Ansicht, daß eine ausgiebige Erörterung der verdaten Geheimnissen. Dorthin hat sich letzt die t^jcbenen Auffassungen die notwendige voraus- Ä™.S«K?Ä JäÄ SST«.;-" !°.
der angeblich von wilden Indianern gefangen ge- praktische Losung zu finden. Der Amerikaner Vor halten wird. man Davis habe herriot und Simon den drln-
3n Brasilien kommen der Luxus der Zivilisa- gendenWunschAmerikas dargelegl, daß die tion und die Wildheit einer unbezwungenen Na- europäischen Mächte bald Schritteergreisen tur in allernächste Berührung. Man landet in togfen die zu einer Lösung führen könnten. ?men$IK^nGQmnSn8,1i^ VoÄ Wahren-, bi-h-r 'M. dl- W-g u-r.re.-u Reichtum, von Wohlleben und von Deguemlich- wurde, daß eine Fortsetzung der Abrüstungskonferenz feiten einer modernen Kultur umgeben, man ohne Beteiligung Deutschlands undenk- schifft sich auf einem der eleganten Stromdampfer har sei. äußerl man jetzt die Ansicht, daß die Arbeiten ein und fährt den Amazonas 1500 Kilometer bis dieser Konferenz unbedingt fortgesetzt wer- Manaos hinauf. Schon am ersten Tage der Reise, mfi«cn vnd daß ebenso wie bei den Erörterungen wenn sich der Dampfer durch das' Lnfelgewirr der Abrüstungsbureaus die deutsche Richt- Mündung wmdet. glaubt - W ^n Mar. L e,,, H , n , . u f , f n . . . e . w°rd-n -- - ~ ~ ' müsse. Man hofft, daß der weitere Gang der Ab
rüstungskonferenz eine Lage schafft, die es Deutschland ermöglicht, seine Mitarbeit am Abrüstungswerk
Die Hfer des Stromes verengern sich allmählich, man fährt in einem grünen Korridor dahin, der ab und zu von Pflanzungen unterbrochen wird. Hnd dann nach tagelanger Stromfahrt legt man am Quai der Hrwaldstadt Manaos an. Am Anfang des Jahrhunderts noch ein unbedeutender Flecken, nahm die Stadt bald einen ungeahnten Aufschwung. Sie wurde zum Zentrum der Gummigewinnung, Millionen wurden verdient und Millionen wurden dort in Luxus unb in Orgien vertan, das weihe Gold verhieß jedem Reichtum, man brauchte es bloh zu greifen; aber dann tarn der große Rückschlag, die (Summi- preise sanken, und der Bankerott brach über Manaos herein. Aus der Glanzzeit sind noch manche Prachtbauten gebtieben, und mit dem Auto kann man mitten in den Hrtbalb fahren, wo wilde Indianer und Raubtiere die letzten Villen der Stadt umschleichen; hinter Manaos hört jede Zivilisation auf, dort hinter dem grünen Vorhang öe« . ___________ _
Hrwaldes liegt auf Tausende von Kilometern getroffen. Angeblich Wunsche Herriot genauere ein zum großen Teile unbekanntes Brasilien. Informationen darüber, was geplant
Fährt man vbn Para südwärts längs der Küste werde, bevor er sich festlege. Auch aus Berlin ü be r Pe r n a m b uc o und B a h i a n a ch R i o I läge noch keine Antwort vor. Macdonald habe de Janeiro, so legt der Dampfer im schönsten t>en 11. Oktober für die Konferenz vorgeschlagen. Hafen der Welt an. Alles ist Farbenpracht und Falls die Konferenz doch noch zustande komme, Herrlichkeit ein Traumbild des Paradieses. Die dann werde es wahrscheinlich einige Millionenstadt mit den prachtvollen Avenüen, mit Tage später werden. Angesichts der Ertta- den modernen Straßenzügen versinkt im tropischen rung der amerikanischen Regierung, daß sie an Grün der Hügel, und im Hinterlande bis zu den bet Frage der Gleichberechtigung nicht mterei- Bergen von Sao Paulo reiht sich eine reiche Plan- siert sei, sei keine Einladung an W a - tagv an- die andere. Von dort, aus dem Staat |
Sao Paulo, stammt der K a f f e e r e i ch t u m --------------------------"
Brasiliens, aber von dort kommt auch die Städte die sich noch in der Gewalt der Zen° schwereKrise. die das Wirtschaftsleben er- tralregierung befinden, bringt. Der Kommanbant schüttert und ben K e i m z u m D ü r g e r f r i e g e &cr Hauptstabt, Oberst Alberto, hält bie Be- gelegt hat, denn Rio de Janeiro liegt mit dem völkerung mit eiserner Hand nieder, der geringste Staat Sao Paulo in blutigem Kampf. Unter der I -Erdacht mit Sao Paulo zu sympathisieren, führt seltsam klingenden Bezeichnung M. M. D. C„ das Verhaftungen und zu Verurteilungen durch sind die Anfangsbuchstaben der früheren Revolu- ^ag Standgericht, und so weih man in Rio, ob- tionsführer Miragaia, Martins, Dvakio und Ca- ^hl man bisweilen in der Ferne Kanonendonner margo, hat sich in Sao Paulo ein Kriegstomitee ^ren fanTli nicht, was an der Front des Bürgergebildet, das eine Armee von etwa 200 000 Mann fricgeg vor sich geht.
aufgestellt hat, die Etappen organisier^ das besonders schwer wird durch bie Kämpfe der Geldwesen ordnet, die Frauen in bie Herstellung » «s <» <. k) a n b e l getroffen. Aus Sao Paulo von Munition und ins Sanitätswesen einstellt und | 6Dn 0antog Unb Rio be Janeiro
pflegten täglich etwa .15 000 Sack Kaffee befördert zu werben. Heute stauen sich biese Vorräte ungenutzt auf unb vergrößern ben an sich Aon ungeheuren unverkäuflichen Heberschuß an Brasilkaffee. Im Lause ber letzten Jahre haben sich zur Disposition ber Regierung etwa 18 Millionen Sack Kaffee angesammelt, bie, um den Markt zu halten, nicht zu billigen Preisen Der schleudert werden sollen, und die deshalb zmn Teil verbrannt werden. Der Weltverbrauch an Kaffee beträgt in runden Ziffern 24 Millionen Sack, jedoch wäre Brasilien allem in der Lage, 30 Millionen zu produzieren.
Europa Hai seine eigenen schweren Sorgen, und so bringt benn nur ein schwaches Echo von den blutigen Kämpfen in Brasilien, vom Hrtoalb» frieg im Gran-Chaco unb von ben Revolutionen im sübamerikanischen Kontinent über ben Ozean herüber Die Psychologie ber borkigen Menschen mag eine anbere sein, bas Blut ist heißer, bie Leidenschaften entzünden sich leichter, aber die Leiden sind dieselben. Graf Keyserling nennt die Südamerikaner ..Gaüamenschen". die


