Ausgabe 
6.9.1932 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Aida" mit Kamelen.

bei

ind wir als Buben nicht nur durch die Wieseck,

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Sonntagsrückfahrkarten gelten länger

spukte. Sobald sich derartiges bemerken läßt, zieht der Chinese aus, und das Haus bleibt fluch-

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Die in Aussicht genommene Verlängerung der Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten ist jetzt mit sofortiger Wirkung vorgenommen wor­den. Die Rückfahrt, die bisher bis spätestens Montag vormittag 9 Uhr angetreten werden muhte, kann für Reisende nunmehr erfolgen, die den Zielort der Sonntagsrückfahrkarte bis um 12 Uhr oerlajcn. Diese Maßnahme gilt bis auf Widerruf, längstens bis 1. April 1933.

beladen, eine Stätte der Fledermäuse und Ratten. Tie Missionare haben auf solche Weise billig und leicht oft wahre Paläste.erhalten.

Drehen, den 6. September 1932.

Noch einmal Badeerinnerungen ...

schehen?

Das waren eben solche Stätten, an denen cS

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b* c; e 1 f1en bei enn °*ftellen, ! Kredite. [h'na"d.'eHe llun9 der m der l$,fl enchaltenen ^gestellten und w anderen Kör- » durch -in «M Anwendung Insten Landes, mnb die vor. u°) auf die Rers- '8 der nchdemie- . Tmeinden und ntl'chen Recht- aus-

W her Ire Da antommie und ande moem; em« °nm sfierende Groteske M Affen-Perfpek- last

red}terbaneri n wte , gehen. tf di» SftfAh

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mlung der in Achsel, die 10. Bundes- ischen Förster- 'lern der Behörden rfchiedencr Parteien Oent Dr. Frie- l, der die Grütze der !r Bundesvorsitzende g Ausdruck, daß die (Erfolg fein möchte, rs der des Förster, i in Thüringen zu rutschen Staatsforst' dner nahm Stellung !oslösung der Forst- n Siaatsverwaltung iaatsforstverivallung unabhängig gemocht schäft des öffenllichen o im gleichen Sinne er betonte, daß die einer Reform be- 5 in der Weise ge­ig auf prioattnirb werde, was nicht Beamtenrecht gt- Jeftrebunjen wür- mb bet Mitt >c auch eine Ent- \ weiteren Dortrö- ^tungsfragen" und

der Forstdienstan- »rs von der Forst' rfter Michel-Hort tliche Borträge nur- jenommen. n verbrannt.

M Oslo meldet, a Me von Otens- Sine Frau und,stre bis 12 Jahren ka­um.

Es spukt im Kernen Osten

Aberglauben und Gespensterwesen in China.

Don CH. W. Kastler, Harbin.

Wie verhält es sich nun aber mit dem Spuken und mit den Gespenstern? Der chinesische Volksmund hat hier vielerlei Erklärungen. Cr fürchtet sich am meisten vor den Handwerkern, wenn der Dau im Gange ist. Die Zimmerleute sind die schlimmsten! Mehrere Male müssen dre Arbeiter mit Geld und mit Speisen traktiert wer­den. So beim Fundamentlegen, bei der Mauer­aufführung, beim Richtfest, Tachdecken usw. Wer kärglich und geizig ist bei diesen Gelegenheiten, dem wird beim ganzen Dau das Leben schwerge­macht. Wehe aber dem. der einen Arbeiter beim Dau beleidigt. Dem wird auf unerklärliche Weise der Spuk ins Haus gesetzt!

Das neue Haus wird bezogen mit viel Ge­pränge: Musik, Festessen, dem Abfeuern von den in China unvermeidlichencrackers (Feuerrake- ten), die zu Tausenden und zu Hunderttausenden verpulvert werden: mit Hunderten von Widmun­gen, die aus rotem Papier oder auf roter Seide die neuen Wände zieren. Aber schon nach einigen Wochen wird das Haus geräumt, weil es un- möglich ist, darin zu wohnen vor den Geräuschen, die besonders nachts drin vorgehen, oder vor Krankheiten und Todesfällen, die damit zu- sammenhängen. Ich selbst war einmal Zeuge, wie in einem solchen Hause, das uns billig übergeben worden war, während des Gottesdienstes mit lau- tem Gelärm eine Anzahl Götzen von dem Dach- first herunterfielen, die die Zimmerleute aus Rache oben angebracht hatten. Durch trgendetne Me­chanik oder durch Luftzug entstand ieden Abe^> an der Docke ein Lärm, der die Bescher vertrieb, denn das Haus warbesessen". Es spukw eben. Auch als wir schon das Haus übernommen hatten, liefen unsere Dienstboten, einer nach dem anderen wen Dis an einem Sonntagmorgen gerade wäh­rend des Gebetes, das der eingeborene Katechist hielt die Geschichte mit Krachen und Lärmen

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Die Badeerinnerungen aus Alt-Gießen von F. ®. in Nr. 206 desGießener Anzeiger" haben sicherlich manchen alten Gießener Bub erfreut. Das Baden in liefen und weniger tiefen Gewässern, wie Lahn und Wieseck muh wohl zum Lebenselement des Gießener gehören (ob übrigensGießer oder Gießener" richtig ist, mag ein in Siegen wohn­hafter, in solchen Fragen sehr angesehener Gewahrs- mann entscheiden!), denn woher käme sonst der schöne Name:Gießer Schlammbeißer ? Es gab auch noch weniger tiefe Badegelegenheiten als die Wieseck, nämlich den Schoo r grab en und die Klingelbach, welch letztere zu damaliger Zeit noch offen durch die Wiesen floß, die die Stelle der jetzigen Goethe- und Bleichstraße einnahmen. Da, wo jetzt die Bleichstraße ist,, wurde dazumal noch gebleicht, aufBogels Bleiche". Mit welcher Wonne

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können. Man war mit Recht Begierig zu erfahren, welchen Umständen e« zuzuschrciben ist. daß gerade in diesem Dors soviele Leute steinalt wcr- ben. Ein Berichterstatter hat das Dorf ausgesucht, um die Lebensweise der Alten zu erforschen, be­ziehungsweise das Rezept dafür zu erhalten, wie man 100 Jahre alt wird. Sie erklärten zunächst voll Stolz, daß ihr Klima besonders gesund sei. Da brauchten sie nur ein wenig nachzuhelfen durch geregelte Lebensweise: mit der Sonne zu Dett, mit dem ersten Hahnenschrei wieder aus, wenig Essen, kein rohes Fleisch, keinen Alkohol und vor allem keine Politik- Ilm Politik kümmern sich die Alten von Cellio prinzipiell nicht. Sie er­klären die Redensart für unwahr, daß Politik den Charakter verderbe, sie verderbe die Freude Leben und ohne Freude am Leben könne niemand 100 Jahre aushalten.

Der Prunk früherer Opern-Aufsührungen, denen erotische Tiere auf die Dühne gebracht wur­den wird erneuert durch eine Darstellung von Derdis OperAida", die als Denesizvorstellung für arbeitslose Musiker in dem Stadion von Co- lombes in der Rähe von Parfs stattfand. Dre Rol- len wurden von Mitgliedern der Pariser Oper gesungen, und außerdem wirkte ein Orchester von 120 Musikern mit. Dei dem großen Auszug war die Teilnahme von Kamelen und anderen exoti­schen Tieren vorgesehen, die aus dem Zoologi­schen Garten von Vinccnne« herbeigeführt wurden. Aber während die 5000 Zuschauer ungeduldig auf dieses Schauspiel warteten, gaben sich die Wärter vergebens Mühe, den Zug der Tiere zu ordnen. Die Kamele und Pferde ließen sich durch reiche Zuckergaben dazu bewegen, ein gesittetes Beneh­men zu zeigen, aber der Clesant Pierre blieb un­erbittlich und mußte schließlich, anstatt in dem Stadion zum Glanze der Oper beantragen, m eine Garage eingesperrt werden. Die zahlreich versammelten Kameraleute, die sich in nächster -Nähe ausgestellt hatten, wurden von den Tieren während des Aufzuges umringt und konnten nur flüchten, indem sie unter den hochbeinigen Wüsten­schiffen durchkrochen.

(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) 3n jedem Landespukt es", äleberall gibt es, wie sich die Leute erzählen, Gespenster und böse Geister, die die Menschheit quälen und verfolgen. Mit solchen Sachen machen die Europäer in Asien am ersten Bekanntschaft. Tie Türen Chinas wa­ren dem Auslände verschlossen und sind es eigent- lich heute noch. Mit Kriegsschiff en und Kanonen haben sich die ausländischen Machte einige Dertragshäsen gesichert, wo ihre Leute sich niederlassen konnten. Außer diesen fremden Koi^ zessionen ist keinem Ausländer gestattet, sich irgendwo in China niederzulassen. Missionare, die eine besondere Vergünstigungsklausel in den Verträgen haben, Zoll-, Post- und Zivilbeamte, die ebenfalls unter eine besondere Riederlassungs- rubrik kommen, dürfen sich im ganzen Lande an­siedeln. Ratürlich werden, wo man nur kann, auch ihrer Niederlassung Schwierigkeiten m den Weg gelegt. Wo es aber unvermeidlich ist, Da sucht man diefremden Teufe l" an solche Orte zu bannen, an denen es unheimlich ist, und wo die Geister spulen, Damit denkt man die Un- gewünschten bald wieder loszuwerden.

So haben die Städte in China Mauern und Tore: Süden, Osten und Westen sind glück­bringende Regionen. Darum siedelt sich auch jedermann dort an. Handel und Wandel, Lust und Freude blühen hier. Die Nordecke in jeder Stadt ist aber eine öde Gegend. Dort treiben sich die Aussätzigen, Bettler, Bandi­ten, Schweine und wilden Hunde herum. Auch werden Kinderleichen und verunglückte Heimatlose dort einfach hingeworfen oder im besten Falle verscharrt. Solche Orte werden den Ausländern zur Ansiedlung angewiesen. 3n anderen Teilen der Stadt wird ihnen die Ansiedlung mit tausend­fachen Intrigen erschwert. Nun kommt es aber doch vor daß Ausländer, und besonders Missiv- nare, in den besten Stadtteilen die feinsten und vornehmsten Häuser besitzen. Wie ist das ge-

Obstverwertung - Einmachzeit.

Gebieterisch verlangt die heutige Zeit auch von der Hausfrau äußerste Sparsamkeit. Infolge­dessen muh auch alles Ob't verwertet werden und möglichst konserviert,eingemacht" und da­durch vor dem Verderben geschützt werden. Das Verderben der Lebensmittel ist abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung einerseits und von ihrem Gehalt an Pilzen und Bakterien andererseits. Da die letzteren nur bei Gegen­wart von Cuftfauerftoff in einer gewissen Feuch­tigkeitsmenge und bei bestimmter Wärme leben können, gilt es. sie durch Entziehung dieser Lebensbedingungen zu vernichten. Das geschieht beim Obsteinmachen im allgemeinen auf zweierlei Weise: einmal, wie beim sogenannten Einwecken, dadurch, daß man durch Hitze die vorhandenen Bakterien abtötet und die so zubereiteten Früchte unter lüft- und keimsicheren Verschluß hält. Hierbei ist neben einwandfreien Gesäßen vor allem Sauberkeit vonnöten. Nicht nur die Gläser und Gummiringe müssen sauber sein, sondern auch die Hände der Hausfrau und alle Geräte, die ie etwa beim Cinwecken sonst noch gebraucht. Weiterhin darf beim Einwecken nut frisches, äußeres und vollreifes Obst verwendet werden, damit Mißerfolge ausbleiben.

Das Gleiche gilt für die zweite Art der Früchtekonservierung, nämlich das Einmachen mit Zucker oder Essig. Dei diesem Verfahren werden die Pilze und Bakterien, mit denen jedes Obst in wechselnder Menge behaftet ist, zwar nicht ab- getötet, aber cs werden ihre Lebens- und Wachs­tumsbedingungen doch in sehr hohem Grade ver­schlechtert. Dabei darf man allerdings mcht zu sparsam sein und eine etwa zu dünne Zucker­oder Essiglösung verwenden. Im allgemeinen soll man eine Lösung Herstellen, in der je 10 Gramm Zucker oder je vier Teile Essig auf je 100 Teile Wasser kommen. Um den Luftabschluß, der durch die verschiedensten Verschlüsse erfolgen kann noch weiter zu sichern, muh soviel Zucker- oder Essig- lösung genommen werden, daß diese ein wenig über dem Eingemachten steht. Ein Zusatz von Desinfektionsmitteln, wie etwa Salizylsäure oder dergleichen, ist in gesundheitlicher Beziehung nicht harmlos und bei sorgfältigem Einkochen auch entbehrlich. Wenn trotzdem der Inhalt eines Weckglases oder eines Gefäßes mit eingemachten Früchten schlecht geworden, gegoren oder mit Schimmelpilzen bedeckt ist, dann schütte man im Interesse der Gesundheit das ganze lieber fort, als daß man versucht, durch irgendwelche Kunst­griffe Verdorbenes retten zu wollen.

Amtsgericht Gießen.

Bekanntlich ist die Liebigstraße zwischen Oud- wigstraße und Frankfurter Straße für Motor­räder gesperrt und es ist diese Sperrung auch durch Warnungstafeln erkenntlich gemacht. Dessen ungeachtet hat ein auswärtiger Motorradfahrer diesen Straßenteil in zwei Fällen befahren Gegen die ihm zugegangenen Strafbefehle hat er Einspruch eingelegt. In Erkenntnis ferner ®r- folglosigkeit nahm er ihn in der Verhandlung wieder zurück.

Das gleiche tat ,ein aus Dieburg stammender Viehhändler, der. ohne die hierzu erforderliche Erlaubnis zu besitzen, mit seinem Lieferwagen einen Transport Marktvieh vom Gießener Nuh- vichmarkt nach Dieburg (eine Strecke von über 50 Kilometer) beförderte. Die Behauptung, er habe die Genehmigung bereits bei dem zustän­digen Kreisamt Dieburg beantragt, schützte ihn nicht vor Strafe, weil cr eben den Wagen vor der Erteilung der Konzession nicht hätte be-

herunterkam. Nachher hörte der Spuk vollständig ^Diele Häuser sind nach der Dolkstheorie wahrhaftig von bösen Geistern bewohnt. DaS ist in China ein unbegrenztes, unendliches Gebiet Die Bewohner werden krank irgendein geheim­nisvolles Leiden sie sterben eines dosen TodeS. Oder es gehen böse Geister darin um, dre von den Leuten gesehen werden. Oder der H u h s i e n, der vergötterte Fuchs", treibt sein Wesen dann. Dabei leiden am meisten die jungen Mädchen und Frauen, die angeblich besonders in seiner Gewalt sind. Heber das Sputen und Treiben des Huhsien gibt es in der chinesischen klassischen und Bolks- literatur Tausende von Büchern, die nur von Spuk- und Gespenstergeschichten handeln. Der beinahe kanonisch gewordene RomanLiau tsai handelt nur von solchen Geschichten. Ieder Chinese hat ihn gelesen ober ihn in der Teestube vom Ge­schichtenerzähler gehört.

Eine interessante Begebenheit hat sich kürzlich zugetragen, die vielleicht die Axt an die VOurzel des Spuks legt und diesen uralten Götterbaum wenn nicht zum Fallen so doch ins Wanken bringt. Die Sache ist folgende: In der Stadt Fuchiatien wohnt, weit bekannt und viel be­sprochen, der chinesische Krösus Li (die Pflaume). Er ist nicht einsam, obwohl er feine verwandte Seele bei sich hat. Der einzige Sohn hat sich weit weg als Großkaufmann etabliert und denkt nicht nach Hause. Die Tochter, die noch seine einzige Hoffnung war, wurde vom ausländi­schen Wind angehaucht. Anstatt nach altem Stil sich blind verhmraten zu lassen, verliebte sie sich in einen Schauspieler. Da der erzürnte Vater seinen Segen dazu nicht gab, war sie eine«Jlütrc-* gens verschwunden. Darüber wurde der alte Mann krank. Fünf Iahre siechte er dahin, um­geben von einem Heer von Dienern: Köchen, Mundschenken, Barbieren, Portier-, Pfeifen- und Opiumanzündcrn, Kulis, Boys, Sekretären und Verwaltern. Die Tochter aber kam schließlich zur Besinnung. Ter Liebesrausch verflog, und sie dachte darüber nach, wie sie die Gunst deS Vaters und damit die Aussicht auf das Erbe wiederge­winnen könnte. Auf gütlichem Wege war nichts zu erreichen. Der alte, gute Li verlangte wohl sehnlich nach seiner Tochter, -aber sein Gefolge hielt alle diese Gefühle verborgen. So oft die Tochter ansing, war die Antwort derVerwal­ter":Unmöglich!" Da erinnerte sich die Tochter an den RomanLiau tsai" und siehe da: es fängt im Hause des reichen Mannes an zu spuken. Man sicht Gestalten herumgehen in langen, schwarzen Lcichenhemden, mit leuchtenden Ge sich - ternundHänden. Auch an den Fenstern er­scheinen solche Leuchtsrahen. Dabei totrb ge* schrien und gelärmt. Irde Nacht wiederholt sich das. Immer toller wird es. Der alte Herr Li sinkt aus einer Ohnmacht in die andere. Das Heer von Verwaltern, Köchen, Boys und Kulis ist in einigen Tagen verschwunden. Nur noch ein alter Diener, der die geringsten Dienste versah, blieb. Die Tochter wird gerufen: Alles fei ver­ziehen, sie soll alles erben.Komm beim rote Blume td. i. der Name der Tochter), komm beim , schreit der Vater in seinen letzten Wehen. Die Tochter hat erreicht, was sie wollte. 3n einigen Tagen soll sie ins Vaterhaus zuruckgehen und das Erbe übernehmen. _

Da plötzlich ändert sich alles. Em Freund be« Sohnes bringt dem Vater Grüße. Er hort u. sieht, was sich alles in dem Hause zuträat. Schnell in­formiert er die Polizei. In derselben Nacht sind im Hause eine Anzahl Polizisten. Das Geräusch beginnt. Es lärmt, es schreit, es ächzt und stöhnt. Da, horch ein Pfiff und im Nu hat d ie Polizei die Gespenster am Kragen. Die Masken fallen und siehe da: es sind eine Anzahl gedungene Bettler unter Anführung eines Die­ners der Tochter. In einigen Augenblicken sitzen diese .Sputgeister" hinter den Polizeigittern. Die Tochter aber zog es vor, zu verschwinden und das Erbe nicht anzutreten.

Diese Begebenheit sollte wohl dazu beitragen, die Furcht vor Spukgeistem und Gespenstern zu vermindern. Die Eriahrung aber lehrt, daß ge­rade der Chinese, falls et nicht Christ aewvrden ist, kaum vom Aberglauben geheilt werden kann.

alljährlich die staatliche Prüfung für Wohlfahrtspslegerinnen statt, der sich 31 Schüle­rinnen unterzogen, und zwar elf Schülerinnen für Gesundheitsfürsorge, 16 für Iugendwohl- fahrtspflege und vier für Wirtschafts- und De- rufäfürforge. Das Ergebnis war recht befriedi­gend: es haben alle Schülerinnen, die über­wiegende Mehrzahl mit gut, einige mit sehr gut, bestanden. Die Schülerinnen gehen für ein Iahr in die praktisch soziale Arbeit, um sich durch ihre Bewährung als Wohlfahrtspflegerinnen die staatliche Anerkennung zu erwerben und damit ihre Berufsausbildung abzuschliehen. Erfreu­licherweise ist cs der Wohlfahrtsschule bisher gelungen, fast alle aus dem Schulbezirk stammen­den Schülerinnen mit staatlicher Anerkennung in Stellen der öffentlichen oder Privaten Fürsorge unterzubringen.

Aus aller Welt.

Oie Hundertjährigen.

In dem piemontesischen Alpendorf Cellio leben fünf Personen, die das hundertste Iaht schon überschritten haben, mehrere Personen ste­hen im 99. Lebensjahr, sie sind gesund und hofsen, ebenfalls ihr Iahrhundert überleben zu

andern auch durch die Klingelbach und den noch beträchtlich sumpfigeren Schoorgrabengebadet, teils barfuß, teils in den damals gebräuchlichen Kanonenstieseln". Noch fchmutziger war aber, so­weit das überhaupt möglich war, ein Gräbchen, das sich aus der Kaufmannschen Lampenfabrik in der Alicenstraße in die Wieseck ergoß.

Eines Bades, bei dem ein unerhoffter Schah zutage gefördert wurde, sei hier gedacht. Es war ein regnerischer Sommertag. Trotzdem Hatte sich eine ganze Anzahl Badegäste in der Rüb- saMenschen Badeanstalt am späteren Vormittag eingesunden, meistens Studenten, aber auch einige ältere Bürger. Ein Student flieg die Treppe deSPserdestalleS" hinab ins Wasser. Als er den Fuß ins Wasser tauchte, stieß er auf etwas Hartes Er faßte danach und hob es empor. Solange es im Wasser war, ging« leicht, aber übers Wasser wollte es sich nicht heben lassen. Der Finder rief andere Studenten zu Hilfe. Mit vereinten Kräften wurde ein Fäßchen aus der kühlen Flut gehoben, da«, nicht wie man zuerst annahm, mit Wasser, sondern mit wirk­lichem und wahrhaftigem Gerstensast, mehr als 30 Liter, gefüllt war.

Nachdem Rödel Diergläser und andere Trink- aefäßc, auch Kaffeetassen, herbeigeholt hatte, er­hob sich ein fröhliches Zechen in Badehosen und Dadelaken. das auch durch den einsehenden Regen nicht gestört wurde und bis nach 1 Uhr dauerte, wodurch manches Kolleg und Seminar versäumt wurde und nach welchem sich dann dieHerren Eltern" wunderten, daß der Herr Sohn in- so ungewöhnlich heiterer Stimmung am Mittag- . essen teilnahm. Während deS Zechgelages fuhr ein Kahn mit mehreren Mann die Lahn in der Gegend der Pulvermühle ab. Die Männer stießen mit langen Stangen ins Wasser, als ob sie etwas suchten. Wir haben sie ruhig suchen lassen. Hatten wir doch inzwischen Kunde erhalten, daß von der Lahnbrücke, die damals erweitert wurde und ohne Brüstung war, ein Faß Bier von einem Dierwagen herabgerollt und in die Lahn ge­fallen sei. Herrn Dichter, dem Besitzer der Brauerei, machten wir auf einerBierkarte" die Mitteilung, daß das vermißte Objekt leer in der Badeanstalt zum Abholen bereitstände, womit die Bitte verbunden war,uns noch öfter eine derartige Gabe auf dem gleichen W ge zukommen zu lassen". E. S.

Gießener Reichswehr rückt zur tierb ft Übung aus. 21 m morgigen Mittwoch wird das hiesige Reichswehrbataillon (die drei Schüt­ze. ikompanien und die Mafchinengewehrkompanie) in feldmarschmäßiger Ausrüstung nach cheiligenstadt (Eichsseld) zur cherbstübung abtransportiert. Der 2!bmarsch aus den Kasernen nach dem Bahnhof er­folgt um 6.25 Uhr, die Abfahrt von Gießen um 9.32 Uhr. Das Bataillon nimmt während der Zeit vom 8. bis 12. September an der Regimentsubung des 15. Infanterie-Regiments und in den lagen vom 13. bis einschließlich 15. September gemeinsam mit dem 14. Infanterie-Regiment an der Brigadeubung teil. Die Hebungen finden wir berichteten schon einmal darüber in der Gegend zwischen Heiligen- ftabt und Langensalza statt.

**Max und Moritz" im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:Max und Moritz" kommen! Aber, sie kommen nicht allem. Sondern all die alten vertrauten Figuren: Witwe Bolte, Schneider Böck, Lehrer Sampel usw. werden mitkommen. Sechs lustige Bubenstreiche werden aus­geführt, die Scheib ach nach den Szenen von Wilhelm Busch bearbeitet hat. Kein Kino, kein Pup­pentheater, sondern wirkliche, lebendige schauspie­ler, mit eigenen Kostümen, eigenen Dekorationen werden einen überaus luftigen Nachmittag besche­ren. Die ganze luftige Gesellschaft hat das Stadt- theater für Mittwoch, den 7. September eingeladen. Die Vorstellung beginnt um 16 Uhr.

** Photographische Lehrgänge für Lehrpersonen. Gegenwärtig findet im Natur­kundesaal der vberrealschule ein Photolehrgang für Lehrer an Volks- und höheren Schulen statt. Die Eröffnung fand am gestrigen Montagnachmittag statt. Im Auftrag des Hessischen Landesamts für Kultus und Bildungswesen begrüßte Oberstudien- direktor Dr. Roller von der hiesigen Oberreal- schule die rund 150 anwesenden Lehrer und teilte mit, daß nur ein Teil der Meldungen Berückfichti- qun'g habe finden können. Die Kurse hätten den Zweck, die Teilnehmer in die Photographie einzu- führen, um das Photographieren für den Unter­richt nutzbar machen zu können. Der Kursleiter Profeffor Th lern (Halle) besprach die Einrichtung der Lehrgänge, die zwei Abteilungen mit je 32 Teilnehmern umfasse und hielt anschließend zwei längere Vorträge. Die örtliche Vertrauensperson für die Lehrgänge, die sich auf sechs Nachmittage bzw. Abende erstrecken, ist Professor Hey mann von der -hiesigen Oberrealschule.

Briefkasten der Redaktion.

K. Anonyme Anfragen können keine Berücksichti­gung finden.

geführt haben, hat die Stabt nunmehr die Kün­digungen für rund 130 Arbeiter ausgesprvchen. Der größte Teil der Kündigungen entfällt auf die Belegschaft der Gartenverwaltung.

Neuer Kursus an der Wohlfahrisschule Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M-, 5- Sept. Die Wohlfahrisschule für Hessen-Nassau und Hellen in Frankfurt a. M-. die die einzige interkonfessio­nelle und von osfentlichcn Trägern unterhaltene Ausbildungsanstalt für Wohlfahrtspflege in Hessen-Nassau und Hessen ist, eröffnet am 3 Ok­tober einen neuen Kurs, in den noch einige Schülerinnen ausgenommen werden können. Aus­kunft erteilt die Wohlfahrtsschule für Hessen- Nassau und Hessen. Frankfurt a. M-, Unterweg 4. Ende Iuli sand an der Wohlfahrtsschule tote

nutzen dürfen. __

In der Frühe deS 10. Mat I. 2. stteß etn zum Gießener Viehmarkt fahrender Diehtrans- poattvagen, der von der Südanlage her kam, mit einem aus der Richtung Hauptpostamt kommen­den und die Bahnhofstraße hinabfahrenden Post- cuto an der Kreuzung von Westaylage und Bahn­hofstraße zusammen. Der Führer des Transport- toegend versuchte noch vor dem Postautv dte Straßenkreuzung zu überqueren: es gelang icdoch nicht. Er riß seinen Lastwagen nach rechts, fie­rtet so auf den Bürgersteig und zertrümmerte dte Eingangstür der Barmer Ersatzkrankenkalle. Bei­den Fahrzeugleitern gingen Strafbeschle zu unter der Beschuldigung, daß sie e« an der notigen Vorsicht hätten fehlen la'fen und thre Geschwtn- digkeit nicht so eingerichtet hätten, daß ste als Führer in der Lage blieben, ihre Fahrzeuge auf die kürzeste Entfernung zum Stehen ju bringen. Der Poftwagenttihrer hat seine Strafe hmgenom- nrn der Lenker des Viehtransportwagens da- gegen Einspruch eingelegt, über den verhandelt wurde. Die Zeugenaussagen stimmten hin'tchtltch der Frage, ob und von wem Signale (Hupen- zeichen) gegeben worden sind, wie das in solchen Fällen öfters beobachtet werden kann, nicht über­ein. Zwecks evtl. Ladung von Sachverstandtgen zur Klärung der Schuldfrage wurde dte Der» Handlung vertagt. , , _

3m DereinShaus eines hiesigen kaufmännischen Verbandes werden von Zeit zu Zett abends musikalische Proben der sogen. Musikergilde ab­gehalten, wie angegeben wurde sogar bis lange nach Mitternacht. Auf Beschwerde der Machbar- schäft erfolgte polizeiliche Anzeige. Das Gericht wird versuchen, eine den 3nteressen beider Rach- barn Rechnung tragende gütliche Derstandtgung herbeizuführen. Auch in diesem Falle erfolgte deshalb vorerst Vertagung.

Einäscherung des verstorbenen Staats­ministers a. O. v. Ewald.

WSN T a r m st a d t. 5. Sept. Unter außer- ordentlich zahlreicher Beteiligung fanb heute mit- taa im hiesigen Krematorium die Einäscherung des verstorbnen Staatsministers a. D. Exzellenz ©arl v. Ewald statt. Zu der Trauerfeter die tm einfachsten Rahmen gehalten war, hatten sich StaaZpräsident Dr. Ädelung der frühere Grohherzog Ernst Ludwig mtt seinem ältesten Sohn und die Spitzen der staatlichen und stadtt- fd;en Verwaltung cingesundem Die Gedenkrede auf den um Hessen außerordentlich verdienten Staatsmann und Iuristen hielt Stadtpfarrer D o - geL

Arbeiterkündigungen bei der Stadt Frankfurt.

WSN. Frankfurt a. M., 5. Sept. Da kne Verhandlungen über eine Kürzung der 2lrbeits- zeit bei der Stadt Frankfurt zu feinem Ergebnis