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llk. 209 Erstes Blatt
182. Jahrgang
Dienstag, 6. September 1952
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„Belebung der Wirtschaft."
Nun liegt der „konstruktive Aufbauplan" der Reichsregierung als ein umfangreiches Dokument von !'/■> Seiten im Reichsgesetzblatt vor. Niemand, dem nicht parteipolitischer Fanatismus die Blickrichtung aufs Wohl des Ganzen versperrt, wird ihm die besten Wünsche auf den Weg verjagen. Mit Nachdruck muß der eindringliche Appell der Re- gierungsmänner unterstrichen werden, der an die Preise der Privatwirtschaft gerichtet ist, von deren williger und lebendiger Mitarbeit das Gelingen des Planes in hohem Maße abhängig gemacht ist.
Die verantwortlichen Männer haben sich offenbar den kritischen Bedenken nicht verschlossen, die von den verschiedensten Seiten der Oefscntlichkcit den Ursprünglich betanntgegebcncn Grundzügen des Wirtschaftsprogramms entgegengestellt wurden. Eine Anzahl wertvoller Anregungen jsl ausgenommen und mit schneller Entschlußkraft in den Plan hineingearbeitet worden. So hat die Notverordnung an entscheidenden Stellen eine. Form erhalten, die weicntlich von den zunächst ifis Auge gefaßten Maßnahmen abwcicht
Der Optimismus, daß sich ein erweitertes öffentliches Arbeitsbcschaffungspra- gramm erübrige, wenn die Unternehmungslust durch eine großzügige Kreditausweitung auf dem Wege über die Steueranrechnungsscheine kräftig angeregt werde, hat schließlich doch nicht mehr allen Zweifeln standgehalten. Die Regierung bekennt sich jetzt zu der Notwendigkeit, die Ankurbelung der Wirtschaft und die Bekämpfung des Arbeitslosen- gespenstes von beiden Richtungen, von der öffentlichen Hand undvon derPrioatwirtjchaft her, gleichzeitig in Angriff zu nehmen. Und zwar jcheint es, daß man bei dieser etwas stärker gemischten Methode die Wirkung eines wesentlich erweiterten öffentlichen Arbeitsbeschaffungspro- gramms schneller als durch den allgemeinen Impuls hofft in Erscheinung treten zu lassen, der der Privatwirtschaft zugeführt werden soll. Das ursprünglich vorgesehene Ausmaß der öffentlichen Aufträge soll nahezu verfünffacht werden. Der Betrag, der jetzt für die Finanzierung des öffentlichen Arbeitsbejchaffungsprogramms angesetzt wird, ist auf ungefähr dreiviertel Milliarden erhöht worden, und er soll mit möglichster Beschleunigung, also nicht in gleichmäßiger Verteilung auf die zwölf Monate des Plans, in die Wirtschaft hineingepumpt werden. Wenn es auch richtig sein mag, daß mit Arbeitsbejchcissungsprogrammen gleich welchen Umfangs die Krise und die Arbeitslosigkeit als ihre äußere Erscheinungsform nicht organisch und mit dauernder Wirkung bekämpft werden können, so erscheint es uns doch als zweckmäßig, daß die kreditpolitijche Belebung der Unterneh- milngsluft durch das anspornende Beispiel der öjsentlichen Unternehmungen verstärkt w:rd.
Das Kernstück des „konstruktiven Aufbauplans", die Kreditausweitung über die Steueranrechnungsscheine, das Prämiensystem für Rcueinstellungen und die An- reizmethoden für eine stärkere Aufteilung der vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten stellen sich im Wortlaut der Notverordnung grundsätzlich unverändert gegenüber den Ankündigungen dar. Etwas überraschend erscheint nur die Derschiebung der Quoten. die bei der Ausstellung von Anrechnungsscheinen für die verschiedenen Steuerarten zur Anwendung gelangen. Ursprünglich sollten für diejenigen Steuern, die in erster Linie von Industrie undHan - del getragen werden, Umsatzsteuer. Gewerbesteuer und Deförderungssteucr, 50 Prozent der gezahlten Beträge in Steuerscheinen zurückvergu- tet werden, während die vor allem von der Landwirtschaft zu tragende Grundsteuer nur mit einer Quote von 25 Prozent berücksichtigt werden sollte. Die eindringlichen Forderungen des Reichslandbundes, die auch von dem deutschnativ- nalen Parteiführer nachdrücklich unterstrichen wurden, haben die Regierung zu einer Aenderung gegenüber den ursprünglichen Absichten veranlaßt. Für alle vier Steuern wird die Quote der in Steuerscheinen rückzuvergütenden Beträge auf 40 Prozent festgesetzt. Die Entlastung der Industrie und des Handels erscheint also in der endgültigen Verordnung ermäßigt, während die Entlastung der Landwirtschaft verstärkt wird. Der Ausgleich für die Industrie wird aber in dem erweiterten Arbeitsbeschaffungsprogramm zu erblicken sein. Den Gesamtbetrag von 2,2 Milliarden. Her gegen die Wirkungen der Deflation an- gesetzt wird, wollte die Regierung offenbar nicht erhöhen, um die Kühnheit des Experimentes auf geldpolitischem Gebiet - von einem solchen muh man schließlich doch sprechen, wenn man den Dingen auf den Grund geht — nicht zu übertreiben.
Gegenüber vielfach in der Oefjentlichkeit geäußerten Bedenken, daß der Haushalt kommender Jahre auf den jetzt beschrittenen Wegen in peinlicher Weise vorbelastet werde, setzte sich der Reichsfinanzminister in seiner Rundfunkrede energisch für die Berechtigung der grundsätzlichen Schwenkung der Finanzpolitik ein. Die Regierung ist der Meinung, daß, — eine wirklich positive Mitwirkung der Wirtschaft vorausgesetzt — der nunmehr beschrittene Weg zum Ziele führen muh. Gelänge es, eine Belebung der Wirtschaft herbeizuführen, dann müssen eines Tages auch die Steuereinnahmen wieder steigen. Die Steueranrechnungsscheine, die vom Jahre 1935 an zur Bezahlung aller Steuern mit Ausnahme von Einkommen- und Körperschaftssteuer verwendet werden können, ruhen auf der breiten Grundlage eines Etats von sechs Milliarden. Belebt sich die Wirtschaft, dann wird die Rückzahlung, man kann auch sagen, der durch die
Erstes Echo -er Wirlschastöverordnung.
Berliner presiestimmen zu den Maßnahmen der Reichsregierung.
Oie Rechte.
Der „2 a g" (deutschnational) bezeichnet als den wichtigsten Punkt das Bekenntnis zur Privatwirtschaft. Das ganze Programm sei von dem Bestreben diktiert, für eine möglichst große Zahl von Menschen Arbeit zu schaffen getreu dem Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz". — Der „Lokal- a n z e i g e r" (deutschnational) erhebt Bedenken gegen die Wiedereinführung der Dürgersteuer und betont, es wäre besser gewesen, toenn die Regierung rechtzeitig auf diese Maßnahme vorbereitet und nicht wie das tatsächlich geschehen sei, sie längere Zeit abgeleugnet hätte. — Die „Deutsche Zeitung" betont anerkennend, daß darin eine grundsätzliche Wendung gegenüber früher bestehe, daß die Schraube ohne Ende, die über neue steuerliche und soziale Belastungen immer wieder zu weiterer Wirtschaftsdrosselung führte, durch die Regierung Papen stillgelegt sei. — Die „Dö r senze i tu ng" (konservativ) weist auf das System der Steuergutscheine hin und hält den von der Regierung Popen eingeschlagenen Weg bei der gegenwärtigen psychvlvgisc^n Einstellung des größten Teils der Bevölkerung zu Maßnahmen treditpvlitischer Art und zu den Möglichkeiten ihrer Auswirkung auf die Währung für den besten und ungefährlichsten. — Die „DAZ." (tonfero.) bezeichnet die Verordnung als eine kapitalistische Offensive. In den letzten zwei Jahren habe man dem Kapitalismus vielfach ein düsteres Horoskop gestellt und allzu- eifrige Publizisten beeilten sich, ihm schon in aller Form den Totenschein ausAustellen. Unbekümmert um diese Prophezeihung habe sich die Reichsregierung dazu entschlossen, das nach dem Abschluß von Lausanne und nach dem Wiederaufleben freundlicher Tendenzen in der Weltwirtschaft fällige Werk der Belebung nicht auf sozialistischer ober staatskapitalistischer Grundlage in Angriff zu nehmen. Sie trete vielmehr an ben Unternehmer heran und rege ihn durch bestimmte Dvrteile an, seinerseits neue Aufgaben in Angriff zu nehmen.
Oas Zentrum.
Die Germania (Zentrum) schreibt: Es besteht kein Zweifel daran, daß die jetzigen großzügigen und kühnen Maßnahmen der Regierung einen Versuch bedeuten, den Schrumpfungsprozeß der Wirtschaft endgültig aufzuhalten und in sein Gegenteil umzubiegen, und zwar mit Mitteln, die nur gewagt werden können, weil die Weltwirtschaftslage in den letzten zwei bis drei Monaten ein freundlicheres Gesicht bekommen hat. Das Blatt schreibt, so sehr man wünschen müsse, daß die Bemühungen der Reichsregierung den Erstarrungskampf der Wirtschaft zu lösen und die Versuche zur Arbeitsbeschaffung großen Stils ©rfolg haben, so sehr müsse man bedauern, daß zu einem nicht geringen Teil die noch in Arbeit befindlichen Arbeitnehmer zunächst die Kosten hierfür aufzubringen haben würden. Diese Opfer seien nur erträglich, wenn das Wort des Reichspräsidenten, daß der soziale Gedanke auch in Zukunft gewahrt und die Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft gesichert bleibe, in Erfüllung gehe.
Oie £tnfc.
Der „B ö r s e n c o u r i e r" (dem) hebt hervor, daß die Notverordnung den entschlossenen Willen der Regierung zeige, die Arbeitslosigkeit mit allen Mitteln zu meistern und sich dabei nicht durch parla
mentarische Schwierigkeiten und Rücksichtnahme auf Parteiwünsche beirren zu lassen. Gerade diese Entschlossenheit und Unbekümmertheit um Parteienwünsche, die weit über das Ermächtigungsverlangen früherer Kabinette hinausgehe, seien es ja, die die an den Börsen der letzten 14 Tage zum Ausdruck gekommene Zuversicht des Volkes auf positive Maßnahmen nährten. — Das „Berliner Tageblatt" (dem.) spricht von einer „Vollmacht ohne Sicherungen". Was die Regierung aus der Voll- macht machen wolle, sei vollkommen ihrem Ermessen überlassen. Nach dem umfangreichen Gebrauch, den sie davon bereits bei der Auflockerung des Tarifoertragrechts gemacht habe, sei die Besorgnis nicht von der Hand zu weisen, daß die kommenden Durchführungsverordnungen noch manche
unliebsame Ueberraschung bringen und den sozialen Frieden gefährden könnten. — Die „V o s s i s ch e Zeitung" (dem.) nennt den wirtschaftspolitischen Saldo der neuen Verordnung- alles in allem positiv. Das gelte nicht für den sozialpolitischen Anhalt. Die generelle Ermächtigung zu Eingriffen in den gesamten Aufbau und Umfang der sozialen Versicherung müsse schwerste Bedenken Hervorrufen. Die Regierung habe sich also eine Blankovollmacht geben lassen, die ihr die Möglichkeit verleihe, von dem, was Generationen aufgerichtet hatten, keinen Stein auf dem anderen zu lassen. — Der „Vorwärts" (soz) überschreibt seinen Leitartikel: „Das großkapitalistische Programm des Klassenkampfes von oben" und lagt: Das arbeitende Volk müsse die Rettung des Kapitalismus bezahlen. Es fei selbstverständlich,
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Kronprinz Rupprecht beim Abschreiten der Front der Kriegeroereine.
In Aichach in Oberbayern fand am Sonntag eine große Bayernkundgebung statt. Anlaß waren die 750. Wiederkehr des Tages, an dem Otto von Wittelsbach das Herzogtum Bayern verliehen wurde und der 100. Jahrestag der Grundsteinlegung des Nationaldenkmals in Oberwittelsbach. Etwa 10 000 Personen nahmen an dem Fest teil, darunter 70 Vereine mit Fahnen. Auf dem Burgplatz in Oberwittelsbach hielt der Bischof von Augsburg, Dr. Kumpfmüller einen Festgottesdienst ab, dem Kronprinz Rupprecht von Bayern, sowie viele Angehörige des bayerischen Adels beiwohnten. Bei einem anschließenden weltlichen Festakt sprach auch Kronprinz Rupprecht, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß sich in letzter Zeit die Ueberzeugung immer mehr Bahn gebrochen habe, daß die Freiheit der Länder gewahrt werden müsse und daß das Reich nur ge
deihen könne, wenn die Länder gediehen. „Wir wollen gute Bayern bleiben und uns freudig bekennen zu einem Reich, in dem wir mit unverminderten Rechten an feinem Gedeihen Mitwirken können." — Auch auf einem in Aichach abgehaltenen Bauerntag hielt Kronprinz Rupprecht eine Ansprache, in der er sich für die Hebung des Bauernstandes und für die Förderung des Binnenmarktes als des wichtigsten Mittels zur Linderung der Arbeitslosigkeit erklärte. Der Bauernstand bleibe das Rückgrad des Volkes. Kronprinz Rupprecht wurden stürmische Huldigungen dargebracht. Neben anderen Rednern sprach auch Geheimrat Dr. Heim, der dem Wunsch nach baldiger Wiederher st e I • lung des bayerischen Königstums Ausdruck gab.
Einzahlung dieser Scheine entstehende Steuer- ausfall. ab 1935 keine Schwierigkeiten machen.
Die Rechnung erweist sich also als solide und sorgfältig. Der Grundgedanke dieser Schwenkung erscheint uns durchaus einleuchtend, daß man dem Kem des Hebels nicht dauernd durch neue Steuern und durch Drosselung von Ausgaben beikommen kann. Das führt in der Tat über vorübergehende Erleichterungen der Kassenlage immer tiefer in den allgemeinen Schrumpfungsprozeß hinein. Das eröffnet keinen Ausweg aus dem ewigen Kreislauf. Eine endgültige Sanierung auch der öffentlichen Finanzen kann nur gesucht werden auf dem Wege über die Entlastung und Belebung der Wirtschaft, die eine Senkung der Milliardenausgaben für Arbeitslose und im Endeffekt auch eine Vermehrung der Steuerbeträge zum Ziele hat. Voraussetzung für das Gelingen der mutigen Spekulation ist die Wahl des richtigen Zeitpunktes und die bereitwillige Mitarbeit der Wirtschaft selbst. Man kann dem deutschen Volke mit der Reichsregierung nur wünschen, daß ihre Auffassung über den beginnenden Konjunkturumschwung richtig ist und daß die Privatwirtschaft ihre letzte große Chance richtig auszunützen versteht.
Als eine Ausnahme von diesem Grundsatz der steuerlichen Erleichterung erscheint eine etwas peinliche Ueberraschung in der endgültigen Form der Notverordnung. Die Bürgersteuer, die bereits für das Jahr 1932 erhoben war, darf von den Gemeinden für das letzte Quartal noch einmal ein- kassiert werden. Der Satz wird zwar um 25 v. H. ermäßigt und der unglaubliche Zuschlag für Verheiratete fällt weg — eigentlich eine soziale Selbstverständlichkeit für eine praktisch zur Einkommensteuer gewordenen Kopfsteuer — aber die Peinlichkeit der Ueberraschung bleibt nach den vorausgegangenen Versicherungen doch. Man sagt: die
Bürgersteuer brauche nicht, sie könne nur erhoben werden. Das heißt: sie wird.
Lebhaft erörtert werden dürfte in der nächsten Zeit die im zweiten Teil der Notverordnung enthaltene weitgehende Ermächtigung auf dem Gebiet der Sozialpolitik. Man wird sich hier an die Versicherung des Reichsarbeitsministers halten müssen, daß die Durchführung von dem Willen getragen sein werde, die sozialen Errungenschaften vor dem Erliegen zu retten. Die Verordnung über die Höchstgrenze der Gehälter in vom Reich subventionierten Betrieben darf der allgemeinen Zustimmung sicher sein. Mit besonderem Interesse wird man den noch nicht genau festgelegten Vollmachten des Kommissars für diese Betriebe entgegensetzen
Oie Not her Rentenempfänger
Ctn »stppcll der Evangelischen Kirche an den Reichskanzler.
Berlin, 5. Sept. (£11.) In einem Schreiben an den Reichskanzler geht der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses, D. Dr. Kapler, auf die durch die jüngsten Kürzungen der Unterstützungssätze verschärften Rot der Rentenempfänger ein. Dor allem in den Industriestädten hatten die evangelischen Pfarrer im Rorden und Süden des Reiches in ihrer seelsorgerischen Tätigkeit einen erschütternden Eindruck von der bis zur Unerträglichkeit gesteigerten Rot der betroffenen Gruppen der Rentenempfänger. Verschiedene Kirchenkreise erwarteten von der evangelischen Kirche, daß sie ausspreche, daß das, was jetzt noch gewährt werde, nicht mehr zum Leben aus- reiche, sondern ein langsames Derhun- gernundDerzweiselnmit alten möglichen
Folgen bedeute. Eine südwestdeuksche Kirchenregierung habe den Kirchenausschuß gebeten, bei den zuständigen Stellen zwecks baldiger Linderung der schreienden Rot mit Entschiedenheit vorstellig zu werden. Die Antragsteller seien überzeugt, daß derartige Entbehrungen nur auf aller- kürzeste Zeit getragen werden könnten und auch nur bann, wenn alle Kreise unseres Volkes zu ähnlichen Opfern herangezogen würden. Der Präsident des Kirchen- ausschusses richtete an den Reichskanzler die dringliche Bitte, aus den Anträgen den Ruf z u r H i l f e für die von bitterer Rot betroffenen Dolkskreise zu vernehmen, und ihnen tunlichst bald Folge zu geben.
In seiner Antwort betonte der Reichskanzler v. P a p e n, wie besonders schmerzlich es für die Reichsregierung gewesen sei. daß sie sofort nach ihrem Amtsantritt die Bezüge der Sozialrentner und Kriegsbeschädigten habe herabmindern und hiermit die durch die früheren Rotverordnungen bereits stark eingeschränkte Lebenshaltung der wirtschaftlich schwächsten Devölkerungskreise habe noch weiter verschlechtern müssen. Die Reichs- regierung habe sich zu diesem Schritt nur deshalb entschlossen, weil es zur Aufrechterhaltung der Fürsorge für die Sozialrentner und Kriegsbeschädigten in ihrer Gesamtheit keinen anderen Weg gegeben habe. Sobald sich aber die Wirtschaftslage bessere, werde die Reichsregierung prüfen, welche Härten der Rotverordnungen gemildert werden könnten, und zwar werde versucht werden, den Aufbau und die Verwaltung der Sozialversicherung zu vereinfachen und zu verbilligen, um von den so beschränkten Mitteln möglichst viel für die Rentner frei zu machen.


