Wandern und Reifen • Bäder und Sommerfrischen
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Homberg, Ohm, Oberheffen
Besitzer: Heinrich Deeg L
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Empfehlungen
von
Bädern und
Sommerfrischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung.
länder Bergen mit der Sackpfelfe und dem Rimberg, sowie in da- Allnatal genießt, und hinab nach Allna, am gleichnamigen Dache gelegen. Rote Striche führen uns von hier dem Allnatal aufwärts nach Hermershausen und weiter durch Feld und Wald über die Drei Linden mit herrlichen Blicken auf Marburg und die Lahnberge mit dem Spiegelslustturm, sodann bergab bucdb Ockershausen nach unserem Endziel Marburg. Wanderzeit höchstens 4 Stunden.
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inÄgefarnt fünfstündiger Wanderung zum Endziel Grohen-Duseck.
Rieder-Deimar — Allna — Hermershausen — Marburg.
pllit Sonntagskarte Marburg fahren wir nach Rieder-Weimar, gehen von hier roten Dreiecken nach über das an der uralten Weinstrafte gelegene Dorf Ober-Weimar, hierauf durch alten Eichenwald, bei dessen Verlassen man eine prächtige Aussicht nach den Gladenbacher und Hinter-
S C H E BADEDIREKTION
Wanderfahrten.
Grünberg — Deitershaia — Großen-Buseck.
Don unserem Ausgangspunkt Grünberg wandern wir in nördlicher Richtung blauen liegenden Kreuzen nach zunächst über Stangenrod an saftigen Wiesengründen vorbei mit hübschen Blicken auf Ulrichstein und den gesamten Vogelsberg, später durch prächtigen Buchenhochwald nach dem hochgelegenen Weitershain (gute Einkehr). Hier treffen wir die blaue Punktmarkierung: Gießen— Rieder-Ohmen, der wir jetzt nach links folgen. Wiederum durch schönen Waldbestand, stundenlang auf einsamen Wegen, gelangen wir über den Hohen Roll durch Geilshausen, wo wir die Lumda überschreiten, nach Bersrod und kreuzen unterwegs gelbe, rote und blaue Dreiecke. Stets durch Wald führen uns die blauen Punkte nach
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Von Ernst Wimmerü'Gonderegger.
■* Krofdorf. 5. Aug. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf- Gleiberg ist folgendes zu berichten: Die Herstellung einer Heizungsanlage in einem neu geschaffenen Raum der Schule an der Gleiberger Straße wurde einem einheimischen Geschäftsmann übertragen. — Die 2nstandsehungs- arbeiten in zwei Lehrerdienstwohnungen wurden wegen der schlechten Finanzlage abgelehnt. — Für die erforderlich gewordene Ausbesserung deS Kettenbachweges soll ein Kostenanschlag des Kreisbaumeisters eingeholt werden.
* Weidenhausen, 5. Aug. Die Reichs- bahnverwaltung hat sich entschlossen, ab dem heutigen Samstag von Bahnhof Weidenhausen nach Marburg Sonntagsrückfahrkarten zum üblichen ermäßigten Preis auszugeben. Diese Neuerung wird sicherlich allgemein begrüßt werden.
Kreis Biedenkopf.
»'Hartenrod, 5. Aug. Dom heutigen Samstag ab, werden, wie das Reichsbahnbetriebsamt Giehen mitteilt, Sonntagsrückfahrkar- t e n vom hiesigen Bahnhof aus nach Marburg und nach Herborn ausgegeben.
Spiclplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 7. August, 20 bis gegen 23 Uhr: „Die Toni aus Wien". — Montag, 8., 20 bis 23: „3m weihen Röhl". — Dienstag, 9., geschlossen. — Mittwoch, 10., 19.30 bis gegen 22.30: „Die Zauberflöte". — Donnerstag, 11., 19.30 bis gegen 23: „Tannhäuser". — Freitag, 12., geschlossen. — Samstag, 13., 20 bis gegen 23: „Die Toni aus Wien". — Sonntag, 14., 19.30 bis gegen 23: „Carmen".
Schauspielhaus. Sonntag. 7. August, 20.30 bis nach 23 Uhr, (Freilichtaufführung auf dem Römerberg): „Egmont". — Montag, 8.. geschlossen. — Dienstag, 9-, 20.30 bis nach 22.30 (Freilichtaufführung im Waldtheatcr des Stadions): „Iphigenie auf Tauris". — Mittwoch, 10., 20.15 bis nach 23.30 (Freilichtaufführung auf dem Römerberg): „Geschichte Gottfriedens von Berli- chingen mit der eisernen Hand (Hrgöh)". — Donnerstag, 11., 20.15 bis nach 23.30, (Freilichtaufführung auf dem Römerberg): „Geschichte Gottfriedens von Derlichingen mit der eisernen Hand (Hrgöh)". — Freitag, 12., 20.30 bis nach 23, (Freilichtaufführung auf dem Römerberg): „Egmont". — Samstag, 13., 10.30 bis nach 14, (geschlossene Vorstellung für Erwerbslose): „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Aanö (Llrgöh)". 20.30 bis nach 23. (Freilichtaufführung auf dem Römerberg). „Egmont". — Sonntag, 14., 20.15 bis nach 23.30. (Freilichtaufführung auf dem Römerberg): „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand (Hrgöh)".
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 7. August. 11. Sonntag nach Trinitatis.
Stadlkirche. 8 Uhr: Pfarrassistcnt Knell; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Mat- thäusgemeinde: 9.30: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld: zugleich Christenlehre für die Neu- konfirmierten der Iohanncsgemeinde: 9.30: Pfr. Bechtolsheimer: 20: Missionsstunde im Iohannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lic. Waas. — Llifabefh-Kleinkinderschule. Fällt aus wegen Umbau. — Konfirmandensaal Liebigsirahe 56. 13: Taubstummengottesdienst: Pfr. Bechtolsheimer. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst: anschließend Chri- tenlehre für die weibliche Jugend: 10.15: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Gottesdienst (Kol- lekte): 11.15: Katechismuslehre (weibliche Jugend). — Dieseck. 9.30; 10.45: Christenlehre. — Alten-vuseck. 10. — Trohe. 13. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die konfirmierte weibliche Jugend; 13.30: Lollar. — Hausen-Garbenleich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: hauptgottesdienft. — Grüningen. 9: Hauptgottesdienst. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Draudt; hl. Abendmahl; Kollekte; 14: Pfr. Henkel- mann; Kollekte.
katholische Gemeinden. Samstag, den 6. August.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, den 7. August. 12. Sonntag nach Pfingsten.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer und Jünglinge; 8: Kommunion; 9: hoch- amt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: An- dacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Caubad). 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Dortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt.
Mittwoch, den 9. August.
Hungen. 6.30 Uhr: Messe.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
* Mainzlar, 5. Aug. Die Herren Ludwig Schwarz III. und Ludwig Kreiling wurden zu Feldgeschworenen der Gemeinde Mainzlar ernannt und verpflichtet.
* Saasen, 5. Aug. Der bisherige Polizeidiener Heinrich M e n z II. wurde zum Bürgermeister der Gemeinde Saasen gewählt und auch verpflichtet.
chAusdernördlichenWetterau,5. Aug. Rachdem sich die Preise für Schlachtschweine wochenlang auf gleicher Hohe gehalten haben, gingen sie in letzter Zeit sprunghaft in die Höhe. So werden heute für das Psund Lebendgewicht 40 bis 45 Pfennig bezahlt. Dre Preise für Ferkel ab Stall betragen, bis sechs Wochen alt 9 bis 12 Mark, sechs bis acht Wochen alt 12 bis 16 Mark, acht bis zwölf Wochen alt 16 bis 20 Mark. Kälber werden mit 32 bis 34 Pfennig für das Pfund Lebendgewicht gehandelt, und Schlachtrinder gelten je nach Qualität 26 bis 34 Pfennig im Pfund Lebendgewicht.
Kreis Schotten.
Schotten, 5. August. Auf Veranlassung des hiesigen Kreisgesundheitsamtes in Der- bindung mit dem Kreisschulamt wird Prof.
die Binger trinken manchen Schoppen im Nassauischen drüben und die Bingerbrücker besuchen die zahlreichen Weinhäuser in Bingen, versorgen sich dort mit Pfeifentabak und guten Zigarren und sollen sogar dort auf die Freite gehen. Item, alles war in schönster Butter, bis ein neuer Bürgermeister nach Bingen kam, der behauptete, der Landschaft fehle noch etwas: der Fremdenverkehr! Bingen sei eine durchaus internationale Stadt, Hauptknotenpunkt an der europäischen Heerstraße von Basel—Heidelberg—Köln, Wiesbaden—Bingen- Kreuznach—Paris, Holland—Schweiz usw. Außerdem habe er das Problem der Matnlinie gelöst, die hier Nahelinie heißt) — Bingen nämlich liege auf hessischem Gebiet und sein herrlicher Stadtwald auf preußischem Gebiet, was aber die Fremden gar nicht merkten. Bier Punkte gab er als Warhzeichen seiner schönen Stadt an: die über den grauen Dächern ragende Burg Klopp, die weit ins Land sichtbare Rochuskirche, das Nationaldenkmal auf dem Niederwald und das Bismarckdenkmal auf der Elifenhöhe (letzteres vorläufig noch nicht ganz fertig, da die Bausteine noch fehlen). Inmitten dieser vier Punkte nun liegt Bingen, das der selige Humboldt einmal die schönste Stadt in Deutschland (nach Heidelberg) genannt haben soll, dessen Lob als fromme und trinkfeste Stadt aber ein weit größerer — und das ist mehr verbürgt — gesungen hat: Goethe, der durstig-fromme Pilger aus Frank- furt, als er heiteren Sinnes nit feinen Freunden zur Befreiungsfeier der Binger Bevölkerung 1814 hier oben weilte. Sv tief war der Eindruck dieses volkstümlichen Festes, daß Goethe ihn in feinen Erinnerungen festhielt und zum Andenken an feinen Besuch ein Gemälde stiftete, das ihn selbst als mildtätigen heiligen Rochus darstellt — es ist heute noch in einer Seitenkapelle zu sehen! Gute Bilder und schöne alte Stiche aus jener Zeit findet man neben einer bedeutenden Sammlung römischer Al- tertümer im Bingener Heimatmuseum.
Wie wäre es denn nun mit einer Rheinfahrt nach Bingen? Unter der Mainzer Brücke durch den schönen Rheingau an all den weinfrohen Orten vorüber von Eltville bis Rüdesheim und dann, ohne auszusteigen, zwischen einer Flotte von Dampfern und Lastkähnen ans rosengeschmückte Ufer der gastlichen Stadt Bingen, wo Ihr freundlich empfangen werdet. Oben aber auf Burg Klopp sitzt am aussichtsreichen Erker — nicht etwa die schönste Jungfrau von Bingen — sondern der tüchtige Bürgermeister, der die Gäste in feinen Burg- {aal geleitet und ihnen eine Vorlesung über die Güte des Singer Weins hält ... mit praktischen Hebungen.
Dr. Pitzen, der Leiter des Orthopädischen Instituts zu Gießen, im Laufe des August verschiedene Vorträge über orthopädisches Turnen und Krüppelfürsorge für die Lehrerschaft des Kreises halten. Die Vorträge finden in Schotten, Gedern, Laubach und Ulrichstein statt. Da die schulärztlichen Untersuchungen im Kreise ergaben, daß etwa ein Fünftel aller Schüler Haltungsfehler aufweisen, müssen alle Maßnahmen begrüßt werden, die diese Fehler zu verhüten oder zu beseitigen suchen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
WSN. Wetzlar, 5. Aug. Im hiesigen städtischen Freibad ereignete sich gestern ein Vorfall, Der einiges Aufsehen erregte. Ein etwa 35jähriger Mann erschien an der Eingangskontrolle und verlangte Zutritt mit der Begründung, nach seinem Kinde sehen zu wollen. Er begab sich dann zu zwei etwas abseits badenden, ungefähr zwölf Jahre alten Mädchen, denen er sich unsittlich zu nähern versuchte. Der Mann wurde von der Polizei festgenommen. Es stellte sich heraus, daß es sich um einen evangelischen Pfarrer aus einem Dorfe in der Nähe von Gießen handelt. Wie wir hören, ist der Geistliche bis zur restlosen Klärung der Angelegenheit beurlaubt worden.
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Seitdem die bösen Mäuse den angeblich geizigen Bischof Hatto mausetot gebissen hatten, war es still geworden um den grauen Turm; überhaupt war das eine in jeder Beziehung unangenehme Gegend: der Rhein war eingeengt zwischen heimtückischen reifen, so daß die Reise auf dem Strom nicht ohne Gefahr für den Leib war, nachdem man die Seele glücklich an den gefährlichen Lockungen der Loreley und anderen Rheinnixen vorbei gerettet hatte — der Landweg war aber auch nicht ohne Tücken, denn an dem düsteren Ort, wo die Klemenskirche stand und in den Aesten der hohen Bäume die Leichen der gehängten Raubritter baumelten, hielten sich allerhand Gesindel und Räuber aus dem nahen Soonwald auf — kurz, die gestrengen Bürgermeister hatten viel Mühe, den Fremdenverkehr in diese verrufene Gegend zu locken; außerdem waren die 23er- schönerungsvereine, wie sie damals hießen, furchtbar zurückhaltend mit Zuschüssen — sie legten das Geld lieber in Bacharacher Feuerwein an oder bauten aus den soliden Steinen der zerstörten Burgen „historische Gaststätten" für die Nachwelt. Aber dann kamen eines Tages merkwürdige Leute aus Köln und sogar aus Berlin, meist stämmige, trinkfeste Leute mit großen Schlapphüten und technischem Wissen — man nannte sie Jngeniöre und Geodäten; sie prüften und nahmen Maß, um dem alten Vater Rhein ein neues Gewändlein anzuziehen, das mit der Zeit doch etwas schäbig und von lauter Moos ganz grün ausfah. Dabei benahmen sie sich sehr geräuschvoll, schossen und sprengten, daß die Raben und Turmfalken erschreckt vom Mäuseturm und der verwitterten Ehrenburg aufflatterten. Das Binger Loch wurde erweitert, auf blanken Schienen sauste die erste Bahn heran und das Gespenst Hattos wurde pensioniert; an seine Stelle kam der erste preußische Derkehrsschutzmann, auch Wahrschauer genannt, der all den Schiffen den Weg wies, rheinabwärts zur Krone nach Aßmannshaustn und bergwärts nach Bingen zum „Stolperetf* (bekannte Weinschenke in Bingen). In dieser paradiesischen Gegend nun herrschten drei ganz verschiedene Dolksstämme: die Preußen, die Hessen und die Nassauer, die ganz verschiedene Neigungen hatten: die Preußen tranken Bier und oft sauren Wein, die Hessen lieblichen Wein vom Rochusberg und anderen sonnigen Orten, die Nassauer aber tranken teils ihren dicken vollen Rheingauwein, teils Aeppelwein, soweit sie im Taunus wohnten.
Das konnte mit der Zeit nicht gut gehen und so beschloß der hohe Rat in Berlin, als Wächterin über das ganze Land die Germania zu setzen, hoch über dem Rheinstrom im deutschen Niederwald, wo schon Karl der Große mit Vorliebe spazieren ging. Seither herrscht Einigkeit unter den Stämmen,
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Gelnhausen.
Don Hede Linelmayer.
Die (rite Stadt, die ehemals eine freie Reichsstadt war, hat sich vor einigen Jahren plötzlich als junge Dadestadt entpuppt. Sie hat vor ihren Mauern, die trümmerhaft mit ihren Türmen stehen blieben, neue Häuser angesiedelt, die all- mählich die enge Stadt entfesseln werden; auch gingen ihre Vaumeister in die winkeligen Straften hinein, um dort zeitgemäfte Bauten aufzurichten. Aber das mittelalter, das allerorten noch steht, dominiert auch heute im Stadtbild. Das ist der grofte Vorzug dieser stiften Landschaft.
Vom Bahnhof aus gesehen, ruht die Häuserflucht breit hingelagert vor dem letzten Abhang des Vogelsberges, also südlich, und dementsprechend ist der Dergrain übertoalbet von Obstkulturen. Die Tortürme, die von der Kin - - i g an bis in den Berg hinauf die Stadt beherrschen, sind ihre Trümpfe; das imposanteste Bauwerk ist die Marienkirche mit ihrer pittoresken Steinmehkunst. Unweit davon besagt an einem Pfarrhof eine Inschrift, daft in dem Hinterhaus die Deformation formell vollzogen wurde. Dagegen gleicht das GotteshäuSlein, das man heute „Gela-Kapelle" nennt und das auf einem Rasen vor der Stadt steht, fast einer Scheune. Hochgiebelig, mit leeren Fensterbogen primitiver Schweifung, ragt dieses tausendjährige Gebetshaus ohne Glockenturrn aus der Weichen Landschaft. Hier sind die steinigen Wege, die in den Berg hineinführen, immer durch trächtige Obstgärten, die ehemals Weinberge waren, flankiert. Von den Buckeln des Berges aus gibt sich der weite Timblick in die Kinzigebene, aus der sich in der nahen Feme die Spessart- berge aushügeln. Die Kinzig allerdings, die man regulierte, muft ihre Ufer dämme wieder überwachsen und ihre Schotterwege glatt treten lassen. Vorläufig treibt sie holländisch-kanalhaft unö unpoetisch an der Stadt entlang. Rur da, wo sie vor der Stadt ein Eiland bildet, blieb die Idhllik ihrer Ufer erhalten. 3m Dickicht ihrer dusche und Bäume hält sie einen Teil der Unter- ft ab t wie einen Weiler verborgen, dessen Kem die groftte Sehenswürdigkeit, die „Darba- r 0 f f a b u r g" darstellt.
Man ahnt sie nicht von auften. Man könnte ogar ihr Eingangstor, das einet Zitadelle fieicht, fast übersehen; wenn man das Tor durch- chreitet, hat man die ganze Burg sofort im ^?uck. Was steht da noch? Ein Totgang, eben dieses Eingangstor mit aufgefundenen Skulpturen und einer kleinen Kreuzgangkonstruktion, darüber das Bruchwerk zweier Obergeschosse und daran angehängt die Säulenreihe eines Seitentraktes. Das ist alles. Aber dieser rote Sandstein ist imposant in seiner mächtigen Zerstücktheit, und noch jetzt empfindet man die Wucht der schweren Burg in diesem Torso. Daumwerk will die Umfassungsmauer sprengen; Vögel haben hier eine Freistatt.
Mit dem Kurpark hat die Stadt ©eln- hausen in dieser Wasserburg und ihren Berg- wegen einen der besten Anziehungspunkte. Zwar liegt er ganz am anderen Ende der Stadt und somit weit entfernt von ihren Quellen. Aber mmt wuft die Parks betreuen, wo sie sind. Diesem Park hatte nur noch das Kurhaus gefehlt, um ein richtiger Kurpark zu sein! Ein alter Park, mit alten Bäumen und mit einem ruhevollen verträumten Schwanenweiher, mit Raturholz- brüden, einem Tennisplatz, einer Fontäne, mit Blumenbeeten und wilden Wiesen.
Es ist die Eigenart des jungen Bades, daft es naturhaft frisch und unverbildet ist, noch gar nicht modisch frisiert. Die Gäste, die hier vertrauensvoll einkehren, beginnen nicht nur die heilenden Wasser hochzuschätzen, sondern auch die Friedlichkeit des Landes und der Stadt. Do kann die Kur zur wahren Sommerfrische werden.
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