Ausgabe 
6.7.1932 Frühausgabe
 
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Aus aller Well

tagsabgeordneten Gerd Ruhte, der schon seit Jahren in der nationalsozialistischen Hochschulbe­wegung arbeitet und zuletzt Kreisleiter für Berlin- Brandenburg und Bundesschulungsleiter des Na- tionatsozialistifchen Deutschen Studentenbundes war.

In einem kleinen pfälzischen Weinort hat der Pfarrer neben seinem Gehalt die Nutznießung eines ansehnlichen Grundbesitzes, der hauptsächlich aus Weinbergen besteht. In einem Jahr haben die Win­zer sehr unter den Rebschädlingen und Rebenkrank­heiten zu leiden und nur die Weinberge des Geist­lichen sind so ziemlich verschont geblieben. Da kommt ein alter Winzer vorbei, zeigt auf die Fülle der schönen Trauben, grüßt den Pfarrer und meint: ^Da sieht mer halt, daß Se fleißig gebett hen!" Worauf der Pfarrer zur Antwort gibt:Jo, gebett, geschpritzt und gschwefelt häw ich!"

Seestreitkräften meine besondere Anerkennung aus."

OerChefderMarineleitungzurRückkehr der deutschen Kriegsschiffe aus Danzig.

Berlin. 5.3uli. (WTB. Funkspruch.) Der Chef der Marineleitung hat anläßlich der Rück­kehr des LinienschiffesSchlesien" und der TorpedobooteT190 undG10" aus Danzig folgenden Erlaß an den Flottenchef und die See­befehlshaber gerichtet:

..Mit großer Genugtuung habe ich die Be­richte über die wohlgelungene Durchführung des Besuchs in Danzig erhalten und freue mich über das mustergültige Berhalten und den vorzüg- lichen Eindruck, den das LinienschiffSchlesien" d,e TorpedobooteT 190 undG 10 und ihre Besatzungen hinterlassen haben.

Ich spreche dem Befehlshaber der Linienschiffe, Konteradmiral Focrster, sowie den beteiligten

sogar gute Geschäfte mit seinerErfindung" macht. Jedermann kann sich die Farbe des Bieres, das er trinken will, entsprechend seiner Laune, seiner Kleidung oder seiner Stimmung aussuchen. Zweifellos trinkt der stets optimi­stische Prince of Wales nur ein hoffnungsfarbiges grünes Bier: Bernard Shaw, der Spötter, wird sich Wohl für ein giftiges Gelb entscheiden, wäh­rend die weiblichen Mitglieder der guten Ge- -sellschoft vermutlich vorwiegend ästhetische Ge­sichtspunkte in den Vordergrund stellen. Rot- weihes Kostüm, rote Kappe da kann nur ein in der gleichen Farbe in Frage kommen.

Man erzählt sich von einem Wiener, den eines Tages fein Schicksal nach Berlin verschlug. Dort bestellte er sich eines Tages in einem Restaurant ein ^.'SJiener Backhuhn" und bekam ein in der berüchtigten BerlinerEinheitstunke" schwimmen- des Geflügel, das sich offenbar selbst seiner Rolle schämte. Worauf der Wiener das Huhn milde aber traurig betrachtete, sein Haupt schüttelte und, aufrichtig erschüttert, die Worte sprach: äln glücklich es Volk!"

Ünö an diese lehrreiche Geschichte, die recht schmerzlich ist, muh der Berichterstatter denken, dem die Pflicht obliegt, von der englischen Er­findung des bunten Bieres zu erzählen ...

Wechsel in bet Bundesführung des Nationalsozialistischen Deutschen Gtudenienbundes.

München, 5. Juli. (ERB.) Wie die National­sozialistische Parteikorrespondenz mitteilt, tagte im Braunen Haus in München am 29. und 30. Juni der Führerring des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes. Dabei übergab der Reichsjugendführer der NSDAP., Baldur von S ch i r a ch, die Bundesführung des National­sozialistischen Deutschen Studentenbundes dem Land-

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident v. Hindenburg ist gestern abend in Begleitung feines Sohnes Oberst v.Hindenburg, nach Schloß Reudeck abgereist.

Wie wir erfahren, hat der bisherige volks­parteiliche Reichstagsabgeordnete Rechtsanwalt Dr. Carl Cremer in einem Briefe an den Generalsekretär der Deutschen Bolkspartei sei- nen Austritt aus der Deutschen Volkspartei erklärt. Er begründet diesen Schritt mit dem am 2. Juli 1932 mit Dr Hugenberg geschlossenen Wahlbündnis.

Willi Sklave k hot die gegen seine Ver­urteilung zu vier Iahren Zuchthaus angemeldete Revision zurückgenommen und erklärt, daß er das Urteil annimmt. Das Urteil ist damit rechtskräftig geworden.

Neues von Wallenstein.

DieRelation" Oktavio Piccolominis über den Untergang Wallensteins, ein Bericht von 18 Druck­seiten. hat seltsame Schicksale gehabt, bis sie vor kurzem, lange vermißt, entdeckt wurde. Ein ita­lienischer Marchese rettet einen großen Packen meist italienischer Briefe und Aktenstücke des 17. Jahrhunderts vor der Verwendung als Packpapier und damit vor dem völligen Untergang; er schenkt die entdeckten Papiere im Iahre 1929 dem Papst zum goldenen Priesterjubiläum; bei der Durchsicht der zum Teil völlig durcheinander geratenen Schriftstücke für die Vatikanische Bibliothek findet ein Deutscher die Abschrift eines anonymen Ich- berichtes über die letzten Monate Wallensteins. Dieser Bericht ist die Relation Piccolominis. Der Breslauer Historiker Dr. K. Iedin würdigt Inhalt und Bedeutung dieses Berichtes in einem reich illustrierten Aufsatz des Iüliheftes von Del- hagen & Klasings Monatsheften.

Das Urteil im Prozeß der Deutschen Beamtenbank.

Berlin. 5. Iuli. (TU.) Die 3. Große Straf» kammer beim Landgericht I verurteilte den Direk­tor Alois Weber von der im Iahre 1929 zu­sammengebrochenen Dank für Deutsche Beamte ^mbH. wegen fortgesetzter genossen­schaftlicher Untreue und wegen Ver­gehens gegen § 147 des Genossenschaftsgesetzes 5 u einem I a h r, einem Monat Gefäng- niö und 1 1 000 Mark Geldstrafe, ersatz­weise weitere 110 Tage Gefängnis. Der Kauf­mann Walter Treumann wurde wegen fort­gesetzten Betruges zu sieben Monaten Gefängnis, der Makler Egon v. Duchwald wegen fortge­setzten Betruges zu neun Monaten Gefängnis, der Kunstmaler Prof. Iack Ken de wegen Bei­hilfe zum Betrug zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mitangeklagte Geschäftsführer Paul Hoepfner wurde freigesprochen. Weber, der Vorstandsmitglied der Dank für Deutsche Beamte war, wurde beschuldigt, sich in den Iahren 1925 bis 1929 fortgesetzterBilanz- verschleierung und des T^rstohes gegen die Zwecke der Genossenschaft vergangen zu haben. Den -nderen Angeklagten wurde teils fortgesetzter Betrug, teils Beihilfe zur Last gelegt. Die Bank für Deutsche Beamte war im Oktober 1929 mit einem Verlust von mehreren Millionen Mark zusammengebrochen.

schlug mit einem Gegenstand auf die allein anwesen d e Inhaberin Frau Anna Du» berste ein, die blutüberströmt zusammenbrach. Die Frau wurde dann geknebelt. Der zweite Täter hatte inzwischen die Markise h e r u n t e r g e - lassen und raffte die Schaufen st eraus- l a g e n z u s a m m e n. Die Täter raubten insgesamt für etwa 5000 Mark Gold- und Silberwaren und 1000 Mark in bar und fuhren dann eilig mit dem Kraftwagen davon. Der Ueberfall wurde erst bemerkt, als die Inhaberin nach einiger Zeit die Besinnung wiederfand und u m H i l f e r i e f. Sie wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft.

Durch einen Faustschlag gelötet.

In Leipzig nahmen drei Aufseher der Groß­markthalle einen Mann fest, der sich unberechtigt auf dem Gelände der Halle bewegte. Der Mann $og zunächst ein Messer und bedrohte die Beamten. Einem der Beamten versetzte er einen Schlag mit der bloßen Faust an den Kopf. 2Ils der Festgenommene auf der Wache war, brach plötzlich der von ihm geschla­gene Beamte zusammen und war tot. Der Tod ist durch den Schlag an den Kopf verursacht worden.

Diebstahl im Schlafwagenabteil.

Aus einem Schlafabteil des PO-Zuges Am­sterdam-Berlin ist dem Generalvertreter einer holländischen Firma die Brieftasche mit 2 2 0 0 0 holländischen Gulden ge­stohlen worden. Der Holländer hatte die Ab­teiltür verschlossen und sein Iackett mit der Brief­tasche an einen Bügel gehängt, ehe er sich zur Ruhe begab. Er entdeckte den Diebstahl erst heute früh, als er in einem Berliner Hotel Wohnung genommen hatte.

Sieben Jugendliche alsschwarze Jceibünbler".

Die Kriminalpolizei in Kassel hat sieben jugend­liche Personen festgenommen, die sich zur Aus­führung gemeinschaftlicher Ein­brüche und Raubüberfälle in einem Klub derschwarzen Freibündler" zusammen­geschlossen hatten. Eine Hühnerfarm diente ihnen als Unterschlupf. Hier wurden die Pläne zu den Straftaten besprochen und Werkzeuge, Waffen und Masken hergestellt. Schließlich diente ihnen diese Hühnerfarm zur Aufbewahrung der Beute. Den Fest­genommenen hat die Kriminalpolizei eine Reihe bon Straftaten nachweisen können, u. a. einen Raubüberfall, mehrere Einbrüche sowie Dieb­stähle aus Kraftwagen. Weitere Einbrüche woll­ten sie in dieser Woche in einem Pensionat und einer auswärtigen Bank ausführen. Die Ausführung dieser Pläne ist nun durch die Ver­haftung der Räuber zunichte gemacht worden.

Englische Kriegsschiffe passieren den Rord-Oslseekanal.

Aus der Rückkehr von einer längeren Fahrt nach verschiedenen Häfen der Ostsee traf ein größerer Verband englischer Kriegsschiffe, fünf G-Doote, ein G-Dootmutterschiff, ein Kreuzer und neun Zerstörer, vor Holtenau ein. Nachdem die Schiffe in die Holtenauer Schleuse eingelaufen waren, begab sich ein deutscher Marineoffizier an Bord zur Begrüßung. Anschließend trateg die Schiffe die Kanalfahrt an. Sie werden in ihre Heimat zurückkehren.

werkslokomokioe auf dem Dach der fianfine gelandet.

Auf der zu der Rombacher Hütte gehörenden-^ GrubeO r n e" in Lothringen brachte man wahr­scheinlich infolge Versagens der Bremse einen aus Maschine und sechs mit Erz beladenen Wagen be« stehenden Zug nicht zum Halten, so daß er auf das Notgeleis geriet und schließlich auf dem Dach der Kantine landete, das mit großem Getöse zusammenbrach. Die gesamten Stal- hingen wurden durch den Anprall zertrümmert. Ein Arbeiter, der ahnungslos im Bett gelegen hatte, kam, wie durch ein Wunder, mit nur leichteren Verletzungen davon. Die Maschine kam kaum einen Meter vor seinem Bett zu stehen. Einige Arbeiter, die sich in der Kantine aufhielten, konnten unter den Trümmern hervor- gezogen werden. Drei von ihnen wurden sofort ins Krankenhaus gebracht. Ein Bremser, der die Gefahr erkannt hatte, hielt sich mit aller Kraft in seinem Bremserhäuschen fest und kam mit heiler Haut da­von. Ein zweiter Bremser sprang vorher ab und verletzte sich schwer.

Aus dem Hcmpicmsschuß des preußischen Landtags.

Berlin, 5. Iuli. (VDZ.) Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages befaßte sich am Diens­tag mit einer Reihe von Anträgen zu den Rotverordnungen der Reichsregie­rung. Zunächst fand Ablehnung der An­trag der Kommunisten, das Staatsministerium zu beauftragen, die Rotverordnungen der Reichs­regierung in Preußen nicht durch^uführen. Angenommen wurde ein nationalsozialistischer Antrag über den Wegfall von Zuschlägen für Steuerrückstände, soweit der rückständige Betrag 100 Mk. nicht erreicht. Der Ausschuß beriet dann über einen deutschnationalen Antrag, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden, daß eine weitere Senkung der Lebenshaltung aller Bcvölkerungssckichten durch neue Steu­ern nicht cintritt, daß vielmehr alle Kraft daran gesetzt werden soll, die Wirtschaft in Oang zu bringen und Arbeitsmöglichkeiten auf dem Wege der Durchführung auch der Arbeits­dienstpflicht zu schaffen. Rachdem der Hinweis auf die Arbeitsdienstpflicht mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten und des Zen­trums gestrichen war, fand der deutschnationale Antrag Annahme. Beraten wurde sodann der Antrag des Zentrums, wonach geeignete Maß­nahmen getroffen werden sollen, die einen Aus­gleich des Haushalts und Erfüllung der not­wendigen Staatsaufgaben gewährleisten und da­mit die zum Ausgleich des Haushalts erlassene preußische Verordnung entbehrlich machen. Auf deutschnationalen Antrag wurde im weiteren Verlauf beschlossen; auf die Reichs- regierung einzuwirken, für das Iahr 1933 die Einheitsbewertung nach dem Er­tragswert zu ermitteln und die im Iahre 1932 auf diese Vermögenswerte gezahlten Steuern anzurechnen. Rach einem anderen Beschluß soll geberische Maßnahmen zu treffen, um unver- die Reichsregierung veranlaßt werden, geseh- schuldet in Rot geratene Volksgenossen vor der Verschleuderung ihres Grund- und Hausbesihes durch Zwangsver­steigerung zu schützen.

fröhlich Pfalz!"

6ine lustiger Geschichten aus allen deut- iwen Gauen ist auf ein Preisausschreiben der Zeit­schrift der Deutschen Buchgemeinschaft,Die Lese- stunde", eingelaufen; aus der ersten Auswahl seien hier nur ein paar solcher Scherze aus der Pfalz mitgeteilt:

Ein lustiger Student, der später sogar bayerischer Minister geworden sein soll, hatte auf dem berühm­ten DurkheimerWurstmarkt" ein paar Schoppen Deidesheimer zu viel getrunken und befand sich auf der Heimfahrt in einem so bedenklichen Zustand, daß er-sich öfters durch das offene Fenster erleich­tern mußte. Zwischen Dürkheim und Neustadt wurde ihm sogar eine Mark für Reinigungsgebühr abgeknöpft. Als er in Neustadt nach Speyer umge- stiegen war, ereilte ihn von neuem sein Geschick, und in höchster Not flüchtete er zum Fenster, als gerade der Schaffner von außen die Türe öffnete und die volle Ladung empfing. Und was sagte der Gute zu dem Sünder?Do hawwe Sie awwer Schwein gehatt..., wanns uffs Trittbrett gange war, hatten Sie e ganze Mark Strof bezahle misse!

Das Faltboot.

Von Georg Miihlen-Schulte.

Wenn es wahr ist, daß die geistig »Armen se- 'lig sind, dann beneide ich Theo Mücke. Er hat weniger Hirn als eine Amöbe, die bekanntlich so einfältig ist, daß sie sich zur Erzielung von Rachkommenschast persönlich in lebensfähige Schei­ben schneidet. Wirklich, Theo Mückes Seligkeit muh keine Grenzen kennen.

Eines Tages starb sein Onkel, ein Bauernguts- besitzer in Dlümchenheide. Er hinterließ Theo das kleine Anwesen, und Theo, ein Grohstadtkind, er­blickte darin einen Wink des Schicksals, zur Ra- tur zurückzukehren.

Ein paar Wochen danach traf ich den ausge­zeichneten jungen Mann im Cafe. Er kam schnur­stracks aus Blümchenheide und sah wohl aus wie eine Mohrrübe.

»Lieber Freund!" schrie er mich an.Sie ahnen nicht, was das für eine Lust ist, da draußen in Wald und Flur. Ich habe mir jetzt ein Faltboot angeschafft."

»Ein Faltboot, Theo, warum nicht lieber ein Motorboot? Motorboot ist doch viel schöner."

Motorboot ist schöner?" schrie er.Sie haben ja keine Ahnung! Passen Sie mal auf, ich habe doch vorigen Sonntag meinen ersten Ausflug mit dem Faltboot gemacht. Frühmorgens bin ich auf- gebrochen. Das Faltboot hatte ich auf dem Bücken. Wiegt ja man bloß vierzig Pfund, ver­stehen Sie. Also in aller Herrgottsfrühe bin ich los nicht wahr. Ich wollte nach dem Mummel­see. Liegt ja bezaubernd, der Mummelsee. Also ich schreite rüstig aus, verstanden, der Morgen ist märchenhaft, der Lenz tanzt auf den Wiesen. Tau liegt auf allen Zweigen und Gräsern, die Finken schlagen und lauter solche Sachen, nicht wahr. Also ich gehe quer über die Felder und es duftet lieb­lich nach Lupinen, und es riecht würzig nach Kuh- nüstl And die Sonne steigt und es wird warm. AE da öffnet sich schon der Wald vor mir. Ich tauche hinein in den kühlen Schatten, ich wandere und wandere, immer mit dem Faltboot auf dem Rucken, es ist so wunderbar still um mich, nur ab und zu flieht ein aufgescheuchtes Reh vor mir ^r ober ein Hase. Fabelhaft, sage ich Ihnen! Endlich, nach vier Stunden, begegne ich einem

Unglückliches Volk!

Das_ eine steht jedenfalls fest: im Münchener Hofbräu wäre es ebensowenig möglich, wie sonst in irgendeinem deutschen Bierlokal, das sich die Pflege des edlen Gerstensaftes zu einer Lebens­aufgabe erkoren hat. Aber England ist nun ein­mal nicht Deutschland, und London ist nicht München, und so konnte das geschehen, was zu schildern sich Feder und Schreibmaschine in gleicher Weise sträuben: daß nämlich ein Londoner Bier­brauer auf denglänzenden" Gedanken gekommen ist, buntes Bier zu brauen. Iawohl! Sie haben nicht falsch gelesen buntes Bier! Rotes Bier, grünes 'Bier, blaues Bier, beigefarbenes Bier, perlhuhngraues Bier was immer Sie wollen! ilnb nicht nur das. Rein, es verlautet, daß dieser Mann, der zweifeNos dermaleinst im Fegefeuer von Gambrinus persönlich für seine Schandtaten verantwortlich gemacht werden wird,

von der Grenzpolizei angerufen wurden, leisteten sie dem Anruf keine Folge, sondern fluchteteninRichtungderpolnischen Grenze. Cs wurden darauf von der Grenz- Polizei den Vorschriften entsprechend, mehrere Schüsse abgegeben, ohne daß es gelang, einer der fluchtigen Personen habhaft zu werden. Wie am nächsten Tage bekannt geworden ist, soll es sich um polnische Schmuggler gehandelt haben, von denen einer schwer und der andere leicht verwundet worden ist. Der Schwerverwundete soll inzwischen seinen Verletzungen er­legen sein.

Der Südamerikaforscher Rordenskjöld f.

®er schwedische Südamerikaforscher Prof. Er­land R o r d e n s k j ö l d ist im Alter von 55 Icch- ren gestorben. Erland Rordenskjöld, ein Sohn des berühmten Polarforschers und Entdecker dernordöstlichen Durchfahrt", bereifte feit 1899 Patagonien, Argentinien, Bolivien und Mittelamerika. Er war u. a. Mitglied der An­thropologischen Gesellschaft zu Berlin und des Vereins für Völkerkunde in Leipzig.

Drei Todesopfer eines Gewitters über Ostpreußen.

Ueber ganz Ostpreußen ging ein schweres Ge­witter nieder, von dem besonders der Süden und Osten der Provinz heimgesucht wurden. In den Kreisen Rastenburg, Neidenburg und Stuhm wurde je ein Arbeiter auf dem Felde getötet. Zahlreiche Gehöfte wurden angezündet. Viel Vieh wurde auf der Weide getötet. Das Gewitter war von schwerem Hagelfchlag begleitet, der auf den Aldern größte Verwüstungen anrichtete. Die Schlo­ßen zerschlugen auch zahlreiche Fensterscheiben.

verhängnisvolle Reugier.

In Raschau bei Oelsnitz in Sachsen sollte im Hofe eines Fleischermeisters ein Prachtexemplar eines Bullen vor dem Schlachten photo­graphiert werden. Dieses außergewöhnliche Ereignis wollten sich mehrere Einwohner nicht entgehen lassen. Sie stiegen trotz Verbots auf das niedrige Dach eines im Hofe stehenden Schuppens Die Widerstandskraft desDeobachtungsstandes" I erwies sich jedoch als zu gering; denn plötzlich stürzte das Dach zusammen und etwa zehn Personen wurden unter den Trümmern be­graben. Eine 72jährige Rentnerehefrau trug schwere Verletzungen davon, denen sie im Kranken­haus erlag. Ändere Personen wurden leichter verletzt.

Dreister Raubüberfall

auf ein Goldwarengefchaft in Düsseldorf.

Aus ein Goldwarengefchaft in der Neustraße 40 wurde ein außerordentlich dreister Raubüberfall ver­übt. Vier junge Männer fuhren mit einem Kraft­wogen vor dem Geschäft vor und betraten zunächst eine dem Goldwarengeschäft gegenüberliegende Kunststopferei, wo sie eine kleine Reparatur aus­führen ließen. Von hier aus beobachteten sie das Juweliergeschäft. Dann gingen sie direkt in das Goldwarengeschäft. Einer der Täter

In der Pfalz sind die Leute auf dem Dorf sehr anhänglich an ihre Pfarrherrn und machen ihnen manchmal eine Gans oder ein Hühnlein zum Ge­schenk. Kommt da das kleineKaarlche" in die Re­ligionsstunde und verkündet freudestrahlend dem Herrn Pfarrer:For de Sunndag brauchen Ehr nix ze koche, Härr Parrer, do bring ich Ihne e schönes Saubuzzelche" (Spanferkel). Der Pfarrer nickt ihm freundlich zu. Aber der Sonntag kommt, und das Kaarlche läßt nichts von sich hören. Als sich der Pfarrer in der nächsten Religionsstunde erkun­digt, ob er ihn vergessen fyabe, sagt er ganz ver­legen:, Härr Parrer, mei Mutter hatt ge- määnt gehatt, des Saubuzzelche däht verrecke, 's is owwer Widder gsund murre!"

Die geretteten Australien-Flieger.

Der deutsche Generalkonsul in Sidney ist be­auftragt worden, der australischen Bun­desregierung den Dank der deutschen Regierung auszusprechen für die ilnter- stützung, die Australien bei den Rachforschungen und der Rettung der vermißten deutschen Flie­ger Bertram und Clausmann geleistet hat. Die geretteten Flieger traten mit einem Motor­boot die Fahrt nach Wyndham an. Beide befinden sich den Llmständen nach wohl, sind aber durch die furchtbaren Strapazen ihres Mar­sches stark erschöpft und leiden noch an Hungerphantasien. Sie können zur Zeit nur W a sser und flüssige Rahrung zu sich nehmen. Klaußmann befindet sich im Wynd- Hamer Krankenhaus, während Bertram wieder wohl auf ist. Beide Flieger wurden bei ihrer An­kunft herzlich begrüßt.

vor einem Fernflug Gronaus?

23or kurzem war im Travemünder Flughafen Gronaus Grönland-WalD 2053" ein­getroffen und in der letzten Woche einer gründlichen Ueberholung unterzogen worden. Auch Gronau weilt in Travemünde, hüllt sich jedoch über seine Absicht in Schweigen. Er ist n a ch L i st a u f S y 11 ge ft artet, von wo er bekanntlich seinerzeit den Ueberseeflug unternommen hatte. Man glaubt, daß ©ronau jetzt in List abermals zu einem gernflug starten wird. Man spricht von mehr als 200 Stunden Flugzeit. Die Besatzung ist die­selbe wie bei seinem Ozeanflug. Nur wird der zweite Führer durch den Flugzeugführer von Roth ersetzt werden. Gronau will sich acht bis zehn Tage in List aufhalten. Der Flug soll zunächst nach Nordamerika führen.

Zwei Amerikaner zu einem weltrundstug gestartet.

Vom Newyorker Flugplatz Lloyd Bennett haben ber amerikanische Hauptmann Bennett Grif- fin und der Leutnant James Mattern einen neuen Flug rund um die Welt angetreten. Sie flie­gen erst nach Harbour-Grace auf Neufundland, von wo aus der eigentliche Start zum Ozeanflug erfol­gen soll. Sie wollen den Flug AmerikaEuropa AsienAmerika in acht Tagen schaffen. Die bisherigen Inhaber des Welt-Rundflug-Rekords, Post und Gatty, benötigten für die etwa 15 000= Meilenstrecke knapp neun Tage. Das erste Ziel der Amerikaner ist Berlin. Sie wollen dann über Moskau und Nowosibirsk weiterfliegen.

Kampf mit polnischen Schmugglern.

Don der ostpreuhischenGrenzpolizei wurden im Bezirke des Landratsamtes Treu­burg mehrere Säcke mit Weizen auf freiem Felde ungefähr ein Kilometer von der polnischen Grenze entdeckt. Da die Vermutung nahe lag, daß es sich um Schmuggelgut handele, das im Laufe der Rächt abgeholt werden sollte, wurde der betreffende Ort von mehreren Be­amten unter Beobachtung genommen. Tatsächlich wurde auch von vier Personen der Versuch ge- macht, die Säcke abzuholen. Als die Betreffenden Waldhüter.Entschuldigen Sie", sage ich,komme ich hier nach dem Murnrnelsee?"Da gehen Sie gerade entgegengesetzt", antwortet er.Der Mum- melssr liegt hinter Ihnen, und vor Ihnen, zwei Stunden von hier, liegt Zickenhupf." Ra, da bin lch denn mit meinem Faltboot auf dem Rücken nadj Zickenhupf gewandert, immer durch herr­lichen Buchenwald, und die Käfer summten, und die Schmetterlinge schmetterten, und es war alles wie ein Märchen, sage ich Ihnen. Schließlich bin ich nach Zickenhupf gekommen, und da bin ich dann in die Kleinbahn gestiegen und nach Blüm­chenheide zurückgcfahren. Ein köstlicher Tag, Sie machen sich keinen Begriff."

Ia, erlauben Sie mal, Herr Mücke, das ist ja alles sehr nett, aber eigentlich wollten Sie mir doch beweisen, daß ein, Faltboot schöner ist als ein Motorboot, nicht wahr?"

Eine Weile sah er mich mitleidig an. Dann schlug er sich an die Stirn, und danach sagte er: Ra aber, Menschenskind, sehen Sie das tenn nicht ein, mit einem Motorboot hätte ich doch die Partie gar nicht machen können!"