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182. Zahrgang
Mittwoch. 6. Juli |952
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Oie Minderheiten tagen in Wien.
In Wien sind soeben zwei Kongresse zu Ende gegangen, denen die deutsche Presse kaum Erwähnung tat und die, im Zeichen von Lausanne, von der europäischen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden. Und doch handelt es sich bei beiden Kongressen um das Schicksal jener völkischen Minderheiten, die durch die sinnlosen Frie- dcnsdiktate in eine staatliche Lage hineinbefohlen wurden, die den Keim zu unzähligen schweren Konflikten in sich birgt. Es ist jetzt zehn Jahre her, daß sich zum erstenmal alle Minderheiten deutscher Abstammung und Sprache im „Verband der deutschen Volksgruppen in Europa" eine gemeinsame Organisation schufen. Dieser Verband schloß soeben eine Tagung ab, die in Baden bei Wie^ stattfand und zeitlich verbunden war mit einem Kongreß aller europäischen Minderheiten, deren Vertreter im Plenarsaal des niederösterrcichischen Landtags zusammentraten. Der Kongreß der deutschen Minderheiten bot ein geschlossenes Bild des deutschen Selbstbehauptungswillens und der kulturellen Erneuerungskraft der deutschen Volksgruppen in Mitteleuropa, die teilweist schon vor Jahrhunderten das Reich verlassen haben, an innerem Zusammenhalt und an Wahrung der seelischen Werte jedoch vielfach die Stämme des Reiches beschämen. Der Abg. Hasselblatt aus Reval eröffnete den Kongreß, indem er einen Querschnitt durch die Unterdrückungsmaßnahmen der in Versailles und Saint Germain geschaffenen „National- st a a t e n" gab, die in Wahrheit samt und sonders Minderheiten - Staaten sind. Die verschiedenen Referate der deutschen Vertreter aus Polen, der Tscheche!,' Ungarn, Serbien, Rumänien und Italien führten zu einer gemeinsamen Linie, wie man sowohl auf dem europäischen Minderhciten-Kongreß, als auch auf der nächsten Minderheitentagung des Völkerbundes die deutschen Interessen zu vertreten habe.
Der Kongreß der deutschen Minderheiten bildete jedoch nur den Auftakt zur Tagung der europäischen Minderheiten, auf welcher nicht nur die großen, unter fremder Staats- Herrschaft stehenden Vvlks-'ruv^en ihre Vertreter entsandt hatten, sondern auf dem zum ersten Male die kleineren französischen Minderhei- t c n wie Basken und Bretonen vertreten waren. Seit vollen sieben Jahren versuchen diese berufenen Vertreter aller nationalen Minderheiten Europas im Rahmen des Aationalitätenkongres- ses, den unerträglichen Zustand der Unterdrückung der Minderheiten durch das Staatsvolk zu beseitigen. Schon 1925 fand man die einzige Formel, die das geistige Lebensrecht der europäischen Volkssplitter sicherstellen könnte: die kulturelle Autonomie, aufgebaut auf der politischen Selbstverwaltung. Auch auf diesem Kongreß waren sich, wie immer, die Minderheiten darüber einig, mit allen Mitteln für die Schaffung der Autonomie und Selbstverwaltung zu wirken.
Doch während auf solchen Tagungen wie üblich die Gedanken nahe beieinander wohnen, stoßen sich härter noch als anderswo im politischen Raume die Wirklichkeiten. Denn die Gruppe, die in dem eine» Staate nationale Minderheit ist, beherrscht den anderen Staat als S t a a t s- v o l k und, kann sich in der Unterdrückung der Mindevheiten nicht genug tun. Einz-ig d i e deutschen Minderheiten, deren Vertreter aus Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei und Ungarn denn auch immer wieder darauf hinwiesen, konnten die Minderheiten-Gesehgebung des Deutschen Reiches als Beispiel für eine wirklich großzügige Behandlung der 'Minder Heiten-Frage hinstellen. Die Tschechen. die in außergewöhnlich starker Zahl aufmarschierten, um gegen die angebliche Bedrückung durch Deutsch-Oesterreich zu protestieren, mußten sich sowohl durch Deutsche als auch durch Un- garen nachweisen lassen, daß die Behandlung der deutschen und ungarischen Volkskörper im tschechischen Staatsraum unendlich viel schlechter ist, als die Behandlung der Tschechen in Oesterreich, wo sie fast völlige Freiheit genießen. Leider sind jedoch auch die Ungarn schlechter als ihr Ruf. Besonders die deutschen Dertreter wußten ein Lied davon zu singen. Die stürmischen Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Vertretern der Mindevheiten bewiesen denn auch, wieviel Konflikt- stoffe in der ganzen Rationalitätenfrage enthalten sind, und daß jeder europäische Ratio- nalitätenkongreß im gleichen Augenblick verhandlungsunfähig wird, in dem nicht mehr unverbindliche Selbstverständlichkeiten behandelt Werdern, sondern wo es ernsthaft um die Schaffung eines allgemein gültigen Mindevheiten-Rechtes geht.
, Der Hauptgewinn des Minderheiten-Kongresses liegt weniger im Gegenständlichen, als im Symbolischen. Es war kein Zufall, daß fast ausschließlich die deutsche Sprache als Mittel der Verständigung diente. Selbst die Vertreter der Basken und der französischen Schweiz sprachen deutsch. Allein die Tschechen und Ungarn glaubten, sich der französischen Sprache bedienen zu müssen. Verständlich jedoch wurden auch ihre Ausführungen den anderen Vertretern erst, als sie ins Deutsche übersetzt wurden. Als einer der Minderheiten- Vertreter von der .„grandiosen Schöpfung der österreichisch-ungarischen Monarchie" sprach, wurde zum einzigen Male auf dieser Tagung d i e Richtung angedeutet, in der allein eine Lösung zumindest des südosteuropäijcheu Minderheitenpro-
Die deutsche Delegation stimmt einem englischen Vermittlungövorschlag zu. Hartes Gchlußnngen mit Herriot.-Bisher wenig Aussicht auf Zustimmung der Franzosen.
Lausanne, 5. Juli. (TU.) Die am Dienstag geführten Besprechungen waren schwierig und ernst. Don deutscher Seite ist mit aller Offenheit und Entschiedenheit darauf hingewiesen worden, bis zu welcher Grenze des Tragbaren die deutsche Abordnung überhaupt gehen kann. Die von englischer Seite immer wieder aufgenommenen Versuche, Herriot von seiner hart- näckigen Haltung abzubringen und das Entgegenkommen zu zeigen, das jetzt allein einen positiven Abschluß der Verhandlungen ermöglichen würde, waren bisher ohne Erfolg. Das Schicksal der Konferenz hängt damit ausschließlich von der Haltung der französischen Regierung ab. In den Rachmittagsbesprechungen sind Anregungen der deutschen Abordnung für die Erklärung erörtert, die die Großmächte in der Frage der Kriegsschuld und der Gleichberechtigung Deutschlands am Schluß der Konferenz abgeben sollen. Diese Formulierungen sind von Mac- donald dem französischen Ministerpräsidenten zur Kenntnis gebracht worden. Die Stellungnahme Herriots liegt noch nicht vor.
Die Unterredung zwischen Herriot und Macdonald im Hotel Beau Rivage, die unmittelbar im Anschluß an die Unterredung zwischen Macdonald und den deutschen Ministern staltfand, dauerte bis nach 19 Uhr. Obwohl dos Ergebnis dieser Unterredung allgemein mit größter Spannung erwartet wurde, wurde von keiner Seite eine Mitteilung gemacht. Bezeichnend ist immerhin, daß der Generalsekretär der Konferenz bereits die Anweisung gegeben hat, den großen Konferenzsaal im Hotel Beau Rioage für die Abschlußsitzung rüsten zu lassen, die jetzt für Mittwoch oder Donnerstag erwartet wird.
3n den Besprechungen zwischen den deutschen und englischen Ministern ist eine grundsätzliche Einigung über eine Regelung der Tributfrage auf der
Grundlage des Laytonoorschlags zu- standegekommen. Diese Uebereinstimmung sieht in seinem finanziellen Teil nunmehr folgendermaßen aus:
Die Abschlußzahlung Deutschlands beträgt 2,6 Milliarden. Die ursprünglich vorgesehene dreijährige Morakoriumssrist fällt weg. Deutschland übergibt der Baseler BIZ. als Treuhänder sogleich einen ersten Teil der Gesamtsumme in höhe von 1,6 Milliarden, die in fünsprozentigen Bonds (Schuldverschreibungen des Reichs) zu einem
Ausgabekurs von 90 v. h. ausgegeben werden. Die restliche eine Milliarde wird zu einem Kurse von 95 v. h. ausgegeben und soll nur dann auf dem internationalen Kapitalmarkt untergebracht werden, wenn der erste Teil der Bonds in höhe von 1,6 Milliarden vollständig untergell r a ch t ist. Sollte innerhalb einer Frist von zehn Jahren die vollständige Unterbringung der gesamten Bonds in höhe von 2,6 Milliarden nicht möglich sein, so wird der verbliebene Rest ge st r i che n.
Die französischen Einwände.
Mardonald hat den englischen Vermittlungsvorschlag, der die Zustimmung der deutschen Abordnung gefunden hat, und der jetzt als der Laytonvorschlag bezeichnet wird, am Dienstagabend der französischen Abordnung a y d) schrift - l i ch übermittelt.
Im Augenblick handelte es sich um die entscheidende Frage, ob die französische Regierung andern ursprünglichen G l ä u b i g e r v o r s ch l a g, der eine Abschlußzahlung Deutschlands von 4,2 Milliarden vorsah, weiterhin hartnäckig fest- h ä l t oder den neuen englischen Vermittlungsvorschlag als Verhandlungsgrundlage annimmt. Von maßgebender französischer Seite wurde der französischen Presse vorerst nur mitgeteilt, die französische Abordnung lege auf die Höhe der Summe nicht so großen Wert, wie auf die Schutzklausel über d e n Zusammenhang zwischen den interalliierten Schulden und der Regelung der Tributfrage. Von Deutschland seien ferner in den Verhandlungen eine Reihe politischer Fragen aufgeworfen worden, „die in keinem Zusammenhang mit der Tributfrage standen und die für Frankreich
unannehmbar waren". Falls auf dieser Konferenz kein endgültiges Abkommen über die Tributfrage zustandekomme, so würde nach französischer Auffassung der Poungplan automatisch weiter in Kraft bleiben. Diese der französischen Presse gegebenen Stichworte kennzeichnen die taktische Linie der französischen Abordnung ziemlich deutlich. Herriot hat am Abend telephonisch den französischen Kriegsminister Paul B o n - cour, der die französische Regierung auf der Abrüstungskonferenz vertritt, ersucht, nach Lausanne zu kommen. Man nimmt hier an, daß die Berufung Paul Boneours auf den Wünsch Herriots zurückgeht, mit ihm über die von der deutschen Abordnung dem Präsidenten der Konferenz übermittelten Formulierungen für die abschließende Erklärung der Großmächte über die Gleichberechtigung zu besprechen.
Macdonald hat den Reichskanzler und den Reichs- außenministe^. heute abend zum Essen geladen. Man erwartet deutscherseits noch in den Nachtstunden eine neue Unterredung mit Macdonald. Direkte Besprechungen zwischen den deutschen und französischen Ministern sind nicht vorgesehen.
blems liegt. Selbstverständlich ist die Habsburger Monarchie tot. Aber ebenso selbstverständlich lebt der Gedanke, über den eng beschränkten Nationalstaat hinauszugehen und eine südosteuropäische Föderativgliederung zu schaffen, die allen Minderheiten die Pflege ihres Volkstums, die Wahrung ihrer Selbstverwaltung und die wirtschaftliche Zusammenarbeit verbürgt und doch eine staatliche Hoheit ermöglicht, die Südosteuropa zwischen dem Westen und Osten als einen starken Block einbaut. Die Verwirklichung dieses Gedankens liegt jedoch nicht bei den Minderheiten, sondern bei den Staaten.
Oie „Kölnische Volkszeitung" wird für drei Tage verboten.
e e i p ; i g , 5. Juli. (TU.) Der IV. Strafsenat des Reichsgerichts hat in der Frage des Verbots der „kölnischen Volkszeitung" am 5. Juli wie folgt entschieden: „Das verbot ist für zulässig erklärt worden, jedoch nur für d i e Dauer von drei Tagen weil eine dem Verbote zugrunde gelegte, nicht unwesentliche Behauptung des Artikels anders ausgelegt ist. Ls ist Gefährdung der außenpolitischen Interessen sowie eine Verächtlichmachung des Reichskanzlers angenommen worden."
Verbot der Frankfurter „Volksstimme"
Frankfurt a. M., 5. Juli. (WSN.) Das sozialdemokratische Frankfurter Parteiorgan, die „Volksstimme" ist, wie die Frankfurter Zeitung meldet, vom Oberpräsidenten in Kassel auf d i e Dauer von fünf Tagen verboten worden. Das Verbot stützt sich auf einen vor mehreren Tagen in der „Volksstimme" erschienenen Artikel „N a t i o - nale Würdelosigkeit in Lausann e", der das in der gleichen Nummer zum Abdruck gebrachte, im „Matin" erschienene angebliche Interview des Reichskanzlers o. Papen behandelte, und in dem eine Verächtlichmachung der Reichsregierung und des Reichspräsidenten erblickt wird.
Oie Nationalsozialisten verlangen Verhaftung Grzesinskis.
Berlin, 5. Juli. (DDZ.) Im Anschluß an die Vorgänge, die sich nach der Versailles- Kundgebung im Berliner Lustgarten am 28. 5 uni abgespielt haben, hat die nationalsozialistische preußische Landtagsfraktion einen Antrag eingebracht, die an den Ausschreitungen beteiligten Polizei- beamten ohne Unterschied der Rangstufe insgesamt sofort zu entwaffnen und in die Gefängnisse der Republik einzuliefern. Sämtliche beteiligten Polizeibeamten sollen mit ihren Einkommen und Vermögen für die Wiedergutmachung „des von ihnen bewußt herbeigeführten Schadens" haften. Zum Schluß wird verlangt, daß der Berliner Polizeipräsident G r z e s i n s k i sofort verhaftet und einem deutschen Gericht zur Aburtellung vorgeführt wird.
Das Ergebnis der Londoner SlillhMonserenz.
London, 5. Juli. (TT!.) R^ch dem Abschluß der Londoner Stillhalteverhandlungen am Dienstagnachmittag wurde folgende Verlautbarung ausgegeben: Aus den der Konferenz unterbreiteten Statistiken ging hervor, daß in einigen Ländern den Gläubigern noch geringfügige Beträge aus Vorzugsrechten auf vollständige Durchführung der am 15. März begonnenen Kürzungen von 10 v. H. zu- stehen. Im Einvernehmen mit den deutschen Vertretern wurden Abmachungen getroffen, die die vollständige Durchführung dieser Kürzungen gewährleisten. Mindestens ein Drittel des Betrages ist bereits durch Richtinanspruchnahme erledigt. Don dem Rest wird für den «größeren Teil bis zum 1. Oktober Vorsorge getroffen sein, für das übrige bis zum Jahresende. Es wurde beschlossen, die Erörterungen über weitere Kürzungen auf die nächste Tagung, die am 1. Oktober stattfindet, zu verschieben.
Angesrichts der allgemeinen Geldverbilligung
und um diese der deutschen Wirtschaft zugutekommen zu lassen, wie auch um sicherzustellen, daß alle Gläubigerländer hinsichtlich der Zinsen gleichmäßig behandelt werden, wurde beschlossen, daß die Delegierten ihren Bankenausschüssen d i e Anwendungeinerniedrigeren Zins- skalä für deutsche Kredite Vorschlägen sollen. Die Berichte über Tlmwandlun- g e n kurzfristiger Schulden in langfristige Anlagen gemäß den Bestimmungen des Abkommens ergaben, daß in dieser Richtung befriedigende Fortschritte zu verzeichnen sind. Wie verlautet, berechnet sich der tatsächliche Durchschnittszinssatz, wenn man Darkcedite und Wechselkredite zusammennimmt, jetzt auf 5 v. H., so daß also die Verbilligung des Geldes schon £. T. der deutschen Wirtschaft zugutekommt. Die in der Verlautbarung angedeuteten Verhandlungen über die Zinssätze werden sich also in erster Linie auf die Länder erstrecken, wo dieser Durchschnittssatz noch nicht erreicht ist.
Die Abrüstungskonferenz macht Sommerferien.
Feststellung des bisherigen Ergebnisses.
Genf, 5. Juli. (TTl. Funkspruch.) Das Bureau der Abrüstungskonferenz trat am Dienstagnachmittag zu einer ausgedehnten Sitzung zusammen. Die Aufgabe war, einen Beschluß über d ie Zukunft der Konferenz zu fassen. Die wichtigste Frage der Tagesordnung war die Festsetzung eines Programme s für die nächste Sitzung des Hauptausschusses. Rach dreistündiger Aussprache beschloß das Bureau, einen Vorschlag Hendersons anzunehmen, und den Hauptausschuß zur Aussprache der kleineren Mächte über d i e Hoovervorschläge auf Donnerstag einzuberufen. Aus englischen Vorschlag wurde ferner beschlossen, daß Sir John Simon nach vorheriger Fühlungnahme mit anderen Abordnungen einen Entschliehungsantrag aus ar beiten soll, der alle Punkte enthalten wird, über die bisher Liebereinstimmung erzielt wurde. Dieser Entschließungsantrag soll noch vor den Sommerferien im Hauptausschuß beraten werden, da man wenigstens mit einem „kleinen Ergebnis" in die Ferien gehen will. Auf Einwendungen des deutschen und russischen Vertreters gegen den englischen Vorschlag wies Henderson daraus hin, daß Abordnungen, die mit dem Tert der Entschließung nicht einverstanden seien, ja auch später im Hauptausschuß Gelegenheit hätten, Kritik und Abänderungsvorschläge vorzubringen. Es ist nunmehr so gut wie sicher, daß die Abrüstungskonferenz mit der Annahme der in Vorbereitung befindlichen Entschließung die Arbeiten ihres ersten Tagungsabschnittes im Juli vorläufig abschließen und sich auf den Rovember
„Graf Zeppelin" über Lausanne.
Lausanne, 5. Juli. (TU.) ileber dem Hotel Beau Rivage erschien plötzlich während der ernsten Verhandlungen der englischen und deutschen Minister in niedriger Höhe das Luftschiff „Graf Zeppelin". Bei klarstem Sommerwetter hoben sich die harmonischen Linien des Luftschiffes deutlich vom blauen Himmel ab. Während die in der Hotelvorhalle auf das Ergebnis der Ministerbesprechungen zu Hunderten wartenden Vertreter der internationalen Presse in den Garten eilten, um den ungewöhnlich schönen Anblick zu genießen, sah man auf der Terrasse der Privaträume Macdonalds die deutschen und englischen Minister, die ihre Verhandlungen unterbrachen, erscheinen, um gleichzeitig den Zeppelin zu bewundern. Im Gespräch verweilten die Minister einige Minuten auf dem Balkon.
Kündigung des deutsch-schwedischen Handelsvertrags.
Berlin, 5. Juli. (WTB.) Rachdem die deutsche Regierung den Wunsch geäußert hat, sich von dem bestehenden deutsch-schwedischen Handels- und Schiffahrtsvertrag nebst dem dazu gehörigen Zusatzabkommen zu lösen, sind die deutsche und die schwedische Regierung übereingefommen, den Vertrag und die Zusatzabkommen mit Wirkung vom 15. Februar 1933 ab außer Kraft zu setzen. Verhandlungen dürften aufgenommca werden mit dem Ziel, ein Liebereinkommen zwischen den beiden Ländern für die Zeit nach dem Außerkrafttreten des gegenwärtigen Handelsvertrags zu


