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6.7.1932 Erstes Blatt
 
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Sas Palais des Reichspräsidenten wird umaebant

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Blick in den Hof des Reichsprästdenten-Palais, wo soeben die Umbauarbeiten, die seit langem geplant waren, begonnen wurden. Der Reichspräsident hat in der alten Reichskanzlei Wohnung genommen, ist jedoch vorläufig nach Neudeck abgereist, von wo aus er die Amtsgeschäfte weiter leiten wird.

Gustav-A-ols-Ge-enkfeierinMainz

Am Montogmorgen tagten diebeidenHau pt- vereine getrennt. Der österreichische Hilfsaus- schuß des Evangelischen Bundes legte klare Rechen­schaft über die ausgedehnte, wirksame und drin­gende, stets wachsende Unterstützungsarbeit an den Los-oon-Rom"-Gomeinden ab. In der anschließen­den Hauptoersammluna des Evangelischen Bundes erstattete der Schriftführer, Pfarrer Dr. B e r g 6 r - Darmstadt einen eingehenden Jahresbericht, der von

bedauerlicher Verschärfung dec konfessionellen Lage in Hessen,

aber auch von erfreulicher Vertiefung und lebendigem Wachstum der Bundes­arbeit zu berichten wußte. Die Zahl der Zweig- vereine ist um 6 gestiegen. Die Mitgliederzahl ist trotz wesentlicher Erhöhung des Bestandes in ein­zelnen Vereinen infolge der wirtschaftlichen Ver­hältnisse um ein geringes gefallen. Der Kassenbe­richt ergab das erfreuliche Bild einer gesunden Ent­wicklung. Für den hauptoerein und seine Arbeit ist es von besonderer Wichtigkeit, daß eine neue Sat­zung mit grundlegenden Aenderungen einstimmig angenommen wurde. Eine Reihe verdienstvoller Bundesarbeiter wurde mit der Luthermedaille aus­gezeichnet. Der Vorsitzende, Pfarrer B e r ck - Roß­dorf, wurde abermals für drei weitere Jahre ge­wählt. Außer den zahlreichen Vertretern der Hess. Zweigvereine wohnte auch eine Gruppe Gießener Theologiestudenten den Veranstaltungen bei.

Gleichzeitig tagte im überfüllten Konfirmanden­saale der Christuskirche der Verwaltungsrat des Hess. Hauptoereins der Gustav- Adolf-Stiftung. Nach Gebet und gemein­

samem Gesang eröffnete der Vorsitzende,Freiherr von heyl zu Herrnsheim, mit einem Gruß­wort. Der Jahresbericht wies

erfreuliche Einnahmen für das Liebeswerk

nach. Im Laufe der Verhandlung wurde in den Vorstand neugewählt Frau Dekan Lehn- Offen­bach, die Vorsitzende des Verbandes der Guftav- Adolf-Frauenvereine. Als Tagungsort für die nächste größere Tagung wurde Friedberg aus- ersehen. Die Versammlung nahm mitJnteresse Kennt­nis von üerEhrenpromotion des langj.Geschäftsfüh­rers des Hess. Hauptvereins der Gustav-Adolf-Stif- tung, Pfarrer D. W a g n e r - Bensheim, durch die theologische Fakultät der Universität Gießen.

2ln die beiden Hauptversammlungen schloß sich eine öffentliche gemeinsame Mitglie­derversammlung, in der Vundesdirektor D. Fahrenhorst programmatische Ausfüh­rungen zu der Frage:

wie stehen wir zum volkskumsgedanken machte. Was ist Volkstum, so frug der Redner. Es ist nicht vor allem Rasse, sondern Seelentum. Bei aller Freudigkeit an deutscher Sonderart darf nie vergessen werden, daß rassige Reinheit weder wirklich gegeben, noch möglich ist. Gott hat den Deutschen eine besondere Art ihres seelischen Ge­bend gegeben: das Streben in die Weite, das Dringen in die Tiefe, die Sehnsucht nach der Höhe. In all diesen Eigenschaften liegen zugleich Ge­fahren, wenn sie nicht als Aufgaben verstan­den werden. Richt nur das Blut, auch Erleb­nis und ilmtoelt gestalten die Seele. Darum muß über Rasse und Blut ein Reinigendes und Heili­

gendes stehen. Wir haben es im Evangelium. Evangelium und Volkstum sind die höchsten Werte, wie sie schon vor zehn Jahren das Wartburgpro­gramm des Evangel. Bundes gekennzeichnet. Wäh­rend das Reue Testament das Ringen der Einzel­seele mit Gott zum Inhalt hat, ist das Thema des Alten Testamentes das Ringen Gottes um ein Volk. Welches Volk dies ist, ist an sich gleichgül­tig. Die Lehren eines solchen Ringens in Abfall, Sünde und Aufstieg gelten auch für unser Volk. Darin liegt die Aufgabe des Christentums am Volkstum begründet. Die große Versammlung war

dem Evangelischen Bunde dankbar für diese klare Beleuchtung einer der brennendsten Zeitfragen.

Mit einer Gustav-Adolf- Frauenver- sammlung und einer gemeinsamen Rhein­fahrt fand die Tagung ihren Abschluß. Am Abend fanden für die Studierenden des Pädago­gischen Institutes Vorträge über die Lage der Schule im Ausland im Reich und in Hessen statt. Die Gedenkfeier in Mainz bedeutete für die Evangelischen dieser Stadt und den Protestantismus Hessens einen wichtigen Markstein.

Wirtschaft.

Feste Grundstimmung in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 6. Juli. (WTB. Drahtmel­dung.) Zu Beginn der heutigen Börse herrschte zwar eine weiter fe st eGrund st immung vor, doch machte sich bei der Spekulation eine gewisse Er­müdungserscheinung nach den letzttägigen Aufwärts­bewegungen bemerkbar. Die Kurssteigerungen der letzten Tage seien schon für eine Einigung in Lau­sanne eskomptiert. Der abermaligen Hausse für deutsche Werte an den Auslandbörsen staüd die schwäche Veranlagung der Stahlvereins- werte gegenüber. Während von der Kundschaft noch kleine Kauforders Vorlagen, zeigte die Kulisse eher etwas Realisationsneigung, so daß die ersten Kurse kein einheitliches Bild zeigten. Die Einbußen nach beiden Seiten hielten sich jedoch im Rahmen von etwa 1 Prozent. Mehr rückläufig waren Kali-Salz- detfurth mit minus 2A und Reichsbank mit minus VA Prozent. IG.-Farben eröffneten mit 93 Proz. etwas höher, wogegen die Mehrzahl der Elektro­aktien Rückgänge von % bis 1 Prozent aufwiesen. Am Montanmarkt zogen Buderus % Prozent an, Rheinstahl, Gelsenkirchen und Stahlverein büßten dagegen in gleichem Ausmaße ein. Schiffahrtspapiere zogen % bis % Prozent an. Von Spezialwerten lagen Ehadeaktien 1 Prozent höher. Zellstoff Wald­hof blieben nur knapp gehalten. Nach den ersten Kursen ergaben sich überwiegend kleine Verluste, doch blieb die Grund st immung freundlich.

Der Rentenmarkt bewahrte weiterhin seine recht feste Tendenz. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen wurden lebhafter ab­gesetzt, wobei Besserungen von % bis VA Prozent eintraten. Goldpfandbriefe blieben gesucht und er­zielten neue Erhöhungen bis zu 1 Prozent, während Liquidationspfandbriefe nur wenig verändert waren.

Im Verlaufe unterlagen die Kurse mehrfachen Schwankungen, nennenswerte Veränderungen traten dabei aber nicht ein. Auch das Geschäft hielt sich wei­ter in ziemlich engen Grenzen. Deutsche Anleihen und- Reichsschuldbuchforderungen zeigten Rückgänge von Vi bis 1 Prozent. Tagesgeld war mit 4A Prozent unverändert leicht.

Berlin weiter zuversichtlich.

Berlin, 6. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nach­dem gestern abend die Kurse weiter anziehen konn­ten, da man wissen wollte, daß in Lausanne be­reits eine Einigung erzielt worden sei, setzte sich heute vormittag zunächst die Aufwärtsbe- wegung weiter fort, obwohl sich die gestri­gen Gerüchte nicht bestätigt hatten. Das Geschäft war schon vormittags lebhafter als in der letzten Zeit, und an der Dorbörse blieb man wei­ter fest gestimmt. Kurz vor Beginn des offi­ziellen Verkehrs wurden aber Reichsbankanteile stärker angeboten, angeblich aus dem Auslande, und es wurde dadurch eine kleine Unsicherheit in öen Markt getragen. Die Grundstimmung blieb aber zu Beginn des offiziellen Verkehrs doch wei­ter zuversichtlich, da man angesichts der an­gestrengten Bemühungen der Engländer, eine Einigung herbeizuführen, mit einer baldigen Lö­

sung rechnen zu können hofft. Die schwache Neu- Yorker Börse- blieb ohne Einfluß auf die Tendenz, dagegen regte die erneute Hausse d e r deut- scheu Bonds dort allgemein an, da man sie als weiteres Zeichen des Vertrauens zu Deutsch­land ansieht und auch daraus zu erkennen glaubt, daß in Neuyork, wie auch an den anderen Aus­landsbörsen mit einer Einigung in Lausanne fest gerechnet wird.

Es lagen zu Beginn wieder Kaufanträge des Publikums vor. Wieder sollten Stillhalte- gelber Anlage gesucht haben, und auch die Spekulation schritt zu Meinungskäufen. Das Haupt­interesse konzentrierte sich aber auch heute auf den Markt der festverzinslichen Werte, an dem die Anlagekäufe anhielten. Sehr lebhaft war das Geschäft in Alt- und Neubesitzanleihe, letztere konnten bis auf 5,25 o. H. anziehen. Auch Reichsschuldbuchforderungen waren bis 1,5 v.H. ge­bessert. Reichsbank eröffneten dann etwas schwä­cher mit 129,25, auch Soenska, Niederlausitzer Kohlen, Salzdetfurth und Bekula waren bis zu 1,5 v. H. abgeschwächt. Ehade gingen auf eine kleine Derkaufsorder um 3 Mark zurück. Dagegen kann- ten die anderen Werte sich meist um 1- bis ver- einzelt 2 v.H. befestigen. Aschaffenburger Zellstoff besserten sich bei Plus-Plus-Nobiz um über 4 v.H. Die variablen Jndustrieobligationen lagen gleich- falls bis 2,5 o. H. fester. Die Auslandsreisen schos­sen sich der Aufwärtsbewegung mit kleinen Besse- rungen an. Für die Rheinische Braunkohle kam eine Notiz noch nicht zustande, der Bericht des Aufsichtsrats wurde mit Befriedigung entgegenge­nommen, die lOprozentige Dividende und die stuf- fige Bilanz verschafften natürlich eine Anregung. Dtaai lagen auf den Derlustabschluß etwas schwa- cher. Später schritt die Spekulation auf dem er­höhten Kursniveau zu Realifationen, so daß sich 0,5- bis vereinzelt Iproz. Rückgänge gegen Anfang er­gaben, von denen die Montanwerke überwiegend betroffen wurden. Im weiteren Verlauf konnten sich die Kurse meist wieder erholen, da zu den Kassakursen Nachfrage bestand. Am Geldmarkt war die Situation unverändert zu aestern, Tages- geld blieb 5,75 v. H. an der unteren Grenze, ver­einzelt 5,65 o. H., Monatsgeld 6 bis 8 o. H. Für Prioatdiskonten erhielt sich die Nachfrage.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. TL, 6. Juli. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 257,50 bis 255, Roggen 220, Hafer, in- ländischer 170 bis 180, Weizenmehl, südd. Spezial 0 38,25 bis 39,50, Roggenmehl 28,75 bis 29,25, Wei- Zenkleie 8,80, Roggenkleie 9 bis 9,25 Mark. Ten- denz ruhig.

Schweinemarkt in Gießen.

Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen ftan» den 212 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten Ferkel bis 6 Wochen alt 12 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 15 bis 18 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 18 bis 24 Mark. Tendenz gut, geringer Ueberstand.

Infolge Herzschlag verschied plötzlich unser lieber Sohn, Bruder und Bräutigam

Max Karl Pötzsdi

im Alter von 25 Jahren.

In tiefer Trauer:

Familie Paul Potz sch nebst Angehörigen Lina Wagner, Braut nebst Angehörigen

Gießen (Weserstr.17), Schrebitz, Bez.Leipzig, den 6 Juli 1932.

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt

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Es hat Gott gefallen, unseren lieben Sohn, Bruder, Neffen und Vetter

Fritz Lenz

Gießen, den 6. Juli 1932

5066 D

Die Beerdigung findet Freitag, den 8. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen wolle man absehen

im Alter von 17 Jahren nach geduldig getragenem Leiden zu sich zu nehmen

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Friedrich Lenz, Schreinermeister

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Bekanntmachung.

Oer in der Sitzung des Stadtrats vom 29. Juni 1932 festgestellte Voranschlag der Stadt Gießen für das Rj. 1932, ebenso die Voranschläge des Wohlfahrtsamts, der Elektrizitätswerke, des Gaswerks, des Wasserwerks, des Volksbades, der Stra- ßenbahn, der Studienanstall und der Ge- werbe- und Maschinenbauschule liegen vom 5. Juli 1932 ab während einer Woche im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 17, offen. Die Beteiligten können innerhalb der Offenlegungsfrist die Voranschläge ein- sehen und schriftlich oder zu Protokoll Ein- Wendungen gegen ihren Inhalt Vorbringen.

Gießen, den 2. Juli 1932. 5046V

Bürgermeisterei Gießen.

_____________I. V.: Dr. S e i b._____________

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Stan­genrod für Ri. 1932 liegt vom 7. Juli L J. ab eine Woche lang auf hiesiger Bürger­meisterei zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Frist daselbst mündlich oder schriftlich vorgebracht wer­den. 5044V

Stangenrod, den 4. Juli 1932.

Hess. Bürgermeisterei.

________________K n a u ß._______________

Versteigerung.

Freitag, den 8. Juli 1932, nachmittags 3 Uhr, sollen in dem Lager der Firma Stückrath & Bender, G. m. b. h., Möbel-

Wetzsteingasse 9/11 Kein Laden

Bekanntmachung.

Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Londorf für 1932 Rj. liegt vow 8. Juli l. J. ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht der Beteilig­ten offen, woselbst innerhalb dieser Frist Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden können.

Londorf, den 5. Juli 1932. 5050V

Bürgermeisterei Londorf.

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Die Gegenstände sind größtenteils neu und können eine Stunde vor der Verstei­gerung am Versteigerungsorte besichtigt werden.

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Gerichtsvollzieher in Lich.