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5.9.1932 Frühausgabe
 
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in Benebig. Wjtt Lage bie 28, tionalen Luft, un« JAT2 burch "alieni'chen Luft, met Den QJorfitj der Jaft sämtlicher euto« lösten teilnebmen, italienilchen Luftver. ^erea Mediterranea. TA-Konferen- stehen t, technischer und lüft. Dronski von her iorsihenbe ber Post- rb u. a. auch über menatbeit ber leferat erstatten.

Zoe.

«^geschnitten, und es war unmöglich für ihn, ohne »reichende Nahrungsmittel in der Einsamkeit die ä mnie Kälte des Winters zu überstehen. Ich be- Rnd^nich damals auf dem Observatorium in Kings- Wi) auf Spitzbergen und meldete mich sofort zu fcier Hilfsexpedition für den Fuchsjäger. Zwei Tage Mr 'Abgang'der Expedition zog ich mir eine schwere » iloergistung zu, die ich damals grimmig oer-

richte, da sie mich hinderte, meine Absicht aus- sühren. Heute bin ich dieser Blutvergiftung dank- ir, denn sie rettete mir das Leben.

, 'zlber ich will in meiner ErMlung nicht vorgrei- n. Die Expedition brach also ohne mich auf, fie stand nur aus zwei Männern und war auf An­isa eines Gelehrten, meines Mitarbeiters im Ob» oatorium, mit allem nötigen Proviant für drei onate versehen, um die Reise durchzuführen, die richt allzu lange dauern konnte. Aber ein Tag rftrid) nach dem anderen, ohne daß wir etwas n dem Fuchsjäger oder unseren Kameraden

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7uh hatte mich von der Blutvergiftung erholt und anb darauf, an einer neuen Hilfsexpedition teil- trnen zu dürfen, die unsere beiden Kameraden id den Fuchsjäger auffucben sollte. Unter Leitung 18, erfahrenen Eismeerschiffers fuhren wir ab id hatten mit grimmigen Nordweststürmen und i»r grausigen Kälte zu kämpfen. Die Hütte des ichsjagers auf Kap Zoe erreichten wir auch, fan- aber; keine Spur unserer Gefährten. In der nie ersahen wir aus den Aufzeichnungen des uhsjägers, daß dieser nicht mit Hilfe gerechnet und io auf eigene Faust auf den Heimweg begeben he. Diese Heimreise war an und für sich schon rsrungslos, wurde aber dennoch von dem tapfe- - Manne über das Fjordeis versucht, da er we- iskens, wenn auch nur geringe, Hoffnung hatte, fc; Reise zu überstehen, während er in Kap Zoe ttt sicheren Tod vor Augen sah.

I Der Fuchsjager ist verschollen, er wird im Eise abgebrochen sein, denn wir haben nie wieder etwas 6ti ihm gehört: unsere Gefährten befanden sich et nsalls in Eis und Schnee in höchster Not, und ter suchten verzweifelt nach einer Spur von ihnen, ohe jedoch das geringste Anzeichen von ihrer An> »tienheit zu entdecken. Wir hatten mit schwerem Treibeis zu kämpfen und mußten zähneknirschend «itichen, daß unsere Expedition den uns erwarten- fcci Anstrengungen nicht gewachsen war. Aus die- |(m Grunde kehrten wir erfolglos um.

' Bitnig später jedoch nahm ich an einer neuen Öipeöition teil. Wir kreuzten die ganze Nordküste erlang, jede Hütte untersuchten wir nach unseren irglücklichen Freunden, aber auch diesmal ohne (Erfolg. Wir mußten das Schlimmste annehmen. Don d, Regierung wurde getan, was überhaupt zur Shilling ber Unglücklichen geschehen konnte, aber !<n Zeichen der Vermißten wurde gefunden.

ffCinen langen Winter hindurch blieb ich mit mei» Itm Kollegen auf dem Observatorium. Es war eine forte Zeit für uns, besonders furchtbar dadurch, lei) der Gelehrte sich die schrecklichsten Gewissens- trit machte, weil er die beiden Vermißten nicht mit jt br Lebensrnitteln versehen hatte. Aber ihn traf 1 ierlei Schuld, denn wer konnte voraussehen, daß lii Expedition nicht glücklich enden würde?

£er Zustand des Gelehrten wurde immer bedenk- lidjer, er litt geradezu an Verfolgungswahn und

glaubte oft die Geister der beiden Verunglückten zu sehen, die ihm Vorwürfe machten und ihm die Schuld an ihrem Tode gaben. Diese Abende waren für mich schrecklich. Du mußt dir unsere grenzenlose Einsamkeit in Schnee und Eis vorstellen. Ringsum keine verwandte Seele, mit der man sich hätte aus- sprechen können, der einzige Mensch, mit dem ich sprechen konnte, war ein Mann, dessen geistiger Zustand dem Wahnsinn nahe war.

Eines Tages machte der Gelehrte seinem Leben selbst ein Ende, er nahm Gift. Wir haben seinen Tod ehrlich betrauert, denn er war ein Mann, der sich wirklich um die Wissenschaft verdient gemacht hatte.

Eine ianae Zeit verstrich. Der Frühling war längst ins Land gekommen; eine neue Expedition ging in den hohen Norden unseres Landes. Und jetzt lernten wir die ganze grausige Ironie, mit der das Schicksal spielen kann, kennen. In der Sobbebai nämlich fand die Expedition in einer Schneehöhle die Leichen der beiden vermißten Freunde. Das Schrecklichste ist aber, daß die letzte Hilfsexpedition, an der auch ich teilgenommen hatte, unmittelbar vor jenem Teil der Küste gekreuzt hatte, an dem die Schneehöhle der Unglücklichen lag. Sie hatten ein Jagdgewehr bei sich und nährten sich in der ersten Zeit solange ihr Vorrat an Patronen es ihnen er­laubte, von Vögeln, die sie schossen. Das Eis ver­hinderte ihre Rückreise. Schließlich fanden sie sich mit stoischer Todesverachtung in ihr Schicksal und warteten als stille und unbekannte Helden auf den Tob, dem sie durch ihren eigenen Opfermut für das Leben eines Landsmannes entgegengegangen waren.

Sie lebten zurückgezogen in der Schneehöhle und konnten genau ihren Todestag berechnen, bis zu dem sie mit den geringen Vorräten an Lebensmit­teln ihr Dasein fristen konnten. Der eine der beiden Freunde starb bald an Skorbut und Entkräftung. Der andere führte bis zum Augenblicke des Todes sein Tagebuch, aus dem wir das ganze gräßliche Schicksal der Unglücklichen ersehen konnten.

Die beiden hatten mit dem Leden abgeschlossen und mit keinerlei Hilfe mehr gerechnet. Tagelang blieben sie in ihrer Schneehöhle, deshalb konnten sie von dem Expeditionsschiff, das vor der Küste lag, nicht bemerkt werden, besonders, da sie keinerlei Signal angebracht hatten, das auf ihre Slnnjefen» beit deuten konnte. Als einer der Freunde die Höhle schließlich verließ, hörte er das Motorengeräusch des bereits abfahrenden Schiffes. Verzweifelt rannte er mit feinem Gefährten-au die Küste und feuerte die letzten sieben Patronen ab, die er besaß. Die Schüsse verklangen jedoch ungehört von uns, der Motorenlärm übertönte sie. Jetzt sahen die beiben Männer ihren entsetzlichen Fehler ein, kein Ret­tungssignal aufgestellt zu haben. Sie hißten ein Notzeichen doch es war zu spät. Erst ein Jahr nach dem Tode des zweiten wurden ihre Leichen entdeckt.

Der Staat hat eine Sammlung für die Hinter­bliebenen veranstaltet, sonst ist nicht viel Aufsehens von dem Tode der beiden gemacht worden, denn derartige Unglücksfälle kommen öfters bei uns im Norben vor, wenn auch das Schicksal nur selten so grausig spielt. Die Tabakspfeife, die einem der bei­den Toten gehörte, habe ich zum Andenken an die beiden Unglücklichen aufgehoben, deren Gefährte ich beinahe geworden war."

Aus der Provinzialhauptstadt

Dießen, den 5. September 1932.

Gesunde Körperhaltung.

Menschen, die den ganzen Tag auf den Bei- nen sind, überlasten ihre Deine erheblich und trjitbem sich dann noch, wenn dies ihnen De- stioerden verursacht. Sie müssen also in ihrer Twizeit danach trachten, durch Liegen oder Sitzen, jf cr.tallä durch Nutzen, die Deine zu entlasten. Muh jemand viel stehen, so will auch das gelernt ftir. Tie wenigsten Menschen achten nämlich bar- (r.l, daß beim Stehen auf beiden Deinen das ^rpergewicht gleichmäßig auf diese verteilt fein feilte. Statt dessen kann man häufig beobachten. Hie ein Dein überlastet, das andere abgespreizt rb gänzlich unbelastet bleibt. v

Gutsitzendes, bequemes Schuhwerk, das deshalb Ach lange nicht unschön zu sein braucht, ist ein 6 Hliger Faktor für Gesundheit und Wohlbesin-

Hohe Absätze taugen zur Arbeit wenig; sie aben dem Fuße und dem ganzen Körper eine un- riürllche Haltung. Die llnterleibsorgane werden vrfchoben, und allerlei Leiden resultieren daraus. 2nt Fuße selbst entstehen Schwielen, Hühneraugen in> Hornhaut; erstere durch Druck bei zu enger, khtere durch Reiben bei zu weiter Fußbekleidung.

Der Plattfuß, welcher große Deschwer^n vcr- rächen kann, ist oft eine Folge zu vielen Stehens. ke>nerzen, die bis zur Hüfte ziehend, die ^-dmp- bme von Ischias vortäuschen, sind charakteristisch bfür.

§urch dauernden Blutandrang nach den Deinen Bd damit verbundene Etauungserscheinungen, wie sc burch vieles Stehen bedingt sein können, tre­ten manchmal Krampfadern auf. Sie sind nicht truü häßlich, sondern werden auch gefährlich, wenn sc platzen und große Blutverluste Hervorrufen. L.rH sind sie bisweilen Dorläufer der schwer- hdenden llnterschenkelgeschwüre.

Ebenso schädlich wie zu viel Stehen, kann auch p viel Sitzen für unseren Körper sein, besonders, h auch hierbei gedankenlos viele Fehler gemacht P.iden. Biele Menschen hocken, statt zu sitzen. SaPei wird der Oberkörper zu weit nach vorn gbeugt, die Brust eingedrückt, die Wirbelsäule gErümmt. Der Brustkorb verkümmert, die Wir­tz L'äul« verkrüppelt. Die Lungen verlernen es. sh richtig, d. h. vollständig auszudehnen, denn !».- hab<m ja zu wenig Platz dazu und werden

i: für jegliche Infektion weitaus empfänglicher als i e gesunde Lunge.

Auch der Leib mit all seinen Organen wird findig gedrückt. Stuhlverstopfungen und Men- fcaationsstörungen resultieren daraus.

Beim richtigen Sitzen kommt es auf die Wahl erieS geeigneten Arbeitsplatzes an. Der Stuhl soll d roch sein, daß der Fuß mit seiner ganzen Sohle u* dem Boden ruhen kann. Seine Lehne hindere Ye Bewegungsfreiheit bei der Arbeit nicht, ge- rätzre aber in Arbeitspausen eine Stütze. Der ^She des Stuhles muß die des Tisches, an dem l-crbeitet wird, entsprechen. Er darf weder zu joch, noch zu niedrig, auch vom Stuhle nicht zu te:t entfernt sein.

Der Mensch, der den ganzen Tag auf den Dei­ner ist, wird abends schwerlich Lust nach einem Spaziergang empfindest. Ein Ruhestündchen im Leisel oder auf dem Sofa wird ihm Erholung bedeuten. Der Büromensch, ebenso wie alle jene, bie Treiviertel des Tages sitzend verbringen, wer- : itr sich nach getaner Arbeit gernein bißchen , He Beine vertreten" und frische Luft schöpfen

tot neuen fiöber, griff eine fleine, braune abnlify Weife, mit in.

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erwiderte ich,wenn gen in dir erwecke, io n du mir von jenen ir so nahe zu gehen eile vor sich hin, dann Norden, am Kap Zoe, in Eis und SWe WNg und die kostbaren tauten so gern W

einbrechenden Winter er vor einigen Men ^it btt

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Sergen hinauf.

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wollen. Sie machen Spaziergänge, turnen oder treiben Sport.

So gibt instinktiv der Körper selbst seine Bedürf- Nisse, seine Wünsche kund. Es heißt nur, darauf achten, dem willfahren.

Todessturz vom Fahrrad.

Am Samstag gegen 11 Uf>r kam die etwa 20jährige Studentin Marie Germer von Gro- ßen-Linden (die Tochter des dortigen Geistlichen), als sie die Frankfurter Straße in Klein-Linden entlang fuhr, so unglücklich zu Fall, daß sie mit schweren Kopfverletzungen bewußt- los liegen blieb. Ein kleiner Junge,, der kurz vor der Derunglückten die Straße überqueren wollte und anscheinend dadurch den Unfall heraukbeschwor, wurde ebenfalls im Gesicht, an den Armen und an den Deinen verletzt. Der wenige Minuten später an der Alnfallftelle er­schienene Arzt Dr. Wagner von Gießen, leistete erste Hilfe und veranlaßte die Lieberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen. Wie wir er­fahren, .ist die Derungluckte noch im Laufe des Samstagnachmittags den erlittenen Verletzungen (schwerer Schädelbruch) erlegen.

Bernard Ette im Lichtspielhaus.

Bernord E t t 6, der von Radio und Schall­platte her nicht unbekannte Jazzsinfoniker gastierte am Sonntagöornüttag mit seinen 15 Solisten deren jeder ein Künstler genannt werden darf im Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Ein umfangreiches, lebendiges Programm gelangte zur Aufführung. Den Zuhörern wurde Musik geboten, die zu Tanz und Fieoe'o'glock unterhaltsamstes Element darstel­len mag. Aber auch als Konzertmusik offenbarte sie hohe Reize. Die zwei Stunden im Lichtspielhaus bewiesen es eindrucksvoll genug und waren nicht verloren.

Die Geduld der Zuhörer wurde zunächst aus eine harte Probe gestellt. Die Musiker (das Konzert sollte bereits um 11 Uhr beginnen) trafen erst um die vorgesehene Anfangszeit von Wiesbaden her ein, Um so ernsthafter bemühten sich die Künstler, das Publikum zu entschädigen. Einiges aus dem Pro- qromm fei herausgegriffen. Den einleitenden Dar­bietungen rein tanzrhythmischer Prägung folgte em Xylophonsolo, virtuos vorgetragen, wie alles, was man im Laufe des Gastspiels zu Horen bekam. Em Trompetensolo von hohem Reiz lies manche un- bekannte Möglichkeit dieses Instrumentes erkennen. Die überaus originelle Interpretation löste anhal- tenben Beifall aus. Ein Glanzstück des Programms stellte die Wiedergabe der Ouvertüre zuOrpheus in der Unterwelt" dar. Jaques Offenbachs leben- sprühende Komposition hatte eine nicht wesentliche Umgestaltung erfahren, die allerdings weniger mo­tivischer als technischer Natur mar^ da ja die In­strumentation des jazzsinfonilchen Orchesters berück­sichtigt werden mußte. Die Kapelle spielte mit einem hinreißenden Schwung, der sich besonders im Finale zu großartiger Wirkung steigerte. Robert «tolzs Wien wird bei Nacht erst schon wurde eben- fall umgestaltet auch sehr reizvoll wiedergegeben. Geigengeflüster, nachfolgendes Lwrte der Trompe­ten, Gesang, orchestrale Aufnahme der Themen, lösten sich in scheinbar willkürlicher Folge ab, sicher­ten aber den Erfolg. Der Sänger, ber über eine sehr sympathische Stimme verfugte mußte sich bes öfteren zeigen. Im zweiten Teil bes Programms gefiel befonbers bas LiebGrün ist bie cheibe , bas vom Orchester sehr oielgeftattig miebergegeben wurde

Ammy Walker gehlund will wiederkommen

Oer populärste Oberbürgermeister der Welt.

Jimmy Walker, der populärste Aeuyorker und wohl der populärste Oberbürger­meister der Welt, sieht, wie ihm sein Pro­zeß gegen Aooscvelt verloren geht. Es liegt in der Art dieses lebenslustigen Stadtober­

hauptes, in einem solchen Fall selbst kurzen Prozeß zu machen. Während das Gericht prüft, ob Waller noch würdig sei, das Amt eines Bürgermeisters von Aeuyork fürder zu bekleiden, wirft Waller auf gut Deutsch gesagt dem Gouverneur den Kram vor die Füße. Dieser Optimist, den man nie anders gesehen hat als mit lachendem Gesicht, in den Amtsstuben, bei hochoffiziellen Empfängen und auch nächtens auf heimlichen Bergnügungstouren in jene Gefilde, wo man sich für den Endkampf um die Prohibi­tion mit Wein und Whisky stärkt, vertraut auf seine Popularität und hofft, daß seine Aeuyorker bei der Neuwahl dem Gouverneur eine gründ­liche Lektion erteilen werden, ilnb wenn nicht?

Was kann daS für Walker bedeuten? Biele In­dustrie- und Handelshäuser wären bereit. Walker sein Körpergewicht in Gold zu geben, wenn sie ihn als Repräsentanten gewinnen könnten. Wo ist in ganz Amerika ein zweiter Mann mit so nettem Gehabe, so gewinnendem Lächeln und so tadellos sitzenden Anzügen?

Das Rücktrittsgcsuch Walker« ist von lakonischer Kürze. Ss besteht auS 17 Worten. Beigefügt ist eine lange Erklärung, die eine Anklageschrift gegen den Unter­suchungsausschuß und die DerhandlungS- rnethoden des Gerichts in Albany darstellt. Waller erklärt darin, daß es für ihn mit jedem Tag klarer geworden sei, einer außerordentlichen Inquisition unterworfen zu werden. Sr ver­gleicht das Verfahren vor dem Gouverneur mit der Praxis eines summarischen Kriegsgerichts, die gegenüber den hier geübten DerhandlungS- rnethok^n noch liberal erscheinen müsse. Rach der Bekanntgabe deS Rücktrittsgesuchs erklärte Wal­ker, wie immer lächelnd, daß er sich jetzt viel besser fühle, er werde Reuyork verlassen und sich eine schöne lange Erholung gönnen.

Die Erholung wird wohl bis Rovember dauern, wenn die Reuwahlen ftattfinben. ES ist jedoch möglich, daß die Aufsichtsbehörden Reuwahlen erst dann wieder zulassen, wenn die normale ArntSperiode Wallers abgelaufen ist. das wäre erst im Herbst 1933. Die Leitung der Geschäfte übernimmt nach dem Gesetz biS zur Reuwahl eines Bürgermeisters automatisch der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung. Die Aus­sichten. daß Waller wiedergewählt wird, siwd nicht schlecht. Man nimmt in Amerika Korruptionsfälle nicht so tragisch wie in Europa, d. h. einem so beliebten Mann wie Walker gegen­über drückt der Amerikaner gern ein Auge, wenn es not tut, sogar beide Augen zu.

Waller wurde nach Abschluß der Rechtsstudien erst Dankmann, dann Baseballmanager und Schlagerdichter. Viele seiner Schlager waren zu ihrer Zeit fast so populär wie ihr Ver­fasser heute. Dann ließ er sich als Anwalt nieder und als er für den Posten deS Ober­bürgermeisters kandidierte, gab die Beliebtheit seiner Schlagertexte bei der Wahl den Ausschlag. Das ist Amerika. Und in diesem Land kommt ein Mann wie Waller nicht unter die Räder.

und durch Gesang (nach bem Text von Hermann Löns) zu stärkster Wirkung gesteigert würbe. Dem LiebeDein ist mein ganzes Herz!" aus Lehärs Das Lanb bes Lächelns^ war ber Erfolg von vorn­herein gegeben. Besonders gefiel hier bas Unisono ber Geigen. Bernarb E11s zeigte sich in bem be­kannten WalzerliebZwei Herzen im Dreiviertel­takt" als Violinvirtuose von seiner stärksten Seite. Marsch unb FoxtrottHoppla, jetzt komm ich!" ge­fiel ob seiner Originalität; ein luftiges Walzerpot­pourri, burch allerlei mimische Scherze oeroollstän- bigt, beschloß bas anregende Programm. Das Publi­kum dankte dem Orchester und seinem temperament- vollen Dirigenten mit anhaltendem Beifall.

Freiwilliger Arbeitsdienst auf dem Sportplatz.

Die Spielvereinigung 1 9 00 trug sich schon seit langer Zeit mit dem Gedanken, den Sportplatz an der Liedigshöhe auszugestalten und in seiner gairzen Gröhe für den Sportbetrieb nutz­bar zu machen. Die Projekte scheiterten bisher an der Finanzierungsfrage. Runmehr tritt man aber dem lang gehegten Plane näher. Der Frei­willige Arbeitsdienst soll zu den Erdbewegungs­arbeiten (um die es sich ja in der Hauptsache han­delt), herangezogen werden. Der Verein hat einen entsprechenden Antrag gestellt, der inzwischen vom Landesarbeitsamt Frankfurt genehmigt wurde. Die Arbeiten wurden bereits heute morgen in Angriff genommen. 20 Erwerbslose unter 25 Jah­ren werden voraussichtlich bis zum 31. Dezember Beschäftigung finden. Vorgesehen ist die Schaf­fung eines weiteren Spielfeldes in der Größe von 85x45 Meter (unmittelbar in der Rähe des Ein­ganges), ferner die Verkürzung des Hauptspiel­feldes und eine entsprechende Verkürzung der Aschenbahn von 424,70 Meter auf 400 Meter. Auf dem östlichen Teil der Sportplatzanlage wird ein Tennisplatz geschaffen. Eine Unter­mauerung eines Teiles der Umfriedigung ist ebenfalls vorgesehen. Die Arbeitsdienstwilligen rekrutieren sich aus den Erwerbslosen des Ver­eins. Cs ist erfreulich, daß die Spielvereinigung 1900 auf diese glückliche Weise nach ihren Kräften der Erwerbslosigkeit steuern hilft.

"Ein F ün f u n d s ie b z ig j äh r ige r. Der Schlosser Louis Goß begeht am morgigen Diens­tag, 6. September, in aller Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag. Es war dem Jubilar vergönnt, in diesem Jahre mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit zu feiern.

** Zirkus Straßburger abgereift! Der Zirkus Straßburger, ber am Freitagmorgen in Gießen eintraf unb noch am 2Ibenb fein erstes Gast­spiel gab, hat nach nur noch vier weiteren Vor­stellungen gestern abenb seine Zelte mieber abge­brochen. Noch im Laufe ber Nacht würben bie Wagen verloben. Gegen 1.20 Uhr heute morgen ftanb ber Sonberzug bereits zur Abfahrt nach Wetzlar fertig. Um 6.56 Uhr verließ ber umfangreiche Sonberzug den Gießener Bahnhof. Es oerbient in bie,em Zu­sammenhang bie Tatsache befonbere Erwähnung, baß burch bie exakte Zusammenarbeit ber Reichsbahn mit ber Zirkusleitung ber umfangreiche An- unb Ab­transport völlig reibungslos vor sich gehen konnte. Für bie hiesige Reichsbohnbienststelle ergab sich burch bas Gastspiel bes Zirkus eine umfangreiche Mehr­arbeit, ber man jeboch bank sorgfältiger Vorbereitung unb bank bes Einsatzes aller Beamten vollauf ge­recht werben konnte. Der Zirkus Straßburger wirb bereits heute abenb in Wetzlar feine Eröffnungs­vorstellung geben.

* Zugverlegung aus Anlaß des Zirkusga st spiel s. Aus Anlaß des Gast­spiels des Zirkus Straßburger in Wetzlar werden die Personenzüge Rr. 474 GießenLimburg, Gie­ßen ab 22.18, Rr. 1649 GießenDillenburg, Die­ßen ab 23, am Dienstag, 6. September später gelegt. P 474 GießenLimburg fährt in Gießen um 22 48 und in Wetzlar um 23.16 Uhr ab. P 1649 GießenDillenburg fährt in Wetzlar fünf Minuten später also um 23.21 Llhr ab. P 1734 WetzlarGrävenwiesbach fährt in Wetzlar um 23.20 älhr ab.

* Dezirks-Lehrerverein Dießen- Land. Der Dezirks-Lehrerverein Giehen-Land hielt am Samstagnachmittag im Zeichensaal der Goetheschule eine Konferenz ab. Rach herzlicher Begrüßung durch den Vorsitzenden, Lehrer Hof­mann (Lang-Göns) hielt Lehrer Dr. Del) (Gießen) einen Vortrag über das ThemaModer­ner Zeichenunterricht in der Volksschule". Der Redner gab zunächst einen Rückblick über den Zeichenunterricht in den letzten Jahrzehnten, führte dann in den neuzeitlichen Zeichenunterricht ein und machte die Zuhörer, unter denen sich auch Lehrer aus den benachbarten De^irksvereinen be­fanden, mit einem Lehrgang für die vier Zeichen­jahre der Volksschule bekannt. Eine Ausstellung von Schülerarbeiten lieh erkennen, welche Anre­gungen schöpferisch gestaltender Art den Kindern im neuzeitlichen Zeichenunterricht geboten wer­den. Lehrer Hofmann als Vorsitzender dankte unter dem Beifall der Anwesenden dem Redner für seine interessanten Ausführungen. Die Kon­ferenz sand ihre Fortsetzung im Hotel Köhler. Es wurde über interne Angelegenheiten beraten.

Deutsches G, Frisches Ei!

In den langjährigen Bemühungen um Qualitäts­steigerung unb Abfatzbefferung auf bem Gebiet ber Geflügel, unb Eierwirtschaft ist jetzt ein gewisser Abschluß erreicht. Die Eierveroronung vom 17. März 1932 will Drbnung schaffen auf bem beutschen Sier- markt. Sämtliche aus bem Auslanb nach Deutschland eingeführten Eier müssen ben Stempel bes Her- kunftslanbes tragen, b. h. jeber Käufer, insbefonbere bie Hausfrau, benen an ber Frische bes Eies am meisten gelegen ist, können letzt erkennen, woher bas einzelne Ei stammt, welchen Weg es bereits zurückgelegt hat. Es stempeln beispielsweise:

Land: Kennzeichnung:

Belgien

= Belgica

Bulgarien

- Bulgarin

Dänemark

= Dani sh

Estlanb

-- Estonia

Finnlanb Frankreich Griechenlanb

= Finlande

-- France

-- Grdce

Hollanb

-- Holland

Italien

-- Italia

Litauen

= Lithuania

Rußlanb

- USSR

Schweiz

= Suisse

Spanien

- Espania

Uruguay

-- Uruguay

Darüber hinaus müssen Eier, bie im In- ober Ausland im Kühlhaus lagen, besonbers gekenn­zeichnet fein mit einem Dreieck, bas in ber Mitte ein K zeigt. Konservierte Eier müssen ben Ausbruck .Konserviert" tragen. Die damit erreichte Uedersicht- lichkeit wirb noch verstärkt burck bie Schaffung ber beutschen Eierhanbelsklassen. Die Hanbels- klassen (Stanbarbs) ber Eieroerorbnung orbnen bie Ware in zwei Gütegruppen zu je fünf Gewichts­gruppen. Die Gütegruppe 1Postfrische Eier" (G 1) un*' bie Gütegruppe 2Frische Eier" (G 2) ist kenntlich an bem runben StempelDeutsch", ber außerbem bas Gewicht bes einzelnen Eies enthält, nämlich S = Sonberklasse, A - Große Eier, B - Mittelgroße Eier, C = Gewöhnliche Eier unb D = Kleine Eier. Bei dieser Ware hat ber Käufer bie Gewähr, Qualitätseier zu erhalten, bie feinen Be- bürfniffen unb ben 2lnforberungen ber gesetzlichen Vorschriften entsprechen, benn jeber an bem Verkauf unb bem Vertriebe biefer Eier Beteiligte ob Land­wirt, Sammelstelle, Groß- oder Kleinhändler ist aufs strengste verpflichtet, laufend darüber zu wachen, daß bie Ware im Zeitpunkt bes Verkaufs unb ber Weitergabe ben vorgeschriebenen Sebin- gungen entspricht. Die bei ben Lanbwirtschastskam- mern gebildeten Ueberwachungsstellen sorgen laufend für die Innehaltung ber Bestim­mungen.

Die beutschen Käufer haben es nunmehr in der Hand, bei jedem Kauf bie Entscheibung zugunsten bes beutschen Erzeugnisses unb ber beutschen Han- belsbilanz zu treffen.