Ausgabe 
5.9.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhaupistadi

Nachdruck verboten

Ohne Gewähr

2. September 1932

22. Ziehungslag

173832

4599

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144821

334572

160192

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137952

2 Prämien zu

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DOPPELSTÜCK JETZT 27 PF.

BLOCKSTUCK JETZT 23 PF. llCll / 10 PF. PACKUNG

239484 285217

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246688 294246 330309

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308733 342765 398340

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122988 135595 157568 197379 225939 246074 266810 291628 316254 334959 348496 368472 386156

187331 213664 255312 275217

314677 342703

361905

149373 165234 213473 240712 252672 277408 297352 320961

343659 353104 375004 395092

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221339

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377560

121631 134104

154597 194052 218279 244400

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289692 313678 330637 347429

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383807

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201261

243277

268751

313661

341055

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143604 161242 202814

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250848 276252

297212 319866

337197 348518

369451

388640

Als erstes Mitglied der deutschen Olympiamannschaft traf in Berlin der Weltergewichtsboxer Campe ein der in Los Angeles eine Silberne Medaille errungen hatte.

cl von habrburg. geltet: Ez stehl

^-Herzog w Bourbon nicht rwegung teilgenvm» Geldstrafe von lt worden, weil er c>e Abzeichen enge- immc innerhalb von seine österreichische cei festgestellt wer. 1 aus Spanien

kamen spannende Kämpfe zu sehen. Das Turnier brachte folgende Schlutzergebnissc:

Einzel: Henkel (Frankfurt a. M.) Clatz (Darmstadt) 6:0, 6:0.

Gemischtes Doppel: Guesche - Kasselt

Werner Kleinlogel 8:6, 6:4.

Dameneinzel: Frau Richter (Frankfurt am

Main) Frl. Binder (Wiesbaden) 6:1, 7:5.

Gemischtes Doppel: Frl. Zint-Kleinlogel Frl. Lefeldt-Henkel (Frankfurt a. M.) 6:1, 7:5.

Hessischer Handwerker, und Gewerbeiag in Ingelheim.

Oie Forderung des Handwerks.

Im Gewinnrade verblieben:

fe 500000, 100 Schlußprämien zu je 8000, 2 Ge­winne zu je 75000, 2 zu je 50OJ0, 8 zu je 2o000, 32 zu je 10000, 130 zu je 5000, 234 zu ]e 3000, 652 zu je 2000, 1366 zu je 1000, 2324 zu je 500, 7012 zu je 400 M.

246559 257141 304427

64 »romn. ,u 2000 Dk. 1279 26164 27510 33810 60696 63243 64730 86330 91056 94125 95835 99414 107220 137219 157133 179322 179603 215167 228399 254104 267524 299275 311727 336410 374020 384558 395456

74 »etotnne »n 1000 M. 31248 44538 45248 47966 66704 74317 82453 32528 124327 129111 139172 144821 185143 188069 192695 194594 212629

215259 231886 235324 235398 239917 258904

------ 301318 304363 305104 308915 311523 ------ 337912 342218 367077 376734

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In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

4 ©rtolnne ,u 10000 M. 70659 286629

2 Gewinn» ,u 5000 M. 231112

14 Gewinn« »u 3000 AI. 70336 133130 176595

240731 248286 250388 255766

46 Gewinn, ,u 2000 M. 10939 12060 13684 22906 27218 42360 185600 202512 203222 235935 243988 249316 263421 276019 281574 300050 302998 307169 324132 345301 368526 368735 379077 104 Gewinn, »u 1000 M. 7031 13785 19038 19980 46402 47711 49203 56869 63014 71878 76651 76460 ----- 79875 89910 103786 131510 134505 135654 ----- ------ ------ ------ 176577

371938 ®«».nl,6?n 600 M. 2035 13819.14897_16195 19521 24976 28346 45844 55260 60948 73643 74643

86279 88946 .101002J 02784 105310 H6454 11.9654

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214 Gewinne »u 500 M. 1356 ---- .

11240 12988 19960 20017 23859 25005 31013 33095

39621 41813 46345 64126 60679 68283 75023 76786 ----- 81842 85834 88447 95067 98028 99476 ...... ..... 126268 128465

SUNLICHT SEIFE

GUT WAR SIE IMMER SCHON - ABER JETZT AUCH SO BILLIG!

* Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheatcrs Gießen hat für Mittwoch, 7. September, 16 Uhr, Max und Moritz" und all die anderen lustigen Ge­stalten, die von Wilhelm Busch bekannt sind, zu einem einmaligen Gastspiel nach Gießen eingeladen. Die Vorstellung findet zu kleinen Preisen statt.

** Stadttheater-Abonnement. Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten er­folgt in acht Raten und nicht, wie in der Anzeige vom 3. September irrtümlich bekanntgegeben wurde, in drei Raten.

** E i n Kinderspielplatz an der D a m m st r a ß e. Der durch den Abbruch der Scheune und des alten Hauses an der Dammstraße geschaffene Platz, der nur zum Teil für den Ausbau der Damm­straße in Anspruch genommen wurde, soll in seinem restlichen Teil zu einem Kinderspielplatz umgestaltet werden. Es ist vorgesehen, einen Sandspielkasten an­zulegen sowie einige Ruhebänke aufzustellen. Die neue Spielplatzanlage wird, auch wenn sie nicht sehr groß fein kann, doch manches Kind aus dem un­mittelbaren Gefahrenbereich der Fahrbahn fern­halten.

Wirtschaft erschüttert, sondern auch die Grundlage des Staates. Richt Wirtschaftsprogramme, auf lange Sicht abgestellt, können die wirtschaftliche Lage an­dern, sondern nur tatkräftiges Handeln. In weiteren Ausführungen kam Redner dann eingehend auf die Haltung der neuen Reichsregierung gegenüber dem Handwerkerstande, auf die Steuerpolitik, die Durch­führung des Preisabbaues, auf die heutige Lohn- Politik und nicht zuletzt auf die Schwarzarbeit zu sprechen. Als einen Krebsschaden bezeichnete Redner das Bestehen einer ungeheuren großen Zahl von Betrieben der öffentlichen Hand. Der mit großem Beifall aufgenommene Dortrag endete mit einem Hoch auf das deutsche Handwerk und das deutsche Vaterland. _ _ . . , .

Der Präsident dankte dem Redner und gab so­dann eine Entschließung bekannt, rn der die Forderungen des hessischen Handwerks zusarn- mengesaht waren. Die Entschließung (die wir morgen im Wortlaut wiedergeben werden), wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Hierauf gab der Präsident der Hoffnung Aus­druck daß bald dem deutschen Handwerk und dem deutschen Daterlande wieder bessere Zeiten be­vorstehen möchten.

Die in großer Zahl erschienenen Festteilneymer hatten nun noch eine Stunde Zeit, um sich die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten Ingelheims zu besehen, das anläßlich der Tagung un Festge- wand prangte; als ein weiteres Hauptereignis des Tages galt der große historische Festzug. Heber 40 Gruppen in bunter Reihenfolge bildeten ^Rcäh^dem Festzug. der sich in Ober-Ingelheim auflöste, begann auf dem FestPlah ein Winzer­fest das wiederum alle Festteilnehmer im Vanne hielt. Der dritte Tag brachte dann auf dem Festplah in Ober-Ingelheim ein Kinderfest und als Abschluß ein großes Feuerwerk.

Wohnungen, in den verschwenderisch ausgestatteten «chlössern selbst war bis weit in das vorige Jahr­hundert hinein die Beleuchtung unzuläng- l i d); erst in der allerneusten Zeit, mit der schnellen Entwicklung und Vervollkommnung der elektrischen Glühlampe und der wachsenden lichtwirtschaftlichen Erkenntnis, wurde uns eine wirklich gute, allen praktischen Anforderungen gerecht werdende Be­leuchtung gegeben. Als ein für die gesamte Kultur­entwicklung äußerst segensreicher Umstand darf es bezeichnet werden, daß das elektrische Licht heute schon sehr billig ist, daß es nur etwa ein Drittel so teuer ist wie die frühere Petroleumbeleuchtung. Und das ist wohl für Menschen, die an die tieferen Zusammenhänge der Dinge glauben, kein blinder Zufall; denn das Geschenk eines guten, künstlichen Lichtes, bas jede Arbeit fördert und das Leben als Ganzes gesünder, schöner, freudvoller macht, soll allen zugute kommen. Eine gute, das Leben ver­schönernde und die Arbeit erleichternde Beleuchtung ist heute für jeden, auch den bescheidensten Haus­halt erschwinglich.

Aber merkwürdigerweise wird selbst in den ele­gantesten Wohnungen heute in der Regel noch v i e l zu spärlich beleuchtet, und die Möglichkei­ten, die praktisch und ästhetisch mit der Beleuchtung gegeben sind, werden fast nirgends voll ausgenutzt. Beträge, so klein, daß man nicht davon reden würde, wenn sie auf irgendeinen anderen Posten des Le­bensbedarfes entfielen, werden eifrig diskutiert und zu hoch befunden. Weil das elektrische Licht so billig ist. soll es so gut wie gar nichts kosten, man stellt da gleichsam Sparsamkeitsrekorde auf; um Pfennig­werte werden wichtige positive Lebenswerte geopfert.

Das ist zweifellos nur möglich, weil, wie ein­gangs gesagt, das Licht noch nichtstandesgemäß" eingeorbnet ist. Reichlich und gut beleuchten könnte heute mit einfachen Lichtträgern schon der wirtschaft­lich Heinfte Mann. Müßten die wohlhabenden und reichen Klaffen dementsprechend, ihrer sonstigen Le- benshaltung gemäß, überreichlich, verschwenderisch, mit allen Raffinements unb allem Luxus ihre Hau­ser und Wohnungen beleuchten, so würde dennoch die Beleuchtung für sie nur einen relativ ganz kleinen Bruchteil sonstiger, für oft recht untergeord­nete Zwecke vorgesehener Ausgaben ausmachen.

Man muß sich einmal klar darüber werben, wie billig das elektrische Licht tatsächlich ist: für 47 Pfen­nige schon kann man eine 25-Watt-Larnpe vierzig Stunden lang leuchten lassen, für wenige Mark im Monat kann man sich heute wirklich eine vollkom- mene, bas Heim im höchsten Maße behaglich und schön gestaltende Beleuchtung leisten! Auch für den allerbescheidensten Haushalt ist, wie gesagt, eine wirklich gute Beleuchtung ohne allzugroße Opfer erschwinglich.m-

Ingelheim a.Rh., 4. Sept. Der Hessische Handwerker- unb Gewerbeverbanb hatte zu leiner diesjährigen Tagung nach Ingelheim einge.aden. Trotz der Rot der Zeit waren aus allen Gauen Hessens die Handwerker und Gewerbetreibende zahl­reich erschienen Im Rahmen der Tagung hat der Ortsgewerbeverein Ingelheim eine Gewerbeschau veranstaltet. Den Wert dieser Gewerbeschau erten- nenb, hatte die feierliche Eröffnung der Schau am Samstag ein zahlreiches Publikum angelockt. Der Samstag brachte bann noch bie Ausfchußfitzung des Hess Handwerker- und Gewerbeverbandes. In der Sitzung würben in ber Hauptsache interne Ange­legenheiten behanbelt unb vor allem bie Entschlie­ßung, die der Hauptversammlung am Sonntag zur Annahme oorgelegt wurde, gefaßt.

Auf Antrag des Ortsgewerbeoereins Schotten (Oberhessen) wurde noch als nächster Tagungs­ort Schotten beschlossen.

Am Abend des ersten Tages fand abschließend ein in jeder Weise großartig gelungener Rheinischer Abend in der Turnhalle zu Rieder-Ingelheim statt. In Anwesenheit hoher Persönlichkeiten nahm ber Abenb unter Mitwirkung der Ingelheimer Ver­eine einen harmonischen Verlauf.

Der Sonntag begann mit ber Hauptver­sammlung des Hess. Handwerker- und ©eroerbeoerbandes. Präsident Diedert (Eberstadt) eröffnete bie Versammlung. Sodann sprach Obermeister Francois (Magdeburg), der in eingehenden Ausführungen die Forderun - gen des Handwerks behandelte. Er führte U. a. aus:

Nicht nur bie kleinen, nein auch die großen leistungsfähigen Handwerksbetriebe sind am Ende ihrer Kraft. Die Reserven sind erschöpft. Die Lasten, die unserem Schäften jeden Sinn und Wert genom­men haben, haben nicht nur bie Grunblagen ber

vielleicht ein W Sie leine unangcneh- n Denn Senate M Hie schwer entbehren.

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Standesgemäß beleuchten?

Eingut-bürgerlicher Haushalt" ftt gekennzeichnet burch eine gewisse Behaglichkeit in ber ganzen Le­benshaltung, die aber keineswegs luxuriös sein muß. Einluxuriöser" Haushalt, in dem alles aus dem Vollen geht, hat wieder andere Voraussetzun­gen, ebenso wie ber Arbeiterhaushalt, ber Haushalt deskleinen Mannes" sein besonderes Gesicht zeigt. Jedenfalls hat sich im Laufe der Zeit für die wirt­schaftlich verschieden situierten Krefte ein jeweils verschiedener ,Lebens-Maßstab" herausgebildet; je­der weiß so ungefähr, was ihm zukommt.

Interessant ist nun die in der modernen Privat- wirtschaft zu beobachtende Tatsache, daß Bedarfs­güter, die nicht durch mehr oder weniger alt über- tommene Gepflogenheilen als standesgemäß fefb gelegt find, unter Umständen völlig mißverstanden und, als ganz aus dem Rahmen der sonstigen Lebenshaltung herausfallend, im Haushalt berück­sichtigt werden. Dinge, die selbst für den kleinen Mann heute notwendig unb unentbehrlich sind wie bas tägliche Brot, werden auch in sonst ganz groß­zügig geführten Haushaltungen, gleichsam als Luxus, nur spärlich und notdürftig verwendet. Das vielleicht am stärksten ins Auge fallende Beispiel für diese Art mißverstandener und unzulänglich eingesetzter Haushaltgüter liefert wohl das Kapitel »Licht und Beleuchtung". , , ,

Die Möglichkeit, das Heim wirklich gut zu beleuch­ten, ist noch sehr jung. Auch in den luxuriösesten

povtgeschäft an Bedeutung verlieren würde. In Ost- und Mitteldeutschland sind wesentliche Ver­änderungen auf dem ArbeitSmarkt nicht eingetre­ten. Entlassungen in größerem Umfange waren nicht zu verzeichnen. Verschiedentlich wurden früher ausgesprochene Kündigungen zurückgezo­gen. Das gleiche gilt für Süddeutschland. Hier ist lediglich zu bemerken, daß in der bayerischen Porzellan-Industrie die vorsorglichen Kündigun­gen wiederholt wurden.

Auch in Westdeutschland haben die Kündigun­gen evfreulicherweise stark nachgelassen, bzw. sind zurückgezogen worden. Die Zahl der Betriebsstil­legungen ist zurückgegangen. Es sind Anzeichen vorhanden, daß sich die Wirtschaftslage in den nächsten Monaten etwas bessert. Das Der- mittlungSergebnis hat durch die abwartende Hal­tung der Unternehmer in bezug auf die Einstel­lung von Personal im August eine Abschwächung erfahren. Urlaubsvertretungen wurden nur ver­einzelt angefordert.

Begeisterter Empfang der Olympiaruderer in Berlin.

Aus Hamburg trafen am Samstagnachmittag die sieben siegreichen Olympiaruderer des Berliner Ruderklubs und mit ihnen gleichzeitig einige Leicht- achteten am Lehrter Bahnhof ein. Zum Empfang waren zahlreiche Zuschauer gekommen, außerdem 60 Fahnenabordnungen der Berliner Verbands- ruberoereine. Als der Zug in die Halle einlief, wur­den die Sieger von der Menge jubelnd begrüßt. Im Namen der Reichsregierung dankte Regierungsrat B e d e r s den Olympiakämpfern für ihre Leistungen. Staatsminifter a. D. Dominicus begrüßte die Sieger namens des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen. Bürgermeister Dr. Elsaß bankte den Siegern im Namen der Stadt Berlin. Das Deutschlandlied beendete den Empfang.

III. Bezirkstennis-Turnier in Gießen.

Das dritte Bezirkstennis-Turnier, das ber Gie­ßener Tennisclub 1922 aus Anlaß feines 10jährigen Bestehens veranstaltete, konnte, nachdem es m der vergangenen Woche durch den Regen etwas in fei­ner Abwicklung gehemmt wurde, nach eifrigem Spielbetrieb am Samstag unb am Sonntag burch- oeführt und am Sonntagabend abgeschlossen wer- den Da am Turnier verschiedene hervorragende Spitzenspieler aus Frankfurt, Darmstadt, Wies­baden usw. beteiligt waren, würbe zum Teil aus- gezeichneter Sport geboten. Die Zuschauer, bie sich verhältnismäßig zahlreich eingefunben hatten, be-

Dießen, den 5. September 1932.

Aesttreue Schwalben.

Oft ist mir schon von Haus- oder Etallbesitzern die Frage vorgelegt worden, ob die Vögel, die alljährlich nach winterlicher Abwesenheit auf ihrem Besitztum wieder brüten und alle Rist­plätze benutzen, dieselben seien wie jene, die im Sommer oder Herbst davonzogen. Deftnden sich unter diesen Drutgästen zufällig Tiere, die ir- gendwelche körperlichen Absonderlichkeiten auf- weisen, z. B. etwa Hellfärbung oder anderes, dann läßt sich vielleicht das Schicksal solcher Tiere näher verfolgen. Ist es doch schon vorgekommen, daß auf solche Exemplare mitunter von Vogel­warten aus in der Fachpresse hingewiesen wurde mit der Bitte, über neue Beobachtungsstätten Rachricht zu geben. Sonst aber pflegt ein Tier dem anderen so zu gleichen, daß das Einzelwesen in der Zahl seiner Artgenossen untergeht und sich seiner speziellen Beobachtung entzieht. Daher ist es auch nicht möglich, jene oben gestellte Frage leichthin zu beantworten. Hier kann allein eine einwandfreie Kennzeichnung eines Tieres zur Lösung führen, und diese Kenntlichmachung wird ermöglicht durch den Vogelring. Unsere Vogel­warten Helgoland oder Rossitten geben Fuhringe aus Aluminium aus, die den Ramen der Vogel­warte und eine Rümmer tragen. Wird einem Vogel ein solches leichtes Ringlein angelegt, dann ist er mit einem Male aus der Masse heraus- gehoben, er ist zum Einzelwesen geworden, das auch wir Menschen wiederzuerkennen vermögen.

Durch die Mithilfe eines Schülers, der sich nach der Besprechung von Vogelzugs ragen zur Mit­arbeit anbot, war es möglich, in einem Falle in unserem engeren Heimatsgebiet jene Frage zu be­antworten. Es handelt sich um die Bewohner von fünf Schwalbennestern in Ställen eines Dehöftes in Riedcrklcen. Tvrt wurden im Sommer 1931 erstmalig die jungen Rauchschwalben mit Ringen von Helgoland versehen und nach ihrem Ausfliegen auch die alten Brutvögel, soweit es möglich war. Der Schwalbenzug kam 1931 in einen schweren Wetterumschlag und viele Tau­fende gingen zu Grunde, andere wurden von mit­leidigen Menschen sogar im Flugzeug über die Alpen befördert. So sahen wir gespannt und mit gewissen Delürchtungen dem Frühjahr entgegen, is eines schönen Tages die Kunde kam, daß die Schwalben auch in Niederkleen wieder heimge­kehrt seien und daß verschiedene von ihnen Ringe trügen. Wir ließen nun zunächst die Brut- Periode verstreichen, an deren Ende die Jungen aus 1932 beringt wurden. Alsdann wurden die beringten Altvögel wieder eingefangen, um nach Feststellung ihrer Rümmer wieder frei gelassen zu werden. DaS Ergebnis ist sehr interessant. Vier Vögel haben bereits 1931 im gleichen Stalle ge­brütet und sind damals als Altvögel gekennzeich­net worden. Zwei der Ringträger dagegen waren Iunge aus 1931, die ebenfalls gleich den Alten in die Heimat zurückkehrten, um dort ihrerseits zu brüten.

Der Besitzer jenes Gehöftes kann also von jenen Schwalben mit gutem Recht vonfeinen Schwal­ben" reden. Durch das Beringungsexperiment sind sie nicht mehr Schwalben schlechthin für ihn, son­dern sie find in ein besonderes Verhältnis zu ihm bzw. seinem Besitztum getreten. Ich bin überzeugt, daß derartige Versuche nicht nur ge­eignet sind, an ihrem Teil beizutragen an der Erforschung der Geheimnisse des Vogelzuges, son­dern daß dadurch auch der Sinn für bie Ratur unb ihre Lebensvorgänge, für Tierliebe unb Tier­schutz geweckt wird. Sie zeigen uns Vorgänge, die uns noch unverständlich find, und wir stellen stau­nend fest, daß Kinder unserer Heimat uns für länger als ein halbes Jahr verlassen, mehrere tausend Kilometer weit ziehen, unter ganz ver­änderten Verhältnissen dort leben, um dann auf einmal zum gleichen Dörfchen, zum gleichen Stall, zum gleichen Rest zurückzukehren, um dort zu brüten. H o l z e I.

Taten für Montag, 5. Lcptcmbcr.

1585: der französische Staatsmann Herzog von Richelieu in Paris geboren; 1733: der Dichter Charles Christoph Martin Wieland in Oberholzheim geboren; 1902: ber Pathologe unb Politiker Rudolf Virchow gestorben.

Vornotizcn.

Tageskalender für Montan. Licht­spielhaus. Bahnhofstraße:Die Fledermaus'.

Kommt die Entspannung auf dem kauf­männischen Stellenmarkt.

Eine leichte Besserung ber kaufmännischen Ar­beitsmarktlage ist insofern eingetreten, als trotz des Quartalskündigungstermins im August wie­derum ein geringerer Dewerberzugang zu ver­zeichnen war. Wie die kaufmännische Stellen­vermittlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes mit­teilt, ist der Bewcrberzugung des Monats August der niedrigste in diesem Iahre. Die Zahl der sich neu meldenden Bewerber hat in allen Be­zirken gleichmäßig abgenommen.

In Rorddeutschland benachteiligen Zollschwie­rigkeiten und schwache Devisenzuteilungen den Außen- und Großhandel sowie die davon ab­hängigen Gewerbezweige. Don der ReichSregie- tung werden Maßnahmen zur Erleichterung des Auslandgefchäftes verlangt, ohne die das Ex-

Mw

Suftbrudanftieg Der- tos Hochdruckgebietes Wand geführt. 3n vielfach ausheitern- reten für das Herbst- ünebelbilbungen auf. ! Temperaturen statt infolge der Sonnen- Da sich aber über Störung bemerlbar tge nidjt für längen

tag: Mch lütytt igsübtt vielfach aus- tembet: mittags 18,4 d; am 5. September:

20 Grad, Minimum in 10 cm Tiefe am ad; am 5. September: _ Sonnenscheindauer

3n ber heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

2 ®etoinne zu 25000 M. 192984

2 Gewinn, iu 10000 W. 269253

4 G.w.nn, »u 5000 M. 42637 317251

12 Gewinn, ,n 3000 M. 6543 61818 221907

Kreis Westerburg ohne Fehlbetrag.

WSR. Westerburg, 4. Sept. Der Kreistag des Kreises Westerburg, der nach den preußischen Sparmaßnahmen mit dem Kreis Oberwesterwald vereinigt wird und nun einen Grvhkreis bildet, hielt eine Sitzung ab. in der man sich mit dem neuen Haushaltsplan beschäftigte. Der Haushalt schließt ab in Einnahme unb Ausgabe mit 1 146 000 Mk. unb weist, was bas wesent­liche an diesem Etat ist, keinen Fehlbetrag auf. Man konnte aus dem Vorjahr sogar einen Lieberschub von 26 000 Mk. einsehen. Da da« Kreishaus nach der Zusammenlegung mit dem Oberwesterwaldkreis zu klein ist, hat man ein da­neben liegendes Haus gekauft, in dem bie Bu­reaus unb bie Beamten aus Marienberg unter­gebracht werben. Der neue Großkreis umfaßt jetzt 145 Gemeinben unb kann als wichtigster Faktor im oberen Westerwalb angesehen werben. Der ßanbrat machte Mitteilungen über ein groß­zügiges Arbeitsbeschaffungsprv- g r a m m unb will ein Arbeitslager be« Freiwilligen Arbeitsbienstes für 5 0 0 Perso­nen einrichten. Die Kreisverwaltung steht mit der Landesbank zu diesem Zweck in Verhandlun­gen wegen Hergabe eines Darlehens von 100 000 Mark.

Bei der Explosion eines gefundenen Sprengkörpers getötet.

WSR. Frankfurt a.M-, 4. Sept. Frank­furter Pfadfinder hatten am Sonntag einen Aus­flug nach dem Walde bei Kelsterbach unter­nommen, um dort ein Lager aufzuschlagen und ein Lagerfeuer zu entzünden. Bei dem Her­richten des Lagers fand man eine Anzahl Spreng­körper, bie offenbar aus ber Besahungszeit her­rührten. Alnvorsichtigerweise versuchten nun einige ber jungen Leute, bie Sprengkörper zur Explosion zu bringen, inbem sie biefelben in bas Feuer warfen. Hierbei explobierte eines ber Sprengkörper unb ein Splitter traf ben IZjäfjri- gen Ähreiner Stiftle aus Frankfurt ins Herz. Der Tob bes jungen Mannes trat auf ber Stelle ein. Der gefährliche Fund wurde in der soge­nannten Kapellenschneise gemacht.

Kirckliche Nachrichten.

Mittwoch, den 7. September, fjungen. 6.30 Uhr: Messe.

Gewinnauszug 5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie.

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich

hohe

Gewinne gefallen, und zwar je

einer

auf

die Lose gleicher Nummer in Avteilungen I und II

den

beiden

AZZ19