Aus der Provinzialhaupistadi
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
2. September 1932
22. Ziehungslag
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SJl.-'fpOTt
144821
334572
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2 Prämien zu
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DOPPELSTÜCK JETZT 27 PF.
BLOCKSTUCK JETZT 23 PF. llCll / 10 PF. PACKUNG
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369451
388640
Als erstes Mitglied der deutschen Olympiamannschaft traf in Berlin der Weltergewichtsboxer Campe ein der in Los Angeles eine Silberne Medaille errungen hatte.
cl von habrburg. geltet: Ez stehl
^-Herzog w Bourbon nicht rwegung teilgenvm» Geldstrafe von lt worden, weil er c>e Abzeichen enge- immc innerhalb von seine österreichische cei festgestellt wer. 1 aus Spanien
kamen spannende Kämpfe zu sehen. Das Turnier brachte folgende Schlutzergebnissc:
Einzel: Henkel (Frankfurt a. M.) — Clatz (Darmstadt) 6:0, 6:0.
Gemischtes Doppel: Guesche - Kassel —t
Werner • Kleinlogel 8:6, 6:4.
Dameneinzel: Frau Richter (Frankfurt am
Main) — Frl. Binder (Wiesbaden) 6:1, 7:5.
Gemischtes Doppel: Frl. Zint-Kleinlogel — Frl. Lefeldt-Henkel (Frankfurt a. M.) 6:1, 7:5.
Hessischer Handwerker, und Gewerbeiag in Ingelheim.
Oie Forderung des Handwerks.
Im Gewinnrade verblieben:
fe 500000, 100 Schlußprämien zu je 8000, 2 Gewinne zu je 75000, 2 zu je 50OJ0, 8 zu je 2o000, 32 zu je 10000, 130 zu je 5000, 234 zu ]e 3000, 652 zu je 2000, 1366 zu je 1000, 2324 zu je 500, 7012 zu je 400 M.
246559 257141 304427
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In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
4 ©rtolnne ,u 10000 M. 70659 286629
2 Gewinn» ,u 5000 M. 231112
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SUNLICHT SEIFE
„GUT WAR SIE IMMER SCHON - ABER JETZT AUCH SO BILLIG!
* Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheatcrs Gießen hat für Mittwoch, 7. September, 16 Uhr, „Max und Moritz" und all die anderen lustigen Gestalten, die von Wilhelm Busch bekannt sind, zu einem einmaligen Gastspiel nach Gießen eingeladen. Die Vorstellung findet zu kleinen Preisen statt.
** Stadttheater-Abonnement. Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in acht Raten und nicht, wie in der Anzeige vom 3. September irrtümlich bekanntgegeben wurde, in drei Raten.
** E i n Kinderspielplatz an der D a m m st r a ß e. Der durch den Abbruch der Scheune und des alten Hauses an der Dammstraße geschaffene Platz, der nur zum Teil für den Ausbau der Dammstraße in Anspruch genommen wurde, soll in seinem restlichen Teil zu einem Kinderspielplatz umgestaltet werden. Es ist vorgesehen, einen Sandspielkasten anzulegen sowie einige Ruhebänke aufzustellen. Die neue Spielplatzanlage wird, auch wenn sie nicht sehr groß fein kann, doch manches Kind aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich der Fahrbahn fernhalten.
Wirtschaft erschüttert, sondern auch die Grundlage des Staates. Richt Wirtschaftsprogramme, auf lange Sicht abgestellt, können die wirtschaftliche Lage andern, sondern nur tatkräftiges Handeln. In weiteren Ausführungen kam Redner dann eingehend auf die Haltung der neuen Reichsregierung gegenüber dem Handwerkerstande, auf die Steuerpolitik, die Durchführung des Preisabbaues, auf die heutige Lohn- Politik und nicht zuletzt auf die Schwarzarbeit zu sprechen. Als einen Krebsschaden bezeichnete Redner das Bestehen einer ungeheuren großen Zahl von Betrieben der öffentlichen Hand. Der mit großem Beifall aufgenommene Dortrag endete mit einem Hoch auf das deutsche Handwerk und das deutsche Vaterland. _ _ . . , .
Der Präsident dankte dem Redner und gab sodann eine Entschließung bekannt, rn der die Forderungen des hessischen Handwerks zusarn- mengesaht waren. Die Entschließung (die wir morgen im Wortlaut wiedergeben werden), wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.
Hierauf gab der Präsident der Hoffnung Ausdruck daß bald dem deutschen Handwerk und dem deutschen Daterlande wieder bessere Zeiten bevorstehen möchten.
Die in großer Zahl erschienenen Festteilneymer hatten nun noch eine Stunde Zeit, um sich die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten Ingelheims zu besehen, das anläßlich der Tagung un Festge- wand prangte; als ein weiteres Hauptereignis des Tages galt der große historische Festzug. Heber 40 Gruppen in bunter Reihenfolge bildeten ^Rcäh^dem Festzug. der sich in Ober-Ingelheim auflöste, begann auf dem FestPlah ein Winzerfest das wiederum alle Festteilnehmer im Vanne hielt. Der dritte Tag brachte dann auf dem Festplah in Ober-Ingelheim ein Kinderfest und als Abschluß ein großes Feuerwerk.
Wohnungen, in den verschwenderisch ausgestatteten «chlössern selbst war bis weit in das vorige Jahrhundert hinein die Beleuchtung unzuläng- l i d); erst in der allerneusten Zeit, mit der schnellen Entwicklung und Vervollkommnung der elektrischen Glühlampe und der wachsenden lichtwirtschaftlichen Erkenntnis, wurde uns eine wirklich gute, allen praktischen Anforderungen gerecht werdende Beleuchtung gegeben. Als ein für die gesamte Kulturentwicklung äußerst segensreicher Umstand darf es bezeichnet werden, daß das elektrische Licht heute schon sehr billig ist, daß es nur etwa ein Drittel so teuer ist wie die frühere Petroleumbeleuchtung. Und das ist wohl für Menschen, die an die tieferen Zusammenhänge der Dinge glauben, kein blinder Zufall; denn das Geschenk eines guten, künstlichen Lichtes, bas jede Arbeit fördert und das Leben als Ganzes gesünder, schöner, freudvoller macht, soll allen zugute kommen. Eine gute, das Leben verschönernde und die Arbeit erleichternde Beleuchtung ist heute für jeden, auch den bescheidensten Haushalt erschwinglich.
Aber merkwürdigerweise wird selbst in den elegantesten Wohnungen heute in der Regel noch v i e l zu spärlich beleuchtet, und die Möglichkeiten, die praktisch und ästhetisch mit der Beleuchtung gegeben sind, werden fast nirgends voll ausgenutzt. Beträge, so klein, daß man nicht davon reden würde, wenn sie auf irgendeinen anderen Posten des Lebensbedarfes entfielen, werden eifrig diskutiert und zu hoch befunden. Weil das elektrische Licht so billig ist. soll es so gut wie gar nichts kosten, man stellt da gleichsam Sparsamkeitsrekorde auf; um Pfennigwerte werden wichtige positive Lebenswerte geopfert.
Das ist zweifellos nur möglich, weil, wie eingangs gesagt, das Licht noch nicht „standesgemäß" eingeorbnet ist. Reichlich und gut beleuchten könnte heute mit einfachen Lichtträgern schon der wirtschaftlich Heinfte Mann. Müßten die wohlhabenden und reichen Klaffen dementsprechend, ihrer sonstigen Le- benshaltung gemäß, überreichlich, verschwenderisch, mit allen Raffinements unb allem Luxus ihre Hauser und Wohnungen beleuchten, so würde dennoch die Beleuchtung für sie nur einen relativ ganz kleinen Bruchteil sonstiger, für oft recht untergeordnete Zwecke vorgesehener Ausgaben ausmachen.
Man muß sich einmal klar darüber werben, wie billig das elektrische Licht tatsächlich ist: für 47 Pfennige schon kann man eine 25-Watt-Larnpe vierzig Stunden lang leuchten lassen, für wenige Mark im Monat kann man sich heute wirklich eine vollkom- mene, bas Heim im höchsten Maße behaglich und schön gestaltende Beleuchtung leisten! Auch für den allerbescheidensten Haushalt ist, wie gesagt, eine wirklich gute Beleuchtung ohne allzugroße Opfer erschwinglich. —m-
Ingelheim a.Rh., 4. Sept. Der Hessische Handwerker- unb Gewerbeverbanb hatte zu leiner diesjährigen Tagung nach Ingelheim einge.aden. Trotz der Rot der Zeit waren aus allen Gauen Hessens die Handwerker und Gewerbetreibende zahlreich erschienen Im Rahmen der Tagung hat der Ortsgewerbeverein Ingelheim eine Gewerbeschau veranstaltet. Den Wert dieser Gewerbeschau erten- nenb, hatte die feierliche Eröffnung der Schau am Samstag ein zahlreiches Publikum angelockt. Der Samstag brachte bann noch bie Ausfchußfitzung des Hess Handwerker- und Gewerbeverbandes. In der Sitzung würben in ber Hauptsache interne Angelegenheiten behanbelt unb vor allem bie Entschließung, die der Hauptversammlung am Sonntag zur Annahme oorgelegt wurde, gefaßt.
Auf Antrag des Ortsgewerbeoereins Schotten (Oberhessen) wurde noch als nächster Tagungsort Schotten beschlossen.
Am Abend des ersten Tages fand abschließend ein in jeder Weise großartig gelungener Rheinischer Abend in der Turnhalle zu Rieder-Ingelheim statt. In Anwesenheit hoher Persönlichkeiten nahm ber Abenb unter Mitwirkung der Ingelheimer Vereine einen harmonischen Verlauf.
Der Sonntag begann mit ber Hauptversammlung des Hess. Handwerker- und ©eroerbeoerbandes. Präsident Diedert (Eberstadt) eröffnete bie Versammlung. Sodann sprach Obermeister Francois (Magdeburg), der in eingehenden Ausführungen die Forderun - gen des Handwerks behandelte. Er führte U. a. aus:
Nicht nur bie kleinen, nein auch die großen leistungsfähigen Handwerksbetriebe sind am Ende ihrer Kraft. Die Reserven sind erschöpft. Die Lasten, die unserem Schäften jeden Sinn und Wert genommen haben, haben nicht nur bie Grunblagen ber
vielleicht ein W Sie leine unangcneh- n Denn Senate M Hie schwer entbehren.
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Standesgemäß beleuchten?
Ein „gut-bürgerlicher Haushalt" ftt gekennzeichnet burch eine gewisse Behaglichkeit in ber ganzen Lebenshaltung, die aber keineswegs luxuriös sein muß. Ein „luxuriöser" Haushalt, in dem alles aus dem Vollen geht, hat wieder andere Voraussetzungen, ebenso wie ber Arbeiterhaushalt, ber Haushalt des „kleinen Mannes" sein besonderes Gesicht zeigt. Jedenfalls hat sich im Laufe der Zeit für die wirtschaftlich verschieden situierten Krefte ein jeweils verschiedener ,Lebens-Maßstab" herausgebildet; jeder weiß so ungefähr, was ihm zukommt.
Interessant ist nun die in der modernen Privat- wirtschaft zu beobachtende Tatsache, daß Bedarfsgüter, die nicht durch mehr oder weniger alt über- tommene Gepflogenheilen als standesgemäß fefb gelegt find, unter Umständen völlig mißverstanden und, als ganz aus dem Rahmen der sonstigen Lebenshaltung herausfallend, im Haushalt berücksichtigt werden. Dinge, die selbst für den kleinen Mann heute notwendig unb unentbehrlich sind wie bas tägliche Brot, werden auch in sonst ganz großzügig geführten Haushaltungen, gleichsam als Luxus, nur spärlich und notdürftig verwendet. Das vielleicht am stärksten ins Auge fallende Beispiel für diese Art mißverstandener und unzulänglich eingesetzter Haushaltgüter liefert wohl das Kapitel »Licht und Beleuchtung". , , ,
Die Möglichkeit, das Heim wirklich gut zu beleuchten, ist noch sehr jung. Auch in den luxuriösesten
povtgeschäft an Bedeutung verlieren würde. In Ost- und Mitteldeutschland sind wesentliche Veränderungen auf dem ArbeitSmarkt nicht eingetreten. Entlassungen in größerem Umfange waren nicht zu verzeichnen. Verschiedentlich wurden früher ausgesprochene Kündigungen zurückgezogen. Das gleiche gilt für Süddeutschland. Hier ist lediglich zu bemerken, daß in der bayerischen Porzellan-Industrie die vorsorglichen Kündigungen wiederholt wurden.
Auch in Westdeutschland haben die Kündigungen evfreulicherweise stark nachgelassen, bzw. sind zurückgezogen worden. Die Zahl der Betriebsstillegungen ist zurückgegangen. Es sind Anzeichen vorhanden, daß sich die Wirtschaftslage in den nächsten Monaten etwas bessert. Das Der- mittlungSergebnis hat durch die abwartende Haltung der Unternehmer in bezug auf die Einstellung von Personal im August eine Abschwächung erfahren. Urlaubsvertretungen wurden nur vereinzelt angefordert.
Begeisterter Empfang der Olympiaruderer in Berlin.
Aus Hamburg trafen am Samstagnachmittag die sieben siegreichen Olympiaruderer des Berliner Ruderklubs und mit ihnen gleichzeitig einige Leicht- achteten am Lehrter Bahnhof ein. Zum Empfang waren zahlreiche Zuschauer gekommen, außerdem 60 Fahnenabordnungen der Berliner Verbands- ruberoereine. Als der Zug in die Halle einlief, wurden die Sieger von der Menge jubelnd begrüßt. Im Namen der Reichsregierung dankte Regierungsrat B e d e r s den Olympiakämpfern für ihre Leistungen. Staatsminifter a. D. Dominicus begrüßte die Sieger namens des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen. Bürgermeister Dr. Elsaß bankte den Siegern im Namen der Stadt Berlin. Das Deutschlandlied beendete den Empfang.
III. Bezirkstennis-Turnier in Gießen.
Das dritte Bezirkstennis-Turnier, das ber Gießener Tennisclub 1922 aus Anlaß feines 10jährigen Bestehens veranstaltete, konnte, nachdem es m der vergangenen Woche durch den Regen etwas in feiner Abwicklung gehemmt wurde, nach eifrigem Spielbetrieb am Samstag unb am Sonntag burch- oeführt und am Sonntagabend abgeschlossen wer- den Da am Turnier verschiedene hervorragende Spitzenspieler aus Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden usw. beteiligt waren, würbe zum Teil aus- gezeichneter Sport geboten. Die Zuschauer, bie sich verhältnismäßig zahlreich eingefunben hatten, be-
Dießen, den 5. September 1932.
Aesttreue Schwalben.
Oft ist mir schon von Haus- oder Etallbesitzern die Frage vorgelegt worden, ob die Vögel, die alljährlich nach winterlicher Abwesenheit auf ihrem Besitztum wieder brüten und alle Ristplätze benutzen, dieselben seien wie jene, die im Sommer oder Herbst davonzogen. Deftnden sich unter diesen Drutgästen zufällig Tiere, die ir- gendwelche körperlichen Absonderlichkeiten auf- weisen, z. B. etwa Hellfärbung oder anderes, dann läßt sich vielleicht das Schicksal solcher Tiere näher verfolgen. Ist es doch schon vorgekommen, daß auf solche Exemplare mitunter von Vogelwarten aus in der Fachpresse hingewiesen wurde mit der Bitte, über neue Beobachtungsstätten Rachricht zu geben. Sonst aber pflegt ein Tier dem anderen so zu gleichen, daß das Einzelwesen in der Zahl seiner Artgenossen untergeht und sich seiner speziellen Beobachtung entzieht. Daher ist es auch nicht möglich, jene oben gestellte Frage leichthin zu beantworten. Hier kann allein eine einwandfreie Kennzeichnung eines Tieres zur Lösung führen, und diese Kenntlichmachung wird ermöglicht durch den Vogelring. Unsere Vogelwarten Helgoland oder Rossitten geben Fuhringe aus Aluminium aus, die den Ramen der Vogelwarte und eine Rümmer tragen. Wird einem Vogel ein solches leichtes Ringlein angelegt, dann ist er mit einem Male aus der Masse heraus- gehoben, er ist zum Einzelwesen geworden, das auch wir Menschen wiederzuerkennen vermögen.
Durch die Mithilfe eines Schülers, der sich nach der Besprechung von Vogelzugs ragen zur Mitarbeit anbot, war es möglich, in einem Falle in unserem engeren Heimatsgebiet jene Frage zu beantworten. Es handelt sich um die Bewohner von fünf Schwalbennestern in Ställen eines Dehöftes in Riedcrklcen. Tvrt wurden im Sommer 1931 erstmalig die jungen Rauchschwalben mit Ringen von Helgoland versehen und nach ihrem Ausfliegen auch die alten Brutvögel, soweit es möglich war. Der Schwalbenzug kam 1931 in einen schweren Wetterumschlag und viele Taufende gingen zu Grunde, andere wurden von mitleidigen Menschen sogar im Flugzeug über die Alpen befördert. So sahen wir gespannt und mit gewissen Delürchtungen dem Frühjahr entgegen, is eines schönen Tages die Kunde kam, daß die Schwalben auch in Niederkleen wieder heimgekehrt seien und — daß verschiedene von ihnen Ringe trügen. Wir ließen nun zunächst die Brut- Periode verstreichen, an deren Ende die Jungen aus 1932 beringt wurden. Alsdann wurden die beringten Altvögel wieder eingefangen, um nach Feststellung ihrer Rümmer wieder frei gelassen zu werden. DaS Ergebnis ist sehr interessant. Vier Vögel haben bereits 1931 im gleichen Stalle gebrütet und sind damals als Altvögel gekennzeichnet worden. Zwei der Ringträger dagegen waren Iunge aus 1931, die ebenfalls gleich den Alten in die Heimat zurückkehrten, um dort ihrerseits zu brüten.
Der Besitzer jenes Gehöftes kann also von jenen Schwalben mit gutem Recht von „feinen Schwalben" reden. Durch das Beringungsexperiment sind sie nicht mehr Schwalben schlechthin für ihn, sondern sie find in ein besonderes Verhältnis zu ihm bzw. seinem Besitztum getreten. Ich bin überzeugt, daß derartige Versuche nicht nur geeignet sind, an ihrem Teil beizutragen an der Erforschung der Geheimnisse des Vogelzuges, sondern daß dadurch auch der Sinn für bie Ratur unb ihre Lebensvorgänge, für Tierliebe unb Tierschutz geweckt wird. Sie zeigen uns Vorgänge, die uns noch unverständlich find, und wir stellen staunend fest, daß Kinder unserer Heimat uns für länger als ein halbes Jahr verlassen, mehrere tausend Kilometer weit ziehen, unter ganz veränderten Verhältnissen dort leben, um dann auf einmal zum gleichen Dörfchen, zum gleichen Stall, zum gleichen Rest zurückzukehren, um dort zu brüten. H o l z e I.
Taten für Montag, 5. Lcptcmbcr.
1585: der französische Staatsmann Herzog von Richelieu in Paris geboren; — 1733: der Dichter Charles Christoph Martin Wieland in Oberholzheim geboren; — 1902: ber Pathologe unb Politiker Rudolf Virchow gestorben.
Vornotizcn.
— Tageskalender für Montan. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die Fledermaus'.
Kommt die Entspannung auf dem kaufmännischen Stellenmarkt.
Eine leichte Besserung ber kaufmännischen Arbeitsmarktlage ist insofern eingetreten, als trotz des Quartalskündigungstermins im August wiederum ein geringerer Dewerberzugang zu verzeichnen war. Wie die kaufmännische Stellenvermittlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes mitteilt, ist der Bewcrberzugung des Monats August der niedrigste in diesem Iahre. Die Zahl der sich neu meldenden Bewerber hat in allen Bezirken gleichmäßig abgenommen.
In Rorddeutschland benachteiligen Zollschwierigkeiten und schwache Devisenzuteilungen den Außen- und Großhandel sowie die davon abhängigen Gewerbezweige. Don der ReichSregie- tung werden Maßnahmen zur Erleichterung des Auslandgefchäftes verlangt, ohne die das Ex-
Mw
Suftbrudanftieg Der- tos Hochdruckgebietes Wand geführt. 3n vielfach ausheitern- reten für das Herbst- ünebelbilbungen auf. ! Temperaturen statt infolge der Sonnen- Da sich aber über Störung bemerlbar tge nidjt für längen
tag: Mch lütytt igsübtt vielfach aus- tembet: mittags 18,4 d; am 5. September:
20 Grad, Minimum in 10 cm Tiefe am ad; am 5. September: _ Sonnenscheindauer
3n ber heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 ®etoinne zu 25000 M. 192984
2 Gewinn, iu 10000 W. 269253
4 G.w.nn, »u 5000 M. 42637 317251
12 Gewinn, ,n 3000 M. 6543 61818 221907
Kreis Westerburg ohne Fehlbetrag.
WSR. Westerburg, 4. Sept. Der Kreistag des Kreises Westerburg, der nach den preußischen Sparmaßnahmen mit dem Kreis Oberwesterwald vereinigt wird und nun einen Grvhkreis bildet, hielt eine Sitzung ab. in der man sich mit dem neuen Haushaltsplan beschäftigte. Der Haushalt schließt ab in Einnahme unb Ausgabe mit 1 146 000 Mk. unb weist, was bas wesentliche an diesem Etat ist, keinen Fehlbetrag auf. Man konnte aus dem Vorjahr sogar einen Lieberschub von 26 000 Mk. einsehen. Da da« Kreishaus nach der Zusammenlegung mit dem Oberwesterwaldkreis zu klein ist, hat man ein daneben liegendes Haus gekauft, in dem bie Bureaus unb bie Beamten aus Marienberg untergebracht werben. Der neue Großkreis umfaßt jetzt 145 Gemeinben unb kann als wichtigster Faktor im oberen Westerwalb angesehen werben. Der ßanbrat machte Mitteilungen über ein großzügiges Arbeitsbeschaffungsprv- g r a m m unb will ein Arbeitslager be« Freiwilligen Arbeitsbienstes für 5 0 0 Personen einrichten. Die Kreisverwaltung steht mit der Landesbank zu diesem Zweck in Verhandlungen wegen Hergabe eines Darlehens von 100 000 Mark.
Bei der Explosion eines gefundenen Sprengkörpers getötet.
WSR. Frankfurt a.M-, 4. Sept. Frankfurter Pfadfinder hatten am Sonntag einen Ausflug nach dem Walde bei Kelsterbach unternommen, um dort ein Lager aufzuschlagen und ein Lagerfeuer zu entzünden. Bei dem Herrichten des Lagers fand man eine Anzahl Sprengkörper, bie offenbar aus ber Besahungszeit herrührten. Alnvorsichtigerweise versuchten nun einige ber jungen Leute, bie Sprengkörper zur Explosion zu bringen, inbem sie biefelben in bas Feuer warfen. Hierbei explobierte eines ber Sprengkörper unb ein Splitter traf ben IZjäfjri- gen Ähreiner Stiftle aus Frankfurt ins Herz. Der Tob bes jungen Mannes trat auf ber Stelle ein. Der gefährliche Fund wurde in der sogenannten Kapellenschneise gemacht.
Kirckliche Nachrichten.
Mittwoch, den 7. September, fjungen. 6.30 Uhr: Messe.
Gewinnauszug 5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie.
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich
hohe
Gewinne gefallen, und zwar je
einer
auf
die Lose gleicher Nummer in Avteilungen I und II
den
beiden
AZZ19


