Ausgabe 
4.11.1932 Erstes Blatt
 
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Zreltag, 4. November 1932

182. Zahrgang

Nr. 260 Erstes Blatt

Ausruf Hugenbergs

Oie Ausklänge -es Wahlkampfes

Annahme von Hiijeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undsürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

ligen Abrüstung durch Verminderung und Begrenzung der nichtdeutschen Rüstungen finde

Die Aussprache um die Reichsrefom 6in persönlicher Schritt des bayerischen Ministerpräsidenten in Berlin.

kunft zu verlangen. Das siegreiche Frankreich hätte seinerzeit den Krieg aus fremdes Gebiet tragen können, aber es habe bei Friedensschluß die Waffen niedergelegt. Habe man das etwa vergessen? Er jedenfalls nicht! Er würde ge­wisse Derzichtleistungen als eine Art Servitut an­sehen. Frankreich habe stets die Interessen aller Menschen zu verteidigen versucht.

Lr kapituliere nicht vor seiner Pflicht. Man dürfe keine leichtfertige Lösung annehmen.

Hierauf nahm der Radikale Kongreß eine Ent- schueßung an, in der die allgemeine Politik der Regierung gebilligt wird.

OieTimes" über Abrüstung und Beriragsrevision

C o n b o n, 4. Rov. (MTV. Funkspruch.)Times" schildert in einem Leitartikel die Stimmung der eng­lischen Oesfentlichkeit zur A b r ü st u n g und zu einer territorialen Revision des Versail­ler Vertrages. Das britische Volk habe, so schreibt das Blatt, gegen ein Wiederaufleben des Wettrüstens eine uneingeschränkte Abneigung, sei jedoch fürgrundsählicheAnerkennung des deutschen Anspruchs auf Gleich­berechtigung. Der Gedanke einer freiwit-

ausmünde, ausbauen.

Brüning spricht in Breslau.

Breslau, 4.Rov. (ERB.) 3n einer Zen- trumskundgebung in der Breslauer Jahrhundert- Halle sprach am Donnerstagabend Reichskanzler außer Dienst Dr. Brün in g. Er erklärte u. a-, der Sinn dieses Wahlkampfes fei, dem Volke klar zu zeigen, wo der Hebel zu einer Losung anaesetzt werden müsse, die verhindere, daß Deutschland in immer neue innenpolitische Kamme hineingezogen werde. Es gebe heute in DeutiA land Wichtigeres zu tun, als nach dem Spruch des Staatsgerichtshofes erneut über die Aus- [equng dieses Urteils Streit zu beginnen. Spä­testens nach den Wahlen müsse die Möglichkeit geschaffen werden, die wirkliche D i l a n z d e r deutschen innen- und außenpoliti­sch e n S i t u a t i o n mit der Regierung zu ziehen.

Der Redner setzte sich dann mit der Haltung des Zentrums zur R SD AP. auseinander. Bei den Verhandlungen sei davon ausgegangen worden daß die Verfassung geschert undauf rechterhalten werden teilte. Wenn Hitler fortfahre, die ganze Macht zu fordern, dann werde er den jetzigen Machthabern die Macht dauernd in die Hände spielen. Das Zentrum erstrebe, Ruhe und Stabilität zu schaffen. Es wolle nicht, daß die Arbeit von Jahren umsonst vertan werde und kämpfe gegen eine Erschütterung des Rechts- und Verfassungs­begriffes und eine Rückwärtsrevidierung von Volksrechten.

Auch er, Brüning, habe die Reichsreform vorbereitet und trete für eine Zurückdrän- gw n g des überspitzten Parlamenta­rismus und Parteiwesens, für eine Wahl­rechtsreform und für eine Stärkung der Stellung des Reichsrates ein. Aber der Art. 54, wonach die Regierung das Vertrauen des Reichs-

Drei Staatsmänner über die Abrüstung

Ein bemerkenswerter Artikel der LondonerTimes".

,-daß schon jetzt unzähliche Menschen gerade in die­sen Tagen mir innerlich Abbitte leisten und sagen, welch ein Glück, daß diese Bewegung nicht mit dem Schicksal dieser Regie­rung verbunden ist. Ich war bereit, die Führung zu übernehmen, aber man wollte das nicht, im Gegenteil, schon aus der ganzen Art der Beteili­gung an dieser Regierung geht eindeutig hervor, was man beabsichtigte. Ministerohne P o r t e - feuille, ohne jede Bedeutung, verfassungsmah-g gänzlich wortlos. Ich habe danach kein Bedürfnis. Hitler führte dann in Anlehnung an frühere Wahl­reden aus, daß das einzige, was ihn bestechen und verführen könne, die Macht und die vuy- r unq selbst seien. Wenn man läge, wie er dazu komme, die Führung zu fordern, so muj.e er fragen, wie Herr von Papen dazu komme sie ihm zu yer- meiaern. Die 14 Millionen, die heute hinter ihm stünden, seien mehr als eine Zahl: fit' f«en bes beugen Volkes letzte Hoffnung, und diese 14 Mil- fionen erwarteten von ihm eins daß, mennsie ein­gesetzt würden, bann auch wirklich des deutschen Volkes große Stunde gekommen fei. Wenn Deutich- land wieder emporsteigen wolle, müße man dort beginnen, wo die Katastrophe ihren Ausgang nahm. Deutschland müsse wieder stark sein. Er wolle die bürgerlichen Parteien nicht ver­nichten, sondern sie zusammenhalten, um eine deutsche Gemeinschaft aufzu- richten. Die Zukunft gehöre denen, die sich hm- geben in Opfern, Tatkraft und glühenden Liebe zum deutschen Volk.

Herriot.

Toulouse, 4. Rov. (WTD.) Der von seiner Madrider Reite unmittelbar hierher zum Partei- kongreh der R^ikalen zurückgekehrte Ministerprä­sident Herriot hielt gestern abend vor dem Kon­greß eine große Rede, in der er nach einer 'Be­trachtung innerpolitischer Fragen zum A b - rüstungsproblem u. a. folgendes erklärte: Kleber den Hooverschen Abrüstungs- p l a n habe er sich seine Ansicht Vorbehalten, um ihn ernstlich studieren zu können. Hier handele es sich um verwickelte, technische Fragen, von deren Lösung das Leben der Kinder Frankreichs ab- bänae Der Hoover-Plan sehe eine pro Por­ti onelleDerteilungderStreitkräfte vor Wenn er also für eine Bevölkerung von 60 iNittionen 100 000 Mann vorsehe, dann würde Frankreich nur 62 000 Mann haben dürfen. Ter französische Plan zur Organisierung des Frie­dens sei natürlich nicht vollkommen, aber es sei doch.ungerecht, Dorwürfe gegen diefenigen zu er­beben die zum drittenmal die 2ni lative zugun­sten des allgemeinen Friedens ergriffen hatten.

Er fierriot, werde niemals die Sicherheit von der Abrüstung trennen lassen.

^ankreich habe vier Jahre lang unter einer ^naaHon A leiden gehabt. Habe er nicht das Recht M sein Land G a r a n t i en f u r d ie Z u-

den Auseinandersetzungen, die sich an die Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held ange­schlossen haben. Es sei eigentlich verwunderlich, daß die Reichsregierung sich überrascht zeige. Auf der Ministerbesprechung in Stuttgart sei ihr klar und eindeutig zum Ausdruck gebracht worden, daß die Länderregierungen gegen das Vorgehen gegen Preußen schärfste Bedenken hätten und es als nicht dem Sinn und Geist der Verfassung entsprechend bezeichneten. Das Verhältnis zwischen Reich und Preußen sei im übrigen das Kernstück der Reichsreform und lasse sich nicht auf Grund des Artikels 48 losen. An dieser Auffassung, vorwiegend der süddeutschen Regierun­gen habe sich nichts geändert. Die Auslegung des Leipziger Urteils durch die Reichsregierung sei nicht geeignet, den Widerspruch der Länderregierungen zu mildern.

Oeutschnationale Erklärung aus Bayern.

München, 3.Rov. (ERB.) Der Wirt- schaftsausschuh der DRVP. in Bay­ern hat aus Anlaß der scharfen Angriffe, die der bayerische Ministerpräsident Dr. Held in Wählerversammlungen gegen die Reichs- regierung richtete, eine Verlautbarung ver­öffentlicht, in der u. a. gesagt wird, Dr. Held habe die in seinem Amt als bayerischer Mi­nisterpräsident gebotene Sachlichkeit ver­lassen und als Parteimann den Kampf gegen das Reichskabinett entfesselt, der weder der Einflußnahme Bayerns auf die bevorstehende Reichsreform, noch den wohlverstandenen Unter» essen der bayerischen Wirtschaft dienlich sei.

Reichskanzler v. papen.

Paris. 4. Rov. (MTB. Funkspruch.) Reichs­kanzler von Papen hat einem Berliner Mil­orbeiter des PariserLxcelsior" auf verschie- dene aktuelle Fragen geantwortet. Der Reichskanz­ler gab seiner festen Hoffnung Ausdruck, die ihm g e st eilten Aufgaben durchführen zu können, andernfalls werde er nicht eine Sekunde länger an der Regierung bleiben.

Zum Gleichberechtigungsproblem führte der Reichskanzler aus, es handle sich um das Recht, genau das gleiche tun zu können, wie die anderen. Auf die Bemerkung seines Be­suchers, daß die Reparationsftreichung vielleicht eine Notwendigkeit für Deutschland gewe­sen sei, aber bie Gleichheit in der Rüstungs- r a g e materiell nicht denselben ernsten Charakter tragen würde, erwiderte der Reichskanzler:3m Gegenteil, einen noch ernsteren Charak­ter!" Zunächst haben wir Anspruch auf ma­terielle Sicherheit. Abgesehen davon gibt es eine Eigenliebe und die Selbsterhaltung. Der Besucher wies den Reichskanzler daraus hin, daß zwischen Paris und Berlin großes Miß­trauen herrsche. Der Reichskanzler erwiderte, mit Mißtrauen werde man niemals eine gute Politik treiben können. 3n Lausanne habe er mit h e r - r l o t eingehende freimütige Unterredungen gehabt, herriot wüßte, wie er das Problem der deutsch - sranzöfifchen Beziehungen ansehe.

Aus den konstruktiven Plan hernots einzugehen, lehnte der Reichskanzler mit dem Hin­weis ab, daß er den Plan er ft genau kennen müsse. Vielleicht bilde er eine Diskussions­grundlage.

Mussolini.

Paris, 4. Rov. (TU.) Mussolini ge­währte einem Vertreter der PariserLive r t e eine Unterredung, in der er sich über dte Ab­rüstung und eine französisch-italienische Zu­sammenarbeit auf dem Balkan äußerte. Auf die Frage, ob man die Abrüstung ohne Kon- trolle durchführen könne, erwiderte Mussolini, die Abrüstung könne nur durch den aufrich­tigen und festenWillen allerMachte verwirklicht werden, d. h. sie müsse eine Art

Vertrauenvhandlung zwischen den Völkern darstellen. Wenn diese Voraussetzung nicht ge­geben sei, würden alle anderen Garantien un­wirksam bleiben. ,. r , . , ft

Was die französisch- i t a l i e n ische Zusammenarbeit auf dem Balkan an* lange 7° sei eine wirtschaftliche Verständigung zwischen den landwirtschaftlichen und den mou- ?triellen Kreisen beider.Nachbarstaaten besond^s für bestimmte Erzeugnisse wünschenswert Sie dürfe aber nur aus dem Boden voll komme ner Gleichheit durchgefuhrt werden^ und dürste britten (Staaten kein enS (Haden zufügen. Diese Zusammenarbeit dürfe ledockn i e m a ks zur Schaffung vonMonopolen fuhren.

Italien stehe jeder wirtschaftsmonopolcherung ablehnend gegenüber.

Was die Aufnahme von A u s l a n & a n l e i * H-N ange&e, fo h°b>,-in Land immer nach dem Grundsatz gehandelt: Italien hilft sch selbst. Er sei der Lleberzeugung, daß E u r o p a endlich den Weg einer internationalen Zusammenarbeit beschreiten müsse, um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu uberwinven. Eine Politik der Vereinsamung sei Selbstmord. Die Folge einer fachen Politik fei die Lähmung der wechselseitigen ^zrehung r^ der Riedergang der Erzeugung und des Außen­handels.

Hitler über denAusgangspunkt | der Wirtschastsnot.

Hannover, 3. Nov. (TU.) 3n bem 40000 Personen faffenben Zelt sprach heute Aböls H i t - l e r Er begründete sein Verhalten am 13. August roie in seinen letzten Wahlreden und erklärte weiter, statt des Einflusses auf die Führung habe man ihn mit dem Reichsinnenministerium verantwort- lick, machen wollen für den Polizeieinsatz bei Un­ruhen die die Notverordnungen der Regierung aus- lüsen'müßten. Er habe solche Zumutungen viele Jahre genau erkannt. Nachdem es nicht moglch ge­nasen sei die Bewegung zu vernichten, habe man sie Ws Trommler angesehen, der die Massen natio­nalisieren solle. Die Herren von heute schienen ver- aessen zu haben, daß der Ausgangspunkt 87rK°t°str°ph° nicht in der Wirt- rlnft sondern im politischen Leben i/aein dem sich das Volk weltanschaulich aufge- !7ilt'habe Das Dritte Reich werde nur einen Sinn haben, wenn die geistigen Wurzeln wieder in das Volk hineinwüchsen. Die Entscheidung werde nicht i-r Millionen erkämpfen, andern sie werde in der Zukunf fallen, wenn zu den 13 Millionen noch weitere 30, ja 40 Millionen gestoßen seien.

Hitler in Kassel.

4. Nov. (Lpd.) Dor etwa 35 000 Men- gestern abend Adolf Hitler hier in LVnA.Ich S'aub°", MC Hitt-r u. a

Lenkt Held ein?

m ü n d) e n, 3. Rov. (TU.) Wie verlaulel, hat der bayerische Ministerpräsident Dr. Held bei der Reichsregierung Schritte unter­nommen, die geeignet sind, eine wesentliche Entspannung der Lage herbeizuführen.

DieBayerische Staatszeitung" er­hält aus Berlin zu der Erklärung der R e i ch s - regierung über die Heldrede vom Mitt­woch einen Drahtbericht, in dem es u. a. heißt. Wie uns der bayerische Gesandte Erz. v. P re­ge r erklärte, ist er vom Staats e.retär '

kanzlei erst am Freitagnachmittag über die Ab­sichten der Reichsregierung im einzelnen unter­richtet worden, also erst nach Abschluß der Freitagsihung des R e i ch s k a b i n e 11 s, in welcher die Beschlüsse der Reichsregierung über den Entwurf der Verfassung und Reichs- reform gefaßt worden waren. Der Gesandte hatte jedoch bereits am Freitagvormittag vor dem Be­ginn der Kabinettsberatungen im Auftrage der bayerischen Regierung eine Tarnung an öie Reichsregierung übermittelt, das .Kabinett möge nichts unternehmen, was das grundsätzliche Verhältnis zwischen Reich und Preußen ändern würde. Außerdem hat die Informierung des Gesandten nicht auf eigene Initiative der Reichs­kanzlei hin, sondern erst auf Grund der erwähnten Warnung stattgefunden. /

B n zuständiger bayerischer Stelle wurde diese Darstellung ausdrücklich bestätigt.

Erklärungen Adelungs.

D a r m ft a b t, 3. Nov. (WSN.) Wie dieDarm- ftäbter Zeitung", das Regierungsorgan, nutteilt, nahm Staatspräsident Dr. Adelung Stellung zu

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monals-Sezugrpreis:

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GietzeiierAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Berlin, 3.Rov. (TU.) Der deutschnakionale Parteiführer Dr. H u g e n be r g erläßt zur Wahl einen Aufruf, in dem es heißt:

Parteien st aat oder unabhängige Staatsführung, das ist die Frage, der die Entscheidung des 6. Rovember gilt. Im Reiche haben wir eine von den Parteien unabhängige

S'ÄS Von V V°: 9em«Ä «ß* Ä Aussicht auf eine Vereinbarung zur Vernnnoerung, ieren Par.e reg m nt durch ein anderes P a r- Begrenzung oder Abschaffung gewisser Klassen teiregiment ersetzen? Wer beides nicht will, aggressiver Waffen sei nicht so sernliegend, daß man wer einen neuen, auf dem nationalen Gedanken sie dadurch komplizieren solle, Deutschland zu er- aufgebauten, aber von Sozialismus freien Staat mutigen Waffen herzustellen, die vielleicht morgen will, wer eine unabhängige und starke unterHeiner Zustimmung ab« werden

Das ideale Verfahren wurde natürlich fern, Zuers Deutschnationale Dolkspartei wählen.

Deutfchland auf gleichem Zug in die / ,

Konferenz zurückzubringen, dann eine Die wirtschaftlichen Konvention über den künftigen Umfang und Lha-

rafter der Rüstungen aller Länder auszuarbeiten jW^CrUtigCtt (JCF und schließlich jeder Ration die Freiheit zu lassen, ^Berlin 3 Rov. (ERB.) Dte DRVP. veran- innerhalb der neuen Grenzen zu handeln. staltete heute abend eine Kundgebung im Sport-

Ueber die territorialen Bestimmungen bei der der Parteiführer H u genb c r g

der Friedensverträge sagt dieTimes", grundsätzliche Ausführungen über die wirt- das englische Volk sei allgemein der Ansicht, daß in sch östlichen Forderungen de rDR BP. Versailles Fehler begangen worden seien, und über die Stellungnahme der Deutschnatrona- dah die Ungerechtigkeit gewisser Bestimmun- len zu den Derfassungsreformplänen gen sich im Laufe enthüllt habe und daß früher oder mach.te ^^ie, Ätzern die Rückkehr zu später Revisionsmahnahmen erfolgen geordneten Nationalwirtschaft in mühten. allen hochstehenden Ländern bringe die Heilung der

__ Krise und die Wiederbelebung des gesunden inter-

1 nationalen Warenaustausches. Jedes Land müsse bei sich selbst Hand anlegen und vor allem Deutsch­land durch autonome Schuldenregelung. Mit dem Kapitalismus, wie wir ihn hätten, gehe es nicht. Das Internationale, zwischen den Staaten vagabundierende Kapital ist der Feind aller. Es muß eingefangen und unschädlich gemacht werden. Das nationale Kapital aber soll für das verantwortlich sein, was es tut, darum Ehren­gerichte für die wirtschaftenden Menschen und Zu- rückdrängung des anonymen, namen­losen Unternehmers. Neben dem persön­lichen Unternehmer und dem persönlich verantwort- licken Besitzer einer Kapitalmehrheit soll nicht etwa der Staat ober d i e Gemeinde als Inhaber der großen Werke stehen, sondern der orga­nisierte, sich selbst verwaltende Berufsstand, insbesondere die orgamjierte Landwirtschaft, deren Verknüpfung mit dem gewerblichen Leben in aller Interesse liegt. So würde an Stelle des bisherigen regellosen Durcheinanders wechselnder anonymer Kapitalsmächte in den höheren Machtstufen des Wirtschaftslebens, ohne daß der Staat wirtschaftet, ein geordnetes Gerippe ständischer und verantwort­licher Kapitalsmächte treten.

Mit einem kranken Volk, fuhr der Redner fort, könne man keine Verfassung machen, und das, was jetzt auf diesem Gebiet geschehe, seien nur N o t- ftan-bsarb eiten. Aber es dürfe nichts gesche­hen, was dem großen Ziele zuwiderlause. Die berufsständische Gliederung sei eine wirtschaftlche Selbstverwaltung, die dem Staate eine Fülle von Arbeiten abnehme, ohne über den Staat zu herrschen. Wir wollen keinen Parte i e n - I staat, so betonte Hugenberg, sondern einen Staat I einheitlichen nationalen Willens. Der neue Staat wird auch die Frage, was politisch notwendig ist, nicht durch Urteil eines Staatsgerichtshofes behan­deln lassen. Ueber den konfessionellen Zwiespalt soll der nationale Einheitsgedanke die Brücke schlagen. Das nationale Leben des neuen Staates werde sich auf der nationalen Schule, die in die Schule derallgemeinenWehrpflicht