Ausgabe 
4.10.1932 Frühausgabe
 
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Aus der provinzialhauptfladt

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Buntes Allerlei

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nur Mn Ne Gefängnisse gbratt tatJM | schien ihm doch kein lohnender Beruf und er be-

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Glehen, den 4.Oktober 1932.

Liebhaberei oder Liebe?

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schloß ^umzusatteln". Beschäftigte sich mcht mehr mit Ginbruchsplänen, sondern mit Planen zum . Schutz gegen Einbrecher. Gr konstruierte in der Belle ein diebessicheres Patentschlotz, das dre gewiegtesten Fachleute des Gefängnisses nicht zu öffnen vermochten. Eine amerikanckche Spezial fabrik für Patentschlösser hat die Rechte ander Erfindung dein Einbrecher für eine beträchtliche Summe abgekauft. #

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kleinen Töchterchens auf, die sie zu Hause gelassen u<b'UMipeim n. ^uMivui iu . nicht auch Bismarck selbst sen->

Jetzt beginnt siH, der Schleier, der Holsts ^l und feinfühlig bis zum 2l^erst^' - Die Charakteristik, die die privaten Briefe des Baron Holstein geben, zeigen nur etwas anderes, daß die Geschichte von derGrauen Eminenz , von damo- niscfen Kräften, die, wie Holstein, die politische Enttvicklung des 20. Jahrhunderts stark beein. flutzten, kaum anderes als eine Le g ende Nt- ' Der Zigarrenhändler in der Grohb^enstraße zu Berlin, der dem Herrn Gehermen Bat reden Morgen nicht nur eine Tute mit harren der kaufte, sondern stets auch eine klemeälnterhal. Lung mit dem gutmütigen, ein wenig zuge­schrumpften alten Herrn hatte, weih es besser...

und nun soll das anders werden. Nichts ist dagegen zu jagen, wenn man schiefstehende, dem Umfallen nahe Denkmäler und Kreuze ausrichtet und völlig verwahrloste Gräber einebnet. Mehr aber ist vom Uebel. Nun jedoch soll dieje Ruhestätte der Toten in einen Park umgewandelt werden, wie em Artikel in Nr. 221 desGießener Anzeigers ankundigt. us wird dann bei denälteren Leuten als Besuchern nicht bleiben. Wer will sunge Pärchen, Kindermäd­chen üsw. fernhalten? Wie kann dabei ,/der Chara - ter des Friedhofs gewahrt" werden? Wozu die^ Profanation? Neuerdings ist ia gerade über dem Friedhof ein großer, fchönangelegter Platz mit vielen Bänken, wo fcber im Freien Erholung smden kann. (Ls ist keine einzelne Stimme, die sich hier erhebt, wir prechen im Namen vieler Gleichgesinnter. Ver­trauensvoll wenden wir uns an die p'etatvolle Ein­sicht des Stadtparlaments mit der dringenden Bitte. Erhaltet uns den Alten Friedhof fo wie er eben ist, als Friedhof.

E« wurde beI<6lt>Hen, mit Ailfe biefet Summe sofort die Kartoffelbeschaffung für die Hilfsbedürftigen in die Wege zu.leiten Weiterbin bestand älebereinftimmung darin, datz g eichen! K a r t o f I e l b e st ä n de »»der. reichen Familien als k 0 st e n l 0 s e Z u l a g e gegeben werden sollen. 3m übrigen wur!^ fest, gelegt, datz das Hilfswerk m der gleichen or- aanisatorischen Form wie im Vorjahre in Tätig. ?eit treten soll d. h. der Werbe- und Sammel- auSschutz, der Verteilungsausschutz und der Fi­nanz? und Kontrollaussckutz werden wieder tätig B? In den Werbe- und SammelauSschutz wurde Ls Vertreter des Iungdeutscher1 Orden« Studien- rat El oh, ferner für die von Dietzen ver zoaene Frau Dr. Koeppe deren Rachsolgerin im^ Vorsitz der Hausfrauenberatung. Frau TB tm- ber gewählt. 3m übrigen behalten die ÄuS- schüsse ihre vorjährige Zusammensetzung.

Cs wird erhofft, datz die privaten Besitzer von Lastautos in liebenswürdiger Weise auch in diesem 3ahre ihre Fahrzeuge zur Heranschasfung der Vorräte zur Verfügung stellen werden. Man hofft auf

rege Unterstützung des Hilfswerks aus allen Levölkerungskreifen.

damit der Bot unter unseren hilfsbedürftigen Mitbürgern nach besten Kräften gesteuert werden kann.

pariser Angel-Turmer.

Wohl in keiner anderen Großstadt gibt es so Piele Angler wie in Paris. Dort sind die Kais an gewissen Stellen dicht mit Leuten beseht die mit stoischer Buhe und -größter Geduld ihre Leinen ins Wasser baumeln la.sen Oft verfam meln sich Mützige um diese Angler und sehen ihnen bei ihrer behaglichen Arbeit zu. Dann fehlt es nicht an spöttischen Bemerkungen und derben Scherzen, denn nur selten wird em .Araus gezogen. Aber das sprichwörtliche Mißgeschick der Pariser Angler ist glänzend widerlegt wor den, und zwar durch ein Llngler-^urnier, daS kürzlich auf der 3nsel St. Louis abgehalten wurde. Die^ grotze Zuschauermenge verfolgte die Mtun- gen der Kämpen mit einer Begeisterung wie ße sonst nur bei großen Sportereignißen aufgebracht wird. Ein deutlicher .,Anbiß rief laute Jubel rufe hervor, während die tatsächliche Bergung Ä!s j!ngen Karpfens ein solches Erstaunen erregte, als wenn es ein Walfisch gewesen wäre. An 'dem Turnier nahmen 250 Bel^rber teil, und eine kleine Armee von Schiedsrichtern war be­schäftigt, an jeden zweifellos aus der Seine ge- zoaenen Fisch ein Kärtchen zu heften und ihn Äs die Deute eines der Kämpfer auszuweisen. Der glückliche Gewinner in diesem homerischen Wettkampf war ein Mann, der in 1'/» Stunde 14 Zische fing: allerdings wogen sie eme nur ein halbes Pfund. Einer der Angler, der immer­hin eineErwähnung" erhielt, hatte als Er­gebnis seiner mehrstündigen Anstrengungen nur einen winzigen Stichling aufzuweUen.immerhin ist durch dieses Turnier, dem die Pariser Blatter lebhaste Schilderungen widmen, bewiesen worden, daß es tatsächlich Fische in der Seine gibt, woran schon mancher gezweifelt hat. Die edelmütigen Teilnehmer verzichteten auf ihre schwer erwor­bene Deute und überließen den ganzen Jang dem Hobel Dieu-KrankenhauS.

ftn ich Kinder zu erziehen hatte wurde ich das Körperliche sehr entwickeln, außerdem sie von srühauf zum Umgang mit Menschen anlernen kurz, das Gegenteil von mir. Als galten Mönch" bezeichnet s^> Holstein, wenn er. s h gutmütig, sehr väterlich, der3ze ^Wage äßet die Erziehung der Kinder und eine Gene­ration später der Enkelkinder gibt. Er andermal, wie jetzt fast alle Herren im Auswa tigen Amt Radfahren lernen, daß er oft altem nach Tempelhof hinaiiswandere^ daß zum e r ft en MaleAutomobile aus Sans ein getroffen seien,ein neuer interessanterSindruck imposant, aber unsinnig. Ob Holstein von seiner Augenoperation berichtet oder sich über

! schwer! (Ich nehme Teui Telephon, ^ch kann jetzt I nickt sicker sein daß ich abends, wenn ich m Pan- tosfeln säße plötzlich aus der Wilhelmstratze an-

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Mensch wie hundert andere, im elnfachen.b gedi&r Gesichtskreis, mit all seinen kleinen

unbebinat -was gegen das Geheinmisvolle, Mächttge der Erscheinung

Don Zulle Schlosser, (?bddottenburg.

Es gibt nun einen Welttier sch u Ö t a g (am heutigen 4. Oktober. D. Bed.), und das H schön. Denn dieser Tag kann, wenn er richtig be gangen wird, als ein Aufruf wirken, der sich an alle Gleichgültigen und ^M'^den immer stärker,dringender, inbrünstiger und so eine gesegnete Beunruhigung schafft, rind es wird auch sonst noch viel aus diesem neuen Ge- ben! t agge m a<b t werden. Er konnte zur Samm- E bet ©eDanten und zur äleberlegung un- goiäfter Probleme dienen, Besinnung auf die wesenblichen Dinge und zur Absage an Irrtümer.

Der Welttierschutztag bedeutet das Eintreten für eine wundervolle Sache: für das Becht der HilfSlosen und Preisaegebenen, denen nur durch und, niemals durch sie selbst geholfen werden kann. Auch wenig geachtet, angefochten und müh­sam ift diese Arbeit. Dies alles macht sie so groß daß sich eine Frage erhebt, vor der man fast erschrickt: Sind wir die rechten Vertreter für diese Sache? Leben wir so für sie, daß sie uns besser macht? Denn wo man an einer ernsten Sache nicht wächst, bleibt man meistens als zu klein für sie hinter ihren wachsenden Forderungen zurück. Wir dürfen nicht vergessen, daß wir für bie Tiere, die uns anvertraut sind, immer an zwei Fronten zu kämpfen haben: gegen die Geg­ner und gegen uns selbst. Das scheint eine selt­same Behauptung. Denn wir sind ja die Tier­freunde, die Helfer der Kreatur was sollten wir von uns selbst zu fürchten haben? .

ES ist aber so, daß gerade da, wo wir ganz sicher sind, wir mitten in eine Gefahr hinein­steuern. Und die Möglichkeit bedroht eine jede Liebe zu Menschen, zu Tieren, zu einer Land­schaft, zu einer Sache in Liebhaberei aufzu­gehen. Alle Liebe und Fürsorge ist in Lebens­gefahr, sobald sie nicht weiterlernt. Denn alle wirkliche Liebe empfängt ihre Anweisung zum Tun aus dem Wesen und den Bedürfnissen des anderen. Wer aber der andere ist und was er braucht, das haben wir nicht so rüsch wirklich erkannt, und vielleicht, nein, gewiß, toerben er und seine Bedürfnisse sich auch wandeln. Wir lieben gern, wie es uns selber paßt, und machen so das andere Wesen zur bloßen Sache. Daher kommen die merkwürdigen Begleiterscheinungen vieler »genannter Tierliebe, ilm ed kn ein paar krassen Beispielen nur wie kn Sinnbildern an- zudeuten: daher kommt das überfütterte Hünd­chen, der Waldvogel im Käfig, das Tlerheim. in dem die totkranke Katze mühsam aufge^pelt wird, während die Masse der Tiere au8 Mangel an Baum und Mitteln daneben tm Schmutz ver-

'Tun« selber stellt der Welttier. s ch u tz i a g Fragen, nicht nur an die andern.

Wie lebt das Tier, das ick bei mir habe . hat es wirklich, was es braucht? Was braucht es^ kenne ich es denn genug? Was weist eigentlich von ihm? Und wie komme ich noch besser hinter ^Vielleicht habe ich selbst kein Fier: aber da ich ja ein Tierfreund bin, gehen mich aNe Tiere an, nicht nur die meinen. Was tue ich denn für die, die in Bot sind? Lasse ich mir ihr Schicksal ein Anliegen sein, das ich in meine Gedanken auf­nehme? Ganz Praktisch und sehr prosaisch gefragt. Biskiere" ich die Grobheiten e nes PortterS^ um einer Hoskatze zu Helsen? Mißachte ich meine Müdigkeit und den großen Wunsch, es bequem zu haben, um für ein Tier, das mich braucht, einen Gang zu machen? 3n etwas größeren Wor- len ist das die Fraae, an der jede Liebe sich er­kennt: Wie weit gehen deine Opfer kraft und ^Sber nun ist damit die kritische Selbstbesinnung noch nicht zu Ende. Denn wir vertreten eine Sache die noch mehr ist als die Suninie_von Hilfeleistungen an einige Geschöpfe. Diese Sache ift eine ethische Forderung. Wir wollen in einem Bezirk^ des Lebens Dilliakeit statt Ausbeuterei. Güte statt Brutalität, Ehrfurcht statt Geschäfts­interesse zur Geltung bringen; dem Gewissen soll ein noch uneroberter Bereich gewonnen werden Was für ein großes und ernstes Unterfangen ist das! Daran dürfte man nur teilhaben. v^nn man bereit wäre, alles zu tun, damit eS eine uneigennützige Arbeit sei. Einer großen S^che zu

Auf Einladung des Arbeitgeberverbandes für Lahngau und Oberhessen veriammeltensich ge­stern nachmittag im Bureau deS Berbande- dte Vertreter der Orgamiationen, die vorigen Winter Träger des freiwilligen Hilfs Werks der Gießener W i n te r n 0 t hi lfe waren, zur Beratung der Frage, in ^cher Weise dieses Hilfswerk im kommenden Winter wieder durchgeführt werden soll. Daß

die TvinlerNolhilfe immer noch dringend notwendig ist, stand von vornherein für federmann fest und wurde im Verlaufe der (Beratungen waltungsaintmann Keitzer m Wg Wohlfahrtsamt noch in eindrucksvoller -Meie dargelegt. Herr Keitzer wies u. a. auf die Verminderung der UnterstützunaS«atze und der Benden hin, die eine wesentliche Schmä­lerung der Existenzbasis der Hilfs bedürftigen zur Folge hatte. Weiter teilte er mit, daß gegenwärtig in unserer Stadt rund 1200 Stadtarme, etwa 1000 Empfänger von Ar­beitslosen- und Krisenunterstützung, rund 4ov Empfänger von Kriegsbeschädigten- und ^rteger- Hinterbliebenen-, sowie Zusatzrenten, 350 Soztal- renter. 163 Kapitalrentner und 68 Empfänger von Zusahrenten aus der Arbeitslosen- und Krisenunterstützung, insgesamt also 3181 Hilf»' bedürftige vorhanden sind.

Wenn man die Zahl der hilfsbedürfttgen mit durchfch lllich 2,5 multipliziere, feien ungefähr 8000 hilfsbedürftige zu zählen, d. h. 25 v. h. der Bevölkerung auf die öffentliche Unterstützung angewiesen.

Bei dieser Sachlage ergebe sich von selbst, daß mit aller Tatkraft die W^nterno thilfe 19 32/33 durchgeführt werden müsse, obwohl mittlerweile die Zeiten für jedermann schwieriger 9 Die Versammlung beschloß, das WinterhilfS- werk wieder wie tm Vorjahre alsfreiwilltge Liebestätigkeit der Organisationen, aber

dienen um seiner eigenen Eitelkeit willen, ist eine Entweihung. Eine Entweihung ist eS auch, sie in der Seele zu tragen und in ihrer nahen Bachbarschast vielleicht allerlei dulden, waS kleinlich, häßlich, felge und lieblos ist.^bel ver­pflichtet", und was könnte mehr adeln und dadurch tiefer verpflichten als eine große Sache/ Außerdem: Wir suchen Menschen für unsere Gedanken zu gewinnen, der Tierschutztag ift 1» gerade zu einer solchen Werbung bestimmt. Witt­lich gewonnen werden sie aber niemals, wenn oe Vertreter einer Idee nicht durch sem ganze» Wesen wirbt. Wir haben zu unserem Glauben und Hoffen einzuladen, aber wir laden bestimmt niemand ein, wenn man uns nicht etwas anspürt von der disziplinierenden Kraft und ber tapferen Liebe, die die Voraussetzung alles dessen sind, waS wir erreichen wollen. .

3n rechter Weise Tierschutz selben und zu Menschen lieblos sein, ist unmöglich. Di-JEier- rechtssrage wird nicht gelöst gesondert von den andern großen Aufgaben des Lebens; gerade ihre Verwobenheit mit ihnen beweist sie ia als eme der dringendsten Kulturaufgaben. Daß sietrotz dem so oft für sich'allein gesehen und behandelt, freiwillig in den Winkel gebannt worden ist, hat ihr sehr geschadet. So wie es ihr geschaht hat daß sie selten durchgedacht, selten gerecht und wirklich groß dargestellt worden ist.

Wenn jemand ein rechter Freund der Tiere fein will, dann bedeutet daS überragend viel mehr, als es auf den ersten Blick schein^ Erkennt er das, so wird die Ausgabe ungleich schwerer als sie war, aber auch viel ebler. be- deutsamer und verheißungsvoller^ Sie verliert ihre willkürlichen und kleinlichen Grenzen, aus Liebhaberei wird Liebe.

Leben verdeckt, zu lichten. Seine Briefe wer- denverösfentlicht. Briese die der Darcm an eine Frau schrieb, mit der ihn eme tiefe Ölet, gung verband. Hnb hinter dem Schleier der Le- Senfe enthüllt sich ein Mensch,, der S» der po­litischen Beurteilung, die gemeinhin gilt, wenig paßtz In der Groß^eerttistraße in Berlm. emer einfachen, bürgerlichen Straße bewohnt der Ge­heime Rat Holstein eine kleine Iunggesellenwoh- ming tm Parterre, über einem Zigarrenladttu Sein Schlafzimmer geht auf einen engen, triften Hof, ist ebenso altmodisch möbliert wie bie beiden Dorderzimmer. Hier ist der Baron von Holsts am 8. Mai 1909 gestorben. Und von dieser Woh. nung aus schreibt Holstein an ^>ze , seine Kusine

unter Führung des städtischen Wohlfahrtsamtes in die Wege zu leiten. Den Vorsitz wird wiederum, wie im Vorjahre. Derwaltungsamtmann K e i h e r vom städtischen Wohlfahrtsamt fuhren. Da aus de7 vorjähAgen Winternotbilfe ein Darbestand

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1000 Mark) weitere Mittel hinzukamen.

stehen dem freiwilligen hilfswerk zur Zeit etwa» über 3000 Mark zur Verfügung.

Oie erste deutsche Äiber-Zarm.

Zur Erhaltung der letzten Elb-Bieber besteht zwischen Anhalt und Magdeburg eine Kvlonie, öle unter Baturschutz steht. Während diese An­lage nur der Erhaltung eines .,Battlrdenkm<^s gilt, hat man in neuester Zeit au8 praktischen Gründen eine Diber-Farm eingerichtet, die die Bedeutung des Bibers als Pelzlieferanten dar- tun soll, lieber diese erste deutsche Freiland- Diberfarm, die se" dem Spätsommer 1928 mit kanadischen Bibern in DmnieS bn DorkoW m Mecklenburg eingerichtet wurde, berichtet Dr H. W. Frickhinger in der Frankfurter Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik

Die Umschau". Der Biber kann nur in einem Gelände mit fliehendem Was^r gedelhembessen Fläche an ben Rändern mit Schilf und Wasser­hosen bewachsen ist. Außerdem müssen Weichhol- ,,er wie Pappeln. Weiden, Erlen usw. vorhanden sein da der Biber sich von der Rinde der Stamme und den jungen Blättern nährt und das entrindete Holz zum Bau von Burgen und Dämmen benutzt. Der Wasserstand darf nie so niedria sein daß das Wasser im Winter ganz zufnert denn der Biber hält keinen Winterschlaf und muß daher die Mög­lichkeit haben, unter der Eisdecke zu sHwimmen. Alle diese Forderungen sind nun aus der Biber- Farm in Dinnies erfüllt. Um den Tieren auch daS für sie wichtigste Holz, die Pappel, zugänglich zu machen, hatte der Züchter zahlreiche dieser ?3äume angepslanzt und um den See herum eine Reihe künstlicherBurgen erbaut, die teNs aus feffem Aftaerüst teils auch nur mit Schilf um­kleideten Holzkisten bestehem 3n.diese mit sicher flnrnfnlt vorbereitete Farm wurden 1928 12 paar W - Ä-dl unv sch-m im sunt 1929 »elgKn ito bie X 3ungtie«. Ser Diberbe,taub ist beute aus 60 Tiere angewachsen, doch konnte das Enfe etoa 203 DiLrn zur Wohnstätte dienen. Jedenfalls ist mit dieser P'vnier-Arbeit gezeigt, daß die Züchtung de« Bibers rn Deutschland mög­lich ist, und manche sonst brach l^regenden Teich - und Forstgebiete könnten dazu benutzt werden.

Oer Giräsling als Erfinder.

In einem kalifornischen Gefängnis sitzt ein Sträfling, der es in seiner Karriere als Einbrecher

Gaben für die Baseler Mission.

Wie wir den Mitteilungen des Oberh^sifchen Mifsionsoereins für Bafel entnehmen wurden im vergossenen Jahre 1931 lm ganzen 416,1» Mark an Mifsionsgaben für die Baseler BJhflwn In Qbex Hessen aufgebracht. Don disfer Summe entfallen auf Kollekten bei MifsionsprSdigten und Misslonsiesten und an freiwilligen Gaben 6115,04 Mark, auf die Mifsionsdankesbüchsen 571,28 Mark und auf den Ertrag aus der chalbbatzen-kollekte, die unter den Opfern an erster Stelle steht, 8729,91 Mark. In de chalbbatzenkolleskte steht das Dekanat Gießen in der Gebefreudigkeit an der Spitze aller Dekanate in Oberhessen mit 2296,08 Mark, und zwar ist es hier die Pfarrei Beuern mit 203,10 Mark (das sttrund 20 Pfennig auf den Kopf der Gememdeglisder), die die beste ^urchlchnittsleistung der Dekanatspfarre en des Dekanats Gießen aufweifen kann. Weiter betet- Katen sich an der chalbbatzenkollokte im Dekanat Gießen Allendorf a.d.Lohn mit 99,95 Mark, Allen- darf a.d. Lumda mit 60 Mark, Alten-Bus eck mit 64,10 Mark Gießen mit 346,85 ^a/k, Garbenteich mit 54 60 Mark, Grohen-Buseck mit 135,30 Marr, ®ro6en.ßlnb,n mit l«.9O Bart, «clnÄenaX 50 Mark, Kirchberg-Lollar mit 255 Mark, Lew aeftern mit 218,65 Mark, Rodgen-Annerod mit ?07,60 Mark, Steinbach-Albach mit 180 Mavk^Trois a. d. Lumda mit 183,51 Mark^ Watzenbmn-bein- b-ra mit 168,52 Mark und Wieseck mit 20 Mark. Don den übrigen Dekanaten in Oberhessen samme- ten in der Haibbatzenkollekte das Dekanat Biidingen 85.3,59 Ttt., Qrkbb.rg 975^4 Ttf Sd>oü,n 690 Mark jungen 934,21 Mk., Nidda 453^67 Ttt, Als- seid 630,40 Mk., Lauterbach 407,10 Mt, Grmcherg 808,78 Mk. und Nodheim (Kreis Friedberg) 679,34

Mark. e

"Hilfsmaßnahmen für woh n u n g S - lose ReichSbeblenstete. Der Reichs arbettSminister hat Destimmunaen erlassen, nach benen für Gewinnung von Wohnungen für woh nungslose Reichsbedienstete (Deambe. Bngestellt^ Arbeiter bed Reiches) durch Teilung größerer Wohnungen Beihilfen gegeben werben. Die Bei Hilfe beträgt grundsätzlich die Hälfte der Umbau» »osten Anträge auf Gewährung derartiger Bei­hilfen sind an die Lanbesfinamämter du rften.

** Straßensperrung, mitgeteilt vorn Ober hessischen Automobil-Club D. (A-v. D-), Gieße . Wegen Ausführung von Kleinpflasterarbeiten wird die Ortsdurchfahrt Herbste n im W bet vinzialstraße LauterbachSelters ab 6. Ott ober für jeglichen Berkebr gesverrt. Umleitung uberRixfeld--- StockhausenAltenschlirf bzw Engelrod-Lanzen hainZlbeshaufenAltenschlirf.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Nochmals der Alte Friedhof.

In Nr. 222 desGießener Anzeigers" fragt ein ehemaliger Mitbürger nach einem Besuch des.Alten Friedhofs, enttäuscht, ihn so verändert zu stnden. Mußte das fein'? Auch mir Einheimische, die w r den Friedhof lieben fo wie er ist, fragen: Mutzte das (ein? Noch ift der Friedhof (einer Bestimmung nicht ganz entzogen. Noch wind mancher Burger auf ihm zur letzten Ruhe gebracht. Mcy iuchen zahl­reiche Trauernde in seiner stillen Schönheit, an den Grabern ihrer Lieben, sich ganz in (Erinnerung an sie zu versenken. Nirgends kann man das ungestör­ter als dort. Kein Straßenlärm dringt bis bah n, keine Gleichgültigen stören die Weihe des Ortes. Ein Friedhof im wahrsten Sinne des Wortes ist er,

Der eine ober andere alte Beainte der Wilhelm­stratze, wenn er in nebelschweren Aachten spät das Amt verlätzt, noch bie Dlsion des alten, gebückten Geheimrats haben, der mit Zylinder und Regen schirm, immer na^e der Häuserwand, mit kurzen Schritten dahineilt. .Die S/aue Smtn-nz unter diesem Ramen kennt ihn die Welt. Aber auch die gute und objektive Geschichtsforschung weiß nicht sehr viel über diesen Mann auszusagen auck in ihrem Bild ist der Mann nur ein grauer Schatten, ilnb doch weist die Geschichte diesem Mann eine der großen hrst orrf ch en R o l l e n zu, die das Spiel auf der Weltbühne des ausgefenden 19. und beginnenden 20. 3ahr> Hunderts ttitsch^iden. Die Schwenkung von der Rußland ° Politik Bismarks zur Eng land-Polltlk Wilhelms des Zweiten, "ibinter die­sem Vorgang steht im Schatten die Graue Erni- n^n®ÄÄm^'2iat.-ato in feinem Zimmer saßen die fremden Botschafter, , unstHt° bare, enge Fäden knüpften sich zwischen ihm und maßgeblichen Politikern in fast allen europäischen Hauptstädten. Die Macht des Barons Holstern war groß und unsichtbar Sie lag nicht zuletzt in seiner Verborgenheit. Standhaft wies der Ge­heime Rat mehrere Male die Chance zurück, zum Staatssekretär auszutticken. Denn der Ehrgeiz, der | ihn beseelte, war nicht äußerlicher Art. Bismarck spürte die geheime Macht des Gehirnen ^0.18. Aber selbst in seinen stärksten Augenblicken wagte er es nicht, Holstein zu verdrängen, kein an­derer hat den Mut dazu besessen. Die Traue Gmv- nenz blieb und noch zu seinen Lebzeiten schlang sich um Holstein die Legende- Man malte ihn oft schwarz und selten weih, schob ihm die Verantwortung für die gtoben unb ge­fährlichen Geschehnisse der Politik zu. Hnb es wurde nicht unterlassen, hinzuzufugen, daß er auf Grund seiner Geheiminformationen Mil­lionensummen an Dörsenspekulati. o n e n verdient" habe, datz er an Berf2lg""25n»"b

Duch .Wtlb-ImII." Solftdn fo ätlg».

Oie Briefe derGrauen Eminenz".

Legende und Wirklichkeit im Leben des Barons Holstein.

2da von Holhendorff, die ftch mit dem «,t. tprautßb^fther Alfred von Stiilpn a g e l D a r w i h ^verlobte, während Holstein als Saget bie brasilianischen Steppen und Sumpfgegenden burchwanderte. Damals bestand schon die.Äeun - schalt zwischen Fritz von Holstein und 3ba von Stülpnagel, die beinahe ein halbes 3ahrhu^de t dauerte. Holstein kam dann an die Deu^che Bot sch ast nach Washington und erst viel später nach Berlin, in sein historisch^ Wirkungsfeld, das Auswärtige Amt. Stän^g aber hat Hol stein seiner Freundin 3ba von Stulpnagel Briefe geschrieben. Sehr warm und menfchlich stnd diese Briefe, handeln meist von einfachen, menschlichen