Eröffnung der Deutschen Lustsport. Ausstellung in Berlin.
Großer Z-luatag in Tempelhos. - Vorführung eines großen Luftangriffs.
Die d e u t f ch e Lufts Portausstellung Berlin 1 932 (D e la), die zum erstenmal in diesem Umfang die Entwicklungsgeschichte der Lust« schiffahrt zeigt, rourtie in Gegenwart von etwa 1000 Ehrengästen eröffnet. Es waren Vertreter fast sämtlicher Reichs, und Staatsbehörden, der Wissenschaft und Wirtschaft, sowie zahlreiche Vertreter des diplomatischen Korps erschienen. Außerdem die bekanntesten Pioniere auf dem Gebiete der Luftschiffahrt.
Oberbürgermeister Dr. S a h m betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß Ausstellungen sich heute nicht nur darauf beschränken dürften zu zeigen, was geleistet worden fet, sie müßten sich vielmehr bewußt in den Rahmen der Kräfte eingliedern, die gewillt und entschlossen seien,
Herr zu werden über die entscheidenden Aufgaben der Gegenwart und Zukunft unseres Volkes.
Der Vorsitzende des geschäftsführenden Präsidiums der Dela, Staatsminister a. D. Dominicas er- klärte u. a.: die Frage, ob man es in der heutigen wirtschaftlichen Notzeit verantworten könne, zugun- sten des Flugsportes eine solche Ausstellung aus- zubauen, könne unbedenklich bejaht werden. Der Flugsport könne von sich sagen, daß er ein
Pionier der Wissenschaft, der Wirtschaft und des Verkehrs
gewesen sei. Der deutsche Luftsport lebe zur Zeit unter ganz besonderen Bedingungen. Er leide nicht nur unter den Auswirkungen der allgemeinen Bot, sondern sei darüber hinaus durch ganz besondere Beschränkungen belastet. Am heuigen Tage zieme eS sich, wieder einmal mit aller Offenheit darauf binzuweisen, daß noch heute daS Pariser Luftfahrtabkommen von 1926 bestehe, das den deutschen Behörden die materielle Unterstützung des Motorflugsports untersage. 3m Sportleben gelte daS Wort „Fair p I a y". Man warte in Deutschland schon jahrelang darauf, daß die elementaren Forderungen des Sport- lebens von den anderen Nationen Deutschland gegenüber auf dem Gebiete des Motorflugsports anerkannt würden.
Neichsverkehrsminister Freiherr v. Gltz-Rübe nach überbrachte die Grüße deS Reichspräsidenten und sprach folgenden Sröffnungsspruch: 3ch gedenke der Wiedererweckung der deutschen Luftfahrt auS tödlicher Lethargie durch die
Hochleistungen der ersten Segelflieger auf der Rhön!
Ich gedenke der Opfer an Blut und Gut, welche die deutsche Jugend für den Luftsport und damit
für die Erhaltung des Luftfahrtgedankens m einem Jahrzehnt schwerster auhenpoltp'cher Kne- belung und drückendster wirtschaftlicher Rot gebracht hat! Das Baterland wird dieser deutschen Jugend für ihr „Dennoch" ewig Dank wi!,en. Ich danke allen, di« sich um die Abstellung verdient gemacht haben. Der deutschen Luftfahrt wünsche ich Freiheit und Kraft! Ich eröffne bte Deutsch« Luftsportausstellung.
Der vom Deutschen Suflfahrtverband
auf dem Flugplatz Tempelhof veranstaltete Vela-Flugtag
gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. 25 000 zahlende Zuschauer hatten sich eingefunben._ Die Flugveranstaltung begann mit einem Geländerennen. Fünf Albatrosflugzeuge führten dabei einen Gruppenflug vor und zeigten wohlgelungene Zormationswcchsel. Einen außerordentlichen Eindruck von den Leistungen des schnellsten europäischen Verkehrsflugzeuges gewann man aus dem Flug des schweizerischen FliegerS Mittel- Holzer. der eine Geschwindigkeit von reichlich 300 Kilometer in der Stunde entwickelte. Den Höhepunkt der Beranstaltung bildete ein
Luftangriff auf eia Jndustriewerk,
der von 95 Flugzeugen ausgeführt wurde. Mit diesem Luftangriff wurde ein Massenfchauspiel geboten, wie es in Deutschland noch nicht gezeigt wurde, wie es aber in jeder französischen oder englischen Kleinstadt heute zu den üblichen Sonntagsveranstaltungen gehört. Alle 95 Flugzeuge waren gleichzeitig in der Luft. Eine am Südrande des Flughafens gelegene Fabrik war als Angriffsziel ausersehen. Durch die Warnvorrichtung wurde d;e Belegschaft der Fabrik, die in diesem Falle als em kriegswichtiges Werk angesehen wurde, alarmiert, um in die Unterstände abzurücken. Gleichzeitig mit dem Warnsignal erfolgte die Vernebelung des Wer« kes, gegen das nun die Flieger ihre Angriffe richteten. Die Flugzeuge stießen durch die Nebelbank durch und warfen ihre Bomben auf das Werk und bewiesen damit, daß
jeder passive Luftschutz unzulänglich
ist, wenn er nickt durch militärische Abwehr von der Erde aus, durch Flugzeugabwehrkanonen aus der Luft und durch militärische Flugzeuggefchwader er- 0 werden kann. Der Ernst der Lage, in der sich
chland im Kriegsfälle befinden würde, wurde den Zuschauern so aufs deutlichste vor Augen geführt. Der Angriff mußte trotz der passiven Abwehr als voll gelungen betrachtet werden. Das Werk wäre im Ernstfälle restlos zerstört worden.
Empfänge bei Hindenburg.
Berlin 3. Okt. (TU.) Der Reichspräsi- dent empfing heute vormittag eine Abordnung des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyff häuf er" unter Führung des Generals der Artillerie a. D. v. Horn, der ihm die Glückwünsche der im Kyffhäuserbund zusammengeschlossenen deutschen Äriegeroereine überbrachte. Anschließend empfing der Reichspräsident die Bundesführer des St a h l he l m s zur Entgegennahme der Glückwünsche des Stahlhelms. Es folgte eine Abordnung des Deutschen Offizierbundes unter Führung des stellvertretenden Bundespräsidenten Generalleutnant a. D. v. Below, die ihm die Glückwünsche der Offiziere der alten Wehrmacht überbrachte.
Die Glückwünsche des Auslandes.
Berlin, 3. Okt. (TU.) Dem Reichspräsidenten sind aus Anlaß seines Geburtstages seitens zahlreicher Staatsoberhäupter und Regierungen Glückwünsche zugegangen. So haben u. a. telegraphische Glückwünsche gesandt: Der Kaiser von Japan, die Könige von Bulgarien, Dänemark, England, Italien, Norwegen, Schweden und Siam, der Reichsverweser des Königreichs Ungarn, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der österreichische Bundespräsident
und die Präsidenten von Finnland und Litauen, sowie der italienische Ministerpräsident Mussolini.
Glückwunsch der evangelischen Kirche.
Berlin. 3. Okt. (XU.) Dar Präsident deS Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses und des Evangtellschen Oberkirchenrates de. AltpreuhischenKirche, D. Dr. Kappler, hat zum gestrigen Sonntag dem Reichspräsidenten das folgende Telegramm gesandt:
„Dem hohen Führer deS Reiche«, der in un- erschütterlichem Gvttvertrauen und in rastloser Hingabe alle feine Kraft Im Dienste unseres Vaterlandes opfert, bringen zu Beginn des neuen Lebensjahres die im deutschen evangell - schen Kirchenbund zusammengeschlossenen Landeskirchen, insonderheit auch die evangelische Kirche der Altpreußischen Union als Heimatkirche des Reichspräsidenten, in unwandelbarer Dankbarkeit und Verehrung ihre innigsten Segenswünsche fürbittend dar.
Feierliche Abholung der Feldzeichen aus der Reichskanzlei.
Berlin, 3. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die gestern aus Anlaß des 85. Geburtstages des Reichspräsidenten in demArbeitSzimmer
neuntes vmSwis
Roman von Hertha Fricke
Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau
(Schluß.)
Das DoktorbauS liegt jetzt draußen vor dem Tor des stillen Gartens, und feine Fenster schauen hinunter in ein schönes Tal. Rur der Professor Martinik, der alte Junggeselle, der wohnt in dem großen Haus«, das m dem ummauerten Garten steht, und will dort bleiben. Denn er hat nur «ine Liebe auf der Welt, das ist die Wissenschaft.
Aber wenn es Sonntag ist, dann geht er hinüber zu AndresenS in das schöne Heim. Dort spielt er mit dem Bübchen, und Frau Eva-Marie schenkt er Blumen. Dann beneidet er seinen Assistenten und Freund ein ganz klein wenig. Ob in seinem Innern auch so ein süßes kleines Märchen gewohnt hat? Er läßt sich gar so gern von Frau Eva-Marie daS Lied singen: „Wenn ich wüßte, daß ich dich wiederseh' ..."
In Port Said lag ein großes, weißeS HauS. Es leuchtete durch die Rächt im gleißenden Mondlicht. Hoch am Himmel hing der alte Mond, 'grob uttb rund und glänzend, und schickte seine Silbcrgrüße in die kohle Wüste hinaus. Braune Kamel« stand«n am Ufer deS Meeres, und weißgekleidete Gestalten nahmen ihnen daS Zaumzeug ab und die bunten Decken. Ueber den Palmen stand das Kreuz des Südens.
Aus dem Säulenplah vor dem flachen Hause war «in bambusgeflochtener Liegestuhl. Auf dem lag ein schlanker Fremdling tm Fieber.
'Heben ihm saß einer der braunen Männer, die hier wohnten. Sin WeißeS Tuch schlang sich um seine hohe Stirn, und ein paar gronc. nacht- dunkle Augen schauten zu dem Kranken hinüber.
„Geht «S dir besser, Fremdling?' fragte et mit tiefer, weicher Stimme.
„Ich glaube nicht, Ramatsarla! Du weißt, bah es mir nicht gut geht! Aber eS tut mir wohl, daß ich bet dir fein und mit dir sprechen kann!"
..Verlanast du nicht heim, Klaub«? Euer Schiff mußte reisen?" 6t nahm dem Malaien eine
Schale mit einem kühlen Getränk ab und mischte etwas hinzu.
Der Fieberkranke legte sich aus die Seite. „Ach nein, laß das Schiff fahren! Was soll ich zu Hause, Ramatsaria! Unser« Flotte ist tot! Sie liegt auf dem Meeresgrund! Unsere schöne, tapfere, stolz« deutsche Flotte!"
„England?" fragte leis« RamatfariaS dunkle Stimme.
„Rein, England nicht!" antwortet« der fieberkranke Mann. „England sollte sie nicht haben. So senkt« «in deutscher Held sie hinunter auf den Boden des Meere-! Konnte die deutsch« Flott« nicht r«tten, rettete aber di« Ehr«! Gott sei Dank!" Er atmete tief auf.
"Dieh, in welchem Glanz der Stern dort strahlt!" sagte Ramatsaria und zeigte da- leuchtende Sternbild auf dem dunkelblauen Sammet de» tropischen Rachthimmels. Er wollte seinen kranken Gast nicht traurig sein lassen.
Klaus Behren- sah hinauf zu dem glänzenden Polarstern, dem Sinnblld der Treu«, der Festigkeit. „Dhruva!" sagte er verloren und dachte an seinen kleinen silbernen Gott auf dem blauen Schrein: „Tausend Jahr« sind eine kurz« Spanne Zeit!"
Der braune Mann nickte. „Wer das erkannt«, steht über Zeit und Traurigkeit!" sagte er, bann erzählte er die Geschichte von dem Besiegten, her vor seine- Sieger- Wagen gespannt ist und auf bas Rad sieht und lacht und lacht!
„Was lachst du, Sklave!" fragte bet Sieger.
„Weil bas Rab sich dreht!" antwortete bet Besiegt«. „Was eben unten war. ist jetzt oben, unb was jetzt oben ist. wirb halb unten fein. Du bist jetzt oben, weil du gesiegt hast? Und darum lache ich. weil das Rad sich dreht!"
„Darum fei nicht traurig, mein kranker Freund!" tröstete bie sanfte Stimme. „England ist jetzt oben! Lach« nur! Ein Volk, das sich in Hochmut und Dünkel das Herrenvolk der Grde nennt, das mit Falschheit und Geld erobert und nicht nach der Weisheit des Ewigen sieht, das zieht ja selbst mit diesem Hochmut das Gericht herab, zieht alle die bösen Kräfte an, nach ctotgen Gesetzen, die e- vernichten müssen. Meinst du, deutscher Mann, «s macht auf Befehl Gottes bie Völker zu Sklaven, übet die e- durch Lift unb Falschheit gesiegt hat? Es ist ja letzt oben.
Frembling, es ist oben! Aber wie sagt Dhruva? Tausend Jahre sind eine kurze Spanne Zeit! Gs währt nicht tausend Jahr«, Freund, cs währt nicht hundert! Auch nicht bie falschen Tiere der Wüste werben Herren der ®rbe sein!" „Warum bist bu so gut zu mir, Ramatsaria?" fragte der kranke Mann getröstet.
Da wurden Ramatsarias Augen noch dunkler. „Weil bu einer von benert bist, die England trotzten, Klaube!" Er lieh ihn aus der Schale trinken unb legt« ein feuchtes Tuch auf sein Herz. Eine Welle war es ganz still. Rur bi« Palmen rauschten leise, unb Die Sterne funkelten groß unb hell.
„Du sprichst so gut Deutsch wie Englisch!" sagt« Klau- Behrens betounbernb zu Ramat- jaria.
„Ich sprech« fünf Sprachen!" antwortete dieser, aber ohne jeden Stolz, so wie man einfach eine Tatsache erwähnt.
„Warst bu in Deutschland?" fragte Klaus Behrens.
„6« ist möglich, ich weiß es nichts' antwortete der Inder.
„Da- mußt du doch wissen!" lächelt« der Kranke. „Ich weiß es nicht!" wiederholte der Mann. „Vielleicht in meinem früheren Leben! Denn mir ift es, als ob ich dich schon lange liebe!" Er legte seine schmal«, braune Hand auf bie Stirn des Deutschen.
Die Rächt wurde dunkler und kühler. Ramat- faria lieh feinen kranken Gast in Da« HauS bringen.
^rben!" flüsterte Klaus matt. Er Mit« sich sehr schlecht.
lvirst sterben, unb ich werde auch ster- f^unblld) unb ruhig der weise Mgnn. qTh daß eS em« kurze Spänne
Kjett lst, bah mir in ein anderes Leben hinein- Azoren werden! Und wenn bu treu warst, wie SVtlk banr ?"st du glücklicher mit Glicht hast, In diesem neuen tD»f ?u,..au^ dein Vaterland sehen, frei unb ohne Ketten!
'S®.1*. ®r Sait« rot« Stecken m ®cn4t. St ffebetie Hättet, und fein Her, totug «iligtt. 3mmtt schneitet und immer mal- ter. Dann war chm, al« hdre er feine Stimmen. Die sangen ein sühes Lied: r ermunen.
Hindenburgs aufge ft eilten Fahnen feiner ehemaligen Regimen ter wurden heute mittag von einer Kompanie Der Ber- linet Wachttruppe wieder e^ngeholt. Bei ihrem Kommen erschien der Re i w s p r Ssi dent vor dem Eingang der Reichskanzlei, begrüßt von Hochrufen der in der Wühelmstrahe angesamrnel- tenWenschenmenge. 2lm Fenster der Reichskanzlei standen zahlreiche Offiziere der alten Armee, bei ihnen der Stahlhelmsuhrer Seldte, der gerade mit einer Abordnung beim Reichspräsidenten war. Die menge fang beim Abmarsch der gruppe da- Deutschlandlied.
Aus aller Welt.
„Graf Zeppelin- wieder daheim.
Friedrichshafen, 4. Okt. (WTB. Funkfpruch.) Das Luftschiff „Graf Z e p p e 11 n" ist heute um 6.58 Uhr gelandet.
Paris, 4. Oft. (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat gestern nachmittag im Flughafen von Barcelona kurz Station gemacht. Während der festen Landezeit waren der deutsche Konsul in Barcelona und der Bürgermeister von Barcelona an Bord des Luftschiffes gestiegen. Präsident Macia hatte durch FunkspruH im Namen Kataloniens und der Regierung der Republik eine Botschaft an das Luftschiff gerichtet, das, wie er erklärte, d e r S t ol z D e u t s ch l a nd s und der Ruhm der modernen Zivilisation sei. Er danke dem Luftschiff für seinen Besuch, den er als eine Ehrung für Katalonien In dem Augenblick ansehe, in dem dieses seine Freiheit wieder erhalten habe. Oberst Macia brachte seine Wünsche für den Reichspräsidenten von Hindenburg zum Ausdruck und beendete seine Radioansprache mit einem Hoch auf Deutschland. Das Luftschiff hat auf die Begrüßung geantwortet.
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Das Luftschiff begegnete übrigens auf der Heimreise von Südamerika in der Nähe des Roccas- Fellen südlich vom Aequator den auf dem Wege nach Trinidad befindlichen Kreuzer „Karls- r u h e". Das Luftschiff begleitete im Licht der Scheinwerfer den Kreuzer längere Zeit. Beide Schiffe tauschten Signale und Abschiedsgrüße aus und setzten bann ihre Reise weiter fort.
Tschechischer Offizier schießt zwei Deutsche nieder.
Wie aus Eger gemeldet wirb, geriet dieser Tag« in Falkenau ber tschechische Offizier Zbenek Riva, als er in Begleitung einer Dam« «in Gasthaus verlieh, mit mehreren deutschen Zivilpersonen in tätliche Auseinandersetzungen. Er gab aus seinem Revolver mehrer« Schüsse gegen bie Zivilpersonen ab, von denen der arbeitslose Anion Frank von zwei Lungenschüssen unb der Fleischergehilfe Andreas Heidler von einem Bauchschuh getroffen wurden. Von deutscher Seit« wirb behauptet, bah die tschechische Gesellschaft bie Deutschen unerhört beschimpfte, währenb die Tschechen erklären, sie seien von den Deutschen belästigt worben. Der tschechische Offizier trug eine Kopfverletzung davon.
Drei Dampfer an der finnischen Küste unlergegangen.
Auf der finnischen Seite des Bottnischen Meerbusens haben sich drei schwere Schiffskatastrophen ereignet. Zuerst strandete der schwedische Dampfer „Start" aus Gotenborg unb wenige Stunden später ganz in der Rähe der griechische Dampfer „Georgios" und der finnische Dampfer „Else". Der finnische Dampfer ist zuerst untergegangen. Die Besatzung konnte unter großen Schwierigkeiten gerettet werden. Dann ist auch der schwedische Dampfer „Start" gesunken. Hm die 30 Schiffbrüchigen auf dem großen griechischen Dampfer „Georgios" befanb man sich In größter Sorge, da die Rettungsboote von ber Brandung weggespült sind und die 8O3-Radio- signal« gänzlich aufhörten. Später glückte es jedoch einem Rettungsboot, an das Wrack heranzukommen und nach großen Mühen 15 Mann der Besatzung zu retten. Diese waren halb erfroren unb so mitgenommen, bah an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Der „Georgios" ist zuletzt untergegangen. Die noch an Bord befindliche Besatzung konnte gerettet werden. Da des hohen Seeganges wegen das Rettungsboot nicht an das Wrack herankommen konnte, muhten die Schiffsbrüchigen ins Meer springen. Wenige Augenblicke, nachdem ber letzte Matrose gerettet war, barst der Dampfer entzwei und versank. —
Eigentümlicherweise sind vor mehr als einem halben Jahrhundert, nämlich am 5. Oktober 1876, ebenfalls drei Schiffe — zwei norwegische und «in schwedisches — an genau der gleichen Stelle im Bottnischen Meer untergegangen.
Fünf Tote
bei einem Bootsunglück im Golf von St. Malo.
Ein folgenschweres Bootsunglück, bei dem fünf Perjonen denTodindenWellen fanden, ereignete sich in der Nähe von Aoranches im Golf von St. Malo. Trotz heftigen Sturmes hatten drei Einwohner der Stadt in Begleitung von zwei Frauen eine Segelfahrt unternommen, wobei das Boot kenterte und alle fünf Inf asten ins Meer fielen und ertranken.
Schwere Zuchthausstrafen wegen Mißhandlung.
Das Gleiwitzer Eonderaericht verhandelte in dreitägiger Sitzung gegen sieben Angeklagte, die am 30. Juli d. I. einen Kaufmann, der der Zentrumspartei angehört, aus politischen Gründen schwer mißhandelt hatten. Das Gericht verurteilt« einen Angeklagten zu zwei Jahren und einen Monat Zuchthaus, einen weiteren zu zwei Jahren Zuchthaus, einen anderen zu zwei Jahren Gefängnis unb drei Angeklagte zu sieben, sechs unb fünf Monaten Gefängnis. Ein An- geflagter wurde freigesprochen.
Karl Strecker zu Gefängnis begnadigt.
Die auS Potsdam gemeldet wird, ist den Gnadengesuchen des Verbandes deutscher Erzähler und des Schwurgerichte^ für den wegen Brandstiftung verurteilten Schriftste^erKarl Strecker ftattgegeben worden. Die einjährige Zuchthausstraße Streckers wurde in eine Gefängnisstrafe von einem Jahr umgewandelt.
Rauschgiftschmuggter verhaftet.
Aus Hermeskeil (Hunsrück) wird gemeldet: Im Hochwaldort Pülert stieß ber Oberlanb- jägermeifter von Hermeskeil in einer Gastwirtschaft auf zwei Leute, bie ihm verdächtig schienen. Einer der Beiden macht« sich bald davon, ber zweite wurde jedoch von dem Beamten in dem Augenblick, als er sich zu den vor dem Haus« abgestellten Fahrrädern begeben wollte, festgeh alten. Die älntersuchung des Fahrradgepäckes förderte 84 Ampullen Morphium und etwa eine halbe Million Z l g a r e t t« n p a p ie r zutage. Der junge Mann wurde verhaftet unb dem Amtsgericht zugeführt. Er bestritt, gewußt zu haben, daß sich in den Rucksäcken bie Schmuggelware befunden hat.
Bestätigte Todesurteile.
Das Reichsgericht in Leipzig bestätigte bie vom Schwurgericht Hamburg gegen den Kraftwagen- sührer Gerhardt und den Kutscher Friedrich Gerner wegen Raubmordes ausgesprochenen Todesurteile. Die beiden Angeklagten batten am 12. August 1931 einen Kaufmann Überfällen, mit einem Hammer erschlagen unb alldem Kontor Geld, Wertgegenstände unb Kleidungsstücke entwendet. — Ferner wurde ein vom Schwurgericht Greifswald erlassenes Tode-urteil gegen den landwirtschaftlichen Arbeiter Wilhelm K n a a ck rechtkräftig bestätigt, ber im August 1931 den Rachtwächter Morack des vom Grafen S t o l l b « r g bewirtschafteten Gutes Schlemmin in Vorpommern ermordet unb in ben Duts- teich geworfen hatte. An feiner Stelle war ursprünglich fein Kumpan, ber auf dem gleichen Gut beschäftigte Arbeiter Fiblikowski, wegen Mordes zum Tode verurteilt, dieser Schuld- <- sprach aber vom Reichsgericht aufgehoben wvr- 1 b?h.
Don wild gewordenen Stieren getötet
Rach einer Havasmeldung aus Villa Franca de Tira (Spanien) wurden dort zwei Personen von au-gebrochenen Stieren ge t ö - t c t und eine Reihe anderer zum Teil schwer verletzt. Die Stiere befanden sich auf dem Wege zur Stierkampfarena unb rissen sich unterwegs los. Sie konnten erst nach einer wilden Jagd durch die Straßen der Stadt unschädlich gemacht werden.
Raubmord auf einen Landbriefträger.
Aus Reumarkt (Schlesien) wird gemeldet: 3m Walde bet Grünthal wurde der ßanbbrief* träger Barn erschossen cufgefunben. Dam befanb sich auf dem Dienstweg« und führte Rentengelder mit sich. Wieviel ihm geraubt worden ist. steht noch nicht fest. Di« zuständigen Mordkommissionen haben sofort die Ermittlungen ausgenommen.
„Wenn ich wüßte, ich könnte dich Wiedersehn, An jener Küste, wo taufend Palmen stehn. Wo di« Stern« uns so nahe sind, Dunkler Rachen, bring mich hin geschwind." Die Sterne wurden immer größer, tarnen immer näher. Die Palmen rauschten tausendfach — kamen bl« weißen Gestalten, um ihm ben dunklen Rachen zu bringen? — Sie waren da! — Der Kiel rauschte durch die Fluten. — Er fuhr — fuhr — wohin? — Die Küste schimmerte blau unb zart. — Lichte Schleier schwebten. — Da ftanb Renate im weißen Kleid« unb breitete bte Arme aus. — Sie war noch schöner geworden — noch viel, viel schöner! — Heller, heller glänzten die Sterne. Tiefer unb lauter brauste bie Flut — bann würbe e- still. —
Als ber Morgen kam, beugte sich der Inder über seinen toten Freund. — Mattsilbern glänzt« noch ein Stern am Himmel.
Ramatsaria lächelte voll Güt« unb Wissen unb flüsterte etwas von tausend Jahren, bie nicht lange währen.
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Eva-Mari« ging mit ihrem kleinen Sohn in ihrem eigenen sommerlichen Garten. Die Rosen blühten, als könnten sie sich nicht genug tun in Rot unb Duft. Sie ging ihrem Mann entgegen, der aus seiner ernsten Arbeit kam. Er küßte da- Kind und nahm seine Frau in ben Arm. Dann wanderten sie zusammen in den sauberen Wegen und freuten sich.
„Klaus DehrenS hat so lange nicht geschrieben!" sagte Heinrich Andresen nachdenklich. „Ich muhte am Sonntag soviel an ihn denken, als du dem Professor fein Lied sangst. DaS von den Palmen am anderen Ufer! Darum träumte ich wohl von KlauS in dieser Rächt!"
Der Postbote kam und brachte ein Paket. Es kam vom Rorddeutschen Lloyd. Ein Schiff hatte eS mit von Port Said gebracht. Die junge Frau löste die Hüllen. Ihre schönen Hände zitterten leite. Eine dunkle Ahnung kam in ihr Herz. Sie sprachen dock eben von dem Freund!
Da blitzte es silbern unter ihren Händen unb gab «inen leise singenden Ton. Der kleine Dhruva sah sie mit seinen schwarten, glänzenden Augen an und lächelte. Sie standen beide ergriffen und schwiegen. Sie wußten, bah ihr Freund drüben war — bei Renat«.
— End«. —


