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4.10.1932 Erstes Blatt
 
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Dienstag, Oktober 1932

Mtzener Anzeiger (General-Anzeiger für GberlMn,

Nr. 253 Zweites Blatt

Oer große,,De1a"-Ilugtag in Berlin

Die Jagd im Oktober

tretet B

I

bare wird.

Barren: Gau Hessen 130, Hellw.-Märk. Gau

und die Gesetze der Humanität. Hiexgegen müssen sich alle weidmännisch denkenden Jäger mit allen Mitteln wenden. Für sie gilt, was Altmeister Frei­herr oonRaesfelchin seinemRehwild" schreibt: .Jeder der den Namen eines Weidmannes mit Stolz führen'will, soll es für seine Ehre und Freude halten, das Reh mit der Kugel zu strecken .. nicht aus sport­licher Anwandlung heraus sondern in der festen Ueberzeugung daß nur die Erlegung des Rehwildes mit der Büchse dieser Wildart angemessen ist." Den­jenigen aber, der das Reh mit der Kugel nicht strecken kann und zum Flintenlauf greift, verweist Raesfeld unter dieSchinder" Es ist ein guter Kampf, den weite Kreise in der hessischen Jägerei kämpfen, und der sie dorthin führen muß, wohin die Jager der meisten deutschen Länder schon gekommen sind, zum Kugelschuß auf jegliches Wild, das auf Schalen zieht. Der Abschuß im Rehrevier muß zum Ziel haben, vor allem überzählige oder züchterisch unerwünschte Stücke im Einzelabschuß wegzunehmen. Dabei mutz als Grundsatz gelten, daßKitz vor Geiß" geht und daß das geringe, vor allem weibliche, Kitz fallt, nichi aber die Mutter, durch deren Tod das Kitz meist auch dem Kümmern oder Eingehen verfallen ist Wer feinen Abschuß auf schwache Kitze, Schmalrehe oder nicht führende Ricken planmäßig beschrankt, wird bald mit Freuden feststellen, wie es mit dem Reh­stand in seinem Revier aufwärts geht, und wie er nicht die Böcke mit der Lupe zu suchen braucht, weil ihm die Kitzböcke auf der Treibjagd geschossen mür­ben An nichts kranken unsere Waldjagden eben mehr wie an den Mißständen der Rehtreibjagden und Rehschlachten", die an den Pranger der Tages- ünd Jagdpresse gehören. ~p. . r

Die H a s e nj a g d . die m Preußen am 1. Oktober eröffnet wird, setzt in Hessen am 16. Oktober em

Gau Hessen hakle zunächst die Führung, mußte diese aber nachher an die Westfalen abtreten. Zur Entscheidung kam es jedoch erst am Reck, dem letzten Gerät. Es ist die schwächste Seite der Hessen. Der Hellweg-Märkische Gau konnte sich so an diesem Gerät den sicheren Punktvorsprung für den Endsieg holen, und die Nordhessen vermochten die vorher größere Punktdifferenz, die sie von den Stammes­brüdern von der Lahn trennte, bis auf wenige Punkte zu oerringen.

fetzen.

Auch die Kulturfilm-Vorführungen sollen in Zusammenarbeit mit der Direktion des Lichtspiel­hauses durch Veranstaltung von zwölf Kulturfilm- Darbietungen fortgeführt werden. Dieser Hinweis auf die Darbietungen des Vortragsprogrammes 1932/33 wird genügen, um zu zeigen, daß der Goethe-Vund mit Tatkraft bemüht ist, unserer Bürgerschaft Stunden seelischer Entspannung und geistiger Anregung zu vermitteln.

Geht zu Hindenburg und beschwert euch!"

mit dem Lichtbildervortrag2000 Kilometer auf dem Pangtsekiang"- den Tierschriftsteller Paul Eipper mit dem LichtbildervortragMeine Freundschaft mit Tieren", eine Wiederholung des musikalisch-dramatischen SpielesSixt und Bettina" und schließlich den Forscher Wilhelm G u b i s ch mit dem interessanten ThemaGe­heimnisvolle Mächte im Lichte wissenschaftlicher Forschung". Ferner ist aus Anlaß des 75-Todes­tages Eichendorffs eine Eichendorff-Feier mit dem bekannten Sprecher Friedrich Castelle unter freundlicher Mitwirkung des Bauerschen Gesangvereins vorgesehen. Auf vielseitigen Wunsch hat sich der Goethe-Bund weiterhin entschlossen, eine Wiederholung des Kölner Hänneschen-Thea- ters mit einem neuen Spielprogramm anzu-

Oer Goeihe-Bund Gießen.

Rückblick und Ausblick

Don Or. Otto Henning, 1. Bundesvo'sihenden.

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129, Gau Nordhessen 125* Punkte.

Querpferb: Hellweg-Märk. Gau 134, Gau Hessen 132*. Gau Nordhessen 132$ Punkte

Freiübung: Hellw.-Märk, Gau 71$, Gau Hessen 69$, Gau Nordhessen 68$ Punkte.

Länqspf erd: Hellw.-Märk. Gau 128$, Gau Hessen 124$, Gau Nordhessen 115$ Punkte.

Reck: Gau Norhessen 140$, Hellw.-Mark. Gau 138$, Gau Hessen 130* Punkte.

Von den 24 E i n z e l t u r n e r n erzielten die besten Leistungen (ohne Freiübung): 1. Trosthelm, Tgm. Dortmund, 76 P.: 2. Seidler, Eintracht Dort­mund, 73 P.; 3. Adolf Ahrens ^gm. Mar­burg 71* 1 */- P.; 4. Kehrer, Aeltere Casseler £gm., 69'/, P.; 5. Hellmig, Eintracht Dortmund, 69 P. Ahrens war demnach der Beste in der heimischen Mannschaft. Die übrigen Hessen folgen ihm in nachstehender Rangfolge: R e u ter 1846 Gießen, 68 P.; S i n n w e l l, Tv. 1860 Bad-Rau- heim, 67 P. (plus 17 Freiübung): Walter Fink, Tgm. Marburg, 65-/.. P.: August Eberspa­cher, Tgm. Marburg, 65 P. (plus I8V3 Frei­übung): Seth, Tv. Grohen-Llnden, 63'V . P- (plus 17 Freiübung): Dechent, Tgm. «rred- berg, 59V- P-l Schick, Tv. 1846 Gießen, 57V-P- (plus 17 Freiübung).

Die einzelnen Geräte zeigten die folgenden Besten'

Darren: Seidler (Dortmund) 18V3; Schrödter (Dortmund) 18; Ahrens (Marburg), Kehrer (Kas­sel) 17Vz Punkte.

Querpferd: Trostheim (Dortmund), Kehrer (Kassel) 20; Hellmig (Dortmund) 19V», Ahrens (Marburg), Reuter (Gießen) 19 Punkte.

Längspf erd: Trostheim (Dortmund) 19Vr; Seidler (Dortnrund) 19; Hellmig (Dortmund) 18V».

Freiübung: Seidler (Dortmund) 20; Ebers-

Wenn der Oktober seinen Einzug hält, und der Wald beginnt, sein Herbstkleid anzulegen, hat die hohe Zeit des edlen Hirsches ihren Höhepunkt erreicht. Bis gegen Monatsmitte etwa pflegen die Hirsche in falten Nächten noch zu schreien, dann geht die Brunft langsam zu Ende. Damit ist in gut ge­pflegten Revieren der Abschuß starker Hirsche be­endigt. Die Folgezeit dient dazu, solche Stucke aus­zumerzen, die im Interesse der Qualität des Wud- standes unerwünscht erscheinen. Weiterhin gibt vom 16. Oktober an das Gesetz in Preußen Kahlwild und Kälber frei, die in Hessen schon schützbar sind. Der Abschuß erstreckt sich vor allem auf Schmaltiere und weibliche Kälber.

Das Damwild tritt im Oktober in die Brunst.

Schwarzwild ist feist, doch ist mit einem erfolgreichen Bejagen vor Schneefall noch kaum zu rechnen. Der Ansitz an Feldern, auf denen Kartoffeln standen, kann zum Ziel führen.

Das Rehwild verfärbt nun sehr rasch und tragt bann seine graue Winterdecke. Der Abschuß von Böcken dürfte meist erfüllt fein. Dagegen beginnt in Hessen schon am 1. Oktober der Abschuß weiblichen Wildes. Leider gestattet das hessische Gesetz damit immer noch den Abschuß mit Schrot. Es ist eine seltsame Logik, die damit dem Weidmann zugemuiet wird. Born 1. Juni bis zum 30. September ist der rauhe Schuß auf den Rehbock als unweidmännisch verboten. Kommt aber der 1. Oktober heran, dann ist das was vorher gegen Grundregeln heutiger weidmännischer Auffassung verstieß, erlaubt Damit ist der schlimmste Krebsschaden unserer Waldjagden immer noch nicht beseitigt. Ungestraft können hem­mungslose Jäger weiterhin die Jagden wahllos und planlos beschießen, Bock, Ricke und Kitzzieren" die Strecke, ohne Rücksicht auf die Jagdwirtschajt

Die Hessemimm im Kunstium-Wetikampf

Ahrens-Marburg bester Turner des Gaues Hessen.

gefchofsen. Daher sollte man sie erst recht schonen, wenn man sie ansprechen kann.

Die Jagd auf das Feldhuhn ist meist zu Ende und war in vielen Revieren eine große Enttäuschung. Wenn auch an warmen Oktobertagen die Hühner mit­unter zu halten pflegenwie die Klötze", sollte man in den hühnerarmen Revieren erst recht den Abschuß einstellen. Hängen die Hühner einmal am Galgen, kommen sie als Paarhühner im Folgejahr nicht mehr in Frage.

Die Wa 1 d s ch n e pf e ist auf dem Zug und streicht wieder oder kann mit kurz suchendem Hund gejagt werden. In nassen Wiesen liegen Bekassinen. Ringeltauben fallen in starken Flügen vor allem dort ein, wo es Eicheln oder Bucheckern gibt.

Der Balg des Raubwildes wird bald gut, und der Fuchs bildet bann eine besondere Jagd­freude wenn er auf der Treibjagd zur Strecke kommt. Der Dachs ist feist. Soll er gegraben werden, dann ist die beste Zeit da.

Neben der Ernte im Revier denkt der Jager vor allem an den bevorstehenden Winter. Für Rot- oder Rehwild läßt er Eicheln oder Kastanien sammeln, die Fütterungen für Fasanen müssen unbedingt jetzt in Ordnung und mit Kaff und Druschabfall beschickt werden In Hecken werden Futterstellen für Hühner vorbereitet, damit sie Schutz und Aesung finden wenn der Winter hart werden sollte. Wer ernten will, muß säen. Drum heißt es auch für den Jager immer wieder: Erst Heger dann Jager! Hubertus.

Mit einem großen Vortragsprogramm wollte der Goethe-Bund die Rotzeit mit ihren alles Geistesleben vernichtenden Auswirkungen über­winden. Dies ist ihm in vollem Maße gelungen. Sowohl in kultureller wie auch in organisatori­scher und finanzieller Hinsicht. Dies ist um so be­deutsamer, als dem Goethe-Bund trotz seiner vorbildlichen kulturellen und gemeinnützigen Be­strebungen bisher von keiner Seite, sei es vom hessischen Staat oder der Stadt Gießen, finan­zielle Unterstützungen zuteil geworden sind, wie sie andere Kultureinrichtungen erhalten haben! Gerade aber die gemeinnützige Zielsetzung des Goethe-Bundes hätte unbedingt eine solche Mit­hilfe verdient! War es doch seither immer das höchste Bestreben des Bundes, wertvolle Kunst- darbieiungen zu äußerst volkstümlichen Eintritts­preisen zu bringen. Diese Erkenntnis hat trotz aller R^ der Zeit eine stattliche Zahl Gießener Bürger in unserer geistigen Interessengemeinschaft seit vielen Jahren eng zueinandergeführt. Dar­über hinaus aber haben sich große Verbände un­serer Stadt mit dem Goethe-Bund zu einer Vortragsgemeinschaft 5ufammengcid)lD|- sen. Wenn es hierdurch möglich war, eine alle Schichten unserer Bevölkerung umfassende Kultur- gemeinschaft zu schaffen, so dürfte dies am besten bekunden, daß der Goethe-Bund auf dem rechten Wege ist, der Bildungsverein und einer der stärksten Kulturfaktoren unserer Stadt zu werden.

Damit hat der Goethe-Bund eine ebenso große wie verantwortungsvolle Aufgabe übernommen. Darum hat der Goethe-Bund auch für Den -oor» tragswinter 1932/33 eine bedeutsame Vortrags» folge aufgestellt. Zur Eröffnungsveranstaltung häü die erfolgreiche junge deutsche Flreg-rm Elly Beinhorn einen Llchtbildervortrag Mein Flug um die Welt". Drei Dichterabende werden die feit Jahren gebotenen Vorlegungen fortsehen: Hans C aros s a, Albrecht Sch a ef- f er und Felix Timmermans! Drei einzig- artige literarische Darbietungen. Die bisher be­stehende Vortrags-Gemeinschaft mit dem Gewerk­schafts-Bund Der Angestellten Ortsgruppe Gie­ßen und dem Beamtenwirtschafts-Bund, Orts­gruppe Gießen, ist wieder aufgenommen worden. Darüber hinaus wurde em Zusammenschluß mit Dem Kaufmännischen Verein und dem Gewerbe- Verein der übrigens schon einmal vor einigen Jahren in erfolgreicher Weise bestand, gegründet! Fünf bedeutende Vortragsabende werden nam­hafte Persönlichkeiten zu Wort kommen lassen:

I Professor 05 a 11 e r mit dem aktuellen Lichtbilder- I vortragDanzig und die deutsche Ostfrage" fowie

der Geburtstag Hindenburgs in die Herbstferien fällt, angeordnet, daß die Ferien um einen Tag früher beginnen. Von diesem Erlaß hatten aber die Schüler und Schülerinnen der Handels- und Fachschulen nichts, die dem Handelsministerium unterstehen. Junge Mädchen, die sich in den Han­delsschulen auf ihren Beruf vorbereiten, freuen sich aber ebenfalls Über jeden schulfreien Tag, auch wenn sie schon zwischen 14 und 18 und eigent­lich ja bereits junge Damen sind. Sie beschwerten sich nun bei ihrer Lehrerin, daß das Handels­ministerium so gar kein Verständnis für das Be­dürfnis der Berufsschülerinnen nach einem freien Tag haben. Die Lehrerin zuckte mit den Ach­seln und sagte scherzweise:Geht zu Hin­denburg und beschwert euch!" Mit die­sem Scherzwort war Der Ehrgeiz und die Ener­gie Der Berliner Mädels angestachelt worden. Man sammelte in der Klasse Geld zu einem Blu- menstrauß. Jede gab ihr Scherflein. Erne De­putation von 11 Berliner Mädeln machte sich Dann straußbewaffnet auf Den Weg zum Herrn Reichspräsidenten. So leicht gelangt man aber nicht bis in das Vorzimmer des Herrn Reichs­präsidenten, wo der Staatssekretär M e i ß n e r waltet. Es sind da viele Bureaus vorgelagert, die wie Hindernisse im Rennen überwunden werden müssen. Erst der Posten, dann der Por- tier Dann dies Bureau und dieses. Die jungen Mädels hatten Glück, weil der Fall so sonderbar lag, daß er in die Zuständigkeiten der verschiede­nen Vorbureaus nicht ohne weiteres eingereiht werden konnte. Ist der Posten befugt einen Blu­menstrauß, der dem Herrn Reichspräsidenten ge­widmet werden soll, anzunehmen oder abzuleh­nen? Richts davon steht m den Dienstvorschrif­ten. Ebensowenig hatte der Portier Instruktio­nen oder die andern Bureaus. Man horte sich den Wunsch der Mädels an, zuckte die Achseln, fühlte sich unzuständig und schickte Die Mädels zur Ent- laftung von Der eigenen /Verantwortung an die nächsthöhere Instanz. So kam es, daß Der Staats­sekretär Die Meldung empfing, eine Deputation von 11 Berliner Mädchen sei anwesend und wünsche Dem Herrn Reichspräsidenten einen Blu­menstrauß zu überreichen. Der Staatssekretär empfing Die Mädels. Ihm überreichten sie die Blumen mit Der Bitte, diese weiterzuleiten, und ihm vertrauten sie ihre Wünsche an. Der Er­folg der Aktion war, daß der Reichspräsident Den Mädchen den schulfreien Tag zubilligte und das Handelsministerium die Weisung ergehen ließ, daß in Den Berufs- und Fachschulen Der Unter- richt am Geburtstag Hindenburgs ausfalle und

nur eine kurze Schulfeier abgehalten werden solle.

Die Ausgestaltung und Durchführung des Vor­tragsprogrammes des Goethe-Bundes im vergan­genen Vortragswinter hat bekundet, daß der Goethe-Bund seinen Mitgliedern und Freunden keine leeren Versprechungen gibt. Ist es doch dem Goethe-Bund möglich gewesen, in einer Zeit höchster Geistes- und Wirtschaftsnot, tote es der Vortragswinter 1931/32 gewesen ist, ein Vor- tragsprogramm zu bieten und restlos durchzu­führen, das in künstlerischer und kultureller Hin­sicht als vorbildlich zu betrachten ist. Drei Siebter- abende führten Ina Seidel, Hans Grimm und Werner Beumelburg, drei hervor­ragende Okrtreter unserer zeitgenössischen Dicht­kunst, zu uns nach Gießen. Hierbei ist zu erwäh­nen, daß es durch Okrmittlung des Schreibers dieser Zeilen möglich war, den Dichter Werner Beumelburg zum allerersten Male überhaupt für einen Vortrag gewinnen zu können. Der große Erfolg gerade dieses Dichterabends hat im ge­samten literarischen Vortragswesen Deutschlands starken Widerhall gefunden. Zwei große deutsche Gedenktage wurden durch den Goethe-Bund in erhebender Weise gefeiert: der 100. Todestag Goethes durch eine Goethe-Gedenkstunde mit Dem größten deutschen Goethesprecher Ludwig W ü l l- ne r und der 100. Geburtstag Wilhelm Buschs durch eine fein abgestimmte Feier mit dem Busch- sprecher Hans Balzer. Unvergessen ist ferner das Gastspiel des berühmten Kölner Hänneschen- Theaters. Eine Veranstaltung, die in unserer schicksalsschweren Zeit einmal Gelegenheit gab, von Herzen zu lachen und sich am gesunden Volkshumor zu erfreuen. Richt minder starken Eindruck hinterließ die Erstaufführung des Spie­lesSixt und Bet.ma", die ein herrliches Musik­werk eines bis jetzt unbekannten deutschen Kompo­nisten erschloß. Durch ein Abkommen mit der Di­rektion des Lichtspielhauses war es möglich, den Bundesmilgiiedern und Den Dem Goethe-Bund angeschlosse >n Verbänden zwölf wertvolle Kul­turfilm-Vorführungen zu äußerst niedrigen Ein­trittspreisen tu vermitteln. Leider ergaben sich Schwierigke l«n bei Der Verwirklichung des Kam- merspielzhklus, der, seitdem Die Geltung unseres Stadttheate'rs in Händen des verdienstvollen In­tendanten Dr. Prasch liegt, vom Stadttheater und Goethe-Bund bisher geboten worden war und in unserer Bürgerschaft starken Beifall ge­funden hatte. Cs wäre zu wünschen, Daß Die

Man sieht in diesem Jahre jetzt noch so auffallenb viel geringe Hafen, baß es sich lohnen wirb, nicht zu früh auf Hasen zu jagen. .

Am gleichen Tage wirb in Hessen Die u a | a n e n faqb 'freigegeben. Die jungen Hähne haben bann völlig gemausert unb tragen bas Prachtgefieber ihrer Art. Daburch ist es möglich, sich auf ben Abschuß von Hähnen zu beschränken, wenn auch bas Gesetz die Hennen freigibt. Aus vielen Revieren kommt die erfreuliche Nachricht, baß es mit ben Fafanen- beftänben aufwärts geht. Um so notmenbiaer mare es dis auf weiteres noch jebe Henne grunbsatzUcy zu schonen Wenn überall bie notmenbige Einsicht herrscht werben wir in besseren Fasanenbestanben halb einen Ersatz für bie immer schlechter werdenbe Hühnerjagb haben. Diese Rücksicht sollten vor allem auch bie malten lassen, bie noch nie einen Pfennig für bas Aussetzen ober Füttern von Fasanen aus» gaben unb nur vom Hegen bes Nachbarn leben.

Ganz ähnlich liegen bie Dinge bei ber Wild­ente, beren Erpel nun auch fein schönes Winter­kleid trägt. Aus ben verschiebenften Grünben gehen bie Entenstrecken überall zurück. Leiber pflegen tote Enten kein Gelege mehr zu machen. Drum, Weib- mann willst bu Enten schießen, schone bie Ente! Erpel'gibt es in ber Ueberzahl; ber bunte Erpel am Rucksackgalgen macht ganz anbere Freute als bie unscheinbare Ente, bie bas Kapital barftellt, von dem bu immer Zinsen zu erwarten hast. Es werben in ber Dämmerung unabsichtlich noch genug Enten

Anläßlich ber Eröffnung ber Großen Deutschen Uustsporl-Ausstellung <®ela) alSinen au Ge°

beutschen Sportflieger nach Berlin statt, wo sich auf bem Tempelhofer Feld runb 90 ^^.chmen zu Ge schwaberflügen vereinten. Unser Bilb zeigt, wie ein Geschwader bie Kolonnen ber noch nicht gestarteten Maschinen überfliegt _____________________

Richt minder tatkräftig war der Goethe-Bund in finanzieller Hinsicht bedacht, es jedem, der an dem Kunst- und Geistesleben unserer Stadt Anteil nehmen will, dem Bund als Mitglied, Freund und Mitarbeiter nahestehen zu können: der Jahresbeitrag ist, einschließlich der Familien­angehörigen, auf 1 Mk. monatlich festgesetzt wor­den, wobei der Eintritt zu fast allen Veranstaltun- gen unentgeltlich ist oder nur ein ganz geringes Eintrittsgeld erhoben wird.

Der Goethe-Bund darf die Genugtuung hegen, manchem in aufreibendem und entbehrungsreichem Daseinskampf stehenden Mitbürger unserer Stadt viel Freude und geistige Erholung geboten zu haben. Darum ist Der

daß er für fein Vortragsprogramm 1932/33 DaniE- Mitglieder und Vortragsbesucher haben

- Arbeitsaemeinschaf t zwischen Den beiDen Kunst- I mit Dem Lichtbildervortrag »Der Spreewald , Instituten wieder tatfräftig ausgenommen würde. | ben ?m^Llmne°ter" ° '

Einen eindrucksvollen Austakt zu ber_ neuen I Den Kampfverlauf

Wintersaison im Geräteturnen bildete am Sonntag | ersehe man aus folgender Zusammenstellung: in der von 3000 turnbegeisterten Zuschauern besuch- ~ ~ Ä-rr- 4OA

ten Stadthalle zu Kassel der Kunstturnwettkampf, ben unser heimischer Turngau Hessen (Kreis Mittelrhein) erstmals mit zwei Gauen anberer Turnkreise austrug: mit bem Gau N 0 rbhessen (Kreis Oberweser) unb bem Hellweg-Märki­schen Turngau (Kreis Westfalen-Lippe).

Nach Begrüßung ber Gästeriegen burch Gauver­treter Becker (Kassel) bot sich in mehr als brei- stündigem Wettbewerb ein großartiges Bild von ber Leistungsfähigkeit ber genannten Gaue, beren Mannschaften saft ebenbürtig waren unb sich ba- burch einen Kampf lieferten, ber bis zum letzten Augenblick in Spannung hielt. Von ben 8 Turnern jeher Mannschaft würbe an Barren, Seitpserb, Längspserd unb Reck geturnt; bazu kam für je vier Mann eines Gaues eine Kürfreiübung. Jeter ber zwei Kampfrichter (Karl und Hermann Ohms-Han­nover) konnte bis zu 10 Punkten auf eine Hebung werten, was bei Dollwertung 720 Punkte für eine Mannschaft ergeben hätte.

Der Hellweg-Märkische Gau kam dieser Zahl am nächsten. Er gewann den Kampf mit 601$ Punkten. Unser Heimatgau Hessen, ber für einen feiner besten Könner (Eckharbt - Nibda) Ersatz einfteUen mußte, brachte es auf 587 Punkte unb bamit auf eine unter ben gegebenen Verhältnissen immer noch beachtliche Leistung. Der Gau Norbhessen kam mit 582$ Punkten auf ben brüten Platz.

Ehrensache, daß, wenn ter Reichspräsident Ge­burtstag hat, die Jugend schulfrei hat. Das Preußische Kultusministerium wollte die Jugend nicht um Den freien Lag betrügen und hat. Da j