Ausgabe 
4.10.1932 Erstes Blatt
 
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Dienstag, 4- Oktober 1952

182. Jahrgang

Nr. 233 Erstes Blatt

Das Schicksal des Lytton-Berichts

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Gemüse, Blumen, Obst und Süd­früchte

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militarisierte und autonome Man­dschurei, die im Einverständnis Chinas und unter Billigung der anderen Staaten errichtet wor­den ist, vom strategischen Standpunkt aus einen viel größeren Wert hat als eine ständige militärische Besetzung angesichts einer sich aufleh­nenden Bevölkerung, insbesondere da diese Be­setzung doch nur den Unwillen Chinas und das Mißtrauen der übrigen Welt errege.Rew Bork Times" schreibt, ohne Schwierigkeiten könne man

gefaxten Entschließungen, wonach sowohl die Er­nennung, als die Abberufung eines Gouver­neurs vom Ministerpräsidenten der Dominien vovgeschlagen werden kann. Die Angewgenyeit Mae Olein hatte bereits vor einigen Monaten großes Aufsehen erregt. Mac Olcill beklagte ,td> damals über die Unhöflichkeit zweier irischer Minister, die bei einer Wend- veranstaltung in der französischen Gesandtschaft in Dublin das Gebäude ostentativ ver­ließen, als Mac Oleill eintraf. Dieser und ähnliche Borfälle gaben Anlaß zu einem aus­gedehnten Briefwechsel zwischen dem Gouverneur und de Balera. der mit der Rücktrittsdrohung Mac Oleills endete. Mac Oleill hatte damals trotz gegenteiliger Anweisung de Daleras den Brief­wechsel veröffentlicht.

Die Aufständischen von Sao Paulo ergeben sich.

Genf. 3. Off. (TU.) Die Vollversammlung des Völkerbundes wählte vlonlag nachmittag in gehei­mer namentlicher Wahl anstelle der drei aus dem Völkerbundsrat ausscheidenden Mächte Südslawien.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/ mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigentell Mar Filter, sämtlich in Gießen.

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Die Pariser Blätter geben der Wiederwahl Polens wie es scheint wieder nach einem mot d ordre der französischen Delegation in Genf eindeutig die Aus­legung, als ob darin eine Stühe gegen Deutschland gelegen wäre. So schreibtPetit Porisien" u.a., die Völkerbundsversammlung habe einerseits Polen, das sie als Großmacht aner­kenne, die Möglichkeit belassen, auf dem Fuße völ­liger Gleichberechtigung seinen Rachbarn zu antworten, anderseits auch den Vertre­tern Deutschlands eine ernste War­nung erteilen wollen. Auch die übrigen Blätter

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Sommer nicht ohne weiteres fortgesetzt wer­den können. Durch den Meinungsaustausch zwischen der deutschen Regierung einerseits und der englischen und französischen Regierung anderseits hat sich die Situation so verschärft, daß Deutschland Sicher­heiten dafür haben muß, daß seine Teilnahme an Besprechungen über die Gleichberechtigungsfrage sich nicht auf der Grundlage der An­sichten vollzieht, dieindemenglischenund französischen Memorandum zum Aus- druck gekommen sind.

Frankreich und Trabanten lehnen ab.

Genf, 4. Ott. (C01D. Funkspruch., Der eng­lische Außenminister Sir Föhn Simon ist im Flugzeug nach London zurückgekehrt. Er totro tn Paris seine Reise unterbrechen und eine Be­sprechung mit Herr tot haben. Fn franzö­sischen Kreisen betont man, daß eine Funfmachte- Konfcrenz zumindest versrüht sei. srank-

Polen und Peru von neuem Polen mit 48 Stim­men, die Tschechoslowakei und Mexiko mit je 46 Stimmen von 52 Stimmen in den Völker- bundsrat. Somit hoben von sämtlichen Völkerbunds­mächten nur vier Staaten gegen die Wiederwahl Polens in den Völkerbundsrat gestimmt. Die Rats­wahlen bedeuten eine wesentliche Stärkung des französischen Einflusses im Völkerbunds- -----

rat. Zn Konferenzkreisen wird lebhaft erörtert, wer bedienen sich der gleichen Argumente, die vier Mächte sind, die g e g e n P o l e n gestimmt ___________

Durch die Tatsachen überholt.

Japan empfiehlt dem Völkerbund abzuwarten.

Tokio, 3. DEL (WTB.) In maßgebenden poli­tischen Kreisen Japans wird zu den im Lytton- Bericht enthaltenen Vorschlägen zur Bereinigung der mandschurischen Frage erklärt, diese Vor­schläge wären in Japan mit ziemlicher Sicherheit als annehmbar betrachtet worden, wenn sie vor einem halben Jahr vorgelegen hatten. Inzwischen habe sich d e r u n a b h ä n gi ge Ma n- dschurcistaat konstituiert, und durch diele Tat­sache sei die Annahme dieser Borschläge zur Un­möglichkeit gemacht worden. Es wird an­gedeutet, daß der Völkerbund vielleicht am klügsten handeln würde, Zwei oder drei I a h r e z u warten und so der neuen Staatsgrunbung <jeit zll lassen, den Beweis dafür zu liefern, ob sie aus eigenen Füßen stehen kann oder ob ste sich besser als autonomer Staat unter chinesischer Oberhoheit entwickeln würde. Die entscheidende Voraussetzung für eine befriedigende Regelung bilde eine st a r k e Zentralregierung in China, die nach japanischer Auffassung gegenwärtig in keiner Weise vorhanden ist. Ferner wird in spanischen Kreisen die Auffassung vertreten, daß Verhandlungen über die Regelung der mandschurischen Frage aus der Grundlage des Lytton-Berichtes m o gl i ch seien, da der Lytton-Bericht ausdrücklich auf die Bedeu­tung des Berichtes auch im F a l l e d e r A n e r - kennung des Mandschukuo-Staates durch Japan Hinweise.

China nicht befriedigt.

Der Kampf in der Mandschurei soll fortgeführt werden.

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aus dem Lytton-Bericht den Wunsch entnehmen, zwischen China und Japan eine Einigung her­beizuführen und eine Zusammenarbeit aller Kräfte zu erreichen, im China zu helfen, aus den Wirrnissen des Bürgerkriegs wieder heraus­zukommen und sich eine starke und be- ständige Regierung zu schaffen. Cs sei das deutliche Bestreben der Lytton-Kommission gewesen, zur Gesundung des Fernen Ostens beizutragen.

Deutschland erwartelSicherheiten

Eine neue Grundlage.

London, 4. Off. (WTB. Funkspruch.) Neuler meldet aus Genf: Ls öerlaufet, daß die britische Re­gierung mit der französischen, deutschen, italienischen und amerikanischen Re­gierung die Möglichkeit der Abhaltung einer Konferenz in London zur Fort­setzung der Besprechungen erörtert, die diesen Som­mer in Bessainge bei Genf begonnen hatten, wo Staatssekretär S t i m f o n während der Abrüstungs­konferenz sein Hauptquartier hatte. Man hofft, durch diese privaten Besprechungen eine Regelung zu er­reichen, die Deutschland die Rückkehr zur Abrüstungskonferenz ermöglicht.

Dazu wird von amtlicher deutscher Seite mitgeteilt, daß die deutsche Regierung selbstverständ­lich derartige Bestrebungen mit großem In­teresse verfolgt. Man steht auf dem Stand- punkt, daß die Besprechungen vom vergangenen

Aus Mukden kommen wieder Meldungen, die von einer Volkserhebung in d e r Nord- Mandschurei, von einem Verzweiflungskamps der Chinesen gegen die japanischen Unterdrücker erzählen. Es war zu erwarten, daß die Chinesen trotz ihrer Neigung zur Passivität sich den Raub einer ihrer größten und besten Provinzen nicht ohne weiteres gefallen lassen würden, und wenn auch die chinesische Regierung zu schwach ist, um miw wrijch Widerst nd leisten zu können, so hat sie doch Mittel genug in der Hand, um durch einen Klein­krieg den Japanern Sorgen genug zu machen. Daß Japan schließlich nut seinen überlegenen militäri­schen Mitteln sich durchsetzen wird darüber ist kein Zweifel. Aber diese ewigen Nadelstiche der Beunruhigung der Etappenlinien können ihm doch unbequem genug werden. Denn schließlich ist Mandschukuo, dieser neue Staat ungefähr so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen genommen. Eine auch nur oberflächliche militärische Sicherung verschlingt also sehr starke Kräfte, und

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrLHI'iche UnwerpütL-vllch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schuiftratze^

Mandschurei kämpfen.

GünstigerSindruüinWashington

Washington, 2. Olt. (Reuter.) Der Bericht der Lytton - Kommission hat m hie­sigen Regierungskreisen eine günstige 2lu I » nähme gefunden, da er dem Sinn der Politik Stimsons und Hoovers entspreche, die Gebletser- werb durch Angrisfshandlungen nicht anerkenne. Herald Tribüne" ist der Ansicht, daß eine ent*

Diese ungeheure Einfuhr hatte einen radikalen Preisverfall für die deutschen Erzeugnisse zur Folge. Dieser betrug für Gemüse, Obst und Blumen zum Teil mehr als 50 v. Sy, so daß die Preise im Jahre 1931 schon an der Friedenspreisgrenze uno darunter lagen, im Jahre 1932 weiter sanken bis zur völligen Unrentabilität der Betriebe.

Die Auswirkung der Einfuhr ist deshalb so ver­heerend weil das Ausland mit seinen Produkten wesentlich früher auf den deutschen Markt kommt, als die deutsche Ernte reist, hier- muß die Kontingentierung einsetzen. Das deutsche Volk sollte warten, bis di e deutsche Ernte da ist denn sonst tritt vorher eine Uebersättigung ein, und deut- che Produkte werden dann, wenn sie in Deutschland reif sind, kaum mehr beachtet, weil inzwischen schon wieder neue ausländische Ware den Markt über­schwemmt. Dadurch wird jede Intensivierung und bessere Aufmachung der deutschen Ware verhindert, weil sie nach der Uebersättigung mit Auslandware nicht mehr bezahlt wird. -

Cs taucht sofort die Frage auf: »Warum ka nn denn das Ausland billiger liefern? Auch dafür mir einige Zahlen: Solange beispielsweise der holländische Gartenbauer einen Quadratmeter überbaute Gewächshausfläche mit deutschem Ma­terial zu einem Preise von 5,50 bis 6 Mk. auj- bauen kann, für den der deutsche Erzeuger in Deutschland 12 Mk. aufbringen muh, solange der holländische Gärtner deutschen Koks für feine Treibhäuser zum Weltmarktpreis kaufen kann, so­lange der holländische ® artenbauer deutschen Kunstdünger bis zu 45 Prozent billiger kaust als der deutsche Erzeuger, solange die Frach­ten im Reexpeditionsverkehr mit dem Ausland wesentlich billiger sind, als die Frachten, die der deutsche Erzeuger zu den Absatzmärkten bezahlt, solange muß das Ausland billiger liefern kön­nen. Hinzu kommt, daß in den le^en Jahren sich alle Länder hermetisch gegen die Einfuhr von Gartenbau-Erzeugnissen verschlossen haben. Rur Deutschland hat seine Grenzen offen gelassen und ist der Abladeplatz für die überschüssigen Agrar- Produkte des Auslandes geworden. Infolgedessen liefert das Ausland zu jedem Preis, denn alles was in Deutschland für die Ware erzielt wird, ist Reingewinn, weil die Ware tm eigenen Lande überhaupt nicht mehr zu verkaufen ist.

Einer der größten deutschen Treibgemufebetriebe hat in diesem Jahr infolge neuer Intensivierungs- Maßnahmen rund 70 000 Treibgurken mehr ge* erntet als im vergangenen Jahre und runo 5000 Mark weniger eingenommen, W Folge davon ist, daß der betrieb die Produktion ein ft« tlt. ben fk -

Ken Betrieben ist es noch viel schlimmer. Die mit Mitteln von Reich, Staat und Kommune in den Jahren 1925 bis 1927 aus gebauten Gewächshäuser können heut» weder amortisiert noch verzinst wer­den. Tausende von Betrieben sind nicht: ««J* in der Lage zu Heizen, weil sie ohne jebe ^k^eos- mittel in den Winter gehen. Millivnen-Werte für deutsche Früchte mußten vernichtet werden, weil sie unverkäuflich waren, nachdem das Aus­land die Märkte mit der gleichen Ware um jeben Preis überschwemmte. Das sind Zustande, die eine nationale Gefahr b e öe u t e n. L- erscheint daher dringend geboten, daß wir oer Gefahr einer wirtschaftspolitischen Selbstzerflei­schung innerhalb Deutschlands begegnen, und m gegenseitigem Verständnis Wege suchen, die tm höchsten Sinne dem deutschen Gesamtwohl dienen.

Polen wieder im Mlkerbundsrai

Stärkung des französischen Einflusses. - Spitze gegen Deutschland.

R i 0 d o I a n e i r o , 3. Okt. (TU.) Am Sonntag erfolgte die endgültige und bedin " Uebergabe der Aufstandi Sao Pani o. Die Regierung verkündet sofort einen neuen Waffenstillstand. Die den Aufständischen auferlegten W a f f e n ft i 11 ft a nbsbebingun« gen sind Uebergabe der Waffen, Befreiung der politischen Gefangenen, Freigabe der im Hasen von Santos sestgehaltenen Schiffe und Zurückziehung der Truppen. Die Friedensverhandlungen werden ohne Zögern eröffnet werden. In Sao Paulo ist eine vollkommene Zersetzung der Auf­ständischen eingetreten, die beinahe zu einer Gegenrevolution geführt hat. Es finden feindliche Kundgebungen gegen den Führer der Aufständischen, General Klinger, statt, die bisher von dessen Anhängern noch nicht unterdrückt werden konnten, Der Befehlshaber der Republikanischen Garde, Ge« neral Carva 1 ho, hat als Vertreter des Befehls­habers der Bundestruppen, General Monteiro, d i e Regierungsgewalt in Sao Paulo über­nommen. Gerüchtweise verlautet, daß General Klinger wegen des Scheiterns der Friedensverhand« lungen in Gefangenschaft gesetzt worden fei

wenn auch die Bevölkerung mit ihren dreißig Mil­lionen fast alles Chinesen! dünn genug ist, so ist sie doch wieder groß genug, um kleinere militärische Posten dauernd zu beunruhigen Japan wird also noch sehr viel Geld und Blut in das mandschurische Abenteuer hmemstecken müs­sen, bis es mit einem Zinsengewinn rechnen kann. Aber darauf war es ja von vornherein vorbereitet, und China allein wird kaum imstande sein,- den dauernden Verlust seiner Kornkammer zu ver-

Deshalb ist ja auch Mandschukuo einer der wichtigsten Steine auf dem diplomatischen Schach­brett der Welt, der große amerikanisch- japanische Gegensatz kann hier jeden Augenblick akut werden. Japan hat da er.ien Scheinstaat aufgezogen und den ehemaligen chine­sischen Mandschu-Kaiser wieder ausgegraben, der mitsamt seiner Regierung eigentlich nur eine Puppe in der Hand Japans ist und nur dazu dienen soll, etwas zu verschleiern, daß Japan das ganze Gebiet wirtschastlich und finanziell aufsaugen will- Die Regierung m Tokio hat sogar ganz plötzlich die Unabhängigkeit dieses seltsamen Staates formell anerkannt, allerdings nur unter der selbstverständlichen Voraussetzung daß diese Unabhängigkeit Japan gegenüber auf dem Papier stehen bleibt. Aber die ^orge vor dem Lchtton-Bericht hat es zu vorschncd enSan- dcln gezwungen. Es ist ia ein öffentliches Ge bemnis daß die Sachverständigen des Völkerbundes den Vorschlag machen wollen, in der Mandschurei eine autonome Regierung au errichten, die dem Rainen nach unter chinesi­scher Oberhoheit bleiben soll. Dann konnte China wenigstens das Gesicht wahren, und die curopai- schen Staaten hätten die Möglichkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung dieses aussichtsreichen Landes mitzuprofitieren. Aber gerade das will "Xnban verhindern. Es will eine Monopol- Äng einnebmen und b°t deshalb gegen Seberrafdbungen von Genf sichern wollen. Dabei werden England und Frankreich, so unbequem ihnen diese Entwicklung ist kaum Schwierigkeiten macken Fragt sich nur. ob Amerika es sich ge Alen lassen kann, wenn die japanische Stellung

Banking, 3. Okt. (TU.) Der chinesische nisterpräsident Wangsinwei erklärte der Bericht der Lytton-Kommission die chinesische öffentliche Meinung nicht berühr g e n könne. Die chinesische Regierung habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß der Völkerbund zugunsten der chinesischen Interessen einschreiten werde. Sie müsse jetzt feststellen, daß in den letzten drei Ta­gen sich die politische Lage im Fernen Osten z u Ungun st enIapans geändert habe. Die Auf stände in der Mandschure r bewie­sen daß der Wille des chinesischen Volkes sur seine Befreiung nicht gebrochen fei. Auf Diese Weise, erklärte Wangsinwei, könne die Frage schneller gelöst werden als durch den Völ­kerbund. General M a erklärt in einem Schreiben an den Präsidenten der chinesischen Republik, er fühle sich mit der chinesischen 3entralregierung ver­bunden und werde immer für die Befreiung der

in Ostasien eine solche Verstärkung erfahrt und dadurch das Gleichgewicht der Kräfte zuungunsten der Vereinigten Staaten verschiebt. Hier liegt das eigentliche Problem, alles andere, auch em blutiger Aufstand, gehört mehr an die Peripherie.

Irland will frei sein.

Das Kabinett wünrcht feinen englischen Genei algonverneur mehr.

London, 3. Okt. (TU.) Der Generalgou­verneur von Irland, James Mac Ne > ll, ist infolge Meinungsverschiedenheiten mit dem iri­schen Ministerpräsidenten d e Dalera zu ruck­getreten.

Nach einer dreistündigen Audienz Mac N e i 11s beim englischen König wurde nmtlid) mit» geteilt daß der König, dem Ersuchen de Valeras folgend, den Rücktri11 Mac N e i l l s geneh­migt habe. Bemerkenswert ist, daß in der amt­lichen Verlautbarung das WortR ü ck t r i 11" sorg­fältig vermieden und durchAufgeben des Postens" ersetzt wurde. Die Pflichten des General« qouverneurs werden, wie weiter mitgeteilt wird, van einem aus drei Richtern, einschließlich des ober­sten Richters, bestehenden Ausschuß übernommen morden und zwar bis zur Ernennung eines Rach» folgere,wenn überhaup t". Die Wortewenn überhaupt" werden von der Presse dahin ausgelegt, daß Irland w a h r s ch e i n 11 d) überhaupt keinen Generalgouverneur wehr be­kommen werde. Diese Annahme wwd durchein Dubliner Meldung unterstützt, wonach den Ange stellten der Gouverneursloge in Dublin bereits ge­kündigt worden fei und ferner bur* eim! am oonn- tag gehaltene Rede des irischen Landwirtschafts minifters, der erklärt hatte, man werde noch> m dW»°ch- d°b Irland eine wirklich ^nntilikanische Regierung habe. Die Geltungen weisen an, den Wunsch de »nleras bin die Stelle des Generalgouverneurs m 11 fei« n e r eigenen Stellung zu vereinigen.

Das Vorgehen des englischen Königs gegen- über MacReill steht in ilebereinftimmung mtf ben auf der Weltreichskonferenz im Jahre 1930

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haben.

Englands plan einer Msmächlekonserenz. Die Voraussetzungen einer Wiederbeteiligung Deutschlands an der Abrüstungs­konferenz sollen in kleinem Kreise geprüft werden.

Randnoten.

Die Bekanntgabe des Agrar-Programms der Reichsregierung löst einen Sturm widerstreiten­der Meinungen aus. Insbesondere die F e st l e g u n g von Kontingenten für die Einfuhr landwirt­schaftlicher und gartenbaulicher Produkte stoßt auf heftigen Widerstand, der nicht immer voll begründet erscheint. Mindestens muß man für die Berede - lungswirtschaft und den Gartenbau Ge­rechtigkeit aufbringen und ihr den Schutz ihrer Er­zeugung zubilligen.

Es ist zweifellos nicht zu leugnen, daß in den Handelsvertrags-Verhandlungen der Nachkriegszeit die landwirtschaftlichen Veredlungsprodukte z u k u r z gekommen sind. Die Folge war eine Ueber- jchwemmung Deutschlands mit ausländischem Obst und Gemüse, mit Blumen und Südfrüchten, die den deutschen Gartenbau und die gesamte Veredlungs­wirtschaft an den Rand des Ruins gebracht Hal, Zum Beweis einige Zahlen: