Ausgabe 
4.8.1932 Frühausgabe
 
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Donnerstag, 4- August 1952

182. Jahrgang

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NSDAP, und Kabinett Papen nach -er Wahl

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9 bis 14 Hart;

>iS 18 Mark; acht 8 22 Mart; Läufer Marttverlaus flott,

Wer Arbeit und Pflicht als eine drückende Beigabe des Lebens betrachtet, muh arbeitslos sein, um zu erkennen, daß die Last selbst der schwersten Arbeit leichter zu ertragen ist als em dauernder Zustand der Untätigkeit. Allein von diesem Gesichtspunkt aus gesehen rst der Ge­danke des Freiwilligen Arb er ts dien­st es von ungeheurer moralischer Tragwerte. Wie jedes Neue, ist auch der Freiwillige Arbeitsdienst ein willkommenes Streitobjekt für die Theoretiker, die teils dafür, teils dagegen sind. Em Berliner Blatt hat in seinem Leserkreis den Freiwil­ligen Arbeitsdienst zur Diskussion gestellt. Es haben sich zum Wort gemeldet Dolkswirtschastler der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberrichtung unb die Praktiker, die Bürgermeister der Städte in denen der Arbeitsdienst bereits durchgefuhrt wird, und die Arbeiter selbst. Die Volkswirt- schaftler der Arbeitgeberrichtung haben ihre Be­denken, ob der vom Staat organisierte Arbeits­dienst nicht eine Beschränkung der freien Wirt­schaft darstelle. Die Theoretiker der Arbeit­nehmergruppen erklären u. a., daß die 2lvbeiter- klasse in ihrem eigenen Interesse diesen Plan vereiteln müsse, denn die Löhne würden dadurch gedrückt und die Arbeit entwürdigt, indem sie nicht ausreichend entlohnt wird. Aus einem freien aufstrebenden Arbeiter werde ein kümmerliches

Glied einer innerlich und äußerlich unfreien fronenden Gemeinschaft. Der Arbeitsdienst sei keine Lösung der sozialen Frage.

Die Ansichten derjenigen, die das Problem nicht theoretisch studiert, sondern praktisch ge­lb st haben, fühlen sich aber keineswegs in einem solchen entwürdigenden Frondienst, sondern sie fühlen sich befreit von der viel härteren Fron des Stempels vom Arbeitsamt. Einer, ein 35- jähriger Arbeiter, erklärt: Solange mir keine Arbeitsgelegenheit geboten wird, werde ich den Freiwilligen Arbeitsdienst so handhaben, als wenn es mein eigenes Unternehmen wäre. Ein anderer, ein 35jähriger Steinbrucharbeiter: Jetzt geht man jeden Morgen an seine Arbeitsstelle, trifft sich mit seinen Arbeitskollegen und freut sich, wenn man wirklich wieder einmal unter arbeitswilli­gen Kollegen ist. Ein 30jähriger Zimmermann: Eine Freude, im Monat Mai arbeiten zu dürfen, statt der Arbeitslosigkeit preisgegebcn zu sein, welche einen mit der Länge der Zeit stumpf­sinnig machen kann. Ich darf von vielen meiner Kollegen sagen, daß sie chre Stellung als Mensch wieder behaupten, indem nach getaner Arbeit, Wie zum Beispiel am Samstag, auch ein Lied durch die Fluren schallte. Ein ISjähriger Maurer möchte daß alle Arbeitslosen zum Arbeitsdienst berechtigt wären, selbst wenn sie noch keine Bei- träge zur Arbeitslosenversicherung geleistet haben.

Annahme von Inselgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20X mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Deranttoortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämttich in Gießen.

Die Neugliederung preußischer Landkreise in der Provinz Hessen-Nassau.

v. Papen, Dr. Bracht und Frhr. v. Gahl irgend- welche Rücksicht zu nehmen. Ich brauche nicht darauf hinzuweisen, daß wir Nationalsozialisten Borkommnisse, wie in Königsberg, scharf ver­urteilen und ablehnen. Wir bedürfen auch keiner Belehrung durch Herrn Dr. Bracht über das, was Disziplin ist und über das. was die Staats­notwendigkeiten verlangen. Wir sind durch die preußischen Innenminister seit November 1918 daran gewöhnt, daß die am lautesten nach Staatsdisziplin rufen, die in ihrer partei­politischen Auffassung von dieser Staatsdisziplin erheblich weniger erkennen lassen als wir.

Die Reichstagswahlen werden mit ihrem unge­heuren Sieg der NSDAP, nicht nur die Neu­ordnung der Dinge im Reich herbei- führen müssen, sondern auch die endgül­tige Regelung der preußischen Staatsangelegenheiten bringen. Wir Nationalsozialisten in Preußen lehnen eine Statthalterschaft getarnter Zen- trumsleute in dem Staate Fried­richs des Großen ab. wir Preußen find gewohnt, uns selbst zu regieren. Auch die getarnten Zentrumsleute wollen davon Notiz nehmen, daß wir nicht darum ein Jahrzehnt und länger im härtesten Kampfe gestanden haben.

Arbeitsamt, Gemeinde und Arbeitern des Frei­willigen Arbeitsdienstes.

EineLösung der sozialen Frage" ist der Ar­beitsdienst gewiß nicht, aber er kann das näher- liegende und dringlichere Problem der Bewah­rung der Arbeitslosen vor körperlicher und gei­stiger Verwahrlosung lösen, und darauf kommt es heut« an.

Die Romantik der Landstraße gehört der Bergangenheit an. Es sind nur noch wenige, die wandern, um zu wandern, für die es Stadt- und Landgrenzen nicht gibt, deren Feld die Welt ist, daß sie im Laufe eines langen Lebens zu durch­tippeln suchen. Berschollen sind ihre Lieder, ver­schwunden die prachtvollen Grauköpfe, die, zer­lumpt und schäbig, an den Türen klopfen, mit einem Teller Suppe, einem Stück Brot zufrieden waren. In der Mühsal ihres unsteten Daseins hatte sich bei den struppigen Gesellen ein Lebens­mut entwickelt, ein aus der Natur geschöpfter Hu­mor, den der Seßhafte bestaunen und bewundern muhte. Sie sind dahin, die mit einem heißen Som­mertag nichts besseres anzufangen wußten, als still im Wald zu liegen und ins Blaue zu träumen

Dillenburg, Reg.-Bez. Wiesbaden, eingeglie­dert. (Vergleiche Zisfer 7.)

Die bisherigen Landkreise Fulda, Gersfeld. Fritzlar, Homberg, Kassel, Molfhagen, Marburg, Kirchhain und Herrschaft Schmalkalden werden a u f g e l ö st.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

5. Die Landkreise Obertaunuskreis und Ufingen werden zu einem neuen Landkreise Obertaunuskreis mit dem Kreissitz in Bad Homburg v. d. H. zusammengefchlofsen. Die Landgemeinden Brandobern darf, Espa, Kleeberg und Weiperfelden des neugebib beten Obertaunuskreises werden in den Kreis Wetzlar eingegliedert. Die Landgemeinden Nieder­ems, Reinborn, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems des neugebildeten Obertaunuskreises wer­den in den Landkreis Untertaunuskreis einge­gliedert.

Die Landgemeinden Hämischen und Hasselbach des neugebildeten Obertaunuskreises werden in den Landkreis Limburg eingegliedert.

Die Landgemeinden Emmershausen, Gemünden, Heinzenberg, Mönstadt und Winden des neugebil­deten Obertaunuskreises werden in den Oberlahn­kreis eingegliedert.

6. Die Landkreise Westerburg unb Ober- westerwaldkreis werden in einen neuen Landkreis We sterburg mit dem Kreissitz i n Westerburg zusammengeschlosjen. Die Landgemeinden Girod, Görgeshausen, Großheubach, Heilberscheid, Hundsangen, Kleinheubach, Nenters­hausen, Niedererbach, Nomborn, Obererbach, Ober­hausen, Pütschbach, Ruppach, Steinefrenz und We­roth des neugebildeten Landkreises Westerburg werden in den Unterwesterwaldkreis eingegliedert.

7. Die Landkreise Dillkreis unb Bieden­kopf werden zu einem neuen Landkreise Dillen»

Methode, den Siegeszug des Nationalsozia­lismus zu sabotieren. Herr von Papen habe dem Marxismus durch feine Notverord­nung und durch die weite Hinausschiebung des Wahltermins zwei bis drei Millionen Stimmen gerettet. Ungehindert von der Reichsregierung hätten die schwarz-roten Par­teien in ungehemmter Demagogie gegen den Nationalsozialismus Hetzen können. Das Verhalten des Reichs- kommiffars Dr. v r a ch t zeige, daß dieser Zen­trumsmann den Nationalsozialisten gegenüber die Rolle des Herrn von Kahr zu spielen bereit sei. Der einzige Mann im Reiche und in Preußen, der an dem Spiel der getarnten Zentrumsmänner nicht beteiligt fei, sei Reichswehrminister von Schleicher.

damit als Endergebnis ein Kabinett an- geblich neutraler Verwaltungs­aristokraten das Steuerruder des Reiches in die Hand nimmt. DerErfolg" der Herren von Papen und Dr. vracht in Preußen ist lediglichdie Zunahmeder Kommu­nistischen Partei seit den preuhenwahlen um 729 000 Stimmen. Die fast 14 Millionen, die am 31. Juli sich zum Hakenkreuzbanner bekannt, fordern nunmehr die Uebcrnahme der Staatsgewalt durch den Nativ- nalfozialismus. Wo bürgerlich regiert wird, triumphiert der Marxismus.

Kein Hitler-Interview des News Chronicle.

München, 3. Aug. (CNB.) Zu dem gemeldeten Interview Hitlers mit dem Korrespondenten des News Chronicle erklärt die Presse st ekle der Reichsleitung der NSDAP., daß ein sol­ches Interview nie sta t t g e f u n d e n habe, um so mehr, als Mr. Davenport, der Korrespon dent des News Chronicle, Adolf Hitler über­haupt nicht kennengelernt habe. Daven­port habe lediglich mit dem Auslands­pressechef der NSDAP, gesprochen.

Auch die Bürgermeister wissen nurvongu- ten Erfahrungen mit dem Arbeitsdienst zu berichten. Trotz der verschiedenen Berufe der einzelnen Arbeitswilligen erftillt ieder fernen Po­stern Sie heben die gute Kameradschaft unter den Arbeitern hervor, eine Freude an der Ar-

Randnoten.

Nicht die Wirtschaft, wie es Walther Nathenau

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Silagen: Die Illustrierte Gießener tfamilienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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uquft. Es wurden 190 Mark, Winter- 172,50, Hafer (In- nmehl MMches, ) 37,50 bis M slauf-ftvchen) 37,50 127,50 bis 28 W' »art. - T^enz.

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der Bogelsprache kund wie Salomon.

Aus der Landstraße ist ein soziales Pro» blemvon tiefsterTragik geworden. Was die Landstraße heute bevölkert, das sind keine Brüder Straubinger, sondern das sind Entwur­zelte, keine Glückssucher, die erkennen, daß die Un- rast ihr Lebensglück darstellt, sondern Menschen, die nach Brot suchen, die der Not ihrer Heimat entfliehen wollen, um nichts als Bot zu find^i. Die Angaben der Berbände, die sich die Aufgabe gestellt haben, die Wandernden zu unterstützen, entrollen ein erschreckendes Bild. Eine Ar-

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Berlin, 3. Aug. (TU.) Amtlich. Das Preußische Staatsmini st erium hat am 1. August eine DerordnungüberdieNeu- gliederung von Landkreisen erlassen, durch die insgesamt 58 Landkreise eingespart wer­den. Es handelt sich um Kreise in der Provinz Pommern (Reg.-Dez. Köslin), in der Pro­vinz Niederschlesien (Reg.-Bez. Breslau und Liegnih), in der Provinz Sachsen (Reg.- Bdz. Magdeburg, Merseburg und Erfurt), in der Provinz Schleswig-Hol st ein, der Provinz Hannover (Neg.-Bez. Hannover, Lüneburg, Stade und Osnabrück), der Provinz Hessen- Nassau (Reg.-Bez. Kassel und Wiesbaden), der Rheinprovinz (Reg.-Bez. Koblenz, Köln und Aachen). Die Verordnung tritt am 1. Oktober in Kraft.

Regierungsbezirk Kassel.

1. Die Landkreise Fulda und Hersfeld werden zu einem neuen Landkreise Fulda mit dem Kreissitz in Fulda zusammengeschlosfen.

2. Die Landkreise Fritzlar und Homberg werden zu einem neuen Landkreise Fritzlar mit dem Kreissitz in Fritzlar zusammenge­schlossen.

3. Die Landkreise Kassel und W o l f h a g e n werden zu einem neuen Landkreis Kassel mit dem Kreissitz in Kassel zusammengeschlossen.

4. Die Landkreise Marburg und Kirch­hain werden zu einem neuen Landkreis Mar­burg mit dem Kreissitz in Marburg zu­sammengeschlossen.

In den Landkreis Frankenberg werden die Landgemeinden Allendorf bei Battenberg, Bat­tenberg, Dattenseld, Berghofen, Deighausen, Bromskirchen, Dodenau, Eifa, Frohnhausen bei Dattenberg, Hatzfeld, Holzhausen bei Batten­berg. Laisa, Oberasphe, Reddighausen und Ren­nertehausen des neugebildeten Landkreises

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deutschen Land st raßen. Diese Zahl ergibt sich aus Grund der Statistik der Tlebernachtungsstätten. Sie ist also eher zu niedrig als zu hoch, denn die Zahl derjenigen, die keine Asyle aufsuchen, son­dern in Scheunen, Mieten oder irgendwo näch­tigen, ist statistisch nicht erfaßbar. Man nimmt an, daß nicht jeder Wandernde Nacht für Nacht ein Asyl findet, sondern immer Tage dazwischen lie­gen, nach denen er sich sein Lager sucht, wo es sich ihm gerade bietet. Die Zahlen der Asyle und Her­bergen geben demnach nur einen ungefähren An­halt.

Der Deutsche Herbergsverband gibt an, daß mindestens ein Drittel der von ihm be­treuten Wandernden Jugendliche sind. Im Jahre 1931 nächtigten in der Herberge zur Heimat 58 000 Personen unter 18 Jahren, davon 3500 über 16 Jahre. Die Zahl der Personen zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr wird mit 100 000 an­gegeben. In den Herbergen an den Hauptwandtt- straßen kommen auf 100 Wandernde 80 Jugend­liche Der Deutsche Herbergsverband hat versucht, nach dem Grund zu forschen, der die Menschen auf die Landstraße getrieben hat. Daß die Leute Arbeitsuche als Grund angeben, beweist nichts, denn immer ist der Wandernde auf der Arbeits­suche, auch wenn er sich längst der geregelten Ar­beit entwöhnt hat. Erschütternd aber ist, daß ein­mütig zum Ausdruck kam, wie sehr die jungen Menschen unter ihrem ziellosen Dasein leiden wie sie sich nach der Rückkehr in ein geordnetes Da­sein sehnen. Hier eröffnet sich eine soziale Auf­gabe von ungeheurer Bedeutung, es gilt, eine halbe Million Menschen zu retten, die das Schick­sal zu ZigeunErn gemacht hat und die nichts sehn­licher wünschen, als die Fesseln ihrer Freiheit ab­streifen zu können.

Wir Nationalsozialisten haben gar keinen An­laß, im Reich oder in Preußen auf die Herren |

MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick tm6 Verlag: vriihl'lche Univer^-its-Luch. und Steinöruderet B. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Schulftratze ?.

Berlin, 3. Aug. (TU.) Im Preußischen Pressedienst der NSDAP, nimmt der Fraktions- Vorsitzende der nationalsozialistischen preußischen Landtagssraktion Abg. Kube äußerst scharf zur gegenwärtigen innerpolitischen Lage sowie zur Reichsregierung v. Papen Stellung. Unter der UeberschriftDer nationalsozialistische Sieg" sagt

meinte, und nicht die Politik allen, wie es Na- . w- . - «*

V°le°n verkündete, sind, das Schicksal, sondern MbllVUNg btX RelchsregiekUNg? Schicksal und Zukunft einer Nation bildet stets

ihre Jugend. Biologisch gesehen, weist das Hereinnahme von Nationalsozialisten M deutsche Volk infolge der Kriegsverluste und des dasPräsidiallaßinett.

^^^urtenrückganges seit .1914 eine bedenkliche zah- Berlin, 3. Aug. (TU.) Der deutschnationale lcnmahrge Ueberlegenhert der Altersiahrgänge | . , 8 ' h-

auf. Die Statistiker haben berechnet, daß in etwa ,,Coralan3eiger berichtet- Nach Beratungen d.e zehn Jahren durch den Ausfall dieser Alters- Hitler abgehalten hat, darf als sicher angesehen Generationen ein höchst gefährlicher Rückgang der tverben, daß öle Nationalsozialisten sehr deutschen Gesamtbevölkerung eintreten wird, der weitgehende Forderungen auf Hebet-

In Rußland wohnen hundert Millionen Men­schen unter 20 Jahren. Die polnische Geburten- zifser ist genau doppelt so hoch wie die deutsche. Die theoretische Statistik hat festgestellt, daß bei einem Anhalten der geringen Berliner Geburten­ziffer Groß-Berlin in 150 Jahren nur noch 90 000 Einwohner zählt. Jederkonstruktive Aufbau­plan" einer deutschen Regierung hat daher mit dem Dien st an der deutschen Jugend zu beginnen. Es ist daher zu begrüßen, wenn der Reichsinnenminister F r e i h e r r v o n G a y l in einem Rundschreiben an die Unterrichtsminister i er^u 'a.'' daß' derReichstagswahlkampf die der einzelnen Lander die Richtlinien umnssen hat schwerste Belastungsprobe gewesen sei, nach denen in Zukunft die Erziehung der Jugend b-e -Nationalsozialistische Partei bisher habe erfolgen soll. Unendlich ist seit etwa 14 Jahren f nehmen müssen. Nachdem der Reichs- am Geiste der deutschen Jugend gesündigt wor- ^äsident v. Hindenburg Herrn Brüning und den. Man hat die Schule zum Gegenstand see- ^gierung nach Hause geschickt habe, habe lischer^perimente gemacht Die ewigen Werte ben Zentrumskanzler v. Papen sowie den der Ehrfurcht der Religiosität und der Baker- beutschnationalen Freiherrn v. Gayl in die Re- landsliebe sind in den sogenanntenmarxistischen ' -* berufen Aufbauschulen" buchstäblich mit Füßen getreten Sprung oeruien worden. Es gab Erzieher, die mit nichts ande- | unb nun begann man mit einer neuen rem ausgerüstet waren als mit einem abgrund­tiefen Haß gegen Staat, Familie und Kirche, und die mit plumpen Fingern die seelisch feinsten Vorgänge des Kindergemütes verzerrten und ver­allgemeinerten.

Auf der anderen Seite haben Arbeitslosigkeit und parteipolitische Derhehung dem Elternhause häufig den Charakter einer Stätte des Friedens und der sorgsamen Erziehung genommen. Die Dom Kulturbolschewismus geforderte Zerrüttung der Familie überlieferte die Kinder vielfach einem liebeleeren Dasein auf Kosten der öffentlichen Fürsorge. Und schließlich trägt unsere Partei­politik ein gerüttelt Maß Schuld daran, daß heute die junge und jüngste Generation bereits mit Schlagworten vernebelt ist und über ihrer Kindheit nicht mehr der freundliche Schein eines großen Zusammengehörigkeitsgefühles, sondern der blutige Schimmer des Nächstenhasses und der Verhetzung schwebt. Cs ist besonders erfreulich, Daß der Reichsinnenminister diese Derhehung ,schlimmste Bersündigung an der Jugend und das Gegenteil einer Erziehung zu echter Staatsgesm- nung und Volksverbundenheit" nannte. Die For­men, in denen sich das Gemeinschaftsleben der Jugend vollzieht, Schule und Jugendbewegung, müssen von allen parteipolitischen Einflüssen frei­gehalten werden. Wer die deutsche Jugend be­jaht, muß auch den Führerwillen des Staates bejahen, dieser Jugend die Formen vorzuschreiben, in denen sich ihre Vorbereitung für den Dienst an der Nation vollzieht.

von den schwerwiegendsten politischen Folgen be- nähme der THitoerantroorfung in der gleitet sein könnte. Die deutsche Geburtenziffer Neichsregierung stellen werden. Rcichsptä- £:i9L^iUtCr- U 2 6 C r f ,r a n 3 5 f f $ 6 n; sident und Reichsregierung durften sich auf den

®ffc?e6et ® - 1L 9S?e Äch° 2ug«nd und -lundpunk, ficUen öaf) d ° - j = 0 l« « S°bln°N die auswachsende Generation aber wird damit zum f e i n e n (S b a r a t l e r als P f

höchsten Schah einer deutschen Zukunftshoffnung nctl gleichwohlbehalten muffe. Mit un- und zur letzten Reserve des deutschen deren Worten: Die in das Kabinett hineinzuneh- Bolkstums. Die gewaltigen Aufgaben, die menben Nationalsozialisten sollen nicht als diesem deutschen Volkstum inmitten des durch sinn- Parteiführer, sondern aus dem Grunde in lose Friedensverträge balkanisierten Europas Po- bic Negierung kommen, daß sie besondere Misch, kulturell und wirtschaftlich gesetzt sind, und <täl)iqteU besitzen und d a s vertrauen des f» 3n< Ä

L-bersr-mdung, di-,- Aufgaben tonnen altenfalli die der «euhsrcgierung nahest-h-n. nimmt man an, von der jetzt verantwortlichen und gereiften Gene- daß das Zentrum ein durch Hereinnahme eint- ration nur in Angriff genommen werden. Die gcr Nationalsozialisten umgebildetes Kabinett zu­schweren Cntscheidungskämpse um den deutschen nächst tolerieren wird, da das Zentrum ja sehr Bestand und die eigentliche Führerrolle in einer stark öle Joröerung ausgesprochen hat, kommenden europäischen Neuordnung wird nun Me Nationalsozialisten müßten in öle Derant- einmat der Generation zufallen, die heute noch f fommen

die Schule besucht und nichts ahnt von den uner» Hortung tommen. , ,

hörten Anforderungen der nächsten Jahrzehnte. |

des Neichskommiffarrats.

Scharfe Kritik an Papen und Bracht.

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