Ausgabe 
4.8.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Auch ohne diese Versicherung bleibt die Schule oder der Schulvorstand weiter haftpflichtig im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften. Nur die bisher darüber hinausgehende, auf der Versicherung beruhende Schadloshaltung von Verletzten fällt bei Nichtzah­lung des Versicherungsbeitrags fort. Dr. G. P.

Oberheffen.

Lanorreis Gießen.

«Munster, 3. Aug. Am Sonntag, 7. August, feiern Gast- und Landwirt Johannes D a m e r und feine Ehefrau Karoline geb. Erb, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 74., die Jubilarin im 71. Lebensjahr. Beide erfreuen sich noch körperlicher und geistiger Frische.

Kreis Friedberg.

# Wölfersheim. 3. Aug. Das hiesige Schwelkraftwerk hat mit Beginn dieser Woche hundert Arbeiter neu eilige« ft e 111. Sie sind im Tagebau beschäftigt. Damit hat der Arbeitsmarkt in den umliegenden Dörfern eine geringe, aber immerhin merkliche Entlastung erfahren.

Kreis Schotten.

4= Wohnfeld, 3. Aug. In unserem stillen Dörf­chen im Streitbachtal findet am kommenden Sonntag seit einigen Jahren wieder zum erstenmal die Kirchweihe statt. Nach alter Ueberlieferung beschließt die Jugend unter sich, ob das Fest gefeiert werden soll oder nicht. Da kein Tanzsaal hier vor­handen ist, so hat man sich wieder nach altgewohnter Art dazu entschlossen, ein Tanzpodium auf der Straße zu errichten.

3m Zeichen Oer Fünf Ringe.

Links: Die Amerikanerin Copeland gewann mit einem Weltrekordwurf den Diskuswettbewerb. In der Mitte: Stella Walasewicz, die in Amerika wohnende Polin, gewann ebenfalls in Welt­rekordzeit den 100-Meter-Lauf. Rechts: der Engländer Hampson wurde in neuer Weltrekordzeit Sieger im 800-Meter-Lauf.

Ionalh unplacierl.

Auch die leichtathletischen Olhmpiakämpfe des Mittwochs standen im Zeichen der Amerikaner. Im 200-Metcr-Endlaus wurde der einzige deutsche Teilnehmer Jonath nur Vierter. Der ameri­kanische Heger Tolan holte sich hier nach dem 100-Meter-Sieg die zweite Goldmedaille. Auch in den übrigen Entscheidungen kamen die teil­nehmenden Deutschen zu keinen Erfolgen. Wel­

scher wurde im 110-Meter°Hürdenlauf disqua­lifiziert. Sievert und H i r s ch f e l d kamen nicht einmal in die Diskusentscheidung.

*

Im inoffiziellen Klassement der Na­tionen hat Amerika mit 138J4 Punkten eine klare Führung vor Deutschland 47^4, Frankreich 46. Polen 25, Kanada 24 und Italien 21 Punkten

Wirtschaft.

Oie wirtschaftliche Lage des Handwerks im Juli.

Vorn Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben:

Sind bereits in normalen Zeiten die Monate Juli und August die sorgenannten Hauptreisemonate, überwiegend geschäftsstille Zeiten für das Handwerk, da mit einer längeren Abwesenheit des zahlungs­kräftigen Publikums gerechnet werden muß, so ge­staltete sich in diesem Jahre unter dem Druck der allgemein anhaltenden wirtschaftlichen Depression die Geschäftslage im Handwerk geradezu katastro­phal-

Die bestehende Krise hat sich im Berichtsmonat noch roeiter verschärft und keine Aussichten auf baldige Besserung aufkommen lassen. Ob dies- zum Teil auf die ungeklärten politischen Verhält­nisse zurückzuführen ist, die die Entschlußkraft des freien Unternehmertums läfymenb beeinflussen, ob sich für bestimmte Berufe die zurzeit stattfindenden

Saisonausverkäufe ungünstig auswirken, ob und inwieweit auch die Witterung einer Besserung der Geschäftslage im Wege steht, läßt sich sehr schwer sagen. Wenigstens berichten selbst die Handwerks­berufe, auf die die Reisezeit sonst belebend einzu­wirken pflegt, dieses Mal, daß das Geschäft nahezu völlig still liegt. Im Schneiderhand werk sind die sonst üblichen Aufträge für Reisekleidung beinahe gänzlich ausgeblieben. Auch im Sattler- Handwerk, dessen Umsätze durch den Verkauf von Reiseartikeln im Juli für gewöhnlich eine Steigerung erfahren, blieb dieses Mal die erwartete Geschäftsbelebung aus. Die übrigen leder- und papieroerarbeitenben Handwerks­berufe wiesen burchweg eine Verschlechterung ihres Geschäftsganges auf. Die Nahrungs­mittelhandwerke hatten ebenfalls unter der Reisezeit sowie der zeitweisen warmen Witterung zu leiden. Der Absatz zeigte hier, auch beeinflußt durch das vermehrte Angebot von jungem Gemüse, Kartoffeln und Obst, stark rückläufige Tendenz auf.

Eine geringe Belebung wird lediglich von den metallverarbeitenden Handwerks-- berufen in ländlichen Gebieten gemeldet, die infolge der Erntearbeiten vermehrte Aufträge für Reparaturen aufzuweisen hatten. Jedoch hielt sich infolge der schlechten Lage der Landwirt­schaft die Auftragserteilung in ungewöhnlich engen Grenzen. Sehr gering blieb auch die Bau­tätigkeit, die sich fast ausschließlich auf Klein­wohnungen, Siedlungsbauten und Reparatur­arbeiten beschränkte. Infolge der starken Kon­kurrenz der Schwarzarbeiter blieben jedoch diese Aufträge, die ohnehin nur einen geringen Um» fnag erreichten, für die gesamte Lage des Bau­handwerks völlig bedeutungslos. Von der Hand- wcrlrkammer Rürnberg wird noch besonders dar­aus hingewiesen, daß das Betätigungsgebiet einer Reihe von Handwerksberufen neuerdings auch eine starke Beeinträchtigung durch die produktive Beschäftigung von Wohlsahrtserwerbslosen durch die Wohlfahrtsämter erfährt. Verschiedentlich mußten auch schon Angriffe des Freiwilligen Arbeitsdienstes auf Arbeiten des selbständigen Handwerks abgewiesen werden.

Die anhaltende Wirtschaftskrise machte sich na­turgemäß in einem immer stärkeren Druck auf d i e Preisgestaltung bemerkbar. Zu einer weiteren Gefährdung der Handwerksbe­triebe werden auch neben der drückenden steuer­lichen und sozialen Belastung in immer größerem Umfange die Verluste durch Konkurse und Zwangsversteigerungen der Schuldner des Handwerks.

* Vor dem Abschluß der internatio­nalen Stickstoffverhandlungen. Die in Scheveningen feit Montag dieser Woche abgehal­tenen internationalen Verhandlungen zwischen den europäischen darunter auch den deutschen Stickstoffproduzenten und Vertretern der chile­nischen Salpeterindustrie sollen nunmehr zum Ab­schluß kommen. Obwohl von feiten der Konferenz­teilnehmer noch keine authentischen Mitteilungen herausgegeben werden, verlautet, daß die Ver­handlungen erfolgreich verlaufen sind und daß eine bestimmte grundsätzliche Uebereinftimmung zwischen den Chilenen und den europäischen Stick­stoffproduzenten erzielt worden ist.

* Ernste Lage in der Rheinschisfahrt. In der gestrigen Generalversammlung der zur Fen- del-Schiffahrtsgruppe gehörenden Rheinschiffahrts- AG. norm. Feudel, ferner der Badischen AG. für Rheinschiffahrt und Seetransport und schließlich der Mannheimer Lagerhaus-Gesellschaft, sämtlich in Mannheim, wurden die Regularien einstimmig ge­nehmigt. Bei den genannten Gesellschaften kommen je 3 (5) v. $). Dividende zur Verteilung. Die Ge­schäftsberichte für das Jahr 1931 entrollen ein über­aus trübes Bild über die Lage der Rheinschiffahrt. Dem im vergangenen Jahre immer größer geworde­nen Angebot an Schiffsraum standen nur verhält­nismäßig geringe Transportmengen gegenüber.

freundlichere Börse in Berlin.

B e rl i n, 4. August. (WTB. Funkspruch.) Unter dem Eindruck der sehr festen Neuyorker Börse von gestern hatte sich im heutigen Vormittagsverkehr eine wesentlich freundlichere Beurteilung der Situa­tion durchgesetzt. Man verwies auf bas weitere An­ziehen der Warenpreise, auf neue Russenaufträge für die Eisenindustrie, auf den günstigen Fortgang der internationalen Stickstoffoerhandlungen und auch vor allem auf die Erklärung Dr. Warmbolds, die sich gegen eine Zinskonvevsion wendet. Es fehlte aber zu beginn des Verkehrs wieder an stärkerer Beteiligung von außen her, obwohl man bei den Banken den Eindruck hat, als ob sich die Kundschaft etwas mehr für die Börse interessiert. Die ersten Kurse lagen dann auch nicht ganz so fest wie er­wartet, da anscheinend immer noch Glattstellungen aus Lombard und vielleicht auch'Exekutionen statt- fanden. Während im allgemeinen die Besserungen 1 v. H. ca. betrugen, waren Montanpapiere unter Bevorzugung von Hoesch und Rheinstahl (bei letz­teren machte die Bilanz besonders auf Grund der starken Abschreibungen einen durchaus befriedigen­den Eindruck) und Elektropapiere unter Führung von RWE. darüber hinaus befestigt. Bauwerte wie Julius Berger und Holzmann konnten einen Ge­winn von 3 bzw. 3,5 v. H. verzeichnen. Auch das Interesse für Otavi hielt an, wobei man an eine Beteiligung dieser Gesellschaft an der neuen Kupfer- und Messingwerke-A.-G. zu hoffen scheint. Auf Käufe einer Großbank waren auch Schiffahrts­aktien bemerkenswert fest. Anderseits fielen schon zu Beginn des Verkehrs Papier- und Zellstoffwerte durch schwächere Haltung auf. Nach den ersten Kur­sen war vorübergehend eine leichte Abschwächung festzustellen, die in der Hauptsache aber wohl durch das Fehlen neuer Orders verursacht wurde, denn

der freundliche Grundton blieb vorherrschend und wurde von AEG. ausgehend später auch wieder fester.

Auch am Rentenmarkt war die Grundstim­mung trotz geringen Ordereinganges freundlich. R e i ch sschulbbuchforber ungen lagen 0,75 v H. über gestern sogar ausgesprochen fest. Deut­sche Anleihen eröffneten nicht ganz einheitlich, ein §prozentiger Verlust der Altbesitzanleihe wurde im Verlaufe wieder eingeholt. Bemerkenswert ist an diesem Markte zunehmendes Interesse für Schutz­gebiete. Jndustrieobligationen und Reichsbahnvor­zugsaktien waren ebenfalls etwas gebessert.

Am Markte der Auslandsrenten traten nur unbedeutende Veränderungen ein. Am Berliner Geldmarkt war Tagesgeld weiter leichter und schon mit 5,5 v. H. erhältlich.

Auch Frankfurt freundlicher.

Frankfurt 4. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Der feste Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse führte bereits an der Dorbörse zu einer freund­licheren Stimmung, die auch bei Beginn des amt­lichen Verkehrs erhalten blieb, wenngleich die z. T. merklich befestigten Kurse sich nicht immer behaup­teten. Immerhin waren im Vergleich zur Abend­börse doch Kursbesserungen von durchschnittlich 1 Prozent zu verzeichnen. Darüber hinaus ergaben sich für einige Spezialwerte Gewinne bis zu 1,5 Prozent. So eröffneten Gesfürel 1,68, Aku 2 und am Montanmarkt Rheinstahl und Stahlverein bis zu 1,5 Proz. höher. IG. gewannen 0,68 Proz., nachdem vorbörslich auf Erwartungen, daß die Stickstoffverhandlungen bald zu einem positiven Abschluß gelangen werden, die Farbenaktie bis zu 1,5 Proz. höher lag. Dis zu 1 Proz. freundlicher setzten ferner ein Gelsenkirchen, Phönix, Siemens, AEG., Ilse Bergbau Genuß und Reichsbahnvor­zugsaktien sowie Deutsche Linoleum. Reichsbank­anteile, Deutsche Erdöl und Metallgesel schast b ie- ben behauptet, Scheideanstalt gingen dagegen leicht zurück. Von lokalen Werten konnten sich Holzmann um 3 Proz. befestigen. Die Umsah- tätigfeit war im allgemeinen klein, da man im Hinblick auf die Ungeklärten innerpolitischen Der- hältnisse weiter Zurückhaltung bekundete, zumal das Publikum noch keine Beteiligung am Börsen­geschäft zeigte. Später bröckelten die Kurse ver­schiedentlich wieder etwas ab, doch fetzte fich im Laufe eine neue Aufwärtsbewegung durch, wo­bei die Anfangskurse zum Teil noch überschritten wurden.

Am Rentenmarkt lagen Deutsche Anleihen etwas niedriger, dagegen 'oogen Reichsschuldbuch­forderungen bis zu 0,75 Prozent an.

Am Pfandbriefmarkt lag kleines Ange­bot vor, das bei der Enge der Märkte überwiegend Kursrückgänge von 0,25 bis 0,75 Proz. zur Folge hatte. Kommunalobligationen lagen sehr ruhig, aber gehalten. Alt- und Reubesihanleihe konnten sich später wieder etwas erholen.

Am Aktienmarkt blieb das Geschäft im weiteren Verlause klein. Die erhöhten Kurse konn­ten sich aber gut behaupten.

Am Geldmarkt machte die Erleichterung weitere Fortschritte, so daß der Satz für Tages- gelb auf 4 Prozent gesenkt wurde.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 4. Aug. Auftrieb: 133 Rin- ber. 968 Kälber, 122 Schafe, 686 Schweine. Es wür­ben notiert: Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 38 bis 41 Mark, mittlere Mast- unb Saugkälber 32 bis 37, geringe Kälber 26 bis 31; Sch afe: Masi- lämmer unb jüngere Masthämmel (Weidemast) 26 ' bis 30, mittlere Mastlärnmer, ältere Masthämmel unb gut genährte Schafe 20 bis 25; Schweine: voll­fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfunb Lebendgewicht 53 bis 55, von etwa 200 bis 240 Pfunb 52 bis 55, von etwa 160 bis 200 Pfunb 50 bis 54, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfunb 48 bis 52 Mark. Marktverkauf: Kälber unb Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweine rege, ausverkaust.

kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinben.

Israelitische Reiigionsgesellschaft. Sabbatfeier ben 6. August. Freitagabenb 7.20 Uhr; Sarnstagoorrnittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.55. Wochen- gottesbienst: morgens 6.30; abenbs 7 Uhr.

andere Haut-

Nichts anderesI - Es gibt eben keine creme, die das hautverwandte Euzerit

Gießen (Grünberger Straße 75), den 3. August 1932

Die Beerdigung findet Samstag, den 6. August, nachmittags 2 Uhr,

von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt

5662 D

-4

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Wilhelm Wallbott, Willi Wallbott, Artur Wallbott

Meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, unsere liebe Schwägerin und Tante

Frau Marie Wallbott, geb. Zey

ist heute mittag, 12.15 Uhr, nach langem schwerem Leiden im Alter von 45 Jahren heimgegangen

Gießen,

0<S83

Nachruf.

Am 31. Juli verschied unser lieber Kamerad

Chrisliau Emde, Gerichlstamler.

Wir werden ihm ein treues An­denken bewahren. Der Vorstand.

Wellpatent

D.R.P. weben erteilt. Für unseren Haus- haltungsartikel, ber enormen Verdienst abwirft und vollkommen konkurrenzlos iit, suchen wir tüchtigen Herrn, der über Be­triebsmittel von ca. 1000. Mk. verfügt Angebote unter A. K. 931 an die Ann.° Erved.D. Schürmann, Düsseldorf.

MW WIMM mit zirka 2000 Mark für eine glänzende, teilweise schon einaefübrte Neuheit gesucht. Schriftliche Angebote unter 04577 an den Gießener Anzeiger erbeten.

Marke

.GEG -KÄSERE,

darüber, ob Frühstück oder Abendbrotschmeckt". Immer würzig, gehaltvoll und von hohem Geschmacksreiz ist /TX Allgäuer Hart

IC3 S In u.Weichkäse UJ rl Ij J-Kuh und -Alpenrose

Diese preisgünstigen und pikanten QualitätskSse aus den GEG Sennereien im Allgäu gibt es aber nur im KONSUMVEREIN

Limburger m. R...............V* Pfund

Limburger o. R...............% Pfund

Edamer 30%.................V* Pfund

Edamer 20%.................% Pfund

Ada-Block.......................Stück

Berg-Trio........................Stück

Romadour.......................Stück

Alpenrose.......................Stück

Allgäuer Stern..................Stück

Thüringer Stangen.............. Stück

13 Pf.

14 Pf.

16 Pf

12 Pf.

35 Pf.

24 Pf.

22 Pf.

15 Pf.

10 Pf.

6 Pf.

= Schweizerkäse...............y4 Pfund 30 Pf.

E Emmentaler o. R..............i/4 Pfund 29 Pf.

= Alpenland-Blockkäse...........StücklOO Pf.

= Tomatenkäse....................Stück 52 Pf.

= Gebirgsquelle...................Stück 35 Pf.

E Camembert......................Stück 22 Pf.

= Kümmelkäse....................Hück 17 Pf.

= Alpenland.......................Stück 10 Pf.

= Delikateß-Frühstückskäse.......Stück 10 Pf.

= Handkäse.......................Stück 7 Pf.

IK

5658 A

e.G.

m.b.H.

Warenabgabe nur an Mitglieder!

Konsumverein Gießen u. Um