Ausgabe 
4.2.1932
 
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Opfer forderte als von jedem andern Volksgenosten, sich noch einmal zum Kampf zu stellen, wenn er nicht die Mehrzahl feiner alten Anhänger auch diesmal hinter sich weiß.Die Treue ist das Mark der Ehre", fo lautete einst der Leitspruch des jungen Dahlstütter Kadetten von Hindenburg. Wird auch unser Volk zu diesem Wort stehen, wenn in diesen Tagen von jedem einzelnen von uns die klare Entscheidung verlangt wird: Für oder wider Hindenburg?

©er Erfolg des Hindenburg-Ausschuffes. schon am ersten Tage über hunderttausend vinzeichn ngen Die Listen liegen we ter auf

Berlin, 3.Febr. (1DIB.) Der fjinbenburg- a u s f ch u sz teilt mit: Bis 23 Uhr haben von 191 Zeitungen, die sich noch den bisherigen Fest­stellungen an der Preffeoktion für die Volkskandi- batur Hinbenburgr beteiligen, 72 Blätter bas vorläufige Ergebnis be» ersten Ein - zeichnungsloges mitgeteilt. Danach be­trägt bic Gefamlzahl ber Einzeichnungen am ersten läge im Reich 1 05 300, davon in Berlin 28 400 Damit ist bie formell erforberliche Zahl von 20 000 Einzeichnungen bereits am ersten Tage u m ein vielfaches überschritten. Der hin- benburgausschuh ist von ollen Seilen gebeten wor­ben, sich mit der Erreichung der formalen Voraus­setzungen nicht zu begnügen, sondern bie C i ft e n weiteraufliegen zu losten, um allen Be- oölferangsfreifen Gelegenheit ; u einer machtvollen fiunbgebang für ben Reichspräsidenten von Hinden­burg zu geben. Dementsprechend werben bie Listen noch etwa 10 Tage ausliegen.

AeichSsühreriagung derASDAP.

Noch keine Stellungnahme zur Prafidcntfchaftsfragc.

München, 3. Febr. (TU.) Die Pressestelle ber Reichsleitung der NSDAP, gibt über die Reich s- führertogung der NSDAP, eine Mittei­lung aus, in der es heißt :

Die Tagung, die im Zeichen der bevorstehenden innerpolitischen Entscheidungskämpfe stand, gab ein eindrucksvolles Bild der inneren Geschlossenheit und Disziplin der nationalsozialistischen Bewegung, deren organisatorische Struktur bekanntlich keinerlei parlamentarische Abstimmungs- oder Vorstandsbe- lchlüste kennt, sondern in allen entscheidenden poli- tischen Fragen den ausschließlich von Berantwor- tung gegenüber der Nation getrogenen Ent­schlüssen ihres ober st en Führers Adolf Hitler folgt. In diesem Sinne wurde im Rahmen der Tagung auch die Frage der bevor­stehenden Reichspräsidentenwahl erörtert. Dabei fand das einmütige Bewußtsein absoluter Siegeszuversicht seinen ganz besonderen Ausdruck in der Feststellung, daß die nationalsozialistische Be­wegung willensmähig und organisatorisch zum Ein­satz für den Wahlkampf so völlig gerüstet steht, daß sie nur bie Parole ihres Führers erwartet, um sie zum Siege zu tragen.

Die Berichte über den Stand der Drganilation, die in Kürze eine Million eingeschriebener Mitglieder erreicht haben wird, ließen in eindrucksvoller Weife aus Borgängen der nationolfozioliftifchen Be­wegung den erfreulichen Fortschritt irr der politischen Willensbildung der Nation durch den Nationalsozialismus erkennen.

Der Verlauf der Tagung, der die Anwesen- beit Adolf Hitlers das Gepräge gab, be­stärkte 'olle Teilnehmer in dem zuversichtlichen Glauben an die Kraft der nationalsozialistischen Be­wegung, bie sich jeder Aufgabe, die ihr der Führer stellen wird, gewachsen fühlt.

to2. Zahrgang

Donnerstag, 4. Zebruar 1952

Nr. 29 Erster Matt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Hindenburg.

Um dte Frage der Prälidentfchaftswahl hat sich feit bet psychologisch anscheinend falsch an- gefaßten und daher mißglückten Aktion des Reichskanzlers ein solcher Wust von Peinlich­keiten gehäuft, daß sich ber Blick für daS Dot- wcndiac und Datürliche zu trüben begann und das Volk, dem nach der Berfaffung allein die Entscheidung zusteht, auS dem verwirrenden Durcheinander parteipolilifcher Taktik und ehr­lichen Streben- nicht mehr den Weg zu eigener Willensbildung zu finden schien. Der Aufruf deS Berliner Oberbürgermeisters Dr. Sahm bat nun endlich mit dem offenen und vorbehaltlosen Be­kenntnis zu Hindenburg ein Banner auf- gepflanzt, das in Kriegs- und Friedenszciten Millionen Deutfcheii zum Symbol lauterster, auf­rechter Gesinnung, uneigennützigen opferbereiten StrebcnS für Wohl und Zukunft von Volk und (Nation geworden ist. 3n wenigen schlichten Wor­ten bringt die würdige .Kundgebung deS Berliner Oberbürgermeisters diese tiefinnerc Berbunden- teil einprägsam zum Ausdruck, die gerade heute w eder in mtischer Schicksalsstunde daS Boll für seinen getreuen Eckehard empfindet. Der Aufruf Dr Sahms gebt bewußt auf politische Erwägun­gen, wie sie die vorauSgegangene Debatte viel­leicht allzusehr und nicht zum Borteil ber Sache beherrscht haben, überhaupt nicht ein, er stellt die geschichtliche Persönlichkeit beS Feldmarschalls und Reichspräsidenten in feiner absoluten inneren Geschlossenheit und sittlichen Größe vor das deutsche Volk hin und fragt jeden BolkSgenossen: Wie stehst du zu Hindenburg?

Heute bedarl eS keiner Srinnxrung mehr an die Taten deS Fcldherrn. der in Jahren bitterer Dot hineinwuchs in die größere Aufgabe eines Führers der Qlation. Hindenburgs Leben lag von Den sorglosen Leutnantstagen der 60er Jahre bis zur Präsidentschaft klar wie ein Kristall vor aller Augen Mit dem stolzen Mut und dem tiefen Der- antwortungSbewußtsein deS alten Soldaten der sriderizianischen Schule hat sich der Feldmarschall wie später der Reichspräsident ohne Winkelzüge und Borbehalte frei und offen auch dann zu feU nem Handeln bekannt, wenn er dafür nicht gleich daS volle Berständnis feines Volkes fand und auch in den .Kreisen auf Kritik stieß, bic ihm durch Geburt, LebenSgang und Weltanschauung beson­ders nahestanden. Deine unbedingte Treue zum Werk, dem er sich verpflichtet fühlte, fein un­beirrbares Festhalten an den Leuten, die er feines vollen BertrauenS für wert erkannt hatte, haben dem Reichspräsidenten in den erbitterten innen- politischen Kämpfen ber letzten Jahre schwere Ge- wissenSkonslikte nicht erspart. Aber er ließ nicht von der tief in der Eigenart seiner Persönlichkeit verankerten politischen Grundlinie, die er vor nun­mehr sieben Jahren bei der Eidesleistung im Reichstag in die Worte kleidete: .Der Reichs- Präsident soll der überparteilichen Zusammen­fassung aller arbeitswilligen und aufbaubereiten Kräfte unseres Bolkes dienen. Dieser Aufgabe der Sammlung und Einigung unseres BolkeS will ich rnjch mit besonderer Hingabe widmen". Uni) am gleichen Tage seines Amtsantritts sagte er:.Mein Amt und mein Streben gehören nicht einem ein­zelnen Stande, nicht einem Stamme oder einer Konfession, nicht einer Partei sondern dem ge­samten. durch hartes Schicksal verbundenen deutschen Dolle in allen feinen Gliedern." Und im gleichen Aulrus ,.Dc.s Deichsoberhaupt verkörpert den Einhei^swillen der Ration. Darum reiche ich in dieser Stunde jedem Deutfdhen im Geiste die Hand. Gemeinsam wollen wir um unterer teuren Toten, um unterer Kinder und KindeSkinder wil­len ungebeugten Mutes den schweren Weg gehen, der uns durch wahren Frieden zur Freiheit ge­leiten soll". Dieter Gedanke der Dolksge- m e i n f ch a s t wurde für den greifen Präsiden- ten, der seit den Tagen deutschen Bruderzwistes Ereignisse und Gestalten deutscher Geschichte in bunter Lzenenfolge hatte kommen und gehen sehen, oberste Richtschnur feines politischen Handelns, als er gewachsen und gereistin der großen Schule der Pflichterfüllung, dem deutschen Heere", tau- fenbfad) erprobt in schweren KriegSjahren. ge- läutert in einem langen Geben, das Dienst und Opfer bedeutet hatte, im Patriarchenalter von 78 Jahren dem Ruf .zu neuem Wirken im höchsten <mt des neuen Reiches Folge leistete, ilnb er v jt diesem Gedanken der Dolksgemeinschaft die ^Ircuc gehalten auch dann, wenn mancher irre wurde an dem großen alten Mann, der mit sei­nem politischen Dollen bald weit hinauSragte auS den Diederungen des Kampfs der Parteien und emporwuchszu der mythischen Gestalt, in der heute bic ganze Welt die Berkörperung des deutschen Lebenswillens schlechthin zu sehen sich gewöhnt fort.

Nun nähert sich Hinbenburgs erste Präsidentschaft ihrem Ende, in wenigen Wochen ergeht der Ruf an bas Volk, sich ein neues Reichsoberhaupt zu küren. Kann Deutschland, innerlich zerrissen unter dem Druck schwerster seelischer und materieller Not, von außen in seinem Lebensnerv bedroht, leichten Her­zens auf die Autorität des Namens Hindenburg verzichten, der heute Millionen diesseits und jenseits der deutschen Grenzen Symbol des inneren irrte- dens, der Volksgemeinschaft und Reichseinheit ist, stärkstes Sinnbild des nationalen Widerstands gegen die Auswirkungen eines übermütigen Friedens­diktats? Nachdem die Parteien dieser Schicksalsfrage ausgewichen sind, wird sie jedem Deutschen vor­gelegt, er selber muß sich entscheiden s ü r ober wider Hindenburg, für ihn den Urwähler gibt es kein taktisches-Zögern, keine Vertagung, kein ängstliches Sichzurückhälten. Heute wird die Frage an jeden einzelnen gestellt und sie heischt klare Antwort ja ober nein! Dem Hindenburg-Ausschuß

Japans Antwort ans die Intervention der Mächte.

MitbeioerseitigerZurückziehungderTruppenundSchaffungeinerneutralenZoneeinverstanven. Beteiligung dritter Mächte an den chinesisch-japanischen Verhandlungen wird abgelehnt.

Tokio, 4. Jrbr. (HUB Funkfpruch) Die ja­panische Antwort auf die Fricdcnsvorschläge Groß­britanniens, Italiens und der vereinigten Staaten ist ferliggrfteUt und wird wahrscheinlich nach Be­endigung der für heute vormittag anberaumten ßobinellssitzung abgesandt werden. Es verlautet, daß sie die ersten vier Punkte unter gewissen Be­dingungen annimmt, den 5. Punkt aber al» unan­nehmbar bezeichnet. Da» Kabinett soll beabsichtigen, zu den Vorschlägen der Möchte folgende Stel­lung zu nehmen:

1. Die Einstellung aller Gewaltakte ist annehmbar, vorausgesetzt, daß die Chi­nesen ebenfalls die Feindseligkeiten einstellen.

2. Japan kann die weiteren militärischen Vorbe­reitungen erst einffeUen, wenn e» von der chinesi scheu Aufrichtigkeit, ebenso zu verfahren, über­zeugt ist

3. Die Zurückziehung der gelandeten japanifchen Truppen von Orten, in denen eine größere Zahl japanischer Staatsangehöriger sich be­findet, ist unmöglich, bevor nicht die Chinesen ihre Truppen zurückziehen.

4. Japan ist mit der Einrichtung einer neutralen Zone In Schanghai einver­standen und wird möglicherweise eine ständige Vereinbarung anregen, wonach sich keinerlei chinesische Truppen innerhalb einer festgesetzten Entfernung von der in­ternationalen Niederlassung aufhalten dürfen.

5. Japan ist unter keinen Umständen imstande, sich mit der Teilnahme einer dritten Macht an den chinesisch-japa­nischen Verhandlungen, soweit die man­dschurischen Streitigkeiten in Betracht kommen, einverstanden zu erklären

Mit der Ueberreichung der Antwort an die Mächte wird für Donnerstag gerechnet, von maß­geblicher Seite wird versichert, daß Japan bei den Verhandlungen die zukünftige Schaffung von neu­tralen Zonen rund um alle chinesischen Vertragshäfen anregen werde.

Die Einheitsfront der angelfächfifchen Mächte hat in Tokio Enttäuschung hervor- gerufen. Anscheinend erhebt die japanische Diplo­matie noch Einwendungen gegen die Einbeziehung eines Teiles der japanischen Konzession in die neutrale Zone und deren Bewachung durch eng­lisch-amerikanische Truppen und will sich daS Recht sichern, die Stärke der japanischen Truppen zum Schutz der 30 00Ö Japaner erhöhen zu kön­nen. Auch beißt es. daß die Truppen in Schang­hai überanstrengt seien, da nicht genügend Ab­lösung vorhanden sei. Der japanische General­konsul in Schanghai, die örtlichen Besehls- haber und die Dertreter der japanischen Be­völkerung haben dringend Derstärkun- g e n angeforbert.

Das Marineministerium teilt die Bildung einer dritten japanischen Flotte unter dem Oberkommando von Konteradmiral D o m u r a, dem bisherigen Befehlshaber der

Marinestation von Vokofuka. mit. Dem Kom­mando der neuen flotte werden alle japani­schen Flottenteile in ben chinesi­schen Gewässern bei Schan g h a i unb südlich von Schanghai unterstehen. Bisher be­standen nur zwei japanische Flotten unb ver­schiedene kleinere Formationen. Die Ernennung Romuras ist gleichbedeutend mit der Ent­setzung des bisherigen japanischen Befehls­

habers in Schanghai. Admiral Schiofawa. Die Dachricht von der Ersetzung Schiolawas durch Konteradmiral Domura ist in der inter­nationalen Diederlafsung in Schanghai günstig ausgenommen worden. Die Maßnahme wird als em bedeutsamer Schritt der japanischen Regie­rung zu einer gütlichen Beilegung des Schanghaier Zwischenfalls ausgefaßt.

Sie Genfer Abrüstungs konferenz

Funkbild von der Eröffnungssitzung ber Abrüstungskonferenz im neuen Saal des Palais Electoral.

Erste Fühlungnahme.

Radolnq spricht mit Italien, Rußland und N 'flflrn.

Gens, 3. Febr. (WTB) Botschafter N a b a l n y hatte gestern eine Unterrcbung mit bem italienischen Außenminister fflranbi. Dann besuchte ber rus­sische Außenkommissar Litwinow ben Botschafter Nabo 1 ny unb besprach, wie von beutscher Seite mitgeteilt wirb, mit ihm ben Standpunkt ber beiben Regierungen zur Abrüstungsfrage Russischerseits will man einen eingehenb ausgearbei­teten Entwurf für ein allgemeines Abrüstungsabkommen ber Konferenz vor-

legen. Ferner stattete ber ungarische Dclegations- führcr Gros A'p p o n y i Nabolny einen Besuch ab. Am Donnerstag soll eine Unterrebuna zwischen larbieu unb Nabolny stottfinben. Die Abrü- ftunaskonferenz wirb Donnerstag nachmittag eine Vollsitzung abhalten, um bie Ausschußberichte entgegenzunehmen. Da sich bie meisten Abordnungen geweigert haben, bie Hauptaussprache zu eröffnen, ist über bie (Eröffnung der Aussprache noch nicht entschieben worben.

Der GeschästsordnungSausschuh hat bereits heute bie gesamte Geschäftsordnung durch­beraten. Es sind sünf Fachkommissionen vorgesehen, in denen jeder Staat durch einen Delegierten vertreten ist.

geht cs mit seinem Aufruf ja nicht darum, bie für eine Aufstellung ber Kandidatur Hindenburgs ohne Hilfe der Parteien verfassungsmäßig notwendigen 20 000 Unterschriften zusammenzubringen. Sie sind schon am ersten Tage der Einzeichnungsfrist um ein vielfaches überfchriiten. Nein, der Ausschuß will eine starke Vertrauenskunbgebling aller Volkskreife für Hindenburg, denn nur dann besteht Hoff­nung, daß der Reichspräsident seiner Aufstellung als Kandidat für die Dolkswahl zustimmt. Manche, die am 26. April 1925 bem Feldmarschall von Hin- bcnburg freudig ihre Stimme gegeben hatten, ftehcn heute abseits, enttäuscht, verbittert ober ratlos unb besonders dadurch irre gemacht, daß andere, die einst die Wahl Hindenburgs aufs schärfste bekämpft hatten, die nidjt davor zurückgeschreckt waren, Bür­gerkrieg und Friedensbruch in grellen Farben an die Wand zu malen, um die Erhebung des letzten Feldhcrrn ber Monarchie zum Präsidenten ber Re­publik zu verhinbern, sich heute laut zu Hindenburg bekennen unb am eifrigsten seine Wiederwahl be­treiben. Aber ist bas sehen wir einmal ab von der aufbringlidjen Betriebsamkeit gewisser Kreise, bie sich mit biefem lärmenbem Getue nachträglich ein Alibi zu verschaffen suchen nicht im Grunbe bas schönste Zeugnis für bic werbende Kraft biefes aufrechten alten Mannes, bem es gelungen ist, ohne Preisgabe feiner Ueberzeugung, auch feine erbittert- ften Gegner von einst zur Anerkenntnis seiner Stel­lung über ben Parteien zu zwingen? Wenn auch diele heute willens sind, bem Reichspräsidenten ihre Stimme zu geben, bars bas seine allen Wöhles irre machen, bie ihn vor sieben Jahren auf ben cd)ilb erhoben? Heute wie damals fordert Hindenburg vor- behaltloles unb bebingungslofes Bekenntnis zu feinem Namen. Ist bas nicht jebem Bürgschaft genug für eine überparteiliche Amtsführung im Dienst ber Volksgemeinschaft? Er will auch heute keiner Par­tei dienen, er gehört allen unb will nur Reprä- fentant des ganzen Volkes sein. Aber es wiberftrebt ihm unb wer wollte es ihm verargen? am Ende eines Lebens, das von ihm tausendfach mehr