Ausgabe 
4.1.1932
 
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2 rrrn., heute 10 RM.f) werde eine starke Be­lebung *s Verkehrs zu erwarten sein.

Schließlich wird der Vorschlag der Einführung von G r u p p e n - F a h r k a r t e n" gemacht. Nach der bisherigen Tariflage werden Fahrpreisermäßigun- gen für Gesellschaftsreisen erst ab 15 Personen (je- währt, während Gruppen von Reisenden in gerin­gerer Anzahl den vollen Fahrpreis zu entrichten haben. Um die offensichtliche Lücke im System zu schließen, schlägt die Denkschrift vor, Gruppenkartcn für kleinere Reisegemeinschaften einzuführen, und zwar derart, daß für eine Gruppe von vier Rei­senden 3% Fahrkarten, von sechs Reisenden 5 Fahr­karten, von a ch t Reisenden B'/s Fahrkarten zu lösen sind. Die neue Einrichtung, die gleichzeitig den viel­fach zutage tretenden Wünschen auf

Gewährung von Familienermähigungen Rechnung trage, würde sich aufs engste an die be­stehenden Abfertigungsvorgänge anschließen, so daß sie ohne Schwierigkeiten in die Tat umgesetzt werden könne. Für die Einrichtung der Gruppenkarten spreche vorn Standpunkt der Eisenbahn aus insbe­sondere der Umstand, daß auf diesem Wege der Wettbewerb des privaten Kraft­wagens wirksam bekämpft werden könne, zumal die Gruppenkarten zu vier, sechs und acht Reisenden sich an die Platzzahl der gebräuchlichsten Typen der kleinen, mittleren und großen Personenkraftwagen anschließen würden.

Die abschließenden Betrachtungen weisen darauf hin, daß sich mit dem starren Fe st halten an dem Bestehenden nichts erreichen lasse. Die stärkere Aufgeschlossenheit der Reichsbahn gegen­über den Erfordernissen einer zeitgemäßen Verkehrs- gestaltung, die gerade auch in der großzügigen Maß­nahme der Netz- und Bezirkskarten und der weitgehenden Freigabe der Sonntagskarten im Weih nachts - und Neujahrsoerkehr zum Ausdruck komme, lasse erwarten, daß auch in Zukunft allen Möglichkeiten nähergetreten werde, welche die Aussicht auf eine Verkehrsbele­bung in sich schlössen. Selbstverständlich müßten Hand in-Hand mit einer zweckmäßigen Tarifgestal­tung auch auf anderen Gebieten Verbesserungen ein- treten, namentlich in Gestalt einer weiteren Auflockerung des Fahrplans.

Die Tarifsenkungen seien um so eher möglich, als auch die Reichsbahn angesichts der Senkung des Preisspiegels starke Einsparungen mache.

Entscheidend für die Notwendigkeit einer baldigen fühlbaren Senkung der Personentarife sei aber, daß in einer Zeit, in der alle Preise sowie Löhne und Gehälter durch die Autorität der Reichs­gewalt zwangsweise schlagartig stark gesenkt wür­den, unser tatsächlich dem Reiche aehörendes süh- rendcs Verkehrsunternehmen hierbei in Betätigung einer positiven schöpferischen Verkehrs- gefinnung nicht Zurückbleiben könne.

9JL-$po<t

Fußball der Gießener Mannschaften.

Die Gießener Mannschaften konnten in den gestrigen Spielen keine großen Lorbeeren ernten. Die Liga des VfB. verlor erwartungsgemäß mit 4:0 Toren gegen den Dezirksmeister SC. 03 Kassel in Kassel. Das Spiel der Ligareserve gegen die 1. Mannschaft von Aßlar fiel den Witterungs- verhälträssen zum Opfer.

Die Ligamannschoft der Spielvereinigung weilte am gestrigen Sonntag in Bottenhorn. Das Spiel endete mit einem 3: 2-Sieg der Plahbesiher, muhte jedoch fünf Minuten nach Halbzeit abgebrochen werden, da das Publikum auf den Platz drang und die Spieler bedrohte. Der Schiedsrichter pfiff daraufhin das Spiel ab. Die Vorgänge dürften für den gastgebenden Verein wenig angenehme Folgen haben. Die Ligareserve der Spielver- einigung verlor in Burgsolms gegen die dortige 1. Mannschaft überraschend hoch mit 0:5. Aller­dings haben sich die Blauweihen die Niederlage insofern selbst zuzuschreiben, als sie nur mit zehn Mann antraten. Den einzigen Sieg und gleich­zeitig die Meisterschaft der 2. Gauklasse errang die 4. Mannschaft der 1900er, mit einem 6:2-Sieg über die 1. Elf von Steinbach.

Die Handball Mannschaft des VfB. verlor gegen die 1. Mannschaft des Turnvereins Hausen erwartungsgemäß mit 4:1.

Fußball in Hessen-Hannover.

Erwartete Ergebnisse.

Das plötzlich einsehende Tauwetter hatte die Spielfelder in einen Morast verwandelt, so daß drei Spiele der Nordgruppe ausfallen muß­ten. Das einzige Treffen in dieser Gruppe sah den Spielverein Kassel mit 2:0 über den FC. Gr.- Allmerode siegreich. Sn der Tabelle führt nach wie vor unangefochten Göttingen 05 mit 222 Punkten vor Spielverein Kassel 20:8 und Sport Kassel 19:7 Punkten.

In der Südgruppe siegte der SC. 03 Kassel über den VfB. Gießen mit 4:0, die Kasseler Kur­hessen bezwangen den Tabellenletzten Ockershau­sen mit 5:0, Kurhessen Marburg bezwang Hessen 09 Kassel 3:2, und Germania Fulda leistete sich die einzige Ueberraschung des Tages: die Ger­manen liehen sich von Horas mit 3:4 schlagen. An der Tabellenspitze liegt nach wie vor Bo­russia Fulda mit 22:4 Punkten, gefolgt von Ger­mania Marburg (17:7) und SC. 03 Kassel (16:10) Punkte.

Punktkämpfe in der Gruppe Main.

Der FSV. Frankfurt ist Tabellenzweiter ge­worden. Diese Wendung der Dinge ist durch die 0:2 (0:2)°Niederlage eingetreten, die sich Rot- Weiß Stanffurt am Silvestertage auf eigenem Platz im Spiel gegen die Offenbacher Kickers zu­zog. Rot-Weih war außer Form, recht mäßig spielte aber auch der Fuhballsportverein Frank­furt am Reujahrstag gegen Germania 94 Frank­furt. Rur knapp, mit 2:1 (1:0) Treffern konn­ten die Bornheimer dieses Spiel gewinnen und sich damit auf den zweiten Tabellenplatz vor- schieben. Wieder in ganz großer Form spielte der Mainmeister Eintracht Frankfurt. Er schlug den gewiß nicht schlechten DfL. Reu-Ssenbura mit nicht weniger als 9:2 (6:1) Treffern. Dabei spielte der Sieger mit Ersatz für Schütz und Grämlich, die beim Nord-Süd-Spiel in Mannheim mitwirkten.

Am Sonntag:

In der Gruppe Main ist am Sonntag die end­gültige Entscheidung im Kampf um den wert­vollen zweiten Platz gefallen. Zusammen mit dem Gruppenmeister Eintracht wird der Fußballsport­verein an den Endspielen um die süddeutsche Meisterschaft teilnehmen können. Der Sportverein schlug den VfL. Reu-Ssenbura glatt 3:0 (2:0) und sicherte sich damit die noch fehlenden Punkte. Aber der Sportverein wäre selbst im Falle einer Diederlage Zweiter geworden, denn sein Kon­kurrent im Kampf um den zweiten Platz, der SC. Rot-Weiß, zog sich in Heusenstamm eine 1:3° (1:0-) Riederlage zu. Heusenstamm sieht jetzt noch die Möglichkeit, in der ersten Klasse zu bleiben, zumal auch Bieber an diesem Sonntag in Gries­heim 5:0 (2:0) geschlagen wurde. Das Spiel der Offenbacher Kickers gegen Germania 94 fiel den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer. Das schönste Spiel des Tages war am Riederwald zu sehen, wo die Eintracht über die ausgezeichnet spielende Union Riederrad nur knapp mit 3:2 (3:1) siegte, Eintracht hatte dies­mal allerdings keinen allzu großen Siegeswillen.

Süd schlägt Nord 5:2 (3:1).

Zum traditionellen Freundschaftstreffen zwischen den beiden Fußballmannschaften von Nord- und Süddeutschland hatten sich am Neujahrstag im Mannheimer Stadion 12 000 Zuschauer eingefunden. Den Massen wurde ein sehr schöner und an span­nenden Momenten reicher Kampf geliefert, obwohl der schneebedeckte Boden den Spielern manches Mal zu schaffen machte.

In der ersten Halbzeit lag der Süden fast ständig im Angriff. Seine Abwehr war hervorragend, vor allem zeichneten sich hier Kreß und Schütz aus. Gut

war auch die sehr bewegliche und klug spielende Läuferreihe, die in Grämlich ihren besten Mann hatte. Der Sturm zeigte gute Einzelarbeit und feine Ballbehandlung, jedoch fehlte ihm das gegenseitige Verständnis. Bei den Norddeutschen war ebenfalls die Abwehr gut. Die Läuferreihe mußte sich meist in der Defensive halten, so daß sich der Sturm auf steil angelegte Durchbrüche beschränken mußte. Schon in der 9. Minute kam der Süden durch Conen zu seinem Führungstreffer. Sechs Minuten später erzielte dann der Norden im Anschluß an eine Ecke den Ausgleich. Von diesem Zeitpunkt ab spielte der Süden klar überlegen und erreichte auch bis zur Pause noch zwei weitere Treffer.

Nach der Pause stellte der Süden Langenbein in die Mitte, Conen ging auf halbrechts und Hörnle auf rechtsaußen. Dadurch wurde das Stürmerspiel besser und gefährlicher. Die Ueberlegenheit des Sü­dens wuchs und wurde gegen Ende des Spiels sogar drückend. Der Norden kam wieder nur zu ver­einzelten Durchbrüchen. Aber Süddeutschland konnte erst in der 31. Minute nach schöner Kombination durch Langenbein den vierten Treffer erzielen. In der 40. Minute mußte Kreß den Ball ein zweites Mal passieren lassen, aber zwei Minuten später er­zwang sich der süddeutsche Angriff durch Conen das fünfte Tor. Der Sieg der süddeutschen Elf war in j?der Hinsicht verdient.

Güddeuischlands Elf gegen Budapest.

Sn Stuttgart wird am Dreikönigstag ein Repräsentativ-Fußballfpiel zwischen Süddeutsch­land und Budapest ausgetragen, wozu der Süden folgende Mannschaft gestellt hat: Tor: Kreß (Rot- Weiß Frankfurt): Schütz (Eintracht Frankfurt), Burkhardt (Germ. Brötzingen); Grämlich (Eintr. Frankfurt), Tiefe! (Union Riederrad), Blum (VsB. Stuttgart): Langenbein (VfR. Mannheim), Koch (VfB. Stuttgart), Ruh (Rot-Weih Frank­furt), Ruehr (FC. Schweinfurt), Lindner (Union Riederrad).

Oer deutsche Viererbob für Lake placid.

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M WM

Unter Führung von Hauptmann Zahn wird sich am 15. Januar die deutsche Vierer-Bob-Mannschaft nach Amerika einschiffen, um an den olympischen Winterspielen in Lake Placid teilzunehmen. (Die deutsche Vierer-Bob-Mannschaft bei einer Trainings­fahrt.)

Deutsche Eiskunstlauf-Meisterschaften.

Maier-Labergo neuer Titelträger.

Lieber den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaf­ten, die am Samstag und Sonntag auf dem Rie- ßerfee bei Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wurde, waltete ein Unstern. Rachdem am ersten Tag das Wetter noch einigermaßen befriedigend war, setzte am Sonntag ein anhaltender Regen ein, der die Bahn stellenweise mit Wasserpfühen zierte. Dazu kam noch, daß Proteste die Fest­stellung des Endergebnisses bis in die Abendstun­den hinein verzögerten. Wie bereits der Auf­takt bewiesen hatte, wurde der Kampf um die Herren-Meisterschaft zu einem erbitterten Duell zwischen dem Münchener Maier-Labergo und dem Berliner Bayer. Mit knapper Diffe­renz konnte schließlich Maier-Labergo den Meistertitel in seinen Besitz bringen. Bei den Damen placierte sich die Berlinerin Michaelis auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von der erst dreizehnjährigen Münchenerin Herber und Frl. Schmidt (Berlin). Auch hier wurden durch die Gleichmäßigkeit der Leistungen die Kampfrichter vor keine leichte Ausgabe gestellt. Den Abschluß machten die Kämpfe im Paarlaufen. Der Sieg fiel in dieser Konkurrenz an das Paar Hem- pel/Weih vor dem Ehepaar Grümling (Berlin)

OieIagd im Januar.

Wenn Herr Hartung seine Herrschaft antritt, neigt sich das Sagdjahr seinem Ende zu. Für zahlreiche Wildarten hat die Schonzeit schon eingesetzt, und Hege und Pflege des Wildes werden in der Folgezeit wieder den Weidmann mehr in Anspruch nehmen als die eigentliche Sagb. Roch ist der Winter seither bei uns recht mild verlausen. So erfreulich das auf der einen Seite ist, so gefährlich ist andererseits das An­halten eines solchen Zustandes für längere Zeit, da damit die Vorbedingungen für die Entstehung und Verbreitung seuchenhafter Erkrankungen ge­schaffen werden können.

Sm Rot- und D a rn w i l d r e v i e r wird der Abschuß von Kahlwild und Kälbern im Rahmen des Abschuhplanes noch vollends durchgeführt: in Ländern, in denen der Hirsch noch gejagt wer­den darf, werden nur noch schlecht veranlagte Stücke der Kugel verfallen sein. Für männliches Rot- und Damwild setzt die Schonzeit in Preußen in diesem Sahre zum erstenmal am 1. Sanuac ein.

Sede Reue wird in Schwarzwildrevie­ren eifrig zum Festmachen und Besagen der Sauen, die in der Rauschzeit stehen, benutzt wer­den. Auch der Ansitz an alten Kartoffeläckern oder anderen Aesungsplätzen kann in mondhellen Schneenächten zum Erfolg führen.

Das Rehwild hat überall Schonzeit.

Auch unsere Wald- und Feldhühner ge­nießen den Schutz des Gesetzes oder der weid­männischen Sitte. Rur der Fasanenhahn ist noch frei, während die Sagt) auf Hennen in Hessen schon wieder geschlossen ist.

Die Hasenjagd geht am 15. Sanuar zu Ende. Der Hauptabschuh Pflegt gegen Monats­beginn durchgeführt zu sein. Man läßt daher dem Hasen jetzt möglichste Schonung angedeihen, die ihm als unserem wirtschaftlich wichtigsten Wilde unbedingt gebührt und für die er sich dankbar erweist, indes bis zum letzten Satz­hasen ausgeplünderte Reviere sich auch in guten Hasenjahren nicht erholen können. Sm Winter wird dem Hasen besonders stark von unberufener Seite nachgestellt. Man scheue nie einen Gang längs der Dorfgärten oder eingefriedigter Grund­stücke, die frei im Felde liegen. Man wird dann manchen Biedermann in feiner wahren Art kennenlernen. Bleibt das Wetter mild, so setzt Mümmelmanns Hochzeit meist schon im Sanuac ein.

Die Sagö auf Wildenten ist in Hessen noch gestattet, während sie in Preußen mit Sahres- beginn endigte. Zu den schweren Verlusten des Rotwinters 1928/29, in dem keine Wildart so litt wie unsere Wasservögel, kommt der fort­gesetzte Rückgang unserer Entenbestände, der sich mit der Zunahme des Wassersports in seinen verschiedensten Formen verbindet. Man wähle sich daher beim Abschuß die immer in der Mehr­zahl vorhandenen Erpel aus und schone die Ente ebenso ängstlich wie dies meist mit Fasanen- hennen geschieht.

W i l d g ä n s e sind als Wintergäste schon vor einigen Wochen eingetroffen. Sn strengen Win­tern versprechen sie an offenen Wasserstellen oft eine erfolgreiche und interessante Sagd.

Der Weidmann wendet sein Augenmerk jetzt mehr dem Raubwild als dem Ruhwild zu. Denn die Bälge sind nun gut, und vor allem reizt

die Sagd des roten Freibeuters immer aufd neue* Die Rollzeit des Fuchses hat begonnen. Das ist die rechte Zeit, um mit dem scharfen Grd­hund die Baue zu untersuchen und den Fuchs zu sprengen. Aber auch das Reizen mit dem Mausepfiff, der Hasenklage, dem Vogelangstruf kann den Rotrock vor die Flinte bringen, nicht zu vergessen das Durchdrücken der Fuchsdickungen mit wenigen guten Schützen an den bekannten Pässen.

Grimbart, der Dachs, verläßt entgegen der Schulweisheit in unseren Breiten außer bei ganz strenger Kälte und hohem Schnee immer noch den Bau und kann bei der Aus- und Einfahrt geschossen oder auch gefangen werden. Sn Preu­ßen allerdings hat seine Schonzeit schon begonnen.

Reuschnee wird man vornehmlich zu Bestätigen oder Ausgehen von Kleinraubwild wie Marder, Sltis, Wiesel benutzen.

Gerade diesen kleinen- Räubern mühte viel mehr Beachtung geschenkt werden, wenn die Riederjagden hochkommen sollen. Denn wir müs­sen uns darüber klar sein, daß die Bestände und Strecken der Vorkriegszeit noch längste nicht er­reicht sind. Kurzhalten des Raubzeuges, wozu sich der Sanuar sehr gut eignet, Darbietung aus­reichenden Futters, wenn die natürliche Aesung nicht zugänglich ist, Schutzeinrichtungen gegen Wetter und natürliche Feinde, dazu noch Glück mit dem Sah- oder Brutwetter sind die Vor­bedingungen für einen Aufstieg, vor allem aber auch das Uebriglassen eines genügenden Bestan­des und nicht Vertrauen auf die hegerische Ade« des Rachbarn!

Eicheln, Mais, Rüben, Haser, Hinterkorn, Spreu, Heublumen u. ä. ist alles billig oder kostenlos zu haben, geeignete Fütterungen sind ebenso herzustellen, und der wirkliche Weid­mann findet auch die Zeit dazu, auch wenn eS einmal nichts zu schießen gibt.

Der Sanuar hat für manchen Heger und Pfle­ger seines Wildes noch einen unangenehmen Beigeschmack. Viele Sagden laufen gerade in diesem Sahre ab und kommen zur Reuverpach­tung. Gar mancher brave alte Sägersmann hat sich der Rot der Zeit schon beugen müssen und die Flinte an die Wand gehängt. Ebenso wird sich mancher den Gedanken einer Pachtung aus dem Kopfe schlagen müssen, so schwer es auch fällt. Wildpreise, die z. T. unter Vorkriegs­preisen liegen, 20 Prozent Sagdstempel, unsin­nige Hundesteuern, unerträgliche Sagdpahgebüh- ren, die zu einer starken Mindereinnahme in der Staatskasse führen, dazu die allgemeine Geld­knappheit sind alles ungünstige Vorbedingungen für die kommende Pacht Periode. Wenn Ver­pächter und Pächter sich seither verstanden, so dürste eine Verständigung im Snteresse beider Teile liegen. Es steht zu befürchten, daß das Angebot da ist, aber die Nachfrage fehlt, und daß ferner Reviere in Hände geraten, in denen sie nicht so behandelt werden, wie der Verpächter es von diesem Teil seines Vermögens verlangen darf. Die Sagd und ihre verschiedenen Sndustrie- zweige usw. sind ein wesentlicher Bestandteil un­serer verarmten Volkswirtschaft. Viele, denen dos Weidwerk ans Herz gewachsen ist, sehen schwarz in seine Zukunft. Hubertus.

und der Münchener Kombination Schwend- bauer/Aichinger.

Gute Leistungen bekam man auch bei den Sunio- ren zu sehen. Hier gab es bei den Herren einen Sieg des Berliners Lasser mit der Platzziffer 5 und 130 Punkten, während sich bei den Damen Frl. Sb sch er (München) mit der Platzziffer 5 und mit 89,6 Punkten erwies.

Bayerische Eisschnellauf-Meisterschasi.

Die bayerischen Etsschnellauf-Meisterfchaften auf dem Staffelsee bei Murnau kamen bei starkem Regen zum Austrag. Sieger wurde der Titelvertei» diger Willy S a n b t n e r (EV. München), der mit 163,34 Punkten den ersten Platz vor seinem Vereins­kameraden Donaubaucr mit 166,07 Punkten. Auf den nächsten Plätzen folgten Steiner (München) und : eier (Murnau) mit je 178,74 und Stroh­hammer (München) mit 196,26 Punkten.

Um den Schönborn-Pokal.

Zum fünftenmal kam am Sonntag dos Skisprin­gen in Bayrisch-Zell um den Graf-Schönbarn.Pokal zum Austrag. Bei ausgezeichneten Schneeverhält­nissen siegte in der Hauptklasse der Deutsche Meister Gustl Müllermit der Note 217,1 und zwei schönen Sprüngen von 35 und 40 Meter. Auf Grund dieses neuerlichen Erfolges fiel dem Deutschen Meister dieser Wanderpreis endgülti" zu.

Kurze Sporinotizen.

München kam im Fußball-Städtespiel gegen Berlin in der Reichshauptstadt vor 25 000 Zu­schauern zu einem wohlverdienten 4:2- (3:1-) Sieg. ,

Köln Budapest, der im Kölner Stadion vor 12 000 Besuchern ausgetragene Fußball- Städtekampf endete mit einem nur knappen 3:2- (0:2-)Erfolg der Magyaren.

Bei den Endspielen um die süddeutsche Fußballmeisterschaft gab es am 3. Januar nur zwei Spiele in der Abteilung Südost, die Treffen der Abteilung Nordwest fielen dem schlechten Wet­ter zum Opfer. In der Abteilung Südost schlug die SpVg. Fürth den VfB. Stuttgart 3:0 (2:0), der 1. FC. Nürnberg siegte in Rastatt 5:0 (1:0).

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Deutschlands Eishockey-Mannschaft fährt nicht zu den Olympischen Spielen nach Lake Placid, da die finanzielle Frage nicht befriedigend gelöst werden konnte und da auch selbst mit einem sportlichen Achtungserfolg kaum zu rechnen war.

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Die Kämpfe um d i e bayerische Eis- hockey-Meisterschaft mußten am Sonntag abgebrochen werden, da der Regen die Eisfläche des Rießersees unter Wasser gesetzt hatte.

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Die Olympischen Winterspiele 1936 werden in Garmisch-Partenkirchen abgehalten.

Oberbeffen.

«Landkreis Gießen.

's T r e i s a. d. L d a., 2. San. Der hiesige Turn­vereinGut Heil" veranstaltete in Wills Saal einen Unterhaltungsabend. Der Vorsitzende, Leh­rer Walter, hielt eine ernste Begrüßungs­ansprache. Sm Mittelpunkt des Abends stand ein Theaterstück, das von den Mitgliedern vorzüglich zur Aufführung gelangte. Turnerische Vorführun­gen, die von der zielbewußten Arbeit des Vereins Zeugnis ablegten, unterhielten die Gäste und fan­den starken Beifall. Die Kapelle Decker füllte die Pausen mit guter Musik.

Kreis Büdingen.

A Bleichenbach, 4. Jan. Von heute ab gehen 12 Bauern von hier, die meist eigenes Pferde­fuhrwerk haben, in den Büdinger fürstlichen Wald zum Holzfällen. Als Bezahlung erhalten dis Leute ein gewünschtes Quantum an Brennholz, so daß sie sich für mehrere Jahre mit Brennstoff eindecken können. Buchenscheitholz 1. Klasse wird ihnen beispielsweise mit 6 RM. pro Raummeter abgegeben.

Kreis Schotten.

-^-Ober-Schmitten, 2. San. Um den schö­nen Brauch des Reujahrsingens, der seit fünf Sahren in unserer Gemeinde nicht mehr durch­geführt wurde, wieder aufleben zu lassen, hatte es der Männergesangvereinübernommen, das neue Sahr anzusingen. An den ver­schiedensten Stellen des Dorfes wurde in der Sil­vesternacht je ein Choral und ein geistliches Lied vorgetragen. Der Ansager brachte den Reujahrs­wunsch in überlieferter Form zum Ausdruck. Die Bewohnerschaft nahm diese Neuerung um so dankbarer auf, weil wegen des Fehlens einer Kirche kein Glockengeläute den Eintritt des neuen Sahres feiern kann. Nur die beiden F a 6 r i k- firenen lassen um 24 Uhr auf längere Zeit ihre Stimme erschallen.

Kreis Alsfeld.

>* Alsfeld, 2. Jan. Am Neujahrstage fand, wie alljährlich, im großen Saale desDeutschen Hauses" ein M i 1 i t ä r k o n z e r t der Gieße­ner Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauß e statt. Das Orchester leistete wieder Hervorragendes und sand, wie stets, stürmischen Beifall des dankbaren Publikums, so daß Zugaben nicht ausbleiben konnten. Das Pro­gramm brachte eine geschickte Auswahl bewährter Kompositionen alter und neuer Meister. Das Kon­zert, das der Verein ehemaliger 116er Alsfeld und Umgegend veranstaltet hatte, war stark besucht. Der Reinertrag des Abends ist zur Unterstützung not­leidender Kameraden des Vereins bestimmt.

Starkenburg.

Darmstadt, 3. Jan. (WSN.) Der 40 Jahrs alte Verwaltungsinspektor beim Oberversicherungs- amt Fr. Schalles ist nach Unterschlagung von mindestens 10000 Mark flüchtig gegangen. Der ungetreue Beamte hat seine Unter­schlagungen durch Bücherfälschungen verdeckt. Die Revision der Bücher ist im Gange. Wohin sich Schalles gewandt hat, kannte noch nicht ermittelt werden.