2 rrrn., heute 10 RM.f) werde eine starke Belebung *s Verkehrs zu erwarten sein.
Schließlich wird der Vorschlag der Einführung von „G r u p p e n - F a h r k a r t e n" gemacht. Nach der bisherigen Tariflage werden Fahrpreisermäßigun- gen für Gesellschaftsreisen erst ab 15 Personen (je- währt, während Gruppen von Reisenden in geringerer Anzahl den vollen Fahrpreis zu entrichten haben. Um die offensichtliche Lücke im System zu schließen, schlägt die Denkschrift vor, Gruppenkartcn für kleinere Reisegemeinschaften einzuführen, und zwar derart, daß für eine Gruppe von vier Reisenden 3% Fahrkarten, von sechs Reisenden 5 Fahrkarten, von a ch t Reisenden B'/s Fahrkarten zu lösen sind. Die neue Einrichtung, die gleichzeitig den vielfach zutage tretenden Wünschen auf
Gewährung von Familienermähigungen Rechnung trage, würde sich aufs engste an die bestehenden Abfertigungsvorgänge anschließen, so daß sie ohne Schwierigkeiten in die Tat umgesetzt werden könne. Für die Einrichtung der Gruppenkarten spreche vorn Standpunkt der Eisenbahn aus insbesondere der Umstand, daß auf diesem Wege der Wettbewerb des privaten Kraftwagens wirksam bekämpft werden könne, zumal die Gruppenkarten zu vier, sechs und acht Reisenden sich an die Platzzahl der gebräuchlichsten Typen der kleinen, mittleren und großen Personenkraftwagen anschließen würden.
Die abschließenden Betrachtungen weisen darauf hin, daß sich mit dem starren Fe st halten an dem Bestehenden nichts erreichen lasse. Die stärkere Aufgeschlossenheit der Reichsbahn gegenüber den Erfordernissen einer zeitgemäßen Verkehrs- gestaltung, die gerade auch in der großzügigen Maßnahme der Netz- und Bezirkskarten und der weitgehenden Freigabe der Sonntagskarten im Weih nachts - und Neujahrsoerkehr zum Ausdruck komme, lasse erwarten, daß auch in Zukunft allen Möglichkeiten nähergetreten werde, welche die Aussicht auf eine Verkehrsbelebung in sich schlössen. Selbstverständlich müßten Hand in-Hand mit einer zweckmäßigen Tarifgestaltung auch auf anderen Gebieten Verbesserungen ein- treten, namentlich in Gestalt einer weiteren Auflockerung des Fahrplans.
Die Tarifsenkungen seien um so eher möglich, als auch die Reichsbahn angesichts der Senkung des Preisspiegels starke Einsparungen mache.
Entscheidend für die Notwendigkeit einer baldigen fühlbaren Senkung der Personentarife sei aber, daß in einer Zeit, in der alle Preise sowie Löhne und Gehälter durch die Autorität der Reichsgewalt zwangsweise schlagartig stark gesenkt würden, unser tatsächlich dem Reiche aehörendes süh- rendcs Verkehrsunternehmen hierbei in Betätigung einer positiven schöpferischen Verkehrs- gefinnung nicht Zurückbleiben könne.
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Fußball der Gießener Mannschaften.
Die Gießener Mannschaften konnten in den gestrigen Spielen keine großen Lorbeeren ernten. Die Liga des VfB. verlor erwartungsgemäß mit 4:0 Toren gegen den Dezirksmeister SC. 03 Kassel in Kassel. Das Spiel der Ligareserve gegen die 1. Mannschaft von Aßlar fiel den Witterungs- verhälträssen zum Opfer.
Die Ligamannschoft der Spielvereinigung weilte am gestrigen Sonntag in Bottenhorn. Das Spiel endete mit einem 3: 2-Sieg der Plahbesiher, muhte jedoch fünf Minuten nach Halbzeit abgebrochen werden, da das Publikum auf den Platz drang und die Spieler bedrohte. Der Schiedsrichter pfiff daraufhin das Spiel ab. Die Vorgänge dürften für den gastgebenden Verein wenig angenehme Folgen haben. Die Ligareserve der Spielver- einigung verlor in Burgsolms gegen die dortige 1. Mannschaft überraschend hoch mit 0:5. Allerdings haben sich die Blauweihen die Niederlage insofern selbst zuzuschreiben, als sie nur mit zehn Mann antraten. Den einzigen Sieg und gleichzeitig die Meisterschaft der 2. Gauklasse errang die 4. Mannschaft der 1900er, mit einem 6:2-Sieg über die 1. Elf von Steinbach.
Die Handball Mannschaft des VfB. verlor gegen die 1. Mannschaft des Turnvereins Hausen erwartungsgemäß mit 4:1.
Fußball in Hessen-Hannover.
Erwartete Ergebnisse.
Das plötzlich einsehende Tauwetter hatte die Spielfelder in einen Morast verwandelt, so daß drei Spiele der Nordgruppe ausfallen mußten. Das einzige Treffen in dieser Gruppe sah den Spielverein Kassel mit 2:0 über den FC. Gr.- Allmerode siegreich. Sn der Tabelle führt nach wie vor unangefochten Göttingen 05 mit 222 Punkten vor Spielverein Kassel 20:8 und Sport Kassel 19:7 Punkten.
In der Südgruppe siegte der SC. 03 Kassel über den VfB. Gießen mit 4:0, die Kasseler Kurhessen bezwangen den Tabellenletzten Ockershausen mit 5:0, Kurhessen Marburg bezwang Hessen 09 Kassel 3:2, und Germania Fulda leistete sich die einzige Ueberraschung des Tages: die Germanen liehen sich von Horas mit 3:4 schlagen. An der Tabellenspitze liegt nach wie vor Borussia Fulda mit 22:4 Punkten, gefolgt von Germania Marburg (17:7) und SC. 03 Kassel (16:10) Punkte.
Punktkämpfe in der Gruppe Main.
Der FSV. Frankfurt ist Tabellenzweiter geworden. Diese Wendung der Dinge ist durch die 0:2 (0:2)°Niederlage eingetreten, die sich Rot- Weiß Stanffurt am Silvestertage auf eigenem Platz im Spiel gegen die Offenbacher Kickers zuzog. Rot-Weih war außer Form, recht mäßig spielte aber auch der Fuhballsportverein Frankfurt am Reujahrstag gegen Germania 94 Frankfurt. Rur knapp, mit 2:1 (1:0) Treffern konnten die Bornheimer dieses Spiel gewinnen und sich damit auf den zweiten Tabellenplatz vor- schieben. Wieder in ganz großer Form spielte der Mainmeister Eintracht Frankfurt. Er schlug den gewiß nicht schlechten DfL. Reu-Ssenbura mit nicht weniger als 9:2 (6:1) Treffern. Dabei spielte der Sieger mit Ersatz für Schütz und Grämlich, die beim Nord-Süd-Spiel in Mannheim mitwirkten.
Am Sonntag:
In der Gruppe Main ist am Sonntag die endgültige Entscheidung im Kampf um den wertvollen zweiten Platz gefallen. Zusammen mit dem Gruppenmeister Eintracht wird der Fußballsportverein an den Endspielen um die süddeutsche Meisterschaft teilnehmen können. Der Sportverein schlug den VfL. Reu-Ssenbura glatt 3:0 (2:0) und sicherte sich damit die noch fehlenden Punkte. Aber der Sportverein wäre selbst im Falle einer Diederlage Zweiter geworden, denn sein Konkurrent im Kampf um den zweiten Platz, der SC. Rot-Weiß, zog sich in Heusenstamm eine 1:3° (1:0-) Riederlage zu. Heusenstamm sieht jetzt noch die Möglichkeit, in der ersten Klasse zu bleiben, zumal auch Bieber an diesem Sonntag in Griesheim 5:0 (2:0) geschlagen wurde. Das Spiel der Offenbacher Kickers gegen Germania 94 fiel den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer. Das schönste Spiel des Tages war am Riederwald zu sehen, wo die Eintracht über die ausgezeichnet spielende Union Riederrad nur knapp mit 3:2 (3:1) siegte, Eintracht hatte diesmal allerdings keinen allzu großen Siegeswillen.
Süd schlägt Nord 5:2 (3:1).
Zum traditionellen Freundschaftstreffen zwischen den beiden Fußballmannschaften von Nord- und Süddeutschland hatten sich am Neujahrstag im Mannheimer Stadion 12 000 Zuschauer eingefunden. Den Massen wurde ein sehr schöner und an spannenden Momenten reicher Kampf geliefert, obwohl der schneebedeckte Boden den Spielern manches Mal zu schaffen machte.
In der ersten Halbzeit lag der Süden fast ständig im Angriff. Seine Abwehr war hervorragend, vor allem zeichneten sich hier Kreß und Schütz aus. Gut
war auch die sehr bewegliche und klug spielende Läuferreihe, die in Grämlich ihren besten Mann hatte. Der Sturm zeigte gute Einzelarbeit und feine Ballbehandlung, jedoch fehlte ihm das gegenseitige Verständnis. Bei den Norddeutschen war ebenfalls die Abwehr gut. Die Läuferreihe mußte sich meist in der Defensive halten, so daß sich der Sturm auf steil angelegte Durchbrüche beschränken mußte. Schon in der 9. Minute kam der Süden durch Conen zu seinem Führungstreffer. Sechs Minuten später erzielte dann der Norden im Anschluß an eine Ecke den Ausgleich. Von diesem Zeitpunkt ab spielte der Süden klar überlegen und erreichte auch bis zur Pause noch zwei weitere Treffer.
Nach der Pause stellte der Süden Langenbein in die Mitte, Conen ging auf halbrechts und Hörnle auf rechtsaußen. Dadurch wurde das Stürmerspiel besser und gefährlicher. Die Ueberlegenheit des Südens wuchs und wurde gegen Ende des Spiels sogar drückend. Der Norden kam wieder nur zu vereinzelten Durchbrüchen. Aber Süddeutschland konnte erst in der 31. Minute nach schöner Kombination durch Langenbein den vierten Treffer erzielen. In der 40. Minute mußte Kreß den Ball ein zweites Mal passieren lassen, aber zwei Minuten später erzwang sich der süddeutsche Angriff durch Conen das fünfte Tor. Der Sieg der süddeutschen Elf war in j?der Hinsicht verdient.
Güddeuischlands Elf gegen Budapest.
Sn Stuttgart wird am Dreikönigstag ein Repräsentativ-Fußballfpiel zwischen Süddeutschland und Budapest ausgetragen, wozu der Süden folgende Mannschaft gestellt hat: Tor: Kreß (Rot- Weiß Frankfurt): Schütz (Eintracht Frankfurt), Burkhardt (Germ. Brötzingen); Grämlich (Eintr. Frankfurt), Tiefe! (Union Riederrad), Blum (VsB. Stuttgart): Langenbein (VfR. Mannheim), Koch (VfB. Stuttgart), Ruh (Rot-Weih Frankfurt), Ruehr (FC. Schweinfurt), Lindner (Union Riederrad).
Oer deutsche Viererbob für Lake placid.
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M WM
Unter Führung von Hauptmann Zahn wird sich am 15. Januar die deutsche Vierer-Bob-Mannschaft nach Amerika einschiffen, um an den olympischen Winterspielen in Lake Placid teilzunehmen. (Die deutsche Vierer-Bob-Mannschaft bei einer Trainingsfahrt.)
Deutsche Eiskunstlauf-Meisterschaften.
Maier-Labergo neuer Titelträger.
Lieber den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften, die am Samstag und Sonntag auf dem Rie- ßerfee bei Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wurde, waltete ein Unstern. Rachdem am ersten Tag das Wetter noch einigermaßen befriedigend war, setzte am Sonntag ein anhaltender Regen ein, der die Bahn stellenweise mit Wasserpfühen zierte. Dazu kam noch, daß Proteste die Feststellung des Endergebnisses bis in die Abendstunden hinein verzögerten. Wie bereits der Auftakt bewiesen hatte, wurde der Kampf um die Herren-Meisterschaft zu einem erbitterten Duell zwischen dem Münchener Maier-Labergo und dem Berliner Bayer. Mit knapper Differenz konnte schließlich Maier-Labergo den Meistertitel in seinen Besitz bringen. Bei den Damen placierte sich die Berlinerin Michaelis auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von der erst dreizehnjährigen Münchenerin Herber und Frl. Schmidt (Berlin). Auch hier wurden durch die Gleichmäßigkeit der Leistungen die Kampfrichter vor keine leichte Ausgabe gestellt. Den Abschluß machten die Kämpfe im Paarlaufen. Der Sieg fiel in dieser Konkurrenz an das Paar Hem- pel/Weih vor dem Ehepaar Grümling (Berlin)
OieIagd im Januar.
Wenn Herr Hartung seine Herrschaft antritt, neigt sich das Sagdjahr seinem Ende zu. Für zahlreiche Wildarten hat die Schonzeit schon eingesetzt, und Hege und Pflege des Wildes werden in der Folgezeit wieder den Weidmann mehr in Anspruch nehmen als die eigentliche Sagb. Roch ist der Winter seither bei uns recht mild verlausen. So erfreulich das auf der einen Seite ist, so gefährlich ist andererseits das Anhalten eines solchen Zustandes für längere Zeit, da damit die Vorbedingungen für die Entstehung und Verbreitung seuchenhafter Erkrankungen geschaffen werden können.
Sm Rot- und D a rn w i l d r e v i e r wird der Abschuß von Kahlwild und Kälbern im Rahmen des Abschuhplanes noch vollends durchgeführt: in Ländern, in denen der Hirsch noch gejagt werden darf, werden nur noch schlecht veranlagte Stücke der Kugel verfallen sein. Für männliches Rot- und Damwild setzt die Schonzeit in Preußen in diesem Sahre zum erstenmal am 1. Sanuac ein.
Sede Reue wird in Schwarzwildrevieren eifrig zum Festmachen und Besagen der Sauen, die in der Rauschzeit stehen, benutzt werden. Auch der Ansitz an alten Kartoffeläckern oder anderen Aesungsplätzen kann in mondhellen Schneenächten zum Erfolg führen.
Das Rehwild hat überall Schonzeit.
Auch unsere Wald- und Feldhühner genießen den Schutz des Gesetzes oder der weidmännischen Sitte. Rur der Fasanenhahn ist noch frei, während die Sagt) auf Hennen in Hessen schon wieder geschlossen ist.
Die Hasenjagd geht am 15. Sanuar zu Ende. Der Hauptabschuh Pflegt gegen Monatsbeginn durchgeführt zu sein. Man läßt daher dem Hasen jetzt möglichste Schonung angedeihen, die ihm als unserem wirtschaftlich wichtigsten Wilde unbedingt gebührt und für die er sich dankbar erweist, indes bis zum letzten Satzhasen ausgeplünderte Reviere sich auch in guten Hasenjahren nicht erholen können. Sm Winter wird dem Hasen besonders stark von unberufener Seite nachgestellt. Man scheue nie einen Gang längs der Dorfgärten oder eingefriedigter Grundstücke, die frei im Felde liegen. Man wird dann manchen Biedermann in feiner wahren Art kennenlernen. Bleibt das Wetter mild, so setzt Mümmelmanns Hochzeit meist schon im Sanuac ein.
Die Sagö auf Wildenten ist in Hessen noch gestattet, während sie in Preußen mit Sahres- beginn endigte. Zu den schweren Verlusten des Rotwinters 1928/29, in dem keine Wildart so litt wie unsere Wasservögel, kommt der fortgesetzte Rückgang unserer Entenbestände, der sich mit der Zunahme des Wassersports in seinen verschiedensten Formen verbindet. Man wähle sich daher beim Abschuß die immer in der Mehrzahl vorhandenen Erpel aus und schone die Ente ebenso ängstlich wie dies meist mit Fasanen- hennen geschieht.
W i l d g ä n s e sind als Wintergäste schon vor einigen Wochen eingetroffen. Sn strengen Wintern versprechen sie an offenen Wasserstellen oft eine erfolgreiche und interessante Sagd.
Der Weidmann wendet sein Augenmerk jetzt mehr dem Raubwild als dem Ruhwild zu. Denn die Bälge sind nun gut, und vor allem reizt
die Sagd des roten Freibeuters immer aufd neue* Die Rollzeit des Fuchses hat begonnen. Das ist die rechte Zeit, um mit dem scharfen Grdhund die Baue zu untersuchen und den Fuchs zu sprengen. Aber auch das Reizen mit dem Mausepfiff, der Hasenklage, dem Vogelangstruf kann den Rotrock vor die Flinte bringen, nicht zu vergessen das Durchdrücken der Fuchsdickungen mit wenigen guten Schützen an den bekannten Pässen.
Grimbart, der Dachs, verläßt entgegen der Schulweisheit in unseren Breiten außer bei ganz strenger Kälte und hohem Schnee immer noch den Bau und kann bei der Aus- und Einfahrt geschossen oder auch gefangen werden. Sn Preußen allerdings hat seine Schonzeit schon begonnen.
Reuschnee wird man vornehmlich zu Bestätigen oder Ausgehen von Kleinraubwild wie Marder, Sltis, Wiesel benutzen.
Gerade diesen kleinen- Räubern mühte viel mehr Beachtung geschenkt werden, wenn die Riederjagden hochkommen sollen. Denn wir müssen uns darüber klar sein, daß die Bestände und Strecken der Vorkriegszeit noch längste nicht erreicht sind. Kurzhalten des Raubzeuges, wozu sich der Sanuar sehr gut eignet, Darbietung ausreichenden Futters, wenn die natürliche Aesung nicht zugänglich ist, Schutzeinrichtungen gegen Wetter und natürliche Feinde, dazu noch Glück mit dem Sah- oder Brutwetter sind die Vorbedingungen für einen Aufstieg, vor allem aber auch das Uebriglassen eines genügenden Bestandes und nicht Vertrauen auf die hegerische Ade« des Rachbarn!
Eicheln, Mais, Rüben, Haser, Hinterkorn, Spreu, Heublumen u. ä. ist alles billig oder kostenlos zu haben, geeignete Fütterungen sind ebenso herzustellen, und der wirkliche Weidmann findet auch die Zeit dazu, auch wenn eS einmal nichts zu schießen gibt.
Der Sanuar hat für manchen Heger und Pfleger seines Wildes noch einen unangenehmen Beigeschmack. Viele Sagden laufen gerade in diesem Sahre ab und kommen zur Reuverpachtung. Gar mancher brave alte Sägersmann hat sich der Rot der Zeit schon beugen müssen und die Flinte an die Wand gehängt. Ebenso wird sich mancher den Gedanken einer Pachtung aus dem Kopfe schlagen müssen, so schwer es auch fällt. Wildpreise, die z. T. unter Vorkriegspreisen liegen, 20 Prozent Sagdstempel, unsinnige Hundesteuern, unerträgliche Sagdpahgebüh- ren, die zu einer starken Mindereinnahme in der Staatskasse führen, dazu die allgemeine Geldknappheit sind alles ungünstige Vorbedingungen für die kommende Pacht Periode. Wenn Verpächter und Pächter sich seither verstanden, so dürste eine Verständigung im Snteresse beider Teile liegen. Es steht zu befürchten, daß das Angebot da ist, aber die Nachfrage fehlt, und daß ferner Reviere in Hände geraten, in denen sie nicht so behandelt werden, wie der Verpächter es von diesem Teil seines Vermögens verlangen darf. Die Sagd und ihre verschiedenen Sndustrie- zweige usw. sind ein wesentlicher Bestandteil unserer verarmten Volkswirtschaft. Viele, denen dos Weidwerk ans Herz gewachsen ist, sehen schwarz in seine Zukunft. Hubertus.
und der Münchener Kombination Schwend- bauer/Aichinger.
Gute Leistungen bekam man auch bei den Sunio- ren zu sehen. Hier gab es bei den Herren einen Sieg des Berliners Lasser mit der Platzziffer 5 und 130 Punkten, während sich bei den Damen Frl. Sb sch er (München) mit der Platzziffer 5 und mit 89,6 Punkten erwies.
Bayerische Eisschnellauf-Meisterschasi.
Die bayerischen Etsschnellauf-Meisterfchaften auf dem Staffelsee bei Murnau kamen bei starkem Regen zum Austrag. Sieger wurde der Titelvertei» diger Willy S a n b t n e r (EV. München), der mit 163,34 Punkten den ersten Platz vor seinem Vereinskameraden Donaubaucr mit 166,07 Punkten. Auf den nächsten Plätzen folgten Steiner (München) und : eier (Murnau) mit je 178,74 und Strohhammer (München) mit 196,26 Punkten.
Um den Schönborn-Pokal.
Zum fünftenmal kam am Sonntag dos Skispringen in Bayrisch-Zell um den Graf-Schönbarn.Pokal zum Austrag. Bei ausgezeichneten Schneeverhältnissen siegte in der Hauptklasse der Deutsche Meister Gustl Müllermit der Note 217,1 und zwei schönen Sprüngen von 35 und 40 Meter. Auf Grund dieses neuerlichen Erfolges fiel dem Deutschen Meister dieser Wanderpreis endgülti" zu.
Kurze Sporinotizen.
München kam im Fußball-Städtespiel gegen Berlin in der Reichshauptstadt vor 25 000 Zuschauern zu einem wohlverdienten 4:2- (3:1-) Sieg. ,
Köln — Budapest, der im Kölner Stadion vor 12 000 Besuchern ausgetragene Fußball- Städtekampf endete mit einem nur knappen 3:2- (0:2-)Erfolg der Magyaren.
Bei den Endspielen um die süddeutsche Fußballmeisterschaft gab es am 3. Januar nur zwei Spiele in der Abteilung Südost, die Treffen der Abteilung Nordwest fielen dem schlechten Wetter zum Opfer. In der Abteilung Südost schlug die SpVg. Fürth den VfB. Stuttgart 3:0 (2:0), der 1. FC. Nürnberg siegte in Rastatt 5:0 (1:0).
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Deutschlands Eishockey-Mannschaft fährt nicht zu den Olympischen Spielen nach Lake Placid, da die finanzielle Frage nicht befriedigend gelöst werden konnte und da auch selbst mit einem sportlichen Achtungserfolg kaum zu rechnen war.
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Die Kämpfe um d i e bayerische Eis- hockey-Meisterschaft mußten am Sonntag abgebrochen werden, da der Regen die Eisfläche des Rießersees unter Wasser gesetzt hatte.
*
Die Olympischen Winterspiele 1936 werden in Garmisch-Partenkirchen abgehalten.
Oberbeffen.
«Landkreis Gießen.
's T r e i s a. d. L d a., 2. San. Der hiesige Turnverein „Gut Heil" veranstaltete in Wills Saal einen Unterhaltungsabend. Der Vorsitzende, Lehrer Walter, hielt eine ernste Begrüßungsansprache. Sm Mittelpunkt des Abends stand ein Theaterstück, das von den Mitgliedern vorzüglich zur Aufführung gelangte. Turnerische Vorführungen, die von der zielbewußten Arbeit des Vereins Zeugnis ablegten, unterhielten die Gäste und fanden starken Beifall. Die Kapelle Decker füllte die Pausen mit guter Musik.
Kreis Büdingen.
A Bleichenbach, 4. Jan. Von heute ab gehen 12 Bauern von hier, die meist eigenes Pferdefuhrwerk haben, in den Büdinger fürstlichen Wald zum Holzfällen. Als Bezahlung erhalten dis Leute ein gewünschtes Quantum an Brennholz, so daß sie sich für mehrere Jahre mit Brennstoff eindecken können. Buchenscheitholz 1. Klasse wird ihnen beispielsweise mit 6 RM. pro Raummeter abgegeben.
Kreis Schotten.
-^-Ober-Schmitten, 2. San. Um den schönen Brauch des Reujahrsingens, der seit fünf Sahren in unserer Gemeinde nicht mehr durchgeführt wurde, wieder aufleben zu lassen, hatte es der Männergesangvereinübernommen, das neue Sahr anzusingen. An den verschiedensten Stellen des Dorfes wurde in der Silvesternacht je ein Choral und ein geistliches Lied vorgetragen. Der Ansager brachte den Reujahrswunsch in überlieferter Form zum Ausdruck. Die Bewohnerschaft nahm diese Neuerung um so dankbarer auf, weil wegen des Fehlens einer Kirche kein Glockengeläute den Eintritt des neuen Sahres feiern kann. Nur die beiden F a 6 r i k- firenen lassen um 24 Uhr auf längere Zeit ihre Stimme erschallen.
Kreis Alsfeld.
>*• Alsfeld, 2. Jan. Am Neujahrstage fand, wie alljährlich, im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein M i 1 i t ä r k o n z e r t der Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauß e statt. Das Orchester leistete wieder Hervorragendes und sand, wie stets, stürmischen Beifall des dankbaren Publikums, so daß Zugaben nicht ausbleiben konnten. Das Programm brachte eine geschickte Auswahl bewährter Kompositionen alter und neuer Meister. Das Konzert, das der Verein ehemaliger 116er Alsfeld und Umgegend veranstaltet hatte, war stark besucht. Der Reinertrag des Abends ist zur Unterstützung notleidender Kameraden des Vereins bestimmt.
Starkenburg.
Darmstadt, 3. Jan. (WSN.) Der 40 Jahrs alte Verwaltungsinspektor beim Oberversicherungs- amt Fr. Schalles ist nach Unterschlagung von mindestens 10000 Mark flüchtig gegangen. Der ungetreue Beamte hat seine Unterschlagungen durch Bücherfälschungen verdeckt. Die Revision der Bücher ist im Gange. Wohin sich Schalles gewandt hat, kannte noch nicht ermittelt werden.


