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Oie Linke.
Das „Berliner Tageblatt" (demokr.) meint, die Betrauung Schleichers müsse auch von denen mit Genugtuung ausgenommen worden, die dem kommenden Kabinett Schleicher ohne Älusionen gegenüberständen. Ein Kabinett Schleicher könne bei den unsicheren Verhältnissen im Reichstag zunächst nur als eineRot- l ö s u n g auf treten, als ein Versuch, für eine neue Kombination das Vertrauen zu erwerbest, das sich Herr v. Papon so gründlich verscherzt habe. 3e deutlicher Schleicher den Trennungsstrich gegen das System Papen ziehe, um so größer werde seine Aussicht sein, die schmale Chance zu erweitern, mit der et fein Kanzleramt beginne. — Die »Dos fische Zeitung' (demokr.) unterstreicht, das) das Kabinett Schleicher mit persönlichen Mitteln versuchen werde, innerpolitisch einen Zustand derRuhe zu schassen, in dem die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung zumindest nicht gehemmt werde. General v. Schleicher habe, wie versichert wird, vom Reichspräsidenten vor der Annahme des Auftrages keine besonderen
Vollmachten verlangt. Er scheine zu hoffen, daß es ihm trotz der abweisenden Haltung der Rationalsozialisten gelingen werde, den Reichstag nach der Konstituierung und der politischen Aussprache zu einer freiwilligen längeren Vertagung zu bewegen.
Dor „Vorwärts" (soz.1 nennt das Kabinett Schleicher ein umgebildetes Kabinett Papen, in dem nur einige leichte personelle Veränderungen vorgenommen feien. Ganz selbstverständlich werde dieses Kabinett auss allerschwerste an dem Witz trauen weiter tragen, das die Regierung Papen auf sich geladen habe. Ganz selbstverständlich werde die Sozialdemokratie a l le r scha rf sten K a m pf weiterführen gegen jeden, der den verhängnisvollen Papenkurs fort^usetzen gedenke. Trotzdem könne gesagt werden, oaß der Sturz Popens im Kampfe gegen das herrschende System einen ermutigenden Anfangserfolg darstelle. Die Regierungskrise sei bis auf weiteres beendet, die S t a a t s k r i s e dauere fort und die Wirtschaftskrise, ihr vulkanischer Hintergrund, bestehe weiter.
Blätterstimmen aus dem Reich.
Die „Rheinisch - Westfalische Zeitung" in Essen schreibt, eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Kabinetts fei, nachdem die wünschenswerte nationale Konzentration mit Einschaltung der Nationalsozialisten leider nicht habe erreicht werden können, die Sorge für allgemeine politische Beruhigung Der innerpolitische Kampf müsse jetzt möglichst abgeblasen werden. Dabei müsse sich der neue Reichskanzler aber bewußt bleiben, daß eine Aenderung deswirtschoftspoli- tischen Kurses ebenso unmöglich sei wie ein Rückfall in den Parlamentarismus. Aus den Forderungen, die die Gewerkschaften und durch sie die CiParteien dem General von Schleicher unterbreitet haben, ist die Absicht, das Steuer des Slaatsschifses allmählich wieder auf einen Linkskurs herumzuwerfen, deutlich genug erkennbar. Das Blatt betont, daß erst aus der im'Augenblick nach nicht vollzogenen Besetzung der Wirtschaftsministerien Schlüsse auf den wirtschaftspolitischen Kurs des neuen Mannes gezogen werden könnten.
Die .Kölnische Zeitung" stellt die Frage, ob es einem Kabinett Schleicher gelingen werde, sich wenigstens über den Winter hinaus Handlungsfreiheit vom Reichstag zu verschaffen. Werden die Parteien wenigstens das selbstverständlichste Gebot parlamentarischer An- ständigkeit erfüllen und diesem neuen Kanzler eine Chance geben? Bisher sind die Aussichten dafür nicht giftig. Wenn Schleicher auch die Parteien der bürgerlichen Rechten hinter sich haben sollte, werden die N a t i o n a l s o z i a l i st e n in der Opposition allein neben den marxistischen Gruppen stehen. Da sie sich hierbei auf die Dauer aber kaum wohl fühlen dürften, ist die Hoffnung nicht ganz
unwahrscheinlich, sie tn absehbarer Zeit in das nationale Regierungslager hinüber- zuziehen. Das ist die innerpolitische Aufgabe der nächsten Zeit. Daß Schleicher der g e eigne t st e Kanzler für eine solche Aufgabe ist, halten wir für sicher, und deshalb halten wir seine Beauftragung mit der Kabinettsbildung auch für richtig und gut.
Die „Kölnische Volkszeitung (Zentr.) schreibt u. a.: Stimmungsmäßig dürfe die Beauftragung von Schleichers als der Anfang einer Entspannung bezeichnet werden, wenn auch das nicht erreicht worden sei, was nach wie vor das Postulat unserer Innenpolitik bleibe Eine Rot- und Arbeitsgemeinschaft, die i m P a r l a ment einensicherenRück- halt besitze. Lind so lange jener sichere Rückhalt nicht vorhanden sei, werde immer ein großer Teil der politischen Arbeit des Kabinetts absorbiert werden durch den Zwang, nach Wegen zu suchen, die am Konflikt vorbeiführten. Letzten Endes werde es. so weit die Parteien in Frage kommen, davon abhängen, ob die Nationalsozialisten zum Zeichen dessen, daß ihr Kamps gegen den Kommunismus nicht bloß ein Wand- schirm sei, auf ein Zusammenspiel mit den Kommunisten verzichteten. Auch nationalsozialistische Wähler dürsten ein Interesse daran haben, daß die politische und soziale Krise zum Abklingen gebracht werde, das sei mit Hinsicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse eine Frage, die alle Arbeitslosen und in Arbeit Stehenden in allen Berufsständen, in Industrie und Landwirtscha't. in Handel und Gewerbe. gemeinsam angehe.
Am Flugplatz Johannisthal bei Berlin wurde d i e neue Flugwerft des Flieger-Horstes Osten des Nationalen Flugsportoereins durch Oberführer Oberleutnant a. D. Schleiff eingeweiht. Die Werft enthält einen vollständig eingerichteten Cehrfaal, eine Werkstatt und eine große Flugzeughalle. — Unser Bild zeigt Mitglieder des Horstes bei der Herstellung eines Flugzeugmodells.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Oie französische Note macht keinen Eindruck.
Washington, 2 Dez. (WTB) Der Inhalt der französischen Note macht, soweit sich feststellen läßt, auf die Mitglieder des Kongresses keinen nachhaltigen Eindruck Man hält Frankreichs Verlangen, soweit die französische Zahlungsichwierig» leit in Frage kommt, für vollkommen unbe- rrünbet und sieht nicht ein. weshaib Frankreich eine sonstigen Ausgaben nicht ent« prechend einschränken soll, um feine Schulden zu bezahlen Man bestreitet ferner die Richtigkeit des französischen Arguments, daß das Lausanner Abkommen nicht ratifiziert werden könne, falls Frankreich gezwungen würde, feine schulden zu bezahlen: denn erstens sieht man nicht ein, warum Frankreich nur aus ber beut- d) e n nicht aber aus der eigenen Tasche eine Schulden zahlen könne, zweitens betont man, »aß ein gewaltiger Unterschied bestehe zwischen erzwungenen Reparationen und freiwillig aufgenommenen Anleihen.
Weitere Abschwächung des Pfundes.
Rückwirkungen aus Washington.
London, 2. Dez. (WTB.) Die heutige Bewegung des Pfundkurses war zunächst von der großen Unklarheit über die Bedeutung und Konsequenzen der zweiten Rote an die Vereinigten Staaten getragen worden. Die Eindringlichkeit der wirtschaftlichen und finanziellen Argumentation der Rote hatte hier und da noch am Vormittag eine verhältnismäßig zuversichtliche Stimmung dem Pfund gegenüber auf- kommen lassen, doch schon von Anfang der heutigen Rotierungen an machte sich eine recht ge« teilte Meinung in ziemlich starken Kursschwankungen geltend. Während der ersten Dör- senstunde waren säst jede Minute Aenderungen zwischen 3,24 und 3,26 zu verzeichnen. Seit den Vormittagsstunden vermochte sich in starkem Maße die negative Reaktion Amerikas auf die Rote durchzusetzen, und in den Rachmittagsstunden ist das Pfund dem Dollar gegenüber auf 3,2039 ab etwas gesucht. Der Kurs ist um 1,65 Dollar- Cents niedriger als die gestrige Schlußnotiz.
Ausschließung aller Kommunisten aus dem schweizerischen Staatsdienst.
Basel, 2 Dez (TU ) Der Bundesrat hat die Ausschließung aller Kommunisten aus dem Staats- dienst beschlossen. Der Bundesrat erklärte, daß die Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei oder die Mitwirkung an einer kommunistischen Organisation unvereinbar fei mitberStellungeines Beamten, Angestellten ober Arbeiters desBunbes. Wer der Komunistischen Partei angehöre, ober an einer kommunistischen Organisation mitwirke, könne weder in den Bundesdienst angenommen werden, noch darin verbleiben. Wer bei her Kommunistischen Partei verbleiben will, hat zum 1. Januar 1933 sein Angestellten- ober Beamten-
Verhältnis als aufgelöst zu betrachten. Dies gilt auch für bie Ansprüche aus der Eidgenössischen Ber- sicherungskasse unb der Penfionskasse ber Bunbes- bahnen
Butterjahn vom Reichsgericht freigesprochen.
Leipzig. 3. Dez. (2BIB. Funkspruch.) 3m Bul- lerjahn-Prozeh verkündete bas Reichsgericht heute mittag folgendes Urteil: Der Angeklagte Walter v u 11 e r j a h n wird unter Aufhebung des Urteils des IV. Strafsenats des Reichsgerichts vorn 11. Dezember 1925 auf kosten der Reizstoffe von der Anklage des Landesverrats freigefprochen. — Rach der Urteilsoerkundigung erlitt die im Zuhörerraum fitzende Mutter Vullerjahns einen Zusammenbruch, sie muhte von dem Bruder des Angeklagten hinausgeführt werden.
Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
WHP. Darmstadt. 2. Dez. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages behandelte den nationalsozialistischen Antrag, der eine Sonderregelung der Arbeitszeit und des Petitionsrechtes für schwerkriegsbeschädigte Beamte, Angestellte und Arbeiter wünscht. Die Regierung erklärte sich bereit überall dort die durchgehende Arbe^szeit einzuführen, wo es die Erfordernisse des Dienstes gestatten. Der Ausschuß erklärte sich damit einverstanden, daß die Regierung alle Behörden anweist, Petitionen kriegsbeschädigter Beamten, Angestellten und Arbeiter direkt den zuständigen Ministerien vorzulegen. Die zuständigen Dienststellen sollen sich zu den Petitionen mit Begründung äußern. Die Hessische Hauptfüriorgestelle ist möglichst in jedem Falle zu hören. Da die Regierung dem Ausschuß noch Spezialmaterial unterbreiten will, wurde ein nationalsozialistischer Antrag, der sich mit der Ruhestandsversetzung und Einstufung von kriegsbeschädigten Beamten, Angestellten und Arbeitern befaßt. zurückgestellt.
Einstimmige Billigung fand ein Landbundantrag. der die dringende Instandsetzung der Straße Hosheim—Worms wünscht. Eine Eingabe des P rovinzi a l a us schu s ses Oberhesfen. erhöhte Mittel für die Instandsetzung der Provinzial st raßen in Oberhessen sofort bereitzustellen, wurde für den Staatsvoranschlag 1933 zurückgestellt.
Auf Anregung des Abg. H e i n st a d t (Z.) befaßte sich der Ausschuß zum Schluß mit einem Ausschreiben des Finanzministeriums über die Reuse st sehung derPachtsätze für fiskalisches Gelände. Abg. Glaser (Lbd.) betonte, daß nach seinen Feststellungen die Pachtsätze zur Zeit höher liegen als 1930 und 1931. Der Ausschuß beschloß, die Regierung zu ersuchen. die Pachtsätze derart festzusehen, daß sie 1932 und 1933 keinesfalls höher liegen als im Jahre 1931.
Dom Schenken und Denken.
Derr Zauber, den das Weihnachtsfest trotz allen Elends und trotz aller Bedrängnis immer wieder verbreitet, umfängt auch die Menschen von 1932. Der siegende Frieden in einer Zeit aufgewühlter Leidenschaften zerquälter Menschen ist das große Wunder der deutschen WeihnachtI Lieber alle Klüfte der inneren Zerrissenheit, die unser heutiges Dasein in feiner Llnvollkomrnenheit beherr- fiven, zwingt immer wieder der Stern von Bethlehem die Menschen zum Rachdenken, zur Selbstbesinnung und zur Rechenschaft. Das Wort Jesu Christi beweist gerade in der Zeit der langen dunklen Rächte seine innere Kraft und als Wertvollstes die Gewißheit, die es für den religiösen Menschen in sich schließt, daß der Mensch nicht auf der Erde ist, um zu leben, sondern seine Pflicht zu tun.
Wo aber liegen diese Pflichten? Sie liegen einmal in einer persönlichen Haltung der Llmwelt gegenüber, im Wissen um die sozialen Spannungen und den Willen, alles zu tun, das Los zahlloser Volksgenossen, deren Dasein für sie dem Leben den Sinn genommen zu haben scheint, zu erleichtern. Diese Pflichten liegen nicht zuletzt auch in einer positiven Einstellung den unabdingbaren Erfordernissen der Ration gegenüber I
Was kann der einzelne Mensch aber tun, um seine Pflichten zu erfüllen? Sehr viell Soziales Verständnis äußert sich nicht in unverbindlichen Reden, sondern allein durch die Tat! Das Problem, das alle beschäftigt, ist die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Familie, Ethik und Moral gefährdet, die 6 Millionen deutsche Menschen und mehr in fast unerträglichen Lebensbedingungen vegetieren läßt, und durch die wachsende Radikalisierung der erwerbslosen Massen die Ration ernstlich bedroht. Die Lösung? Arbeit schaffen! Hier braucht keiner an „verantwörtlicher Stelle" zu sitzen, hier muß jeder helfen. Das Schicksal unserer Wirtschaft ruht nicht zuletzt in unserer Hand. Alle, die wir noch etwas auszugeben haben, verfügen — so unwahrscheinlich es auch klingen mag — über die Anzahl der Arbeitsplätze. In einer Zeit bitterster Rot sollte es doch wohl eigentlich selbstverständlich sein, daß wir uns ernsthaft bemühen, in erster Linie der deutschen Wirtschaft und ihren Arbeitern, dem heimischen Handwerksmeister und Gewerbetreibenden Arbeit zu geben und nicht, wie es bisher in starkem Umfange geschehen ist, ausländische Waren zu bevorzugen, selbst wenn wir sie aus eigener Arbeit gleich gut und gleich preiswert bekommen können. Winterhilfe, deutsche Weihnacht und Auslandsware passen einfach nicht zusammen!
Das gilt es ganz besonders in der Weihnachtszeit, als den Wochen besonders häufiger Einkäufe, zu beachten. Dor dem Schenken muh das Denken stehen! Ich denke deutsch, wenn ich, wo nur irgend angängig, deutsche Waren bevorzuge, und ich denke unsozial, undeutsch, wenn ich mein sauer verdientes Einkommen nicht in erster Linie meinen notleidenden Volksgenossen, sondern dem ausländischen Unternehmer zu verdienen gebe. T. R.
Triebkräfte im deutschen Sprachleben.
Im Dorlesungsgebäude der Universität sprach am Donnerstagabend Gehei merat Prof. Dr. Betz a g h e l vor vielen Zuhörern über das Thema „Triebkräfte im deutschen Sprachleben". Der Vortragende charakterisierte zunächst die geschichtliche Entwicklung unserer Sprache, wies grundsätzliche Unterschiede zwischen der Sprache in Ulsilas Bibelübersetzung unb der gegenwärtigen Sprache aus, die klar erkennen ließen, daß die Sprache im Laufe ber Jahrhunderte eine weitgehende Vereinfachung erfahren hat. Weglassungen, Verkümmerungen, Verschmelzungen, Sparsamkeit in der Ausbrucks- weise, Fortfall von Silben, die ihren Sinn verloren haben, formten die Sprache. Besondere Entwicklung sei bei Personennamen zu beobachten. In Deutschland habe man ursprünglich nur die Vornamen als Bezeichnung einer Person gekannt. Später erst erhielten die Menschen zur besseren Unterscheidung Beinamen. In Süddeutschlanb habe man diese Beinamen vom Beruf, vom Herkommen unb vom Aussehen abgeleitet, im Norddeutschen aber vom Vaternamen, da ja (man denke an die Fischer) oft ganze Dörfer dem gleidjen Berufe dienten unb infolgedessen keine Unterscheidungsmöglichkeil mehr gegeben war. Verkümmerungen ber Sprache brachte auch ber Gebrauch im Alltag' Man spreche heute von Photo, Auto usw., Wortformen, die aus weitaus längeren Worten gebildet wurden. Der Hauptgrund I
für derartige Kürzungen liege in der Trägheit. 3n der Sprache könne man von einem „Gesetz ber wachsenden Glieder" sprechen, das schon in Luthers Bibelübersetzung zu verfolgen sei. Die umfangreicheren Glieder eines Satzes ober auch ber Worte würben immer wieder unb meist unbewußt an das Ende gestellt. Man könne davon sprechen, daß rhythmische Nöte oeranlafsenb wirkten. Zu beobachten seien ferner (in den verschiedensten Gebieten unseres Vaterlandes) nicht unwesentliche Derschie- b ungen in der Betonung, die im Dialekt verwurzelt finb. Aenderungen ergäben sich hier aus Gründen der Nützlichkeit, aber auch aus dem Wunsche, die Sprache schöner zu geftalten. Die mündliche Sprache sei oft stark beeinflußt durch die Erregung, die zu Uebertreib ungen und zu Wiederholungen verleite. Den Kürzungen innerhalb unserer Sprache stünden aber auch Mehrungen gegenüber. Häufig handle es sich dabei um Erscheinungen aus dem Unterbewußten. Zu unterscheiden sei hier aber wieder, baß bie Schriftprobe bewußter schaffe, als die mündliche.
Zum Schluß kennzeichnete Geheimerat B e • haghel das Wirken des Deutschen Sprachvereins. Man habe sich einmal mit dem Gedanken getragen, eine Akademie der Sprache zu schaffen. Der Gedanke sei aus dem Sprachverein heraus mit großer Mehrheit abgelehnt worden, da man befürchtete, baß die Sprache unnatürlich beeinflußt werben könne. Der Sprachverein selbst wolle in anderer Weise wirken. Er strebe eine Vereinfachung der Sprache unb die Vermeidung der Fremdwörter an. Kampf dem Fremdwort sei aber, entgegen einer allgemein verbreiteten Meinung, nicht das einige Ziel. Insbesondere habe man die Aufmerksamkeit der Amtssprache zugewandt unb bort schon erfreuliche Erfolge erzielt. Die Arbeit des Sprachvereins sei getragen von der Hingegebenheit an deutsches Volkstum und cm die deutsche Sprache.
Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit gespannter Aufmerksamkeit unb dankten mit lebhaftem Beifall.
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Anschließend fanb die Mitgliederversammlung des Sprachvereins statt, in der der bisherige Vorstand wiedergewähll wurde. Außerdem wurde der Vorstand durch die Neuwahl von Herrn Dr. Fühler erweitert.
(Yics^ner Wochen Marktpreise.
• Gießen, 3. Dez. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,30: Landbutter 1,30; Kochbutter 1,00; Matte 25 bis 30; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 8; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15; Llnter-Kohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 15;, Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80: Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 35 bis 60: Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 3; Aepfel 18 bis 35; Birnen 20 bis 35; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 65 bis 75; Enten 80 bis 90; Rüsse 35 bis 40: Tauben Stück 50 bis 60; Eier (ausl.) 12 bis 14; Eier (inL) 14; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 8 bis 15; Ober- Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 35; Kartoffeln Zentner 2,50; Weißkraut 4,00; Rotkraut 6,00; Wirsing 6,00 Mk.
♦iSornohscn.
— Tagesfalenber für Samstag: GDA. 20.30 Uhr, ©af£ Ebel, Weihnachtsfeier. — Artll- lerie-Verein, 20.30 Uhr, „Hess. Hof", Monatsversammlung. — Altersoereiniaung 1883—1933, Gastwirtschaft Lamm, Hauptversammlung. — Radclub Germania 1899, ab 17 Uhr, Radball-Turnier, Sie- bigshöhe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 14.15 Uhr, Weihnachts-Märchen-Dorstellung; ab 16 Uhr „Friederike". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Menschen hinter Gittern".
— Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 21 Uhr, „Der Raub der Sa- bmerinnen". — Oberhefs. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Ge- sellschaftsoerain (Klub), 17 Uhr, Tanzt«. — Ein-
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