Ausgabe 
3.11.1932 Frühausgabe
 
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Lin Flugzeug vom TypJunkers F 13", dem auch das verunglückte Flugzeug angehörte.

e n mit. Gronau

)on

von

zahlreiche Kassetten.

Eine unruhige Wahlversammlung.

Die Gießener Ortsgruppe der Deutschnationalen Volkspartei veranstaltete gestern abend im Saale des Cafe Leib eine öffent-liche Wahlversammlung, in der Minister a. D. Exzellenz He r g t-Berlin und Rechtsanwalt Zimmer- Gießen sprachen. Der Saal war schon zu Beginn der Versammlung

gestartet war, hatte kurz nach dem Passieren von Würzburg durch Morsezeichen dem Frankfurter Flughafen seinen Standort gemeldet. Von diesem Zeitpunkt ab war von dem Flugzeug nichts mehr zu hören. Lin Waldarbeiter aus Weibersbrunn hörte kurz vor 13.30 Uhr das Motorengeräusch, das Flugzeug selbst war aber wegen des dichten Rebels, der über der Talmulde zwischen dem Forsthaus Echterpfahl und Weibersbrunn la­gerte, nicht zu sehen. Um 13.29 Uhr hörte er einen leichten und wenige Sekunden später einen sehr starken Knall. Der Waldarbeiter alar­mierte sofort die Behörden von Wei­bersbrunn, die unter Führung des Bürger­meisters zur Hilfeleistung herbeieilten. Erst gegen 18.15 Uhr konnten die ersten Leichen geborgen werden. Die Leichen waren zum Teil stark ver­stümmelt und es ist anzunehmen, daß alle fünf Personen sofort tot waren.

Nach den bisherigen Feststellungen ist das Flu^ zeugunglück bei Echterpfahl auf den Bruch eines Flügels zurückzuführen. Wenigstens fand man diesen Flügel einige hundert Meter von der Stelle entfernt, an der das Flugzeug förmlich in den Boden eingegraben liegt. Das Flugzeug ist in ein dichtes Gehölz abgestürzt. Die Wipfel einiger Bäume sind bei dem Absturz glatt abrasiert wor­den während der schwere Flugzeugkörper sich tief in die Erde gebohrt hat und nur noch eine wüste Masse bildet. Einer der Getöteten liegt noch unter dem Flugzeug, während drei der Insassen m der Nähe des Flugzeugs aufgefunden wurden. Nach dem fünften Verunglückten, der nach Aussage einiger dortiger Bewohner abgesprungen sein soll, wird noch geforscht

Am 4. November sind zehn 3ahre seit der Entdeckung des Trabes Tut-ench-Amuns vergangen, einer Entdeckung, die in der ge­samten Archäologie nicht ihresgleichen hat. 3m Nachstehenden schildert der Entdecker Howard Carter das unvergeßliche Erleb­nis der Oeffnung des Königsgrabes.

Endlich waren wir soweit, das Geheimnis der versiegelten Tür zu lösen Der Ver­abredung gemäß trafen sich um 14 Uhr vor dem Grab alle, die bevorzugt waren, bei der Feier­lichkeit zugegen zu sein, im ganzen etwa zwanzig Personen. Um 14.15 Uhr war die ganze Gesell­schaft versammelt; wir entledigten uns unserer Röcke und zogen den schrägen Gang ms Grad

drungen und hatten sie die Grabstätte des Königs erbrochen? An der Ostseite waren die großen Flügeltüren verschlossen und verriegelt, aber nicht versiegelt. Sie muhten uns die Frage beantwor­ten! Eilig zogen wir die Querriegel zuruck und schlugen die Türen auf. 3m 3nnern befand sich ein unversehrtes Siegel! Wir beschlossen, die Siegel nicht zu erbrechen, denn unsere Zweifel waren behoben, und wir konnten nicht weiter ein» dringen, ohne das Denkmal zu gefährden. 3ch glaube, in diesem Augenblick wünschten wir gar nicht, das Siegel zu lösen, denn schon beim Oefi- nen der Türen fühlten wir uns als Eindring­linge. Dieses Gefühl wurde vielleicht durch den ergreifenden Eindruck eines mit goldenen Rosetten verzierten leinenen Bahrtuches verstärkt, das über den inneren Schrein herabhing. Wir fühlten, daß wir in Gegenwart des toten Königs waren und ihm Ehrfurcht erweisen mußten. 3n unserer Phan­tasie konnten wir die Türen der nachfolgenden Schreine sich eine nach der anderen öffnen sehen, bis der allerinnecste den König selbst enthüllte. Sorgfältig und so leise wie möglich schlossen wir die große Flügeltür und schritten weiter zum an­deren Ende der Kammer.

Dort wartete unserer eine große Ueberra- s ch u n g , denn östlich von der Sargkammer ge­währte eine niedrige Tür Einlaß zu einer wei­teren Kammer, die kleiner als die äußeren und nicht so hoch war. Dieser Durchgang war, un­gleich den andern, weder verschlossen, noch ver­riegelt. Von unserem Standpunkt war es mög­lich, eine genaue Uebersicht über den Inhalt dieser neuen Kammer zu gewinnen. Ein einziger Blick genügte, uns zu zeigen, daß sich hier die größten Schätze des Grabes befanden. Dem Eingang gegenüber, an der andern Seite, stand das schönste Denkmal, das ich jemals ge­sehen habe so wunderbar schön, daß man vor Staunen und Bewunderung den Atem anhielt! 3n der Mitte dieses Denkmals stand ein großer schreinartiger Kasten, der ganz und gar mit Gold überzogen und oben von einer Hohlkehle aus ^lräusschlangen abgeschlossen war. 3hn umgaben freistehende Standbilder der vier Schutzgöttinnen der Toten, anmutige Gestalten mit schützend aus­gebreiteten Armen, so natürlich und lebendig in ihrer Haltung, so votl Mitgefühl und Erbarmen im Ausdruck ihrer Gesichter, daß man das An- schauen fast als Entweihung empfand. 3ede die­ser Schuhgöttinnen schützte den Schrein an einer Seite. Während aber zwei ihren Blick fest auf das ihrer Obhut Anvertraute gerichtet hielten, war den andern beiden ein Ausdruck ergreifen­der Natürlichkeit verliehen. Sie schauten, ihre Köpfe zur Seite wendend, Über die Schultern nach dem Eingang, als ob sie vor einer Aeberraschung Wache hielten. Es liegt eine schlichte Größe über diesem Denkmal, und ich schäme mich nicht ein- zugestehen, daß es mir unmöglich war, auch nur ein Wort herauszubringen. Ohne Zweifel ist es der Schrein, der die Kanopen enthält, die Kruge, die eine so wichtige Rolle bei den Einbalsa­mierungsgebräuchen spielen.

Noch eine Anzahl anderer wunderbarer Sachen befand sich in der Kammer. Aber damals wurde es uns schwer, sie genauer anzusehen, so unwider­stehlich wurden unsere Augen wieder und wieder von den lieblichen kleinen Göttinnen angezogen. Unmittelbar vor dem Eingang lag die G e st a l t des Schakalgottes Anubis auf seinem Schreine, in leinene Gewänder gehüllt und auf einem tragbaren Schlitten, und hinter ihm der Kopf eines Stieres auf einem llntersatz beides Sinnbilder der Unterwelt. An der Südwand der Kammer standen viele schwarze Schreine und Kasten, die alle verschlossen und versiegelt waren, außer einem, dessen geöffnete Türen Statuen Tut-ench-Amuns auf schwarzen Leoparden stehend enthüllten. An der Rückwand standen noch andere schreinartige Kasten und Miniatursärge aus vergoldetem Holz, die zweifellos Totenstatuet­ten des Königs enthalten. 3n der Mitte der Kam­mer zur Linken des Amibis und des Stieres stand eine Reihe prächtiger Kasten aus Elfenbein und Holz, mit Gold und blauer Fayence eingelegt und verziert; ein anderer, dessen Deckel wir aufhoben, enthielt»einen herrlichen Fächer aus Strau­ßenfedern mit elfenbeinernem Griff, so frisch und fest, als ob er gerade angefertigt wordea

hinunter. r

3n der Vorkammer war alles vorbereitet. Den­ken wir jetzt daran zurück, so können wir uns vor­stellen, was für ein seltsames Bild die Kammer geboten haben muß! 3ch glaube aber nicht, daß uns damals solche Gedanken kamen. Nur eins wußten wir: Dort vor uns war die ver­siegelte Tür, und wenn wir sie jetzt öffneten, so würden wir3ahrtausende übe r b r u ck en. Wir würden uns in Gegenwart eines Königs be­finden, der vor 3000 3ahren herrschte. Meine eige­nen Gefühle waren seltsam gemischt, und meine Hand zitterte, als ich den ersten Schlag führte.

Zuerst suchte ich den hölzernen Querbalken über der Tür, brach dann den Mörtel sehr vorsichtig ab und nahm die kleinen, die oberste Schicht bil­denden Steine heraus. Die Versuchung, jeden - c-t-----,, toor

Bornotizen.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Ensemble des Stadt­theaters gastiert heute auf Einladung der Kur­direktion Bad-Nauheim im Kurtheater Bad-Nau­heim mit einer Aufführung des Lustspiels Freie Bahn dem Tüchtigen" von August Hinrichs. Für morgen steht als fünfte Vorstellung im Frei­tagabonnement eine Wiederholung der erfolgrei­chen OperetteDie Toni aus Wien" von Ernst! Steffan (Spielleitung: der 3ntendant; musi­kalische Leitung: Kapellmeister Moe hl; tänze­rische Leitung: Balettmeister Bäulke) auf dem Spielplan. Die zweite Schülervorstellung die­ser Spielzeit bringt am Samstag, 5. November, 15 45 ilfjr zu Schülerpreisen eine Wiederholung des ZeitstückesDer 18. Oktober" von Walter Erich Schäfer. - Zum letzten Male gelangt am Sonntag 6 November, das hier in Gießen mit großem Er­folg aufgeführte und aufgenommene Lustspiel:

Freie Dahn dem Tüchtigen" von August Hinrichs als Fremdenvorstellung außer Abonnement zu er­mäßigten Preisen zur Aufführung. 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr.

Die Nachricht von dem entsetzlichen Unglück verbreitete sich erst verhältnismäßig spät, so daß man bei den amtlichen Stellen erst um 15 11 hr die ersten Nachrichten von dem Unglück erhielt. Sofort nach dem Bekanntwerden begab sich Staatsanwalt Cahn, Aschaffenburg, zur lln- glücksstelle, ebenso trafen eine große Anzahl Landespolizeibeamte und Sanitäter aus Aschaf­fenburg ein. Bei der Bergung der Leichen waren Waldarbeiter behilflich. Das Flugzeug enthielt Postsachen, vor allem plombierte

Die Ursache des Unglücks.

** Personalie d e r Dresdner Bank. Wie man uns mitteilt, wird Direktor Simon- Wolf s k e h l demnächst aus der Direktion der t)ic- figen Zweigniederlassung ausfcheiden, um in die Direktion der Filiale in Remscheid einzutreten.

** Don der Kraft post Gieße n21 n n c» rodSteinbachAlbach. Das Postamt Gießen teilt uns mit: Infolge Verschieb ung der Arbeitszeiten verkehren an Samstagen die bisher 13.10 und l/.-ro Uhr von Gießen über Annerod und Steinbach nach Albach abgegangenen Kraftposten erst um 13.5d und 17.55 Uhr. Die Kraftposten ab Albach 18.05, an Gießen 18.40 und ab Gießen 18.45, an «tem- bad) 19.14 fallen an Samstagen wegen der sehr schwachen Benutzung aus. Die werktäglich außer Samstag um 17.25 ab Gießen Bahnhof verkehrende Kraftpost fährt am Bahnhof bereits um 17.20 ab. Für Albach unt> Steinbad) ist die bisl>crifle Ab- fahrtszeit des Dormittagswagens von 6.50 und 7.00 auf 6.45 und 6.55 festgesetzt worden.

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w »n ta 6W Sfc ?er. jJW um die Aul, Haft besonders schwer ( *tn>ar£Unb 119t oufericgi wurde ft?*' ?'eJUr $erurtei Es stellte sich Mer Zeuge Bullerjnhn Me. Es war dies Eene- tutd der Karlsruher In- !hen ms Ausland verzogen Angeklagten j!.e eiW{" auch nicht vor ^ten Prozch nicht geklän 0^ mli Wen nur vorn Irlich Belastendes gegen mnte. Man hat ihn jetzt zur >>» aufgejordert.

Iler Self.

e im Zugsplhe-Sebiel.

)W hat seit einigen Ta­in ee fall eingesetzt. Am den am Zugspitzhaus bei 70 Zentimeter Neuschnee egt bis zu 15 Zentimeter ins Jimnenstadt, 2e:chtes« ) Oberstdorf liegen Schnee-

Athen gelandet.

ieger Wolfgang von ® r o Rabiolelcgramm seineLan-

Schweres Flugzeugunglück im Spessart

Fünf Tote? - Zlügelbruch die Ursache des Absturzes.

zesziel Dom anfliegen. Zur Beltfluges liegt dann noch Inderms die lieberque- vor ihm, die mit Rücksicht ie Jahreszeit bei schlechter sich ist. Die Flieger werden iders sorgfältig Mttemel-

in Zurich-

)o X" ift auf (einem *' hmch über yüeWWn vor säst Mi W"- nJ 930, seine Bauwerft am oo- las WM « £.« n Aluqe postierte und IrcuM M bem * nn es seinen Flog tat unb 1*1« 3* °u>

ID 571. Frankfurt a. 211., 2. Rav. Aus dem $luge oon Nürnberg-Fürth nach Frankfurt a. ZU. verunglückte heute gegen 12.50 Uhr das Flugzeug D 724, Typ Bunkers F 13, bei Echterpfahl, in der Nähe von Rohrbrunn im Spessart. Fünf In­sassen kamen dabei ums Leben. Die Na­men der verunglückten sind: Oberregierungsrat Weidner und Regierungsrat Eschen b a ch vom Landesfinanzamt München, der kaufmännische An­gestellte Richter von der Münchner Flugleitung und die Besatzung Flugzeugsührer Anton Schul; und Funkermaschinist Karl Frank.

An öer Stätte des Flugzeugunglücks.

WSN. Rohrbrünn, 2. Nov. Der Spessart, eines der schönsten Gebirge Deutschlands, ist heute der Schauplatz eines der schwersten Flugzeugun- glücke geworden, die die deutsche Luftschiffahrt isher betroffen hat. Llmdiese3ahreszeit bildet der Spessart von jeher einen Gesahrenpunkt für Flugzeuge, da bei regnerischem Wetter dichte Nebelschwaden über dem Gebirge liegen, die die Orientierung sehr erschweren. Schon vor zwei 3ahren wurden diese Nebelschwaden etwa zwei Kilometer von der heutigen Llnglücksstelle entfernt einem englischen Privatflugzeug zum Verhängnis. Da­mals stürzte das Flugzeug in der Nahe von Hessenthal ab, wobei die Maschine völlig zer­trümmert wurde, die beiden 3nsassen aber ohne jeden körperlichen Schaden davonkamen. Diesmal siel ein deutsches Verkehrsflugzeug, D 724, die­sem Feind der Luftschiffahrt zum Opfer.

Die Tlnglücksstätte befindet sich mitten tm Hochspessart, etwa einen Kilometer von Ech­terpfahl entfernt. Sie ist mitten im dichten Tannenwald gelegen, der außerordentlich s ch w e r z u g ä n g l i ch ist. So dauerte es ziem­lich lange, bis man zu der Unglücksstelle kam. Hier bietet sich ein schreckliches Bild. Die Ma­schine bildet einen großen Trümmerhau­fen, unter dem die Leichen des Flugzeugführers Anton Schulz und des Bordfunkers Frank liegen.

Wie das Unglück geschah.

Das Flugzeugunglück ereignete sich um 13.29 Uhr. Das Flugzeug, das um 11.55 Uhr in Fürth

Zum Konzert desSängerkran;".

Man schreibt uns: Für die Besucher der am nächsten Sonntag stattfindenden Aufführung der Schöpfung" von 3os. Haydn dürfte es von 3nter- esse sein, einiges über dieses einzigartige, wun­dervolle Werk zu hören.

Haydn komponierte dieSchöpfung im 6o. Le­bensjahre mit einem Feuer, welches sonst nur die Brust eines 3ünglings zu beleben pflegt. Trotzdem dauerte es drei 3ahre, bis das volks­tümlichste aller Oratorien vollbracht war. Wie

Schöpfung arbeitete. Täglich fiel ich auf meine T slücbtia in der Ausführung geschmückt.

Knie nieder und bat Gott daß er mir Kraft uVerft ft>äter

zur glücklichen Ausführung dieses Werkes t>er < -allen sein, für den Augenblick war unser leihen möchte! So kam es auch, daß in| c;n,jacr Gedanke nur der Schrein und seine Un- Andacht"her°fcht.^ 9 QU^_1_,^ 1 Versehrtheit. Waren die Diebe in ihn einge-

Das aus drei Teilen bestehende Werk beginnt | mit einer das Chaos vorstellenden Orchesterein­leitung, die an kühner Stimmführung und Disso­nanzbehandlung geradezu modebn anmutet. Hieran schließt sich der erste Teil, in dem der Engel Raphael die Erzählung der Schöpfungsgeschichte beginnt. Der Chor führt diese Erzählung weiter bis zu der berühmten Stelle:Und es ward Licht!" Nun lösen sich die drei Engel: Uriel, Gabriel und Raphael mit dem Chor in der Er­zählung der weiteren Schöpfungstage ab. Mit dem befannten prachtvollen Chor:Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" schließt der erste j^eil.

Der zweite Teil umfaßt den fünften und sechsten Tag. Reizende Koloraturgesänge der Solisten, sowie die vom Orchester veranschaulichten Natur­miniaturbilder schildern die Erschassung der Be­wohner der Luft, des Wassers und des Erd­bodens. Den Eintritt des Menschen in die Schöp­fung feiert Uriel mit der Arie:Mit Würd und Hoheit angetan. Der Schluß des zweiten Teils, mit dem gleichzeitig das Ende des Schöp­fungswerks erreicht ist, wird von den himm­lischen Heerscharen mit der großen Chorszene: Vollendet ist das große Werk, alles lobe seinen Namen!" jubelnd besungen.

Der dritte Teil zeigt uns Adam und Eva im Paradies. Die von drei Flöten getragene 3n° ftrumentaleinleihmg gibt die Stimmung einer gesegneten Landschaft beim Erwachen eines fajonen Tages entsprechend wieder. Duette von Adam und Eva und der große Schlußchor:Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit" geben dem ganzen Werk einen würdigen Abschluß.

DieSchöpfung" wurde 1799 zum ersten Male in Wien öffentlich aufgeführt und trug Haydn bis zu seinem am 31. Mai 1809 erfolgten Tode unzählige Ehren und Auszeichnungen ein; fte bildete das musikalische Ereignis des 19. Jahr­hunderts in der ganzen Welt und bat noch heute nichts von ihrer Anziehungskraft eingebuht. Alles in allem ist es ein Werk von wunderbarer Schönheit, das für jedermann leicht verständlich ist und von Anfang bis Ende einen Melodien­reichtum aufzuweisen hat, wie kaum ein zweites.

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Aus der Provmzialhauptstadt..!

Gießen, den 3. November 1932.

Totengedenkfeier der NSDAP.

Die N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e Deutsche Arbeiterpartei veranstaltete gestern nachmit­tag am Gefallenendenkmal der 116er auf dem Land- araf-PhitiPPsplatz eine Gefallenengedenk­feier. Der Himmel war in ein einziges Grau ge­hüllt, es regnete, leicht aber stetig. Viele Einwohner unserer Stadt Hutten sich trotz schlechtem Wetter schon lange vor Beginn auf dem Platz der Feier eingefunden. Pünktlich kamen die SA.-Mannschaf­ten, die insbesondere Träger dieser Ehrung waren, im gleichen Schritt und Tritt auf dem Landgraf- Philippsplatz an. Etwa 30 Fahnen der Bewegung wurden im Zuge mitgesührt, zwe, Musikkapellen spielten schneidige Märsche und nahmen dann »nts und rechts neben dem Denkmal Aufstellung, wah­rend sich die SA.-Leute, eng ausgeschlotzen, grup­pierten. Das Denkmal war mit Tannengirlan- den und Blumen prächtig geschmückt. Ein großer Kranz mit roter Schleife, mit dem Hakenkreuz im weißen Feld, wurde im Lause der Feier am Bent- mal niedergelegt.

Reichstags- und Landtagsabgeordneter Gauleiter Lenz hielt eine kurze Gedächtnisansprache Novem­bertage seien, so führte er aus, Trauertage für Deutschland Man trauere um die Toten des Welt­krieges, um das gestorbene Deutschland, um die Toten der Nation und die Nationalsozialistiiche Par­tei tue es um die Toten ihres Freiheitskampfes. 14 Jahre seien seit dem Kriegsende vergangen, der Geist der Toten sei aber noch lebendig um uns, und aus diesem Geist müsse das neue Deutschlano geschmiedet werden.Deutschland muß leben, auch wenn wir sterben müssen!" das sei das Bekenntnis zu den Toten, die nicht umsonst den Tod für das Vaterland gestorben fein sollen, die nicht umsonst ihr Leben geopfert haben wollen Aber den Toten müsse eine Gloriole gewoben fein, wie sie Walter Flex in einem seiner Gedichte zeichnete. Biele seien unter de. Teilnehmern der Feier, die mit im Felde standen, manchem Kameraden das Auge zudrückten. Deshalb feien die Gefallenen nicht vergessen und sie würden nie vergessen sein. Ihr Opfer und das Opfer der Nationalsozialisten werde erst dann seinen tieferen Sinn haben, wenn das Vaterland in neuem Glanze erstehe und einer besse­ren Zukunft entgegengehe. Nach der Rede spielte die Musik das Lied vom guten Kame­raden dessen erster Vers mitgesungen wurde. Sodann erklang das horst - Wessel - Lied, in das die SA.-Mannschaften und viele andere Teil­nehmer der Kundgebung einstimmten. Wie der Auf­marsch so vollzog sich auch der Abmarsch der schätzungsweise 2000 SA.-Leute, die aus allen Tei­len 'Oberhessens und zum Teil auch aus benach­barten preußischen Gebieten nach Gießen gekom­men waren, in aller Ruhe und Ordnung.

Das Wunder des ägyptischen Kvnigsgrabes

Wie wir Tut-ench-AmunS Ärabkammer öffneten.

Von Howard Carter.

bis auf das letzte Plätzchen besetzt, darunter zu gut dreiviertel von uniformierten SA.-Leuken.

Exzellenz Hergt als erster Redner gab zu^ nächst seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß in den Parlamenten häufig durch Zusammen­gehen der Nationalsozialisten und der Kommu­nisten eine Mehrheit gebildet wurde. Bei diesen Worten gab es schon allerlei Zwischenrufe. Als Hergt dann davon sprach, daßnicht ganz disziplinierte Elemente, wenn sie ihre Hoffnungen bei der NSDAP, enttäuscht sähen, den Abmarsch nach der anderen Seite antreten würden", rief der bekannte nationalsozialistische Redner stud. theoL Wendnagel- Hungen aus:Wir haben doch _----- ... . .

keine Arterienverkalkung." Aus diesen Zuruf hin Augenblick innezuhalten und hineinzuschauen, forderte der Versammlungsleiter, Rektor Kling, unbezwinglich! Nachdem.ich, nach ungefähr zehn den Rufer auf, den Saal zu verlassen. Wend- Minuten, ein Loch gemacht hatte, das groß gering nagel widersprach der sachlichen Berechtigung war, führte ich eine kleine elektrische huu- für diesen Saalverweis, jedoch beharrte der Dor- hurch. Staunenerregendes enthüllte ihr Licht, sitzende auf der Durchführung seiner Anordnung, Kaum ein Meter von der Tür entfernt stand dort da Wendnagel den Redner bisher schon oft etwas, was sich so weit, wie man nur sehen konnte, durch Zurufe unterbrochen habe. Wegen dieses erstreckte und den Eingang in die Kammer per- Saalverweises gab es eine lebhafte Erörterung, sperrte. Allem Anschein nach war es eine die Polizei erschien mit starkem Aufgebot im Mauer ausmassivemGold!

Saale und nach Rücksprache des Führers der Aach der Entfernung einiger weniger Steine war Polizei mit We n d n a gel verließ dieser frei- &ag Geheimnis der goldenen Mauer gelöst. Wir willig den vaal, wobei die gesamte SA. eben- ^ren am Eingang der Sargkammer des falls mit abrückte. Wendnagel wurde von Königs! Was uns den Weg versperrte, war seinen SA.-Kameraden auf den Schultern hinaus- eines riesigen Schreines, erbaut, um

getragen, immer wieder ertönten laute Hitler- q u p^en und zu schützen. 3eht konnten Rufe der SA-Leute, ebenso das Horst-Wessel- aul Zuschauer in der Dorkammer diesen Lied. Dieser Teil der Versammlung war von Schrein im Schein der Lampe sehen. Wie ein Stein großer Spannung erfüllt, jedoch kam es dank der nQ(i) £>em ant>ercn entfernt und die goldene Außen- allseits herrschenden Besonnenheit und guten Litß Schreins allmählich sichtbar wurde, konn- Disziplin erfreulicherweise zu keinen weiteren tßn toxt to,e durch eine elektrische Leitung das Komplikationen. ___ Prickeln der Erregung spüren, in das die Zu-

Rach dem Auszug der SA. sprach Exzellenz ^^uer hinter der Schranke gerieten. Wir, die Hergt weiter. Anschließend hielt Rechtsanwalt arbeiteten, waren wahrscheinlich weniger er» Zimmer seine Rede. Während der beiden An- regt denn unsere ganze Kraft wurde durch unsere sprachen gab es aber noch eine sehr große An- Ausgabe in Anspruch genommen - die Mauer zahl temperamentvoller Zwischenrufe von An- ^iftall einzureißen.

Jüngern der ?SDAP. m Zivil Vo daß J*r Aber endlich war auch diese Arbeit erledigt, die Dorfchende wiederholt bewogen [ab, ine Anwen- Steine wurden entfernt, und der Weg in

bung -nes Hausrechtes, anzudrohem E reu- Kammer lag offen vor uns. Es war

sicher weife konnten aber auch beldlAm Teil der , Ztveifel die Sargkammer, in der wir

aMammlung toeüere bedauerliche Vorkommnisse Dor uns türmte sich einer der großen

oerputet toeroen. , r» h _ vergoldeten Schreine auf, unter die die Könige

lieber die Darlegungen der beiden Redner wer 9 So ungeheuer war dieses Bau­den wir morgen noch auszugsweise berichten. 9^9 fpätßr ^nden 5,0:3,30 und 2,73

Gedächtnisfeier für Josef Haydn. hoch), daß es fast die ganze Kammer ausfullte;

nur ein Zwischenraum von ungefähr 65 Zentime­ter trennte es an allen vier Seiten von den Wau­den, während sein Dach fast bis zur Decke reichte.

Don oben bis unten war es mit Gold überzo­gen, und in seine Seiten waren Füllungen aus leuchtend blauer Fayence einge­lassen, auf denen wieder und wieder die Zauber­zeichen dargestellt waren, die ihm ©tarfe und Sicherheit verleihen sollten. Auf dem Boden rund um den Schrein standen Totengaben und an der Nordseite fanden sich die sieben magischen RuL, die der König brauchte, um sauber die Gewässer der Unterwelt fahren zu lassen. 5üe

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