Ausgabe 
3.10.1932 Erstes Blatt
 
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Stahlhelm-Aufmarsch in Gießen

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Frankfurt schwächer.

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Selbstvertrauen und Hoffnung unser Kapital. Hur starke Heroen schützen es. Darum: Kaffee Hag.

Doppel siegten Tilden-Bames 2: 6, 7: 5, 6: 4 über die deutsche Kombination Rajuch-Rühlein.

Auch am Sonntag war Rühlein überBig Bill Tilden erfolgreich. Der Deutsche setzte sich gegen ihn mit 2:6, 6:3, 6:4 durch. Rajuch dagegen muhte gegen den jungen Barnes eine 5:7, 6:2, 4:6-Riederlage in Kauf nehmen. Das Doppel gewannen diesmal die beiden Deutschen ganz glatt 6:0, 6:3 gegen die Amerikaner.

8:39 Treffern. r , ., n

Das erste Spiel um die Sechser-Aasenradvall- Meisterschaft wurde von Deutschland, das hier ebenfalls von Wanderlust-Frankfurt vertreten ist, gegen die starke belgische Mannschaft mit 7:3 (4:0) Treffern gewonnen.

Tilden in Wien.

Auf ihrer Europa-Tournee gastierte die Tilden-Tennis-Truppe am Wochenende auch in Wien, wo sie auf den Platzen des Wiener Patt- Clubs einige Schaukämpfe austrug. Der deutsche Altmeister Boman Rajuch schlug am Samstag Tilden leicht 6:4, 5:7, 6:4, während Hans Ruh- lein den Tilden^Schüler Bruce Barnes in zwei Sätzen 6:2, 7:5 abfertigte. 3m abschließenden

und die übrigen Elektrowerte bis zu 1 Prozent | nach. Wehr abgeschwächt waren ferner am Kunst- seidemarlt Bemberg mit minus 2,75 Prozent, während Aku relativ behauptet blieben. Kurs- rückgänge bis zu 1,5 Prozent hatten außerdem Chemiewerte, Zellstoffaktien und Bauunterneh­mungswerte. Am Montanmarkt betrugen die Abschwächungen 0,5 bis 1 Prozent, mit Ausnahme von Phönix und Ilse Bergbau Genuß, die gut behauptet blieben. Deutsche Linoleum und Conti­gummi veiloren je 1 Prozent, selcht gebessert I waren nur Scheideanstalt und am Schiffahrts- I aktienmarkt Norddeutscher Lloyd. Nach den ersten Kursen bröckelte das Niveau etwas weiter ad. Non deutschen Anleihen setzten ^lltbesitz chren Rückgang um 0,4 Prozent fort, Neubeslh und Ncichsschuldbuchforderungcn waren knapp behaup­tet. Reichsbahnvorzugsaktien setzten dagegen 05 Prozent fester ein. Am festverzinslichen Markt war es sehr still. Goldpfandbriefe und Kom­munalobligationen blieben meist unverändert, in- l quidationspfanDbriefe lagen eher schwacher.

Im Verlaufe blieb die Haltung schwach, und die Kurse lagen durchschnittlich um weitere 0,5 bis 1 Prozent niedriger. Darüber hinaus ver­loren IG.-Farben 2,5 Prozent und Aku 2 Pro­zent sowie Siemens 1,5 Prozent. Reue sachliche Motive lagen nicht vor, doch verwies man auf die I Streikbewegungen im Reich.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 3. Okt. Auftrieb: 1393 Rin- I der (38j Ochsen. 130 Bullen, 491 Kühe, 392 Färsen), I 490 Kälber, 51 Schafe 4713 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Achsen: oollfleischige ausge- mästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 30 bis 33 Mark, (ältere) 26 bis 29, sonstige oollfleischige 20 bis 25; Bullen: jüngere, oollfleischige höchsten Schlachtwerts 28 bis 30, sonstige oollfleischige oder ausgemästete 24 bis 27; Kühe: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 27, sonstige vollfleisch.ge oder ausgemästete 20 bis 24, fleischige 15 bis 19; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): oollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 34 doII» fleischige 27 bis 30, fleischige 23 bis 26. K a l b e r beste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Kalber 28 bis 35. Schweine: oollfleischige von etwa 240 bis | 300 Pfund 45 bis 47, von etwa 200 bis 240 Pfund 43 bis 47 von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 4 a, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 38 bis 43 Wart Marktoerlauf: Rinder ruhig, ausverkauft, Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt Schweine ruhig, geringer Ueberstand, Fetischweine über Notiz.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 3. Okt. (WTB. Drahtinel- duna l An der Getreidebörse war bas Geschäft zu Beginn der neuen Woche sehr still, obwohl in Anbetracht des morgen stattfindenden Getreidehan« delstages der Besuch wesentlich stärker war. Da aber das Mehlgeschäft trotz ermäßigter Preise keine Besse- runfl erfahren hat. zeigten auch die Mühlen große Zurückhaltung. Das Angebot von erster Hand blieb weiter knapp. Die Tendenz war im allgemeinen sehr ruhig Gegen 14 Uhr nannte man folgende Preise: Weizen 215 bis 216 Mark, Roggen 167,50, Sommer« aerfte für Brauzwecke 180 bis 190, Hafer (inlanbi- Aber) 142,50 bis 147,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen 31,75 bis 32,7a, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 31 75 bis 32,60, Roggenmehl 25 bis 26, Deizenkleie 8 'Roggenkleie 8,10 Mark.

Frankfurt, 3. Okt. (WTB. Drahtmeldung.) Auch zu Beginn der neuen Woche herrschte an der Börse weitgehende Geschäfts stille. Bon der K ndschaft lagen keine Orders vor, und auch s»nst fehlte es an stimulierenden Momenten. Vorbörslich nannte man noch gegen den Wocben- schluh meist behauptete Kurse, wobei der feste Schluß der Reuyorker Börse etwas anregte, wah­rend bei Beginn des amtlichen Verkehrs über­wiegend Verkäufe vorgenommen wurden die bet geringer Unternehmungslust kaum Aufnahme fanden, so daß die Tendenz schwacher war. Ver­stimmung löste weiter Angebot in Siemensaltien aus. Siemens verloren 1,6 Prozent, Schucker wurden hiervon mitgezogen und gaben 2 Prozent

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Oie Heffennege in Kassel.

In Ehren bestanden.

Unfete Hessenriege weilte gestern m Kassel, wo sich der große Gaukampf im Kunst­turnen zwischen den Gauen Hessen (R.relS Mittelrhein), Rordhessen (Kreis Oberweser) und dem Hellweg-Märkischen Gau (Kreis Westsalen- Lippe), wie erwartet, zu einem turnerischen L-r- eignis ersten Ranges gestaltete. Es war ein hoch­wertiges Treffen, in dem drei fast ebenhurtige Mannschaften die .Hohe Schule des Geräte­turnens" in vollendeter Meisterschaft jagten. Dis gegen Mitte des Kampfes hatte unser Hei­matgau Hessen mit wenigen Punkten B'^rsprung die Führung, mußte diese aber nach der Frei­übung an die Westfalen aBtreten, die sich dann aber erst zum Schluß am Reck die Punkte für den sicheren Sieg holen konnten.

Das Ergebnis des Kampfes lautet: 1. Hellweg, Märkischer Gau, 601,5 P. ; 2. Gau Hessen 587 P.; 3 Gau Rordhessen 582,5 P. Die Schluhziffer des Hessen-Gaues wäre bestimmt höher gewesen wenn für den guten Könner Eckhardt (Ridda) nicht im letzten Augenblick hätte Ersatz antreten

Beste Einzelturner unter den 24 Teft- nebmern waren (die Freiübung Nicht angerech­net): 1. Trostheim, Tgm. Dortmund, 76 P.; 2. Eeidler, Eintracht, Dortmund, 73 P. ; 3. Ahrens Tgm. Marburg, 71,5 P. Gut gehalten hat sich Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, der mit 68 Punkten Zweitbester in der hei mischen Mannschaft wurde vor Sinnwell (Bad- Rauheim) und Seth (Grohen-Linden).

Wanderlust"- Frankfurt, Weltmeister im Zweier-Radball.

In Straßburg wurden am Samstag und Sonn­tag die Weltmeisterschaften im Zweier-Radball und im Sechser-Rasenradball ausgetragen. Die zuerst erledigte Konkurrenz, der Wettbewerb im Zweier-Radball, brachte den deut,chen Bertre- tern Schreiber/Blersch vorn RC. Wanderlust Frankfurt bereits einen vollen Erfolg, sie be­endete die Spiele ungeschlagen mit 6:0 Punkten und 25:3 Treffern. Die Deutschen siegten über Oesterreich 14:3, gegen Frankreich 6:0 und gegen die Schweiz mit 5:0 Den zweiten Plgh belegten die Schweiz nut 4:2 Pulten und 22 9 Treffern vor Frankreich mit 2:4 Punkten, 13.14 Treffern und Oesterreich mit 0:6 Punkten und

Aus Anlaß des 1. Hessischen Grenadkrtages veranstaltete der Landesverband Groh- Hessen des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, einen Aufmarsch in Gießen der aus allen Teilen des Hessenlandes so stark besucht war, daß über 2000 Stahlhelmer gestern in Gtesten weilten. Bereits im Verlaufe des Samstagnachmittag und "abend trafen große Grupden des Bundes ein, so dast die Gießener Stahlhelm-Ortsgruppe schon etwa 500 Kame­raden begrüßen konnte und die Straßen der Stadt ihre besondere Rote durch den Stahlhelm erhielten. Zur Unterbringung der Gaste hatte die Gießener Stahlhelmleitung u. a. Maften- quartiere bereitgestellt.

Um 19 30 W standen die Stahlhelm-Kame­raden auf dem Brandplatz angetreten, wo der Stahlhelm-Landesführer von Groß-Hessen, Ka­pitän z. S. a. D. W e i ß e - Frankfurt a. M. in kurzen Worten und mit begeistert aufgenom­menem dreifachenFront Heil" den

Gruß des Stahlhelms für das I. Bataillon

15. Infanterie-Regiments

davbrachie. Hierauf zogen die Stahlhelm-Abtei­lungen durch eine Anzahl Str asten mit klingen­dem Spiel hinauf zum Trieb, wobei er durch die militärische Straffheit seines Auftretens einen sehr guten Eindruck bei den zahlreich versam- mekten Zuschauern erweckte. Auf dem Bcttaillons- Biwakplah beim Eulenkopf nahmen die Stahl­helm-Kameraden mit gkoßem Interesse an dem sehenswerten militärischen Schauspiel teil. In der großen Menge der Zivilisten war die Stahl- Helm-Uniform wiederum eine besonders charak­teristische Rote, die militärische Zucht und Ord­nung in dem Auftreten der Bundes-Mitglieder als wesentliche Grundpfeiler der Organisation verkündete. Rach dem Biwak versammelten sich die Stcchlhelm-Kameraden noch in großer Zahl in dem von der Gießener Ortsgruppe neu geschaf­fenen Stahlhelm-Heim in der Molbke- strahe, wo sie in Gegenwart ihres Landesführers einige Zeit gesellig verbrachten, um dann ins Quartier abzurücken.

Im Laufe des Sonntag trafen schon von früh­ster Morgenstunde an weitere große Gruppen des hessischen Landesverbandes hier em, so daß bald in den Straßen

das feldgraue Ztahlhelmkleid noch viel stärker

als am Rachmittag vorher in Erscheinung

trat. In langer Marschkolonne rückten die For­mationen des Bundes mit etwa 40 Fahnen, meh­reren Epielmannszügen und eigenen Musikkapellen gegen 9 Uhr nach dem Trieb ab, wo sie neben dem Paradeplatz des Bataillons in langer, tief- gegliederter Front mit ihren Fahnen Aufstellung nahmen, um dem Feldgottesdienst beizuwohnen, dann Augenzeuge der militärischen Parade zu fern und schließlich vor dem Landesführer von Groh- Hessen im Parademarsch vorbeizumarschieren.

24. Versammlung des Hessischen Forstvereins.

Alsfeld, l.Okt. Am 30. September und 1. Oktober and hier Vie diesjährige Versamm­lung des Hessischen Forstvereins unter dem Vorsitz von Oberforstmeister Heyer (Michel- stadt) statt. An der Tagung nahmen Finanzminister Kirnberger (Darmstadt), Landforstmeister Dr. h. c. Hesse (Darmstadt), Professor Dr. V a n s e - l o w von der Universität Gießen, sowie mehrere andere auswärtige Universitätsprofessoren als Gäste teil. ,ri .. ,,

Bürgermeister Dr. D ö l s i n g begrüßte die zahl- reich erschienenen Teilnehmer der Tagung namens der Stadt Alsfeld. Er wies dabei auf die geradezu katastrophale Lage des deutschen Waldbesitzes hin, der für viele deutsche Gemeinden bereits em Zu- schußbetrieb geworden sei, und verlangte Schutzmaß­nahmen von feiten des Reiches.

Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde der langjährige Vorsitzende des Hessischen Forstvereins, Oberforstmeister Heyer (Michelstadt), der schon 25 Jahre an der Spitze des Vereins steht, zum Ehrenmitglied des Hessischen Forstvereins er­nannt. Namens der Landesuniversitat Gießen über­reizte Professor Dr. Danselow dem Jubilar die Ernennung zum Ehrensenator derllni- versität Gießen. Oberforstmeister Heyer dankte in bewegten Worten für die ihm erwiesenen

Nach^Erledigung des Rechenschaftsberichtes durch den Schriftführer, Oberforstmeister Strack, hielt Forstmeister Rausch (Romrod) einen Dortrag über Die Bewirtschaftung der Göringer Forsten nach den Grundsätzen der Bilanz- und Erfolgsrechnung. Der Vortragende gab einen zahlenmäßigen lieber« blick über die Erfolge der neuen Wertberechnungs« Methode. An die interessanten und tiefgründigen Ausführungen schloß sich eine rege Diskussion an, in der von Vertretern der Forstwissenschaft die neue Methode teilweise stark kritisiert wurde

Sodann stattete Oberregierungsrat K a d e l vom Landesfinanzamt Darmstadt ein Referat über Waldsteuerfragen'. Der Vortrag behandelte Haupt- 'sächlich die forstliche Einheitsbewertungen an der Hand von einzelnen prakttschen Beispielen und Er­läuterungen.. Auch dieser Vortrag, der reges Inter- esse und lebhaften Beifall fand, gab Anlaß zur ausgedehnten Aussprache. Rach Erledigung und Be­sprechung verschiedener forstlichen Angelegensten wurde die Wahl des neuen Präsidenten des Hessi-

Die Front des Stahlhelm mit ihren zahlreichen Fahnen, der ausgezeichneten Disziplin aller Mannschaftsteile und der starken Beteiligung von Iünglingen und der im Scharnhorst-Bund ver­einigten Iugend machte einen guten Eindruck. Im Anschluß an die Parade des Bataillons stellten ich die Stahlhelm-Formationen zum

Vorbeimarsch vor dem Landesführer

Kapitän z. 5. a. D. Weiße bereit. Unter den Marschklängen der Stahlhelm­kapelle aus Mainz zog die große Marschkolonne in schneidigem Schritt und Tritts und guter Hal­tung an ihrem Führer vorüber. Das Publimm verfolgte das interessante Ereignis mit großer Spannung und zeigte sich über das Auftreten der Formationen sehr befriedigt.

Im Anschluß an diesen Vorbeimarsch nahmen die Stahlhelmabteilungen auf dem Hinteren Trieb in der Rähe des Eulenkopf Aufstellung im offenen Viereck. Hier schritt der Landesfuhrer von Groh-Hessen, Kapitän z. S. a. D. Weihe, die Front ab und führte dann in kurzen, soldati­schen Sätzen aus, der Landesverband, dessen Gau Rheinhessen am stärksten vertreten war sei nach Giehen gekommen, um in aller Öffentlichkeit zu zeigen, dah

im deutschen Volke neben der Reichswehr, die etjroungenermaßen viel zu klein sei, noch ein Volksheer in Bereitschaft stehe, jederzeit das Leben für das Vaterland einzusehen, wenn es nicht anders sein könne.

Der Stahlhelm wolle immer daran denken, dah unseres verehrten Reichspräsidenten höchster Wille daraus gerichtet sei, das deutsche Volk zu einigen. In diesem Sinne wolle auch der Stahlhelm über die Parteien hinweg Klammern schliehen um alle, die mit ihm wehrwill i g sind damit wir schliehlich doch einmal noch ein einige^' Volk werden. Zum Schluß verlas der Landesführer folgendes

Huldigungstelegramm an den Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg:

Durch Wehrwillen mit Reichswehr geeint, senden vom 1. Hessischen Grenadier tag in Giehen über 2000 Stahlhelmer mit den übrigen Kame­raden des Landesverbands kameradschaft­liche Glückwünsche und Front Herl!

Weihe, Landessührer Groh-Hessen.

Die knappe, aber eindrucksvolle Feier schloh mit dem Gesang des Deutschlandliedes.

Rach Verpflegung aus der Gulaschkanone wohn­ten die Stahlhelmer im Verlaufe des Rachmit­tags den militärsportlichen Vorführungen des Bataillons bei. Gegen Abend traten eine Anzahl Abteilungen, die weiter entfernt wohnten, als­bald die Heimfahrt an, während die übrigen sich noch in die Stadt begaben, äleberall binter- ließ das disziplinierte Auftreten der Stahlhelm­mitglieder einen guten Eindruck bei der Bürger­schaft.

^Am^Ge l d m a r k t hat die Entspannung infolge der jüdischen Feiertage und des dazwischenliegenden Sonntags noch keine schnelleren Fortschritte machen können. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 v H., ver­einzelt 4,9 v. H., Monatsgeld blieb unverändert 5 bis ' lch noch am Privatdiskontmarkt

kleine Posten angeboten waren, so zeigte sich doch senk schon wieder Kaufneigung.

Berlin gefchästsloS und schwächer.

Berlin, 3. DEL (WTB. Funkspruch.) Wenn- gleich die Tendenz der Berliner Börse von denen der Auslandbörsen kaum irgendwie abhängig ist, so ist im Augenblick doch eine starke Gemeinsamkeit mit Neuyork festzustellen. An beiden Plötzen ist das Geschäft so gering, daß sich die vorliegenden Mo­mente nicht auswirken können. Zu Beginn der neuen Woche lagen nahezu ausschließlich gün­stige Nachrichten vor; aus der Wirtschaft wer- den Neueinstellungen von Arbeitern gemeldet, die Papierindustrie hat eine Absatzsteigerung zu ver- zeichnen am Schrottmarkt hielten die Preise an, Lahmey'er gab einen günstigen Abschluß bekannt, und Neuyork schloß am Samstag nut kleinen Kurs- besserungen. Auch war die Lage eher freundlicher; die Gerüchte über eine geplante Viermächtekonserenz in London, auf der England in der Frage der beut- schen Glei'chberechtigungsforderung den Vermittler spielen soll, wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Nichtsdestoweniger lagen die Eröffnungs­kurse durchweg schwacher, und erst diese Tat­sache drückte auf die bis dahin recht zuoersich iche Stimmung. Das Geschäft war außerordentlich klein, die Verluste betrugen bis zu 1 v. H., bei Spezial- werten bis zu 2,25 v. H Ganz vereinzelt und rem zufällig tarn es zu geringfügigen Besserungen

Im Verlaufe bröckelten die Kurse zunächst langsam ab. Später kam dann am Markt der Salzdetfurth- attien Material heraus, über dessen Herttlnft man sich nicht ganz im klaren war. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Baisseangrisf, der Kurs dieses Pa- piets gab um 3,5 v.H. nach. Jetzt wurde e s bei kleinsten Umsätzen an den Märkten allgemein etwas schwächer, und es ergaben sich Rii^ar^e von 1,5 v. H., teilweise etwas darüber. Der Reichsbank- ausweis war mit einer Anspannung von etwa 480 Millionen für einen Ouartalsultimo und nach einer Diskontsenkung durchaus nicht schlecht, die Gold- und Devisenbestände haben sogar ^genommen, unö Die Notendeckung betrug noch immer 24 7 v. S). -Deut|cge Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen gaben nach Auch festverzinsliche Papiere waren nicht em- heitlich, da die erwartete Anlage von Kupongeldern nicht erfolgte und die Schwache Der Aktienmark.e verstimmte. Ausländer geschäftslos und eher