Ausgabe 
3.10.1932 Erstes Blatt
 
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scheu Forstverrins vorgenommen, da der seitherige langjährige Vorsitzende, Oberforstmeister Heyer, eine Wiederwahl abgelehnt hatte. Als sein Nach­folger wurde Oberforstmeister Nicolaus (Gie­ßen) gewählt.

An die Mitgliederversammlung schloß sich abends ein einfaches Abendessen, an dem auch die Damen des Forstoereins teilnahmen, an. Am folgenden Tage fand eine Lehrwanderung durch die Stactts- waldungen des Forstomts ©bringen statt, unter Führung von Forstmeister Rausch in Ergänzung des von ihm tags zuvor gehaltenen Vortrags. Wäh­rend der Vorträge besichtigten die Damen unter fachkundiger Führung die Sehenswürdigkeiten der altehrwürdigen Stadt Alsfeld und am folgenden Tage das Jagdschloß Romrod. Als nächster Tagungs­ort wurde Bensheim a. d. B. bestimmt.

Aus aller Welt.

Mittelholzer fliegt in 1 Stunde 25 Minuten von Köln nach Berlin.

Der Direktor der Schweizerischen Lustoerkehrs- gesellschaft Swissair, der Flieger Walter Mittel- Holzer, ist am Samstag mit dem schnellsten zur Zeit im europäischen Verkehr eingesetzten Reiseflug­zeug in Berlin-Tempelhof eingetroffen. Mittelholzer startete um 10.10 Uhr in Köln und landete in Tem­pelhof um 11.35 Uhr.

Verkehrsunglück. Lin Toter, drei verletzte.

3n den letzten Tagen st i e ß ein Triebwagen der Strecke RastattWintersdorf am Wegüber-

gang RastattSandweier Lei nicht geschlossener Schranke mit einem Lastkraftwagen der Glas . Industrie - LG. in Karlsruhe zu sam- men. Ter Kraftwagenführer Wilhelm Ermel wurde getötet, der Beifahrer und zwer Fahr­gäste des Triebwagens erlitten Verletzungen.

Dreißig Todesopfer einet Wasserhose in Kalifornien.

In Bakerfield (Kalifornien) wurde eine furchtbare Katastrophe d-tch eine Wasserhose hervorge­rufen Nach einem furchtbaren Regenguß bildete sich eine Wassersäule von etwa 12 Meter Höhe, die von einer Ersenbahnbrücke bei Woodford einen Eisen­bahn zug, der aus einer Lokomotive und 7 Wagen bestand, in den Abgrund schleuderte. Die Zahl der Todesopfer, darunter der Lokomotio- sührer und zahlreiche unbekannte Reisende, wird auf 30 geschätzt. Auf ihrem weiteren Wege er­griff die Wasserhose eine Tankstelle, tötete den Besitzer, seine Frau und seine Kinder und riß meh­rere Pumpen der Tankstelle fort.

Grauenhafter Zustand

des griechischen Lrdbebengebieles.

Die bei verschiedenen Küstenorten der Halbinsel Chalkidike vor Anker liegenden Kriegsschiffe legten in den letzten Tagen viele der halbzerstörten Ge­bäude durch Geschützfeuer nieder, um die Ein­sturzgefahr zu beseitigen. Das verwüstete Gebiet sieht einem Schlachtfeld gleich. Die an den Rettungsarbeiten beteiligten englischen Matrosen tragen stellenweise Gasmasken, um sich vor den Ausdünstungen der umherliegenden Lei­

chen zu schützen. Die Gefahr des Ausbruches von Seuchen ist sehr groß, da viele Leichen wegen Mangels an Särgen noch nicht fortgeschafft werden konnten. Das Massengrab der bei der Zerstörung von Zerissos umgekommenen Menschen wurde nachts oonSchakalenheimgesuchtund vollständig verwüstet. Die Opfer mußten erneut begraben wer­den Die englischen Matrosen beliefern vielfach die heimgesuchte'Bevölkerung mit Trinkwasser von den Kriegsschiffen, da an manchen Orten die Was) e r- zufuhr vollkommenzerstort ist. Von allen Seiten treffen Geldspenden für die unglückliche Be­völkerung ein. Unter den letzten Gaben ist eine per­sönliche Geldsendung des italienischen Ministerpräsi­denten Mussolini von 15 000 Mark. In Athen werden vom Militär auf Lastwagen Hilfssammlun- gen in der ganzen Stadt veranstaltet. Saloniki wurde von insgesamt elf neuen E r d st ö ßen heimgesucht. Ein Erdstoß verursachte den Einsturz von vier .Häusern. Das Geschäftsleben m Saloniki ist vollkommen lahmgelegt. In Sparta und Pele- ponnes wurde gleichfalls ein leichtes Veden ver­spürt. Das Dorf Stageira, der Geburtsort von Aristoteles, istdemErdbodenvöllig gleich- gemacht worden. An einem gebirgigen Küsten­strich hat sich ein E r d r i ß von 25 Kilometer Länge und großer Tiefe gebildet. Die Bewohner sind geflüchtet, da sie einen Bergrutsch befürchten. Ausländische Geologen, die in Griechenland einge­troffen sind, halten es für möglich, daß bei weiteren Erdstößen die Halbinsel Chalkidike völlig vom Fe st land abgetrennt werden könnte.

Das Flugzeugunglück bei Darmstadt.

WER. Darmstadt. 1. OIL lieber das Flug­zeugunglück berichten Landleute, die das Flug­zeug beobachtet hatten, daß es in sehr geringer Höhe über den Wald geflogen sei. Der Morgen war sehr neblig und offenbar sind die Flieger durch den Rebel irritiert worden. Sie hätten in der Rähe eine gute Möglichkeit für eine Rvtlandung gehabt, glaubten jedoch offen­bar wieder höher steigen zu können. Dabei stie­ßen sie gegen den hohen Pappelbaum. Die Tragflächen rissen sofort ausein­ander. Die Ramen der Piloten konnten vor­erst nur aus dem Bordbuch festgestellt werden. Es handelt sich um den Flugzeugführer Hermann Hettinger, nicht L a ch n e r, wie am Sams­tag berichtet wurde, der sofort tot war, und fein nen Begleiter Lugust Haslocher, der unmit­telbar nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben ist.

Raubmord an einem Broikuischer.

Frankfurt a. M., l.Okt. (WSN.) Arn Sams­tag gegen 19.30 Uhr wurde auf der Mainuferstraße zwischen Offenbach und Frankfurt ein Kutscher einer Offenbacher Brotbäckerei von zwei unbekannten Tätern überfallen, durch drei Schüsse ge­tötet und seiner Barschaft von 200 bis 300 Mark beraubt. Die polizeilichen (Ermitt­lungen sind im Gange.

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Herrn Bürgermeisters Philipp Meyer

dem Herrn Dekan Gußmann für die trostreichen Worte am Grabe, dem Gesangverein für seinen erhebenden Gesang sowie dem Kreis­amt, dem Amtsgericht, dem Ortsvorstand, dem Kirchspiel Kirch­berg, dem Kreisverein der Bürgermeister lür die erwiesenen Ehrungen, der Ortskrankenschwester lür ihre aufopfernde Pflege, für die zahl­reichen Kranzspenden und Beileidskundgebungen und allen denen, die ihn zur letzten Ruhe begleiteten, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. jm Namen der trauernden Hinterbliebenen:

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Die amtsgerichlliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt.

Gießen, den 19. September 1932.

3. 21. des Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher.

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Beuern, den 3. Oktober 1932.

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