Ausgabe 
3.8.1932 Frühausgabe
 
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WilSums-Kommers des Gießener MngM

Ansprache, und Vater-

seinen Abschluß.

Aus der provinzialhaupisiadt

Architekt Prof. Biebricher t-

Buntes Allerlei

einer an*

13.30 des Weg

im Namen des Gesamtbundes die festgebende Ver- I ?

bindung. Mit einem geselligen Beisammensein fand 'n >eyr der überaus harmonisch verlaufene Festkommers

Gießen, den 3. August 1932.

Studenten im Arbeitslager.

v.

Oer Schatz des Defraudanten.

war auch nicht Übermäßig interessant, erweckte aber Freude in meinem Herzen, denn ich fand eine Kiste Zigarren und eine Flasche M a - deirawein reif Ken Alters. Sodann ein Notizbuch ohne Hamen, aber mit vielen unver­ständlichen Eintragungen, Wäschestücke eines sicherlich sehr verwöhnten Herrn aus Seide ... Unb das war alles.

Oer Inhalt des Koffers.

Der Koffer, den ich in dem Unterstand ge­funden hatte, war nicht verschlossen. Sein Inhalt

Robinson mit Vorortökarte Abenteuer in der Lüneburger Heide.

Don Karl Ey.

Weidebetriebes zu befürchten war. Damit dürste aber die Frage des Schutzes der Wisselsheimer Salzflora und .Fauna noch nicht endgültig gelost sein. Wir sehen in der ebenfalls erfolgten Anlage von Entwässerungsgräben eine noch größere we« fahr als in der Deweidung und bitten daher das Ministerium, durch baldige Erklärung des in Frage kommenden staatlichen Geländes zum JUa tut schutzgebiet den schädigenden Eingriffen Ein­halt zu gebieten? *

LU. Von der Pressestelle der Uni* versität (Sieben wird mitgeteilt: Zu außer* planmäbigen außerordentlichen Professoren an unserer Universität wurden ernannt, in der Theo­logischen Falultät: der Privaidozent für praktische Theologie Dr. Adolf Allwohn: in der Philo­sophischen Fakultät, II. Abteilung, die Privat- I Dozenten: Professor Dr. Louis Dede (anotga- . nische Chemie), Dr. Otto Dehaghel (Chemie). |

Arbeitslager der Gießener Stu­dentenschaft. (Sprechstunden: Werktags von bis 14.30 Uhr im Schreibmaschinenzimmer Studentenheims Gießen, Leihgestemer 16.)

Deutschösterreich.

Dem Kulturbolschewismus, der Gottlosenbewe- $ung, gelte weiter der Kampf. In der Gegenwart ei der Wingolf nötiger denn je. Bestände er nicht, er müßte gegründet werden! Für christlich-eoange- lische Kultur, für den zukünftigen Bestand von Bold und Reich, für die Wiederherstellung Der Wehrmacht, um Raum und Arbeit für das tüchtigste Volk der Erde trete man in die Schanzen. Zucht

Die Kunst des Schönschreibens ist in China stets sehr hoch geachtet worden. Wurden doch dort die Buchstaben bis in unsere Tage hinein mueipiui ut- mit dem Pinsel gemalt, und das erfordert eine

des neuen hessischen besondere Hebung und Geschicklichkeit. Schon in

Dennoch kam ich mir bei dieser Inspektion mehr als ein Aobinson vor als In all den ein­samen Tagen in der Heide. Waren hier nicht die Gegenstücke der Wrackteile, welche die See immer im rechten Moment an Den Strand der Südseeinsel zu spülen pslegt, war hier nicht das Geheimnis, welches dem Leben und Denken des Eremiten neuen Inhalt -und neue Anregung gibt?

Allerdings fehlte noch die Tonne mit Schiffs- »wieback, die Eisenkisten mit Munition, die Säcke mit unverwüstlichem Salzfleisch, aber das Aben­teuer hatte seinen Glanz über mein Unternehmen geworfen, obwohl mir, während ich meine gc- kochte Hasenkeule und sie mit dem herrlichen Madeira hinunterspülte. Die ganze Entdeckung wieder höchst prosaisch erschien, wie sie es ja auch in Wirklichkeit war.

Wiev'.ele Wanderer haben wohl schon aus ihren Streiszügen in den Gebirgen und in der Heide, in den Wäldern Thüringens und des Schwarz* waldeS primitive Unterstände entdeckt, Die alle Merkmale dafür trugen, Daß sich hier Menschen ausgehalten hatten. Freilich der Koffer warum blieb Der zurück, warum Der Hasiersplegel, der Kamm unD Das Seifenetui? Und warum war kein einziges Werkzeug zu flnDen, obwohl Der ruhe Tisch und Die Türverstärkung Doch sicher­lich nicht mit Dem Taschenmesser errichtet worden waren?

Schließlich entschied ich mich Dafür, Daß hier ein leicht angebohrter Sonderling gehaust hatte, Der sich Den Unterstand wahr* schewlich Durch einen Schäfer errichten ließ. Und Dieser Schäfer wirD ihm wohl auch Die Lebens­mittel gebracht haben, Die er benötigte. Später mag er mit seiner HeiDschnuclenherDe anDcre Weideflächen gesucht und Den Sonderling Der* gelfcn haben. Und als dieser seinen Bersorger nicht mehr auftauchen sah, da wird er wohl gerne auf seinen Koffer verzichtet haben, um sich auf seinen Weg nach Dem nächsten Heidehof nicht zu sehr zu belasten.

Und wenn das Datum DerWeser*Zeitung" irgend etwas zu bedeuten hatte, so lag das alles schon nahezu 30 Iahre zurück. Vergessen, ber* jährt...

(Schluß folgt.)

anftaltete. Hach dem Essen setzten sich Die Gäste nieder, um zwei Gedichte aufzuschreiben, und zwar sollte diese Aufgabe gelöst werden in einer Zeit, Die verstrich, bis einige Weinbecher, die auf Brettern in Den Fluß gesetzt worden waren, von Der Strömung an Das User getrieben sein würden, an Dem Die Schreibenden faßen. Cs wird berichtet, Daß elf Der Teilnehmer beide Gedichte in dieser Zeitspanne niederschrieben, fünfzehn ein Gedicht. Die übrigen, Die nicht einmal Diese Leistung vollbracht hatten, würben verurteilt, zur Strafe jeDer Drei Weinbecher auszutrinken.

Oie (Simpelschule.

In einer mit Den schönsten farbigen Abbildun­gen geschmückten Plauderei über Prachtfinken sie schmückt das Augustheft von Bel ha gen & KlasingS Monatsheften schildert Der berühmte Vogelkenner Friedrich v. L u c a - nus Die Art, wie Der Gimpel in Die Schule ge­nommen wird. Die Abrichtung erfolgt in Der Weise, baß Die jungen Bügel aus Dem Hest ge­nommen und aufgepäppelt werden. Sobald die Högel selbständig sind, beginnt Der Unterricht. Täglich muß Den kleinen gefieberten Schülern das zu erlernende Lied möglichst oft vorgepslfsen wer­den. Es währt bis in Den Winter hinein, Daß Die Bügel Die Melodie erfaßt haben und fehler­frei vortragen. Gar herrlich erklingt Das Lied aus» Der Kehle des kleinen Sängers, Denn mit reiner, sehr klarer zarter und weicher Stimme flötet er Die Melodie, so Daß man sich Immer wieder Daran! erfreut und geradezu mit Andacht Dem gefühlt vollen Bortrag des kleinen Künstlers lauscht. Seinem Pfleger schließt sich der ausgepappelts Dompfaff innig an und läßt sich leicht dazu ab­richten, sein Lied auf Verlangen hören zu lassen. .Ich besitze," so schließt Lucanus, ,augenblicklich einen Dompfaff, Der zwei Lieder,Goldene Abend­sonne" undEin Iäger aus Kurpfalz" flötet. Ich brauche nur an seinen Käfig heranzutreten und ihm durch leises Kopfwiegen zu schmeicheln, so bläht dec kleine Kerl sogleich freudig erregt fein Gefieder auf, wippt mit Dem Schwänzchen hin und her und trägt seine beiden Lieder vor. Ein so inni­ges Verstehn zwischen Maisch und Tier ist eine Quelle reinster Freude und ein unvergleichlicher Gruß."

Wiederum Schlägerei imSelters» weg. Wie der Polizeibericht mittcilt, tarn cS im Lause des gestrigen Abends gegen Mitter­nacht im Seltersweg wieder zu Auseinander* sehungen zwischen Hationalsozialisten und Kom­munisten. die schließlich in Tätlichkeiten ausarteien. Bei Der sich enttoidelnDcn Schlägerei erlitt Der Fuhrmann Gath aus Der HeustaDt verschiebens Verletzungen im Gesicht, von denen allerdings noch nicht seststcht. ob es sich um Hieb* oder Stichverletzungen handelt. Wie wir von der SanitätSkolonne weiter erfahren, sand sich gestern abend im Depot der Sanitätskolonne ein Mann ein der wie er angab auf dem Heimwege vom Bahnhof als Unbeteiligter mit In Die Schlä­gerei gezogen wurde und Dabei ebenfalls ver­schiedene Verletzungen erlitt, die er sich in erster Hilfe von den Sanitätern behandeln ließ.

Dr. König, er hieß ferner Den Vertreter deS Offizierkorps, Oberleutnant Wagner vom hie­sigen Bataillon willkommen, wies auf Die guten Beziehungen hin die zwischen Militär und der SiuDentenschaft bestehen, er begrüßte Die Ver­treter DerStarkenburgia" unD Des Allgemeinen Deutschen Studentenbundes. Er gab seiner beson­deren Freude Ausdruck Darüber, Daß trotz aller Hüte Der Gegenwart sich so viele Verbindungs* brübet eingesunden haben, um Das 80. Stiftungs* sest des (Siebener Wingolfs festlich zu begehen.

Hachdem Pfarrer K a l b h e n n mit seinen Söhnen zwei Lieder zur Posaune zum Vortrag gebracht hatte und Dafür lebhaften Beifall ern­tete, hielt Generaldirektor Schlosser - Linz (Donau) die Festansprache. Er grüßte Den (Sie­bener Wingolf und insbesondere Die aktive Ver» iünbung. Die Aeltesten des Bundes, jene, Die Im besten ManneSalter stehen, Die Jungen, sie alle hätten sich eingesunden, um sich begeisterten Auges, sarbengeschmückt, stolz, zum Bunde be* kennen zu können. Mit besonderer Verehrung ge­denke man Der Stifter, die vor nunmehr achtzig Iahren das Banner des Wingolf aufrichteten. Nicht brauche man sich heute Der Antwort zu schä­men. wenn gefragt werde:Was ist aus Dem Winaols geworden?", Denn Die nachfolgenden Ge­schlechter wirkten im Geiste Der Gründer. Nie sei ernsthaft Der Versuch gemacht worden, die reli­giös-sittlichen Grundsätze des Winaols aufzuge­ben. Nie sei Die schwarz-weiß-goldene Fahne eingezogen worden. Der Wingolf habe an sei­nem Erbe unverrückbar festgehalten. Im Sturm Der Glaubenslosigkelt sei Der Wingolf gegründet worden. Die Gründer mußten Tapferkeit bewei­sen, Denn es habe eine Zeit gegeben, in Der es Mut crforDertc, sich zum Glauben und zur Kirche zu bekennen und eine christliche Verbindung zu gründen. Inzwischen aber habe der Bund in Den acht Iahrzehnten seines Bestehens dem Staate und Der Kirche viele tüchtige Männer gegeben. Der Wingolf sei es von Anfang an gewesen und werde es immer sein: eine nationale Verbindung.

Mit unsagbarer Begeisterung seien 1870/71 die Wingolflden In den Kampf gegen Frankreich ge­logen, sie jubelten dem neuen Kaiserreich zu, sie feien Stützen des Reiches gewesen. Die Achtung und Verehrung weiter Kreise sei dem Bund nicht Der-

faßt geblieben und er werde sie behalten, wenn er Den Grundzügen feiner Wesens treu bleibe. Dieses aber bestünde mehr Denn je in Dem Festhalten am christlichen Glauben und seinen Heilswahrheiten Nicht als äußerer Form jedoch nur, sondern als Richtungszeiger für den Einzelnen, für Familie, Bolk unD Staat, Berufs- unD Gesinnungsgemein­schaft. Der Wingolf habe während des Weltkriegs Die größten Opfer gebracht; er lasse sich von niemanD in Der Liebe zum Vaterland übertreffen. Bewußt stehe man zu der Baier Glauben, bereit, Gut unD Blut zu geben für Die Zukunft des Vaterlandes. Der Wingolf fei Weltanschauungs-DerbinDung. Er habe sich keiner Partei verschrieben. Was er bar- teile, fei er aus eigener Kraft geworden. Trotz aller inneren Bescheidenheit könne man aufrechten Haup­tes einhergehen. Der Wingolf teile Die Sdyniudyt des Volkes nach einem Führer, man werbe sich aber bestimmen lassen in allem handeln vom Führer-Erlöser im Sinne des Wahls pruchsDurch Einen (Christus) HilesI" Mit diesem Wahls pruch umfasse man alle deutschen Brüder, kämpfe für Memel und Danzig, für bas Saarland und für

UnD Ordnung, Fähigkeit zur Ein- und Unterorh- nung, Selbstzucht, Stählung Des Körpers, Wchr- hafterhaltung usw. erachte man als Die Grundpsei- ler Der Erziehung im Sinne Der Arbeit für bas Volksganze. Dabei wolle man nie vergessen, baß man Hesse sei. Die sprichwörtliche Treue Des Hes­sen sei die festeste GrunDlage für bie Zukunft. Mit optimistischen Worten für Fortbestand und Wieber- Aufwärtsentwicklung in unserem Baterlande, mit besten Wünschen für Das weitere Bestehen Des Wingolf beschloß Der Redner seine begeistert auf­genommene Ansprache.

Rach weiteren gemeinsam gesungenen Liebern, übermittelte Geheimrat Pros. Dr. König als Ver­treter Seiner Magnifizenz Des Rektors Der Univer­sität Pros. Dr. Vanselow, Der (ciDer nicht Der Feier beiwohnen konnte, Die Glückwünsche Der Universität. Er sprach in sinnigen Worten über Die immer­währende Fugend des nun 80jährigen Wingolfs, er rief Erinnerungen art einen Der Gründer wach unD würdigte zum' S )Iuß Das glückliche Verhältnis zwischen Universit . und Dem Wingolf. Oberleutnant Wagner, als Vertreter Des hiesigen Offiziers­korps übermittelte ebenfalls Glückwünsche zum Jubiläum unD wies auf die Verpflichtung Der ötuDenten hin, an Der Wehrhastmachung Der Nation mitzuhelfen. Seinen Ausführungen wurde lebhaftes Interesse und viel Zustimmung ent« gegengebracht. Ein Vertreter Des KorpsStar­kenburgia" übermittelte ebenfalls Glückwünsche und Pfarrer Kalb Henn (Lollar-Kirchberg) sprach ne­ben seinen Wünschen für Den Wingolf die ernste Bitte aus, mitzuhelfen, das Band zum deutschen Osten fester knüpfen zu helfen. Zum Schluß beglück-

alter Zeit waren Wettkämpfe beliebt, bei Denen die Schnelligkeit des Schreibens erprobt wurde. Ein solcher Wettbewerb, der im Iahre 253 n. Ehr. stattfand wird in einem Schriftstück geschildert, das in der neuesten Veröffentlichung des Britt* fchen Museums wiedergegeben ist. Das große Ereignis vollzog sich bei einer GAttschast, die der berühmte Schönschreiber Wang Hst-Ehih bet*

lieb gesungen. Hach weiteren Liedern begrüßte der Grstchargierte stuck, med. Kalbiher die zahlreichen Verbindungsbrüber, bie aus Hostock und Danzig, aus Darmstadt und Marburg, aus Göttingen unb Frankfurt gekommen finb; er be­grüßte besonders ben Vertreter des verhinderten Hektors der Uniberfltät, Herrn Geheimrat Prof.

Die Gießener Studentenschaft beab­sichtigt, in Den kommenden Ferien ein Arbeits­lager zu veranstalten, das Studenten, Jungaka- mikern und Abiturienten durch Gewährung eines Forderungs-fatzes aus öffentlichen Mitteln Gelegen­heit gibt, sich zu beteiligen, Da solche Arbeitslager z. 3t. von allen örtlichen Studentenschaften in Aus- , sicht genommen sind, erläßt die Deutsche Stu- dentenfchaft nachfolgende Mitteilung:

Die Verordnung der Reichsregierung vom 16. Juli 1932 über den freiwilligen Arbeitsdienst hat die Förderungsberechtigung und damit bie Möglichkeit der Teilnahme an Arbeitslagern auf alle Zungen Deutschen unter 25 Jahren ausgedehnt. Die Beteiligung Der Studentenschaft an den Ar­beitslagern der kommenden Monate ist damit sicher- gestellt Der neubestellte Reichskommisfar für den freiwilligen Arbeitsdienst hat mit Rücksicht auf den kurz bevorstehenden Vorlesungsschluß der Hoch' schulen für Die Teilnahme von Abiturienten, Stu­denten und Jungakademikern angeordnet, Daß Die Prüfung und Zuerkennung Der Förderungsberech- tiquna für Diesen Personenkreis Dem Deuts ch e n Studentenwerk und den örtlichen St u- dentenwerken übertragen wird. Dadurch ist die Studentensck>aft in die Lage versetzt, dem aus allen Kreisen der akademischen SugenD geäußerten Wunsch zu entsprechen und etw>a 3000 Studen- Den in Den Arbeitslagern des Sommers einzuhtzen.

Die Aktion der Bewältigung Der umfangreichen organisatorischen Vorarbeiten hat in den letzten Tagen an allen Hochschulen eingesetzt, Anmel bungen können an Die Studentenschaften wie an die örtlichen Studentenwerke der einzelnen Hoch­schulen gerichtet werden. Die Anträge auf Zu- erkennung der Fördcrungsberechtigung müssen ge- sondert gestellt werden und werben von einem Prüfungsausschuß deS örtlichen Studentenwttks in bem die Dozentenschaft und die Studentenschaft vertreten ist, entschieden. Die Abzweigung eines Taschengeldes von dem für Arbeitsbienstwillige üblichen Förderungssah kommt nur für besondere bedürftige Studenten in Frage. Solche Studenten, deren wirtschaftliche Lage es zuläßt, erhalten mit Hücksicht auf die soziale Bedeutung des Ar* beitsdienstes und die möglichste Auswertung der zur Verfügung gestellten Summe einen gekürz­ten oder keinen Förderungsbeitrag. Iung-Akade- miker mit abgeschlossenem Studium können sich zu diesem Zweck auch an bie Organisationen Der Akademischen Selbsthilfen oder des Ingenieur* Dienstes wenden, die ihrerseits mit ben örtlichen Stubentenwerken die Verbindung ausgenommen haben. Die Deutsche Studentenschaft hat sich aus ihrem Studententag in Königsberg für d en A r b e i t s d i e n st g e d a n k e n a u s d r u ck l i ch ausgesprochen. Sie hat daher ihre Mit­arbeit für die Arbeitslager im Sommer zuge-

Weitere Auskunft erteilt der Referent für

nachdem gestern vormittag auf Der Burg Gleiberg, dem Orte bet Gründung des Bundes, eine ernste Feier stattgefunden hatte, vereinigte am Abend der Festkommers in ben Bäumen des Gesellschaftsvereins die Alten Herren, die Ak- tivitas, die DerbindungSbrÜber aus den verschie­densten Teilen Deutschlands, viele Gast« und Ver­treter anderer Korporationen in festlicher Ge­meinsamkeit. Hach dem Einmarsch der Chargier­ten hielt stuck, jur. Heymann eine Ansprache, in der er die Geschichte unseres Volkes und Vater­landes in großen Umrißen zeichnete, von Aus­stieg und Hiedergang Deutschlands sprach, von dessen Kräften in der Einigkeit und dem Willen und Wunsch zur Freiheit, der in diesen Tagen lebendiger sei denn je zuvor. Mit hoffnungsvoll in die Zukunft weisenden Worten schloß her Heb- ner. Gemeinsam würbe Johann bas Deutschlanb-

AIS ich wieder aufwachte, war meine Unruhe verschwunden. Was mir gestern abend noch als gespenstisch erschienen war, lockte heute als ein abwechslungsvolles Abenteuer. Hachdem ich mich mit einem Blick vergewissert hatte, daß mein Hase noch an seinem Aste hing, eilte ich durch Den niedrigen Eingang der Höhle unb mb nun in dem milden Licht, daß hier e In M e ns ch gehaust haben mußte, der sicherlich kein gelernter Hobinson war, denn ein Dertoitterter Hasierspiegel, ein Kamm, Bürste und Selse be* wiesen, baß er sehr wohl die Feinheiten des Lebens zu schätzen wußte. In der einen Ecke stand ein Handkoffer aus gutem Leder, in der anderen ein kleiner Berg von leeren Kon­servendosen. Als Unterlage für einen groben Tisch biente eine Zeitung, bie mich zuerst inter­essierte. Es war bieWeser * Zeitung aus Bremen, unb bas Datum lautete 2 3. 3 uni 1 9 0 3. Schlagzeilen kannte man damals noch nicht. Aber wen es interessiert, bem sei verraten, baß unter Der HubrikVom Hofe" ein Leit- artitel mit bet Ueberschrift stand: ..Die Militär- Vorlage in der französischen Kammer".

Che ich mich an die Oef f nung des Kos* fers machte, untersuchte ich bie Konservendosen, natürlich nur um ihre Inhaltlosigkeit zu kon­statieren denn schlimmer als die Heugier plagte mich Der Hunger. Daß ich jetzt bas richtige Lager gesunden hatte, war mir klar, denn der Mann, der den Unterstand baute wahrscheinlich nicht einmal alleine, wenn auch sonst alles darauf hin­wies, baß nur ein einzelner Mensch hier gehaust hatte hätte sich hier bestimmt nicht angeßebelt, wenn kein Wasser in der Hähe gewesen wäre.

Wirklich sand ich auch nach kurzem Suchen wünschte'" noch "'der Vertreter des'Frankfurter ^^^wur^e' un" kühles unb^erbänniämäßig Wingolfs, als Derzeitiger Vororts Des Wingo^unD^s | 9^9 Nasser enthielt. Während ich bem Hasen in sehr Dilettantischer Weise eine Keule vom Körper löste, ließ ich bas Wasser sieben, um mir vorher erst aus dem braunen Mus einen Kaffee zu kochen, bet trotz bet Durchweichung infolge des Hegens noch ganz ordentlich schmeckte. Ich trank das heiß« Haß in gierigen Zügen und mußte daran denken, daß jetzt wahrscheinlich irt Hamburg bie ersten frischen Brötchen ausgetraaen würben. Ich hätte bie 30 Mk- in meiner Tasche für ein Dutzend des knusprigen Gebäcks freuöu hingegeben, aber ich freute mich auch schon au die gekochte Hasenkeule, Die jetzt ihren Platz in Der Matmeladekanne finden sollte.

Plötzlich, unerwartet, verstarb in diesen Tagen im Sliter von 54 Jahren der auch in Gi.ßen nicht un­bekannte Architekt Pros. B i e b r I ch e r (Kreseld) m Krefeld. Prof. Biebricher wurde in Bleialf (Eifel) geboren, er verbrachte seine Jugendjahre in unserer Stadt und besuchte hier auch die Gewerbe- und, , . - -x.

Maschinenbauschule. Zu seiner weiteren Ausbildung Zu WöMg Schäfer M Frankreich, im Baufach praktizierte er bann nahezu fünf Jahre $er Stand des Schäfers, Der seit Den Tagen, da lang bei Baurat Mener ben er als seinen Lehr- Paris seine Herden am Ida weidete, von Herrn und Meister in den spateren Jahren als dank- f romantischen Schimmer verklärt ist unb in barer Schuler noch des öfteren In ®kßen aussuchte, ^ner ganzen großen Gattung bet Weltliteratur Don hier aus kam er oann zur Firma Architekt Der^er[i(^t wurde, hat heute viel von seinem Hoffmann (Herborn) unb arbeitete in Deren na«nt1. p;nnpßitfif- Hur feiten noäb beaeanet man Sluftrag am Umbau bcs Alten Schlosses mit Seine und^dem Großstädter fft diele? Anblick

beruflichen Kenntnisse erweiterte er dann bei ver- « ftem£) marifer Blättern wird es sehr

chiedenen maßgebenden deutschen Architekten er Geklagt baß die Zahl dieser Vertreter einer an* machte weiter Das sog. ''Kunstler-Emiahrige ge muti®en Idyllik immer kleiner wird. Der Schäfer, raume Zeit wirkte er dan als Assistent an Der Kunst- & ; übt augenscheinlich auf den modernen Men- gewerbeschule in Düffeldors und ^m spater (1905) Anziehungskraft mehr aus. Um die°

als Leiter der Raumkunst- und Daufach-Abtellung g Anwärter für diese Tätigkeit zu gewinnen, Der KrefclDer Kunstgewerbeschule nach KreselD. Die- ^at man 0[[e möglichen Erleichterungen geschaf­ft A>nt bekleiDete er bis zu se'nem ToDe. In An- 3n Rambouillet gibt es eineSchäferei­betracht feiner Derhienstc um die Schule wurde ihm Hochschule", in Der Lehrlinge der Schäferei bei

Der Titel eines Professors zuteil, t-une Reihe ein- I -^iem Unterricht, freier Verpflegung und einem Drucksvoller Bauwerke In KrefelD unD in Der wei- Taschengeld von 100 Franks im Monat für einige

teren Umgebung Dieser Stadt, legen Zeugnis ab von Monate ausgenommen werden, um ihre Ausbil-

feinem hochbedeutsamen Schaffen. -Deine Baut n erhalten. Doch es sind immer Stellen frei,

trugen nicht zuletzt wesentlich Dazu bei, dem Stadt- un?) man nur schwer Hachsolger für die bild von Krefeld jene wertvolle und bedächtige Lime Abgehenden, die ihr Examen gemacht haben. Trotz» zu geben, Die Der Formenfprache des verstorbenen Verband der französischen Schaf-

Architekten zu eigen war. Pros Biebricher war als . . mit ber Absicht, noch weitere Schulen zu Mensch Durch feinen lauteren Charakter, Durch seine cröffnen, und betreibt eine eifrige Propaganda, fröhliche unD temperamentvolle Art in weiten Krei- um friedlichen Stand der Hirten nicht aus­sen auch in Gießen bekannt und allgemein sterben zu lassen. Die Pariser schenken diesen De-

geschätzt. ftrebungen ihre volle Sympathie, Denn sie sind Der

Meinung, daß zu einerpoetischen" Landschaft

Schutz vCr ove» yesslfu/e» | auc^ cin Schäfer gehört. Man will sich doch Nicht

ein einer Entschließung Der Fachschaft Der nur an den Hirtengedichten von Theokrit bis Ste- Rioloaen an Der hessischen ßanbesunioerfität fan George erfreuen; man mochte die Lektüre an bas in Naturschutzfragen zuständige hessische durch Die Anschauung ergänzen.

Finanzministerium heißt u. a.:Im Gebiet der Altchinesischer Schreib-WettküMpf. Wetterau befinden sich noch einige wenige Salz- I stellen die durch eine bemerkenswerte ck au na und ftlora wie sie sonst nur Den Küsten unserer Mnwe eiacn ist das besondere Interesse Der Biologen fin­den Die Biologenschast der Universität Gießen be- I grüßt lebhaft die Schaffung D? .....

Naturschutzgesetzes und spricht Die Erwartung aus, haß auf Grund dieses Gesetzes vor allem die «alz- ftellen bei Wisselsheim und M u nze nber g durch entsprechende Maßnahmen geschützt und vor einem brohenben Untergang gerettet werden. Wir bearüßen es, daß Teile des Wilfelsheimer «alz- geianDes neuerdings durch eine Einfriedigung vor Schaden bewahrt bleiben, wie er infolge dauernden 1