Mittwoch, 5. August 1932
182. Jahrgang
Ar. 180 Srtthausgabe
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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beauftragt worden ist, gegen die Verletzung der Exterritorialität Rechtsverwahrung einzulegen. Der polnische Gesandte suchte denReichs- ministcr des Auswärtigen auf, um unter ilcber» gäbe einer Sachdarstellung über den Flaggen- Zwischenfall wegen des Verhaltens des deutschen Geschäftsträgers in Warschau Vorstellungen zu erheben. Der Reichsminister des Auswärtigen hat dem Gesandten erklärt, daß er eine Veschwerde über das Verhalten des Geschäftsträgers zurückweisen müsse; die Angelegenheit sei auf Grund der Meldungen des Ge-
Wien, 2. Aug. (WTB.) In der abschließenden Debatte über den Anleiheoertrag führte der groß- deutsche Abgeordnete Zarboch in einer Polemik gegen den Abgeordneten Kunschak aus, der Wortlaut der Rede ftunfdjats stelle eine Beleidigung ber deutschen Reichsregierung dar. Er erklärte weiter, daß der überwiegende Teil der österreichischen Bevölkerung von der Ueberzeu- gung durchdrungen sei, daß als einzige Möglichkeit, aus dieser Not herauszukommen, der Zusam- menschlußalls ^Deutschen in Mitteleuropa betrachtet werden müsse.
Der christlich-soziale Abgeordnete R e u st ä d t e r . Stürmer führte gegenüber seinen sozialdemokratischen und großdeutschen Vorrednern an, daß der Anschluß durch die Friedensverträge verboten
lehne. Der Auswärtige Ausschuß des alten Reichstages besteht ebenso wie der Heber- wachungsausschuß bis zum Zusammentritt des neuen Reichstages weiter und kann also auch nach der Reichstagsneuwahl noch Sitzungen abhalten. Tie Kommunisten wollen sich deshalb mit der Entscheidung des Vorsitzenden nicht zufrieden geben und versuchen, trotzdem die Einberufung des Ausschusses noch durchzusetzen.
In dem Augenblick, wo die Wahlen zum Deut- schen Reichstag zu Ende sind, beginnt der amerikanische Wahlkampf um die R ach - folge Hoovers erst einzusehen. Er verspricht, sehr erbittert zu werden, weil auch in den Vereinigten Staaten die Politik stark mit wirtschast- lichen Erwägungen durchsetzt ist. Die Arbeitslosigkeit ist das eigentliche Problem, und die peinlichen Zwischenfälle, die es mit den Veteranen in der Vundeshauptstadt gegeben hat, zeigen deutlich, wie stark die Erbitterung in den besitz- und arbeitslosen Kreisen gestiegen ist: wenn auch die amerikanische Psyche, die mit mitleidloser Bru- talität im Kampf ums Dasein das Recht des Stärkeren betont und sozialen Erwägungen abhold ist über solche Dinge sehr viel rascher hinweg kommt als die europäische.
Die Republikaner haben Hoover wieder ausgestellt. Das ist für sic keine sehr glückliche Wahl. Er war der Mann, der die „prospe- ritv“ versprochen hat, dem aber die Koniunktur trotz aller verzweifelten Versuche unter den Händen wegglitt. Ein Personenwechsel wäre also für den Wahlkampf immerhin eine Entlastung gewesen eben weil Hoover an Erfolgen so gut wie nichts aufzuweisen hat. Aber auch die Vereinigten Staaten leiden stark an Personlichkeit«' mangel. Ein besserer Kandidat stand tatsächlich kaum zur Verfügung. Zudem wollte Hoover wieder kandidieren, weil er mit einer so schwerem Riederlage von der politischen Vühne nicht abtreten will. Die Partei war also gezwungen, ihn zu nominieren und hat sich diesem Zwang nicht einmal so ungern gefügt.
Vei den Demokraten ist es wesentlich lebhafter zugegangen. Sie haben sich schließlich gegen Al Smith, den Durchfallskandidaten der letzten Wahl, für Roosevelt entschieden.
Oie Debatte über den Anleihevertrag.
GroßdeulscherBißttauensanttag gegen das oesierreichische Kabinett im Rational rat mit Stimmengleichheit abgelehnt. Lahme Entschuldigung des Bundeskanzlers Oollfuh für die Beleidigungen des Christlich-sozialen Kunschak.
Deutscher Protest gegen die Flaggenprovokation in Warschau
Polen sucht den Lpieß umzudrehcn.
Berlin, 2. Aug. (ERB.) Der diplomatische Zwischenfall in Warschau, bei dem durch die Hissung einer polnischen Fahne in dem Garten der Wohnung des deutschen Geschäftsträgers eine Verletzung der Exterritorialität erfolgt ist, wird von der polnischen Presse und der polnischen Telegraphenagentur weiter in völlig entstellender Weise erörtert. Es wird dann auch von einem Protest Polens in Berlin gesprochen.
Demgegenüber wird von zuständiger deutscher Stelle erklärt, daß der deutsche Geschäftsträger
Zum Tode Dr. Seipels.
Beiteid des Rcichspräudenten und der Rcichsregierung.
Wien, 2. Aug. (ERB.) Der heute verstorbene frühere Bundeskanzler Dr. Seipel litt feit langem an einer schweren Zuckerkrankheit, zu der vor etwa \'A Jahren nach einer Grippe ein Lungenspitzenkatarrh trat, der sich immer mehr
wird auch die übliche Parade der Ehrenkompanie stattfinden.
Das Kabinett Adelung und die Kommunisten.
Das „Frankfurter Bolksblati" nimmt seine Anschuldigungen zurück.
WSR. Frankfurt a. M., 2. Aug. Das na- tionalsozialistische .Frankfurter Volks- blatt" das wegen schwerer Verleumdung der hessischen Regierung vom Oberpräsidenten für die Provinz Hessen-Rassau auf eine Woche verboten worden war, bringt heute auf ihrer ersten Seite folgende
Wer wird Alterspräsident?
Klara Detkin das älteste Mitglied des neuen Reichstags.
D e r l i n, 2. Aug. (DDZ.) Die ersten Sitzungen eines neugcwählten Reichstages werden bis zur Bestellung eines Präsidenten von dem Alterspräsidenten, also dem ältesten Mitglied des Reichstages, geleitet. Soweit sich bis- her Feststellungen treffen lassen, scheint das älteste Mitglied des neuen Reichstages d i e kommunistische Abgeordnete grau Klara Zetkin zu sein, die am 5. Iuli 1857 geboren und somit 7 5 Iahre alt ist. Es ist allerdings zweifelhaft, ob Frau Zetkin das Amt des Alterspräsidenten, der diesmal zum ersten Male in der deutschen Parlamentsgeschichte eine Frau wäre, tatsächlich einnehmen wird, da sie krank ist und voraussichtlich an der Reichstagseröfsnung nicht teil nehmen kann. Der Posten des Alterspräsidenten wurde m diesem Falle dem z w e i t ä l t e st e n Mitglied des Reichstages zufallen und das Ware der Zentrumsabgeordnete Blum Krefeld, der am Rovember 1857 geboren und also nur wenige Monate jünger ist als Frau Zetkin.
Oie übliche Derfassungsseier am 11. August.
Landnöten.
So volkstümlich der Sport auch in den Rachkriegsjahren hierzulande geworden ist. so groß seine Anhängerschaft wurde, so bedeutend die Siege deutscher Meister, deutscher Mannschaften waren — über eine gewisse Grenze der Popularität kam die Freude an einer sporl- gestählten Jugend nicht hinaus. Es gab bei alter Anteilnahme doch eine gewisse nicht einflußlose Gruppe von überzüchteten Aestheten, von dekadenten Bicepsfeinden, die im Sport eine zwar natürliche und nicht gerade völlig bedeutungslose Leibesübung, aber doch verhältnismäßig geistlose körperliche Betätigung sahen, die vielleicht die eigenen Anhänger begeistern konnte, im vaterländischen Sinne jedoch ohne Belang war. And als gar die Frage der deutschen Beteiligung an den Olympischen Spielen in Los Angeles erörtert wurde, die nun ihren Anfang nehmen, da wurde sogar von dieser wie gesagt nicht einflußlosen Gruppe eindeutig Stellung gegen die Gewährung von staatlichen Zuschüssen zur Durch- führung dieser Absicht genommen. Immerhin: die bessere Einsicht siegte. Dank einer eifrigen • privaten Sammlertätigkeil war es möglich, den staatlichen Zuschuß angesichts der anderweitigen großen deutschen Sorgen so gering wie möglich zu halten, und Deutschland ist nunmehr würdig auf das Beste durch eine Mannschaft in Los Angeles vertreten, die es wohl wagen darf, um den Kranz der Olympischen Spiele 1932 zu kämpfen.
Es ist hier nicht unsere Aufgabe, die Erfolgs- aussichten unserer Sportsleute — Männer und Frauen — zu prüfen und die möliche Zahl der Siege zu errechnen, darüber weiß jeder, der dem Sport aus Aeberzeugung und mit Lust und Liebe nahesteht, aus eigenem Wissen Bescheid. Wohl aber darf jener Gruppe der Bicepsfeinde einmal unter die Rase gerieben werden, von wie großerBedeutung ein olympischer Sieg für Deutschland ist. Beispiele dafür hat es ja schon genug in der jüngsten Vergangenheit gegeben, ein Sieg des deutschen Boxmeisters Max S ch m e- ling oder der auch sportlich zu wertende kühne Flug des Hauptmanns Köhl über den Atlantischen Ozean in Ost-West-Richtung wirkten m der ganzen Welt wohl für Deutschland stärker werbend, als eine sicher sehr tiefschürfende und geistvolle Rede eines großen Mannes, dem bet allem Wissen doch die Gabe versagt geblieben ist, durch die Macht des Wortes suggestiv auf die Massen zu wirken. In einer weiten Verbreitung liegt die eigentliche Stärke des Sports: seine Anhänger kommen aus allen Lagern, aus allen Schichten des Volkes, und jedes andere Volk hat deswegen weit engere Beziehungen zu dieser Form kraftvoller, also natürlichster Betätigung als zu den Künsten etwa, die immer erst durch ein gewisses Maß an Lerneifer dem Menschen nahebracht werden müssen. Das Deutschland der Rachkriegszeit hat gewiß viel in der Welt von sich reden gemacht, weil sein unendlich schwerer Kampf um die Wiedererlangung seiner Freiheit von den Völkern dieses Erdballs selbstverständlich nicht einfach übersehen werden konnte. Ein einziger olympischer Sieg aber vermag weitere Wellen der Sympathie zu schlagen als die geschickteste Propagandafahrt einer Behörde, eines Amtes: denn Wettspiele sprechen eine allgemein menschliche und daher überall verständliche Sprache. Wenn über der weißen Olympiafahne mit den fünf verschiedenfarbigen Ringen die deutsche Siegesflagge im Stadion von Los Angeles aufgezogen werden sollte, so wird sie nicht nur den Sieg der deutschen Mannschaft, sondern zugleich den Willen des deutschen Volkes verkündigen, an der Spitze der Völker in Freiheit und Gleichberechtigung zu marschieren.
Keine Einberufung des Auswärtigen Ausschusses.
Berlin, 2. Aug. (VdZ.) Die Korn mu nist e n hatten vor einiger Zeit die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages zur Besprechung des Lausanner Abkomme n s und anderer Angelegenheiten beantragt. Da Sozialdemokraten und Z e n t r u m sich der kommunistischen Forderung a n s ch l o s s e n, war an sich cincMehrheit für die Ausschußeinberufung vorhanden. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Abg. Dr. Frick (RS.), hat jedoch in einem vom Samstag datierten Schreiben der kommunistischen Fraktion mitgeteilt, daß er im Hinblick a u f die Reichstagsneuwahl, die eine vollkommen v erän- derte Zusammensetzung des Reichstages und seiner Ausschüsse zur Folge habe, die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses ab-
Erklärung:
Wir haben uns davon überzeugt, daß die in den Rummern 149 und 150 unseres Blattes gegen die hessische Regierung erhobenen Vorwürfe pflichtwidriger Duldung kommunistischer Amsturzpläne völlig unbegründet sind. Das von uns auszugsweise abgedruckte Schriftstück stammt aus einer amtlichen Mitteilung einer anderen deutschenLandesregierung an das hessische Landeskriminalpolizeiamt und ist den hessischen Polizeibehörden zurAnterrich- tung bekanntgegeben worden. Die dem Schriftstück zu Grunde liegenden Vorgänge sind alsbald nach ihrerErmittlung von der Polizei des anderen Landes zum Gegen st and eines Strafverfahrens gemacht wor. den, das eine Reihe von Monaten beim Ober- rei'chsanwalt geschwebt und bereits im Frühjahr dieses Iahres zur Anklageerhebung und zur Eröffn un g des Hauptverfahrens geführt hat. Wir bedauern daher, aus dem bekanntgewordenen Schriftstück unberechtigteDorwürfe gegen die hessische Staatsreglerung hergeleitet zu haben." = — , . * -
^Auf Grund dieser Erklärung ist das Verbot des „Frankfurter Volksblattes" wieder aufgehoben worden. Dagegen hat Reichsinnenminister Frhr. v. Gayl die Beschwerde der Hessischen La n deszeitung gegen das verbot durch den hessischen Innenminister abgelehnt und die Beschwerde zur Entscheidung an dasReichs- gericht weitergeleitet.
Berlin 2. Aug. (ERB.) Entgegen verschiedenen Dresseäußerüngen wird von unterrichteter Seite er- klär daß die Verfasfungsseier am 11. August rn der üblichen Form stattfinden wird Reichspräsident von Hindenburg wird an d?r Verfassungsfeier teilnehrnen. Sei ber Re chstag werden Reichsinnenminister V id-rr * und R-ichntnnzler °°u lapen das Wort ergreifen. Im Anschluß daran
Berlin, 2. Aug. (WTB.) Im Reichsrat gab l a s s e n. namens der preußischen Provinzen Grenzmark - Posen - Westpreußen, Riederschlesien, Oberschlesien, Sachsen, Westfalen, Hessen-Nassau und Rheinprovinz der Vertreter der Rheinprovinz Dr. Hamacher folgende Erklärung ab: Die Zusammensetzung des Reichsrats kann nach unserer Auffassung nicht durch Akte eines Reichskommissars verändert werden. Wir legen daher Verwahrung dagegen ein, daß eine solche Veränderung versucht worden ist, daß in ............„..... „------- - A - . -
Ausschüssen des Reichsrats Vertreter für Preußen gür den Antrag stimmten außer 70 Sozialdemo- nufaetreten find, die nicht im Namen der preußischen traten und 9 Großdeutschen 2 Mitglieder des
Minister gehandelt haben, und daß preußische Heimatblocks. Dagegen stimmten u. a. 66 Eyrist-
Staatsminister und ihre Bevollmächtigten an der lich-Soziale, unter ihnen bereits der Ersatzmann
Teilnahme an den Reichsratsverhandlungen ver- Dr. Seipels, der Wiener Bankier Wancura.
hindert worden sind. Angesichts der Tatsache, daß Der A n l e i h e v e r t r a g wurde d e m H a u p t- ■in der heutigen Plenarsitzung der Stuhl der preußi- aus sch uh zugewicsen. scheu Staatsregierung unbesetzt ist sehen wir von der Stellung eines Antrages auf Ber agung dieser Vollsitzung ab. Dieser Umstand Zeigt aber sinnfällig, daß die Frage, wer die preußische-Staats reaierung zur Zeit im Reichsrat vertreten darf, "°ch n?dH entfdjieben ift Unser- I-, n-chm- an der heutigen Beratung und an der Beschlußfassung über die sachlich nicht umstrittenen Punkte kann 'daher nur mit der Eins ch ra n Fung erfolgen, daß die Nachprüfung der Recht- Mäßigkeit der heutigen Plenarsitzung, in der die Regierung des größten Landes nicht vertreten ist vorbehalten bleibt. Auch die Vertreter Bayerns Württembergs, Badens, Hessens, Hamburgs, Lübecks, Bremens, Lippes und Schaumburg- Lippes gaben die Erklärung ab, daß sie an der Sitzung "nur unter Vorbehalt teilnehmen
Der Reichsrat trat dann in die Tagesordnung ein und beschäftigte sich mit der Verordnung über Handelsklassen für Weizen Roggen, ckut er- gerfte und Hafer und mit den Ausfuhrungsbest m- mungen über die Gutachterstellen für Handelsklassen. Der Reichsrat stimmte den beiden Vorlagen zu.
Auf Vorschlag des Reichsinnenministers Freiyerrn v. Gayl erklärte sich der Reichsrat dann damit einverstanden, daß für die nächsten drei bis vier Wochen eine Beratungspause eintritt. Minister von Gayl wies dabei darauf hin, daß vor dem Zujam- mentritt des neugewählten Reichstags, also vor Ende August, irgendwelche nennenswerten Vorlagen an den Reichsrat nicht gelangen könnten.
Dr. Ignaz Seipel.
ausbreitete. Auf Dr. Seipel war vor mehreren Jahren ein Anschlag verübt worden. Die Re- volverkugel, die ihn damals traf, war in die Brust eingedrungen und konnte der Zuckerkrankheit wegen nicht entfernt werden. Diese drei Umstände wirkten zusammen und führten schließlich seinen Tod herbei. Die Flaggen auf dem Parlamentsgebäude sind zum Zeichen der Trauer für Dr. Seipel halbmast gesetzt und der Nationalrat wird heute um 15 Uhr eine Trauersitzung abhalten. Die Leiche Dr. Seipels trifft heute um Mitternacht hier ein und wird im M i l 11 a r - kasino aufgebahrt werden. Die Begräbnis- feierlichkeiten finden am Freitagvormittag statt.
Reichspräsident v. Hindenburg bat dem österreichischen Bundespräsidenten telegraphisch sein Beileid zum Ausdruck gebracht.
Der R e i ch s k a n z l e r hat an den österreichischen Bundeskanzler Dollfuß folgendes Telegramm gerichtet: „Tief bewegt von der Nachricht über das Hinjcheiden des Herrn Altbundeskanzlers Dr. Seipel in dem Oesterreich einen seiner hervorragend st en Staatsmänner verliert, bitte ich Ew. Exzellenz mein und der Reichsregierung aufrichtiges Beileid entgegenzunehmen/'
fchäfisträgers b e r e it7gepr üfitSSZTffn sei. und zwar nicht bis zum Jahre 1942 undl952 Dorgehen sei nach der völkerrechtlichen Ue&ung sondern auf immermabrenbe Zeiten. Es sei also n R H i n ho r pchtia t gewesen nichl wahr, daß der Vertrag von Lausanne oder das
Geschäftsträger Dr v Rintelen schildert, Genfer Protokoll den Anschluß hinausschäben son- datz die dre^ polnischen Polizisten durch den bern der Anschluß fei eben schon durch die Fnedens- Pförkner in den Garten hineinge- vertrüge hinausgeschoben
lassen wurden, als er gerade die Zahne entfernt Tage kommen, an dem Oesterreich und Deutschland hatte: offenbar besaß der Pförtner einen Reserve- die Macht tatten Jn 311‘«W-
schlüssel xu dem verschlossenen Garten. Die polm- und keinen Tag spater. Die Anleihe könne für Oester chen Beamten stellten den Geschäftsträger als reich nützlich sein, wenn s.e als eine Atempause er in das Haus hineingehen wollte, zur Rede benutzt werde, um den wirtschaftlichen Aufbau durch- Äen'mX'fie anf MS ‘ÄnWS Ä"5|™ier Dr. D o 1. f u 6 »HM» daun: LLL 7u,El'°m und wies f?e aufJteV «'^b°bc die Zuführungen des Abgc°rduc -n Territorialität des Gartens und seiner Kunsch ak durchaus nicht so D c r't a n Den, Wohnung hin Rach seiner Legitimierung entfern- und sie waren auch nicht so zu verstehen -daß tei M bk Scannen und brachten dann die Fahne er der deut chcn Detchsregterung den Borwu^ a n d e r A u ß e n s e i t e des Gartens an. gemacht hat diese hat e Emiss a r e n a ch
anoer-auucuic * Oesterreich gesendet — eine solche Aeuße-
‘Tltpr berfrtH örcuticn rung hätte ich sehr bedauert und richtiggestellt—,
V sondern «r hat die deutsche Reichsregierung ge-
tm HCia)Ördl : beten. Herren, welche sich zur persönlichen Ein-
. , _ . . , . , , .. ..«fcoCnfct flußnahme gegen die Anleihe nach Oesterreich be-
Preutzcns «tuhl bleibt vorerst unbesetzt. geben ^atten dur Rückkehr zu veran-
" " 3dt) bedauere, daß diese Aeußerung
so mißverständlich interpretiert wurde, daß dadurch der Schein einesMißver stehens entstehen könnte. Zwischen den Regierungen ist ein solches Mißverständnis nicht entstanden. Sie sind sich in jedem Fall nach wie vor der herzlichen Freundschaft und Ber- bundenheitbewutzt.
Der Mißtrauensantrag der Großdeut- schen gegen die Regierung wurde darauf mit Stimmengleichheit 81 zu81 abgelehnt.


