Ausgabe 
3.8.1932 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft

ingen widerstandsfähig, d Kommunalobliga-

Vierteljahr 1932.

mit

Banken äußern sich zur Wirtschaftslage

Oie OO.-Bank bedingt optimistisch.

Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport und Wirtschaft i. B.: H. L. Neuner.

Das war

Solange das Problem der politischen Schulden nicht in endgültiger Form bereinigt ist, sind die Voraussetzungen für eine Besserung der well- wirlschaftslage nicht gegeben.

men. Don dem Einfuhrrückgang entfallen 67 Mill. Mark auf die Abnahme der Rohstoffeinfuhr und

14 Mill. Mk. die Lebensmittel beteiligt.

Berlin sehr zurückhaltend.

* Kredit für Rudolf Karstadt AG., Berlin-Hamburg. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat die Rudolf Karstadt AG., Berlin-Ham­burg, von der Akzept-Bank AG., Berlin, einen Kredit in der Höhe von 25 Millionen Reichsmark erhalten. Dieser Kredit soll zur Erfüllung laufender Verbind­lichkeiten dienen. Nach einer weiteren Information des WTB.-Handelsdienstes wird demnächst ein Be­auftragter der Gesellschaft nach Amerika fahren, um mit den Inhabern der Dollarbonds, deren Mitwir­kung bei der Durchführung einer ausreichenden Sa­nierung notwendig ist, direkt zu verhandeln.

Gchweinemarkt in Gießen.

Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen waren 129 Stück Ferkel aufgetrieben. Es notierten Ferkel bis sechs Wochen alt. 9 bis 14 Mark: sechs bis acht Wochen alt 15 bis 18 Mark: acht bis dreizehn Wochen alt 19 bis 22 Mark: Läufer pro Stück 40 Mark. Tendenz: Marktverlauf flott, ausderkauft.

Krank-urter Getreidebörse.

Frankfurt a. M, 3. August. Es wurden notiert: Roggen (neue Ernte) 190 Mark, Winter- gerfte für Brauzwecke 170 bis 172,50, Hafer (in­ländischer) 170 bis 180, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschwoizen) 37,50 bis 38,45, Weizenmehl (niederrh., mit Austauschweizen) 37,50 bis 38,20, Roggenmehl (70 v. H) 27,50 bis 28, Wei­zenkleie 8,90, 'Roggenkleie 9 Mark. Tendenz: ruhig.

34 Mill. Mk. auf die Abnahme der Fertigwaren­einfuhr: an dem Rückgang der Ausfuhr sind mit 167 Mill. Mk. die Fertigwaren, mit 41 Mill. Mk. die Rohstoffe und Hauptfertigwaren und

muß daher mit allem Nachdruck versucht werden, größere Fälligkeiten von kurz- und langfristigen Auslandkrediten oder -anleihen im Sinne einer ratenweisen Abtragung zu regeln und für möglichst große Teilbeträge eine Prolongation zu erreichen. Sodann ist es von größter Dringlichkeit, daß die Aufbringung der Zinszahlungen auf die Ausland- schulden durch eine Revision der Zinshöhe erleid)-

solche Senkungen zum Teil gerade in den letzten Wochen in erheblichem Umfange bereits durchgeführt find und damit schon die unterste Grenze eines Existenzminimums für die Unterstützten erreicht ist

Die einzige zur Zeit noch gegebene Möglichkeit der Sicherung von Einnahmen zur Deckung des außerordentlichen Finanzbedarfs in den Gemein­den liegt in der Forterhebung der Bürger­st e u e r. Mit dem 30. Juni d. I. war die Erhebung für das Rechnungsjahr 1931 abgeschlossen. Die Er­hebung für das Jahr 1932 soll auf Grund der gel­tenden Bestimmungen nicht vor dem 1. Januar 1933 beginnen. Die trotz der Reichswohlfahrtshilfe immer noch bestehende besondere Notlage der Gemeinde­finanzen hat den Städten Veranlassung gegeben, die Vorverlegung des Termins etwa auf den 1. Df-

Vor-einem Rätsel stehen Wissenschaftler und Kon­sumenten hinsichtlich des Wunderkaffees Idee. Nie­mand kann eine ausreichende Erklärung dafür geben, warum Idee-Kaffee allen, also auch denen, die sonst keinen Kaffee vertragen können, so gut bekommt. Außerdem ist er außerordentlich billig. 5653V

nicht mehr bestreiten können. Ein Einspringen der Gemeinden als Wohlfahrtsbehörden ist demnach un­umgänglich.

Selbstverständlich können die Kommunen die ihnen erwachsenden Mehrbelastungen in Höhe von rund 35 Millionen Mark für das Rech, nungsjahr 1932 nicht aus eigenen Mitteln bestreiten. Denn irgendwelche En >arnismaßnahmen kommen nicht mehr in Betracht, da hier alle nur bestehenden Möglichkeiten in vielen Fällen fogcy in einem für die Gesamtwirtschaft recht bedenklichen Ausmaß ausgenutzt find. Es wird vielfach auch nicht mög­lich fern, die Richtsätze für die Unterstützung in Den einzelnen Städten noch weiter zu senken, da

tober 1932 zu betreiben. Selbstverständlich ist man sich über die Schwere der Belastung im Klaren, auch ist es unbedingt erforderlich, in den Ausfüh­rungsvorschriften der st ä n b i g e n Einkorn- mensschrumpfung und der Verände­rung der wirtschaftlichen Verhältnisse in ausreichen­dem Maße Rechnung zu tragen, was vielleicht durch die frühere Erhebung auch eher erreicht werden kann. Doch soll mit dem zuletzt angeführten Grund nicht etwa die Mehrbelastung dem Steuerzahler ein meng schmackhaft gemacht werden, sondern die tat- tächlichen Verhältnisse werden eine Umgehung dieses letzten, für die Gemeinden, wenn auch noch nicht völlig ausreichenden, so doch bedeutsamen Deckungs­weges nicht vermeiden lassen.

Oer deutsche Außenhandel im zweiten ^5lä,n?ur 0^äf9(05- Renten u n d Reichs - K ° schuldbuchforderun"""

für Industrie- uni tionen bestand weiterhin etwas Interesse, auch Reichsbahnvorzugsaktien zogen leicht an. Dollarbonds büßten bis zu 1 Dollar ein.

Am Geldmarkt machte die Erleichterung nach dem Ultimo weitere Fortschritte, so war lagesgelb schon mit 5fi v. H. unb für erste Abressen verschie- bentlid) mit 5% v. H. erhältlich. Infolge ber leichte­ren Gelbmarktlage hat sich natürlich bas Angebot in Privatbiskonten weiter verringert.

unb sich aus einer solchen Deränberung bet Anlagegewohnheilen eine Besserung ber inbu- ftriellen und gewerblichen Konjunktur ent­wickeln kann.

In Deutschlanb ist jeboch bie Feststellung zu machen, baß zwar Handel unb Gewerbe in einem früher ungeahnten Ausmaße barnieberliegen, baß aber bie Sätze bes Gelb- unb Kapitalmarktes keine Ermäßigung erfahren haben, bie auf natürlichen unb nicht künstlichen Ursachen beruhte. In vielen betrie­ben kann beobachtet werben, baß bie Lager unb die Warendebitoren abgebaut sind und dies neben der Verringerung der Verbindlichkeiten vielfach ein An­wachsen der Bankguthaben zur Folge hatte. Trotz­dem besteht für kurzfristige Gelder auf unverändert hohem Niveau eine Nachfrage. Es wird nun zunächst darauf ankommen, durch organisatorische Maßnah­men im Innern eine Minderung dieser Schwäche­erscheinung herbeizuführen. Wenn auch ein Teil der Unternehmungen durch seine Bar- und Bankbe- stände über gewisse Reserven verfügt, so ist doch zu befürchten daß diese Rücklagen bei einer Besserung des Geschäfts bald aufgebraucht werden, unb baß bie Konjunkturbelebung bann in ben ersten Anfängen stecken bleibt.

Neigung zur Realisation Abschwächungen.

Frankfurt a.M., 3. Aug. (WTB. Draht- mclbung.) Die Börse eröffnete auch heute in recht stiller unb überwiegend etwas schwächerer Haltung, da das Fehlen von Publikumsauf­trägen und der teilweise Rückgang der deut­schen Werte an den Auslandsbörsen die Speku­lation zur Zurückhaltung mahnte und eher zu Realisationen veranlaßte. Eine Berstimmung ging auch davon aus, daß trotz der Berordnung des politischen Burgfriedens die Unruhen im Reiche fortdauerten. Bei sehr geringer Umsatz- tätigkeit überwogen daher meist Abschwächungen bis zu 1 Prozent. Etwas stärker rückläufig waren AEG. und Licht & Kraft, die bis zu 1,50 Proz. einbüßten. Siemens gaben 0,50 Proz. nach, wäh­rend Gesfütel behauptet blieb. IG. eröffneten mit 88,25 Proz. 0,50 Proz. niedriger, lagen aber später um weitere 0,50 Proz. gedrückt. Scheideanstolt setzten mit 137 Proz. unverändert ein Am Montanmarkt überwogen bei kleinen Umsätzen Abschwächungen bis zu 1,75 Proz. Bon Kunstseideaktien gingen Aku 1 Proz. zu­rück. Am Schiffahrtsmarkt eröffneten Hapag leicht gebessert, wogegen Norddeutscher Lloyd um Bruchteile eines Prozentes schwächer lagen. Bon Rebenwcrten blieben Zement Heidelberg gehalten. Deutsche Anleihen konnten sich zu­nächst weiter leicht befestigen, doch traten nach der ersten Kursfestsetzung auch hier kleine Rück­gänge ein. Reichsschuldbuchforderun­gen schwächten bis zu 0,50 Proz. ab, dagegen zogen Reichsbahnvorzugsaktien 0,53 Prozent an. Bon Industrieobligationen blieben Stahlverein-Donds mit 42 gut behauptet. Bon Auslandsrenten blieben Mexikaner gut behauptet.

Gold- und Liquidations-Pfandbriefe lagen un­einheitlich, doch hielten sich die Beränderungen im Rahmen von 0,50 Proz. Weiter gesucht blie­ben Kommunalobligationen, wobei erneut Besse­rungen bis zu 1 Proz. eintraten. Bon Deutschen Anleihen konnten sich Altbesitz später wieder aus das Ansangsniveau erholen. Der weitere Der- lauf brachte zunächst keine nennenswerten Ber­änderungen. Erst gegen Schluß der.Börse traten geringfügige Erholungen ein. Der Geldmarkt war weiter leicht, Tagesgeld 4,25 Prozent.

Berlin, 3. Aug. (WTB. Funkspruch.) 3m zweiten Vierteljahr 1932 hat die deutsche Ein­fuhr (1143 Mill. Mk.) gegenüber dem ersten Vierteljahr um 101 Mill. Mk., die Ausfuhr (1382 Mill. Mk.) um 224 Mill. Mk. abgenom-

Der Biehhandel im Monat Juli.

Vom DundderViehhändlerDeutsch- lands, Berlin, wird mitgeteilt:

Das Viehgeschäft bewegte sich im abgelaufenen Monat Juki weiterhin auf unzureichender Preis­basis. Hinzu kommt, daß die ab 1. Juli einge­führte preußische Schlachtsteuer eine völlige Unsicherheit in die Marktentwicklung brachte. Die Schwierigkeiten wurden noch dadurch erhöht, daß die Berliner Großschlächter den Beschluß faßten, zum Protest gegen die Schlachtsteuer auf zwei Märkten kein Vieh zu kaufen. Die heiße Witterung war ebenfalls dem Fleischabsah in der ersten Hälfte des Monats wenig zuträg­lich. Aus diesen Gründen war die Preisentwick­lung in der ersten Monatshälfte sehr uneinheit­lich. Rur durch äußerst vorsichtige Beschickung konnten allzu erhebliche Preiseinbuhen vermie­den werden.

Erst in der zweiten Monatshälfte zeigten sich gewisse Ansätze zu einer geringen Absatz- besserung, wobei jedoch die ständige Ver­ringerung der Kaufkraft, sowie ein saisonmäßiges Obstangebot auf die Preisentwicklung nicht ohne Einwirkung blieben. Auf dem Schweine­rn a rite machte sich am Monatsende die saison- mäßige Preisbesserung bemerkbar, die sich aller­dings infolge der Schlachtsteuern nur schwer durchsetzen Fann. Infolgedessen konnten die Preis­verbesserungen für Schweine nur zum Teil auf­rechterhalten werden. Das Zuchtviehge­schäft blieb durch Crntearbeiten ungünstig be­einflußt. Eine Belebung des Geschäftes wird nach der Ernte erhofft.

Die Gemeindefinanzen »ach der letzten Notverordnung.

Lon Or. Georg Bußwih, Berlin.

Die ständige Verschled)terung der Wirtschaftslage brachte, wie genügend bekannt ist, die öffentlichen Körperschaften in steigende Finanznöte. Das Reich hat dabei die Praxis verfolgt, zunächst für feinen Etat einen Ausgleich zu schaffen, während die Länder dazu übergegangen sind, durch Verschlechterung des Finanzausgleichs zuungunsten der Gemeinden sich selbst Erleichterungen zu schaffen. Die Gemeinden, die diese Verschlechterung ihrer Lage neben den nicht mehr tragbaren Wohlfahrtslasten auf sich nehmen mußten, standen kurz vor dem Zusammenbruch, als ihnen durch die Reichsnotverordnung vom 14. Juni 1932 eine Hilfe in ihrer bedrängten Lage zuteil wurde. Die Reichsregierung hat damit zum ersten Male feit Eintritt der Finanzkrife im öffentlichen Haushalt durck; die ergriffenen Maßnaymen das Verständnis für die besondere Notlage der Kom­munen öffentlich zum Ausdruck gebracht und dem auch in der Praxis Rechnung getragen.

Auf Seiten der Gemeinden erwartete man zwar eine organische Hilfsaktion, bie sowohl bie (Sin«

tert unb im Interesse bes empfangsberechtigten Auslanbes selber gesichert wirb. Die Forberung nach Senkung bes Zinses ist um Jo mehr gerechtfertigt, als seine Höhe durch ben Zuschlag einer Risikoprä­mie bedingt war. für bie nach Lausanne keine Be­rechtigung mehr vorhanben ist.

Auch im Jnlanb ist bie Behandlung bes Zins­problems erneut in ein akutes Stabium gerückt. Soweit bisher bekannt geworben, ist nicht beabsich­tigt, bas Problem in Gestalt einer erneuten gene­rellen Zwangskonversion zu läsen.

Grundsätzlich ist zu fordern, bah alle Zwangs- eingriffe in die Schuldverhällnisse unterbleiben und dah eine Lösung angestrebt wird, die jeg­liche Berlehung des Grundsatzes von Treu und Glauben im Verhältnis von Schuldner und

Gläubiger vermeidet.

Wird dieses Gebot verletzt, so sind die Auswirkungen auf dem Kapitalmarkt nicht abzusehen, unb die auf die Dauer angerichteten Schäden werden für bie Gesamtwirtschaft bestimmt größer sein als der augenblickliche Nutzen.

Zum Schluß wirb gesagt, baß trotz aller fort« bauernben Schwierigkeiten unb trotz ber Fülle noch ungelöster Probleme sich für eine Erleichterung ber deutschen Wirtschaftslage nicht allzu ungün- tige Aussichten eröffnen, sobalb ber Druck ber nnerpolitischen Unsicherheit nachläßt. Nachbem oer- chiebene Momente, bie feit bem vorigen Sommer die beutsche Krise entscheibenb verschärft hatten, be­seitigt find, hängt im Augenblick bas Meiste von der Beruhigung ber politischen Verhältnisse ab.

Oie Commerz- und Privatbank zuversichtlich.

Nach bem August ° Wirtschaftsbericht ber Commerz- unb Privatbank AG., Hamburg-Ber­lin. ist bie allgemeine Stimmung etwas zuversicht­licher geworben. Hierzu mag bas Ergebnis ber Lau­sanner Verhanblungen beigetragen haben, obwohl durch bie Unklarheit über bie Ratifizierung ein Schwebezustanb geschaffen worben ist. Zwischen bem beutschen Geldmarkt-Verhältnis und denen der Haupt- sächlich in Betracht kommenden, anderen Länder be­steht ein so weitgehender Unterschied, daß die ander­wärts aus ben Zustänben am Gelb- unb Kapital­markt zu ziehenden Schlußfolgerungen nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen werden können

2tuö den niedrigen Diskont- und Geldsähen in Frankreich, England und Amerika kann der Schluh gezogen werden, dah das Kapital nach rentableren Anlagemöglichkelten suchen wird

Dberbeffen

Zerkel- und Ziegenmartt in Hungen.

I Hungen, 1. Aug. Zu bem heute hier ab­gehaltenen Ferkel- unb Ziegenmarkt waren 337 Ferkel, 48 Ziegenböcke unb 72 Ziegen aufgetrieben. Der Hanbel auf bem Ferkelmarkt war mäßig, es verblieb Ueberstanb. Es kosteten: sechs Wochen alte Ferkel 10 bis 11 Mk., sieben bis acht Wochen alte 12 bis 16 Mk., neun bis dreizehn Wochen alte 17 bis 25 Mk. Ziegenböcke würben verkauft je nach Qualität von 45 bis 60 Mk. Mit bem Ziegenmarkt war eine Prämiierung ver- bunben.

LanorreiS Gießen.

z. Lauter, 2. Aug. 3m Rahmen bes frei­willigen Arbeitsdienstes ist der so­genannte Golbbruch, ein seit 3ahren stillliegender Steinbruch an ber Straße LauterLaubach neu erschlossen worben. Das gewonnene Ma­terial wirb zuWegbautenbenutzt.bie auch im freiwilligen Arbeitsdienst ausgeführt werben. Die ©nmbeigentümer fahren bie Steine unent­geltlich an Ort unb Stelle.

Alvcte (vriebberg.

+ Bad-Nauheim, 2. Aug. Der Kultur- verbanb für Hessen unb Hessen- Vas s ä u hält am kommenden Sonntag im Kur­haus unserer Babestabt unter bem Vorsitz von Dr. K a l i s ch e k (Miesbaben) feine biesjährige Haup11agung ab. Reichsgeschäftsführer Dr. Henning vom Reichskulturverbanb in Berlin wirb der Tagung beiwohnen. Der Reichsverband, bem Hessen unb Hessen-Rassau angeschlofsen finb, um­faßt alle Bolksbilbungsvereine unb biejenigen Verbände unb Vereinigungen, bie sich bie Pflege von Kunst unb Wissenschaft zum Ziel gesetzt haben.

Berlin, 3. August. (WTB. Funkspruch.) Hauptkennzeichen des heutigen Börsenverkehrs die allseitig zu beobachtende starke Zurückhaltung. Das Publikum scheint erst einmal die Weiterentwick-

und in der Schweiz aus. Weiterhin hörte man wieder Befürchtungen hinsichtlich der Auflösung der alten Lombardvertretungen. Demgegenüber sind aber die festere Haltung der Reichsmark im Aus- s o r g e v e r ba n d e vorgenornn/en. Die'ersten prak- I lande, das Dementi der Rücktrittsabsichten des tischen Beispiele bei der Verteilung der Mittel haben Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, die Meldung, allerdings ergeben, daß die Staffelung im Derlei- daß keine generelle Zwangszinskonoertion beab- lungsschlüsfel für die mittleren und kleineren Städte sei und die ziemlich optimistisch beurteilten

einen finanziellen Nachteil gegenüber den tatsäch. aeuen Stickstoffbesprechungen in Scheweningen als lichen Verhältnissen und der Berücksichtigung der Motive für eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu er- größeren Städte zur Folge hat, der durch Reduzie- wahnen. Eine angenehme Ueberraschung für die rung der in Ansatz gebrachten Schärfe behoben wer- ®örfe stellte das Rückzahlungsangebot der Dedi- ben muß. Bank für die fälligen Dollarbonds dar. Kursmäßig

Die bereits erwähnte Tendenz zu einer Ver- kannte sich dies jedoch nicht auswirken, da zu ber schlechterung des Finanzausgleichs Zurückhaltung des deutschen Publikums auch ein zwisckenLändern und Gemeinden machte international zu beobachtendes Nachlassen des Aus- eine die Ländermaßnahmen einengenbe Vorschrift landmtereffes kam. Lediglich Braubank, Drenftein notwendig, wenn die Reichshilfe den Gemeinden tat- und Koppel, HEW., Leopoldgrube und Metallge- sächlich die unbedingt erforderliche Entlastung brin- sellschaft waren auf mehr oder minder zufällige Dr- gen sollte. So ist in der neuen Notverordnung be» aers bis zu 1,25 v. H. gebessert.

stimmt, daß das Landesrecht des Finanzaus- Verlaufe ergaben sich bei anhaltend stillem gleichs im Rechnungsjahr 1932 nicht zuungun- Geschäft Abbröckelungen bis zu >4 v. H. Deutsche stenderGemeindengeändert werden darf. Anleihen nach gut behaupteter Eröffnung etwas

Insbesondere darf die finanzielle Gesamtbelastung rückgängig, Altbesitz verloren im Verlaufe g o. H.

ber Gemeinden nicht durch Aenderungen in der Ver­teilung der Aufgaben, in der Beteiligung an den Ueberroeifungen aus den Reichssteuern und an den Landes- und Gemeindesteuern, sowie in den Gon» derleistungen des Landes an die Gemeinden, ober umgekehrt ber Gemeinben an bas ßanb erhöht wer­ben. Etwas nachteilig für bie Gemeinben hat sich

allerbings hier boch bereits bie Festsetzung bes maß- 3n ben Wirtschaftlichen Mitteilungen gebenden Termins auf ben 1. Mai 1932 erwiesen, ber Deutschen Dank unb Disconto-Gesellschaft wirb Nämlich in ben Säubern, in benen ber Staatshaus- bas Ergebnis der Lausanner Konferenz sowohl po- haltsplan erst später festgesetzt würbe, war für bie litisch wie wirtschaftlich als ein außerorbent- Zeit vom 1. April bis zum Zeitpunkt ber Festsetzung licher Fortschritt bezeichnet. Da bie in Lau­em Schwebezustanb vorhanben, ber für bie Gemein- saune erzielte Einigung, bie praktisch das Ende ber ben feste Leistungen nicht oorscch. Würben nun im Reparationen bedeutet, von der Öffentlichen Mei- neuen Staatshaushaltsplan geringere Beträge als nung ber aauzen Welt mit fast einstimmiger Ge- bisher für die Gemeinben eingesetzt, so bebeutet dies nugtuung begrüßt wurde, schienen die Vorausset- zwar rechtlich keine Verschlechterung gegenüber bem Zungen durchaus gegeben, im wirtschaftlichen Le- Staub vom 1. Mai 1932, ber mit bem Inkrafttreten ben ber Völker neue Auftriebskräfte auszulösen, bes Haushaltsplanes ja überhaupt erst geschaffen Leider ist diese Wirkung durch die erst nach dem wurde. Wohl aber liegt darin eine materielle Schiech- formellen Zustandekommen des Vertrages bekannt terstellung der Gemeinden gegen das vorhergehende gewordenen Abmachungen entscheidend gehemmt Rechnungsjahr. worden. Das Inkrafttreten der Lausanner Rege-

(regenüber den bisher erwähnten Besserstellungen kung ist von dem Ausfall der amerikanischen Präsi- ber Gemeinden ergeben aber einige Bestimmungen dentenwahlen abhängig geworden und dadurch auf ber Notverordnung doch wieder neue finan- ungewisse Zeit vertagt. Nur ein vorbehaltloser Der- zielle La st en für die Gemeiudeverwal- Sicht auf Reparationen hätte aber die schlagartige tungen, und zwar einmal durch Vermehrung der Aufhellung des politischen und wirtschaftlichen Hori- Ve-waltungsarbeit und zum anderen durch erhöhte zonts bewirkt. Es muß mit größtem Bedauern ver- Aufwendungen auf sozialem Gebiet. Die stärkere Be- zeichnet werden, daß diese psychologischen Möglich- rucksichtigung der Bedürftigkeitsprüfung feiten einstweilen verschüttet sind.

und die Möglichkeit, die Gemeinden mit der Durch­führung der Ärifenfürjorge zu beauftragen, sowie m Preußen die Ersetzung des Prinzips der Hauszinssteuerstundung durch das M i e t b e i. h i l f e s r st e m zwingen die Gemeinden zwecks Be­wältigung der Mehrarbeit zu einer Personal - I Der Bericht behandelt dann die Entwicklung des ?ie^fretirrhplnf?,mn UnCÄ?e f»" deutschen Außenhandels und weist darauf hin daß

zielle Mehrbelastung bedeutet. Die erhöhten S o die Bestände ber Reichsbank an Gold und Devisen

zl alausga ben finden ihre Begründung m der die Ende vorigen Jahres 1156 Mill. Mk. betrugen

teilweUen Herabsetzung der Soz.alversicherunas. sich am 23. Juli nur noch auf 892 Mill. Mk. stell-

le.ftungen unb ber Unterstutzungsbetrage. Die Öe- ten. Es ist also in sieben Monaten ein Verlust

memben sehen sich vor die Notwenbigkeit gestellt, von 26 4 Mill. M k. eingetreten. Daß diese ste-

Zusatzunter st utzungen in vermehrtem Um- tige Abnahme, bie trotz äußerster Streune in der

fange zu gewahren. Denn es ist offenbar, daß die Devisenbewirtschaftung nicht vermieden werden

vor. der Kürzung Betroffenen mit den gekürzten Be- konnte, sich nicht beliebig weiter fortsetzen kann ist

tragen selbst den notwendigsten Lebensunterhalt eine Selbstverständlichkeit. Die Zentralnotenb'ank

:t' e- 'c *-- einer Volkswirtschaft von der Größe derjenigen

Deutschlands kann sich nicht bis auf einen gering­fügigen Rest ihrer gesamten Gold- und Valuta» bestände begeben, so wenig auch die daraus resul­tierende Verschlechterung des Deckungsverhältnisses mit einer Gefährdung der Währung zu tun hat. Es

nähme-, wie die Ausgabefeite des Gemeindehaus­halts berücksichtigen sollte. Die Reichsregierung hat sich jedoch darauf beschränkt, in der Hauptsache die Last der Gemeinden, die ihnen aus der Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen erwächst, durch Zuschüsse auf der Ausgabenseite zu mindern. Eine grundlegende Reform der Arbeitslosenhilfe, wie fie von den Gemeinden schon seit längerer Zeit mit Nachdruck gefordert wird, ist leider noch immer nicht erfolgt. Es sind lediglich einige Ansätze dazu gemacht worden, die im einzelnen zu erläutern hier ZU weit führen würde. Das Reich hat den Gemein­den für das Jahr 1932 eine Reichshilfe von 6 7 2 Millionen Mark zugesagt. Diese Bereit­stellung bedeutet unzweifelhaft eine Erleichterung für die gemeindlichen Etats, doch ist es trotz größter Anstrengungen der Gemeinden noch nicht möglich , , ... ..........

gewesen, für die Gesamtheit der Gemeinden einen lung m der Politik abwarten zu wollen, ehe es sich Etatsausgleich für das laufende Rechnungs- 3U Neuengagements entschließt, wobei bie neuen, jahr zu erzielen. Vielmehr verbleibt noch ein Ge- £us Tellen des Reiches gemeldeten Unruhen sowie samtfehlbetrag von rund 350 Mil- chk Wiederaufnahme der Landtagsoerhandlungen Honen Mark, wobei die ungedeckten Fehlbeträge d'ese Neigung noch verstärkten. Schon vormittags aus den Vorjahren nicht einmal berücksichtigt sind. Ilc& fid> eine gewisse Unsicherheit erkennen, die auch Dotationen, wie sie auch die Reichshilfe darstellt, sißd 3" Beginn des offiziellen Verkehrs nicht behoben im allgemeinen wegen der Willkür bei der Verteilung war. Wie immer bei stagnierendem Geschäft, so bei den Gemeinden nicht beliebt. Dach ist in diesem bröckelten die Kurse auch heute saft durchweg etwas Falle für eine gerechte Verteilung insofern Vorsorge I ob: die Rückgänge betrugen jedoch nur in Einzel­getroffen worden, als diese nach festem Reichsschlüssel mllen mehr als 1 v. H. Buderus, Klöcknerwerke, unter Vorbehalt einer lOprozentigen Abzugsmog- Salzdetfurth, Elektrisch Licht und Kraft, RWE., ftchkeit für die Länder auf die Bezirksfürsorge- Schubert und Salzer und Berger waren schwächere verbände erfolgt, so daß also auch beliebige Aende- Papiere, doch auch hier gingen die Verluste nur rungen seitens der Länder ausgeschlossen finb. Durch bis zu 1,75 v. H Eine gewisse Verstimmung ging diese Maßnahmen greift das Reid) erstmalig in bis» DOn dem schwächeren Schluß der gestrigen Neuyorker her nicht gekanntem Umfange in den Finanz- Börse und von den Kursrückgängen für deutsche ausgleich bis zur Stufe der Gemeinden ein. | ®!rtc. 3U, Beginn der heutigen Börsen in London Der besonderen wirtschaftlichen Struktur der Bezirks­fürsorgeverbände Rechnung tragend, hat das Reich Hinsichtlid) der Ausschüttung eine Unterteilung in städtis ch e und ländliche Bezirksfür-