30$ MU Ml.
Original-Roman von Anny von panhuys.
Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig.
24 Sortfct" g. Nachdruck verboten 1
Werner Sturm hatte mit wachsender Verwunderung zugehört. Er erwiderte kopfschüttelnd: ..ES klingt ein bißchen phantastisch, daß jemand nur um des guten Zweckes willen mir ein solches Vermögen zur Verfügung stellen will. 2a, wenn ich noch eine europäische Berühmtheit wäre, aber wenn ich auch bekannt bin und meine neue Heilmethode mir schon sehr erfreuliche Erfolge eingetragen hat, gibt es doch auch eine Menge Kollegen, die mich anseinden und nichts von meiner Methode wissen wollen. Daß sich nun jemand bereit erklärt, zugunsten dieser, wie gesagt, noch recht umstrittenen Methode mehr als eine Viertelmillion zu wagen, ist etwas, das ich einfach nicht verstehe. Ich wäre Ihnen dankbar. Herr Hirt, für eine nähere Erklärung." Er lächelte ein wenig. „Von allem anderen abgesehen, schmeichelt es mir natürlich, von jemand, den ich nicht kenne, so ungewöhnlich geschäht zu werden."
Der alte Herr zuckte die Achseln und spielte nachlässig mit einem wertvollen Brillantring am kleinen Finger der Rechten.
„Ich darf den Namen der Persönlichkeit, die mich beauftragte, nicht nennen. Sie stellt Ihnen das Geld aus edelsten Gründen zur Verfügung. Nur aus Menschenliebe, damit Sic Ihr Krankenhaus ins Leben rufen können. Sie will keine Quittung und keine Zurückzahlung, sie will keinen Dank und kein Kennenlernen. Sic wünscht keine Namensnennung, ja sie will, sobald ich Ihre Einwilligung besitze, daß ich so schnell wie möglich zu ihr zurückkehre. Die Person wünscht, Sie sollen alles so auffassen, als wäre das Geld direkt vom Himmel E>e runter gefallen.“
Werner Sturm fuhr sich über den glatten, braunen Scheitel. Er hatte dem anderen gegenüber Platz genommen und erwiderte herzlich: „Er, in dessen Auftrag Sie hier sind, muß ein sehr guter Mensch fein, ein wirklicher Menschenfreund. Wenn Sie zu ihm kommen, sagen Sie ihm, obgleich ich sein Anerbieten nicht annehme, meinen aufrichtigsten und innigsten Dank. Cs ist etwas sehr Schönes, zu wissen, es gibt Menschen, die, ohne Vorteile dabei zu suchen, ein Vermögen hergeben wollen, um der Wissenschaft und armen Kranken zu dienen."
Der andere fragte ein wenig verblüfft: „Sie nehmen das Anerbieten nicht an? Ich bitte Sie,
toarum denn nicht? Unverbindlicher für Sie kann Ihnen das Geld doch gar nicht geboten werden. Es ist ja kein Geschenk für Sie, sondern es soll dem Wohl der Menschen dienen."
„Meine Verlobte, die junge Dame, der Sie vorhin auf dem Flur begegnet fein müssen, und mit der ich mich in ein paar Wochen verheiraten werde, hat mir bereits geholfen. Sie hat mir die von ihr bisher bewohnte eigene Villa zur Verfügung gestellt. Ich bin dadurch imstande, mein Krankenhaus einzurichten. Ich bin aber trotzdem Ihrem unbekannten Auftraggeber sehr dankbar." — Der andere sah ihn stumm an und erhob sich. „Ich bebaute außerordentlich, Herr Doktor, Sie gestört zu haben."
Es war etwas in der Stimme des Besuchers, das Werner aufhorchen ließ. Fühlte dieser Herr Hirt sich etwa gekränkt, weil er das Angebot nicht angenommen hatte?
Er sagte lebhaft: „Vergessen Sie, bitte, nicht, meinen aufrichtigen Dank auszurichten, Herr Hirt."
Er streckte dem Besucher die Hand hin, aber der tat, als sähe er die Hand nicht. Er machte nur eine kurze Verneigung und ging stumm und hastig zur Tür, als könne er plötzlich gar nicht schnell genug wegkommen.
Kopfschüttelnd blickte Werner Sturm auf die Tür, die sich schon hinter dem Besucher schloß, ehe Werner auch nur den Versuch hatte machen können, ihn wenigstens bis auf den Flur hinauszubegleiten. Er ging nachdenklich in das Z'mmer seiner Mutter und erzählte ihr und Celia, was den Fremden zu ihm geführt. Er schloß: „Als der alte Herr mich verlieh, tat er, als hätte ich ihn schwer gekränkt."
Celia dachte, Werner war recht töricht gewesen, das Geld, das ihm ein Ueberspannter bot, auszuschlagen, aber sie behielt ihre Meinung für sich. Cs hatte sowieso keinen Zweck mehr, sie zu äufyern, dieser aus London gekommene Deutsche war ja schon gegangen.
Sie sagte: „Sicher war er selbst der Menschenfreund aus London und er schob nur deshalb eine andere Person vor, weil sich auf diese Weise einfacher verhandeln lieh."
„Natürlich, Celia, du hast recht", stimmte er nachdenklich zu.
18. Kapitel.
Erlöse mich von der Liebe!
In einer stillen, kleinen Pension Wiesbadens hatten Lil und Melchior Stampferl sich einquartiert. Sie wollten hier in der schönen Bader- stadt, da sich ein paar Ruhewochen so passend in ihre Dertragsverpflichtungen einschieben lie
hen. ein wenig aus ruhen und Atem schöpfen nach dem Umherreisen und der Variete- und Zirkusarbeit. Niemand ahnte hier etwas davon, dah die vornehme, blonde Dame und der alte Herr, den sie Onkel nannte, das Clownpaar „Fix und Nix" war, dessen Nus längst international geworden.
Lil sah in ihrem Zimmer nach der stillen Strahe zu, die so friedlich im Herbstsonnenschein dalag. Die Sonne verschwendete noch einmal all ihr Gold, ehe sie sich zum Scheiden rüstete, und Lil blickte hinaus. Sie dachte, wie eigen das war, da wohnte sie nun in Wiesbaden und hätte mit der Eisenbahn so schnell Frankfurt, ihre Heimatstadt, erreichen können. Sie verspürte Sehnsucht nach der alten Mainstadt, doch sie wagte sich nicht dorthin, weil sie fernem Bekannten von früher begegnen wollte.
Aber nicht nur das Verlangen nach dem Ausruhen hatte sie nach Wiesbaden gelockt, sondern sie hatte von hier aus ihr Vorhaben ins Werk sehen wollen, Werner zu helfen. Heute war Melchior Stampferl zu diesem Zweck nach Frankfurt gefahren. Ihr dauerte die Zeit lang, bis er, der die Dermittlungsrolle übernommen hatte, zurückkehrte. Wahrscheinlich kam er erst sehr spät wieder, denn Werner würde sich wohl längere Zeit mit ihm unterhalten.
Sie sann, sie brauchte nicht zu fürchten, ihr guter alter Freund könne etwas falsch machen. Alles war gründlich vorbereitet und ihr Name wurde nicht eingemischt. Sobald Stampferl wußte, auf welche Bank Werner das Geld angewiesen wünschte, ließ sie es von der Bank von England dorthin senden. Auch dabei würde ihr Name aus dem Spiel bleiben. Die Bank wußte schon Bescheid, das Geld war bereit zur Ueberweisung. Es bedurfte nur eines Briefes von ihr, der alle in London bereits getroffenen Abmachungen bestätigte. Vor neun oder zehn Uhr konnte Stampferl kaum hier fein. — Die herrliche Luft reizte Lil zu einem kleinen Spaziergang. Hier im Zimmer schien es ihr unerträglich. Sie fieberte der Rückkehr des alten Mannes entgegen. Sie wollte von ihm erfahren, wie Werner jetzt aussah. Ganz genau würde er es ihr beschreiben müssen, ganz genau. Hoffentlich nahm er an, was sie ihm bot, ohne dah er natürlich ahnen durste, das Geld kam von ihr. Melchior Stampferl würde seine Rolle schon geschickt spielen, auf ihn durfte sie sich vollständig verlassen.
Sie nahm Mantel und Hut, doch als sie eben das Zimmer verlassen wollte, klopfte es und Melchior Stampfer! trat ein.
„Schon zurück", fragte sie erschreckt, „du hast Werner Sturm wohl nicht getroffen?“ — Er sah
ihren gespannten Blick, erwiderte: „Doch, ich habe ihn getroffen. Ich habe auch mit ihm gesprochen und —" Er brach ab und überlegte noch einmal, was er sich schon während der Eisenbahnfahrt von Frankfurt bis hierher überlegt hatte. Sollte er Lil aus Mitleid Werner Sturms Verlobung verschweigen ober war es besser, ihr die Wahrheit zu sagen?
Cs war schon enffetzlich, Lll weh zu tun. Aber war es nicht wiederum gut, wenn sie erkannte, der Mann, um den ihr Herz noch immer litt, um den sie, wie er bestimmt wußte, noch immer heimlich weinte, war nicht eine einzige Träne teert? Er entschied sich für die Wahrheit.
Er legte seinen Hut auf einen Stuhl und wollte weitersprechen. Lil ließ ihn nicht so weit kommen, sie fragte überstürzt: „Nimmt er an und was sagt er?" Sie faßte seine Hand. „Sprich doch, bitte, du weißt doch, tote gespannt ich auf alles bin.“
Er beobachtete ein nervöses Zucken um ihren Mund, und noch einmal überlegte er: Durfte er die Wahrheit sagen? Er entschied wieder: Es blieb ihm nichts anderes übrig. Lil ging jetzt an allem im Leben vorbei, was junge Menschen sonst reizte, und nichts weiter trug daran Schuld als dieser Mensch, dieser barönliche Doktor. Er haßte ihn, der das arme Mädel unglücklich gemacht, sie mußte von dieser Liebe geheilt werden. Diese unglückselige Liebe war Gift für Lil, und Gift kann man nur mit Gegengift kurieren. Die Neuigkeit, die er mitbrachte, aber war vielleicht Gegengift für Lil. Cr dachte: Gott möge es geben! und antwortete ihr; „Nein, Lil, der Doktor hat das Angebot nicht angenommen, weil ihm bereits geholfen worden ist, und zwar, wie er mir mitteilte, von seiner Verlobten, die ihm ihre Villa zur Verfügung stellte, die nun in ein Krankenhaus umgetoanbelt wird."
Lil war zusammengezuckt und ihr Gesicht sah ganz fahl aus. Sie schloß flüchtig die Lider, lächelte unsagbar schmerzlich: „Also ist er verlobt!" Sie fügte hinzu: „Es ist ja eigentlich nichts Verwunderliches dabei."
Stampfer! nickte. „Nein, Verwunderliches ist nichts dabei. Aber es ist verwunderlich, daß du einem Menschen helfen wolltest, der gar nicht mehr an dich denkt. Sei froh, daß er das Geld nicht annahm."
Sie erwiderte: „Ich wollte ihm doch uneigennützig helfen. Ich erhoffe und verlange ja nichts mehr von ihm, und darum hat es nichts mit dem Geld zu tun, wenn er verlobb ist."
Er hatte jetzt eine tiefe Falte auf der Stirn.
(Fortsetzung folgt.)
Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L. Bernard
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KREUZER EMDEN
Dieser Film ist das hohe Lied der PtlichterfUllung und die ehrende Erinnerung an ein großes Stück deutscher Marinegeschichte I
Hauptrollen: Werner Fütterer
Bent Stobrawa, Louis Ralph n. a.
Kreuzer,Emden', der ein halbes Jahr lang d. Schrecken der pazifischen Meere war, schrieb eine der ruhmvollsten Seiten in die Geschichte deutschen Heldenmuts, restL Aufopferung u. deutscher Tapferkeit ein Jeder Deutsche muß diesen Film gesehen haben 5617 c Gutes Beiprogr. Ufa-Tonwoche Jugendliche haben Zutritt ■■■■■■
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