Ausgabe 
2.12.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhaupistadt

in

Gaskampf und Gasschutz

läge ist kein Sonntag, aber ein Stück Sonntag hat jeder Tag,an dem man KAFFEE HAG trinkt!

Herr Becker kann aljo ebenso wie fein Kollege Beyer bereits auf eine 25jährige Dienstzeit den Gießener Verkehrsbetrieben zurückblicken.

Das Echo in Washington.

Wenig Aussichten für einen Erfolg. Kein Nachlaß für Krankreich.

gilt auch dann, wenn das Kind infolge körper­licher und geistiger Gebrechen außerstande ist, sich selbst zu erhalten. Diese Leistungserhöhung er­streckt sich auch auf die Ersatzkassen der An­gestelltenversicherung und tritt rückwirkend ab 1. Oktober 1932 in Ärait Der Reichsarbeitsmini­ster hat die Zustimmung zu diesen Mehrlei­stungen bereits erteilt.

mitnimmt.

Weihnachtliche Schaufenster haben es trat ihren Verführungskünsten am leichtesten. Denn jedes Ding erhält mit einem Mal seine Beziehungen zu dem lichten Mittelpunkt, der am heiligen Abend der Phantasie der Vorwochen ein Ziel setzt. Freilich sind unsere Zeiten nicht dazu angetan, all das, was uns die Schaufenster eingeben, in dem Umfang zu verwirklichen, wie ihn uns liebevolles und freundliches Denken in solchen Augenblicken beglück- ter Schau einreden möchte. In diesem Jahre wird sich mancher Wunsch bescheiden müssen, entweder auf ein zeitgemäßes Ausmaß zurückgeschnitten, ober börsentechnisch umfrisiert zu werden. Aber auch wenn Wunsch und Wirklichkeit sich nicht in allen Fällen zusammenfinden können, weiß das Schau­fenster noch unzählige Mittel und Wege, die unter den Weihnachtsbaum führen. Denn Schenken ist ja nicht nur Kaufen, sondern Wählen, Abwägen und ein Ab stimmen auf die seelische Wellenlänge des Empfängers. Mit Kleinem große Freude machen, ist eine Kunst. Wer sich hierin, trotz der Notzeit, als Meister zeigt, der ist Mensch in einem höheren Sinne als derjenige, der mit Paketen beladen nur seine sämtlichen Verpflichtungen", als die er seine Gaben empfindet, nach kommt.

Weihnachtliche Schaufenster sind die Wach- traume der Kinder. Sind die Hypnotiseure der jug-mdlichen Gemüter, mit denen die schönsten Flügelrösse in diesen Tagen durch die C« Ude einer schrankenlosen Phantasie tummeln. Dieses Vor­recht ihres Lebensalters läßt sie in den Wochen vor Weihnachten und vor den Schaufenstern sich als Herren der Produktion fühlen. Mit heißen Köpfen und brennenden Blicken stehen sie vor den Scheiben dicht beieinander, und es setzt nicht selten wortreiches Hin und Her ab, bis man sich einig geworden ist, wer einen geistigen Desihtitel auf die kunterbunten Sachen hat. die vorläufig noch herrenloses Gut sind.

Helft ihnen ihre turmhohen Luftschlösser bauen, deren Fußböden mit funkelnden Mosaiksteinchen ausgelegt sind, über die ja doch schon allzufrüh die nüchterne Wirklichkeit ihren dürren Sand streut. Alles, was in den Schaufenstern liegt, laßt sie haben, damit es ihre Seele eine kur^z Weile mit Wärme und Glanz füllt, damit sich ihr Glücksrad bis zu dein Abend hrißgelausen hat, an dem sie vor Freude über das, was sie tat» sächlich greifen können, die Gaukeleien und Mär-

zur Ablehnung geneigt macht, insbesondere, da hier keinerlei Reigung für ein Ein­gehen auf französis che Wünsche be­steht.

Times"' meldet aus Washington: Welche Wir­kung die britische Rote auf die bevorstehende Anempfehlung des Präsidenten Hoover und die zunehmenden Männer der Anhänger einer freundlichen Regelung auf den Kongreß aus- üben werde, ist immer noch so zweifel- hast, daß man verzweifeln möchte. Vielleicht ist es eine Aenderung der Ansichten, daß Mitglieder des Senats und des Repräsen­tantenhauses in Privatgesprächen mehr Be­reitwilligkeit zeigen, die Möglichkeit e:ner Sonderbehanblung der britischen Schulden zu erörtern. Aber sie scheinen we­niger von der Besorgnis vor der Rückwirkung der britischen Rote auf die Geschäftslage getrie­ben zu werden, als vielmehr von dem festen Willen. Frankreich weder im Dezem­ber noch in Zukunft nur einen Cent seiner Schulden zu erlassen und von der Hoffnung, daß ein englisch-amerikanischer Kompromiß die doppelte Wirkung haben würde, auf ein« Isolierung Frankreichs hinzu- arbeiten und Japan zu einer Aenderung seiner mandschurischenPolitikzuver­anlassen.

G.A.-Sport.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Jugendsplele.

Die Jugend A I der Spielvereinigung 1900 trat am Sonntag in Mulchenheim gegen die dortige A-Jugend an und siegte verdient mit 8:0 Toren. Die 1900er fanden sich zwar nicht gleich, blieben aber dann bis zum Schluß tonangebend. Bei Halb» zeit lautete bas Ergebnis bereits 5:0 für die Gie­ßener. Während der zweiten Halbzeit kam der Geg­ner kaum mehr über die Mittellinie. Die 2. Ju­gend weilte zum Spiel gegen die 1. Jugend von Lich in Lich und traf dort auf einen schwer nehmenden Gegner. Bei der Pause stand das Spiel mit Glück 3:1 für 1900. Nach der Pause drehten die Gießener mächtig auf, der Sturm erwies sich aber als unzulänglich, so daß nur ein knappe^ Sieg und dieser noch durch Eigentor der Lichter erzielt wurde. 1900s 2. Schü er lieferten den Schülern von Wieseck einen schnellen Kampf, der von den Blau» weißen mit 2:0 gewonnen wurde.

Aus Einladung des Vorstandes der Gießener Studentenschaft fand am Mittwochabend inber Neuen Aula der erste Vortrag im Nahmen eines wehrpolitischen Vortragskurses statt. Nach Begrüßungsworten Se. Magnifizenz bes Rek­tors Prof. Dr. Jeß hielt Universitätsprofessor Dr. Hildebrandt einen Vortrag überGas- tampf und Gasschu tz". Der Vortragende führte in feinen interessanten Darlegungen u. a. aus:

Bisher ist es nicht gelungen, ein internationales Verbot gegen die Anwendung von Giftgasen im Kriegsfall zu erreichen. Es ist sicher, daß nicht nur der Soldat an der Front und in der Etappe, sondern auch die Zivilbevölkerung in der Heimat durch die Verwendung von Giftgasen stark bedroht wäre. So ist es kein Wunder, daß bas Problem bes Gasschutzes sehr aktuell ist und daß man erfreulicherweise nun auch in Deutschland be­ginnt, den passiven Luftschutz zu organi­sieren, nachdem uns der aktive versagt ist.

Die Vorbedingung für einen wirksamen Gasschutz ist die Kenntnis der Wirkung und Folgen von Gift­gasen.

Die sog. Kampfgase sind Gifte von außerordent­lich hoher V.rksamkeil, die der Luft als Gas, Dampf, Rebel, Staub oder Tröpfchen beige­mischt werden und so zur Wirkung gelangen.

Im Weltkrieg kamen 54 derartige Gase zum Ein­satz, am Ende bes Krieges waren 12, die sich am besten bewährt hatten, noch in Verwendung.

Di« Kampfgas« sind in verschiedene Gruppen einzuteilen:

3n di« sog. Reizstoff«, die schon in ge­ringster Konzentration heftigste Reizerscheinungen an den Schleimhäuten des Auges, der Ras« und des Mundes Hervorrufen und zum Riesen, Trä­nenträufeln und Erbrechen führen. Sie sind ver­hältnismäßig wenig gefährlich, ihre Wirkung klingt schnell ab, ohne rrgendwelche Dauerschäden zu hinterlassen. Gefährlicher sind die eigentlichen Giftstoff«, deren Hauptr ertreter das Phos­gen ist. Das Phosgen schädigt in schwerster Werse die Lunge; wird es in minimalster Kon­zentration «ingeatmet, so spürt der betreffende einige Stunden lang nichts. Dann erst kommt es durch Austritt von Flüssigkeit in die Lungen­bläschen zu zunehmender Atemnot, die sich immer mehr steigert und schließlich zum Tode führen kann.

Die ersten beiden Gruppen, die von deutscher Seite alsBlaukreuz"- undGelbkreuz"-Muni1ion ver­wendet worden sind, sind der Typus der Aggressto- Munition, sie sollen den Gegner außer Gefecht setzen und zwar vorübergehend (Reizstoffe: Blau­kreuz) oder dauernd (Giftstoffe: Grünkkeuz).

Der dritte Typus der Kampfstoffe ist die Gelb- kreuzmunition, das Senfgas. Im Gegen­satz zu den obenerwähnten Kampfstoffen ist das Senfgas sehr wenig flüchtig, es ist bei der gewöhn­lichen Lufttemperatur eine Flüssigkeit. Kom­men feine Tröpfchen dieses Giftes auf die Haut, so spürt der Betreffende zunächst nichts, erst nach Stun-

Wcltervoraussagc

Heber dem Rordatlantik ist eine neue trat Störung erschienen, die, nachdem der hohe Druck nun ziemlich verdrängt worden i|t, sicy vis in unseren Bezirk hin durchsetzen wird. Sie hat über den britischen Inseln schon verbreitete Riederschläge hervorgerufen und schiebt ihre Warmluft, wie an den Temperaturen der Berge zu erkennen ist, in der Höhe ostwärts vor. Es wird sich also Milderung durchsetzen, dabei tritt vielfach diesiges und bewölktes Wetter ein, vereinzelt kommt es zu Regenfällen.

AussichtensürSamstag: Milder, viel­fach dunstig und bewölkt, vereinzelt« Rieder- schläg«, südwestlich« bis westlich« Winde.

AussichtenfürSonntag : Weiterhin be­wölktes und noch ziemlich mildes Wetter.

schuldenverpflichtungen könne das Lausan­ner Abkommen nicht ratifiziert werden. Die Frage der Reparationen würde ungeregelt bleiben. Die Besserung im Ver­trauen, die auf die Lausanner Vereinbarungen folgte, würde wieder zunichte gemacht werden und zahlreiche ernste politische und finanzielle Probleme, die jetzt in der Erörterung stehen, würden dadurch verhängnisvolle Ergebnisse haben.

Die Rote erklärt:Die britisch« Regierung be­tont ihre äleberzeugung, daß ihr Vorschlag für eine Suspendierung der Dezemberzahlung, ein Vorschlag, der in keiner Weis« eine Endregelung berühren würde, notwendig ist, um di« für ein erfolgreiches Ergebnis der darauf folgenden Be­sprechungen über die Revision der bestehenden Schuldenverpflichtungen günstige Lage zu schaffen. Die Reserven der britischen Regierung m Gold und in ausländischer Währung würden, ob­wohl ausreichend, um Währungsschwankungen zu mildern, nicht genügen, um die Zahlung von 95,50 Millionen Dollar zu decken. Die Wäh­rungsschwierigkeit würde bestehen bleiben, selbst wenn man zu dem Hilfsmittel einer Sterling­zahlung auf ein Sperrkonto greifen würde. Me einzig übrig bleibende Alternative würde eine Zahlung in Gold sein. Eine der­artige Zahlung würde die Opferung eines be­trächtlichen Teiles der Goldreserven der Bank von England bedeuten, die allgemein ange­sehen werden als gerade genügend für die Verantwortlichkeit Londons als Finanzmittel- Punkt."

Weihnachtliche Schaufenster.

In den Wochen vor Weihnachten üben die Schau­fenster einen magischen Zauber aus, dem olle un­terliegen, die an ihnen vorübergehen. Denn es liegt in diesen Wochen etwas Unsichtbares hinter ihnen und in der Luft, das uns alle empfänglich macht für Lockungen, die in dieser Zeit bas geheime Sehnen der großen und der kleinen Kinder sind. Dann sind die Schaufenster wie Märchenerzähler, bie -uns dauernd begleiten, unsere Augen und Blicke lenken, uns zwingen, stehen zu bleiben und unsere Gedanken zwischen all dem Vielfältigen spielen zu lassen, bas ba hinter Glas auf den wartet, der es

Washington, 1. Dez. (WTD.) Di« eng­lische Rote wird hier allgemein als diplo­matisches Meisterstück bewundert, und einige der von der englischen Regierung angeführten Argumente werden als durchaus diskutabel bezeichnet. Trotzdem bereitete der Inhalt Enttäuschung, weil man fest geglaubt hatte, daß bie amerikanische Antwort auf d.« erste britische Rot« die Unmöglichkeit des Auf­schubs der Dezemberrate überzeugend bargelegt habe. Die englischen Ausführungen in der heute publizierten Rote seien wertvolles Ma­terial für spätere Verhandlungen, wenn und sobald der Kongreß die betreffende Kommission ernannt habe, aber sie könnten nicht als Grund für die Richtzahlung der am 15. Dezember fälligen 95 Millionen Dol­lars benutzt werden.

Bekanntlich ist auch in dem alten, feine Ta­gung wieder beginnenben Kongreß bie Mehr- yeitgegenHoobereinge stellt und wirb sich, ba Roosevelt eine Einmischung zugunsten der Alliierten ablehnte, kaum dazu verstehen, irgendwelche Vorschläge Hoovers in der Schulden» frag« gutzuheißen. Di« Lage wird ferner da­durch verschärft, baß morgen auch Frankreich eine ähnlich« Rot« hier übergeben und damit wiederum der Eindruck einer alliierten Einheitsfront geschaffen wird, was er- fahrungsgemäß den Dundeskongreh stets mehr

Hitler im Wahlkampf in Thüringen.

Greiz, 2.Dez. (TU.) Am Donnerstagabend fand eine Kundgebung der RSDAP. für die kommenden Thüringer Kommunalwahlen statt, die insofern besonderes Interesse beanspruchte, als Hitler persönlich sprach. Rach Ans uhrungen zur thüringischen Politik kam er auf die letzten poli­tischen Begebenheiten zu sprechen und erklärte, man verlange ihn und seine Organisation nicht um der Sache willen, sondern um die Organs- fation zu diskreditieren durch die Fehler, die die anderen begangen hrben. Dazu gebe er aber seine Organisation nicht her. Man habe ihm vor- getoorfen auch in den eigenen Reihen, daß er nicht in die Papen-Regierung eingetreten sei. Di« Regierung sei aber nach kurzer Dauer zu­sammengebrochen. Was würde man heute von ihm sagen, wenn er mitgestürzt worden wäre? Die Intervalle von einer Regierung zur anderen würden immer kurzer, die Zeit der Rational­sozialisten komme bald. Auf mündliche Ver­handlungen lasse er sich in Zukunft nicht wieder ein, da man ihn nur damit in die Falle locken möchte. Alles geschehe jetzt schriftlich. Auch er könne einmal rasch von bet Bildfläche verschwin­den. Dann wolle er, daß aus den schriftlichen Aufzeichnungen festgestellt werden könne, daß er ehrlich und nur der Sache gedient habe.

Hitler begab sich daraufhin zu einer zweiten Rede nach Altenburg, wo er u. a. erklärte, di« Streiks in Westdeutschland und in Berlin seien von den Rationalsozialisten nicht des Streiks wegen inszeniert worden, sondern um die Ar­beiterschaft zu schützen. Wenn man in der Zukunft versuchen sollte, ihn durch Zuckerbrot und Peitsche yi gewinnen, dann irre man sich. Für ihn und seine Bewegung stehe das Wortergeben" in keinem Wörterbuch. Für die nächste Zeit dürfe nichts weiter erwartet werden, als Fort­setzung des Kampfes, und er sei Fanatiker und sicher, daß er fein Ziel erreichen werde. Auch heute noch sei er jederzeit bereit, die Verantwortung z u tragen, oder wenn man ihn davon fernhalten wolle, so sei er auch bereit zum Kampf, undwenn die Welt voll Teufel wär'".

Mehrleistungen in der Angestellten- Dersicherung.

Berlin, 1. Dez. (ERD.) Der Derwaltungsrat der Reichsrersicherungsanstalt für Angestellte hat am 29. Rovember eine Satzung beschlossen, die die Altersgrenze für den Bezug von Waisenrente und Kinderzuschü s sen vom 15. auf das 18. Lebensjahr erhobt. Voraus­setzung ist hierfür Schul- undDerufsaus- btlbung des Kindes. Die höhere Altersgrenze

** Zu ber Eröffnungsfahrt auf der Straßenbahnlinie Gießen Wieseck, Über bie wir am Mittwoch berichteten, ist berich- tugenb festzustellen, bah der Straßenbahnwagen- führer Becker nicht erst im Jahre 1934 sein 25jähriges DienstJubiläum im Gießener Verkehrs- wesen begehen würbe, fonbern daß er bereits feit 1. November 1907 im Gießener Derkehrsdienst steht, und zwar bis zum 20. November 1909 bei bem Omnibusbetrieb und seitdem bei bet Straßenbahn.

den zeigt sich Rötung und Blasenbikdung, die nach Tagen zur Witoßung. des gejd^ät iten Gewebes führt. Die Heilung dauert außerc it.äd) lange, bis zu einigen Monaten.

Bei dem Schuh gegen kampfgasstoffe unter- scheibet man den 5a nmelfchuh und den Einzel- schuh. Beim Sammelschuh handelt es sich da : m, Gebäude, die für die Ausnahme größerer Men­schenmengen bienen können, durch geeignete Vorrichtungen mit giftfreier Luft zu versorgen. Beim Einzelschuh wird das einzelne Individuum durch geeignete Apparate vor der Einatmung der Giftgase geschützt.

Man unterscheidet dabei drei grundsätzlich verschie­dene Typen: Die Sauer st ofsisoliergeräte, bei denen der Träger des Apparates reinen, hoch- komprimierten Sauerstoff in einer kleinen Stahl- flasche mit sich führt. Dieser Apparat wird auf dem Rücken getragen, eine Schlauchverbindung führt unter die Maske, die vor dem Gesicht getragen wird. Bei den Schlauchgeräten, dem zweiten Typ, ist der Träger durch einen bis zu 100 Meter langen Schlauch mit giftfreier Luft verbunden. Bei den Filtergeräten oder sogenannten Gasmasken ist ein Filter vorgeschaltet, in welchem die der Luft beigemischten giftigen Gase zurückgehalten werden. Diese Filter sind in der Lage, auch verhältnismäßig große Mengen giftiger Gase zu binden und so die Lust, die so durch das Filler hindurchtritt, voll­kommen giftfrei zu machen.

Zum Schuh der Zivilbevölkerung muß diese aufgeklärt werden, weiter muh die Möglichkeit bestehen, daß bestimmte h.lfs- und Schuhmaß- nahmen schnell durchgeführt werden können.

Vor allem die Aerzte müssen bas nötigste über die Giftgase und den Schutz vor ihrer Wirkung wis­sen, auch die Sanitäter, die Feuerwehr und die Technische Nothilfe müssen bis zu einem ge­wissen Grade nach dieser Richtung ausgebildet wer­den.

In anderen Ländern ist der passive Gasschutz schon weit verbreitet und gut organisiert. Auch bei uns in Deutschland erscheint es geboten, der Or­ganisation des Gasschutzes mehr Auf­merksamkeit zu schenken, als es bisher dea Fall gewesen ist.

Frauen im Freiwilligen Arbeitsdienst, hauptsächlich im Dienste der Winternothilse.

Frankfurt a. M., 1. Dez. (WSN.) Während der männliche Arbeitsdienst im Bereich bes Landes­arbeitsamtes Hessen in letzter Zeit etwas zurückge- gangen ist, ergibt sich bie merftoürbige Tatsache, baß im Freistaat Hessen und in Hessen-Nassau, bie bas Landesarbeitsamt umfaßt, bie Frau im frei­willigen Arbeitsdienst in bisher noch nicht ba gemefener Weise in den Vordergrund tritt. Die Zahl der Maßnahmen des freiwilligen Arbeits­dienstes, bei denen ausschließlich Frauen und Mädchen beschäftigt sind, ist in letzter Zeit von etwa 1 5 auf annähernd 30 ge ft le­gen. Der freiwillige Arbeitsdienst zeigt sich hierbei von einer ganz neuen Seite: er ist zum getreuen Spiegelbild der allgemeinen Not geworben, denn der freiwillige weibliche Arbeitsdienst ist vorwiegend auf die Winternothilfe eingestellt, die in den Städten des Bezirks sowohl, wie in den kleineren Gemeinden in verstärktem Maße eingesetzt hat. Es sind hierbei eine erhebliche Anzahl Frauen und Mädchen in den Dienst der Winterhilfe gestellt-, in Frankfurt sind es etwa 150, selbst bei den einzelnen Maßnahmen in den kleinen Gemeinden sind je 25 bis 30 Frauen beschäftigt. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf die für bie Winterhilfe nöt gen Repara­turen und Handarbeiten, nur eine kleine Anzahl ist den Gruppen männlicher Arbeitsdienstwilliger zum Kochen, Waschen usw. zugeteilt.

aufleben, bis den versuchen, den Strom des Kapitals zu zwingen, bergauf zu fließen, ein

Ende gemacht ist.

Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Zahlungs- fähigkeit bes Schuldners nur zweitrangige Bedeu­tung besitzt gegenüber der Fähigkeit der Well, die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen, die d i e Transferierungen mit sich bringen würden, zu ertragen. Es wird einem Gläubigerlande nichts nützen, ein paar Millionen Pfund ober Dollars zu sammeln, wenn es baburth bie Wellunordnung ver­längert und eine Kriegs-schuldenregelung, wie groß­zügig sie auch immer fein mag, würbe sich über und über durch den Beitrag bezahlt machen, den sie zu der Wiedererholung der Welt leisten würde. Es liegt in der Macht der Regierungen der Welt und besonders der Vereinigten Staaten und Großbritan­niens, als der beiden größten Gläubiger­nationen, wenn sie sich zur Zusammenarbeit zuisammenfinden, den ersten und wesentlichen schritt auf bem Wege zur Abwendung des finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Unheils zu gehen.

In dem der Lausanner Regelung ge- widmeten Abschnitt der Rote heißt es: Wenn die Zahlung der für die britische Kriegsschuld an die vereinigten Staaten fälligen Summen wieder aufgenommen werden soll, so würde die britische Regierung verpflichtet sein, die Frage der Zahlungen ihrer eigenen Schuldner wieder zu eröffnen. Die Schuldnerländer würden ihrerseits Zah­lungen Deutschlands zu fordern haben, und Großbritannien würde dasselbe tun müssen. Ohne eine Regelung der Kriegs-

<hen vergessen werden, die ihnen die weihnacht­lichen Schaufenster tage- und wochenlang zu einer alljährlichen Augenweide machen. K. L.

Spenden für die WinternoihUse.

Bon der Geschäftsstelle der Gießener Winter­nothilfe werden uns folgende weitere Spenden gemeldet:

Lehrer Hahn- Lindenstruth als Ergebnis einer Sammlung 5 Zentner Kartoffeln und 7,25 Zent­ner Gemüse. Die Firma L. Dernard, Plock- straße, stellte einen großen Posten Stoffe zur Verfügung, der im freiwilligen Arbeitsdienst in der Werkstatt der Winternothilfe verarbeitet werden soll.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 23 bis 22.30 Llhr,P< Pina". Oberheisischer Kunstverein, Turmyaus am Brand- Platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. Die Christen­gemeinschaft, 23.15 Raum der Christengemein­schaft, öffentlicher Vortrag überAoventserwar- tung in vorchristlichen Kulturen". L.chtspi«!- Haus, Bahnhofstraße:Friederike". Astoria- Lichtspiele, Seltersweg:Menschen hinter Git­tern".

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