Ul
den...
20 neuartige in Berlin aus- jibt's keine. — Portemonnaie!
, u//nterhoÜ Droge1"1® *ttZPia® io
»M
.ends 8,15 Uhr, sprechen
Hen'- Nene,„ '' und Galle., , b*n ihn 'genen Angaben Beschwerden.
Vertreter: ,M6V retn- Urednerstr, 24 breibep/EinfeDdeniW
y, K-'"
Ihnen ’J^’j^Äem- BÜÄe’si« dch von Ihr®
ft angelt jffdD.ItOM
KM ' Fru|dda: Hold »“ „ yn tzZUZ ®SaUhr’ 8ch0tt M-'V
S"12 Uhr, iL.irfli E.
Jöfage
Ekandin^^ben. ) dirkt sj^kch "stnd
die inSff Qten
übe? An di« verursach? hitj. u! Fein?) !rhr
i?"' •* b'L
Oktober- mitt
TQb> 1.3)X6'8
10 cm ad: nm 1 m t|e °>n
WBerlli
r, tiieißH über
Ä*
Pfennig 77,70
.Orlsjmpeßiefien
) ist führend
mg
117
Onitf und Verlag: vrLHI'sche Unweifitäls Such- und Steindnickere! H. Lange in Sietzen. Lchriftleitung und S-ichästsftelle: Schulftratze 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20ü, mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für * Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Vlumschein undlürdenAn- zeigenteil i. V^TH.Kümmel sämtlich in Biegen.
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Kernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen.
Postscheckkonto: zranlfurt am Main 11686.
m 258 AvübauSsabe 182. Jahrgang Mittwoch,2. November 1932
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Schwierigkeiten der englischen Abrüstungsberaiungen
Starke Sehnsucht nach Deutschlands Rückkehr zur Abrüstungskonferenz.
London, 2. Roo. (2BIB.) Die an der Abrüstungsfrage hauptsächlich interessierten Minister haben sich gestern versammelt, um die in der vorgestrigen Kabinettssihung begonnenen Beratungen fortzusehen. Es handelt sich offenbar um die Prüfung der englischen Abrüst u n g s p o l i t i k im Lichte der jüngsten Ereignisse.
An den gestrigen langwierigen Beratungen des Kabinettsausschusses für Abrüstungsfragen nahmen, wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet, außer mehreren Ministern auch einige Sachverständige teil. Die Tatsache, daß es seht einen französischen und einen amerikanischen Plan gibt, werde nicht als ausreichender Grund betrachtet, die britischen Vorschläge über die qualitative Abrüstung zurückzuziehen. Allerdings bestehe anscheinend ziemliche Einstimmigkeit in Begierungskreisen, daß es besser wäre, Deutschland bald zur Abrüstungskonferenz zurückzubringen, als in Abwesenheit Deutschlands einen Plan auszuarbeiten und ihn dann Deutschland zur Genehmigung oder zur Kritik zu unterbreiten.
Ls handelt sich ferner darum, einen Ausgleich zwischen den militärischen und den politischen Forderunge zu finden. Offensichtlich vertreten die militärischen Dienststellen ihre Rechte sehr energisch. Infolgedessen ist das verbleiben des Außenministers in London unerläßlich geworden, so daß er vorläufig nicht n a ch G e n f geht. An seiner Stelle wird dec Anterstaatssekretär im englischen Außenministerium, Eden, zur Teilnahme an den Abrüstungsverhandlungen nach Genf reisen.
Wird Macdonald in Genf erscheinen?
London, 1.Nov. (ÄZDB.) Der diplomatische Korrespondent iws „Daily Telegraph" bemerkt zu der Frage, ob Macdonald Ende des Monats nach Genf gehen werde, die Entscheidung darüber werde wolst beeinflußt werden durch das Ergebnis der Bcsp"?chungen, die der amerikanische Delegierte Norman Davis mit dem Reichsaußenminister Freiherrn v. Neurath zu führen beabsichtige, wenn dieser anläßlilch der Sondersession des Völkerbundsrats am 14. November nach Genf komme.
Oer englische Kriegsminister bremst.
London, 1. Nov. ($11.) Der englische Kriegsminister Lord Hailsham sprach hier, offensichtlich im Hinblicks auf den neuen französischen Abrüstungsplan, über die Bedeutung der Territorialarmee, die das Kriegsministerium für einen wichtigen Teil der englischen Verteidigungskräfte halte. 2n der Hoffnung, in der Abrüstung mit gutem Beispiel vor- anzugchen, habe England sein Heer so weit herabgesetzt, wie es mit der Sicherheit noch vereinbar sei. Weitere Gründe für die Heeresverminderung in England waren die Leistungsfähigkeit des gegenwärtigen Aufbaues des Heeres und die Einführung der Mechanisierung. die eine englische Erfindung sei und den Tank geschaffen habe. Cs gebe einige Leute, so sagte der Kriegsminister, die den Tank als eine Angriffswaffe bezeichnen. Er sei aber das einzige Mittel, um Infanterielinien gegen moderne Schnellfeuergewehre und andere Angriffswaffen zu schützen.
Herrio-s Fußangeln.
Die Entwicklung, die den: A b r ü st u n g s bestre- bungen durch die neue französische Initiative gegeben werden soll, wird natürlich auch von Deutschland mit großer Aufmerksamkeit zu verfolgen sein. Äus "dm freundlichen Aeußerun- gen, die der Führer der amerikanischen Delegation, 'Hormon Davis, nach seinen Wochenend- bcsprechungen mit Herr iot in der Pariser Presse veröffentlicht hat, darf man vielleicht den Schluß ziehen, daß es richtig war, wenn man sich in Berlin den Veröffentlichungen über den konstruktiven Plan nicht von vornherein entgegenstellte. Mir dürfen natürlich gerade gegenüber Amerika nicht den Eindruck erwecken, als ob unsere Gleichberechtigung sforderung nur auf unsere eigene Aufrüstung, nicht aber auf die allgemeine Abrüstung zielte. Der französische Plan enthält in der Tat einige theoretische Formulierungen für eine ziemlich weitgehende Ab- rüstung und über eine internationale Polizeimacht, über die man nach dem Zugeständnis der unbedingten Gleichberechtigung nicht jede Verhandlung ablehnen darf, wenn wir uns nicht in ein falsches Licht setzen wollen.-
Natürlich wird man sich auch in der Wilhelm- straße darüber klar sein, daß es sich tatsächlich nur um theoretische Formulierungen handelt und daß es Frankreich im Grunde nun darauf ankommt, einen Ausgleich zwischen den hechgerüsteten Staaten ohne Rücksicht auf die
deutsche Forderung nach Gleichberechtigung her- beizusühren. Vor allem ist es für uns ein ganz unmöglicher Gedanke, in das System der kontinentalen Sicherheitsverträge, wie es den französischen Absichten zu entsprechen scheint, einen neuen Vertrag zwischen Deutschland und Polen einschalten zu lassen, der selbstverständlich die blutende deutsche Grenze im Osten verewigen soll und in seiner Bedeutung über Locarno hinausgehen würde. Wenn das die Voraussetzung dafür sein soll, daß Frankreich in den Verhandlungen über den konstruktiven Plan den Grundsatz der Gleichberechtigung anerkennt, dann allerdings wird man sich einen anderen Verhandlungspartner suchen müssen.
Daß sich diesmal ch e r r i o t die Sache sehr genau überlegt hat, geht schon aus der in seinem Plan enthaltenen Rücksichtnahme auf die englischen Sonderwünsche hervor. Vor allem soll England von der Abschaffung der Berufsheere ausgenommen undA mit geringeren Garantieverpflichtungen in das System der kontinentalen .Sicherheitsverträge einbezogen werden. Wenn man sich in England und den Vereinigten Staaten durch solche Rücksichtnahme und durch die geschickte ju
ristische Konstruktion des französischen Planes zunächst für ihn einnehmen lassen sollte, so wird man doch im Laufe der Verhandlungen auch in London und Washington bald zu der Erkenntnis gelangen müssen, daß Frankreich mit seinem konstruktiven .Plan nur einen Schleier schaffen will, hinter dem es seine Rüstungspolitik und feine Bestrebungen im Sinne der militärischen Hege-monie auf dem Kontinent fortsetzen kann. Der Pferdefuß wird schon da sichtbar, wo Herriot den Staaten, die überseeischen Besitz haben, die Verfügung über spezialisierte Streitkräfte Vorbehalten will. Dieses Recht besonderer Rüstungen soll dann offenbar in erster Linie für Frankreich und zwar in den nordafrikanischen Besitzungen und ebenso selbstverständlich nicht für Deutschland gelten.
OLplomaten-Empfänge beim Reichspräsidenten.
Berlin, 1. Nov. (WTB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den neuernannten deutschen Botschafter in London, Dr. v. Hoesch, den neuernannten deutschen Botschafter in Paris Roland Köster sowie den deutschen Gesandten in Stockholm Dr. o. Rosenberg.
Danziger Protefl gegen polnischen Vertragsbruch
Polen unterbindet die Wareneinfuhr aus Danzig.
Danzig, l.Rov. (WTB.) Der Senat hat am Montag an den Vertreter Polens eine Rote gerichtet, in der es u. a. heißt:
„Unter dem 22. Oktober d. I. hatte ich mich erneut an Sie gewandt wegen der Behinderung des Absatzes Danziger Waren nach Polen. Immer weitere Vorstellungen werden täglich bei dem Senat von Danziger Firmen gemacht, daß die Beschlagnahmungen Danziger Waren in Polen und die Abdrängung der Danziger Waren von dem polnischen Markt nicht nur nicht nachgelassen haben, sondern sogar weiter verschärft worden sind.
Die polnischen Grenzstellen sind inzwischen dazu übergegangen, Danziger waren nur dann über die Grenze zu lassen, wenn die Einfuhrgenehmigung eines polnischen Zollinspektors vorgelegt wird. Dies bedeutet nichts anderes, als daß für jede Einfuhr von Danziger Waren nach Polen eine Einfuhrgenehmigung nach polnischer Anschauung erforderlich ist, und daß die Einfuhr von Danziger Waren von der willkürlichen Ausstellung irgendwelcher Bedin
gungen, die mit den bestehenden Verträgen in Widerspruch stehen, von polnischen Zollinspektoren abhängig ist.
Da ich es trotzdem immer noch nicht für möglich halte, daß die polnische Regierung in offener Form unter den Augen des Herrn Hohen Kommissars die- Verträge verletzen will, muß ich Sie, Herr Minister, dringend bitten, auf meine Vorstellungen vom 22. September, vom 22. Oktober und vom heutigen Tage mir umgehend mitteilen zu wollen, ob Sie bereit sind, dahin zu wirken, daß unverzüglich ein den Verträgen entsprechender Zu st and in dem Warenverkehr von Danzig nach Polen wieder hergestellt wird."
Die Presse st elle des Senats meldet hierzu ergänzend: Polnische Privatpersonen und polnische Beamte versuchen mit allen Mitteln, die polnischen Kaufleute von dem Bezüge Danziger Waren abzuhalten. Man geht sogar so weit, daß polnische Kaufleute, die Danziger Waren kaufen, alsMörder des polnischen Staates bezeichnet werden.
Mrokkamscher Gesprächsstoff in Madrid.
Welche Vorschläge macht Herriot den Spaniern? — Was werden England und Italien dazu sagen?
Von unserem B.-Derichterstatter.
(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tanger, 31. Oktober 1932.
Unser Leben steht still! Darüber besteht kein Zweifel. Der flüchtige Besucher darf sich nicht durch die Lebendigkeit in den engen Gassen der Cingebo enftaöt und durch das Treiben in den europäischen Cafes am Sokoplatz täuschen lassen. Der Handel stockt, die Verwaltungskassen sind leer. Die Ursache des Riedergangs erblicken die einen, insbesondere die Spanier, in den Verwicklungen der zwischenstaatlichen Ordnung, die Franzosen wieder machen das fehlende Hinterland dafür verantwortlich. Das spanische Element ist zweifelsohne in Tanger am stärksten vertreten. Jeder Maure spricht spanisch, und spanisch ist auch die Umgangssprache der zahlreichen spa- niolischen Juden. Die spanische Schutzzone keilt das zwischenstaatliche Tanger von beiden Seiten ein. Gegenüber, durch d.e schmale Meerenge getrennt, liegt das spanische Festland, in spanischen Händen liegt der größte Teil des Handels, namentlich des Einzelhandels, aber den größten Einfluß in machtpolitischer Beziehung besitzt Frankreich, denn Tanger ist nicht nur international, sondern es untersteht gleichzeitig der Oberhoheit des Sultans.
Die Franzosen haben kein Interesse, Spanien in Tanger und dessen Umgebung vor allzu große Schwierigkeiten zu stellen. Denn diese würden — bis ins Letzte durchdacht — Frankreich einmal veranlassen' können, die Rachfolge Spaniens übernehmen zu müssen und bis an das Mittelländische Meer vorzu'stoßen. Das aber müßte einen offenen Bruch mit England und Italien nach sich ziehen, den hervorzurufen Frankreich sich scheuen dürfte. Bei England und nicht bei Frankreich, liegt durch seine Stellung in Gibraltar auch der Schlüssel zur gegenwärtigen Lage in Tanger. Der Hafen von Tanger ist nur nach Westen zu durch eine Landzunge geschützt. Rach Osten liegt er offen unter den Kanonen Gibraltars. Bei klarem Wetter kann man den Felsen, wie er sich am Horizont drohend aus dem Flachland erhebt, deutlich sehen, und am 1
Abend schimmern die Lichter von Gibraltar nach Tanger herüber. Solange Tanger unbefestigt eine zwischenstaatlich verwaltete Zone und das Rifufer mit Ceuta und Melilla in schwachen spanischen Händen bleibt, hat England nichts für die Bedeutung der Festung Gibraltar und für den Kriegshafen zu fürchten. Anders aber wäre es, wollte sich Frankreich an der afrikanischen Rordküste festsetzen. Die Legende der ilnein« nefjmbarfeit Gibraltars ist heute nicht mehr stichhaltig. Deshalb wird es England nie gestatten, daß sich als Rachfolgerin Spaniens eine Großmacht niederläßt, selbst dann nicht, wenn sie sich vertraglich verpflichtet, von Befestigungen abzusehen.
Nun ist es fein Geheimnis, daß die spanische Republif sich gerne der kostspieligen und undankbaren Rifzone entledigen möchte, die nur Blut und Geld gekostet hat, ohne den geringsten Vorteil zu gewähren. Anders liegen die Verhältnisse in Tanger und vielleicht auch in T e - tu a n und in Laroche, die für Spanien einen greifbaren Wert besitzen und vom spanischen Handel beherrscht werden. Aber niemand weiß recht, auf welche Art eine Abänderung der gegenwärtigen Verhältnisse geschaffen werden könnte. Nun hat der Besuch des französischen Ministerpräsidenten Herriot in Madrid Hoffnungen erweckt, daß eine Neuregelung der Verhältnisse in Marokko sich in der Ferne zeigt, woraus vor allem Tanger Nutzen ziehen könnte. Die Aussichten werden durch einen Schritt des französischen Botschafters bei der Madrider Regierung bestätigt. Der Botschafter hat vorgeschlagen, Spanien eine Vormacht- ftellung in Tanger einzuräumen gegen die Gewährung des Rechtes für die französischen Truppen, die aufständischen Stämme des südlichen Atlas, mit'denen die Franzosen in verlustreichen Kämpfen liegen, indasspanischeRiodeOrogebiet verfolgen zu dürfen, wo sich die „Rebellen" unbehindert mit Waffen und Nahrungsmitteln versehen. Der Vorschlag ist in der spanischen Oefsent- lichkeit mit Wärme ausgenommen worden, da das Wüstengebiet an der Rio de Oroküste für Spanien
gar keinen Wert besitzt, eine Stärkung der spanischen Stellung in Tanger aber greifbare Vorteile verspricht und außerdem der spanischen Eigenliebe schmeichelt. Jedoch besitzt Frankreich allein feine Rechtsgrundlage, um eine Aende- rung der Verhältnisse in Tanger vornehmen zu können, die anderen Mandatsmächte müßten gleichfalls ihre Zustimmung geben, und da tauchen Fragen auf, die sich nicht so ohne weiteres entscheiden lassen. England hält an dem gegenwärtigen Zustand in Tanger fest, würde aber vielleicht nichts 'dagegen einzuwenden haben, wenn an die Stelle des stärkeren Frankreich Spanien eine Vormachtstellung einnimmt. Jedoch nur unter der Voraussetzung, daß Frankreich keine Gegenleistung im Rifgebiet erhält. Ein Vordringen Frankreichs in das Rio de Drogebiet würde aber die französische Stellung in der Sahara st ä r - >k e n, vor allem aber würde ein gefährliches Beispiel geschaffen, indem französischen farbigen Truppen der Ein- und Durchmarsch durch spanisches Hoheitsgebiet gestattet wird. Denkt man an die entfernte Möglichkeit eines französisch-italienischen Bruches, so ergeben sich daraus unabsehbare Folge- irungen. Es ist deshalb anzunehmen, daß auch Italien bei den Verhandlungen, die sich vorzeichnen, nicht uninteressiert seitab stehen bleiben wird.
Richt ganz nach Wunsch.
Paris, l.Rov. (TU.) Die Reise Her- riots nach Madrid entwickelt sich n i ch t so, wie man nach dem begeisterten Empfang, der ihm an der Grenze bereitet wurde, angenommen hatte. Die große Mehrheit der Bevölkerung scheint dem Besuch des französischen Ministerpräsidenten völlig teilnahmslos gegenüberzustehen. Man hat sogar wenig erfreuliche Aufschriften, die gegen Herriot gerichtet waren, von den Häusermauern entfernen müssen.
Herriot stattete heute vormittag im Escorial- Palast einen Besuch ab. Mittags veranstaltete der Präsident der spanischen Republik zu Ehren Herriots ein Frühstück. Dann erfolgte die Feierlichkeit der Verleihung des höchsten Grades den neuen Ordens der spanischen Republik an Herriot.
Oie Begleitmusik der pariser presse.
Paris, l. Rov. (TA.) Die Pariser Morgenblätter widmen dem Madrider Aufenthalt Herriots spaltenlange Artikel, in denen alle Einzelheiten ausführlich wiedergegeben werden. Sämtliche Sonderberichterstatter legen noch einmal besonderen Wert auf die Feststellung, daß die Reise Herriots keinen geheimen Charakter trage, und daß die in der in- und ausländischen Presse verbreite en Gerüchte von dem Abschluß giwisser französisch-spanischer Abkommen den Tatsachen widersprächen.
Keine Einfuhr-Verständigung mit Dänemark.
Kopenhagen, 1. Rov. (TU.) Die deutsch-dänischen W i r t s ch a f t s v e r- Handlungen wurden am Dienstag abgeschlossen. Cs wurde folgende gemeinsame Mitteilung herausgegeben:
„Die zwischen einer deutschen Regierungsabordnung und Vertretern der dänischen Regierung und Landwirtschaft geführten Wirtschaftsbesprechungen sind heute zum Abschluß gekommen. Die deutsche Abordnung hat die Absicht, ihrer Regierung über die Kontingentierung der Einfuhr von Schlachtvieh, Mais und Käse dargelegt. Die dänischen Vertreter Haden in eingehender Aussprache ihre grundsätzlichen Bedenken sowohl gegen die Kontingentierung überhaupt, als auch insbesondere hinsichtlich der vorgenannten Waren mitgeteilt. Die deutsche Abordnung wird ihrer Regierung über den Verlauf und das Ergebnis der Aussprache Bericht erstatten.“
Die deutsche Abordnung unter Führung von Ministerialrat Dr. Walter wird am Mittwoch nach Berlin zurückkehren. Eine Einigung ist also nicht erzielt worden.
7,8 Millionen Mark Defizit in Hessen.
Der Abschluß der ersten 5 Monate des Rechnungsjahres 1932.
WSR. Darmstadt, 1. Rov. 2kach dem Ausweis des Finanzministeriums über die Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen per äl l t i m o August für die bis- l-erigen fünf Monate des laufenden Rechnungsjahres betrugen die Gesamteinnahmen im ordentlichen Haushalt insgesamt 23 ,229 Millionen Mark, und zwar aus Rcichs- ft eitern 12,221 Mill. Mk., La ödes steuern 11,521 Millionen Mark, wovon Reichssteueranteile an Gemeinden und Gemeindeverbände in Höhe von 5,529 Mill. Mk. zu überweisen sind. Unter den sonstigen Einnahmen ergaben die Rechtspflege 1,145 Mill. Mk., Schule, Wissenschaft, Kunst und Kirche 0,032 Mill. Mk. und aus der übrigen Landesverwaltung 5,040 Mill. Mark. Bei den Betrieben ist noch ein Zuschuß von 1,221 Mill. Mark ausgeworsen. Die Ausgaben beliefen sich auf insgesamt 3 1,012 Millionen Mark, und zwar für die allgemeine Verwaltung einschließlich Polizei 4,722 Mill. Mk., für die Rechtspflege 2.933 Millionen Mk., für Verkehrswesen 0,103 Mill. Mark, für Schule, Wissenschaft, Kunst und Kir-


