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2.11.1932 Frühausgabe
 
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m 258 AvübauSsabe 182. Jahrgang Mittwoch,2. November 1932

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Schwierigkeiten der englischen Abrüstungsberaiungen

Starke Sehnsucht nach Deutschlands Rückkehr zur Abrüstungskonferenz.

London, 2. Roo. (2BIB.) Die an der Ab­rüstungsfrage hauptsächlich interessierten Mi­nister haben sich gestern versammelt, um die in der vorgestrigen Kabinettssihung begonnenen Be­ratungen fortzusehen. Es handelt sich offenbar um die Prüfung der englischen Ab­rüst u n g s p o l i t i k im Lichte der jüngsten Er­eignisse.

An den gestrigen langwierigen Bera­tungen des Kabinettsausschusses für Abrüstungs­fragen nahmen, wie der diplomatische Korrespon­dent desDaily Telegraph" meldet, außer mehreren Ministern auch einige Sachverständige teil. Die Tatsache, daß es seht einen franzö­sischen und einen amerikanischen Plan gibt, werde nicht als ausreichender Grund betrachtet, die britischen Vorschläge über die qualita­tive Abrüstung zurückzuziehen. Allerdings bestehe anscheinend ziemliche Einstimmigkeit in Begierungskreisen, daß es besser wäre, Deutschland bald zur Abrüstungskon­ferenz zurückzubringen, als in Abwesen­heit Deutschlands einen Plan auszuarbeiten und ihn dann Deutschland zur Genehmigung oder zur Kritik zu unterbreiten.

Ls handelt sich ferner darum, einen Ausgleich zwischen den militärischen und den poli­tischen Forderunge zu finden. Offensichtlich ver­treten die militärischen Dienststellen ihre Rechte sehr energisch. Infolgedessen ist das verbleiben des Außenministers in London un­erläßlich geworden, so daß er vorläufig nicht n a ch G e n f geht. An seiner Stelle wird dec Anterstaatssekretär im englischen Außenministerium, Eden, zur Teilnahme an den Abrüstungsverhand­lungen nach Genf reisen.

Wird Macdonald in Genf erscheinen?

London, 1.Nov. (ÄZDB.) Der diplomatische Korrespondent iwsDaily Telegraph" be­merkt zu der Frage, ob Macdonald Ende des Monats nach Genf gehen werde, die Entscheidung darüber werde wolst beeinflußt werden durch das Ergebnis der Bcsp"?chungen, die der amerikanische Delegierte Norman Davis mit dem Reichsaußen­minister Freiherrn v. Neurath zu führen beab­sichtige, wenn dieser anläßlilch der Sondersession des Völkerbundsrats am 14. November nach Genf komme.

Oer englische Kriegsminister bremst.

London, 1. Nov. ($11.) Der englische Kriegsminister Lord Hailsham sprach hier, offensichtlich im Hinblicks auf den neuen französischen Abrüstungsplan, über die Bedeu­tung der Territorialarmee, die das Kriegsministerium für einen wichtigen Teil der englischen Verteidigungskräfte halte. 2n der Hoff­nung, in der Abrüstung mit gutem Beispiel vor- anzugchen, habe England sein Heer so weit herabgesetzt, wie es mit der Sicher­heit noch vereinbar sei. Weitere Gründe für die Heeresverminderung in England waren die Leistungsfähigkeit des gegenwärtigen Auf­baues des Heeres und die Einführung der Me­chanisierung. die eine englische Erfindung sei und den Tank geschaffen habe. Cs gebe einige Leute, so sagte der Kriegsminister, die den Tank als eine Angriffswaffe bezeichnen. Er sei aber das einzige Mittel, um Infanterielinien gegen moderne Schnellfeuergewehre und andere An­griffswaffen zu schützen.

Herrio-s Fußangeln.

Die Entwicklung, die den: A b r ü st u n g s bestre- bungen durch die neue französische Initia­tive gegeben werden soll, wird natürlich auch von Deutschland mit großer Aufmerksamkeit zu verfolgen sein. Äus "dm freundlichen Aeußerun- gen, die der Führer der amerikanischen Dele­gation, 'Hormon Davis, nach seinen Wochenend- bcsprechungen mit Herr iot in der Pariser Presse veröffentlicht hat, darf man vielleicht den Schluß ziehen, daß es richtig war, wenn man sich in Berlin den Veröffentlichungen über den konstruktiven Plan nicht von vornherein entgegen­stellte. Mir dürfen natürlich gerade gegenüber Amerika nicht den Eindruck erwecken, als ob unsere Gleichberechtigung sforderung nur auf unsere eigene Aufrüstung, nicht aber auf die allgemeine Abrüstung zielte. Der franzö­sische Plan enthält in der Tat einige theoretische Formulierungen für eine ziemlich weitgehende Ab- rüstung und über eine internationale Polizeimacht, über die man nach dem Zugeständnis der un­bedingten Gleichberechtigung nicht jede Verhand­lung ablehnen darf, wenn wir uns nicht in ein falsches Licht setzen wollen.-

Natürlich wird man sich auch in der Wilhelm- straße darüber klar sein, daß es sich tatsächlich nur um theoretische Formulierungen handelt und daß es Frankreich im Grunde nun darauf ankommt, einen Ausgleich zwischen den hechgerüsteten Staaten ohne Rücksicht auf die

deutsche Forderung nach Gleichberechtigung her- beizusühren. Vor allem ist es für uns ein ganz unmöglicher Gedanke, in das System der konti­nentalen Sicherheitsverträge, wie es den fran­zösischen Absichten zu entsprechen scheint, einen neuen Vertrag zwischen Deutsch­land und Polen einschalten zu lassen, der selbstverständlich die blutende deutsche Grenze im Osten verewigen soll und in seiner Bedeutung über Locarno hinausgehen würde. Wenn das die Voraussetzung dafür sein soll, daß Frankreich in den Verhandlungen über den konstruktiven Plan den Grundsatz der Gleich­berechtigung anerkennt, dann allerdings wird man sich einen anderen Verhandlungspartner suchen müssen.

Daß sich diesmal ch e r r i o t die Sache sehr ge­nau überlegt hat, geht schon aus der in seinem Plan enthaltenen Rücksichtnahme auf die eng­lischen Sonderwünsche hervor. Vor allem soll England von der Abschaffung der Berufsheere ausgenommen undA mit geringeren Garantiever­pflichtungen in das System der kontinentalen .Sicherheitsverträge einbezogen werden. Wenn man sich in England und den Vereinigten Staaten durch solche Rücksichtnahme und durch die geschickte ju­

ristische Konstruktion des französischen Planes zu­nächst für ihn einnehmen lassen sollte, so wird man doch im Laufe der Verhandlungen auch in London und Washington bald zu der Erkenntnis gelangen müssen, daß Frankreich mit seinem konstruktiven .Plan nur einen Schleier schaffen will, hinter dem es seine Rüstungspolitik und feine Bestrebungen im Sinne der militärischen Hege-monie auf dem Kontinent fortsetzen kann. Der Pferdefuß wird schon da sichtbar, wo Herriot den Staaten, die überseeischen Besitz haben, die Verfügung über spezialisierte Streitkräfte Vor­behalten will. Dieses Recht besonderer Rüstungen soll dann offenbar in erster Linie für Frankreich und zwar in den nordafrikanischen Besitzungen und ebenso selbstverständlich nicht für Deutsch­land gelten.

OLplomaten-Empfänge beim Reichspräsidenten.

Berlin, 1. Nov. (WTB.) Der Herr Reichs­präsident empfing heute den neuernannten deutschen Botschafter in London, Dr. v. Hoesch, den neuernannten deutschen Botschafter in Paris Roland Köster sowie den deutschen Gesandten in Stockholm Dr. o. Rosenberg.

Danziger Protefl gegen polnischen Vertragsbruch

Polen unterbindet die Wareneinfuhr aus Danzig.

Danzig, l.Rov. (WTB.) Der Senat hat am Montag an den Vertreter Polens eine Rote gerichtet, in der es u. a. heißt:

Unter dem 22. Oktober d. I. hatte ich mich erneut an Sie gewandt wegen der Behinde­rung des Absatzes Danziger Waren nach Polen. Immer weitere Vorstellungen werden täglich bei dem Senat von Danziger Firmen gemacht, daß die Beschlagnahmungen Danziger Waren in Polen und die Abdrängung der Danziger Waren von dem polnischen Markt nicht nur nicht nachgelassen haben, sondern sogar weiter verschärft worden sind.

Die polnischen Grenzstellen sind inzwischen dazu übergegangen, Danziger waren nur dann über die Grenze zu lassen, wenn die Einfuhr­genehmigung eines polnischen Zollinspektors vorgelegt wird. Dies bedeutet nichts anderes, als daß für jede Einfuhr von Danziger Waren nach Polen eine Einfuhrgenehmigung nach pol­nischer Anschauung erforderlich ist, und daß die Einfuhr von Danziger Waren von der willkürlichen Ausstellung irgendwelcher Bedin­

gungen, die mit den bestehenden Verträgen in Widerspruch stehen, von polnischen Zollinspek­toren abhängig ist.

Da ich es trotzdem immer noch nicht für mög­lich halte, daß die polnische Regierung in offener Form unter den Augen des Herrn Hohen Kom­missars die- Verträge verletzen will, muß ich Sie, Herr Minister, dringend bitten, auf meine Vorstellungen vom 22. September, vom 22. Oktober und vom heutigen Tage mir um­gehend mitteilen zu wollen, ob Sie bereit sind, dahin zu wirken, daß unverzüglich ein den Verträgen entsprechender Zu st and in dem Warenverkehr von Danzig nach Polen wieder hergestellt wird."

Die Presse st elle des Senats meldet hierzu ergänzend: Polnische Privatpersonen und polnische Beamte versuchen mit allen Mitteln, die polnischen Kaufleute von dem Be­züge Danziger Waren abzuhalten. Man geht sogar so weit, daß polnische Kauf­leute, die Danziger Waren kaufen, alsMörder des polnischen Staates bezeichnet werden.

Mrokkamscher Gesprächsstoff in Madrid.

Welche Vorschläge macht Herriot den Spaniern? Was werden England und Italien dazu sagen?

Von unserem B.-Derichterstatter.

(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tanger, 31. Oktober 1932.

Unser Leben steht still! Darüber besteht kein Zweifel. Der flüchtige Besucher darf sich nicht durch die Lebendigkeit in den engen Gassen der Cingebo enftaöt und durch das Treiben in den europäischen Cafes am Sokoplatz täuschen lassen. Der Handel stockt, die Verwaltungskassen sind leer. Die Ursache des Riedergangs erblicken die einen, insbesondere die Spanier, in den Ver­wicklungen der zwischenstaatlichen Ordnung, die Franzosen wieder machen das fehlende Hin­terland dafür verantwortlich. Das spanische Ele­ment ist zweifelsohne in Tanger am stärksten ver­treten. Jeder Maure spricht spanisch, und spanisch ist auch die Umgangssprache der zahlreichen spa- niolischen Juden. Die spanische Schutzzone keilt das zwischenstaatliche Tanger von beiden Seiten ein. Gegenüber, durch d.e schmale Meerenge getrennt, liegt das spanische Festland, in spani­schen Händen liegt der größte Teil des Handels, namentlich des Einzelhandels, aber den größten Einfluß in machtpolitischer Beziehung besitzt Frankreich, denn Tanger ist nicht nur inter­national, sondern es untersteht gleichzeitig der Oberhoheit des Sultans.

Die Franzosen haben kein Interesse, Spa­nien in Tanger und dessen Umgebung vor allzu große Schwierigkeiten zu stellen. Denn diese wür­den bis ins Letzte durchdacht Frankreich einmal veranlassen' können, die Rachfolge Spaniens übernehmen zu müssen und bis an das Mittelländische Meer vorzu'stoßen. Das aber müßte einen offenen Bruch mit England und Ita­lien nach sich ziehen, den hervorzurufen Frank­reich sich scheuen dürfte. Bei England und nicht bei Frankreich, liegt durch seine Stellung in Gibraltar auch der Schlüssel zur gegenwärtigen Lage in Tanger. Der Hafen von Tanger ist nur nach Westen zu durch eine Landzunge geschützt. Rach Osten liegt er offen unter den Kanonen Gibraltars. Bei klarem Wetter kann man den Felsen, wie er sich am Horizont drohend aus dem Flachland erhebt, deutlich sehen, und am 1

Abend schimmern die Lichter von Gibraltar nach Tanger herüber. Solange Tanger unbefe­stigt eine zwischenstaatlich verwaltete Zone und das Rifufer mit Ceuta und Melilla in schwachen spanischen Händen bleibt, hat England nichts für die Bedeutung der Festung Gibraltar und für den Kriegshafen zu fürchten. Anders aber wäre es, wollte sich Frankreich an der afrikanischen Rordküste festsetzen. Die Legende der ilnein« nefjmbarfeit Gibraltars ist heute nicht mehr stich­haltig. Deshalb wird es England nie gestatten, daß sich als Rachfolgerin Spaniens eine Groß­macht niederläßt, selbst dann nicht, wenn sie sich vertraglich verpflichtet, von Befestigungen abzu­sehen.

Nun ist es fein Geheimnis, daß die spanische Republif sich gerne der kostspieligen und un­dankbaren Rifzone entledigen möchte, die nur Blut und Geld gekostet hat, ohne den gering­sten Vorteil zu gewähren. Anders liegen die Ver­hältnisse in Tanger und vielleicht auch in T e - tu a n und in Laroche, die für Spanien einen greifbaren Wert besitzen und vom spanischen Han­del beherrscht werden. Aber niemand weiß recht, auf welche Art eine Abänderung der gegenwärti­gen Verhältnisse geschaffen werden könnte. Nun hat der Besuch des französischen Ministerpräsidenten Herriot in Madrid Hoffnungen erweckt, daß eine Neuregelung der Verhältnisse in Marokko sich in der Ferne zeigt, woraus vor allem Tanger Nutzen ziehen könnte. Die Aussichten werden durch einen Schritt des französischen Botschafters bei der Madrider Regierung bestätigt. Der Botschafter hat vorgeschlagen, Spanien eine Vormacht- ftellung in Tanger einzuräumen gegen die Gewährung des Rechtes für die französischen Trup­pen, die aufständischen Stämme des südlichen Atlas, mit'denen die Franzosen in verlustreichen Kämpfen liegen, indasspanischeRiodeOrogebiet verfolgen zu dürfen, wo sich dieRebellen" unbehindert mit Waffen und Nahrungsmitteln ver­sehen. Der Vorschlag ist in der spanischen Oefsent- lichkeit mit Wärme ausgenommen worden, da das Wüstengebiet an der Rio de Oroküste für Spanien

gar keinen Wert besitzt, eine Stärkung der spanischen Stellung in Tanger aber greifbare Vorteile ver­spricht und außerdem der spanischen Eigenliebe schmeichelt. Jedoch besitzt Frankreich allein feine Rechtsgrundlage, um eine Aende- rung der Verhältnisse in Tanger vornehmen zu können, die anderen Mandatsmächte müßten gleich­falls ihre Zustimmung geben, und da tauchen Fra­gen auf, die sich nicht so ohne weiteres entscheiden lassen. England hält an dem gegenwärtigen Zu­stand in Tanger fest, würde aber vielleicht nichts 'dagegen einzuwenden haben, wenn an die Stelle des stärkeren Frankreich Spanien eine Vormacht­stellung einnimmt. Jedoch nur unter der Voraus­setzung, daß Frankreich keine Gegen­leistung im Rifgebiet erhält. Ein Vor­dringen Frankreichs in das Rio de Drogebiet würde aber die französische Stellung in der Sahara st ä r - >k e n, vor allem aber würde ein gefährliches Bei­spiel geschaffen, indem französischen farbigen Trup­pen der Ein- und Durchmarsch durch spanisches Ho­heitsgebiet gestattet wird. Denkt man an die ent­fernte Möglichkeit eines französisch-italienischen Bruches, so ergeben sich daraus unabsehbare Folge- irungen. Es ist deshalb anzunehmen, daß auch Ita­lien bei den Verhandlungen, die sich vorzeichnen, nicht uninteressiert seitab stehen bleiben wird.

Richt ganz nach Wunsch.

Paris, l.Rov. (TU.) Die Reise Her- riots nach Madrid entwickelt sich n i ch t so, wie man nach dem begeisterten Empfang, der ihm an der Grenze bereitet wurde, angenommen hatte. Die große Mehrheit der Bevöl­kerung scheint dem Besuch des französischen Ministerpräsidenten völlig teilnahmslos gegenüberzustehen. Man hat sogar wenig er­freuliche Aufschriften, die gegen Herriot gerichtet waren, von den Häusermauern entfernen müssen.

Herriot stattete heute vormittag im Escorial- Palast einen Besuch ab. Mittags veranstaltete der Präsident der spanischen Republik zu Ehren Herriots ein Frühstück. Dann erfolgte die Feierlichkeit der Verleihung des höchsten Grades den neuen Ordens der spanischen Republik an Herriot.

Oie Begleitmusik der pariser presse.

Paris, l. Rov. (TA.) Die Pariser Morgen­blätter widmen dem Madrider Aufenthalt Her­riots spaltenlange Artikel, in denen alle Einzelheiten ausführlich wiedergegeben werden. Sämtliche Sonderberichterstatter legen noch ein­mal besonderen Wert auf die Feststellung, daß die Reise Herriots keinen geheimen Cha­rakter trage, und daß die in der in- und aus­ländischen Presse verbreite en Gerüchte von dem Abschluß giwisser französisch-spanischer Abkommen den Tatsachen widersprächen.

Keine Einfuhr-Verständigung mit Dänemark.

Kopenhagen, 1. Rov. (TU.) Die deutsch-dänischen W i r t s ch a f t s v e r- Handlungen wurden am Dienstag abgeschlos­sen. Cs wurde folgende gemeinsame Mitteilung herausgegeben:

Die zwischen einer deutschen Regierungsabord­nung und Vertretern der dänischen Regierung und Landwirtschaft geführten Wirtschaftsbesprechun­gen sind heute zum Abschluß gekommen. Die deutsche Abordnung hat die Absicht, ihrer Regie­rung über die Kontingentierung der Einfuhr von Schlachtvieh, Mais und Käse dar­gelegt. Die dänischen Vertreter Haden in ein­gehender Aussprache ihre grundsätzlichen Bedenken sowohl gegen die Kontingentierung überhaupt, als auch insbesondere hinsichtlich der vorgenannten Waren mitgeteilt. Die deutsche Ab­ordnung wird ihrer Regierung über den Ver­lauf und das Ergebnis der Aussprache Bericht erstatten.

Die deutsche Abordnung unter Führung von Ministerialrat Dr. Walter wird am Mittwoch nach Berlin zurückkehren. Eine Einigung ist also nicht erzielt worden.

7,8 Millionen Mark Defizit in Hessen.

Der Abschluß der ersten 5 Monate des Rechnungsjahres 1932.

WSR. Darmstadt, 1. Rov. 2kach dem Aus­weis des Finanzministeriums über die Ein­nahmen und Ausgaben des Landes Hessen per äl l t i m o August für die bis- l-erigen fünf Monate des laufenden Rechnungs­jahres betrugen die Gesamteinnahmen im ordentlichen Haushalt insgesamt 23 ,229 Millionen Mark, und zwar aus Rcichs- ft eitern 12,221 Mill. Mk., La ödes steuern 11,521 Millionen Mark, wovon Reichssteueranteile an Gemeinden und Gemeindeverbände in Höhe von 5,529 Mill. Mk. zu überweisen sind. Unter den sonstigen Einnahmen ergaben die Rechtspflege 1,145 Mill. Mk., Schule, Wissenschaft, Kunst und Kirche 0,032 Mill. Mk. und aus der übrigen Lan­desverwaltung 5,040 Mill. Mark. Bei den Be­trieben ist noch ein Zuschuß von 1,221 Mill. Mark ausgeworsen. Die Ausgaben beliefen sich auf ins­gesamt 3 1,012 Millionen Mark, und zwar für die allgemeine Verwaltung einschließlich Polizei 4,722 Mill. Mk., für die Rechtspflege 2.933 Millionen Mk., für Verkehrswesen 0,103 Mill. Mark, für Schule, Wissenschaft, Kunst und Kir-