jugendlichen Angestellten zu ihrer Fortbildung gerne in Anspruch genommen werden.
Mehr denn je ist sich die Jugend, die im Existenzkampf steht, der Notwendigkeit der beruftichen Fortbildung bewußt.
Neben diesen Grundlehrgängen wird auch Kaufmännische Betriebswirtschaftslehre gepflegt. Die Kundenwerbung des Kaufmanns, das Mahn- und Klagewesen, der Wechsel- und Scheckverkehr wurden behandelt und schließlich auch noch verschiedene Fachlehrgänge angeregt. In Arbeitsgemeinschaften befaßt man sich mit der modernen Organisation des Kaufmanns, mit den Grundbegriffen der Volkswirtschaft, mit dem Stand der Kaufmannsgehilfen im Staate und man suchte in einer Rednergemeinschaft die sprachliche Aus- drucksfähigkeit zu fördern. Der DHV. hat außerdem für seine Mitglieder und insbesondere für die Jugendlichen eine Anzahl Vortragsveranstaltungen in den Nahmen des Arbeitsprogramms eingefügt, die dazu beitragen sollen, das Allgemeinwissen auf eine breitere Basis zu stellen. Ne>- ben all diesen rein der beruflichen Fortbildung der Angestelltenschaft dienenden Arbeit pflegt man im DHV. auch eine Geselligkeit, die durch die Organisation in einzelnen Gilden die DHDer eng zusammenschlieht. So existiert ein „Bund der Kaufw.annsjugend im DHV.", der die Jugendlichen von Zeit zu Zeit ganz in ihrem Kreise vereinigt, es besteht eine Gemeinschaft „fahrender Gesellen", die auf Wanderungen die engere und weitere Heimat kennenlerncn will, es besteht eine Lurnergilde, die die Leibesübung auf ihren Wimpel geschrieben hat, eine Musikergilde ist bemüht, zur Hebung der Geselligkeit im Rahmen der Veranstaltungen der Ortsgruppe beizutragen, eine Schachgilde pflegt das Spiel der Könige. So vereinigt sich im DHV. das ernste Streben zur beruflichen Weiterbildung mit der sinnvollen Aufbauarbeit im Dienste der Volksgemeinschaft.
Das universelle Dildungsmittel für den kaufmännischen Nachwuchs, die Scheinfirma, hat sich auch der
Gewerkschastöbund der Angestellten zu eigen gemacht. Auch der GdA. hat in seinen Ortsgruppen Scheinfirmen eröffnet und ein derartiges „Unternehmen" existiert in der „Kohlenhandlung Miehmacher & Flottweg" auch bei der hiesigen Ortsgruppe des Gewerkschaftsbundes. Jeden Montag finden sich etwa 10 junge Leute im Kaufmännischen Vereinshaus an der Nordanlagc ein, um sich unter der Aufsicht und Anleitung eines erfahrenen älteren Kollegen und Fachmannes in die verschiedenen Abteilungen eines kaufmännischen Betriebes einführen zu lassen. Die Scheinfirmenarbeit ist nicht die einzige Form der Fortbildungsbestrebung im GDA. Es werden und wurden besonders im vergangenen Winter verschiedene Vorträge abgehalten, die den Zweck verfolgten, das Allgemeinwissen der Mitglieder und der Jugendlichen zu erweitern. In Arbeitsgemeinschaften befaßte man sich mit Problemen der Wirtschaft und der Politik, wies dabei insbesondere auf die engeren Zusammenhänge in der Weltwirtschaft hin. Grundlegende Kenntnisse in Staatsbürgerkunde zu vermitteln, hat man sich in den gegebenen Grenzen ebenfalls angelegen sein lassen. Ein Teil der Dildungsarbeit wurde durch Kollegen der Ortsgruppe bestritten, andererseits waren des öfteren Redner des Verbandes gebeten worden.
Der Iugendbund des GDA hat sich nebenbei in besonderer Berücksichtigung der Eigenart der Jugend ein spezielles Aufgabengebiet geschaffen. Die Jugendlichen machen Wanderungen, um die Heimat kennenzulernen, veranstalten Heimatabende gemeinsam zum Teil, zum anderen Teil getrennt in Jungens- und Mädelschaft, um den jeweiligen Veranlagungen der Geschlechter gerecht werden zu können. Geselligkeit, Spiel, Gesang kennzeichnet die Heimabende, in deren Mittelpunkt oft genug ein Filmvortrag oder ein Vortrag an
Hand der in letzter Zeit gerne benützten Dild- bandreihen steht.
So wird auch hier eifrig gearbeitet und man bemüht sich ehrlich, wie auch in den anderen Verbänden, dem Nachwuchs das Rüstzeug mitzuge- ben, das so dringend notwendig ist für den Existenzkampf in der Gegenwart und in der nicht sehr hoffnungsvoll vor uns liegenden Zukunft. Die Arbeit der Angestelltenverbände fällt auf frucht- i baren Boden und man möchte immer nur wün- I
sehen, daß all den Jugendlichen Gelegenheit gegeben sein möge,
ihre in freiem Entschluß erarbeiteten Kennt
nisse in der Praxis auswerten zu können,
nicht nur im Interesse der eigenen Person, sondern auch im Interesse der Wirtschaft, die auch heute, trotz aller Rationalisierung den geistig mitschaffenden, miterlebenden Angestellten nicht entbehren kann.
Wirtschast.
Erläuterungen zumReichsbankausweis vom 30. Juli 1932.
Berlin. 2. 2lug. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. Juli 1932 hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 350 Millionen auf 3744,4 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 185,4 Millionen auf 3107,5 Millionen Reichsmark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 42,5 Millionen auf 47,6 Millionen Reichsmark und die Lombardbestände um 122,1 Millionen auf 224 Millionen Reichsmark zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 254,8 Millionen Reichsmark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 244,9 Millionen auf 3966,9 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 9,9 Millionen auf 413,2 Millionen Reichsmark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 13,9 Millionen Reichsmark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 379,6 Millionen Reichsmark eine Zunahme um 20,8 Millionen Reichsmark.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 2,2 Millionen auf 894,1 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 12,1 Millionen auf 766,2 Millionen Reichsmark zugenommen und die Bestände an deckungfähigen Devisen um 9,9 Millionen auf 127,9 Millionen Reichsmark abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 22,5 gegen 24 v. H. am 23. Juli d. I.
Oer Abschluß der Rudolph-Karstadt- AG., Berlin-Hamburg.
Berlin. 1. Aug. Die Rudolph-Karstadt-AG. schließt das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem sehr erheblichen Verlust ab. Seit Beginn des vorigen Jahres war die Gesellschaft nach einschneidenden Aenderungen in der Verwaltung bekanntlich dazu übergegangen. Ware chaus- fremde Betriebe abzustoßen, was natürlich nur mit außerordentlichen Verlusten möglich war. Dazu kommen die durch den Preisrückgang hervorgerufenen Konjunlturverluste. Der weitaus größte Teil des nach Einziehung von 5 Mill. Mark eigener Aktien mit rund 34 Mill, ausgewiesenen Verlustes entfällt auf solche außerordentliche Umstände, nämlich rund 24,6 Mill. Mark auf Sonderabschreibungen — denen 1,8 Mill. Mark außerordentliche Gewinne und 2,4 Mill. Mark Gewinne aus der Einziehung der eigenen Aktien gegenüberstehen —, ferner rund 12 Mill. Mark auf Konjunkturverluste, während die restlichen 1,5 Mill. Mark auf das reguläre Geschäft zurückzuführen sind. Hiermit ist allen erkennbaren Verlusten Rechnung getragen. Der Umsatz in den Detailbetrieben ist im Berichtsjahr auf rund 252 Mill. Mark gegenüber rund 310 Mill. Mark im vorigen Jahr zurückgegangen. Trotz angestrengter Bemühung war es in der verhältnismäßig geringen Zeit der Reorgani- I sation nicht möglich, die Spesen im gleichen |
Verhältnis zu senken. — Die Verwaltung sieht davon ab, der GV. schon jetzt Vorschläge für die Beseitigung des Verlustes zu machen, weil nach ihrer Ueberzeugung eine solche Mcßnahme allein zur Sanierung der Gesellschaft nicyt ausreicht. Darüber hinaus müssen erhebliche Abschreibungen auf die Anlagewerte der Gesellschaft vorgenommen werden, um die Rentabilität wieder herzustellen. Die Durchführung einer ausreichenden Sanierung erfordert Opfer nicht nur von den Aktionären und den Bankgläubigem: dazu ist auch eine Mitwirkung der Inhaber der Dollarbonds notwendig. Im verflossenen Teil des laufenden Geschäftsjahres betrug der wertmäßige Umsahrückgang ungefähr 20 Prozent gegenüber dem Berichtsjahre und hält sich damit im Rahmen des allgemeinen Umsatzrückganges der Branche. Berlin zurückhaltend — unregelmäßig.
Berlin, 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach den starken Steigerungen des gestrigen Mittagsverkehrs war schon in den Abendstunden eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Auch heute konnte man eher Zurückhaltung beobachten, da die Gefolgschaft des Publikums immer noch fehlt. Es war doch so, daß gestern die Kurse meist nur hinausgesprochen wurden, ohne daß die Umsätze den erzielten Steigerungen reell entsprachen. Das erhöhte Kursniveau wurde daher schon wieder zu Realisationen benutzt, so daß die Tendenz heute ziemlich unregelmäßig wurde. Etwas störten vielleicht auch die Unruhen an den verschiedenen Stellen des Reiches, während anderseits die feste Veranlagung der Auslandsbörsen zweifellos tendenzstützend wirkte. Auch der Reichsbankausweis, der natürlich als Ultimoausweis eine Anspannung (um 350 Mill.) bringen mußte, wurde im allgemeinen nicht ungünstig kommentiert, zumal die Bestände an Gold und Devisen eine Erhöhung (um 2,2 Mill.) erfahren haben. Die Verschlechterung der Deckung auf 22,5 nach 24 Proz. ist darauf zurückzuführen, daß Noten im Betrage von rund 255 Millionen in den Verkehr abgeflossen sind. Das Geschäft war heute wieder sehr klein und beschränkte sich auf Spezialgebiete. So waren anfangs Julius Berger mit plus 2,25 Prozent, Dortmunder Union mit plus 2. Schubert & Salzer mit plus 1,25 Proz., Braubank mit plus 2,50 Proz., Chadeaktien mit plus 3 Mk., Westeregeln mit plus 4,50 Proz. und Kunstseidenwerte etwas fester, während anderseits Reichsbankanteile mit minus 1,50 Prozent und Feldmühle mit minus 1,75 Prozent schwächer eröffneten.
Im Vordergründe des Interesses standen aber Deutsche Anleihen, von denen Altbesih 0,50 Proz. höher und Neubesitz mit plus 0,20 notierte. Der übrige Rentenmarkt lag wenig verändert. Reichsschuldbuchforderungen gingen auf letzter Basis um, Reichsbahnvorzugsaktien konnten zirka 0,25 Proz. gewinnen, von Industrieobligationen waren die 6proz. Krupp um 1,13 Proz. gebessert.
3m Verlaufe änderte sich zunächst an der Geschäftslosigkeit nichts, später wurde es jedoch am Farbenmarkt etwas lebhafter, das Angebot nahm zu. Hiervon ausgehend bröckelten die Kurse allgemein etwas ab. Farben und Sietnens verloren je zirka 1,25 Proz., sonst gingen die Verluste aber kaum über 1 Proz. hinaus.
Frankfurt leicht abgeschwcicht.
Frankfurt 2. August. (WTB. Drahtmeldung.) An der heutigen Börse machte sich zu Beginn eine starke Zurückhaltung bemerkbar, obwohl die feste Haltung der deutschen Werte im Auslande noch vor- börslich eine freundliche Stimmung verursacht hatte. Da aber das Publikum sich auch weiterhin nicht am Börsengeschäft beteiligte, schritt die Spekulation nach den gestrigen Käufen zu einigen Glattstellungen, wobei die Unruhen im Reiche etwas verstimmten und die Weiterentwicklung der innerpolitischen Lage allgemein abgewartet wird. Bei sehr kleinem Geschäft war die Kursgestaltung zwar uneinheitlich, doch überwogen kleine Abschwächungen, die sich im Laufe der Börse noch vergrößerten. IG. eröffneten zunächst noch knapp behauptet, gingen aber später stärker zurück. Dagegen lagen am Chemiemarkt Scheidennstalt mit plus 1 v. H. recht fest. Von Elektroaktien eröffneten AEG., Siemens, Schuckert bis zu 1 v. H. niedriger, Licht und Kraft zogen dagegen leicht an. Von Elektronebenwerten waren Lahmeyer etwa 3 o. H. höher. Am Montanmarkt kamen zunächst nur Buderus mit plus % v. H. zur Notiz. Von Kunstseideaktien gingen Aku nach der Steigerung im Abendbörsenverkehr um % o. H. zurück. Schwächer lagen noch AG. für Verkehrswesen und Schiffahrtswerte. Von Nebenwerten sogen Zement Heidelberg 1 o. H. und Zellstoff Waldhof % v. H. an.
Der Rentenmarkt lag weiter fest, befonbcrs Altbesitz mit plus % v. H. Neubesitz konnten sich % d. H. befestigen. Dagegen lagen Reichsschuld- b u ch f o r d e r u n g e n im Angebot und bis zu 1 v. H. niedriger. Goldpsandbriefe lagen nur wenig verändert. LiguidabionSpfandbriese konnten sich zum Teil weiter befestigen, doch war die Kursbewegung uneinheitlich. Fester tendierten Kommunalobligationen, die bis zu 1 v. H. höher bewertet wurden.
Im Verlaufe blieb die Zurückhaltung bestehen und die Kurse bröckelten weiter leicht ab. Altbesitz büßten ihren Anfangsgewinn wieder ein, während Neubesitz etwa behauptet lagen. Tagesgeld war zu 4,5 o. H. etwas leichter.
^Rinöermarff in Gießen.
Auf dem heutigen Rinder-Nutzoiehmarkt in Gießen standen 722 Stück Großvieh, 129 Fresser, 216 Kälber zum Verkauf. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 400 RM., 2. Qualität 200 bis 300, 3. Qualität 100 bis 150; Schlachtkühe a) 150 - bis 260, b) 50 bis 100; Rinder, halb- bis dreioiertel- jährig, 60 bis 110, dreiviertel- bis zweijährig 80 bis 160; tragend 170 bis 320; Kälher, das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: etwas lebhafter als am letzten Markt.
Wettervoraussage
für Mittwoch und Donnerstag.
Ein Hochdruckkeil hat sich von Westen her über das Festland vorgeschoben und wird zunächst bestimmend für unser Wetter sein. Die durch die Ausläufer der skandinavischen Störung stellenweise noch hervorgehobene Bewölkung wird allmählich ver-" schwinden. Auch werden die Temperaturen tagsüber kräftig ansteigen. Ein neues Tief über Island macht seinen Einfluß schon südlich bis an die Westküste Irlands geltend, wo die Winde nach Süden zurück- gedreht haben und bereits Niederschläge auftreten. Eine Schönwetterlage von längerer Dauer kommt daher nicht zustande, vielmehr ist für späterhin mit dem Auftreten von gewittrigen Störungen zu rechnen.
Aussichten für Mittwoch: Aufheiternd, vorübergehend auch bewölkt, warm und vorwiegend trocken.
Aussichten für Donnerstag: Vorerst weiter zunehmende Erwärmung, dabei aber auf- kommende Gewitterneigung.
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Dienstag, dem 9. August L 3.: Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämermarkt.
Mittwoch, dem 10. August l. 3.: Kramer- markt. Volksfest.
Der Auftrieb findet am 8. August l. I., von 6% bis 8 Uhr, und am Dienstag, dem 9. August L I., von vorm. 7 bis 8 Uhr statt. 5623V
Der Auftrieb aus verseuchten Beobach- tungs- und gefährdeten Gebieten ist verboten.
Hessische Bürgermeisterei Schotten.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Winnerod für das Rj. 1932 liegt vom 3. August eine Woche lang zur Einsicht der Interessenten bei der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 5633V
Bersrod, den 2. August 1932.
Hessische Bürgermeisterei.
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Verlags- und Hauptschrlftlelter
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Wiesbaden Stuttgart
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