fters bleiben, baß die schwarz-roten Parteien ihren Machtejnfluh jemals im Sinne eines Schuhes der waffenlosen nationalsozialistischen Tugend gegen das internationale marxistische Gesindel besonders nachdrücklichst anwenden werden, beteiligten sich doch die Vertreter dieser schwarz-roten Parteien unausgesetzt an Terrorkundgcbungen gegen die erwachende deutsche Jugend. Feierlichst lehne die Rcichsleitung der NSDAP, vor der gesamten deutschen Öffentlichkeit die Verantwortung für liefen Zustand ab. Die NSDAP, werde ihre Anhänger nicht einfach wider st ands- los niedermetzeln lassen. Sie erkläre ein für allemal, daß, so lange nicht die Gesamtheit der öffentlichen Machtmittel zur Säuberung Deutschlands von diesem marxistischen Mord- gcfindcl eingesetzt werde, sämtliche Parteigenossen das Notwchrrecht in seinem vollen gesetzlichen Umfange für s i ch geltend machen werden. Zum Schluß wird die Erwartung ausgesprochen, daß der Reichs- innenminister mit allem Nachdruck für den Schutz des waffenlosen Nationalsozialismus gegenüber dem schwarz-roten Terror eintrete.
ASDAp. und Deutschnationale.
Scharfe Antwort Kußes an Hugenberg.
Berlin, 1. Juli. ($11.) Anter der Heber* schrift „Hilgenbergs Reaktion gegen Adolf Hitler" wendet sich Abg. K u b e in scharfen Worten gegen die Ausführungen Dr. Hugenbergs auf der Reichsführertagung der Deutschnationalen Volkspartei, die eine Kampfansage gegenüber der NSDAP, gewesen seien. Er wendet sich ferner gegen den angeblichen Versuch der Deutschnationalen, die Nationalsozialisten vor der Entscheidung im Reiche zu einer Regierungsbildung mit dem Zentrum in Preußen zu veranlassen. Am Schluß erklärt Kube: „Wir' lassen uns weder von Hugenberg in die Reihen der Marxisten verweisen, noch lassen wir uns von den marxistischen Gegenspielern Hugenbergs in die Reihen der sozialen Reaktion verschieben. Wir sind und bleiben nationale Sozialisten, denen die Beseitigung jeder sozialen Ungerechtigkeit in Deutschland die Ilebcrwindung der beispiellosen Not des deutschen Mittelstandes, der deutschen Arbeiter, Bauern und Angestellten Hauptaufgabe ist. Dabei denken wir niemals daran, wie es uns die Deutschnationalen unterstellen, den deutschen Eigentumsbegriff zu zerstören. Ebensowenig aber denken wir daran, den deutschen Arbeiter und Dauern der Willkür einer national verbrämten und getarnten Steuer- und Wirtschaftsreaktion zu überlassen."
Eine Katholisch-Soziale Naüonalpartei
Berlin, 1. Juli. (CNB.) Die Katholisch-Soziale Nationalpartci Deutschlands, die im Vorjahre von dem politischen Schriftsteller Dr. rer. pol. Friedrich Karl Kunze in Aachen gegründet worden ist, wird sich an den Reichstagswahlen 1 9 3 2 beteili gen. Ihr Wahlvorschlag ist bereits bei dem Reichswahlleiter eingercicht. Die Partei will das politische, soziale und kulturelle Leben Deutschlands vom Standpunkt der katholischen Weltanschauung aus beeinflussen. Dabei ist auf den neuerwachten Lebenswillen der Jugend weitestgehend Rücksicht zu nehmen. Darum ist die Partei zur Zusammenarbeit mit den Parteien und Bünden der nationalen Freiheitsbewegung bereit. Die Parole der Partei: Los von Weimar — hin zur überparteilichen, gottgebundenen Staotssührung; los von Versailles — hin zu einer wirklichen Friedenspolitik. die sich auf die nationale Würde und Ehre und auf das natürliche Lebensrecht der Völker stützt; los von den liberalistischen, marxistischen und halbmarxistischen Wirtschaftsorganisationen zur organischen, ständischen Lebensordnung. S p i t - zenkandidatistder Parteiführer Dr. Kunze (Aachen).
ZRoofevdf gegen Hoover.
Lhikago, 1. Juli. (WTD. Funkspruch.) Jranf- lin D. R o o s e v e l l wurde heule vom demokratischen Parleikonvenl ; An Kandidaten für den P r ä s i d e n t s ch a f t s - D a h l k a m p f nominiert. Nachdem drei vorausgegangene
Trajan, die Mohnsemmel und das Nußgipfel.
Don Or. Gustav W. Eberlein, Dom.
Es muß die Umgebung sein, die den Ton macht, und daher kriegt in Rom auch die Mohnsemmel einen cäsarischen Glanz und aus einer schlichten Wiener Jause wird das Nußgipfel hinausgehoben in die historische Weihe der Jahrtausende. Diesmal ist Trajan daran schuld.
„Die erste Weitaus st ellung des Brotes ist nicht nur wieder einmal ein wichtiger Ausdruck genialer italienischer Organisationsfähigkeit, sondern auch eine der Apotheose des Brotes gewidmete Manifestation, die zum Ruhme des Brotes alle Völker der Welt in einem der bedeutendsten Bauwerke des kaiserlichen Rom vereint und während der Zehnjahresfeier der faschistischen Revolution stattfindet, nachdem durch dos Werk des Duce das Brot, das süßeste Geschenk des Himmels, der heiligste Lohn für menschliche Mühe, in unserem Vaterland die würdigste geistige, soziale und wirtschaftliche Wertschätzung."
Aber ich sehe schon, da versagen alle Heber* setzerkünste. Wo unfereinem nur das Wasser im Munde zusammenläuft, da hat der Römer Emanationen des Geistes. Jedenfalls steht es so in der Zeitung und in den Hallen des frisch aus- gegrabenen Trajanmarktes wird unter Lorbeer und Gobelins tatsächlich gezeigt, was die Völker zweier Welten aus Mehl zu backen imstande sind. Derartige Ausstellungshallen kann allerdings nur Rom aufweisen. Hnd ein Duce schämte sich nicht, Herrn Bäckermeister Oberhitze aus Weckendorf die Hand zu schütteln und überhaupt die ganze ehrsame Zunft des Backofens aufs Kapitol zu laden.
Auch das gehört zur berühmten battaglia del grano, der Getreideschlacht, die alle Besucher Italiens begeistert, derart, daß eine unga* rifdje Malerin, Maria von Goszthoni, eine „QHa* ^onna im Korn" geschaffen und mitten im Brot des Traiansmarktes aufgestellt hat. Dort ragt tr(?uri9 stimmenden französischen Fach- dlattchen und einer kümmerlichen englischen Literatur die dokumentierte Drotwissenschaft heraus
Abstimmungen ohne Ergebnis verlaufen waren, erhielt Roosevelt in der vierten und letzten Abstimmung von 1148 Stimmen 945 (erforder lich sind 770 Stimmen, die Zweidrittelmehrheit des Parteikonventv), für den demokratischen Präsident, schaftskandidaten des Wahlkampfes von 1928, A l. Smith, stimmten 190 Vertreter, hauptsächlich aus den Oststaaten. — Als vizepräsidenlschasts- kandidaten wird der Parleikonvent voraussichtlich am Samstag den Sprecher des Repräsentantenhauses Garner nominieren.
Oie Londoner Gtitthattekonferenz eröffnet.
Wird eine Herabsetzung des Zinssatzes erreicht werden?
London, l.Juli. (TU.) Am Freitagvormittag begann in der Martinabank in London die erste der vierteljährlichen Stillhaltekonferenzen, die in dem Stillhalteabkommen vorgesehen sind. Zu ihr waren Vertreter Deutschlands, der Vereinigten Staaten, Englands, Frankreichs, Hollands, Schwedens und der Schweiz erschienen. Die deutsche B a n k w e l t war durch Geheimrat K a st l, Direktor Schlieper von der Deutschen Bank und Direktor Jeidels von der Berliner Handelsgesellschaft vertreten. Die Vertreter der Reichsbank und der Golddiskontbank waren bei der Sitzung nicht zugegen. Sie sind anscheinend noch nicht in London eingetroffen. Der amerikanische Bankier Albert Wig- gins führt den Vorsitz.
Als erster Punkt wurde die Frage des Zinssatzes erörtert. Von deutscher Seite wird bekanntlich eine Herabsetzung des Zinssatzes verlangt unter Hinweis auf den allgemeinen Rückgang der europäifchenZinssätze seit Abschluß des Stillhalteabkommens. Die englischen Bankiers sollen an einem allgemeinen Zinsfuß von 6 o. H. festhalten, mährend andere Gläubigeroertreter noch höhere Leistungen verlangen. Immerhin spricht man schon jetzt von der Möglichkeit einer allgemeinen Herabsetzung durch gegenseitige Uebereinkunft auf etwa 5 v.H. Ferner steht die Frage der effektiven Bezahlung der Zinsen zur Beratung. Angesichts der bei der deutschen Reichsbank bestehenden Schwierigkeiten für die Devisenzuteilung zur Deckung der Zinsenzahlungen ist man auf englischer Seite der Meinung, daß es zu einer Vereinbarung kommen kann, wonach ein Teil der Zinsen bis auf weiteres gestundet, unter Umständen tatsächlich erlassen wird. Eine allgemeine Herabsetzung der Stillhalteschulden hält man in Kreisen der City nicht für zweckmäßig, wenngleich man sich darüber klar ist, daß einige Schulden auf alle Fälle nur schwer eingetrieben werden können, wenn das Stillhalteabkommen abläuft. Da noch verschiedene andere wichtige Stillhaltefragen zu erörtern sind, wird erwartet, daß die Konferenz sich weit in den Juli hinein erstrecken wird.
Ossietzky im Welibühne- prozeß freigesprochen.
Berlin, 1. Juli. (TH.) Vor dem Schöffengericht fand das Haupt verfahren gegen den Schriftleiter der „Weltbühne", v. O s s i e h k y wegen Beleidigung derReichswehr statt. Der Reichswehrminister hatte wegen eines am 4. August 1931 in der „Weltbühne" erschienenen Artikels, in dem die Soldaten als Mörder bezeichnet wurden, gegen Ossietzky Strafantrag wegen Beleidigung der Reichswehr erhoben. Das Schöffengericht Charlottenburg, das über den Fall zunächst zu entscheiden hatte, hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelebt, da in dem Artikel der „Weltbühne" keine Beleidigung der Reichswehr zu erblicken war. Auf eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft wurde das Hauptverfahren jedoch nunmehr eröffnet. Der Angeklagte Ossietzky, der bekanntlich zur Zeit eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten wegen Landesverrats verbüßt, erklärte u. a., jeder Frontsoldat werde den Vorwurf, daß Soldaten Mörder seien, einstecken. Rur Offiziere würden darin eine Beleidigung erblicken, weil sie mit dem Krieg ein besonderer Beruf und Ehrbegriff verbinde. — Rach Ablehnung weiterer Deweisanträge der Verteidigung
die deutsche natürlich, mit Tabellen und Statisken und dem munteren Bäckerkalender. Selbst die Bilder von dem witzigen Monumentalgrabmal, das sich ein reichgewordener Bäckermeister im alten Rom errichten ließ und das noch heute in Form eines die Herstellung des Brotes entschleiernden Backofens mit Dörrvorrichtung an der Porta Maggiore als Verkehrshindernis steht, selbst diese Beziehungen hat deutsche Gründlichkeit hergestellt.
Hnd wenn man dann die Reise um die Welt glücklich hinter sich hat, von einem antiken Tonnengewölbe ins andere geraten und vor lauter Bäckerei und Schleckerei so dumm geworden ist, daß nur das Gefühl übrigbleibt, dann empfindet man mit unbestechlicher Sicherheit, nur in Deutschland, oder sagen wir besser: nur in den germanischen Landstrichen kann einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Es ist gar nicht zu schildern, wie tief der Abgrund zwischen Brot und Brot klafft, wie scharf ein scheinbar so unwesentlicher Vorgang wie das Drotbacken die Völker zu trennen vermag. Wer viel in der Welt herum- kommt, merkt die Hnterschiede ja jeden Tag aufs Neue, glaubt aber doch immer gerne an einen unglücklichen Zufall. Nein, es ist nicht so, diese Weltausstellung beweist es, wo und in welchem Hmfang die gastronomische Kultur zu Hause ist.
Deutschland allein vermochte mit seinen verschiedenen Drotformen zwei Hallen zu füllen, aber auch das kleine Oesterreich und die deutsche Schweiz nehmen je eine in Anspruch. Aber nicht die Zahl der Arten ist, die herrscht Über alles in der Welt, nicht die Phantasie der Brezeln und Zöpfe und Ringel, sondern b r ®.€ s ch m a ck. Mögen alle diese Spezialitäten, sie sind nach Provinzen und Städten geordnet, auch unter Glas liegen und chemisch frisch gehalten werden, man schmeckt sie doch, man kriegt ihren Duft in die Nase und kriegt — jämmerlich Heimweh. Denn es ist nicht zu sagen und nicht zu schreiben, so sehr sich auch die römischen Zeitungen anstrengen, wie schlecht das Brot in Rom ist. Unter diesem Gaumen- und Magenaspekt betrachtet, kommt die Ausstellung der Künste anderer wirklich gelegen. Vielleicht läßt sich nun doch ein germanischer Bäckermeister im Schatten des Liktorenbündels nieder und gewinnt
beantragte der Staatsanwalt gegen Ossietzky wegen Beleidigung der Reichswehr sechs Monate Gefängnis. Ein Mord sei eine rechtswidrige Handlung, während der Soldat, wenn er einen Gegner im Kriege tötet, rechtmäßig handelt. In dem Ausdruck „Soldaten sind Mörder" sei daher eine Beschimpfung aller Teilnehmer des Weltkrieges wie auch der Reichswehr zu erblicken.
Das Schöffengericht sprach jedoch v. Ossietzky von der Anklage der Beleidigung der Reichswehr auf Kosten der Staatskasse frei. In der Urteilsbegründung wurde u. a. ausgeführt, daß der „Weltbühne"-Artikel, in dem es geheißen habe, „Soldaten sind Mörder", ganz unpersönlich gehalten sei. Aus Rechtsgründen habe das Gericht eine Schuldfeststellung nicht treffen können, weshalb die Freisprechung habe erfolgen müssen. Die Staatsanwaltschaft ^oird gegen das Urteil Berufung einlegen.
IV. Deutscher Äeichskriegerlag des Kyffhäuserbundes.
Der vom 1. bis 4. Juli stattfindende 4. Deutsche Reichskriegertag des Kyffhäuserbundes in Dortmund wurde mit einem Presseempfang eingeleitet, an dem die Bundesleitung und die Führer der Landesverbände sowie zahlreiche geladene Gäste tcilnähmen. Der 1. Bundespräsident General d. A. v H o r n , erklärte, daß der Kyffhäuserbund mit seinen rund drei Millionen Mitgliedern der größte Frontsoldatenbund der Welt sei. Der Bund sei zwar politisch ungebunden, aber in seiner intensiven Verfolgung vaterländischer Ziele eine Kraftquelle ersten Ranges. Je mehr der Einfluß der Parteien zurückgehe, desto mehr würden die Bünde an Bedeutung gewinnen. Der Kampf des Kyffhäuserbundes gehe vor allem gegen die K r i e g s s ch u l d l ii g e, für die Gleichberechtig u n g in der Sicherheits und Wehrfrage und für die Verwirklichung des großdeutschen Gedankens.
Der zweite Präsident, Generalmajor a. D. Ritter von Beck, sprach sodann über das Verhältnis zwischen Nord und Süd. Er betonte als Vertreter Bayerns und im Namen der süddeutschen Landesverbände mit schärfstem Nachdruck und unter spontanem Beifall der Anwesenden, daß Süddeutschland fest zum Reiche stehe. Bayern empfinde es als Schmach, wenn an seiner Reichstreue gezweifelt werde. Es müsse aber fordern, daß die Eigenrechte der Länder ungeschwächt erhalten blieben. Es sei wertvollstes Deutschtum, das dagegen sei, daß die deutschen Länder zu Provinzen gemacht würden. Auf das tiefste zu beklagen sei die Zerschlagung des alten Heeres, das eine Volksgemeinschaft bester Art gewesen sei.
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Am Freitagabend fand im Saal des Rathauses ein Empfang der Dundesleitung durch den Oberbürgermeister von Dortmund statt. Darauf veranstaltete der Dortmunder Kreiskriegerverband zu Ehren des ersten Dundesvorsitzenden einen Fackelzug.
Reichswahlliste -er ZenirumSpariei.
Berlin, 1. Juli. (CNB.) Der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Zentrumspartei hat folgenden Reichswahloorschlag der Deutschen Zentrums- Partei aufzustellen beschlossen:
1- Reichskanzler a. D. Dr. Brüning; 2. Dr. Kaas; 3. Dr. Stegerwald; 4. Esser; 5. Dr. Wirth; 6. Dr. Brauns; 7. Hofmann-Ludwigshafen; 8. Klöckner; 9. Frau Peerenboom; 10. Kuhnen (Saargebiet); 11. Winkler; 12. Dr. Focke; 13. Petzold; 14. Bürgers usw. Da die Spitzenkandidaten, vor allem Reichskanzler a D. Dr. B r ü n i n g, auf fast allen L i st e n der einzelnen Wahlkreise schon aufgestellt sind und auch Dr. Kaas und Dr. Stegerwald ebenso wie Esser ein Mandat auf den Wahlkreisliften annehmen werden, so scheiden diese ersten für die Reichswahllifte nachher aus.
Kleine politische Nachrichten.
Zwischen den tschechoslowakischen und deutschen Regierungsoertretern ist eine Einigung erzielt worden, welche die Bereitstellung von Zahlungsmitteln für Erholungsreisende aus den beiderseits eingefrorenen Guthaben bezweckt.
auf feine Weise, an unserem Zuspruch soll es nicht fehlen, die Schlacht des Brotes.
Es hieße Nuhgipfeln nach Wien und Weißbrot nach St. Gallen tragen, wollte man aufzählen, was es nördlich der Alpen für eine Auswahl an Brötchen gibt. Dazu diese Liebe in der Herstellung, diese Sorgfalt, dieses Herausputzen mit Mohn und Dutterlack und Kümmel und Salz und weih Gott welchen Schönheitsmittelchen! Dagegen der Süden: man nehme Mehl, mache durch Zutat von Wasser und Hefe einen Teig, knete ihn lang -oder rund und — rein in den Ofen. Fade schmeckts, fade siehts aus. Keine Spur von goldigweißen Grübchen, von würzigem Geruch, von appetitreizendem Geschmack. Droben kann man Brot ach so nebenher zum Naschen essen, im Süden greift nur starker Hunger danach.
Die Grenzländer Germaniens in weiterem Sinne werden naturgemäß von der lukullischen Wissenschaft weit hinein überschwemmt, in Gens kann man auch einen Frühstückstisch decken, wie wir ihn lieben, Budapest möchte ich nicht missen und England besticht durch sein sauberes Papierbacken, aber jenseits der Karpathen und der Alpen geht es reißend abwärts. In Palästina sieht man schon die Fingerabdrücke in, sagen wir einmal: eigenartigen Gebilden, und bei den Arabern gibt es Sorten, die sich in Form und Farbe von Kamelfladen kaum unterscheiden. Der Senegal hat sein Affenbrot, Aegypten (wo es noch nicht vereng- ländert ist) sein hefenloses, aber fünftausendjähriges Phramidenspezialfeingebäck, China lockt mit Puppenstubenbrötchen, die Russen zeigen ihr kriegsmäßiges Kartenbrot, auch die Feuerländer und Eskimos haben, wenn ich nicht irre, Eigentümlichkeiten, von denen sie auf lateinisch sagen: de gustibus--
Nach alledem schlendert man über das antike Pflaster oder sitzt auf den Terrassen der Dia Diberatica, sieht die Schwalben schirren um die Quadrigen des neuen Kapitols, riecht den Kalkstaub der Jahrtausende von den Ausgrabungen am Forum und möchte am liebsten bestellen:
„Einen Kaffee komplett oder mit Kirsch, wie Sie wollen, vor allem aber, bitte, Mohnbrötchen und Kaisersemmeln und Nußgipfel und Nürnberger Brezen und Berches und — und —"
Aber Trajan stellt dir nur einen Kaffee hin,
Den deutschen Reisenden nach den tschechoslowakischen Kurorten und Sommerfrischen wird neben den obligaten 200 Mark noch eine Zusatzgenehmi- gungbiszu500Mark erteilt.
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Zu Aeußerunaen der „Münchener Post" über einen geplanten Aufmarsch der Nationalsozialisten erklärt der nationalsozialistische SA - Führer Oberst a. D. Ho s m a n n, daß die ihm un- terstellten Aeußerungen in allen Teilen frei erfunden sind.
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Der Landtag von Thüringen lehnte die nationalsozialistischen und kommunistischen Anträge auf Auflösung des Landtages ab.
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3m Oldenburgischen Landtag fand der nationalsozialistische verfassungsündemde Antrag, der die Herabsetzung der Anzahl der Minister zum Ziel hat, nicht die verfassungsmäßig vorgeschriebene Zwei-' drittelmehrheit, da auch die Deutschnativ- nalen dagegen stimmten.
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$ a s anhaltische Staatsmini st eri- u m hat verordnet, daß öffentliche Feiern von Staatsbehörden und Schulen am Verfassungstage nicht stattfinden. Eine Verausga- bung von staatlichen oder kommunalen Geldmitteln für solche Feiern ist unzulässig.
Der bisherige stellvertretende Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Butler (England), ist gestern abend vom Derwaltungsrat zum Direktor des Internationalen Arbeitsamtes gewählt worden.
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3n der außerordentlichen Völkerbunds- Versammlung schlug der Vertreter Spaniens im Namen einer großen Anzahl von Dölkerbunds- mitgliebem, unter denen sich auch Deutschland befindet, der Bundesversammlung vor, d i e T ü r - kei zum Eintritt in den Völkerbund emzuladen. Man glaubt, daß die Türkei n o ch i n diesem Monat Mitglied des Völkerbundes werden wird.
Aus oller Welt.
Die 300-Jahrfeler der Universität Dorpat.
Am Donnerstag fand die 300-Jahrseier der Hniversität Dorpat statt. Zu dieser Feier war der schwedische Kronprinz Gustav Adolf eingetroffen, eingedenk dessen, daß die Stlstungsurkunde der Hniversität Dorpat vor 300 Jahren im Feldlager von Nürnberg von König Gustav Adolf unterzeichnet worden ist. Am Vorabend fand auf dem Domberg bi£ tief in die Nacht beim Schein der Fackeln! eine Kundgebung statt. Arn Donnerstag begannen bie Feiern am Vormittag mit einer Begrüßung des Lehrkörpers und der Studentenschaft der Hni- versität in der Aula der Hochschule durch den estländischen Staatsältesten Teemant und den schwedischen Kronprinzen. Nach einem Festgottes- bienet in ber Hniversitätskirche begann die große Feier in ber Aula. Die erste Rede hielt in lateinischer Sprache ber derzeitige Direktor der Hniversität Prof. Kopp. Anschließend überbrachte Teemant für die estländische Regierung und der schwedische Kronprinz Glückwünsche. Sodann wurde dem Kronprinzen von Schweden die Ehre n d vk t o r-Hrkunde überreicht. Die Feierlichkeiten schlossen mit einem Studentenball.
Die Islhaer Feuerwehr auf der Anklagebank.
Der zweite Verhandlungstag im Prozeß gegen die Jsthaer Feuerwehr war mit Zeugenvernehmungen ausgefüllt. Mit Ausnahme der Aussagen eines Belastungszeugen, der schwere Anschuldigungen gegen die Angeklagten vorbrachte, dafür aber von anderen Zeugen um so schärfer angegriffen wurde, ergab die Beweisaufnahme nichts neues. Das Gutachten des Brandsachoerständigen Branddirektor Bliesener-Kassel geht dahin, daß der Bürgermeister Klapp und der Ortsbrandmeister Schmidt eine Pflichtverletzung begangen haben, indem sie das Haus niederreißen ließen, obwohl eine Notwendigkeit dazu nicht vorlag. Der Sachverständige nimmt als erwiesen an, daß drei Brandherde gelegt worden sind. Darauf wurde die Verhandlung auf Mittwoch, den 6. Juli, vertagt.
ber schwarz und heiß ist wie bie Hölle und feurig wie bie Liebe, einen Espresso.
Den haben nun wieder die andern nicht.
Venus — die „Zwillingsschwester -er Er-e^.
Von den Gelehrten des Carnegie-Institutes auf der Mount-Wilson-Sternwarte in Kalifornien ist die Entdeckung gemacht worden, daß sich in der Atmo- sphäre des Planeten Venus Kohlensäure und zwar „wahrscheinlich in großen Mengen" befindet. Da Kohlensäure zur Entwicklung des Lebens, besonders des Pflanzenlebens, sehr wichtig ist, wie wir von den Verhältnissen auf unserer Erde wissen, so ist damit die Möglichkeit organischen Lebens auf diesem Planeten gegeben. Etwas Sicheres läßt sich freilich nicht sagen, wie in einer eingehenderen Mitteilung hervorgehoben wird, aber die soviel erörterte Frage ist durch die Entdeckung in ein neues Stadium gerückt. Die Annahme, daß auf der Venus irgendeine Form des Lebens vorhanden sei, wurde schon früher durch die enge Verwandtschaft zwischen der Erde und der Venus bestärkt. Man hat aus diesem Grunde die Venus die „Zwillingsschwester der Erde" genannt, obwohl sie etwas kleiner ist. Dieser Planet hat etwa vier Fünftel der Masse oder des Gewichtes unseres Planeten, ist zwei Drittel soweit von der Sonne entfernt und hat eine Schwerkraft, die etwa vier Fünftel von der der Erde beträgt. Man nimmt an, daß die Venus eine feste Oberfläche besitzt, die in vieler Hinsicht der unseres Planeten ähneln muß. Die Entdeckung erhält auch dadurch große Bedeutung daß es hier zum ersten Male gelungen ist, ein Gas in den Spektren eines Planeten der Sonne festzustellen. Die Astronomen von Mount Wilson konnten dadurch das Vorhandensein der Kohlensäure Nachweisen, daß das Licht von der Venus, das ja reflektiertes Sonnenlicht ist, mit Hilfe des lOOjöfr ligen Fernrohres der Sternwarte auf einen feinen Spalt in einem Spektroskop gelenkt und dadurch in seine verschiedenen Farben geschieden wurde. Als das Licht durch die Atmosphäre der Venus ging, wurde etwas davon von der Kohlensäure verschluckt. Das zeigt sich durch eine schwarze Linie im Spektrum. Die Lage dieser Linie im Spektrum gibt bekanntlich an, was für ein Gas absorbiert wurde.


