BfB.-Gießen.
DfD. Alsfeld (Liga) — DfD. Gießen 1:2 (0:1).
Am vergangenen Sonntag konnte die Liga des VfB. endlich zu einem Siege über die kampf- tüchtige Mannschaft der Alsfelder gelangen. Der Sieg hätte sehr wohl höher ausfallen können, wenn der Sturm der VfD.er nicht wieder sehr viele Torgelegenheiten ausgelassen hätte. Die Grünweihen waren gut in Fahrt und beherrschten mit wenigen Ausnahmen fast während der ganzen Spieldauer das Feld. Der Sturnr war an sich sehr aggressiv, zeigte sich aber leider vor dem Tor nicht entschlossen genug. Nicht zuletzt ist das knappe Torverhältnis auf das vorzügliche Halten des Alsfelder Torhüters zurückzusühren, der auch aus nächster Nähe die schärfsten Schüsse hielt.
VfB. bestritt das Spiel in folgender Aufstellung: Dingel: Leutheuser, Mattern: Feuster, Kreß l.. Schmidt: Haupt, Wlodareck, Bären- fänger, Lehrmund, Fehling.
Sofort vom Anpfiff an legten beide Mannschaften mächtig los, jedoch die beiderseitigen Hintermannschaften waren auf der Hut. Alsfelds Torhüter hielt Schüsse, die manchem anderen Torhüter gefährlich werden konnten. DfD. muhte schon jetzt, wenn man sich eines präziseren Torschusses befleihigt hätte, mit 2 oder 3 Toren führen. Doch erst gegen Ende der Halbzeit gelang Wlodareck der Führungstreffer. Alsfeld gab aber die Partie noch nicht verloren. Mit unvermindertem Eifer wurde in der 2. Halbzeit gekämpft. Die Gastgeber erzielten durch einen verwandelten Elfmeter den Ausgleich. Trotz des energischen Widerstandes der Alsfelder gewannen die Giehener mehr und mehr Oberwasser, und diese ^leberlcgenheit fand durch ein Tor, von Fehling aus dem Gedränge heraus getreten, ihren Ausdruck. Die DfD.er liehen auch jetzt noch einige sichere Sachen aus: bei mehr Dcr- ständigung im Sturm hätte der verdiente Sieg sehr leicht etwas eindrucksvoller gestaltet werden können. Alsfeld gab einen wuchtigen, jedoch jederzeit fairen Gegner ab. Das Spiel fand eine stattliche Anzahl von Zuschauern.
Gchwimmwettlämpfe der Llniversiiät Gießen.
Dieser Tage fanden im Städtischen Dolksbad die Schwimmwettkämpfe der Universität statt. Das Merkmal der diesjährigen Wettkämpfe war die starke Beteiligung von feiten der Korporationen und Freistudentenschaft. Desonders in den Staffelwettbewerbcn war die Konkurrenz sehr stark. -Zum erstenmal wurden in diesem Semester auch Wettkämpfe für Studentinnen durchgeführt. Die Leistungen bewegten sich auf beachtlicher Höhe. Als erfolgreichste Korporation ging Alemannia DD. hervor.
Die Ergebnisse.
Studenten. Brustschwimmen für Fortgeschrittene (6 Bahnen): 1. W. Meyer, 1:20; 2. Fr. Kissel, Hasso-Rhenania, W. Heuhel, Mero- vingia. Baumann, je 1:21; 3. Zimmer, Frankonia, 1:24.
Lagenstaffel (4X2 Dahnen): 1. Alemannia, 1:26; 2. Chattia, 1:34; 3- Frankonia, 1:36,8.
Brustschwimmen für Anfänger (4 Bahnen): 1. Durmester, D. C. S. D-. 0:59,6; 2. Christ- mann, Merovingia, 1:08; 3. Mittendorf, Frankonia, 1:1.
Rückenschwimmen (4 Dahnen): 1. Schaum, Alemannia, 0:50,2; 2. Daumann, 1:07; 3. Heil, 1:5,8.
Streckentauchen (2 Bahnen): 1. Grünberg, Alemannia, 0:24,4; 2. Reinhard, Rheinfranken, und Baumann, je 0:24,8; 3. Heil, 0:29,0.
Freistil für Fortgeschrittene (6 Bahnen): 1. Meyer, 1:9,0; 2. Schaum, Alemannia, 1:9,4; 3. Hechler, Alemannia. 1:18,2.
Brust staffel (4x2 Bahnen): 1. Alemannia, 1: 36,6; 2. Frankonia, 1: 39,8; 3. Darmstadtia, 1: 41. I
1 Fortsetzung
Nachdruck verboten.
Er schwieg. Sein Dater starrte ihn an, mit Olugen, in denen der Zorn brannte. Alle Farbe war aus seinem Gesicht gewichen.
„Um wieviel geht's?" fragte er endlich, und seine Stimme klang heiser von unterdrückter Wut.
Der Sohn nannte eine beträchtliche Summe. Danach trat ein lastendes Schweigen ein.
Der Professor dachte: Aus der Reise kann nun 01$^ toeröen. Und er hatte das ganz deutliche Gefühl, dah ihm wieder einmal etwas Unersetzliches verloren ging. Seine Hände hoben sich langsam, ballten sich zu Fäusten. Einen Moment sah es aus, als wollte er sich auf seinen Sohn ß3/.11, . Stöhnen brach aus ihm heraus.
Kraftlos fielen die erhobenen Hände herab — Die häufte lösten sich. Um seinen Mund war ein tiefschmerzlicher Zug.
b's ins tiefste erschüttert, wandte sich ab fronen stiegen in ihm auf und beengten eine Kehle. Er brauchte Zeit, um sich so weit zu fassen, dah er den Vater um Verzeihung bitten Jonnte. Wie ein Verbrecher kam er sich vor; und Scham und Reue brannten in ihm wie fressendes Feuer. Ein Brausen war in seinen Ohren und in seinem Körper eine Schwäche zum Umfinten «.• hörte er den Vater sagen, „ich werde die Sache in Ordnung bringen."
Nun hätte er erleichtert aufatmen können aber er konnte es nicht, seine Brust war so voll von unerträglicher Qual. Er wußte nicht, wie er aus des Vaters Zimmer gekommen. In dem seinen sah er das Gesicht in die aufgestützten Hände vergraben. Die Frage: Wie kann ich das einmal gutmachen, was ich angestellt?, kreiste hinter seiner 6hm. Und die Antwort darauf war: Aus eigener Kraft niemals!
Er studierte im vorletzten Semester Landwirt- schaft. Was er von seiner Zukunft zu erhoffen hatte war nicht viel. Eine Gutsinspektorstelle mit hundertfunfzig Mark Monatsgehalt würde vorerst das sein wom-t er sich begnügen muhte. OBenn er Glück hatte, konnte er nach Iahren Administrator werden. auch diese Stellen wurden nicht sehr gut bezahlt. Er würde durch Arbeit nie in den Besitz einer so großen Summe kommen wie sie der Vater jetzt aufbringen muhte. Er wuhte, dah es dem Vater nicht leicht wurde das Geld aufzubringen. Darvermögen besah er nicht mehr, das war durch die Inflation verlorengegangen. .Seine Praxis brachte nur gerade noch so viel ein, dah es für die Lebenshaltung aus-
Von Geld undÄebe
Vornan von Grete von Saß.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle
Springen: 1. Brüning, L- C., 106,9 Punkte; 2. Küthe, Darmstadtia, 106,3; 3. Meyer, Darmstadtia, 103,3-
Freistilstaffel (4x2 Dahne.i): 1. Alemannia, 1:20,4; 2. Chattia, 1:22,0; 3. Rhein- franken, 1:34,8.
Studentinnen. Dru st schwimmen (4 Bahnen): 1. Heid, 1: 3.6; 2. Storck. 1: 3,8; 3. Leonhard, 1:8,6; Holzhäuser, Turnseminar, 1:1,3.
Brust staffel (3X2 Bahnen): 1. Universität, 1:25,4; 2. Turnseminar, 1:25,8.
Kurze Sportnotizen.
3 n Lake Placid ereignete sich am Sonntag ein Unglücksfall der deutschen Bobmannschaft. Der von Hauptmann Zahn gesteuerte Bob „Deutschland" kam beim Training auf dem Hoe- venberg-Run aus der Kurve, durchbrach die Bretterwand und raste gegen einen Baum. Hauptmann Zahn erlitt einen Armbruch und verschiedene Gesichtsverletzungen. Nach dem Unfall wurde die deutsche Bob-Expedition für die einzelnen Wettbewerbe sofort umdisponiert.
Born „Großen preis -er iRepublif".
Eines der wertvollsten Iagdspringen des internationalen Reit-Turniers in Berlin war der „Grohe Preis der Republik", dessen drei Abteilungen eine Dressurprüfung, eine Eignungsprüfung und ein Iagdspringen am Sonntag den Hauptanteil d:s Programms bildeten. Das schwere Jagdspringen bestritten deutsche, holländische, ungarische, dänische und schweizerische Pferde. Im entscheidenden Stechen führte als einziger Leutnant Brandt auf „Toro" die Sprünge über die erhöhten Hindernisse fehlerfrei aus und wurde so Sieger des Drohen Preises der Republik.
Wambst-Broccardo führen.
Die Frankfurter Festhalle war am Montag- nachmittag nahezu ausverkauft. Das Publikum folgte den Ereignissen auf der Bahn mit grobem Interesse und bekam auch wieder zahlreiche und erbitterte Iagden zu sehen, in deren Verlauf sich die französische Mannschaft Wambst Broccardo an die Spitze des Feldes setzen konnte.
Wirtschaft.
OerZanuar-Mimo -er Reicherbank.
Berlin, 2. Febr. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 3 0. I a n u a r hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Schecks und Wechseln, Lombards und Effekten um 303,0 Millionen auf 3983,6 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 224,9 Millionen auf 3631,8 Millionen Reichsmark, die Bestände an Reichsschahwechseln um 25,8 Millionen auf 32,7 Millionen Reichsmark und die Lombard- bestände um 55,2 Millionen auf 158,3 Millionen Reichsmark zugenommen.
An Reichsbanknoten und Renten- b a n k s ch e i n e n zusammen sind 223,0 Millionen Reichsmark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 9,1 Millionen auf 4407,1 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 13,9 Mil- lwnen auf 419,8 Millionen Reichsmark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Re:chsbank an Rentenbankscheinen auf 7,5 Millionen Reichsmark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 393,6 Millionen Reichsmark eine Zunahme um 23,0 Millionen Reichsmark.
Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 14,8 Millionen auf 1092,9 Millionen Reichsmark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 8,6 Millionen auf 947,8 Millionen Reichsmark und d.e Bestände an deckungsfähigen Devisen um 6,2 Millionen auf 145,1 Millionen Reichsmark abgenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 24.8 Prozent gegen 26,4 Prozent in der Vorwoche.
*
• Konkurse und Vergleichsverfahren im 3 anuar. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Januar durch den Reichsanzeiger 1128 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 751 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgeg b.n. Die entsprechenden Zahlen für Dezember stellten sich auf 1178 bzw. 864.
Frankfurt schwächer.
Frankfurt a. M., 1. Febr. Die schwächere Tendenz, die sich bereits zum Wochenschluh auf Glattstellungen bemerkbar gemacht hatte, fetzte sich auch zu Beginn der neuen Woche fort, zumal es der Spekulation an Anregungen fast voll
kommen fehlte. Das Abrücken der Reichsregie- rung vom Wagemannschen Währungsplan wirkte noch nach und löste weiteres Realisationsbedürfnis bei der Spekulation aus. Die Zuspitzung der Lage im Fernen Osten und die wieder schwächere Haltung der Weltbörsen trug eben- falls zu der schwächeren Stimmung bei. Daneben schenkte man auch der innenpolitischen Lage wieder mehr Interesse, besonders wegen der Reichspräsidentenwahl. Obgleich das Angebot nicht groß war, ergaben sich gegen den Wochenschluß überwiegend Kursrückgänge von 1 bis 3 Prozent. Stärker gedrückt waren am Elektromarkt Schuckert und Gesfürel, die je 3 Prozent nachgaben, auch Reichsbankanteile, IG.-Farben und Siemens verzeichneten Kursverluste bis zu 3 Prozent. An den Nebenmärkten betrugen die Rückgänge etwa 1 bis 2 Prozent, nur Schisfahrtsaktien blieben un- verändert.
Der Rentenmarkt verzeichnete zunächst auf fast allen Märkten noch leichte Befestigungen, doch bröckelten gegen Mittag auch hier die Kurse überwiegend ab. Auffallend ruhig lagen die in den letzten Tagen bevorzugten Kommunalobligationen, während für Liquidations-Pfandbriefe und Reichsfchuldbuchforderungen eher Interesse bestand bei gut behaupteten Kursen.
Berlin: ruhige, aber feste Haltung.
Berlin, 2. Febr. (WTB. Funkspruch.) Rach- dem schon in den gestrigen Nachmittagsstunden auf fast allen Marktgebieten kräftige Erholungen festzustellen waren, verkehrte auch der heutige telephonische Freiverkehr in ruhiger, aber f e-st e r Haltung. Der Stimmungsumschwung an der gestrigen Neuyorker Börse hat am Berliner Platze heute stärkeren Widerhall gefunden, als man zunächst annahm. Es fehlte nach der inzwischen erfolgten Limite-Erneuerung an entsprechendem Angebot, so daß schon kleine Nachfrage genügte, um die Kurse erneut bemerkenswert in die Höhe zu treiben. Man verfolgte mit Interesse die weiteren, sich überstürzenden Ereignisse im Fernen Osten. Die Börse läßt sich aber durch die außen- und innerpolitischen Betrachtungen in der zuversichtlichen Beurteilung der Tendenz nicht beeinflussen, zumal der Geldmarkt weiter leichte Veranlagung hat. Daß der Ultimo auch für die Reichsbank nicht besonders schwierig war, sieht man an dem heutigen Ausweis per 30. Januar, der nur eine Gesamtanspan- nung von 306 Mill, zeigt. Auch die umlaufenden Noten haben um 223 Mill, zugenommen, aller- dings erfuhren die Gold- und Devisenbestände
eine abermalige Verminderung um 14,8 Mill., so dah sich die Notendeckung auf 24,8 gegen 26,4 Prozent verschlechterte. Wie schon eingangs gesagt. war der Geschäftsumsang nicht groß, doch überwogen bei den Danken kleine Kaufordcrs, die sich unter dem Eindruck des heute von der Presse neu kommentierten Wagemann-PlaneS auch auf festverzinsliche Werte erstreckten.
Im einzelnen konnte man folgendes feststellen: Danken lagen, mit Ausnahme der Reichsbankanteile, wieder vernachlässigt. Auch am Montanmarkt war das Interesse relativ Hein, dagegen konnten Schiffahrtsaktien etwa 2 Prozent, d. h. 10 Prozent ihres effektiven Wertes gewinnen. Kaliwerte waren bis zu 4 Prozent höher gc- sucht. Arn Elektrornarkt waren besonders Licht & Kraft auf die 6prozentige Dividendenschähung fest veranlagt, die übrigen Papiere des Marktes zogen aber ebenfalls bis zü 3 Prozent an. Bei Farben betrug der Gewinn etwa 2 Prozent. Im gleichen Ausmaße waren Kunstseideaktien erhöht, und auch sonstige Spezialwerte, wie Charlottenburger Wasser, Dessauer Gas. Deutsche Erdöl usw. besserten ihren Kursstand um etwa 3 Prozent. Auslandwerte waren dagegen nur unwesentlich verändert.
Am Anlagemarkt standen Reichsschuldbücher im Vordergründe und zogen abermals um 1 Prozent an, bei den Goldvfandbriefen hielten-lief) die Besserungen in bescheideneren Grenzen. Anleihen waren im allgemeinen nur gut behauptet.
Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 211.
Banknoten.
1. Februar
2. Februar
Amtliche Notierung
«'M" l Srlef
Amtliche Geld
Notierung »rief
6clftngfoTl .
6.374
6,386
6,384
6,396
Wien . .
49,95
50,05
49,95
50,05
Prag . . .
Budapest . .
12.465
12,465
12,465
12,485
56.94
57,06
56,94
57,06
Costa . . .
Holland . .
3,057
3,063
3,057
3,063
169.43 .
169,77
169,43
169,77
Oslo. . .
Kovcnliag«.
78.62
79,77
78,78
79,93
79,02
80,12
79,18
80,28
Stockholm
81,22
81.38
81,42
81,58
London. . . Buenos Aires
14,46
14.50
14,53
14,57
1,043
1.047
1,043
j ,047
Neunorl
4.209
4.217
4,209
4,217
Brüssel.
58,71
58,83
58,71
58,83
Stollen . . .
Pari» . . .
21,02
21,06
21,06
21,10
16.56
16,60
16,55
16,59
Schweiz . .
82,11
82,27
82,08
82,24
Evanien
34,62
34,68
34,22
34,28
Danzig . .
81,97
82.13
82,02
82,18
Japan . .
1,469
1,471
1,494
1,496
Rw De Jan..
0,257
0.259
0,257
0,259
Jugoslawien.
Lissabon . .
7,463
13,19
7.477
13.21
7,463
13,24
7,477
13,26
Lombardzlnsfutz Loh.
Ain-ermartt in Gießen.
Auf dem heutigen Rinder-(Nuhvieh) markt in Gießen standen 765 Stück Großvieh. 77 Fresser und 145 Kälber zum Verkauf. ES kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 425 Mark, 2. Qualität 200 bis 300 Mk., 3. Qualität 100 bis 200 Mark, Schlachtkühe 50 bi« 25° M Rinder V,- bis V.jLhrig, 60 bis 130 Mk.. /v* bis 2iahrig 80 bis 200 Mk., tragend 180 bis 300 Mark; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 20 bis 25 Pf. Marktverlauf schleppend, Heberftanb.
Taten für Dienstag, 2. Februar.
962: Otto I. wird zum Kaiser gekrönt. — Be- ginn des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". 1829: der Naturforscher Alfred Brehm in Renthendorf geboren.
ZerHn, l.ffeferor
Wmerilanljdie Not« Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch.Oesterreich, I 100 Schilling Rumänische Noten ......
Schwedische Noten Schweizer Noten Svanische Noten . .....
Ungarische Noten Neichvbankdiskont 7 o. h.
Geld
Srlef "
J 4,20
4,22
58,55
58,79
79,59
79,91
14,42
14,48
16,52
16,58
169,06
169,74
21,00
21,08
78,44
78,76
2,49
2,51
81,04
81,36
81,93
82,25
34,48
34,62
Oltein Guthaben ist erschöpft. Morgen mittag hast bu das Geld und kannst Burda das feine zurück- geben. — Nein, mein Junge, danke mir nicht. Daß ich dir helfe, ist selbstverständlich", wehrte er Achims Anlauf dazu ab. „Dah es nicht leicht für mich war, das Geld aufzubringen, mußte ich sagen. Du wirst nun in Zukunft bedachtsamer
„Ich gebe dir mein Ehrenwort, Papa, daß ich nie mehr eine Karte anrühren werde."
Der Geheimrat erwiderte nichts, blickte nachdenklich vor sich hin. Endlich hob er den Blick und sagte:
»Tja — nun muß ich Mama sagen, daß aus unserer beabsichtigten Reise nichts werden kann."
Hans-Achim erschrak. Um Gottes willen, das mußte sein! Was würde die Mutter sagen, wenn sie erfuhr, was er angeftellt?
-Bei Tisch fragte Ottilie ihren Mann:
„Warst du bei Fahrenkrug?"
„Nein."
-Mer wäre es denn nicht höchste Zeit, ihn zu bitten?
Er schüttelte den Kopf. Sah sie mit einem Blick aT« - 6at: "ns jetzt nicht davon reden.
Spater, im gemeinsamen Schlafzimmer, erfuhr sie, daß aus der geplanten Reise nichts werden konnte. Sie fragte mit keinem Wort nach dem Gründe konnte aber nur mühsam verbergen, daß ihr die Enttäuschung schmerzlich war. Mit fliegenden Pulsen lag sie in ihrem Bett. Ihre Augen brannten in die Dunkelheit des Zimmers.
Warum ist es ihm leid geworden, mit mir zu reifen? fragte sie sich. Sie sand keine Antwort darauf als die: Es reizt ihn nicht, mit mir auf Wochen allein zu fein; er will sich nicht von seinen Kindern und von seinem Beruf trennen.
*
„Herr Kommerzienrat Münchmeyer ist eben ge- t meldete das Hausmädchen. „Er fragt, ob Herr Geheimrat ihn noch empfangen würde?"
„Ia, selbstverständlich."
Die Sprechstunde war zwar zu Ende, aber Münchmeyer kam ja gewiß nicht, um ihn zu konsultieren. 0
Da trat er schon ins Zimmer.
„Verzeihung, Herr Geheimrat, daß ich Sie zu so ungeeigneter Zeit hier überfalle."
7" bitte", wehrte Tönnies ab. „Was fuhrt Sie denn zu mir? Ditte, nehmen Sie Platz." Er wies auf einen Ledersessel.
„Äonfultieren wollen Sie mich doch wohl nicht?" bin — Gott sei Dank — kerngesund!"
• oul rfcm DDn Kälte gerötetes Gesicht flog em Lächeln. 1 H
Herr Geheimrat, ich wollte Sie um Auskunft über die Familie Schadow bitten. Wür- ubu _oie die Güte haben, mir die zu geben?“ Tonnies nickte zustimmen»/.
„Sehr gern." (Fortsetzung folgt)
reichte. Das Haus, in dem sie wohnten, gehörte dem Vater. Ein Miethaus in der Großbeerenstraße. Cs hatte wohl einen beträchtlichen Wert, aber es warf auch eben nicht viel ab. Auf fein Haus würde der Vater jetzt Geld leihen müssen, um es ihm zu geben.
Es war zum Verzweifeln, an das zu denken. Er hob das Gesicht aus den Händen, starrte ins Mnbeftimmte. Zerquälte sich mit fruchtlosem Grübeln. Stunden brachte er so hin — viele Stunden. Endlich empfand er, dah seine Glieder steif und schmerzhaft waren vom langen Sitzen — stand auf, dehnte sich und trat ans Fenster.
Es regnete. Der Regen rauschte an den Fenstern Oerab. In der Stube wurde es dunkel. In den Läden, die seinem Fenster gegenüber lagen, flammten die elektrischen Dirnen auf. Es war Abend.
Er dachte, daß Helene Schadow nun vergeblich auf ihn warten würde. Er sah Helene Schadow vor sich — sah ihre schönen tiefblauen Augen, tote ne erwartungsvoll nach ihm ausschauen, um sich dann langsam mit Traurigkeit zu füllen, weil katn. Sie muhte den Weg von ihrem Geschäft bis in die Großbeerenstrahe allein machen. Während er daran dachte, packte ihn eine heiße Sehnsucht nach ihr. Er überlegte, ob er utcht doch zu ihr gehen sollte.
In dem Augenblick wurde an seine Zimmertür geflobft; die Tur wurde geöffnet und feine Schwester sah herein. Sie rief feinen Namen, und Dann fragte sie erstaunt, warum er im Dunkeln fei. Die schaltete das Licht ein
-Willst du nicht zu uns ins Wohnzimmer kommen, Achim? Rose Münchmeyer ist bet uns"
„-item, Eva ich mag nicht. Sag bitte, ich wäre ausgegangen.
Sie sah zu ihm auf.
..»Ach, komm doch, bitte. Mama schickt mich zu dir. Cs wurde sie verdriehen, wenn du dich verleugnen liehest. Sie weih, dah du nicht ausgegangen bist. “
-Wenn es so ist, ja, dann..."
Er folgte ihr Fragte auf dem Wege zum Wohnzimmer nach dem Vater.
„Papa ist gleich nach seiner Nachmittagssprech- geUtebrt .?u69<?9an9en un& noch nicht zurück- un^r SÄ crIei<^!ert ^f. Jetzt dem Vater lich b A"9en zu kommen, daS wäre unerträg- tra^kÄ^d? Tür zum Wohnzimmer, ^hinter ihr em. Das Zimmer war erfüllt von dem Duft von Parma-Veilchen.
«Aosestreckte chm ihre schmale, wohlgepsleate die er leise mit den Lippen sseWe
Ihre dunklen Augen strahlten ihn an. 9 . -®1Ewigkeit hab' ich Die nicht gesehen" -Was treiben Die denn nur?"
(£r fütterte etwas von sehr viel Arbeit. Sie
sah mit einem bezaubernden Lächeln zu ihm auf, sagte in vorwurfsvollem Ton:
Auch über Ihre viele Arbeit dürfen Die nicht Ihre Freunde vernachlässigen. Wenn Die sich schon jetzt so selten bei uns zeigen, wo wir noch Tur an Tür wohnen — wie wird es erst werden, wenn Has nicht mehr so fein wird?"
„Wollen Sie aus Ihrem Haufe ausziehen, gnädiges Fräulein?"
Sie nickte, älnd feine Stiefmutter sagte:
„Kommerzienrat Münchmeyer hat eine Villa in der Hihigstrahe gekauft."
„Ah, das freut mich für Sie, gnädiges Fräulein. — Gratuliere!"
Sie wehrte lachend ab.
—.-3$ bin gar nicht sehr glücklich über diesen Villenkauf. Wär viel lieber hier in unserem alten Hause geblieben, in dem mir alles vertraut ist."
Eva erinnerte sie daran, daß sie oft auf ihr altes Haus und auf die langweilige Grohbeeren- strahe geschimpft hatte.
„Das hab' ich. Unö doch bebaute ich es sehr, Altgewohntes aufgeben zu müssen. Ich gestehe, daß ich auch ein wenig bange bin vor dem Neuen, das mich erwartet. Papa beabsichtigt mit der llebcrfieblung eine völlige Umstellung unserer Lebenshaltung. Wir werden nicht mehr so still und zurückgezogen leben wie bisher, werden Bälle Diners, Kaffees und was weiß ich noch alles geben."
Sie lächelte hilflos
Man lächelte zu ihren Worten, wuhte, dah sie nicht ernst zu nehmen waren. Sie bedauerte, sich nun verabschieden zu müssen.
„Frau Schadow erwartet mich zur Anprobe" Nach einem raschen Blick auf ihre goldene Arm- banduhr rief sie erschreckt: „Ach, es ist bereits halb acht Uhr. Zu halb sieben bin ich bestellt. Na, die gute Schadow wird böse sein!"
Hans-Achim verdroß diese Bemerkung, denn mit der guten Schadow war Helenes Mutter gemeint, vor der er eine unbegrenzte Hochachtung hatte.
Rose bemerkte seinen Verdruß und triumphierte im stillen darüber.
„Nun, Frau Schadow wohnt ja zum Glück nicht weit von hier — eine Etage höher", meinte Rose beim Hinausgehen.
Hans-Achim begleitete sie hinaus, öffnete vor igr die Tur zum Treppenhause. Er sah sich seinem Vater gegenüber, der eben im Begriff war die Tur auszuschliehen.
W^rend der Vater einige Worte mit Fräulein 2mincbmet)er wechselte, ging auch Helene Schadow uic Treppen hinauf — müde, verschüchtert.
„Komm in mein Zimmer", sagte der Vater au Hans-Achim. .Ich 6abe mit dir ,u reöen.“ 6ein“ Stimme klang müde.
r * *r "icht verschweigen, Achim, daß es
sehr schwer für mich war, das Geld aufzutreiben


