Nr. 27 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) vienrtag, 2. Februar 1932
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Oie „Grüne Woche" eine Werbung für deutsche Erzeugnisse.
AuS Berlin wird uns gelchrieben: Auf bicfer Grünen Woche befindet sich unter einer Heber- fülle mit Londerlchauen Kohlen, Abteilungen. Statistiken. Schaumaterial und Tieren eine Wanderausstellung mit dem zugkräftigen Titel: .Der entscheidende Augenblick: deutsche Ware oder AuSlandware? Diese vom ..Bolkswirtschaftlichen Aufklärungsdienst" zusam- mengestellte Unternehmung soll in den nächsten beiden Jahren durch Deutschland reisen und auf ..Deutschen Wochen" für die deutschen Erzeugnisse werben.
Eine solche Werbrmg für deutsche Waren ist das besondere Kennzeichen bcc diesiährigen Grünen Woche, der siebenten, die wiederum die gesamten Messehallen am Berliner Kaiserdomm belegt hat. und e» braucht in der gegenwärtigen Lage nicht betont zu werden, wie unumgänglich notwendig eine solche intensive Werbung geworden ist, die aus manchen Gebieten bisher überhaupt gefehlt hat. So wird denn in diesem Jahre in sinnfälliger Weise zum erstenmal in grobem Rahmen für das deutsche Holz geworben. Wenn man die erste Halle betreten hat, befindet man fich in einem richtigen Dörfchen. ein große- Forsthaus und zwei ansehnliche Siedlergehöste stehen am Rande einer Waldschonung: alle- für den deutschen Wald und sein Holz, alle- aus dem deutschen Wold und seinen Hölzern. Ihre Entstehung, die Bestellung des Bodens, die Pflege der Schonungen und Stämme wird aus den beforsteten Streifen gezeigt, und die Häuser beweisen die Vielsachen Derwen- dungsmöglichkeiten des Holzes als Material für den Bau und die Inneneinrichtungen. Holzgeräte, deren Borzüge anschaulich gemacht werden, ermahnen. das Holz neben Stahl und Eisen nicht zurückzufetzen. Ein Holzgasgenerator ist vorhanden, der statt mit Benzin mit Holzabfällen betrieben wird.
Die deutsche Landwirtschaft erzeugt Markenartilel. das heißt Standardwaren von
immer gleichbleibender Güte, die an PreiS und Güte den ausländischen Waren nicht nachstehen — warum soll man sie in diesem ..entscheidenden Augenblick" nicht kaufen? Heute sind schon ziemlich alle Waren mrihcrt. d b ihre Gute ist garantiert es gibt Morkenhvnig. Markeneier, Markenbutter. Markenmilch, Warkenkartof- feln und sogar Markenerbsen Aber eS kommt zur Hebung des Absatzes auch aus die ansprechende. zwttkmäßige und billige Verpackung an: daher gib« es hier eine Sonderabteilung: Landwirtschaftliche Verpackungsschau, die demonstriert. wie Getreide Mehl. Brot. Milch. Butter und Käse. Eier, Fleisch und Geflügel fachgemäß zu verpacken sind.
Daneben melden sich die einzelnen Rebenzwelge des landwirtschaftlichen Betriebs, so etwa der Gartenbau oder die Binnenfischerei, die besonders für den Aal. als einen immer begehrten, leicht abzusetzenden Fisch wirbt, dessen Hege und Fang an Modellen und durch Rehe und Reusen anschaulich gemacht wird. Hierher gehört auch die grobe Siedlungswander- a u s st e l l u n g. die wiederum aus sieben Gruppen besteht, die sich mit den Problemen des Bauens, der Bodenbestellung usw. beschästigen Alle diese Sonderabteilungen gehen von den beteiligten Sonderverbänden aus und enthalten in umfassenden Übersichten nahezu alles. waS auf den einzelnen Gebieten ausstellungsmäßig gezeigt werden kann: so besteht die Imkerei- Schau aus vierzehn Unterabteilungen, von denen eine etwa die Fachliteratur, eine andere das Thema „Honig in Geschenkpackung" und eine dritte einen Dienenfilm enthält.
In der zweiten Halle — auf der Galerie befinden sich lange Gassen Kaninchenställe — wird auch in diesem Jahre das Internationale Reit- und Fahrturnier stattfinden, diesmal mit besonderen Schaunummern: hundert Hengste und Stuten der Preußischen Staatsgestütsverwaltung. die das Jubiläum ihres zwei-
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Itn Mittelpunkt der Veranstaltungen der „Grünen Woche" steht auch diesmal das große Reit» und Fahr- lurnicr, an dem nicht weniger als 1000 Pferde teilnehmen werden. In der großen Schaunummer haben 200 Reichswehrreiter in den Uniformen des alten Heeres die Entwicklung der deutschen Kavallerie vorge führt.
Reichspräsident von Hindenburg wird beim Betreten der Haupthalle von ostpreuhischen Bauerntod)tern begrüßt.
hundertjährigen Bestehens feiert, werden vorgeführt werden: die Parade ..Das Denkmal der Kavallerie" bringt eine pon zweihundert Reitern ausgeführte historische Entwicklung der Reiterwaffe von den Zeiten des Großen Kurfürsten bis in die Gegenwart. Diesen Veranstaltungen ist ein besonderer, erstmaliger Zuwachs der Grünen Woche zu danken: die P f e r d e s ch a u, die größte Pferdeausstellung, die 250 Tiere in mustergültigen Stallungen im Riesenraum einer Halle vereinigt, so daß hier das wertvollste Pferdematerial Deutschlands zu besichtigen ist, unter dem sich
Ramen von Weltruf befinden. Wieder ist die I a g d a u s st e ll u n g mit einer verblüffenden Fülle von Gehörnern vorhanden, an die sich ganze Kunstausstellungen von jagdlichen und landwirtschaftlichen Motiven und ein Photowettbewerb über Bilder aus der Ratur. Wald und Feld, anschliehen. Dazu kommen d>e Tierschauen, eine Halle mit schreiendem und schnatterndem Federvieh, Enten, Gänsen, Hühnern, Hähnen und Tauben, und die Hundeausstellung, die in den letzten Tagen der Grünen Woche veranstaltet wird.
Gpielvereinigung 1900 Gießen.
1900 (Liga) — DfR. Butzbach (Liga) 2:1 (1:1).
Die 1900er errangen keinen leichten Sieg. Das Spiel wurde schnell, und manchmal an den Grenzen des Erlaubten durchgeführt. Die Platzbesiyer waren meist etwas feldüberlegen, verlegten den Kampf während geraumer Spielzeit in die Hälfte des Gegners, der besonders in der ersten Spielhälfte schwer zu arbeiten hatte. Die Butzbacher hatten im Sturm einige gute Kräfte, die Läuferreihe war aber in der Aufbauarbeit nicht besonders tüchtig und stets mehr in der Zone der Derteidigung. Die Derteidigung selbst arbeitete manchen Angriff der 1900er zunichte. Der Tormann der Gäste war der beste Mann seiner Mannschaft. Die Dlauweißen waren diesmal auch nicht schlecht in Form. Allerdings sollte die Mannschaft rascheres Abspiel pflegen. Die Elf arbeitete sonst gut zusammen, konnte aber den Zusammenhang nicht immer halten, da die Gäste in der Zerstörungsarbeit nicht ungeschickt manipulierten. Der Sturm erwies fich als gut, die Läuferreihe arbeitet aber noch immer nicht rationell genug. Der beste Mann aus dem Platz war Zeiler in der Verteidigung. Mit seinem Bombenabschlag schuf er vor dem Tor immer wieder reine Luft. Wilhelrni ließ sich wieder sehr gut an. Heilmann überzeugte. Lippert fiel etwas ab und
stand oft ungeschickt abseits, brachte aber einmal einen fabelhaften Alleingang durch.
In der 19.Minute fiel der erste Treffer für 1900. Der Tormann hielt einen Ball, das Leder entglitt ihm, Heilmann ergriff, schwer bedrängt, die Gelegenheit und schoß am verdutzten Torhüter vorbei zum Führungstresser ein. Zwei Minuten später fiel der Ausgleich, der zugleich das Halbzeitergebnis brachte. Schmidt lief reichlich weit aus dem Tor, der freistehende Butzbacher Halbrechte umspielte ihn und schoß ungehindert ein. Rach anfänglicher ileberlegenbcit der 1900er gestaltete sich das Spiel ausgeglichener. Mit verbissener Energie wurde wieder um die Führung gekämpst. In der zehnten Minute der gleichen Halbzeit ging Lippert im Alleingang aus Rechtsaußen durch, umspielte seine Gegner, brachte auch einen schönen Schuß auf das Tor, den einer der Verteidiger abwehren wollte, dabei den Ball aber selbst in das Tor lenkte, ohne daß der Tormann die Situation hätte retten können Arnold trat im weiteren Verlauf des Spiels einen Elfmeter gut plaziert in die linke Ecke, der Tormann war aber auf Draht und hielt in schönster Manier. Gegen Ende der zweiten Halbzeit wurde das Spiel reichlich hart. Die Butzbacher drängten aus Ausgleich, die Gießener Verteidigung war aber auf dem Posten und verurteilte die Angriffe zum Scheitern. Der Schiedsrichter war gut und nicht aus der Ruhe zu bringen. *
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Eisfischerei im Norden.
Don Egon von Kapherr.
Wie ferner Kanonendonner dröhnt es über die weite, verschneite Seefläche. Der Schlitten gleitet schnell dahin. Die Pferde schnaufen und dampfen. Vor der waldigen Ferne, vor den Hügeln des Ufer- liegt aufsteigender Dunst: denn es ist kalt heute, sehr kalt. Aber die Sonne glänzt unb bringt einen matten Schimmer über die weiße Riesensläche. Die Schlittenkufen zischen und schurren über den harschen Altschnee, poltern überfrei- gewehtes, welliges Eis, dröhnen ^über verfrorenes Scholleugewirr. 2m Dunst der Ferne zeigen sich dunkle Punkte: gerade darauf zu halten wir. Die Punkte die schwärzlichen Klumpen entwirren sich. Es werden Menschengestalten daraus, Umrisse plumper Schlitten und mächtiger Zuber, Pferdegestalten. große Bottiche.
Jetzt ist der Schlitten nahe heran. Stimmen, gewirr tönt, Pferdepusten, Schnauben. Wir halten in der Rähe dev großen, dreieckigen Loches, das die Fischer ins Eis fügten: Hier soll das große Zugnetz aus dem Wasser kommen, das ungeheure Zeug, das in riesigem Bogen von Loch zu Loch unter dem Eise geschoben wurde, das nun in großem Halbkreise lauernd über der See tiefe hängt, bereit, unter milchig.fchimmerndem Eise hinzuglei- ten und tausende zappelnder Leben in seinen riesigen. gierigen Schlundsack zu fressen. Meister der Eisfischerei sind die Berufsfischer des Rordens. Heute fischen sie auf diesem See. morgen auf jenem, stets auf eigenes Risiko: die Hälfte dem Grundbesitzer, die Hälfte dem Retz, so ist es alte, wohl- hergebrachte Sitte.
Run soll der große Zug stattfinden, langsam, ganz langsam, von Loch zu Loch gehend, hat man das Retz näher zum Ausfuhr loch gezogen, immer näher in schwerer Arbeit. Es ist ein Glück, daß der Boden klar war, keine tückischen Baumstämme dort im Schlamm oder im Sande lagen, keine Aeste, die das Retz verwirrten, zerrissen, unrett- bar aufhielten. Wehe, wenn durch solche tückischen Hindernisse das kostbare Retz zersetzt wird, oder wenn sie gar den enggeftridten Sack zerreißen und allen gefangenen Fischen Freiheit geben!
Zug um Zug kommen jetzt die Enden der Flügel aus dem großen, dreieckigen Loch, schnurren, ra- schein, plätschern über das Eis. Wasserlachen sammeln sich, und schon zappelt ein halbes Dutzend kleiner Weißfische in schlüpfrigen Eispfützen.
..Los!" schreit jetzt der Obersischer, und ein paar hundert Hände fassen i« Leinen. Retzstricke und
Maschen. „Los!", das gilt für alle: für den bärtigen, weithergereiften, verwitterten Fischer, für die Dauern, die mit ihren Schlitten herbei- suhren, um billiges Kleinzeug einzuhandeln, für die Leute der Fischhändler aus der Stadt, für die Zuschauer, — für alle.
Run heben sich die hohen Retzwände immer mehr aus Eis und Wasser, immer mehr Schwimmer erscheinen, immer mehr Senkbleie. Mächtig ballt sich die Rehmasse auf den Transportschiffen. Jetzt kommt die große Knüpfstelle, jetzt werden die Wände getrennt. Der erste Schlitten ist behackt, der zwei'e wird herbeigeschoben. Wieder rollen, ballen fich Retzwände auf dem zweiten Schlitten. Immer weiter, immer stetig und langsam bedächtig ziehen die Männer am Gestrick. Das zweite Drittel der Rehwände rollt sich auf dem Schlitten zu. fammen wird gelöst. Der dritte Schlitten kommt herbei. Der dritte und letzte Teil der Rehwände erscheint. Hunderte, Aberhunderte von Metern find schon aufgerollt. Weitere Retzmassen kommen herauf, ballen fich, häufen sich: ungeheuer ist das Retz. Pferde sind vorgespannt. Tier und Men. scheu ziehen. Ziehen im Takt, ziehen langsam, beharrlich. Dumps schallt der Ruf des Dorfischers Immer weiter gleitet das Retz hervor, über das Eis, Wand bei Wand, flach ausliegend. Immer mehr Lachen bilden sich, Tümpel, und bald ist ringsum Waffer auf dem Eise Kaum erkennt man noch das gähnende Schwarz des Zugloches. Rot. äugen, kleine (Bleie, Dlutslofser plätschern. Emsige Hände greifen zu. So geht es eine ganze Stunde und nod) eine halbe lind dann kommt die große Entscheidung: denn schwer, unheimlich schwer ist der letzte Rest des Reyes, der Sack. Mehr und mehr Fische sind in den Flügeln, kleine und mittlere, ausgehängt in den Kiemen töricht verfangen.
Run spuckt der alte Obcrfifdjct feinen Priem aus. schiebt einen neuen in die Zähne .Vorwärts. Jungens!" ruft er. Hurtig greifen alle Hände zu: denn der Sack erscheint.
Da ist das große Schwimmbrett schon. Eng find die Maschen. Das Waller fdiäumL locht auf. Es blitzt wie Silber. Klatschende Schläge tönen. Masche um Masche kommt alles auf das Eis. Lang ist der Sack und schwer. Auch die Pferde ziehen wieder: denn selbst die Winden auf den Schlitten würden nicht annähernd reichen.
Ein Riefenhecht schnellt auf. rote Kiemen leuchten. Silbergefchupp löst sich, schwimmt auf dem Eife. Zoll für Zoll kommt der schwere, lange, engmaschige Sack ans Tageslicht.
Siebzig, achtzig Zentner, nicht weniger, meint der Verwalter.
Mehr, viel mehr müßte es fein, meint einer der Fischer.
Patsch!, wieder knallt der Schwanz eines Riesenhechtes auf dem Eise.
Große Zander, Dleie. Darsche und Unmassen kleiner, weißblinkender Fische tauchen auf, dicht zusammengepreht Immer enger wird der Sack, immer voller Unt) dann kommt die dicht- gepreßte. nur schwach zappelnde, hilflose Masse hervor. Und der Sack ist draußen, von vielen Fäusten auf das Eis gezerrt. Schon lange sind die Pferde nicht mehr nötig, schon lange auch die Winden nicht. Ein Hecht von dreißig, einer von fünfundzwanzig Pfund, mächtige Brachfen, große Barsche, Zander von zehn und mehr Pfund werden von eiligen Händen gepackt, in die maffergefüllten Zuber geworfen Springen hier, knallen mit den breiten Floffen, Schwänzen, liegen still. Das Waffer platfcht und rauscht, fließt über.
Mit der Getreidefchaufel wird das Kleinzeug zusammengefcharrt, in Haufen geschichtet, zappelt. wird matter, gefriert.
Endlich ist der riesige Retzbeutel leer. In Mengen werden die Fische aus den Zubern genommen. auf großen Waagen gewogen, kommen in die Transportsässer, immer abwechselnd: ein Zentner, zwei Zentner nach links für die Fischer, cbenfoDiele nach rechts für das Gut. Der riesige Zander dort kommt aufs Schloß, der bepelzte Kutscher wartet schon.
Kiepenweise kommen die Kleinfische auf die Waage. Da kommt s nicht genau darauf an — ein paar Pfund machen nichts aus — Pfennigware. Der Dörfischer und fein rotbärtiger Sohn nehmens nicht genau; auch die armen Leute wollen leben; denn Geld ist knapp, und Fische gab’s, als hätte Sankt Peter selber am Netz gezogen.
»Run, wieviel Brachsen waren heute?" fragte ich am Abend, als das Retz rein ist und auf die Schlitten verpackt, die auf schmalen Kufen davongleiten.
,6in guter Fang", meinte der alte Mann, „fo an neunzig Zentner Brachsen allein. Und dann dic Hechte und all das andere ... Heute war es besser als vor sechs Jahren, als ich hier zum letzten Male fischte."
Dann habe ich meinen Kram im Schlitten und schüttle dem Alten die Hand. Und heidi geht s über die verschneite Seefläcbe nach Hauke! Feuerrot und blutig flimmert das Eis. glänzt der Schnee, und tiefer Dunst liegt über den Usern.
Tonfilm. /Der Zinker".
Wieder mal Wallace. Dor einigen Jahren lief ein Kriminalstück gleichen RamenS über viele Dühnen. Wer es gesehen hat, braucht nicht zu denken, daß er den Film schon kennt. Bei Wallace ist immer alles anders lEs gibt, wenn wir recht berichtet sind, übrigens auch einen Roman ..Der Zinker".) Die Kriminalfabrik des Engländer- ist groß und weitläufig. Kein Zweifel, daß die hoch- enttoidclte Technik des modernen Films für di« Schilderung solcher und ähnlicher „Fälle" hervorragend geeignet erscheint Es ist furchtbar spannend. Und man muß höllisch aufpassen, daß man den Faden nicht verliert. Jeder ist bemüht, den Täter zu finden in einem Wirbel von mehr oder minder verdächtigen Gestalten. (Ganz unverdächtig sind bei Wallace eigentlich nur die tüchtigen Leute von Scotland Yard; und selbst bei denen weiß man nicht genau —). 3m allerletzten Augenblick stellt sich dann heraus, daß man wieder mal auf« falsche Pferd gesetzt hat. Und man geht mit dem dumpfen Gefühl heim: heute nacht wirst du voin ,Zinker" träumen Die Regie lEarl Lamac und Mac F r i c) überseht den eigenartigen, auf Bluff und immer neue Ueberraschung bedachten Romanstil von Wallace sehr wirksam in die Optik des Bildstreifens und bedient sich dabei einer Tech- . nik der Ueberblendung und Verzahnung von Bi>d und Stichwort, daß die kurzen Szenen wie Glieder einer Kette ineinandergreifen. Schreibmaschine — Brief — Schmuck Blendlaterne — Autohupe
Revolver Zigarettenftummel — Zeitungs- blatt — Sektglas Gift verbundene Hand — Ltraßenlampe Roulette Gellcht Hinterm Fenster -- durchschnittene Telephonschnur - Regenschirm — Schatten an der Wand Smoking- schlips —: eine Fülle von kleinen und unscheinbaren Motiven und Bildern reiht sich aneinander, verknüpft sich, verwirrt sich, lockert sich blitzschnell in der Endlösung, kur; bevor das Licht wieder angeht, und ehe sich der Beschauer, verstrickt ins kriminalistische Gesellschaftsspiel, von feinem Erstaunen halbwegs erholt hat. In den Hauptrollen: Rasp, Diehl, Lissy Arna. Hörbiger, S z a l a 11.
Vorher läuft im Lichtspielhaus ein abwechslungsreiches Beiprogramm, aus dem der hübsche Tierfilm von Hellabrunn hervorzuheben ist Außerdem eine Bühnenschau, vier Bentos am Schleuderbrett, die eine sehenswert saubere und vielseitige Akrobatik vorführen.
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