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werden." Der zweifellos hohe Stand der landwirt­schaftlichen Technik, wie der Landwirtschafts- Wissenschaft kann sich nur auswirken, wenn alle Per­sonen. welche sich mit Landwirtschaft >efassen, in der rechten Weise dafür vorgebildet sind. Und hier man­gelt es noch ganz außerordentlich. Die Zahl der eine landwirtschaftliche Schule besuchenden Bauernsöhne ist angesichts der großen Menge an Landwirten, die sich in mittleren und kleineren Betrieben betätigen, verichwindend gering. Die Anzahl der landwirt­schaftlichen Schulen entspricht keineswegs der länd­lichen Bevalkerungsziffer, noch besteht kein Fort- bildungsfchulzwang für alle in der Landwirtschaft Tätigen, wie es ihn für die in Gewerbe und Handel Beschäftigten gibt. Noch wird der land­wirtschaftliche Arbeiter, der bei weitem vielseitiger sein mud, als die 'eisten Industriearbeiter, über die Achsel angesehen. Noch ist vielen Städtern unbekannt, mit welcher Mühe das tägliche Brot und andere unentbehrliche Nahrungsmittel der heimischen Scholle vom Landmann erzeugt werden W o sind die Instruktoren, die in jedes Dorf, i n jedes Gehöft d i e Fortschritte und Segnungen wissenschaftlicher Er­fahrungen tragen könnten? Mehr als 1000 akademisch gebildete Landwirte, wohlgerüstet, stünden dafür bereit und sind zur Zeit erwerbs­los. Wir brauchten Mittel, um die vielen begonne­nen, noch ungelösten Fragen der Landwirtschafts- Wissenschaft weiter zu bearbeiten bzw. neue unver­züglich in Angriff zu nehmen.

Die Bedeutung der Landwirtschaft ist keineswegs damit erschöpft, daß man sie als Magenfrage be­handelt. sie ist ja nicht nur gebend, sondern auch nehmend, ein sehr großer Teil der Inlanderzeugung wurde vor dem Kriege in der Landwirtschaft ab­

gesetzt. Werner von Siemens hat einmal die Bedeutung der Landwirtschaft für den Binnenmarkt mit dem Worte geschildert:Ein Vorhang an jedem Bauernfenster bedeutet mehr als der gesamte Ex­port" es deckt sich mit dem.Hat der Bauer Geld, hat's die ganze Welt!" Die Bedeutung der Land- wirtschaft durch ausschließliche Hervorhebung ihrer wirtschaftlichen Aufgaben wäre unzureichend gewür­digt wenn man nicht auch an ihre bevölkerungs-, staais- und sozialpolitische Notwendiakeit erinnerte.

In zwölfter Stunde sei daher die Mahnung aus­gesprochen, nur da Einsparungen on For­sch u n g und Lehre unseres Volkes vorzuneh­men, wo keine Gefahren für bittere Lebensnotwendigkeiten do r liegen.

Die Landwirtschaft Hai die Pflicht und ein Recht, darauf aufmerksam zu machen, daß die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Damals waren wir ein reiches Volk und konnten es uns eine Zeit lang leisten, einen Er- werbystand zu vernachlässigen. Ungestraft ist dies nicht geblieben; es gibt keine Schädigung eines Be­rufszweiges eines Volkes ohne daß andere in Mit­leidenschaft gezogen werben. Mögen die Männer, welche darüber zu entscheiden haben, sich der Tat­sache bewußt fein, daß Bauern not Volkes- n o t bedeutet.

Ein duftumfloss'nes, reifes Roggenfeld, Daraus der Erde Segenströme qu.'llen, Macht' ich zu Frommen einer Großftadtwelt Ihr nächstens auf den weiten Marktplatz stellen. Daß in der Frühe mit dem Morgenrot Sein Segen müßt' in alle Seelen rinnen, Daß sie sich auf den Tag und auf ihr Brot, Auf Gott und Bauer und sich selbst besinnen

Durchlöcherte Grenzen.

Hochkonjunktur für Schmuggler. Das berüchtigteLoch im Westen^. Ein Krebsschaden der deutschen Volkswirtschaft.

Don Karl Gillbrück.

So wird geschmuggelt. Frauen aus dem Aachenei Bezirk bringen die geschmuggelten Waren an das Tageslicht

O - .M w

Wieder gibt es einen westlichen Kriegs­schauplatz, mit Kampfberichten über blutige Zusammenstöße, mit Meldungen über große Beute, die man dem Gegner ob­genommen hat aber auch mit Durch­brüchen der Front der deutschen Front von Zollbeamten, die dem Gegner, nämlich dem Heer der Schmuggler den Uebertritt von Hol- land, Belgien oder dem Saargebiet ver­wehren mochte. Es ist ein Kleinkrieg, der sich an der ganzen beutschen Westgrenze abspielt; aber in der Nordwestecke Deutsch- lands hat er solchen Umfang angenommen, daß man sich scheut, nur von einem Klein­krieg zu sprechen. Sind doch nicht allein die Zollbeamten bis an die Zähne bewaff­net! Auch die Schmuggler verfügen über Karabiner, und sie find sogar zuweilen in Panzerautos im lOO-Kilometer-Tempo über stille Wege und Sturzäcker von einem Land in das andere gefahren. Hohe Slacheldrähte werden zerschnitten, etne Vorhut wird oorausgeschickt. und erst wenn das ganac Gelände von dieser sehr genau untersucht wurde, folgen die starken Trupps der Schmuggler, manchmal über hundert Menschen auf Fahrrädern, manch- mal Lastautos, zuweilen auch Einzel­gänger In Säcken schleppen sie Zigaretten und Zigarren, Kaffee, Zucker, Mehl über die Grenzen, aber auch Hummer. Kaviar und andere Kostbarkeiten, die weiter west­lich nicht sehr teuer sind, werden bei Nacht und Nebel auf Waldwegen nach Deutsch­land geschmuggelt.

DasLoch im Westen", das un­mittelbar nach dem Krieg in die deutsche Zollgrenze gerissen wurde, und durch das damals ebenso schlechte wie billige belgische Schokolade ober süßliche englische Ziga­retten in gewaltigen Mengen hereinström­

ten, konnte nur mit Mühe geschloffen werden. Man erlaubte den Zollbeamten, ausgie' ig von der Schuß maffe Gebrauch zu machen. Wahrscheinlich hätte auch das nichts genutzt, wenn die wirtschaftlichen Verhält­nisse nicht während einiger Jahre besser geworden wären. Auch heute wird geschossen, sogar mehr als früher, aber die Schmuggler lassen sich dadurch nicht abschrecken. Da es unmöglich ist, in Deutschland Arbeit zu finden, lassen sie sich dazu «verleiten, etne Erwerbsmöglichkeit zu suchen, die dem Bewohner der Grenzzone sehr naheliegt, denn derUnterschied der Preise hüben und drüben der Grenzpfähle muß jedem in die Augen springen Zigaretten, die in Belgien das Stück für 0,3 Pfennig zu haben find, schmecken etwas scharf, sind jedoch rauchbar In Deutschland kosten sie in dieser Beschaffenheit viel- leicht 3 ober 4 Pfennig. Dos Pfund Mehl kostet in Deutschlanb breimal soviel wie in Belgien, bas Brot ist über hoppelt so teuer, unb ber Zucker kann von den Schmugglern in Deutschland mit 150 v. H. Auf­schlag verkauft werden. Solche Verhältnisse reizen zur llebertretung ber Gesetze an, um so mehr, als der Grenzbevölkerung bas Verbrecherische ihres Tuns meist nicht vollkommen bewußt ist. Eine Strose wegen Schmuggels gilt häufig nicht als ehrenrührig, fonoern nur alsBetriebsunfall" Vorträge über bie Notwendigkeit von Zöllen enthalten zu schwierige Gebankengänge, um von bem einfachen Mann, ber nahe der Grenze wohnt, verstanden zu werden.

Es genügt nicht, diesen Zustand zu beklagen, man muh mit ihm rechnen, übrigens nicht nur an ber Westgrenze, sonbern auch im Osten, wo etne lange Grenzlinie gegen Polen zu bewachen ist Dort finben bie Schmuggler meist nicht nur Arbeit nach einer Seite, sonbern für ben Hin- unb Rückweg. Lebensmittel sind in Polen billig, aber be

stimmte Jndustrieerzeugnisse teuer. Der lange Zollkrieg mit Polen hat dazu gedient, die Schmuggler systematisch auszubilden. Um bestimmte Waren nach Polen einzuführen, braucht man eine besondere ministerielle Genehmigung. Auf bem oor- aejchriebenen Instanzenweg bauert es häufig viele Monate, bis sie in Warschau erlediyt ist, unb bann ist es immer noch zweifelhaft, ob bie Genehmigung erteilt wurde Die Schmuggler arbeiten schneller unb auch billiger als ber Instanzenweg, bei bem zu­weilen an mancher Stelle, an ber bie bureaukratische Maschine zu lange stockte, geölt werben mußte Nun verbrauchen die feineren Teile biefer Maschine merk- würbigerweift viel mehr Del als bie groben Organe im gewöhnlichen Außenbienft Ein polnischer Zoll­beamter hat ein Einiommen. von bem er wirklich kaum (eben kann Bei ben vielen Prozessen bie im polnischen Teil Dberschlefiens gegen bie Schmuggler aus Deutschlanb geführt würben unb werben, spielen bie polnischen Zollbeamten gewiß keine heldenhafte Rolle Häufig stehen sie als arme Sünber vor ben Schranken bes Gerichts, mitgefangen, mitgehangen Es ist heute nichi mehr so wie vor zwanzig Jahren, als an ber beutschen Oftgrenze russische Zollbeamte ihre Karabinerschlösser für ein paar Rubel den Schmugglern abgaben, als Garantie bafür. baß sie nachts nicht schießen würden Am nächsten Tag er­hielten sie ihre Schlösser wieder zurück, denn kein Schmuggler ließ bie Zollsoldaten im Stich, er brauchte bie Geschäftsverbinbung für künftige Fälle. Nein, die polnische Verwaltung hat im Vergleich zum "zaristischen Regime Fortschritte in ber Bekämp­fung ber Bestechlichkeit ber Beamten gemacht, aber ein entwässerter Sumpf ist noch fein Ackerboden

Gefährlicher für die deutsche Volkswirtschaft als die vielen kleinen Durchlässe an der Oftgrenze ist

heute das rtesengraße Loch im Westen. Man matz dort zwischen zwei verschiedenen Arten von Schmugg­lern unterscheiden: bei) kleinen Hungerleibern, bie ihre Haut zu Markte tragen, um sich auf biese un­reelle Weise ein paar Groschen nebenbei zu ver­dienen, und ben G r o ß s ch m u g g 1 e r n . bie|en gefährlichen Schiebern, bie irgenbwo im Hinterland sitzen, ihre Leute fest bezahlen und an manchem Tag über 10 000 Mark verdienen. Die kleinen Schmugg­ler gehen verhältnismäßig kindlich vor. Sie brechen plötzlich an irgendeiner Stelle auf Fahrrädern zu Hunderten über die Grenze unb sausen bavon, so schnell es geht. Eine Bauersfrau legt sich einen- künstlichen Staffeebufen zu, sie schiebt ihren Säug­ling in einem Kinderwagen über bie Grenze, dessen Matratze nicht mit Seegras, sondern mit Tabak ge­füllt ist, und was derlei kleine Tricks mehr find. Die Großschinuggler find weit erfinderischer. Sie haben Dinge ersonnen, über die man halb empört sejn muß, aber zur Hälfte nur noch Tränen lachen kann. Eines Tages fiel es ber Zollbehörde auf, baß feit Monaten ein kleiner Wallfahrtsort in Belgien von soviel Gläubigen aus Deutschlanb besucht wurde. Als man schärfer zusah, ergab sich, daß immer dieselben Men­schen in den Prozessionen zu sehen waren. Ein großes Kreuz wurde vorangetragen, und dann zogen die Bauersleute langsam über bie Grenze. Eines Tages griff man zu unb fand, daß in ber Kleidung ber Leute Konterbanbe verborgen waren. Als die Zollbehörbe merkte, welch gottloser Unfug mit reli­giösen Gebräuchen getrieben würbe, sah sie sich auch die vielen Trauernden genau an, die mit riesigen Kränzen über bie Grenze manberten. Sie hatten Schmuggelgut in den Taschen und unter den Röcken, aber sogar die Kränze waren sehr merk­würdig, denn sie bestanden aus lebenden Pflanzen, mit kunstvoll eingewickelten Wurzeln, und auf diesen Pflanzen ruht ein hoher Zoll.

Schließlich sollen ein paar Zahlen zeigen, was an der deutschen Weftgrenze augenblicklich vor sich geht. In ber Zeit vorn 1. April bis zum 30. Oktober b. I. würben in den Bezirken Münster, Düsseldorf unb Köln r unb 2 6 0 0 0 6 d) m u g g e 1 f ä 11 e ange­zeigt. Nun weiß man, daß trotz sorgfältiger Ueber- wachung höchstens 10 v. H., vielleicht aber nur 1 o. H. aller Delikte dieser Art entdeckt werden. Etwa 20 Millionen Zigaretten, gewaltige Stapel Zigaretten­papier, mindestens zwei Eisenbahnwaggons voll Tabak, über eine Viertelmillion Kilogramm Getreide, eine weitere Viertelmillion Pfund Müllereierzeug- niffe, viele Fahrräder, Automobile und Motorräder, dazu viel geschmuggeltes Vieh wurden beschlagnahmt. Solche Beschlagnahme darf man sich nicht einfach oorfteUen. Oft ergreift in letzter Zeit die Bevölkerung, bie bazu kommt, für bie Schmuggler Partei, unb es kann geschehen, baß sich zwei ober brei Zollbeamte nur burch bie Flucht vor Hunderten von Zivilisten retten können. Es haben sich also bei uns Zustände entwickelt, bie burchaus mit bem Banbenkrieg an ber Grenze zwischen Kanaba und ben Vereinigten Staa­ten verglichen werben können. Dazu kommt ber Zollkrieg auf der Oft fee, wo es heute große Schmugglerflotten gibt, bie allerbings weniger bie deutsche Grenze belästigen als bie skandinavischen ßänber, in die sie A l k o h o l hineinschmuggeln. Man hat geschätzt, baß in wenigen Wochen an der deut­schen Weftgrenze vielleicht 100 Millionen Mark an Zöllen verloren gingen. So kann es nicht weiter­gehen. ______

Dberbeffen.

Gemeinderat in Lich.

D Lich, I.Ian. In den jüngsten Sitzungen des Gemeinberats würbe der mit einem Ge­samtbedarf von 14 500 Mark abschließende Wald« wirtschaftsplan genehmigt Der nach der neuen Forfteinrichtung für ben Stabtwald vor­gesehene jährliche Hiebsatz von 5450 Festmeter würbe nicht beanftanbet.

Die Pächter ber stäbtischen Iagb haben beantragt, entsprechend ben heutigen wirtschaftlichen Verhält­nissen bie Jagbpacht herabzusetzen Die städtische Iagb ist für bie Zeit vom 1 Februar 1928 bis 31. Januar 1938 in brei Abteilungen für bie Jahre 1928 bis einschl. 1931 zu jährlich 3000 Mark, für bie Jahre 1932, 1933 unb 1934 zu jährlich 3300 Mark, für bie Jahre 1935, 1936 unb 1937 zu jähr­lich 3600 Mark verpachtet. Der Gemeinberat be­schloß, zunächst auf bie Dauer eines Jahres von ber für bas Jahr 1932 vorgesehene Erhöhung adzu- sehen unb sich weitere Entschließung von Jahr zu Jahr vorzubehalten

Die Gemeindehundesteuer für 19 3 2 würbe entsprechen!» ber Regelung bes Vorjahres auf jährlich 10 Mark festgesetzt Für ben mehrfachen Hunbebesitz soll ein Zuschlag in ber Weise erhoben werben, daß für jeben folgenben Hunb 20 Mark mehr als für ben vorhergehenden zu bezahlen sind.

Die für bie Erhebung bes Wasserge 1 des im Jahr 1931 geltenben Grundsätze sollen auch für bas Rechnungsjahr 1932 in Geltung bleiben.

Von bem ber Stabt zustehenden Kündigungsrecht bes Tarifvertrages für bie Walbarbe i- ter soll vorerst fein Gebrauch gemacht werben.

Auf Vorschlag ber Finanzkommission beschloß ber Gemeinberat baß bie seither gültigen Sätze für Tagegelber unb Reisekosten für auswär­tige Dienstgeschäfte der Gemeindevertreter in Gel­tung bleiben sollen

Die Freiwillige Sanitätsk-olonne Lich muß zum Umbau ihres Krankentransport- autos einen Bankkredit in Anspruch nehmen Aus diesem Anlaß wurde die Uebemahme ber Gemetnde- bürgschast über einen Betrag von 490 Mark be­antragt. Der Antrag fand Zustimmung

Lanokrcts Wi roh

0 Holzheim, 1. Jan Als die Witwe E. Mattern in einem ihrer Wirtschaftsgebäude et­was besorgen wollte und sich dabei einer Leiter bediente, stürzte sie von ber obersten Sprosse zur Erbe unb erlitt einen Lenbenwirbelbruch. Der Arzt veranlaßte burch bie Freiwillige Sanitätskolonne Gießen die Ueberführung ber bebauernswerten Frau in bie Chirurgische Klinik zu Gießen.

Aircie Äuoingen

* Bübingen, 1. Jan. Der Beschluß des Ge» meinderats, für unsere Stadt einen Berufsbür­ge r m e i st e r anzuftellen, wurde vom Ministerium mit entsprechenden Bestimmungen eines Ortsstatuts genehmigt.

Kreis Schotten.

D Stumpertenrod, 1.Jan. In den ver» gangenen Wochen wurde in ben Gemeinben ber Umgegend für bie Winterhilfe gesammelt. Es' hatten sich zusammengeschlossen Stumpertenrod, Köd­dingen, Groß- unb Klein-Felba, Kestrich, Wind­hausen, Ermenrod, Zeilbach, Schellnhausen unb Ehringshausen. Sie verluden in der dortigen Sta­tion ihre Lebensmittel für ben Evangelischen Wohl- fahrtsbienst in Offenbach a. M Der Waggon würbe von ber bärtigen Zentrale mit herzlichem Dank unb großer Freube in Empfang genommen. Außerbem würben noch eine Summe Gelb und Kleidungsstücke gesammelt.

Preußen.

Steuersperre über die Gemeinden des Kreises Wetzlar.

B Wetzlar, 2. Jan. Der Regierungs­präsident in Koblenz hat für die Gemein­den des Kreises Wetzlar die S pe r*ru n g der Reichs st euer Überweisungen bzw. deren Pfändung verfügt Die Beträge sollen für die Anteile der Gemeinden an der Krisenfür­sorge und für die Stützung der Landesbank Ver­wendung finden. Die außerordentlich einschneidend« Maßnahme dürfte für die Finanzwirtschaft der Ge­meinben. insbesondere für die Erfüllung der lau­fenden dringenden Verbindlichkeiten, sehr unan­genehme Rückwirkungen haben. Wie man hört, wollen die Gemeinden mit scharfen Protesten gegen die Steuersperre vorgehen.

Am 14.Januar findet hier eine Sitzung bes Kreistages statt, wobei die Beratungen übet die Finanzlage des Kreises im Mittelpunkt der Tagung stehen werden. Der Kreistag wird über dis Deckung eines Fehlbetrages von rund 5 0 0 0 0 0 Mark für das laufende Haushaltsjahr zu beschließen haben, wobei insbesondere eine Er­höhung der Kreisumlagen in Betracht kommen roirtk

Kreis Biedenkopf.

ch Bischoffen, 1. Jan. Mit dem Beginn de« Weihnachtsferien hat uns Lehrer Harre ver­lassen, um eine Stelle in Biedershausen bei Weil­burg anzutreten. Pfarrer Rehberg, der 18 Jahre als Seelsorger in unserer Gemeinde wirkte, hat ebenfalls unseren Ort verlassen, um die zweite Pfarrstelle in Ufingen zu übernehmen. Richt allein unsere Gemeinde, auch die Filialgemeinden Roßbach und Oberweidbach haben Pfarrer Reh­berg als eifrigen Seelsorger kennengelernt und sehen ihn ungern scheiden. An seine Stelle trat Pfarrer Bremer, der bisher in Hatzfeld am­tierte. Gemeinderechner Kern, der 14 Jahre als Rechner in unserer Gemeinde tätig war, hat wegen hohen Alters sein Amt niedergelegt. An seine Stelle ist Willi Derrmann getreten.

Taten für Samstag, 2. Januar.

1858: der Schauspieler Joses Kainz in Wiefelburg in Ungarn geboren; 1861: ber Schriftsteller Wich. Bölsche in Köln geboren.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag nach Neujahr, ben 3. Januar.

Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. l.ic. Waas, 11: Kinder- kirche für bie Markusgemeinve; Pfr. Becker. !7: Pfarrasfistent Knell. Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheirner; 11: Kmberkirche für bie Lulas- gemeinbe, Pfr. Bechtolsheirner; 17: Pfr. Müller Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrasfistent Knell. Elisabeth-Kleinkinderfchule. 945: Pfr. Becker. Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst, 11: Kinbergattesbienst. Wiefeck. 10. Alten-Bmeck. 10 Gottesbienst. Kirchberg. 10: Kirchberg; 16.30: Kirchberg; Missionar Laut; Missionsfilm für Schuler; 19.30. Kirchberg, Missionsfilm für Erwachsene Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 13: Garbenteich wahenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesbienst; 14 15. Kinderkirche. Grüningen. 10: Hauptgott.'s- bienst, 11: Kinberkirche. - Lich. 10: Stiftspfarrer Draubt.

katholische Gemeinden.

Samstag, ben 2. Januar.

Gießen. 16.30 unb 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, ben 3. Januar. Sonntag nach Neujahr.

Gießen 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion ber Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre­digt, 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht Grünberg. 9 45: Messe mit Prebigt. Hungen. 17 30: Vortrag unb Anbacht. Lembach. 10: Hoch- amt mit Prebigt, 14.30: Christenlehre unb Anbacht. Lich. 7.30 Hochamt mit Prebigt. 20: Vortrag unb Anbacht Nidda 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten 1030 Hochamt mit Predigt.

TOittroo'4' uen 6. Januar.

Hungen. 7.30 Uhr: Messe.

Soinitaoeöimn D.-Zierui n. ^ibütbefen am 3 1 32 ftrl Dr. Würtler. Dr. Plm-b. Hirickavotbeke.

Kalinarrf Dr gdpttler._________9 >

Antragsergebnisse

der öffentlichen Lebensversicherungsanstalten im Mona' Oktober 1931.

Bei den tm Verband öffentlicher Lebensverfiche- rungsanftalten in Deutschland zusammengeschlossenen Lebensverficherungsanstalten sind im Monat Oktober 1931 in der Lebensversicherung einschließlich der Bausparoersicherung 12 498 Versicherungen mit 19 1 Millionen Reichsmark Versicherungssumme beantr.ut worden.

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